Kapitel 27: ṛgvede 10.27 · asat su me jaritaḥ sābhivego yat sunvate yajamanaya śikṣam
Indras Rede: Kampfprahlerei und Rätselbilder
Lied aus Reden Indras (?) mit Kampfprahlerei, Rätselversen und schwer deutbaren Bildern (Verse 10-24); die Sprecher und Bezüge sind oft unklar. Übersetzung hier vorsichtig, mit vielen Markierungen.
asat su me jaritaḥ sābhivego yat sunvate yajamanaya śikṣam / anāśīrdāmahamasmi prahantā satyadhvṛtaṃ vṛjināyantamābhum
Das soll mir, Sänger, jener Ansturm sein, wenn ich dem Soma pressenden Verehrer helfe [?]. / Ich bin einer, der [von Bittenden] keinen Segenswunsch erfüllt [?], ein Niederschläger des Wahrheit-Schädigers, des Ränke-Gehenden, des Ābhu [?].
yadīdahaṃ yudhaye saṃnayānyadevayūn tanvāśūśujānān / amā te tumraṃ vṛṣabhaṃ pacāni tīvraṃsutaṃ pañcadaśaṃ ni ṣiñcam
Wenn ich zum Kampf zusammenführe die Götter-Unliebenden, mit dem Körper prahlend, / dann koche ich dir mit Wucht einen kräftigen Stier [?], den fünfzehnten, den scharfen Soma gieße ich ein.
nāhaṃ taṃ veda ya iti bravītyadevayūn samaraṇejaghanvān / yadāvākhyat samaraṇam ṛghāvadādid dha mevṛṣabhā pra bruvanti
Ich kenne den nicht, der so spricht: 'Die Götter-Unliebenden habe ich im Kampf erschlagen.' / Wenn er im Kampf [Kampf] berichtet hat, feierlich, dann erst sagen mir die Stiere [es] heraus.
yadajñāteṣu vṛjaneṣvāsaṃ viśve sato maghavāno maāsan / jināmi vet kṣema ā santamābhuṃ pra taṃkṣiṇāṃ parvate pādagṛhya
Als ich in unbekannten Weiten war, waren alle Freigebigen mir [Helfer]. / Ich verletze aber [den Ābhu], der im sicheren Sitz sich befindet [?]; den [treibe] ich hinaus, den Vertriebenen, am Berg beim Fuße packend [?].
na vā u māṃ vṛjane vārayante na parvatāso yadahammanasye / mama svanāt kṛdhukarṇo bhayāta evedanu dyūnkiraṇaḥ samejāt
Nicht halten mich im Gedränge ab, nicht die Berge, wenn ich es mir vornehme. / Vor meinem Getöse zittert der Ohrspalter [?] aus Furcht, wie Staub [?] [lässt] er hinterher die Tage [erbeben] [?].
Ich sah nun hier die Gekochtes-Trinker, die Indra-Losen, die Arm-Verdecker, beim Pfeil [?] Zitternden, / die den Freund Ghṛṣu schmähten; doch wandten sich ihre Pfeile [?] gegen sie selbst [?].
abhūrvaukṣīrvyu āyurānaḍ darṣan nu pūrvo aparonu darṣat / dve pavaste pari taṃ na bhūto yo asya pārerajaso viveṣa
Du bist geworden, du hast gewachsen [?]; das Leben erreichte er; der Frühere wagt, der Spätere wagt. / Zwei Reiniger [?] wurden nicht [genommen]; wer dieses Rajas Jenseitiges betrat [?].
Die Rinder fraßen die Gerste, die freigelassenen, des Fremden [?]; ich sah sie mit dem Hirten zusammen weiden. / Die Rufe des Fremden [?] kamen von allen Seiten zusammen; wie weit wird der Hausherr sich ihnen [gnädig] zeigen? [?]
Wenn ich und ihr die Grasfresser unter den Leuten [seid], ich, der Gerstefresser, in der weiten Flur [?], / dann verlange der Angeschirrte einen Retter; und der Ungeschirrte soll anschirren, der Gewinner.
atredu me maṃsase satyamuktaṃ dvipācca yaccatuṣpātsaṃsṛjāni / strībhiryo atra vṛṣaṇaṃ pṛtanyādayuddhoasya vi bhajāni vedaḥ
Hier fürwahr denkst du, dass ich Wahres gesagt habe: Alles Zweifüßige und was Vierfüßig ist, bringe ich zusammen. / Wer hier mit Frauen den Stier bekämpft [?], soll unkämpferisch sein; ich teile sein Vermögen auf.
yasyānakṣā duhitā jātvāsa kastāṃ vidvānabhimanyāte andhām / kataro meniṃ prati taṃ mucāte ya īṃvahāte ya īṃ vā vareyāt
Wessen Tochter blind [?] je war — wer kennt sie und gedenkt [ihrer] als Blinde? / Welcher von beiden soll den Hochzeitszug für sie ablösen [?], wer sie heimführt, oder wer sie [sich] erwählt? [Rätselvers, Sinn unsicher]
Wie groß ist das Weib der Männer-Begehrenden, vollauf lieb durch käuflichen Preis [?]? / Eine Gute wird die Braut, wenn sie schöngestaltet ist; sie erwählt sich selbst den Freund, sogar unter den Leuten.
Wort für Wort
kiyatī
wie groß (Nom. Sg. f.)
yoṣā
Frau (Nom. Sg.)
maryataḥ
des Mannes/Sterblichen (Gen. Sg.)
vadhū-yoḥ
der Männer-Begehrenden/Freiwerber (Gen. Du.) [?]
pari-prītā
ganz zufriedengestellt (Nom. Sg. f.)
panyasā
durch Kaufpreis/Wert (Instr. Sg.) [?]
vāryeṇa
von Wahl/wählbar [?] (Instr. Sg.)
bhadrā
gute (Nom. Sg. f.)
vadhūḥ
Braut (Nom. Sg.)
bhavati
sie wird (3. Sg. Präs.)
yat
wenn
su-peśāḥ
schöngestaltet (Nom. Sg. f.)
svayam
selbst (Adv.)
sā
sie (Nom. Sg. f.)
mitram
Freund (Akk. Sg.)
vanutejanecit
sie erwählt (3. Sg. Präs. Med.) und unter den Leuten sogar [Text als ein Token]
Mit dem Fuß [?] verschlang er das Entgegenkommende, er isst; mit dem Kopf fügte er den Kopf, den Schutz [?], zurück. / Sitzend zermürbt er das Aufwärts-Gerichtete im Schoß, abwärts folgt er der ausgebreiteten Erde.
Groß, schattenlos, blattlos [?] stand das Ross [?]; die Mutter, gelöst, isst den Keim. / Der anderen Kalb leckend hat sie [es] gemessen [?]; auf welcher Erde legte die Milchkuh das Euter nieder? [Rätselvers; Deutung unsicher]
sapta vīrāso adharādudāyannaṣṭottarāttāt samajagmiran te / nava paścātāt sthivimanta āyan daśa prāksānu vi tirantyaśnaḥ
Sieben Helden stiegen von unten auf, acht kamen von oben her zusammen, jene; / neun kamen von hinten, mit Standfestigkeit versehen; zehn ziehen vorn [?] den Rücken entlang, [sie], die Essenden [?]. [Zählrätsel; Deutung unsicher]
Von den Zehn ist einer der rötliche, gleich, ihn treiben sie für die Kraft zum Ziel [?]. / Die Mutter trägt die wohlgesetzte Leibesfrucht an den Flanken, [ihn] beruhigend, den Unzufriedenen [?].
Wort für Wort
daśānām
von den Zehn (Gen. Pl.)
ekam
einer (Nom. Sg.)
kapilam
rötlich/falb (Nom. Sg.)
samānam
gleich (Nom. Sg.)
tam
ihn (Akk.)
hinvanti
sie treiben (3. Pl. Präs.)
kratave
zur Kraft/Einsicht (Dat. Sg.)
pāryāya
zum Ziel/Jenseitigen (Dat. Sg.) [?]
gabharm
Leibesfrucht (Akk. Sg.) [Tippfehler im PP: gabharm]
mātā
Mutter (Nom. Sg.)
su-dhitam
wohlgesetzt (Akk. Sg.)
vakṣaṇāsu
an den Flanken/Rippen (Lok. Pl.) [?]
avenantam
den nicht Zufriedenen/nicht Ermunterten (Akk. Sg.) [?]
Den fetten Widder kochten die Helden; die Würfel, hingeworfen, lagen am Spielplatz [?]. / Der zwei, den großen Bogen [?] im Wasser, mit Läuterern versehen, wandeln, läuternd. [Rätsel, Deutung unsicher]
vi krośanāso viṣvañca āyan pacāti nemo nahi pakṣadardhaḥ / ayaṃ me devaḥ savitā tadāha drvanna id vanavatsarpirannaḥ
Aufschreiend zogen sie auseinander [nach allen Seiten]; der Kocher [?] kocht; er kocht nicht die Hälfte [?]. / Dieser mein Gott Savitṛ hat das gesagt: der Holz-Esser ('Feuer') soll [es] genießen, der Schmalz-Esser soll [es] genießen [?].
Ich sah einen Wagenzug [?], der von fern fährt, mit rad-losem Eigenrecht [?] rollend. / Der Herr hängt sich an die Joche der Leute; er, der Neueste, richtet das Zeugungsglied zugrunde [?].
etau me gāvau pramarasya yuktau mo ṣu pra sedhīrmuhurinmamandhi / āpaścidasya vi naśantyarthaṃ sūraśca markauparo babhūvān
Diese beiden Rinder, angeschirrt, gehören dem Pramara [?]; halte sie nicht auf; du sollst mich immer wieder beruhigen [?]. / Sogar die Wasser kommen wegen seiner Sache [?] auseinander; und die Sonne wurde ein Schwächling, ein Späterer [?]. [unsicher]
Dieser Donnerkeil hier, vielfach gedreht, [reicht] herab unter die große Sonne, aus dem Kot [?]. / Ruhm [ist] ihm, dieser; ein Anderes ist jenseits; das überwinden die Unermüdlichen, Alternden [?].
vṛkṣe-vṛkṣe niyatā mīmayad gaustato vayaḥ pra patānpuruṣādaḥ / athedaṃ viśvaṃ bhuvanaṃ bhayāta idrāyasunvad ṛṣaye ca śikṣat
An jedem Baum brüllt das Rind [?], zurückgehalten; von dort flogen die Vögel weg, die Menschen-Fresser. / Dann fürchtet sich diese ganze Welt; er soll dem Indra Pressenden und dem Seher Kraft geben [?].
Wort für Wort
vṛkṣe--vṛkṣe
an Baum um Baum (Lok. Sg. Distrib.)
ni-yatā
zurückgehalten/festgebunden (Nom. Sg. f.)
mīmayat
sie brüllte/machte brüllen (3. Sg. Aor. Kaus.) [?]
Im Maß der Götter standen die Ersten; vom Schneiden [?] stiegen ihre Späteren auf. / Drei erhitzen die Erde, zwei Wasserbewohner [?] tragen den Braunen, den Kot [?]. [unsicher]
sā te jīvāturuta tasya viddhi ma smaitādṛgapa gūhaḥsamarye / aviḥ svaḥ kṛṇute gūhate busaṃ sa pādurasyanirṇijo na mucyate
Dies ist dein Lebensmittel; und wisse davon; verbirg [es] nicht so im Kampf. / Offen macht er sein Eigenes, verbirgt die Spreu; dieser Schuh [?] des Reinigers wird nicht [davon] losgelassen. [Deutung unsicher]