Sprachlich sehr dunkles Lied mit vielen Hapax und unsicheren Bezügen (Wagen, Gespann, Kelle, Ströme); die Verse 1-9 sind nur tastend zu übersetzen, V. 8 (Bitte um Befreiung von Verfehlungen, brahman-Betonung), V. 10 (Kelle/Gefäß) und V. 11 (Sumitra/Durmitra, Kutsa) sind einigermaßen tragfähig.
Wann, Gütiger, wird [er] das Preislied des Begehrenden [?] … mit dem Bart/Haar [?] … das Wasser [?] zurückhalten; den langen Pressvorgang [?] für Vātāpya? [Anm.: Der Vers ist wörtlich kaum zu fassen; śmaśā, rudhat und vāḥ sind unsicher.]
Wort für Wort
kadā
wann (Adv.)
vaso iti
Gütiger/Herr der Güter (Vok.)
stotram
Preislied (Akk. Sg.)
haryate
dem Begehrenden/Verlangenden (Dat. Sg.) [?]
ā
hin (Präverb)
ava
herab/ab (Präverb)
śmaśā
mit dem Bart/Haar [?] (Instr. Sg.)
rudhat
wird zurückhalten/versperren [?] (3. Sg. Aor. o. Konj.)
Dessen zwei gut angeschirrte, verschieden gesinnte [?] Falben, die beiden Renner … hinter dem Vogel [?] her; beide langmähnig, wie zwei [?] – der Herr des Hauses. [Anm.: unsicher.]
apa yorindraḥ pāpaja ā marto na śaśramāṇo bibhīvān / śubhe yad yuyuje taviṣīvān
[Fort] von den beiden [?] – Indra bei Pāpaja [?], wie ein müder, ängstlicher Sterblicher, wenn der Kraftvolle zum Schmuck angeschirrt wurde [?]. [Anm.: sehr unsicher.]
Zusammen mit dem Lebendigen [?] hat Indra gezogen [?], zum Wagen [?] dienend; zwischen den beiden Strömen [?], den verschieden Gesinnten – der Held Indra. [Anm.: unsicher.]
Wort für Wort
sacā
zusammen (Adv.)
āyoḥ
des Lebenden/Menschen [?] (Gen. Sg.)
indraḥ
Indra (Nom.)
carkṛṣe
hat gezogen/gepflügt [?] (3. Sg. Perf. Med.)
ā
hin (Präverb)
upānasaḥ
am Wagen [?] (Gen./Abl. Sg.)
saparyan
dienend (Nom. Sg. m.)
nadayoḥ
zwischen den beiden Strömen/Rufern [?] (Gen./Lok. Du.)
adhi yastasthau keśavantā vyacasvantā na puṣṭyai / vanoti śiprābhyāṃ śipriṇīvān
Der hinaufgestiegen ist [?] – die beiden Langhaarigen [?], die Geräumigen [?], wie zum Gedeihen –, er gewinnt mit den beiden Kinnbacken/Helmwangen [?], der Helm-/Kinnbackenträger [?]. [Anm.: sehr unsicher.]
Wort für Wort
adhi
hinauf (Präverb)
yaḥ
der (Nom. Sg. m.)
tasthau
stieg/stand (3. Sg. Perf.)
keṣa-vantā
die beiden Langhaarigen [?] (Akk. Du.)
vyacasvantā
die beiden Geräumigen [?] (Akk. Du.)
na
wie (Partikel)
puṣṭyai
zum Gedeihen (Dat. Sg.)
vanoti
gewinnt/erwirbt (3. Sg. Präs.)
śiprābhyām
mit den beiden Kinnbacken/Helmwangen [?] (Instr. Du.)
vajraṃ yaścakre suhanāya dasyave hirīmaśo hirīmān / arutahanuradbhutaṃ na rajaḥ
Den Keil [Vajra], der ihn gemacht hat für den leicht Erschlagbaren, den Dasyu; der [?] Goldig-Schnurrbärtige, Falbenbesitzende; mit unbeschädigter Kinnlade [?], wie ein wunderbarer Raum [?]. [Anm.: unsicher.]
Wort für Wort
vajram
Keil/Vajra (Akk. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg. m.)
cakre
machte (3. Sg. Perf. Med.)
su-hanāya
für den leicht zu Schlagenden (Dat. Sg.)
dasyave
für den Dasyu (Dat. Sg.)
hirīmaśaḥ
goldschnurrbärtig/goldig [?] (Nom. Sg. m.)
harīmān
falbenbesitzend/goldig (Nom. Sg. m.)
aruta-hanuḥ
mit unverletzter/unbedachter Kinnlade [?] (Nom. Sg. m.)
ava no vṛjinā śiśīhy ṛcā vanemānṛcaḥ / nābrahmā yajñaṛdhag joṣati tve
Schärfe [sie] uns ab, die Krummheiten [Verfehlungen/Feinde?]; mit dem Vers wollen wir die Vers-Unkundigen bezwingen; nicht ohne Brahman findet eine Weihehandlung Gefallen, gedeihlich, bei dir. [Anm.: vṛjinā „Krummes, Verfehlung“; ava-śiśīhi „schärfe herab/ab“; Deutung plausibel, aber nicht fest.]
Als deine aufrechte Tretinī [?] erschien an den Deichseln der Weihehandlung, am Sitz, [war] das gleichgesinnte, selbstberühmte Schiff [?] mit dem Lebenden [?] zusammen. [Anm.: tretinī unverständlich; sehr unsicher.]
śataṃ vā yadasurya prati tvā sumitra itthāstaud durmitraitthāstau / āvo yad dasyuhatye kutsaputraṃ prāvo yaddasyuhatye kutsavatsam
Ob hundert [Männer] – als dich, Herrlicher [asurya], Sumitra so pries, Durmitra so pries – [weil] du im Dasyu-Kampf dem Kutsa-Sohn halfst, halfst dem Kutsa-Kalb im Dasyu-Kampf. [Anm.: „hundert“ und der Bezug der beiden Namen (wörtlich „Guter Freund“/„Schlechter Freund“) sind unsicher.]