Kapitel 144: ṛgvede 10.144 · ayaṃ hi te amartya induratyo na patyate
Der Soma-Tropfen und der Falke
Lied auf den Soma (Indu), den der Falke bzw. dessen Sohn herbeibrachte. Der Text ist an mehreren Stellen sehr dunkel (Verse 2-5), besonders die Wendungen ūrdhvakṛśana, vaṃsaga, ahīśu.
Dieser (ist) unter uns der seherhafte Ṛbhu, ein Vajra für den Gebenden. Dieser trägt den nach oben gerichteten Kṛśana-Rausch [?], den Rausch wie ein Ṛbhu, den wirksamen Rausch.
ghṛṣuḥ śyenāya kṛtvana āsu svāsu vaṃsagaḥ / ava dīdhedahīśuvaḥ
Der Lebhafte (Soma) [?] für den tätigen Falken, unter diesen seinen (Wassern/Rindern) der Stier [?], er möge herabschauen [?] ... der von der Schlange Getriebene [?].
Wort für Wort
ghṛṣuḥ
lebhaft/kühn (Nom. Sg.)
śyenāya
für den Falken (Dat. Sg.)
kṛtvane
für den Tätigen (Dat. Sg.)
āsu
unter diesen (Lok. Pl.)
svāsu
unter den eigenen (Lok. Pl.)
vaṃsagaḥ
Stier/Bulle (Nom. Sg.) [?]
ava
herab (Präverb)
dīdhet
er möge leuchten/sinnen (3. Sg. Injunkt.) [?]
ahīśuvaḥ
der von der Schlange Getriebene (Abl./Gen. Sg.) [?]
yaṃ te śyenaścārumavṛkaṃ padābharadaruṇaṃ mānamandhasaḥ / enā vayo vi tāryāyurjīvasa enā jāgārabandhutā
Den dir der Falke, den lieblichen, wolfsfreien, rötlichen, mit dem Fuß herbeitrug, das Maß (den Wert) des Saftes [?]; mit ihm wird Lebenskraft hindurchgeführt, Leben zum Weiterleben; mit ihm wachte er, ein verbundenes Wesen [?].
So hält Indra dies mit dem Tropfen unter den Göttern fest, das Große, die Preisgabe [?]; durch Willenskraft ist Lebenskraft hindurchgeführt, Leben; du Wohlbedachter, durch Einsicht ist dieser von uns gepresst worden.