Ṛgveda · Maṇḍala 10
Kapitel 145: ṛgvede 10.145 · imāṃ khanāmyoṣadhiṃ vīrudhaṃ balavattamām
Zauber einer Frau gegen die Mitfrau
Liebes-/Eifersuchtszauber: Eine Frau gräbt eine Pflanze aus, um die Nebenfrau zu vertreiben und den Gatten für sich allein zu gewinnen. Der Text nennt das Vorhaben ausdrücklich; kein Deutungsproblem außer einzelnen Formen (uttare, Vers 3).
imāṃ khanāmyoṣadhiṃ vīrudhaṃ balavattamām / yayāsapatnīṃ bādhate yayā saṃvindate patim
Diese Pflanze, dieses Kraut, das kraftvollste, grabe ich aus, durch die man die Mitfrau verdrängt, durch die man den Gatten gewinnt.
Wort für Wort imām diese (Akk. Sg. f.) khanāmi ich grabe (1. Sg.) oṣadhim Pflanze (Akk. Sg.) vīrudham Kraut (Akk. Sg.) balavat-tamām die kraftvollste (Akk. Sg. f.) yayā durch die (Instr. Sg. f.) sa-patnīm Mitfrau (Akk. Sg.) bādhate sie verdrängt (3. Sg. Med.) yayā durch die (Instr. Sg. f.) sam-vindate sie gewinnt (3. Sg. Med.) patim Gatten (Akk. Sg.) uttānaparṇe subhage devajūte sahasvati / sapatnīṃ me parādhama patiṃ me kevalaṃ kuru
Du mit ausgebreiteten Blättern, glückbringende, von den Göttern getriebene, kraftvolle: blase mir die Mitfrau fort, mache mir den Gatten zu meinem alleinigen.
Wort für Wort uttāna-parṇe mit ausgebreiteten Blättern (Vok. Sg. f.) su-bhage glückbringend (Vok. Sg. f.) deva-jūte von den Göttern getrieben (Vok. Sg. f.) sahasvati kraftvoll (Vok. Sg. f.) sa-patnīm Mitfrau (Akk. Sg.) me mir (Dat. Sg.) parā weg (Präverb) dhama blase (2. Sg. Imp.) patim Gatten (Akk. Sg.) me mir (Dat. Sg.) kevalam allein/ganz (Akk. Sg.) kuru mache (2. Sg. Imp.) uttarāhamuttara uttareduttarābhyaḥ / athā sapatnī yāmamādharā sādharābhyaḥ
Ich (bin) die Höhere, höher als die Höheren [?]; und die Mitfrau, die mir gegenüber (steht), (ist) die Niedrigere, niedriger als die Niedrigen.
Wort für Wort ut-tarā höhere (Nom. Sg. f.) aham ich (Nom. Sg.) ut-tare höher (Lok./Dat. Sg.) [?] ut-tarā höhere (Nom. Sg. f.) it nur/gewiß (Partikel) ut-tarābhyaḥ als die Höheren (Abl. Pl.) atha und dann sa-patnī Mitfrau (Nom. Sg.) yā die (Nom. Sg. f.) mama mir gegenüber/meine (Gen. Sg.) adharā niedrigere (Nom. Sg. f.) sā sie (Nom. Sg. f.) adharābhyaḥ als die Niedrigen (Abl. Pl.) nahyasyā nāma gṛbhṇāmi no asmin ramate jane / parāmevaparāvataṃ sapatnīṃ gamayāmasi
Denn ihren Namen nehme ich nicht (in den Mund); nicht freut sie sich an diesem Kreis. In die Ferne, ganz weit fort lassen wir die Mitfrau gehen.
Wort für Wort nahi denn nicht asyāḥ ihren (Gen. Sg. f.) nāma Namen (Akk. Sg.) gṛbhṇāmi ich nehme (1. Sg.) no iti auch nicht asmin in diesem (Lok. Sg.) ramate sie freut sich (3. Sg. Med.) jane Volk/Kreis (Lok. Sg.) parām in die Ferne (Akk. Sg. f.) eva ganz (Partikel) parāvatam weit fort (Akk. Sg.) sa-patnīm Mitfrau (Akk. Sg.) gamayāmasi wir lassen gehen (1. Pl. Kaus.) ahamasmi sahamānātha tvamasi sāsahiḥ / ubhe sahasvatībhūtvī sapatnīṃ me sahāvahai
Ich bin die Überwältigende, und du bist die Überwinderin; wir beide, kraftvoll geworden, wollen meine Mitfrau überwältigen [?].
Wort für Wort aham ich (Nom. Sg.) asmi ich bin (1. Sg.) sahamānā überwältigend (Nom. Sg. f.) atha und tvam du (Nom. Sg.) asi du bist (2. Sg.) sasahiḥ Überwinderin (Nom. Sg. f.) ubhe iti beide (Nom. Du. f.) sahasvatī iti kraftvoll (Nom. Du. f.) bhūtvī geworden (Part. Nom. Du. f.) sa-ptnīm Mitfrau (Akk. Sg.) [Quelltext saptnīm] me meine (Gen. Sg.) sahāvahai wir wollen überwältigen (1. Du. Konj.) [?] upa te 'dhāṃ sahamānāmabhi tvādhāṃ sahīyasā / māmanupra te mano vatsaṃ gauriva dhāvatu pathā vāriva dhāvatu
Ich habe die Überwältigende (Pflanze) an dich gelegt, mit der noch Überwältigenderen habe ich dich bedeckt [?]. Dein Sinn soll mir nachlaufen, wie die Kuh dem Kalb, wie Wasser auf dem Pfad soll er laufen.
Wort für Wort upa an (Präverb) te dir (Dat. Sg.) adhām ich legte (1. Sg. Aor.) sahamānām überwältigend (Akk. Sg. f.) abhi über (Präverb) tvā dich (Akk. Sg.) adhām ich legte (1. Sg. Aor.) sahīyasā mit der Überwältigenderen (Instr. Sg. f.) mām mir (Akk. Sg.) anu nach (Präverb) pra hin (Präverb) te dein (Gen. Sg.) manaḥ Sinn (Nom. Sg.) vatsam Kalb (Akk. Sg.) gauḥ-iva wie eine Kuh (Nom. Sg.) dhāvatu er soll laufen (3. Sg. Imp.) pathā auf dem Pfad (Instr. Sg.) vāḥ-iva wie Wasser (Nom. Pl.) dhāvatu er soll laufen (3. Sg. Imp.)
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