Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 10

Kapitel 95: ṛgvede 10.95 · haye jāye manasā tiṣṭha ghore vacāṃsi miśrākṛṇavāvahai nu Wechselgespräch zwischen Purūravas und der Urvaśī

Dialoglied (Purūravas, Urvaśī) über eine Verbindung zwischen einem Sterblichen und einer nichtmenschlichen Frau, die ihn verlassen hat; am Ende Zusage von Nachkommenschaft und Himmelsfreude. Die Sprecherverteilung ist im Text nicht ausgewiesen und aus dem Inhalt erschlossen (plausibel: Purūravas 1, 3-4?, 11-14?, 17; Urvaśī 2, 5, 15-16, 18). Viele Verse (3, 4, 6, 8, 9, 12, 13) sind sprachlich dunkel.

haye jāye manasā tiṣṭha ghore vacāṃsi miśrākṛṇavāvahai nu / na nau mantrā anuditāsa ete mayas karanparatare canāhan

He, Gattin, verweile im Sinn, du Schreckliche; lass uns beide Worte miteinander wechseln. / Diese unausgesprochenen Sprüche werden uns beiden kein Wohlergehen schaffen, auch an einem späteren Tag nicht.

Wort für Wort
haye
he (Anruf)
jāye
Gattin (Vok. Sg.)
manasā
im Sinn, im Geist (Instr. Sg.)
tiṣṭha
verweile, bleibe (2. Sg. Imp.)
ghore
Schreckliche (Vok. Sg. f.)
vacāṃsi
Worte (Akk. Pl.)
miśrā
gemischt, gegenseitig (Adv.)
kṛṇavāvahai
wir beide wollen machen (1. Du. Konj. Med.)
nu
jetzt (Partikel)
na
nicht (Negation)
nau
uns beiden (Dat. Du.)
mantrāḥ
Sprüche (Nom. Pl.)
anuditāsaḥ
unausgesprochen (Nom. Pl.)
ete
diese (Nom. Pl.)
mayaḥ
Wohlergehen, Glück (Akk. Sg.)
karan
werden machen (3. Pl. Injunktiv)
para-tare
an einem späteren (Lok. Sg.)
cana
auch nur (Partikel)
ahan
Tag (Lok. Sg.)

kimetā vācā kṛṇavā tavāhaṃ prākramiṣamuṣasāmagriyeva / purūravaḥ punarastaṃ parehi durāpanā vātaivāhamasmi

Was soll ich mit dieser Rede tun? Ich bin von dir fortgegangen wie die erste der Morgenröten; / Purūravas, kehre wieder heim; schwer erreichbar bin ich wie der Wind.

Wort für Wort
kim
was (Akk. Sg. n.)
etā
mit dieser (Instr. Sg.)
vācā
mit Rede (Instr. Sg.)
kṛṇava
soll ich tun (1. Sg. Konj.)
tava
von dir (Gen. Sg.)
aham
ich (Nom.)
pra
fort (Präverb)
akramiṣam
bin gegangen (1. Sg. Aor.)
uṣasām
der Morgenröten (Gen. Pl.)
agriyāiva
wie die erste (Nom. Sg. f. mit iva)
purūravaḥ
Purūravas (Vok.)
punaḥ
wieder (Adv.)
astam
nach Hause (Akk. Sg.)
parā
hinweg (Präverb)
ihi
geh (2. Sg. Imp.)
duḥ-āpanā
schwer erreichbar (Nom. Sg. f.)
vātaḥ-iva
wie der Wind (Nom. Sg. mit iva)
aham
ich (Nom.)
asmi
bin (1. Sg.)

iṣurna śriya iṣudherasanā goṣāḥ śatasā na raṃhiḥ / avīre kratau vi davidyutan norā na māyuṃ citayantadhunayaḥ

Wie ein Pfeil zum Ruhm, wie der Schuss aus dem Köcher, rinderfindend, hundertfindend, ein Renner; / als kein Held [zugegen war] in der Handlung, blitzte sie auf; die Schüttelnden achteten nicht auf den Brüller [?], wie Schafe [?] [Anm.: Vers dunkel].

Wort für Wort
iṣuḥ
Pfeil (Nom. Sg.)
na
wie (Vergleichspartikel)
śṛiye
zum Ruhm, zur Pracht (Dat. Sg.)
iṣu-dheḥ
des Köchers (Abl./Gen. Sg.)
asanā
Schuss, Wurf (Nom. Sg.)
go--sāḥ
Rinder gewinnend (Nom. Sg.)
śatasā
Hunderte gewinnend (Nom. Sg.)
na
wie (Vergleichspartikel)
raṃhiḥ
Renner, Läufer (Nom. Sg.)
avīre
ohne Helden (Lok. Sg.)
kratau
in der Handlung, Absicht (Lok. Sg.)
vi
auseinander (Präverb)
davidyutat
blitzte, glänzte (3. Sg. Intens. Aor.)
na
nicht (Negation)
urā
Schafe, Wollige [?] (Nom. Pl.)
na
wie (Vergleichspartikel)
māyum
den Brüller, Blöker (Akk. Sg.)
citayanta
achteten (3. Pl. Aor. Med.)
dhunayaḥ
die Schüttelnden (Nom. Pl.) [?]

sā vasu dadhatī śvaśurāya vaya uṣo yadi vaṣṭyantigṛhāt / astaṃ nanakṣe yasmiñcākan divā naktaṃśnathitā vaitasena

Sie, die dem Schwiegervater Gut und Lebenskraft bringt, wenn Uṣas [es] will, aus dem nahen Haus; / erreichte sie das Heim, an dem sie Gefallen fand, Tag und Nacht, vom Rohrmann [?] durchbohrt [?].

Wort für Wort
sā
sie (Nom. Sg. f.)
vasu
Gut, Schatz (Akk. Sg.)
dadhatī
bringend, setzend (Part. f.)
śvaśurāya
dem Schwiegervater (Dat. Sg.)
vayaḥ
Lebenskraft (Akk. Sg.)
uṣaḥ
Uṣas, Morgenröte (Nom./Vok.) [?]
yadi
wenn (Konj.)
vaṣṭi
will (3. Sg.)
anti-gṛhāt
aus dem nahen Haus (Abl. Sg.)
astam
Heim (Akk. Sg.)
nanakṣe
erreichte (3. Sg. Perf. Med.)
yasmim
an dem (Lok. Sg.)
cākan
Gefallen fand (3. Sg. Aor.)
divā
bei Tag (Adv.)
naktam
bei Nacht (Adv.)
śnathitā
durchbohrt, erschöpft [?] (Nom. Sg. f.)
vaitasena
vom Rohrmann, Vaitasa (Instr. Sg.)

triḥ sma māhnaḥ śnathayo vaitasenota sma me 'vyatyaipṛṇāsi / purūravo 'nu te ketamāyaṃ rājā me vīra tanvastadāsīḥ

Dreimal am Tag hast du mich, Vaitasa, durchstoßen; und mich, die Nichtabgeneigte, erfüllst du; / Purūravas, deinem Willen folgte ich; König meines Leibes warst du, Held.

Wort für Wort
triḥ
dreimal (Adv.)
sma
gewiss (Partikel)
māhnaḥ
am Tag (Gen. Sg.)
śnathayaḥ
hast durchstoßen (2. Sg. Impf.)
vaitasena
Vaitasa, Rohrmann (Vok. Sg.)
uta
und (Konj.)
sma
gewiss (Partikel)
me
mich (Akk. Sg.)
avyatyai pṛṇāsi
die Nichtabgeneigte, nicht Widerstrebende [?]; erfüllst (2. Sg.)
purūravaḥ
Purūravas (Vok.)
anu
entlang, nach (Präp./Präverb)
te
deinem (Gen. Sg.)
ketam
Willen, Absicht (Akk. Sg.)
āyam
folgte (1. Sg. Aor.)
rājā
König (Nom. Sg.)
me
meines (Gen. Sg.)
vīra
Held (Vok. Sg.)
tanvaḥ
des Leibes (Gen. Sg.)
tat
damals (Adv.)
āsīḥ
warst (2. Sg. Aor.)

yā sujūrṇiḥ śreṇiḥ sumnaāpirhradecakṣurna granthinīcaraṇyuḥ / tā añjayo 'ruṇayo na sasruḥ śriye gāvo nadhenavo 'navanta

Die gutgeschmeidige, in Reihe [gehende], Gunstgewinnerin, mit Augen im Teich, wandernd; / diese, die Salbenden, die Rötlichen, strömten wie [Kühe] hin zur Pracht; wie Kühe, wie Milchkühe brüllten sie [Anm.: Beschreibung der Apsarasen; Vers dunkel].

Wort für Wort
yā
welche (Nom. Sg. f.)
su-jūrṇiḥ
gutgeschmeidig, wohlgealtert [?] (Nom. Sg. f.)
śreṇiḥ
in Reihe, Schar (Nom. Sg. f.)
sumne--āpiḥ
Gunstgewinnerin (Nom. Sg. f.)
hrade--cakṣuḥ
im Teich mit Augen (Nom. Sg. f.)
na
wie (Vergleichspartikel)
granthināī
knotig, geknüpft [?] (Nom. Sg. f.)
caraṇyuḥ
wandernd (Nom. Sg. f.)
tāḥ
diese (Nom. Pl.)
añjayaḥ
Salbenden, Glänzende (Nom. Pl.)
aruṇayaḥ
Rötliche (Nom. Pl.)
na
wie (Vergleichspartikel)
sasruḥ
strömten (3. Pl. Perf.)
śriye
zur Pracht (Dat. Sg.)
gāvaḥ
Kühe (Nom. Pl.)
na
wie (Vergleichspartikel)
dhenavaḥ
Milchkühe (Nom. Pl.)
anavanta
brüllten (3. Pl. Impf. Med.)

samasmiñ jāyamāna āsata gnā utemavardhan nadyaḥsvagūrtāḥ / mahe yat tvā purūravo raṇāyāvardhayandasyuhatyāya devāḥ

Als er geboren wurde, versammelten sich die Göttinnen; und auch die Flüsse, selbstwillkommen, stärkten ihn; / als dich, Purūravas, die Götter zur großen Schlacht, zur Tötung der Dasyus stärkten [Anm.: Sprecher hier vermutlich der Chor der Götter/Frauen; unsicher].

Wort für Wort
sam
zusammen (Präverb)
asmin
bei diesem (Lok. Sg.)
jāyamāne
Geborenwerdenden (Lok. Sg.)
āsata
setzten sich, versammelten sich (3. Pl. Impf. Med.)
gnāḥ
Göttinnen, Frauen (Nom. Pl.)
uta
und (Konj.)
īm
ihn (Akk. Sg.)
avardhan
stärkten (3. Pl. Impf.)
nadyaḥ
Flüsse (Nom. Pl.)
sva-gūrtāḥ
selbstwillkommen, von selbst rufend [?] (Nom. Pl.)
mahe
zum Großen (Dat. Sg.)
yat
als (Konj.)
tvā
dich (Akk.)
purūravaḥ
Purūravas (Vok.)
raṇāya
zum Kampf (Dat. Sg.)
avardhayan
stärkten (3. Pl. Impf.)
dasyu-hatyāya
zur Dasyu-Tötung (Dat. Sg.)
devāḥ
Götter (Nom. Pl.)

sacā yadāsu jahatīṣvatkamamānuṣīṣu mānuṣo niṣeve / apa sma mat tarasantī na bhujyustā atrasan rathaspṛśonāśvāḥ

Als ich, der Mensch, bei diesen nichtmenschlichen [Frauen], die das Gewand ablegten, verweilte, / wichen sie von mir zurück wie eine Eilende, wie ein Bhujyu; sie scheuten wie Rosse, die den Wagen streifen [Anm.: dunkel].

Wort für Wort
sacā
zusammen (Adv.)
yat
als, wenn (Konj.)
āsu
bei diesen (Lok. Pl. f.)
jahatīṣu
Ablegenden, Verlassenden (Lok. Pl. f.)
atkam
Gewand, Umhüllung (Akk. Sg.)
amānuṣīṣu
bei nichtmenschlichen (Lok. Pl. f.)
mānuṣaḥ
Mensch (Nom. Sg.)
ni-seve
bei ihnen weilte ich (1. Sg. Perf. Med.)
apa
weg (Präverb)
sma
gewiss (Partikel)
mat
von mir (Abl. Sg.)
tarasantī
eilend, hastend (Nom. Pl. f.)
na
wie (Vergleichspartikel)
bhujyuḥ
Bhujyu (Nom. Sg.) [?]
tāḥ
diese (Nom. Pl. f.)
atrasan
scheuten, zitterten (3. Pl. Impf.)
ratha-spṛśaḥ
Wagen streifend (Nom. Pl.)
na
wie (Vergleichspartikel)
aśvāḥ
Rosse (Nom. Pl.)

yadāsu marto amṛtāsu nispṛk saṃ kṣoṇībhiḥ kratubhirnapṛṅkte / tā ātayo na tanvaḥ śumbhata svā aśvāso nakrīḷayo dandaśānāḥ

Wenn ein Sterblicher sich bei diesen Unsterblichen vermischt, mischt er sich nicht mit Absichten [?] mit den Kṣoṇīs [?]; / diese schmücken ihre Leiber wie Wasservögel, wie Rosse, wie Spielende, beißend.

Wort für Wort
yat
wenn (Konj.)
āsu
bei diesen (Lok. Pl. f.)
martaḥ
Sterblicher (Nom. Sg.)
amṛtāsu
bei Unsterblichen (Lok. Pl. f.)
ni-spṛk
sich vermischend [?] (Nom. Sg.)
sam
zusammen (Präverb)
kṣoṇībhiḥ
mit den Kṣoṇīs, Erdgeborenen [?] (Instr. Pl.)
kratu-bhiḥ
mit Absichten, Kräften (Instr. Pl.)
na
nicht (Negation)
pṛṅkte
verbindet sich (3. Sg. Med.)
tāḥ
diese (Nom. Pl. f.)
ātayaḥ
Wasservögel (Nom. Pl.)
na
wie (Vergleichspartikel)
tanvaḥ
Leiber (Akk. Pl.)
śumbhata
schmücken (2./3. Pl. Med.)
svāḥ
eigene (Akk. Pl.)
aśvāsaḥ
Rosse (Nom. Pl.)
na
wie (Vergleichspartikel)
krīḷayaḥ
Spielende (Nom. Pl.)
dandaśānāḥ
beißend (Nom. Pl.)

vidyun na yā patantī davidyod bharantī me apyā kāmyāni / janiṣṭo apo naryaḥ sujātaḥ prorvaśī tirata dīrghamāyuḥ

Die wie ein Blitz herabfliegend aufleuchtete, mir Wünschenswertes bringend; / geboren wurde ein Tatkräftiger, männlich, gutgeboren; Urvaśī soll [ihm] langes Leben verlängern.

Wort für Wort
vi-dyut
Blitz (Nom. Sg.)
na
wie (Vergleichspartikel)
yā
welche (Nom. Sg. f.)
patantī
herabfliegend (Nom. Sg. f.)
davidyot
leuchtete auf (3. Sg. Intens.)
bharantī
bringend (Nom. Sg. f.)
me
mir (Dat./Gen. Sg.)
apyā
Erlangbares, Erreichbares (Akk. Pl.)
kāmyāni
Wünschenswertes (Akk. Pl.)
janiṣṭo iti
wurde geboren (3. Sg. Aor. Med.)
apaḥ
Taten, Werk (Akk. Pl.)
naryaḥ
männlich, mannhaft (Nom. Sg.)
su-jātaḥ
gutgeboren (Nom. Sg.)
pra
hervor (Präverb)
urvaśī
Urvaśī (Nom. Sg.)
tirata
soll verlängern (3. Sg. Aor. Konj.)
dīrgham
langes (Akk. Sg.)
āyuḥ
Leben (Akk. Sg.)

jajñiṣa itthā gopīthyāya hi dadhātha tat purūravo maojaḥ / aśāsaṃ tvā viduṣī sasminnahan na ma āśṛṇoḥkimabhug vadāsi

So bist du geboren, um die Rinder zu schützen; denn du legtest mir jene Kraft hin, Purūravas; / ich wies dich an, wissend, an jenem Tag; du hörtest nicht auf mich; was redest du, Unnützer?

Wort für Wort
jajñiṣe
bist geboren (2. Sg. Perf. Med.)
itthā
so (Adv.)
go--pīthyāya
zum Rinderschutz, zur Rinderpflege (Dat. Sg.)
hi
denn (Partikel)
dadhātha
legtest hin, gabst (2. Pl./Sg. Perf.)
tat
das (Akk. Sg. n.)
purūravaḥ
Purūravas (Vok.)
me
mir (Dat. Sg.)
ojaḥ
Kraft (Akk. Sg.)
aśāsam
wies an, befahl (1. Sg. Aor.)
tvā
dich (Akk.)
viduṣī
wissend (Nom. Sg. f.)
sasmin
an jenem (Lok. Sg.)
ahan
Tag (Lok. Sg.)
na
nicht (Negation)
me
mir (Dat. Sg.)
ā
hin (Präverb)
aśṛṇoḥ
hörtest (2. Sg. Impf.)
kim
was (Akk. Sg. n.)
abhuk
Unnützer, Nichtgenießer [?] (Vok. Sg.)
vadāsi
redest (2. Sg. Konj.)

kadā sūnuḥ pitaraṃ jāta ichāccakran nāśru vartayadvijānan / ko dampatī samanasā vi yūyodadha yadagniḥśvaśureṣu dīdayat

Wann wird der geborene Sohn den Vater suchen, der Tränen nicht rollen lässt, wenn er kundig ist [?]? / Wer trennt das einmütige Ehepaar, wenn Agni bei den Schwiegereltern aufleuchtet?

Wort für Wort
kadā
wann (Adv.)
sūnuḥ
Sohn (Nom. Sg.)
pitaram
Vater (Akk. Sg.)
jātaḥ
geboren (Nom. Sg.)
icchāt
wird suchen (3. Sg. Aor. Opt.)
cakran
jammernd, geschrien (3. Pl. Perf./Part.) [?]
na
nicht (Negation)
aśru
Träne (Akk. Sg.)
vartayat
lässt rollen (3. Sg. Aor. Kaus.)
vi-jānan
erkennend, kundig (Nom. Sg.)
kaḥ
wer (Nom. Sg.)
dampatī itidam-patī
Ehepaar (Akk. Du.)
sa-manasā
einmütig (Akk. Du.)
vi
auseinander (Präverb)
yūyot
würde trennen (3. Sg. Aor. Opt.)
adha
dann (Adv.)
yat
wenn (Konj.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
śvaśureṣu
bei den Schwiegereltern (Lok. Pl.)
dīdayat
aufleuchtet (3. Sg. Aor. Konj.)

prati bravāṇi vartayate aśru cakran na krandadādhyeśivāyai / pra tat te hinavā yat te asme parehyastaṃ nahimūra māpaḥ

Ich will [dir] antworten: die Träne wird rollen, er hat geschrien; nicht [soll er] weinen um sein Heil [?]. / Ich werde dir das schicken, was bei uns dein ist; geh heim, du Tor, du erreichst mich nicht [Anm.: Sprecherwechsel und Sinn unsicher].

Wort für Wort
prati
entgegen (Präverb)
bravāṇi
will erwidern, sagen (1. Sg. Konj.)
vartayate
wird rollen (3. Sg. Med.)
aśru
Träne (Akk. Sg.)
cakran
geschrien haben (3. Pl. Perf./Part.) [?]
na
nicht (Negation)
krandat
soll brüllen, weinen (3. Sg. Impf. Konj.)
ādhye
um seine Sorge [?] (Lok. Sg.)
śivāyai
um Heil (Dat. Sg.)
pra
hervor (Präverb)
tat
dieses (Akk. Sg. n.)
te
dir (Dat. Sg.)
hinava
will senden (1. Sg. Konj.)
yat
was (Akk. Sg. n.)
te
dein (Gen. Sg.)
asme iti
bei uns beiden (Lok. Du.)
parā
weg (Präverb)
ihi
geh (2. Sg. Imp.)
astam
nach Hause (Akk. Sg.)
nahi
denn nicht (Partikel)
mūra
Tor (Vok. Sg.)
mā
nicht (Prohibitiv)
āpaḥ
wirst erreichen (2. Sg. Aor. Konj.)

sudevo adya prapatedanāvṛt parāvataṃ paramāṃ gantavā u / adhā śayīta nir{ṛ}terupasthe 'dhainaṃ vṛkā rabhasāsoadyuḥ

Dein Gütiger möge heute fortstürzen, ohne wiederzukehren, zur fernsten Ferne gehen; / dann soll er im Schoß der Nirṛti liegen, dann sollen ihn reißende Wölfe fressen.

Wort für Wort
su-devaḥ
gut-göttlich, gütig (Nom. Sg.)
adya
heute (Adv.)
pra-patet
soll fortstürzen (3. Sg. Opt.)
anāvṛt
nicht wiederkehrend (Nom. Sg.)
parāvatam
in die Ferne (Akk. Sg.)
paramām
in die fernste (Akk. Sg.)
gantavai
zu gehen (Inf.)
oṃ iti
auch (Partikel)
adha
dann (Adv.)
śayīta
soll liegen (3. Sg. Opt. Med.)
niḥ-ṛteḥ
der Nirṛti (Gen. Sg.)
upa-sthe
im Schoß (Lok. Sg.)
adha
dann (Adv.)
enam
ihn (Akk. Sg.)
vṛkāḥ
Wölfe (Nom. Pl.)
rabhasāsaḥ
reißend, gierig (Nom. Pl.)
adyuḥ
sollen fressen (3. Pl. Opt.)

purūravo mā mṛthā mā pra papto mā tvā vṛkāso aśivāsa ukṣan / na vai straiṇāni sakhyāni santi sālāvṛkāṇāṃhṛdayānyetā

Purūravas, stirb nicht, stürze nicht fort; dich sollen die unheilvollen Wölfe nicht verletzen; / es gibt nämlich keine Freundschaften mit Frauen; Hyänenherzen sind diese.

Wort für Wort
purūravaḥ
Purūravas (Vok.)
mā
nicht (Prohibitiv)
mṛthāḥ
stirb (2. Sg. Aor. Prohibitiv)
mā
nicht (Prohibitiv)
pra
vorwärts (Präverb)
paptaḥ
stürze (2. Sg. Aor. Prohibitiv)
mā
nicht (Prohibitiv)
tvā
dich (Akk.)
vṛkāsaḥ
Wölfe (Nom. Pl.)
aśivāsaḥ
unheilvolle (Nom. Pl.)
oṃ iti
auch (Partikel)
kṣan
sollen verletzen (3. Pl. Aor. Inj.)
na
nicht (Negation)
vai
wahrlich (Partikel)
straiṇāni
weibliche (Nom. Pl. n.)
sakhyāni
Freundschaften (Nom. Pl.)
santi
sind (3. Pl.)
sālāvṛkāṇām
der Hyänen (Gen. Pl.)
hṛdayāni
Herzen (Nom. Pl.)
etā
diese (Nom. Pl. f.)

yad virūpācaraṃ martyeṣvavasaṃ rātrīḥ śaradaścatasraḥ / ghṛtasya stokaṃ sakṛdahna āśnāṃ tādevedantātṛpāṇā carāmi

Als ich unter den Sterblichen in anderer Gestalt umherging, vier Herbstnächte lang wohnte, / nur einmal am Tag einen Tropfen Schmalz aß; davon gesättigt gehe ich noch jetzt umher.

Wort für Wort
yat
als (Konj.)
vi-rūpā
in anderer Gestalt (Nom. Sg. f.)
acaram
ging umher (1. Sg. Impf.)
martyeṣu
unter Sterblichen (Lok. Pl.)
avasam
wohnte (1. Sg. Impf.)
rātrīḥ
Nächte (Akk. Pl.)
śaradaḥ
Herbste, Jahre (Akk. Pl.)
catasraḥ
vier (Akk. Pl.)
ghṛtasya
des Schmalzes (Gen. Sg.)
stokam
Tropfen (Akk. Sg.)
sakṛt
einmal (Adv.)
ahnaḥ
am Tag (Gen. Sg.)
āśnām
aß (1. Sg. Aor.)
tāt
davon (Abl. Sg.)
eva
eben (Partikel)
idam
jetzt (Adv.)
tatṛpāṇā
gesättigt (Nom. Sg. f.)
carāmi
gehe umher (1. Sg.)

antarikṣaprāṃ rajaso vimānīmupa śikṣāmyurvaśīṃvasiṣṭhaḥ / upa tvā rātiḥ sukṛtasya tiṣṭhān ni vartasvahṛdayaṃ tapyate me

Dir, die den Luftraum füllt, die den Dunstraum ausmisst — ich, Vasiṣṭha, will helfen, Urvaśī; / zu dir soll die Gabe des Guten treten; kehr um, mein Herz brennt [Anm.: Sprecher und Sinn unsicher].

Wort für Wort
antarikṣa-prām
den Luftraum füllend (Akk. Sg. f.)
rajasaḥ
des Dunstraums (Gen. Sg.)
vi-mānīm
Ausmesserin (Akk. Sg. f.)
upa
hinzu (Präverb)
śikṣāmi
will helfen, erflehe [?] (1. Sg. Med.)
urvaśīm
Urvaśī (Akk. Sg.)
vasiṣṭhaḥ
Vasiṣṭha, der Beste an Gut (Nom. Sg.)
upa
hinzu (Präverb)
tvā
dir (Akk.)
rātiḥ
Gabe, Schenkung (Nom. Sg.)
su-kṛtasya
des Wohlgetanen, Guten (Gen. Sg.)
tiṣṭhāt
soll stehen, treten (3. Sg. Opt.)
ni
zurück (Präverb)
vartasva
wende dich (2. Sg. Imp. Med.)
hṛdayam
Herz (Nom. Sg.)
tapyate
brennt (3. Sg. Pass.)
me
mir (Dat./Gen. Sg.)

iti tvā devā ima āhuraiḷa yathemetad bhavasimṛtyubandhuḥ / prajā te devān haviṣā yajāti svarga u tvamapi mādayāse

So sagen dir diese Götter, Aiḷa: da du dies bist, todverbunden [sterblich], / soll deine Nachkommenschaft den Göttern mit Darbringung Verehrung erweisen; auch du wirst im Himmel dich berauschen.

Wort für Wort
iti
so (Adv.)
tvā
dir (Akk. Sg.)
devāḥ
Götter (Nom. Pl.)
ime
diese (Nom. Pl.)
āhuḥ
sagen (3. Pl. Perf.)
aiḷa
Sohn der Iḷā, Aiḷa (Vok. Sg.)
yathā
wie, da (Adv.)
īm
gewiss (Partikel)
etat
dies (Akk. Sg. n.)
bhavasi
bist (2. Sg.)
mṛtyu-bandhuḥ
dem Tod verbunden, sterblich (Nom. Sg.)
pra-jā
Nachkommenschaft (Nom. Sg.)
te
deine (Gen. Sg.)
devān
die Götter (Akk. Pl.)
haviṣā
mit Darbringung (Instr. Sg.)
yajāti
soll verehren (3. Sg. Aor. Konj.)
svaḥ-ge
im Himmel (Lok. Sg.)
oṃ iti
und (Partikel)
tvam
du (Nom.)
api
auch (Partikel)
mādayāse
wirst dich berauschen (2. Sg. Konj. Med.)

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