Kapitel 14: ṛgvede 10.14 · pareyivāṃsaṃ pravato mahīranu bahubhyaḥ panthāmanupaspaśanam
Geleit des Toten zu Yama und den Vätern
Bestattungsnahes Lied: Anruf Yamas als ersten Wegfinders der Toten, Einladung an ihn und die Väter zur Streu, Geleit des Toten an den beiden Hunden vorbei und Gabendarbringung an Yama; Vers 16 ist rätselhaft.
Dem, der über die großen Abhänge hinweggegangen ist und den Weg für viele erspäht, dem Sohn des Vivasvat, dem Sammelplatz der Menschen, / Yama, dem König, diene mit der Opfergabe.
yamo no gātuṃ prathamo viveda naiṣa gavyūtirapabhartavā u / yatrā naḥ pūrve pitaraḥ pareyurenā jajñānāḥpathyā anu svāḥ
Yama hat uns als Erster den Weg gefunden; diese Weide ist nicht wegzunehmen. / Wohin unsere früheren Väter gegangen sind, dorthin (gehen) die Geborenen auf ihren eigenen Pfaden. [Anm.: gavyūti 'Weideland, Wegstrecke'; go hier nur als Bestandteil des Wortes.]
Mātalī, durch die Dichterkräfte (Kavya) gestärkt, Yama durch die Aṅgiras, Bṛhaspati durch die Ṛkvans, / und die (Götter), die die Götter stärkten, und die Götter, die durch Svāhā, andere durch Svadhā sich berauschen. [Anm.: kavya 'Dichter-Weise'; Zuordnung unsicher.]
Setz dich, Yama, auf diese Streu, einträchtig mit den Aṅgiras, den Vätern. / Es sollen dich die von Sehern gepriesenen Sprüche herführen; an dieser Gabe erfreue dich, König.
Komm mit den Aṅgiras, den Verehrungswürdigen, Yama; hier erfreue dich mit den Vairūpas. / Vivasvat rufe ich an, der dein Vater ist, der sich bei dieser Weihehandlung auf die Streu niedersetzt.
Die Aṅgiras sind unsere Väter, die Navagvas, Atharvans, Bhṛgus, die Somaberechtigten. / In der Gunst dieser Verehrungswürdigen wollen wir sein, auch in (ihrem) heilvollen Wohlwollen.
prehi prehi pathibhiḥ pūrvyebhiryatrā naḥ pūrve pitaraḥpareyuḥ / ubhā rājānā svadhayā madantā yamaṃ paśyāsivaruṇaṃ ca devam
Geh hin, geh hin auf den alten Pfaden, wohin unsere früheren Väter gegangen sind. / Die beiden Könige, die sich an der Svadhā berauschen, wirst du sehen, Yama und Varuṇa, den Gott.
Vereinige dich mit den Vätern, mit Yama, mit dem Geopferten-und-Gespendeten im höchsten Himmelsraum. / Das Mangelhafte ablegend, geh wieder heim; vereinige dich mit einem Leib, glanzvoll. [Anm.: iṣṭāpūrta = das durch Weihehandlung (iṣṭa) und Gaben (pūrta) Erworbene; feste Deutung.]
apeta vīta vi ca sarpatāto 'smā etaṃ pitaro lokamakran / ahobhiradbhiraktubhirvyaktaṃ yamo dadātyavasānamasmai
Weicht weg, geht weg, weicht auseinander von hier: diesem haben die Väter diesen Ort gemacht. / Yama gibt ihm den Ruheplatz, ausgezeichnet durch Tage, Wasser und Nächte.
ati drava sārameyau śvānau caturakṣau śabalau sādhunāpathā / athā pitṝn suvidatrānupehi yamena ye sadhamādammadanti
Lauf vorbei an den beiden Sarameya-Hunden, den vieräugigen, gescheckten, auf gutem Pfad. / Dann geh hin zu den Vätern, den wohlgesinnten, die mit Yama im gemeinsamen Rausch schwelgen. [Anm.: Sārameyau = Söhne der Saramā.]
yau te śvānau yama rakṣitārau caturakṣau pathirakṣīnṛcakṣasau / tābhyāmenaṃ pari dehi rājan svasti cāsmāanamīvaṃ ca dhehi
Deine beiden Hunde, Yama, die Wächter, vieräugig, die Pfadwächter, die Männerschauer: / ihnen vertraue diesen an, König, und gib ihm Heil und Freiheit von Krankheit.
Die beiden Breitnasigen, lebensgierigen [?], Udumbalas, Yamas Boten, gehen unter den Menschen umher. / Diese sollen uns heute hier den Lebensatem zurückgeben, damit wir die Sonne sehen, ein Gut. [Anm.: asutṛp 'den Lebensatem zu sättigen suchend / lebensraubend', unsicher.]
Mit den drei Kadrukas [?] fliegt er dahin; sechs Weiten, das Eine nur ist das Große. / Triṣṭubh, Gāyatrī, alle Versmaße sind in Yama niedergelegt. [Anm.: trikadruka = Bezeichnung für die drei ersten Tage eines Somaopfers, rituell plausibel; der Vers ist rätselhaft: sechs Weiten/ein Großes deuten auf Raumschema oder Metren.] [?]