Kapitel 128: ṛgvede 10.128 · mamāgne varco vihaveṣvastu vayaṃ tvendhānāstanvampuṣema
Bitte um Glanz und Sieg über Gegner (Agni und Götter)
Lied eines Beters, der für sich Glanz, göttlichen Beistand, Schutz vor Verfehlung und Sieg über Feinde und Nebenbuhler erbittet; Agni, die Götterscharen, Soma und Indra werden angerufen. Vers 6 (nigutaḥ, prabudhām) und 7 (Konstruktion, nyarthāt) sind schwierig.
Mein sei, Agni, der Glanz in den Anrufungen (Wettstreiten); wir, dich entzündend, wollen unseren Leib gedeihen lassen. Mir sollen sich die vier Himmelsrichtungen neigen; mit dir als Aufseher wollen wir die Heerhaufen besiegen.
mama devā vihave santu sarva indravanto maruto viṣṇuragniḥ / mamāntarikṣamurulokamastu mahyaṃ vātaḥ pavatāṃkāme asmin
Meine sollen im Anruf alle Götter sein, die Maruts mit Indra, Viṣṇu, Agni; mein sei der Luftraum mit weitem Raum; für mich soll der Wind wehen in diesem Wunsch.
Bei mir sollen die Götter Gut zuwenden [Anm.: ā yaj ‚zu mir hin verehren/geben‘]; bei mir sei Segenswunsch, bei mir der Götteranruf; die göttlichen Anrufer, die früheren, sollen siegen; unversehrt, mit tüchtigen Männern wollen wir am Leib sein.
mahyaṃ yajantu mama yāni havyākūtiḥ satyā manaso me astu / eno mā ni gāṃ katamaccanāhaṃ viśve devāso adhivocatā naḥ
Für mich sollen sie verehren, was meine Darbringungen sind; wahr sei mir der Vorsatz des Geistes. Keine Verfehlung, welche auch immer, möge ich begehen; All-Götter, tretet für uns ein [Anm.: adhi vac ‚fürsprechen, für uns sprechen‘].
Ihr göttlichen sechs Weiten, schafft uns Raum; All-Götter, erweist euch hier als Männer; nicht sollen wir um Nachkommenschaft, nicht um unsere Leiber kommen, nicht dem Feind ausgeliefert werden, König Soma. [Anm.: die ‚sechs Weiten‘ vermutlich die Raumrichtungen, plausibel.]
Wort für Wort
devīḥ
Göttinnen (Akk./Nom. Pl.)
ṣaṭ
sechs
urvīḥ
weite (Nom. Pl. f.)
uru
Weite/Raum (Akk. Sg. n.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
kṛṇota
schafft (Imp. 2. Pl.)
viśve
All- (Nom. Pl.)
devāsaḥ
Götter (Nom. Pl.)
iha
hier
vīrayadhvam
erweist euch als Männer/Helden (Imp. Med. 2. Pl.)
mā
nicht (Verbot)
hāsmahi
sollen wir verlassen werden (Aor. Pass./Med. 1. Pl.)
pra-jayā
durch/von Nachkommenschaft (Instr. Sg.)
mā
nicht (Verbot)
tanūbhiḥ
von Leibern (Instr. Pl.)
mā
nicht (Verbot)
radhāma
sollen wir ausgeliefert werden (Aor. Konj. 1. Pl.)
agne manyuṃ pratinudan pareṣāmadabdho gopāḥ pari pāhi nastvam / pratyañco yantu nigutaḥ punaste 'maiṣāṃ cittamprabudhāṃ vi neśat
Agni, den Zorn der Feinde zurückstoßend, unbetrogen, als Hüter schütze du uns ringsum. Zurückgewandt sollen die Bedränger [?] gehen, wieder zu dir; gemeinsam soll ihr Sinn, (der) der Wachen [?], zerstieben. [Anm.: nigutaḥ und prabudhām unsicher.]
Dhātar, der Ordner der Ordner, der der Herr der Welt ist, der göttliche Retter, Bezwinger der Nachstellung, dazu beide Aśvin, Bṛhaspati: die Götter sollen diese Weihehandlung und den Verehrenden vor Not schützen. [Anm.: Satzbau locker, die Nennung der Götter ist Aufzählung.]
uruvyacā no mahiṣaḥ śarma yaṃsadasmin have puruhūtaḥpurukṣuḥ / sa naḥ prajāyai haryaśva mṛḷayendra mā norīriṣo mā parā dāḥ
Der Weitumfassende, der Mächtige, soll uns Schutz reichen bei diesem Anruf, der Vielgerufene, Vielbesitzende; er, Falbenlenker, sei gnädig unserer Nachkommenschaft, Indra; schade uns nicht, gib uns nicht preis.
ye naḥ sapatnā apa te bhavantvindrāgnibhyāmava bādhāmahetān / vasavo rudrā ādityā uparispṛśaṃ mograṃ cettāramadhirājamakran
Die uns Nebenbuhler sind, sollen fort sein; mit Indra und Agni stoßen wir sie nieder. Vasus, Rudras, Ādityas haben mich zum obenan reichenden, gewaltigen, einsichtigen Oberherrscher gemacht.