Kapitel 43: ṛgvede 10.43 · achā ma indraṃ matayaḥ svarvidaḥ sadhrīcīrviśvāuśatīranūṣata
Preislied auf Indra, den Soma-Berauschten und Lichtgewinner
Gedanken und Somas ziehen zu Indra; er gebietet über Reichtum, gewann Licht (svar) für Manu und ist unvergleichlich. Vers 9 ist ein Rätselvers. Die Verse 10-11 sind der Refrain aus 10.42.10-11 (Saṃhitā-Text in der Quelle gekürzt).
achā ma indraṃ matayaḥ svarvidaḥ sadhrīcīrviśvāuśatīranūṣata / pari ṣvajante janayo yathā patiṃ maryaṃna śundhyuṃ maghavānamūtaye
Zu Indra hin haben meine Gedanken, die Licht findenden, zusammenströmenden, alle verlangenden, gejauchzt. Sie umarmen den Maghavan, den strahlenden, wie Frauen den Gatten, wie den [jungen] Mann, zur Hilfe.
na ghā tvadrigapa veti me manastve it kāmaṃ puruhūtaśiśraya / rājeva dasma ni ṣado 'dhi barhiṣyasmin su some'vapānamastu te
Mein Sinn, der auf dich gerichtet ist, geht nicht weg; an dir, Vielgerufener, habe ich meinen Wunsch festgemacht. Setz dich wie ein König, du Wundertäter, auf das Streu; bei diesem guten Soma soll dir der Trunk gehören.
viṣūvṛdindro amateruta kṣudhaḥ sa id rāyo maghavāvasva īśate / tasyedime pravaṇe sapta sindhavo vayovardhanti vṛṣabhasya śuṣmiṇaḥ
Der nach allen Seiten Wirkende, Indra, hebt aus Not und Hunger [heraus]; er, der Maghavan, gebietet über Güter und Schätze. In seinem Gefälle mehren diese sieben Ströme die Lebenskraft des kraftvollen Stiers.
Wie Vögel auf den schönblättrigen Baum haben sich die berauschenden, in den Trögen sitzenden Somas auf Indra niedergelassen. Ihr Angesicht blitzte vor Kraft auf; er fand das Licht, für Manu das ārische Licht.
kṛtaṃ na śvaghnī vi cinoti devane saṃvargaṃ yan maghavāsūryaṃ jayat / na tat te anyo anu vīryaṃ śakan napurāṇo maghavan nota nūtanaḥ
Wie der Spieler im Spiel den kṛta[-Wurf] aussucht, [so] den Gesamtgewinn, als der Maghavan die Sonne gewann: das kann dir kein anderer an Heldentum nachtun, weder ein Alter, Maghavan, noch ein Neuer.
Jeden Stamm hat der Maghavan umlagert [?], der Stier hat die Milchkühe der Leute überblickt. An wem Śakra bei den Pressungen Gefallen findet, der überwältigt mit scharfen Somas die Kampflustigen.
āpo na sindhumabhi yat samakṣaran somāsa indraṃ kulyāiva hradam / vardhanti viprā maho asya sādane yavaṃ navṛṣṭirdivyena dānunā
Wie Wasser zum Strom, wie Bäche zum See sind die Somas zu Indra zusammengeflossen; im Sitz dieses Großen mehren [ihn] die Seher, wie der Regen die Gerste, mit himmlischem Tropfen.
vṛṣā na kruddhaḥ patayad rajassvā yo aryapatnīrakṛṇodimā apaḥ / sa sunvate maghavā jīradānave 'vindajjyotirmanave haviṣmate
Wie ein zorniger Stier eilte er durch die Räume, der diese Wasser zu Gattinnen des Herrn gemacht hat [?]. Der Maghavan fand für den Pressenden, für den lebensschnellen Spender, für den gabenreichen Manu das Licht. [Anm.: aryapatnī wörtlich „Frauen des Herrn“ – Wasser als Gemahlinnen (Indras/des Ārya); Deutung plausibel.]
ujjāyatāṃ paraśurjyotiṣā saha bhūyā ṛtasya sudughāpurāṇavat / vi rocatāmaruṣo bhānunā śuciḥ svarṇaśukraṃ śuśucīta satpatiḥ
Das Beil möge emporgeboren werden mit dem Licht; die Fülle [?] des ṛta, gutmelkend, wie in alter Zeit. Der Rötliche soll mit Strahl hell leuchten, der Reine; wie das Licht soll der Herr der Wahren glänzend strahlen [?]. [Anm.: Rätselvers; paraśu evtl. Beil/Blitzwaffe oder Bild für Agni – spekulativ. PP-Token 16 „ṇa“ ist Verderbnis für „na“.]
gobhiṣ ṭaremāmatiṃ ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: gobhiḥ tarema amatim duḥ-evām yavena kṣudham puru-hūta viśvām vayam rāja-bhiḥ prathamā dhanāni asmākena vṛjanena jayema]
Mit Kühen mögen wir das Elend, das übel Gehende, mit Gerste den Hunger, Vielgerufener, ganz überwinden. Wir wollen mit Königen die ersten Gewinne gewinnen, mit unserer eigenen Kraft. [Anm.: Refrain wie 10.42.10; die Saṃhitā-Zeile ist in der Quelle gekürzt.]
bṛhaspatirnaḥ pari ... [Anm.: Saṃhitā-Text und Padapāṭha der Quelle stimmen an dieser Stelle nicht überein (verschoben oder gekürzt). Padapāṭha: bṛhaspatiḥ naḥ pari pātu paścāt uta ut-tarasmāt adharāt agha-yoḥ indraḥ purastāt uta madhyataḥ naḥ sakhā sakhi-bhyaḥ vari-vaḥ kṛṇotu]
Bṛhaspati soll uns von hinten, auch von oben [und] von unten vor dem Übelwollenden ringsum schützen; Indra von vorn und aus der Mitte; der Freund soll den Freunden Raum schaffen. [Anm.: Refrain wie 10.42.11; die Saṃhitā-Zeile ist in der Quelle gekürzt.]