Kapitel 121: ṛgvede 10.121 · hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre bhūtasya jātaḥ patirekaāsīt
Der Goldkeim: Welchem Gott sollen wir mit Darbringung dienen?
Schöpfungslied mit Kehrvers 'kasmai devāya haviṣā vidhema'. Aufbau: Der 'Goldkeim' als erster Herr der Geschöpfe, Stützer von Himmel und Erde, Herr über Atmendes, Berge, Meer, Wasser; Bitte um Schonung; Schlussvers an Prajāpati. Schwierig: Deutung von kasmai (Fragepronomen 'welchem' oder Name 'Ka'; hier als Frage gelesen, [Anm.: die Deutung als Name Ka ist spät und für 10.121 nicht nötig]) und 7 (asu 'Lebensgeist').
Der Goldkeim entstand am Anfang; geboren war er der eine Herr des Seienden. / Er hielt die Erde und diesen Himmel fest. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
Der Selbst-Geber, der Kraft-Geber, dessen Gebot alle, dessen Gebot die Götter verehrend umstehen, / dessen Schatten die Unsterblichkeit, dessen [Schatten] der Tod ist. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
yaḥ prāṇato nimiṣato mahitvaika id rājā jagato babhūva / ya īśe asya dvipadaścatuṣpadaḥ kasmai devāya haviṣāvidhema
Der über das Atmende, das Blinzelnde durch seine Größe der eine König der Welt wurde, / der über dieses Zweifüßige und Vierfüßige gebietet. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
Dessen diese Schneegebirge durch Größe sind, dessen Meer, sagt man, samt der Rasā [Weltstrom]; / dessen diese Himmelsrichtungen, dessen die beiden Arme sind. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
yena dyaurugrā pṛthivī ca dṛḷhā yena sva stabhitaṃ yenanākaḥ / yo antarikṣe rajaso vimānaḥ kasmai devāyahaviṣā vidhema
Durch den der Himmel gewaltig und die Erde fest ist, durch den das Lichtreich gestützt ist, durch den der Himmelsrücken, / der im Luftraum der Ausmesser des Dunstraums ist. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
Den die beiden Rufenden, mit Hilfe gestützt, zitternd im Geist ansahen; / wo über ihm die aufgegangene Sonne erstrahlt. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
āpo ha yad bṛhatīrviśvamāyan garbhaṃ dadhānājanayantīragnim / tato devānāṃ samavartatāsurekaḥkasmai devāya haviṣā vidhema
Als die großen Wasser alles durchzogen, den Keim tragend, das Feuer gebärend, / da entstand daraus der eine Lebensgeist der Götter. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
yaścidāpo mahinā paryapaśyad dakṣaṃ dadhānājanayantīryajñam / yo deveṣvadhi deva eka āsīt kasmaidevāya haviṣā vidhema
Der mit seiner Macht die Wasser überschaute, die Geschick trugen, die die Verehrungshandlung gebaren, / der unter den Göttern der eine Gott war. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
mā no hiṃsījjanitā yaḥ pṛthivyā yo vā divaṃsatyadharmā jajāna / yaścāpaścandrā bṛhatīrjajānakasmai devāya haviṣā vidhema
Nicht soll er uns schädigen, der Erzeuger der Erde, der mit wahrem Gesetz den Himmel erzeugte, / und der die glänzenden großen Wasser erzeugte. / Welchem Gott sollen wir mit der Darbringung dienen?
prajāpate na tvadetānyanyo viśvā jātāni pari tābabhūva / yatkāmāste juhumastan no astu vayaṃ syāma patayorayīṇām
Prajāpati, kein anderer als du hat all diese Geschöpfe umfasst. / Was wir wünschend dir darbringen, das soll uns zuteilwerden; wir wollen Herren der Reichtümer sein. [Anm.: Der PP der Quelle ist verderbt und fasst die Pādas zu zwei Wörtern zusammen; glossiert wird sinngemäß pro Halbvers.]