Kapitel 132: ṛgvede 10.132 · ījānamid dyaurgūrtāvasurījānaṃ bhūmirabhiprabhūṣaṇi
An die Aśvins sowie Mitra und Varuṇa; Bitte um Schutz vor Unheil
Schwer verständliches Lied an die Aśvins und Mitra-Varuṇa: Förderung des Verehrers, Bitte um Überwindung der Unholde und Rettung aus Not (Erwähnung der Ṛṣis Nṛmedha und Sumedha). Die Verse 3–5 und 7 sind im Wortlaut sehr dunkel, alle Übersetzungen dort sind tastend.
Den Verehrer [Anm.: īj-āna ‚der die Verehrungshandlung vollzogen hat‘] hat fürwahr der Himmel, dessen Gut willkommen ist, den Verehrer die Erde, die (ihn) schmückt [?], den Verehrer haben die beiden göttlichen Aśvins mit Gunst gefördert.
Euch beide, Mitra und Varuṇa, die Wohnstätten Tragende, von guter Gunst, verehren wir mit Antrieb [?]; zu eurem Tun mögen wir durch Freundschaften die Unholde überwinden.
adhā cin nu yad didhiṣāmahe vāmabhi priyaṃ rekṇaḥpatyamānāḥ / dadvān vā yat puṣyati rekṇaḥ saṃ vārannakirasya maghāni
Und nun, wenn wir für euch beide das Liebe setzen [?], als Gebieter über das Erbgut waltend, oder wenn der Gebende das Erbgut mehrt: so erreicht keiner seine Gaben [?]. [Anm.: rekṇas ‚Erbe, Hinterlassenes‘; Sinn des Gefüges unsicher.]
Jener andere, Asura, wird [?] als Himmel erzeugt/angetrieben; du, Varuṇa, bist König über alle. Das Haupt des Wagens hat er begehrt [?]; nicht mit so großem Vergehen [?], der Todbringende, Schädiger. [Anm.: Pādas c–d unsicher.]
asmin svetacchakapūta eno hite mitre nigatān hanti vīrān / avorvā yad dhāt tanūṣvavaḥ priyāsu yajñiyāsvarvā
Bei diesem hier [?] — dies Vergehen, kraftgeläutert [?] — erschlägt (es), wenn Mitra freundlich gesetzt ist, die Männer, die (hinein)gegangen sind; oder wenn der Renner in die lieben, verehrungswürdigen Leiber Hilfe gesetzt hat. [Anm.: Vers wörtlich fast unverständlich; Übersetzung ist ein Ansatz.]
Wort für Wort
asmin
in diesem (Lok. Sg.)
su
wohl/gut (Partikel)
etat
dies (Akk. Sg. n.)
śaka-pūte
kraftgeläutert [?] (Lok. Sg.)
enaḥ
Vergehen (Nom. Sg.)
hite
der freundlich Gesetzte (Lok. Sg.)
mitre
in Mitra (Lok. Sg.)
ni-gatān
hineingegangene (Akk. Pl.)
hanti
erschlägt (3. Sg.)
vīrān
Männer (Akk. Pl.)
avoḥ
des Beistands/der Hilfe (Gen. Sg.) [?]
vā
oder (Partikel)
yat
wenn (Konj.)
dhāt
hat gesetzt (Aor. 3. Sg.)
tanūṣu
in die Leiber (Lok. Pl.)
avaḥ
Hilfe (Akk. Sg.)
priyāsuyajñiyāsv arvā
in die lieben, verehrungswürdigen; Renner (Lok. Pl. + Nom. Sg.) [Text verderbt im PP]
Denn eure Mutter ist Aditi, ihr Weitsichtigen; wie der Himmel (so) hat/soll die Erde mit Milch [oder: Wasser] gereinigt [?] (werden). Weist das Liebe zu [?]; wie die Sonne mit Strahlen reinigt sie [?]. [Anm.: pupūtani und didiṣṭana unsicher.]
Denn ihr beide, Herrscher über die Flur [?], habt euch gesetzt, wie (auf) einen stehenden Wagen, auf dem Joch sitzend, im Holz sitzend [?]. Sie (die Frauen [?]), uns fördernd [?]: Nṛmedha hat aus Not hinübergebracht, Sumedha hat aus Not hinübergebracht. [Anm.: kaṇūkayantīḥ und das Bild der ersten Hälfte unklar; Nṛmedha und Sumedha wohl die Ṛṣis.]