Kapitel 165: ṛgvede 10.165 · devāḥ kapota iṣito yadichan dūto nir{ṛ}tyā idamājagāma
Abwehr des Unglücksvogels: Taube als Bote der Nirṛti
Eine ins Haus gekommene Taube gilt als Bote der Nirṛti (bzw. Yamas); sie wird durch Verehrung, Sühne und einen Vers zum Wegfliegen gebracht. Deutung der Unheilszeichen (Uhu, Taube im Feuer) in 4ab ist syntaktisch mehrdeutig.
Ihr Götter, die Taube, die ausgesandt wurde, als Bote der Nirṛti, wünschend hierher gekommen ist: / ihr wollen wir huldigen, Sühne leisten; Heil sei uns, dem Zweifüßigen, Heil dem Vierfüßigen.
śivaḥ kapota iṣito no astvanāgā devāḥ śakuno gṛheṣu / agnirhi vipro juṣatāṃ havirnaḥ pari hetiḥ pakṣiṇī novṛṇaktu
Freundlich soll uns die ausgesandte Taube sein, schuldlos, ihr Götter, der Vogel in den Häusern; / Agni, der Weise, soll unsere Darbringung genießen; das Geschoss, das geflügelte, soll uns meiden.
hetiḥ pakṣiṇī na dabhātyasmānāṣṭryāṃ padaṃ kṛṇuteagnidhāne / śaṃ no gobhyaśca puruṣebhyaścāstu mā nohiṃsīdiha devāḥ kapotaḥ
Das geflügelte Geschoss schädigt uns nicht, es setzt seinen Fuß auf die Herdstelle [?], im Feuerbehälter; / Heil sei unseren Rindern und Männern; nicht soll uns hier verletzen, ihr Götter, die Taube.
Wenn der Uhu ruft, so ist dies vergeblich; wenn die Taube ihren Fuß ins Feuer setzt: / dessen Bote ist dieser hier ausgesandt; ihm, Yama, dem Tod, sei Verehrung. [Anm.: Satzbau von 4ab mehrdeutig.]
ṛcā kapotaṃ nudata praṇodamiṣaṃ madantaḥ pari gāṃnayadhvam / saṃyopayanto duritāni viśvā hitvā na ūrjaṃ prapatāt patiṣthaḥ
Mit einem Vers stoßt die Taube weg, den Wegstoß; an Kraft [Nahrung] euch erfreuend, führt die Kuh umher [?]; / alles Übel verwischend [?], soll er, uns Kraft lassend, fortfliegen, der beste Flieger.