Kapitel 38: ṛgvede 10.38 · asmin na indra pṛtsutau yaśasvati śimīvati krandasi prāvasātaye
Anruf an Indra um Beistand im Kampf um Rinder und Reichtum
Bittlied an Indra: Hilfe im Männerkampf um Rinder und Reichtum, Sieg über Feinde jeder Herkunft (Dāsa oder Ārya), am Schluss ein Vorwurf, Indra möge sich von Kutsa lösen und herkommen. Einzelne Wörter (krandas, khādi, vikhāda, Schlussvers) sind unsicher.
In diesem uns geltenden ruhmvollen, tatkräftigen Kampf, Indra, im Schlachtgetöse, [rufen wir dich] zur Gewinnung von Beistand [?] – dort, wo beim Rindergewinn unter den kühnen Spangenträgern [?] die Geschosse nach allen Seiten fliegen im Männerkampf.
sa naḥ kṣumantaṃ sadane vyūrṇuhi goarṇasaṃ rayimindraśravāyyam / syāma te jayataḥ śakra medino yathā vayamuśmasi tad vaso kṛdhi
Du schließe uns im [Kult-]Sitz den nahrungsreichen, rinderflutreichen, ruhmwürdigen Reichtum auf, Indra! Wir wollen deine Bundesgenossen sein, wenn du siegst, Śakra. Wie wir es wünschen, das tu, Guter!
yo no dāsa āryo vā puruṣṭutādeva indra yudhaye ciketati / asmābhiṣ ṭe suṣahāḥ santu śatravastvayā vayaṃ tānvanuyāma saṃgame
Wer uns, sei es ein Dāsa oder ein Ārya, du Vielgepriesener, als Gottloser, Indra, zum Kampf ins Auge fasst [?]: Von uns sollen deine Feinde leicht überwältigt werden; mit dir wollen wir sie im Zusammenstoß besiegen.
Wort für Wort
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
naḥ
uns (Akk. Pl.)
dāsaḥ
Dāsa (Nom. Sg.)
āryaḥ
Ārya (Nom. Sg.)
vā
oder
puru-stuta
Vielgepriesener (Vok. Sg.)
adevaḥ
gottlos, ohne Götter (Nom. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
yudhaye
zum Kampf (Dat. Sg.)
ciketati
er sinnt darauf, nimmt ins Auge (3. Sg. Intens.) [?]
Der von den Wenigen anzurufen ist und der von den Vielen, der im Nahkampf Raum gewinnt, im Männerkampf – ihn, den Gewinner im Kampfgewühl [?], den heute berühmten Mann, den herwärts Gewandten, Indra, machen wir uns zum Beistand.
svavṛjaṃ hi tvāmahamindra śuśravānānudaṃ vṛṣabharadhracodanam / pra muñcasva pari kutsādihā gahi kimutvāvān muṣkayorbaddha āsate
Denn dich, Indra, habe ich als Selbstbefreienden [?] gehört, als einen, der keinem nachgibt, Stier, als Antreiber des Schwachen [?]. Lass los von Kutsa [?], komm hierher! Was sitzt einer wie du an die Hoden gebunden? [Anm.: Sinn und Verbform (Plural) unklar.]