Kapitel 124: ṛgvede 10.124 · imaṃ no agna upa yajñamehi pañcayāmaṃ trivṛtaṃsaptatantum
Agni verlässt Vṛtra und wendet sich Indra zu (Wechselrede mit Varuṇa und Soma)
Dialoglied (Agni, Varuṇa, Soma, Indra): Agni, in der Dunkelheit verborgen, wird zur Verehrungshandlung gerufen, verlässt den 'Vater' (Vṛtra/Asura-Bereich) und wendet sich Indra zu; Varuṇa wird zur Herrschaft gebeten, Soma soll Vṛtra erschlagen helfen. Sehr schwierig: 2, 4 und 7; mythologische Ebene plausibel, Einzelbeziehungen unsicher.
Diese unsere Verehrungshandlung, Agni, komm heran, die fünfgängige, dreifache, siebenfädige. / Sei Darbringungsträger und unser Vorangänger; lange genug hast du im tiefen Dunkel gelegen.
Aus dem Nicht-Göttlichen als Gott, verborgen in der Höhle gehend, das Unsterblichsein voraussehend gehe ich [?]. / Den Freundlichen, der ich war, verlasse ich als Unfreundlicher; von der eigenen Freundschaft gehe ich zum Reibholz, zum Nabel [?]. [Anm.: Deutung der Verse unsicher; pracatā 'verborgen' erwogen, araṇī 'Reibholz'.]
Erblickend den Gast des anderen Zweiges, messe ich die vielen Stätten des Ṛta aus. / Ich sage dem Vater, dem Asura, Heil; vom Nicht-Verehrungswürdigen gehe ich zum verehrungswürdigen Anteil [?].
Viele Jahre habe ich in diesem [Bereich] zugebracht; Indra erwählend, verlasse ich den Vater. / Agni, Soma, Varuṇa fallen von dir ab; die Herrschaft hat sich gewendet, ich gewinne sie, sie sind gekommen [?].
nirmāyā u tye asurā abhūvan tvaṃ ca mā varuṇa kāmayāse / ṛtena rājannanṛtaṃ viviñcan mama rāṣṭrasyādhipatyamehi
Ohne Zauber sind jene Asuras geworden; und du, Varuṇa, hast Lust auf mich. / Mit dem Ṛta, König, das Unwahre ausscheidend, komm zur Oberherrschaft über mein Reich.
Dies ist das Licht, dies war das Schöne, dies der Lichtglanz, der weite Luftraum. / Wir beide wollen Vṛtra erschlagen; komm heraus, Soma. Dich, die Darbringung, wollen wir mit einer Darbringung verehren [?].
kaviḥ kavitvā divi rūpamāsajadaprabhūtī varuṇo nirapaḥ sṛjat / kṣemaṃ kṛṇvānā janayo na sindhavaś tā asyavarṇaṃ śucayo bharibhrati
Der Seher heftete durch seine Sehergabe die Gestalt an den Himmel; Varuṇa, nicht überwältigt [?], ließ die Wasser strömen. / Wie Frauen, die Heil bereiten, so die Ströme: Diese tragen strahlend seine Farbe.
tā asya jyeṣṭhamindriyaṃ sacante tā īmā kṣetisvadhayā madantīḥ / tā iṃ viśo na rājānaṃ vṛṇānābībhatsuvo apa vṛtrādatiṣṭhan
Diese folgen seiner höchsten Indra-Kraft; in ihnen wohnt er, sie durch Eigenkraft erfreuend [?]. / Diese, wie Stämme einen König wählend, scheuend, traten von Vṛtra weg.
Den Gefährten der Scheuenden nennen sie den Schwan, der in der Freundschaft der himmlischen Wasser wandelt; / dem Anuṣṭubh nachfolgend, wiederholt [gesungen] [?], haben die Dichter Indra mit Weisheit erkannt.
Wort für Wort
bībhatsūnām
der Scheuenden (Gen. Pl.)
sa-yujam
Gefährte, Zugtier-Genosse (Akk. Sg.)
haṃsam
Schwan (Akk. Sg.)
āhuḥ
sie nennen (3. Pl. Perf.)
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
divyānām
der himmlischen (Gen. Pl.)
sakhye
in der Freundschaft (Lok. Sg.)
carantam
wandelnd (Part. Akk. Sg.)
anu-stubham
dem Anuṣṭubh(-Vers) (Akk. Sg.)
anu
nach (Präverb)
carcūryamāṇam
wiederholt gesungen/hin und her gehend (Part. Akk. Sg.) [?]