Kapitel 54: ṛgvede 10.54 · tāṃ su te kīrtiṃ maghavan mahitvā yat tvā bhīte rodasīahvayetām
Preis Indras: seine Größe, seine vier Namen und seine Gaben
Das Lied wendet sich an Indra, rühmt seine unerreichbare Größe (V. 3), seine vier geheimen Namen (V. 4) und bittet um Erfüllung des Wunsches (V. 5). Verse 1-2 sind syntaktisch schwierig (prajāyai tvasyai, māyā, nanu purā vivitse); der Sinn von 'Mutter und Vater zugleich erzeugen' (V. 3) ist mythologisch verdichtet.
tāṃ su te kīrtiṃ maghavan mahitvā yat tvā bhīte rodasīahvayetām / prāvo devānātiro dāsamojaḥ prajāyaitvasyai yadaśikṣa indra
Diesen deinen Ruhm, Gabenherr, [feiern wir] durch [deine] Größe, als dich die beiden erschrockenen Welten anriefen. / Du halfst den Göttern, du überwandest die Kraft des Dāsa, als du, Indra, für jenes Geschlecht [?] [Kraft] verliehst.
Wort für Wort
tām
diesen (Akk. Sg.)
su
gut, sehr
te
deinen (Gen.)
kīrtim
Ruhm (Akk. Sg.)
magha-van
Gabenherr (Vok. Sg.)
mahi-tvā
durch Größe (Instr. Sg.)
yat
als, wenn
tvā
dich (Akk.)
bhīte iti
erschrocken (Nom. Du.)
rodasī iti
Himmel und Erde (Nom. Du.)
ahvayetām
sie riefen an (Impf. Med. 3. Du.)
pra
hervor
āvaḥ
du halfst (Aor. 2. Sg.)
devān
Götter (Akk. Pl.)
ā
hin, über
atiraḥ
du überwandest (Impf. 2. Sg.)
dāsam
Dāsa (Akk. Sg.)
ojaḥ
Kraft (Akk. Sg.)
pra-jāyai
für das Geschlecht, die Nachkommenschaft (Dat. Sg.)
Als du, mit dem Leib wachsend, umhergingst und deine Kräfte unter den Leuten verkündetest, Indra: / Wundermacht nur ist das, was man deine Kämpfe nennt; heute findest du keinen Feind, nicht wahr, wie früher? [?]
ka u nu te mahimanaḥ samasyāsmat pūrva ṛṣayo 'ntamāpuḥ / yan mātaraṃ ca pitaraṃ ca sākamajanayathāstanvaḥsvāyāḥ
Welche haben denn das Ende deiner ganzen Größe erreicht, [die] Ṛṣis, früher als wir? / Da du Mutter und Vater zugleich erzeugtest aus deinem eigenen Leib.
tvaṃ viśvā dadhiṣe kevalāni yānyāviryā ca guhāvasūni / kāmamin me maghavan mā vi tārīstvamājñātātvamindrāsi dātā
Du hältst alle Güter allein, die offenen und die im Verborgenen. / Meinen Wunsch, Gabenherr, vereitle nicht; du bist der Wissende, du, Indra, bist der Geber.
Der das Licht in das Licht hineinsetzte, der Süßes mit Süßem mischte: / nun wurde ihm ein liebes Preislied, ein Gedanke, vom Gebetsmacher Bṛhaduktha [wörtl. 'Großlob'] gesprochen.
Wort für Wort
yaḥ
der (Nom. Sg.)
adadhāt
er setzte (Impf. 3. Sg.)
jyotiṣi
ins Licht (Lok. Sg.)
jyotiḥ
Licht (Akk. Sg.)
antaḥ
hinein (Adv.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
asṛjat
er mischte/schuf (Impf. 3. Sg.)
madhunā
mit Süßem (Instr. Sg.)
sam
zusammen
madhūni
Süßes (Akk. Pl.)
adha
nun
priyam
lieb (Akk. Sg.)
śūṣam
Preisruf, Lied (Akk. Sg.)
indrāya
dem Indra (Dat. Sg.)
manma
Gedanke (Akk. Sg.)
brahma-kṛtaḥ
Gebetsmacher (Nom. Sg.)
bṛhat-ukthāt
von Bṛhaduktha/vom Großlob (Abl. Sg.) [Name, Anm.]