Kapitel 169: ṛgvede 10.169 · mayobhūrvāto abhi vātūsrā ūrjasvatīroṣadhīrāriśantām
Bitte um Wohlergehen der Kühe (Rudra, Parjanya, Prajāpati)
Segenslied für die Rinderherde: Wind, Rudra, Parjanya und Prajāpati sollen die Kühe gedeihen und in den Stall kommen lassen. Unklar ist in V. 3 die Form rirīhi (√rih 'lecken') und die Konstruktion von tanvam airayanta.
Wohltuend wehe der Wind zu den Kühen hin; / die kraftvollen Kräuter sollen sie abweiden; / fett [pīvasvatīḥ], lebensnährend [jīvadhanyāḥ: eig. 'Lebensgut/Lebenszehrung habend' [?]] sollen sie trinken. / Zur Rast für das Vieh [wörtl. 'das Füße Habende'], Rudra, sei gnädig.
Die [Kühe], die gleichgestaltig, verschiedengestaltig, einfarbig sind, / deren Namen Agni durch [sein] Verlangen [iṣṭyā: 'Wunsch/Begehren', auch 'Verehrung'] kennt, / die die Aṅgiras hier durch [ihre] Glut geschaffen haben: / ihnen, Parjanya, gewähre große Zuflucht.
Die [Kühe], die unter den Göttern ihren Leib in Bewegung setzten [Anm.: Sinn unsicher [?]], / deren sämtliche Gestalten Soma kennt: / sie, für uns von Milch strotzend, mit Nachkommen versehen, / [liebkose/lecke sie] im Kuhstall, Indra [?] [Anm.: rirīhi wörtlich 'lecke'; Konstruktion unsicher].
Prajāpati, sie mir gönnend / einträchtig mit allen Göttern und Vätern: / als freundliche [Kühe] hat er sie zu unserem Kuhstall hergebracht. / Mit deren Nachkommenschaft wollen wir uns zusammenfinden.
Wort für Wort
prajāpatiḥ
Prajāpati (Nom. Sg.)
mahyam
mir (Dat. Sg.)
etāḥ
diese (Akk. Pl. f.)
rarāṇaḥ
gönnend, schenkend (Nom. Sg. Part. Med.)
viśvaiḥ
mit allen (Instr. Pl.)
devaiḥ
Göttern (Instr. Pl.)
pitṛ-bhiḥ
Vätern (Instr. Pl.)
sam-vidānaḥ
einig, einverstanden (Nom. Sg.)
śivāḥ
freundliche (Akk. Pl. f.)
satīḥ
seiend (Akk. Pl. f. Part.)
upa
hin, zu
naḥ
uns (Gen./Dat. Pl.)
go--stham
Kuhstall (Akk. Sg.)
ā
herbei
akar ity akaḥ
er hat gemacht, gebracht (3. Sg. Aor.)
tāsām
deren (Gen. Pl. f.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
pra-jayā
mit Nachkommenschaft (Instr. Sg.)
sam
zusammen
sadema
wir wollen uns niederlassen, beisammen sein (1. Pl. Opt.)