Kapitel 120: ṛgvede 10.120 · tadidāsa bhuvaneṣu jyeṣṭhaṃ yato jajña ugrastveṣanṛmṇaḥ
Lob des gewaltigen Indra, des Feindebezwingers
Indra-Lied: Geburt und Größe des Gottes, Somarausch, Kampf gegen Dāsas, Yātudhānas und Dānus, am Schluss Selbstnennung des Sängers (Bṛhaddiva Atharvan). Schwierig: 2cd, 3cd (Vers der süßen Mischung), 5d (vayāṃsi), 7cd und 8cd.
Das allein war das Älteste in den Welten, woraus der Gewaltige, von blitzender Mannhaftigkeit, geboren wurde. / Sogleich nach der Geburt wirft er die Feinde nieder, dem alle Helfer nachjubeln.
Durch Kraft wachsend, stark an Macht, ist er der Feind; dem Dāsa setzt er Furcht ein. / Den Atemlosen wie den Atmenden, den Gewinner [?]: dir jubeln sie zu, wenn die Räusche dargebracht sind [?].
In dir fügen alle die Einsicht ein, wenn diese Helfer zwei- und dreifach werden [?]. / Vom Süßen das Süßere: mit dem Süßen mische es; diesen Gutsüßen überwinde mit dem Honig [?]. [Anm.: Der Vers ist rätselhaft; Bildrede von Somamischung und Kampf.]
So freuen sich fürwahr die Weisen bei jedem Rausch mit dir, der du Güter gewinnst. / Kühner, spann die stärkere Festigkeit an [?]; die schlecht wandelnden Yātudhānas sollen dich nicht schädigen.
tvayā vayaṃ śāśadmahe raṇeṣu prapaśyanto yudhenyānibhūri / codayāmi ta āyudhā vacobhiḥ saṃ te śiśāmibrahmaṇā vayāṃsi
Mit dir vermögen wir uns in den Kämpfen durchzusetzen, vorausschauend auf viele Kampfgelegenheiten. / Ich treibe deine Waffen mit Worten an, ich schärfe dir mit dem Brahman die Lebenskräfte [?]. [Anm.: vayāṃsi = 'Lebenskräfte'; alternativ 'Vögel' (Pfeile), spekulativ.]
Wort für Wort
tvayā
mit dir (Instr. Sg.)
vayam
wir (Nom. Pl.)
śāśadmahe
wir vermögen/setzen uns durch (1. Pl. Perf. Med.)
raṇeṣu
in den Kämpfen (Lok. Pl.)
pra-paśyantaḥ
vorausschauend (Part. Nom. Pl.)
yudhenyāni
zum Kampf tauglich, Kampfgelegenheiten (Akk. Pl. n.)
Preisen will ich den Vielgestaltigen, den Erhabenen, den Mächtigsten, den Āptya unter den Āptyas. / Mit Kraft bricht er die sieben Dānus auf; er überwältigt viele Gegenstücke.
ni tad dadhiṣe 'varaṃ paraṃ ca yasminnāvithāvasā duroṇe / ā mātarā sthāpayase jigatnū ata inoṣi karvarā purūṇi
Du setzt das Niedere und Höhere fest, in dessen Haus du mit Hilfe gefördert hast. / Du lässt die beiden Mütter, die Wandernden, hintreten; von dort treibst du viele Taten an [?].
Diese Brahmans spricht Bṛhaddiva aus, für Indra das Schnauben [Kraft]; der Vorderste, Licht gewinnend, / er herrscht über die große Sippe/Herde des Selbstherrschers [?], und alle Türen deckte er auf, die eigenen. [Anm.: gotra hier eher 'Rinderpferch/Sippe'; Subjekt in cd unsicher.]
evā mahān bṛhaddivo atharvāvocat svāṃ tanvamindrameva / svasāro mātaribhvarīrariprā hinvanti ca śavasāvardhayanti ca
So hat der große Bṛhaddiva Atharvan über seinen eigenen Leib gesprochen, gerade über Indra. / Die Schwestern, die mütterlich strömenden, fehlerlosen, treiben ihn an und mehren ihn mit Kraft [?].
Wort für Wort
eva
so (Adv.)
mahān
groß (Nom. Sg.)
bṛhat-divaḥ
Bṛhaddiva (Nom. Sg.)
atharvā
Atharvan (Nom. Sg.)
avocat
hat gesprochen (3. Sg. Aor.)
svām
über den eigenen (Akk. Sg.)
tanvam
Leib (Akk. Sg.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
eva
gerade (Partikel)
svasāraḥ
Schwestern (Nom. Pl.)
mātaribhvarīḥ
in der Mutter seiend/mütterlich [?] (Nom. Pl.)
ariprāḥ
fehlerlos (Nom. Pl.)
hinvanti
sie treiben an (3. Pl. Präs.)
ca
und (Part.)
śavasā
mit Kraft (Instr. Sg.)
vardhayanti ca
sie mehren, lassen wachsen (3. Pl. Kaus.) und (Part.)