Kapitel 59: ṛgvede 10.59 · pra tāryāyuḥ prataraṃ navīya sthātāreva kratumatārathasya
Um langes Leben; Nirṛti soll weichen
Lied um Verlängerung des Lebens und um das Weichen der Nirṛti (Auflösung, Verderben), mit Anrufung von Soma, Asunīti (‚Lebens-Führerin‘), Anumati, Erde, Himmel und Pūṣan. Die Verse 8–10 haben den Kehrvers ‚Himmel und Erde sollen das Übel wegtragen‘; Vers 10 ist im PP an einer Stelle verderbt (Token 5 und 8).
pra tāryāyuḥ prataraṃ navīya sthātāreva kratumatārathasya / adha cyavāna ut tavītyarthaṃ parātaraṃ sOG"ā̆m
Vorwärts ward das Leben gefördert, weiter, neuer, wie zwei Stehende auf dem Wagen des Einsichtigen [?]; dann ... als (der Sich-Regende) aufstrebend das Ziel [?]: weiter hinweg möge Nirṛti gut gehen.
Wort für Wort
pra
vor/vorwärts
tāri
ist geführt worden (3. Sg. Aor. Pass.)
āyuḥ
Leben (Nom. Sg. n.)
pra-taram
weiter (Nom. Sg. n.)
navīyaḥ
neuer (Nom. Sg. n.)
sthātārāiva
wie zwei Stehende (Nom. Du.)
kratu-matā
einsichtsvoll (Instr./Nom. Du.) [?]
rathasya
des Wagens (Gen. Sg.)
adha
dann
cyavānaḥ
sich regend/schwankend (Nom. Sg.) [?]
ut
empor
tavīti
erstarkt/strebt (3. Sg. Präs.) [?]
artham
Ziel/Zweck (Akk. Sg.) [?]
parātaram
weiter hinweg (Akk. Sg. n.)
su
gut
niḥ-ṛtiḥ
Nirṛti (Nom. Sg.)
jihītām
sie möge weichen/sich entfernen (3. Sg. Imper. Med.)
sāman nu rāye nidhiman nvannaṃ karāmahe su purudhaśravāṃsi / tā no viśvāni jaritā mamattu parātaraṃ sunir{ṛ}tirjihītām
Bei Sāman (Lied) nun um Reichtum, nun machen wir Speise, mit Vorrat versehen [?], gut, vielfach Ruhmestaten; das alles möge der Sänger uns besingen/erfreuen; weiter hinweg möge Nirṛti gut gehen.
abhī ṣvaryaḥ pauṃsyairbhavema dyaurna bhūmiṃ girayonājran / tā no viśvāni jaritā ciketa parātaraṃ sunir{ṛ}tirjihītām
Wir wollen die Fremden [?] durch Manneskräfte gut überwältigen, wie der Himmel die Erde, wie Berge die Ebenen; das alles möge der Sänger erkennen; weiter hinweg möge Nirṛti gut gehen.
mo ṣu ṇaḥ soma mṛtyave parā dāḥ paśyema nu sūryamuccarantam / dyubhirhito jarimā sū no astu parātaraṃ sunir{ṛ}tirjihītām
Nicht gib uns, Soma, dem Tod preis; wir wollen nun die aufgehende Sonne sehen; das Alter, in Tagen eingesetzt (an den Tagen festgelegt), sei uns gut; weiter hinweg möge Nirṛti gut gehen.
asunīte mano asmāsu dhāraya jīvātave su pra tirā naāyuḥ / rārandhi naḥ sūryasya sandṛśi ghṛtena tvantanvaṃ vardhayasva
Asunīti, richte den Geist auf uns; zum Leben streck uns das Leben gut voran; gib uns (Ruhe/Freude) beim Anblick der Sonne; mit Schmalz mehre du unseren Leib.
Asunīti, gib uns wieder das Auge, wieder den Atem hier, gib Genuss; lange wollen wir die aufgehende Sonne sehen; Anumati, sei uns gnädig, (schenke) Wohlergehen.
Wieder gebe uns die Erde den Lebenshauch, wieder die Göttin Himmel, wieder der Luftraum; wieder gebe uns Soma den Leib; wieder Pūṣan das Wegheil, das Wohlergehen ist.
śaṃ rodasī subandhave yahvī ṛtasya mātarā / bharatāmapa yad rapo dyauḥ pṛthivi kṣamā rapo mo ṣu te kiṃcanāmamat
Heil (seien) die beiden Welten dem guten Verwandten, die beiden jungen, Mütter des Ṛta; sie sollen das Übel wegtragen; Himmel, Erde, Erde-Duldende: das Übel soll fort; nicht soll dir irgendetwas Krankheit machen.
Wort für Wort
śam
Heil/Wohl (Akk. Sg. n.)
rodasī iti
die beiden Welten (Nom. Du.)
su-bandhave
dem guten Verwandten (Dat. Sg.)
yahvī iti
die beiden jungen (Nom. Du.)
ṛtasya
des Ṛta, der Ordnung (Gen. Sg.)
mātarā
Mütter (Nom. Du.)
bharatām
sie sollen tragen (3. Du. Imper.)
apa
weg
yat
was
rapaḥ
Übel/Gebrechen (Akk. Sg. n.)
dyauḥ
Himmel (Nom. Sg.)
pṛthivi
Erde (Vok. Sg.)
kṣamā
Erde/die Duldende (Vok. Sg.)
rapaḥ
Übel (Akk. Sg. n.)
mo iti
nicht (mo)
su
gut
te
dir (Akk./Dat. Sg.)
kim
irgendetwas (Nom. Sg. n.)
cana
-cana (Partikel)
āmamat
es soll schädigen/krank machen (3. Sg. Aor. Konj.)
ava dvake ava trikā divaścaranti bheṣajā / kṣamācariṣṇvekakaṃ bharatāmapa yad rapo dyauḥ pṛthivi kṣamārapo mo ṣu te kiṃ canāmamat
Herab (kommen) die Zweiergruppen, herab die Dreiergruppen [Anm.: wohl Heilmittel-Gruppen; unklar]; sie wandeln vom Himmel als Heilmittel, ...; auf der Erde der Einzelne, der Wandernde [?]; sie sollen das Übel wegtragen, Himmel, Erde, Erde-Duldende: das Übel soll fort; nicht soll dir irgendetwas Krankheit machen.
samindreraya gāmanaḍvāhaṃ ya āvahaduśīnarāṇyāanaḥ / bharatāmapa yad rapo dyauḥ pṛthivi kṣamā rapo moṣu te kiṃ canāmamat
Indra, treib (den Stier) hierher, das Rind, den Wagenzieher, der den Wagen der Uśīnara-Frau herbeizog [Anm.: PP-Token 5 und 8 verderbt]; sie sollen das Übel wegtragen, Himmel, Erde, Erde-Duldende: das Übel soll fort; nicht soll dir irgendetwas Krankheit machen.