Kapitel 55: ṛgvede 10.55 · dūre tan nāma guhyaṃ parācairyat tvā bhīte ahvayetāṃvayodhai
Der verborgene Name des Gottes und seine Taten
Rätselhaftes Lied über den großen, verborgenen Namen eines Gottes (der Handlungsträger ist Indra, „Maghavan“ und „Keulenträger“), über das alte Licht, die Zahlen fünf, sieben und vierunddreißig sowie über Werk und Götter. Vielfach dunkel; die Ebenen (kosmisch/ritual/mythisch) bleiben offen.
Fern ist jener verborgene Name, den (dir) die Abgewandten [?] (gaben), als dich die beiden Verängstigten riefen, um Lebenskraft zu verleihen [?]. Du stütztest empor Erde und Himmel in der Nähe [Anm.: abhīke auch ‚im Kampf‘], (du) Maghavan, erstarkend gegenüber den Söhnen des Bruders [?].
Groß ist jener verborgene Name, vielfach berührend/vielbegehrt [?], durch den du das Gewordene erzeugtest, durch den das Künftige; das alte, geborene Licht, das sein Liebes ist: die Lieben (Fem.) traten darin zusammen ein, die fünf [?].
Er erfüllte die beiden Welten und die Mitte; die fünf Götter, jahreszeitlich [?] je sieben und sieben, überschaut er auf vielfache Weise mit vierunddreißig, mit dem gleichgestalteten, gesetzmäßig wirkenden [?] Licht. [Anm.: Zahlenrätsel; 34 evtl. Rippen/Zügel/Götter, spekulativ.]
Wort für Wort
ā
hin/über
rodasī iti
die beiden Welten (Akk. Du.)
apṛṇāt
er erfüllte (3. Sg. Impf.)
ā
und
uta
auch
madhyam
Mitte (Akk. Sg.)
pañca
fünf
devān
Götter (Akk. Pl.)
ṛtu-śaḥ
jahreszeitenweise/der Reihe nach [?]
sapta-sapta
je sieben (und sieben)
catuḥ-tri ṃśatā
mit vierunddreißig (Instr. Sg.)
purudhā
vielfach
vi
auseinander/hin
caṣṭe
er überschaut (3. Sg. Präs. Med.)
sa-rūpeṇa
mit gleichgestaltetem (Instr. Sg. n.)
jyotiṣā
Licht (Instr. Sg.)
vi-vratena
mit dem nicht auseinandergehenden/gleichwirkenden (Instr. Sg. n.) [?]
Als du, Morgenröte, aufleuchtetest, als erste der Strahlungen, wodurch du das Kräftigere des Kräftigen erzeugtest; was deine Schwesterschaft (Verwandtschaft) ist, die untere der fernen (Schwester); groß ist, von der Großen her, das eine Asura-Wesen [Anm.: asuratva = Herrscher-/Herrenmacht, kein ‚Dämonentum‘].
Den Vidhu(?) [?], der in der Versammlung vieler dahinlief, ihn, der jung war, verschlang der Graue. Sieh des Gottes Dichterkraft in ihrer Größe: heute ist er gestorben, gestern atmete er. [Anm.: Rätsel; ritual/kosmisch (Tag/Sonne), plausibel; ‚der Graue‘ = Zeit/Alter, spekulativ.]
śākmanā śāko aruṇaḥ suparṇa ā yo mahaḥ śūraḥsanādanīḷaḥ / yacciketa satyamit tan na moghaṃ vasuspārhamuta jetota dātā
Mit Kraft (ist er) der Kräftige, rötlich, schön Beflügelte, der von jeher als großer Held ohne festes Nest [?] ist; was er erkannt hat, das ist wahrlich wahr, nicht leer: begehrenswertes Gut; er ist ebenso Gewinner wie Geber.
Von diesen (Kräften) nahm er die Stierkräfte, die Mannestaten, mit denen sich der Keulenträger zur Vṛtra-Tötung salbte/stärkte [?]; (nämlich) die, die Götter, die durch die Größe des gerade getanen Werkes ohne (weiteres) Werk emporgeboren wurden [?].
Mit dem Gefährten Werke erzeugend, der Allkräftige, der Schmähung-Töter, allbeseelt, der Überwältiger von Schnellen: als er vom Soma getrunken hatte und vom Himmel her erstarkte, blies der Held im Kampf die Dasyus hinaus.