Kapitel 134: ṛgvede 10.134 · ubhe yadindra rodasī āpaprāthoṣā iva
Preis Indras und Bitte um Beseitigung böser Gesinnung
Lied an Indra, den die ‚göttliche Gebärerin‘ hervorgebracht hat (Kehrvers in jedem Vers); Bitte, den Übelgesinnten niederzuwerfen und böse Gedanken abzuschütteln. In Vers 6 und 7 sind die Bilder (Haken, Zweig, apikakṣa) unklar; in Vers 1 und 4 ist der PP-Anfang verderbt (iti).
Da du, Indra, beide Welten erfüllt hast wie Uṣas — dich, den Großen, den Allherrscher der Mächtigen, der Völker [Anm.: carṣaṇi ‚Volk, Menschen‘], hat die göttliche Gebärerin hervorgebracht, die gütige Gebärerin hat (dich) hervorgebracht.
ava sma durhaṇāyato martasya tanuhi sthiram / adhaspadaṃ tamīṃ kṛdhi yo asmānādideśati devī janitryajījanad bhadrājanitryajījanat
Löse die Sehne [Anm.: ava tan ‚abspannen‘] des Festen (Bogens) des Sterblichen, der Übles gegen uns im Sinn hat; den, der uns bedroht, mache unter den Fuß. Die göttliche Gebärerin hat (dich) hervorgebracht, die gütige Gebärerin hat (dich) hervorgebracht.
Schüttle herab, Feindtöter, jene großen, alles Glänzenden Labungen [?]; mit Kräften, Mächtiger, schüttle, Indra, mit allen Hilfen. Die göttliche Gebärerin hat (dich) hervorgebracht, die gütige Gebärerin hat (dich) hervorgebracht.
Wenn du, Hundertkräftiger, Indra, alles herabschüttelst — wie Reichtum (schüttelst du) für den Somapresser zugleich mit tausendfachen Hilfen. Die göttliche Gebärerin hat (dich) hervorgebracht, die gütige Gebärerin hat (dich) hervorgebracht.
Wie Schweißtropfen sollen ringsum nach allen Seiten die Blitze [?] herabfallen; wie Fäden des Dūrvā-Grases soll die böse Gesinnung von uns weg. Die göttliche Gebärerin hat (dich) hervorgebracht, die gütige Gebärerin hat (dich) hervorgebracht.
Denn lang wie einen Haken trägst du die Kraft [oder: den Speer], Einsichtiger; mit dem vorderen Fuß, Maghavan, (ziehst du) wie ein Treiber [?] den Zweig, wie ein Zügler [?]. Die göttliche Gebärerin hat (dich) hervorgebracht, die gütige Gebärerin hat (dich) hervorgebracht. [Anm.: Bild in c–d unklar.]
Nie beeinträchtigen wir, ihr Götter, nie stören wir [?]; wir wandeln im Hören des Spruchs [?]; mit Flügeln und mit ‚Achselhöhlen‘ [?] greifen wir hier zu. [Anm.: pakṣebhiḥ apikakṣebhiḥ unklar, wohl Bildrede; keine sichere Deutung.]