Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 10

Kapitel 40: ṛgvede 10.40 · rathaṃ yāntaṃ kuha ko ha vāṃ narā prati dyumantaṃsuvitāya bhūṣati Ghoṣās Anruf an die Aśvins: Suche, Rettungstaten, Heirat

Zuerst Fragen nach dem Aufenthalt der Aśvins, dann Ghoṣā, die Königstochter, die um Hilfe bittet; es folgen Rettungstaten und Anspielungen auf Hochzeit und Ehe (Verse 9-13). Viele Verse (bes. 3, 6, 9, 10) sind sprachlich und sachlich dunkel.

rathaṃ yāntaṃ kuha ko ha vāṃ narā prati dyumantaṃsuvitāya bhūṣati / prātaryāvāṇaṃ vibhvaṃ viśe-viśevastor vastorvahamānaṃ dhiyā śami

Euren fahrenden Wagen – wo, wer, ihr Männer, macht ihn zum Wohl bereit, den glänzenden, morgens fahrenden, weitreichenden, der Tag für Tag zu jedem Stamm fährt, durch Andacht [und] im [Kult-]Werk?

Wort für Wort
ratham
Wagen (Akk. Sg.)
yāntam
fahrend (Akk. Sg.)
kuha
wo
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
ha
denn, doch
vām
euch (Gen. Du.)
narā
Männer (Vok. Du.)
prati
entgegen, hin
dyu-mantam
glänzend (Akk. Sg.)
su-vitāya
zum Wohl, zum Heil (Dat. Sg.)
bhūṣati
schmückt, macht bereit (3. Sg.)
prātaḥ-yāvāṇam
morgens fahrend (Akk. Sg.)
vi-bhvam
weitreichend (Akk. Sg.)
viśe--viśe
zu jedem Stamm (Dat. Sg.)
vastoḥ-vastoḥ
Tag für Tag (Gen./Abl.)
vahamānam
fahrend, ziehend (Akk. Sg. Part.)
dhiyā
durch Andacht, Gedanken (Instr. Sg.)
śami
im Werk, in der Kulthandlung (Lok. Sg.) [?]

kuha svid doṣā kuha vastoraśvinā kuhābhipitvaṃ karataḥkuhoṣatuḥ / ko vāṃ śayutrā vidhaveva devaraṃ maryaṃ nayoṣā kṛṇute sadhastha ā

Wo denn abends, wo morgens, ihr Aśvins? Wo halten sie Rast, wo übernachten sie? Wer holt euch beide aufs Lager wie eine Witwe den Schwager, wie eine Frau den Mann, zum gemeinsamen Sitz [?]?

Wort für Wort
kuha
wo
svit
denn
doṣā
abends (Instr./Adv.)
kuha
wo
vastoḥ
morgens (Gen./Adv.)
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
kuha
wo
abhi-pitvam
Rast, Einkehr, Ziel (Akk. Sg.)
karataḥ
sie beide machen (3. Du.)
kuha
wo
ūṣatuḥ
sie übernachteten (3. Du. Perf.)
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
vām
euch beide (Akk. Du.)
śayu-trā
auf dem Lager (Lok. Sg.) [?]
vidhavāiva
Witwe, wie (Nom. Sg. + wie)
devaram
Schwager (Akk. Sg.)
maryam
Mann (Akk. Sg.)
na
wie
yoṣā
Frau (Nom. Sg.)
kṛṇute
macht, führt (3. Sg. Med.)
sadha-sthe
zum gemeinsamen Sitz (Lok. Sg.)
ā
hin, herbei

prātarjarethe jaraṇeva kāpayā vastor-vastoryajatā gachathogṛham / kasya dhvasrā bhavathaḥ kasya vā narā rājaputrevasavanāva gachathaḥ

Am Morgen ruft ihr [?] wie zwei Rufer, mit Kāpaya [?]; Tag für Tag geht ihr, Verehrungswürdige, zum Haus. Wessen Verstäubte [?] werdet ihr, oder wessen, ihr Männer? Wie Königssöhne geht ihr zu den [Soma-]Pressungen hinunter [?].

Wort für Wort
prātaḥ
am Morgen, früh
jaretheiti
ihr beide ruft, ertönt (2. Du.) [?]
jaraṇāiva
wie zwei Rufer, Sänger (Nom. Du. + wie) [?]
kāpayā
mit Kāpaya [unklar] (Instr. Sg.) [?]
vastoḥ-vastoḥ
Tag für Tag (Gen./Abl.)
yajatā
Verehrungswürdige (Vok. Du.)
gacchathaḥ
ihr geht (2. Du.)
gṛham
Haus (Akk. Sg.)
kasya
wessen (Gen. Sg.)
dhvasrā
bestäubt, verstaubt [?] (Nom. Du.)
bhavathaḥ
ihr werdet (2. Du.)
kasya
wessen (Gen. Sg.)
vā
oder
narā
Männer (Vok. Du.)
rāja-putrāiva
wie Königssöhne (Nom. Du. + wie)
savanā
zu den Pressungen (Akk. Pl.)
ava
hinab, zu
gacchathaḥ
ihr geht (2. Du.)

yuvāṃ mṛgeva vāraṇā mṛgaṇyavo doṣā vastorhaviṣā nihvayāmahe / yuvaṃ hotrām ṛtuthā juhvate nareṣaṃ janāyavahathaḥ śubhas patī

Euch beide, wie [zwei] wilde Tiere, [rufen wir] als Wildsuchende [?] abends und morgens mit der Opfergabe herab. Euch, ihr Männer, ruft man die Anrufung zur rechten Zeit dar; ihr bringt dem Volk Labung, ihr Herren des Glanzes.

Wort für Wort
yuvām
euch beide (Akk. Du.)
mṛgāiva
wie zwei Tiere (Nom./Akk. Du. + wie)
vāraṇā
wild, abwehrend [?] (Nom./Akk. Du.)
mṛgaṇyavaḥ
nach Wild trachtend (Nom. Pl.)
doṣā
abends (Instr./Adv.)
vastoḥ
morgens (Gen./Adv.)
haviṣā
mit Opfergabe (Instr. Sg.)
ni
herab, nieder
hvayāmahe
wir rufen an (1. Pl. Med.)
yuvam
euch beide (Akk. Du.)
hotrām
Anrufung (Akk. Sg.)
ṛtu-thā
zur rechten Zeit (Adv.)
juhvate
man ruft dar (3. Pl. Med.)
narā
Männer (Vok. Du.)
iṣam
Labung, Trank (Akk. Sg.)
janāya
dem Volk (Dat. Sg.)
vahathaḥ
ihr fahrt, bringt (2. Du.)
śubhaḥ
des Glanzes (Gen. Sg.)
patī iti
Herren (Vok. Du.)

yuvāṃ ha ghoṣā paryaśvinā yatī rājña ūce duhitāpṛche vāṃ narā / bhūtaṃ me ahna uta bhūtamaktave'śvāvate rathine śaktamarvate

Ghoṣā, die junge, des Königs Tochter, sprach rings umhergehend; ich bitte euch, ihr Männer: Seid mir bei Tag und seid mir bei Nacht [Helfer]; dem Rossbesitzer, Wagenlenker, dem Rennpferd setzt Kraft ein [?].

Wort für Wort
yuvā
jung (Nom. Sg. f.)
ha
ja
ghoṣā
Ghoṣā (Nom. Sg.)
pari
rings, umher
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
yatī
gehend (Nom. Sg. f. Part.)
rājñaḥ
des Königs (Gen. Sg.)
ūce
sprach (1./3. Sg. Perf. Med.)
duhitā
Tochter (Nom. Sg.)
pṛcche
ich bitte, frage (1. Sg. Med.)
vām
euch (Akk. Du.)
narā
Männer (Vok. Du.)
bhūtam
seid (2. Du. Imp.)
me
mir (Dat.)
ahne
für den Tag (Dat. Sg.)
uta
und
bhūtam
seid (2. Du. Imp.)
aktave
für die Nacht (Dat. Inf.) [?]
aśva-vate
rossreich, Rossbesitzer (Dat. Sg.)
rathine
Wagenbesitzer, Wagenlenker (Dat. Sg.)
śaktam
setzt Kraft ein, helft (2. Du. Imp.)
arvate
Rennpferd (Dat. Sg.)

yuvaṃ kavī ṣṭhaḥ paryaśvinā rathaṃ viśo na kutsojariturnaśāyathaḥ / yuvorha makṣā paryaśvinā madhvāsā bharata niṣkṛtaṃ na yoṣaṇā

Ihr seid Seher; [wie Leute den Wagen umringen,] so wie Kutsa den Sänger erreicht ihr [?]. Euch bringt die Schnelle [?] rings Honig mit dem Mund, wie ein Weib das Hergerichtete [?]. [Anm.: Der Vers ist wörtlich kaum aufzulösen; Konstruktion und Bilder spekulativ.]

Wort für Wort
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
kavī iti
Seher, Dichter (Nom. Du.)
sthaḥ
ihr seid (2. Du.)
pari
rings, um
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
ratham
Wagen (Akk. Sg.)
viśaḥ
Stämme, Leute (Nom. Pl.)
na
wie
kutsaḥ
Kutsa (Nom. Sg.)
jarituḥ
des Sängers (Gen. Sg.)
naśāyathaḥ
ihr erreicht (2. Du.) [?]
yuvoḥ
euer (Gen. Du.)
ha
ja
makṣā
schnell, Biene [?] (Nom. Sg. f.)
pari
rings, um
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
madhu
Honig (Akk. Sg.)
āsā
mit dem Mund (Instr. Sg.)
bharata
sie bringt (3. Sg. Aor.) [?]
niḥ
heraus, aus
kṛtam
Hergerichtetes, Bestimmtes [?] (Akk. Sg.)
na
wie
yoṣaṇā
junge Frau, Weib (Nom. Sg.)

yuvaṃ ha bhujyuṃ yuvamaśvinā vaśaṃ yuvaṃ śiñjāramuśanāmupārathuḥ / yuvo rarāvā pari sakhyamāsate yuvorahamavasā sumnamā cake

Euch haben Bhujyu, euch, ihr Aśvins, Vaśa, euch Śiñjāra [und] Uśanā [Hilfe] zukommen lassen [?]. Euer Rarāvā [?] sitzt rings im Freundschaftsbund; euer Wohlwollen habe ich mit [eurem] Beistand erfleht.

Wort für Wort
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
ha
ja
bhujyum
Bhujyu (Akk. Sg.)
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
vaśam
Vaśa (Akk. Sg.)
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
śiñjāram
Śiñjāra (Akk. Sg.)
uśanām
Uśanā (Akk. Sg.)
upa
hinzu
ārathuḥ
ihr ließt zukommen, brachtet zu (2. Du. Perf.) [?]
yuvaḥ
euer (Gen. Du.)
rarāvā
Rarāvā [Spender/Brüller?] (Nom. Sg.) [?]
pari
rings, um
sakhyam
Freundschaft (Akk. Sg.)
āsate
sie sitzen (3. Pl. Med.)
yuvoḥ
euer (Gen. Du.)
aham
ich (Nom.)
avasā
mit Beistand (Instr. Sg.)
sumnam
Wohlwollen (Akk. Sg.)
ā
her, herbei
cake
ich habe erfleht (1. Sg. Perf. Med.)

yuvaṃ ha kṛśaṃ yuvamaśvinā śayuṃ yuvaṃ vidhantaṃvidhavāmuruṣyathaḥ / yuvaṃ sanibhya stanayantamaśvināpavrajamūrṇuthaḥ saptāsyam

Ihr schützt den Abgezehrten, ihr, Aśvins, den Śayu, ihr den [Gott] Verehrenden, die Witwe. Ihr deckt für die Gewinner den donnernden, siebenmündigen Pferch auf, ihr Aśvins.

Wort für Wort
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
ha
ja
kṛśam
Abgezehrten (Akk. Sg.)
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
śayum
Śayu (Akk. Sg.)
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
vidhantam
Verehrenden, Weihenden (Akk. Sg. Part.)
vidhavām
Witwe (Akk. Sg.)
uruṣyathaḥ
ihr schützt (2. Du.)
yuvam
ihr beide (Nom. Du.)
sani-bhyaḥ
für die Gewinner (Dat. Pl.)
stanayantam
donnernd (Akk. Sg. Part.)
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
apa
auf, weg
vrajam
Pferch, Stall (Akk. Sg.)
ūrṇuthaḥ
ihr deckt auf, öffnet (2. Du.)
sapta-āsyam
siebenmündig (Akk. Sg.)

janiṣṭa yoṣā patayat kanīnako vi cāruhan vīrudhodaṃsanā anu / āsmai rīyante nivaneva sindhavo 'smā ahnebhavati tat patitvanam

Die junge Frau wurde geboren; das Mädchen eilte [?]; und die Pflanzen wuchsen den Wundertaten nach empor. Zu ihm strömen sie wie Ströme in Niederungen; für diesen Tag wird das die Ehestandschaft [?]. [Anm.: PP 'aruham' ist wohl Fehler für 'aruhan' der Saṃhitā; Bezug auf Ghoṣās Heilung und Heirat plausibel, aber nicht gesichert.]

Wort für Wort
janiṣṭha
wurde geboren (3. Sg. Aor. Med.)
yoṣā
junge Frau (Nom. Sg.)
patayat
eilte, flog (3. Sg. Impf.)
kanīnakaḥ
Mädchen, Jüngling (Nom. Sg.)
vi
auseinander, empor
ca
und
aruham
sie stiegen, wuchsen (3. Pl. Aor.) [PP: aruham, vermutlich Fehler für aruhan]
vīrudhaḥ
Pflanzen (Nom. Pl.)
daṃsanāḥ
Wundertaten (Akk. Pl.)
anu
nach, entlang
ā
zu, herbei
asmai
ihm (Dat. Sg.)
rīyante
sie strömen (3. Pl. Med.)
nivanāiva
wie in Niederungen (Lok. Pl. + wie)
sindhavaḥ
Ströme (Nom. Pl.)
asmai
für ihn, diesen (Dat. Sg.)
ahne
für den Tag (Dat. Sg.) [?]
bhavati
es wird (3. Sg.)
tat
das (Nom. Sg. n.)
pati-tvanam
Gattenstand, Ehestand (Nom. Sg.) [?]

jīvaṃ rudanti vi mayante adhvare dīrghāmanu prasitindīdhiyurnaraḥ / vāmaṃ pitṛbhyo ya idaṃ samerire mayaḥpatibhyo janayaḥ pariṣvaje

Um den Lebenden weinen sie; sie tauschen [?] bei der [Kult-]Handlung; nach langer Verstrickung sind die Männer bedacht. Das Liebliche [gehört] den Vätern, die dies zusammengebracht haben; Erquickung den Gatten, die Frauen zum Umarmen [?]. [Anm.: Wohl Hochzeitsbrauch; Lesung unsicher.]

Wort für Wort
jīvam
Lebenden (Akk. Sg.)
rudanti
sie weinen (3. Pl.)
vi
auseinander, hin und her
mayante
sie tauschen (3. Pl. Med.) [?]
adhvare
bei der Weihehandlung, Kulthandlung (Lok. Sg.)
dīrghām
lang (Akk. Sg. f.)
anu
entlang, nach
pra-sitim
Verstrickung, Fessel (Akk. Sg.)
dīdhiyuḥ
sinnend, bedacht (Nom. Pl.)
naraḥ
Männer (Nom. Pl.)
vāmam
Liebliches (Nom./Akk. Sg. n.)
pitṛ-bhyaḥ
für die Väter (Dat. Pl.)
ye
die (Nom. Pl.)
idam
dies (Akk. Sg. n.)
sam-erire
sie brachten zusammen (3. Pl. Perf.)
mayaḥ
Erquickung (Nom./Akk. Sg. n.)
pati-bhyaḥ
für die Gatten (Dat. Pl.)
janayaḥ
Frauen (Nom. Pl.)
pari-svaje
zum Umarmen (Dat. Inf.)

na tasya vidma tadu ṣu pra vocata yuvā ha yad yuvatyāḥkṣeti yoniṣu / priyosriyasya vṛṣabhasya retino gṛhaṃgamemāśvinā taduśmasi

Wir kennen ihn nicht – das sagt uns deutlich: der Junge, der bei der jungen Frau in den Schößen weilt. Zum Haus des lieben Stiers, des samenreichen Bullen, möchten wir gehen, Aśvins; das wünschen wir.

Wort für Wort
na
nicht
tasya
seiner (Gen. Sg.)
vidma
wir kennen (1. Pl.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
oṃ iti
ja, wohl
su
gut, deutlich
pra
hervor
vocata
sagt (2. Pl. Aor. Imp.)
yuvā
Junge, jung (Nom. Sg.)
ha
ja
yat
der (Nom. Sg. n.)
yuvatyāḥ
der jungen Frau (Gen. Sg.)
kṣeti
er weilt, wohnt (3. Sg.)
yoniṣu
in den Schößen (Lok. Pl.)
priya-usriyasya
des lieben Stiers/Rindes (Gen. Sg.)
vṛṣabhasya
des Stiers, Bullen (Gen. Sg.)
retinaḥ
samenreich (Gen. Sg.)
gṛham
Haus (Akk. Sg.)
gamema
wir möchten gehen (1. Pl. Opt.)
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
uśmasi
wir wünschen (1. Pl.)

ā vāmagan sumatirvājinīvasū nyaśvinā hṛtsu kāmāayaṃsata / abhūtaṃ gopā mithunā śubhas patī priyāaryamṇo duryānaśīmahi

Zu euch kam [unser] Wohlwollen, ihr Reichtum an Stärke Besitzende; in den Herzen haben sich die Wünsche niedergehalten [?]. Ihr wart Hüter, als Paar, ihr Herren des Glanzes; als Lieblinge des Aryaman möchten wir die Häuser erlangen [?].

Wort für Wort
ā
her, zu
vām
euch (Akk. Du.)
agan
es kam (3. Sg. Aor.)
su-matiḥ
Wohlwollen (Nom. Sg.)
vājinīvasūitivājinī-vasū
Reichtum an Stärke habend (Vok. Du.)
ni
nieder, hinein
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
hṛt-su
in den Herzen (Lok. Pl.)
kāmāḥ
Wünsche (Nom. Pl.)
ayaṃsata
sie hielten (sich) (3. Pl. Aor. Med.) [?]
abhūtam
ihr wart (2. Du. Aor.)
gopā
Hüter (Nom. Du.)
mithunā
als Paar (Nom. Du.)
śubhaḥ
des Glanzes (Gen. Sg.)
patī iti
Herren (Vok. Du.)
priyāḥ
Liebe, Lieblinge (Nom. Pl.)
aryamṇaḥ
des Aryaman (Gen. Sg.)
duryān
Häuser (Akk. Pl.)
aśīmahi
wir möchten erlangen (1. Pl. Opt. Med.)

tā mandasānā manuṣo duroṇa ā dhattaṃ rayiṃ sahavīraṃvacasyave / kṛtaṃ tīrthaṃ suprapāṇaṃ śubhas patīsthāṇuṃ patheṣṭhāmapa durmatiṃ hatam

Diese beiden, sich erfreuend im Haus des Manu-Nachkommen, setzt Reichtum mit Männern ein für den, der Rede begehrt. Schafft eine Furt, eine gute Tränke, ihr Herren des Glanzes; den Pfahl am Weg und die Missgunst schlagt weg.

Wort für Wort
tā
diese beiden (Nom. Du.)
mandasānā
sich erfreuend (Nom. Du.)
manuṣaḥ
des Menschen, Manu-Nachkommen (Gen. Sg.)
duroṇe
im Haus (Lok. Sg.)
ā
hinein, her
dhattam
setzt, gebt (2. Du. Imp.)
rayim
Reichtum (Akk. Sg.)
saha-vīram
männerreich, mit Männern (Akk. Sg.)
vacasyave
für den Redebegehrenden (Dat. Sg.)
kṛtam
macht (2. Du. Imp.)
tīrtham
Furt (Akk. Sg.)
su-prapānam
gute Tränke (Akk. Sg.)
śubhaḥ
des Glanzes (Gen. Sg.)
patī iti
Herren (Vok. Du.)
sthāṇum
Pfahl, Stumpf (Akk. Sg.)
pathe--sthām
am Weg stehend (Akk. Sg.)
apa
weg
duḥ-matim
Missgunst, böser Sinn (Akk. Sg.)
hatam
schlagt (2. Du. Imp.)

kva svidadya katamāsvaśvinā vikṣu dasrā mādayeteśubhas patī / ka īṃ ni yeme katamasya jagmaturviprasya vāyajamānasya vā gṛham

Wo denn heute, in welchen Stämmen, Aśvins, ihr Wundertäter, erfreut ihr euch, ihr Herren des Glanzes? Wer hat euch festgehalten? Zu wessen Haus seid ihr gegangen, des Sehers oder des [Weihehandlung] Veranstaltenden?

Wort für Wort
kva
wo
svit
denn
adya
heute
katamāsu
in welchen (Lok. Pl. f.)
aśvinā
Aśvins (Vok. Du.)
vikṣu
in den Stämmen (Lok. Pl.)
dasrā
Wundertäter (Vok. Du.)
mādayeteiti
ihr erfreut euch (3. Du. Med.)
śubhaḥ
des Glanzes (Gen. Sg.)
patī iti
Herren (Vok. Du.)
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
īm
euch beide (Akk. Du.)
ni
fest, nieder
yeme
er hielt (3. Sg. Perf. Med.)
katamasya
wessen (Gen. Sg.)
jagmatuḥ
ihr seid gegangen (3. Du. Perf.)
viprasya
des Sehers (Gen. Sg.)
vā
oder
yajamānasya
des Weihehandlung-Veranstalters (Gen. Sg.)
vā
oder
gṛham
Haus (Akk. Sg.)

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks