Kapitel 112: ṛgvede 10.112 · indra piba pratikāmaṃ sutasya prātaḥsāvastava hipūrvapītiḥ
Einladung an Indra zum Somatrunk und Preis seiner Taten
Somalied an Indra: Einladung zum Morgentrunk, Beschreibung des schnellen Wagens, Preis früherer Taten (Fels, Kuh), Bitte um Anteil am Reichtum. Vers 4 (aviviktām) und 8 (satīna-manyuḥ) sind schwierig.
Indra, trink nach Verlangen vom Gepressten. Der Morgenkelterung Trank ist ja dein früher Trunk. Freue dich, Held, die Feinde zu erschlagen; mit Lobliedern wollen wir deine Heldentaten verkünden.
yaste ratho manaso javīyānendra tena somapeyāya yāhi / tūyamā te harayaḥ pra dravantu yebhiryāsi vṛṣabhirmandamānaḥ
Dein Wagen, der schneller ist als der Geist, mit dem komm, Indra, zum Somatrinken. Rasch sollen deine Falben herbeieilen, mit denen du fährst, berauscht, mit den Stieren.
Mit fahlgelbem Glanz der Sonne, mit den besten Gestalten lass deinen Leib sich berühren. Von uns, den Freunden, gerufen, sei einmütig mit uns berauscht, niedergesetzt.
Deine Größe, deren Rauschtrünke hier, haben die beiden großen Welten nicht [?] gefasst. Zu dieser Stätte komm, Indra, mit angeschirrten Falben, den lieben, zur lieben Speise hin. [Anm.: aviviktām unsicher, etwa „sie wurden nicht getrennt/unterschieden“, d. h. Größe erfüllt beide Welten.]
yasya śaśvat papivānindra śatrūnanānukṛtyā raṇyācakartha / sa te purandhiṃ taviṣīmiyarti sa te madāyasuta indra somaḥ
Von dessen [Soma] getrunken habend, immer wieder, Indra, hast du die Feinde auf unnachahmliche, lustvolle Weise zugerichtet [?]. Dieser treibt dir Fülle und Kraft an, dieser ist dir zum Rausch gepresst, Indra, der Soma.
Dies ist dein Gefäß, das gewinnreichste, Indra; trink Soma daraus, Śatakratu. Voll ist der Trog des berauschenden Honigsafts, den alle Götter begehren.
vi hi tvāmindra purudhā janāso hitaprayaso vṛṣabhahvayante / asmākaṃ te madhumattamānīmā bhuvan savanā teṣuharya
Denn dich, Indra, rufen die Leute auf vielerlei Weise an, die ihre Gabenspeise bereitgestellt haben, du Stier. Unsere sind dir die honigreichsten; diese Kelterungen sind es geworden; an ihnen habe Gefallen.
pra ta indra pūrvyāṇi pra nūnaṃ vīryā vocaṃ prathamākṛtāni / satīnamanyuraśrathāyo adriṃ suvedanāmakṛṇorbrahmaṇe gām
Deine früheren, deine ersten Heldentaten will ich jetzt verkünden, die getanen. Du, dessen Zorn [?] echt ist, hast den Fels gelockert und die Kuh für den Beter leicht auffindbar gemacht. [Anm.: satīna-manyuḥ unklar; go bei brahmaṇe eher Bildrede für Licht/Rede, plausibel.]
ni ṣu sīda gaṇapate gaṇeṣu tvāmāhurvipratamaṃkavīnām / na ṛte tvat kriyate kiṃ canāre mahāmarkaṃmaghavañcitramarca
Setz dich gut nieder, Herr der Scharen, unter den Scharen; dich nennt man den weisesten der Seher. Ohne dich wird nichts gemacht, weder nah noch fern. Ein großes, buntes Lied, Maghavan, singe.
Sieh auf uns, Maghavan, die Bittenden; Freund, denk an die Freunde, Herr der Güter. Schaffe Freude/Kampf, Freude-/Kampfbringer, du von wahrer Kraft. Auch bei dem, der nicht bedacht ist, gib uns Anteil am Reichtum. [Anm.: raṇa Freude oder Kampf; abhakte unsicher.]
Wort für Wort
abhi-khyā
sieh hin (2. Sg. Imp.)
naḥ
auf uns (Akk. Pl.)
magha-van
Maghavan (Vok.)
nādhamānān
Bittende (Akk. Pl.)
sakhe
Freund (Vok.)
bodhi
denk/achte (2. Sg. Imp.)
vasu-pate
Herr der Güter (Vok.)
sakhīnām
der Freunde (Gen. Pl.)
raṇam
Freude/Kampf (Akk. Sg.)
kṛdhi
schaffe (2. Sg. Imp.)
raṇa-kṛt
Freude-/Kampfbringer (Nom./Vok. Sg.)
satya-śuṣma
von wahrer Kraft (Vok.)
abhakte
bei dem Nicht-Zugeteilten/Nichtbedachten (Lok. Sg.) [?]