Kapitel 89: ṛgvede 10.89 · indraṃ stavā nṛtamaṃ yasya mahnā vibabādhe rocanā vi jmoantān
Preislied auf Indra als Weltbeherrscher und Feindvernichter
Indra-Lied mit Weltherrschaft, Vṛtra-Kampf und Feindabwehr; Verse 1-6 und 14-15 sind sprachlich schwierig. Vers 18 ist in der Quelle im Saṃhitā-Text abgebrochen; nur der Padapāṭha liegt vor.
Indra preise, den Männlichsten, durch dessen Größe die Leuchträume und die Enden der Erde auseinandergedrängt wurden [?]; der (alle) mit Wünschen (Gaben) erfüllte, der Völkerstützer, (und) über die Ströme hinausragt an Größe.
sa sūryaḥ paryurū varāṃsyendro vavṛtyād rathyevacakrā / atiṣṭhantamapasyaṃ na sargaṃ kṛṣṇā tamāṃsitviṣyā jaghāna
Er soll die Sonne über die weiten Räume herumwälzen, Indra, wie der Wagenlenker die Räder. Den nicht Stehenden, werktätigen [?], wie einen Ausbruch (Losgelassenen) [?] – die schwarzen Dunkel hat er mit Glanz erschlagen. [Anm.: Zeile 2 unsicher.]
Das gleiche, ihm zugehörige, unentweichliche (Lied) singe (ihm), das mit Erde und Himmel unvergleichliche neue Brahman (Gebet/Formung). Der Herr Indra hat die Geschöpfe wie Rückenflächen überblickt [?]; ich strebe keinen (anderen) Freund an [?]. [Anm.: Zeile 2 und 3 unsicher.]
Für Indra (gelten) die Lieder, unabgeschliffen im Ausströmen [?]; er trieb die Wasser hervor aus dem Grund des Sagara; der wie mit einer Achse (zwei) Räder mit Kräften auseinander stützte, die Erde und den Himmel. [Anm.: Person von īrayam unklar.]
Der, dessen Zorn sich erreichend [?]; tṛpala-prabharmā [?]; der Erschütterer, der Wirkkräftige, der Speerbesitzer, der Ṛjīṣin; Soma: alle Gestrüppe und Wälder – nicht haben diesseits (von Indra) die Gegenstücke (Rivalen) Indra geschädigt. [Anm.: sehr unsicher; die Epitheta sind unklar.]
na yasya dyāvāpṛthivī na dhanva nāntarikṣaṃ nādrayaḥsomo akṣāḥ / yadasya manyuradhinīyamānaḥ sṛṇāti vīḷurujati sthirāṇi
Dessen (Zorn/Macht) [hält] weder Himmel-und-Erde, noch die Steppe, noch der Luftraum, noch die Berge, noch Soma [aus] [?]. Wenn sein Zorn, herangeführt, das Feste zerbricht, (dann) zerbricht er das Beständige. [Anm.: Zeile 1 unsicher (akṣāḥ).]
jaghāna vṛtraṃ svadhitirvaneva ruroja puro aradan nasindhūn / bibheda giriṃ navamin na kumbhamā gā indroakṛṇuta svayugbhiḥ
Er erschlug Vṛtra wie die Axt die Wälder; er zerbrach die Burgen, er höhlte (die Betten) der Ströme aus [?]; er spaltete den Berg wie einen neuen Krug; die Kühe machte Indra sich zu eigen mit seinen Gefährten (?) [?].
tvaṃ ha tyad ṛṇayā indra dhīro 'sirna parva vṛjināśṛṇāsi / pra ye mitrasya varuṇasya dhāma yujaṃ na janāminanti mitram
Du, Indra, bist ja der Schuldeintreiber, der weise (Standhafte); wie ein Schwert zerbrichst du das Gelenk der Krummen (Bösen). Die, die Mitras und Varuṇas Wesensordnung (dhāma) verletzen, wie Leute den Gefährten, den Freund (verletzen) – [siehe nächsten Vers].
pra ye mitraṃ prāryamaṇaṃ durevāḥ pra saṃgiraḥ pravaruṇaṃ minanti / nyamitreṣu vadhamindra tumraṃ vṛṣanvṛṣāṇamaruṣaṃ śiśīhi
Die Übelgesinnten, die Mitra, Aryaman, die Vereinbarungen (Verpflichtungen), Varuṇa verletzen – auf die Unfreunde, Indra, wetze den stoßenden Streich, Bulle, den stierstarken, rötlichen.
Indra herrscht über den Himmel, Indra über die Erde, Indra über die Wasser, Indra eben über die Berge; Indra über die Wachstümer, Indra eben über die Weisen; Indra ist in Ruhe (Besitz) und im Erwerb (Anschirren) anzurufen, Indra.
prāktubhya indraḥ pra vṛdho ahabhyaḥ prāntarikṣāt prasamudrasya dhāseḥ / pra vātasya prathasaḥ pra jmo antātpra sindhubhyo ririce pra kṣitibhyaḥ
Über die Nächte hinaus (ragt) Indra, der Wachsende, über die Tage, über den Luftraum, über den Sitz des Meeres, über die Weite des Windes, über das Ende der Erde, über die Ströme ragt er hinaus, über die Siedlungen (Völker).
pra śośucatyā uṣaso na keturasinvā te vartatāmindrahetiḥ / aśmeva vidhya diva ā sṛjānastapiṣṭhena heṣasādroghamitrān
Wie das Banner der leuchtenden Morgenröte soll deine unersättliche Waffe, Indra, vorwärts rollen. Durchbohre (sie) wie einen Stein, vom Himmel her losgelassen, mit dem heißesten Geschoss die Freundbetrüger.
Nach ihm (regten sich) die Tage, die Monate, nach ihm die Wälder, die Pflanzen, nach ihm die Berge; nach Indra die beiden Welten, laut rufend; die Wasser folgten dem Geborenen (mit Bewegung).
karhi svit sā ta indra cetyāsadaghasya yad bhinado rakṣaeṣat / mitrakruvo yacchasane na gāvaḥ pṛthivyā āpṛgamuyā śayante
Wann wohl wird dir jenes bewusst werden, Indra, dass du das (Gebiet/Wesen) des Bösen, des Spaltenden (Rakṣas) gesucht hast [?]; dass die Freundschafts-Zürner wie Kühe im Schlachthaus auf der Erde ausgestreckt dort liegen [?]. [Anm.: Vers sehr unsicher.]
Die, die als Feindwillige gegen uns sich ausgedehnt haben, große Scharen, in Übermut, Indra – mit blinder Finsternis sollen die Feinde sich vereinen; die (für uns) hellen Nächte sollen über sie kommen [?].
Viele Presszeiten der Leute, die Gebete der preisenden Ṛṣis haben dich erfreut; diesen gemeinsamen Ruf ließen sie mit Hilfe erschallen – an allen Lobsängern vorbei, komm (zu uns) her [?].
So möchten wir, Indra, deine genießenden [?], neuen Wohlgesinnungen erlangen; wir möchten (sie) erlangen, mit deiner Hilfe (bei Tagesanbruch) preisend, wir Viśvāmitras, und deine, Indra, jetzt.
śunaṃ huvema maghavānaṃ ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: śunam huvema magha-vānam indram asmin bhare nṛ-tamam vāja-sātau śṛṇvantam ugram ūtaye samat-su ghnantam vṛtrāṇi sam-jitam dhanānām]
Glück (heilvoll) mögen wir den gabenreichen Indra rufen, den Männlichsten, in diesem Ringen um Gewinn; den Hörenden, Gewaltigen, zur Hilfe, in den Schlachten; den Erschlager der Vṛtras (Widerstände), den Mitgewinner (Gewinner) der Reichtümer. [Anm.: Der Saṃhitā-Text ist in der Quelle abgebrochen; Übersetzung nur nach dem Padapāṭha.]