Kapitel 20: ṛgvede 10.20 · bhadraṃ no api vātaya manaḥ
Agni-Lied des Vimada
Vimada-Lied an Agni mit dichter, teils rätselhafter Bildersprache; Vers 1 ist ein einzelner Halbvers; mehrere Verse (3, 6, 7) sind syntaktisch unvollständig oder unklar.
Agni rufe ich an, den Jüngsten der Genießenden [?], den Freund durch Weisung, den schwer zu Haltenden; / in dessen Halt die lichtfarbigen (Schimmernden) das Euter der Mutter bedienen [?].
Den mit den Mündern [?] wachsen lassen sie, dessen Nest die Schönheit ist, das Lichtzeichen [?]; / er strahlt, in Reihen gebend [?]. [Anm.: Verse 3 wörtlich unsicher; śreṇi-dan unklar.]
Wort für Wort
yam
den (Akk. Sg.)
āsāḥ
Münder, Mündungen (Nom./Instr.) [?]
kṛpa-nīḷam
dessen Nest die Gestalt/Schönheit ist (Akk. Sg.) [?]
sa hi kṣemo haviryajñaḥ śruṣṭīdasya gātureti / agniṃ devā vāśīmantam
Denn er ist Geborgenheit, Darbringung, Weihehandlung; im Gehorsam geht sein Bote (Weg) hin; / Agni, den Beilbewehrten, (haben/machen) die Götter [?]. [Anm.: Zweite Zeile syntaktisch unvollständig; gātuḥ ist hier vielleicht „Weg/Geleiter“.]
Den Weihehandlungs-Bezwinger, Agni, suche ich mit Dienst (zu gewinnen) um des früheren Heils willen; / den Sohn des Preßsteins (Berges), den Lebendigen, nennen sie ihn. [Anm.: adri = Preßstein oder Berg.]
Wort für Wort
yajña-saham
die Weihehandlung bezwingend/ überlegen (Akk. Sg.)
Schwarz, weiß, rötlich ist sein Gang; falb, rot-gerade und rot, ruhmreich: / den Goldgestaltigen hat der Erzeuger gezeugt. [Anm.: Farbenreihe wohl Bild für die Feuerfarben – plausibel.]
So hat dir, Agni, Vimada seinen Gedanken (Weisheitswerk) dargebracht, du Sproß der Kraft, in Einklang mit den Unsterblichen; / Lieder soll er herbeifahren, Gunstgedanken erstrebend; Labung, Kraft, gute Wohnstatt – alles hast du gebracht [?]. [Anm.: Person wechselt; ābhāḥ 2. Sg. plausibel.]