Kapitel 3: ṛgvede 10.3 · ino rājannaratiḥ samiddho raudro dakṣāya suṣumānadarśi
Agni als leuchtender Aratī am Morgen
Lied an Agni, den Entzündeten, der mit Glanz die Nacht (die dunkle Kuh) vertreibt und dem Himmel entgegenstrahlt. Der Beiname 'arati' (Vers 1, 2, 6, 7) ist mehrdeutig: 'Diener/Wanderer' oder 'Aufwärts-Gehender' [?]. Mehrere Verse haben verderbte PP-Trennungen.
Der kraftvolle König, der Entzündete, der Wanderer, / der Rudra-artige, wurde für die Geschicklichkeit als Wohlgekelterter gesehen; / erkennend strahlt er mit großem Glanz auseinander; / die Dunkle vertreibend geht er der Leuchtenden entgegen.
Als er die dunkle Kuh mit seiner Gestalt überwältigte, / die Frau, die Tochter des hohen Vaters, hervorbringend, / den Strahl der Sonne aufwärts stützend, / strahlt der Wanderer mit den Vasus des Himmels auseinander.
Der Freundliche kam, mit der Freundlichen verbunden; / er geht als Liebhaber hinterher zur Schwester; / Agni, mit wohlerkennbaren Tagen sich ausbreitend, / stand mit leuchtenden Farben bei der Dunklen [?].
asya yāmāso bṛhato na vagnūnindhānā agneḥ sakhyuḥśivasya / iḍyasya vṛṣṇo bṛhataḥ svāso bhāmāso yāmannaktavaścikitre
Seine Fahrten sind wie die des Hohen, die Rufe [?], / die des entflammten Freundes Agni, des Freundlichen, / des Preiswürdigen, des Stiers, des Hohen, seine Flammenzungen; / seine Lichtstrahlen sind bei der Fahrt in der Nacht gut erkennbar geworden.
Dessen Strahlen wie Töne wehen, des Leuchtenden, / des hohen, guten Himmels; / mit den ältesten, den glühendsten, spielenden, / den mächtigsten Strahlen erreicht er den Himmel.
asya śuṣmāso dadṛśānapaverjehamānasya svanayan niyudbhiḥ / pratnebhiryo ruśadbhirdevatamo vi rebhadbhiraratirbhāti vibhvā
Seine Kräfte, des zu sehenden Läuterers, des Zuckenden, / lassen mit Antrieben ertönen; / mit den alten, leuchtenden, / der göttlichste, strahlt der Wanderer mit den funkelnden auseinander, alldurchdringend.
sa ā vakṣi mahi na ā ca satsi divaspṛthivyoraratiryuvatyoḥ / agniḥ sutukaḥ sutukebhiraśvai rabhasvadbhīrabhasvāneha gamyāḥ
Er soll uns mächtig herfahren und sich setzen, der Wanderer / zwischen Himmel und Erde, den beiden jungen; / Agni mit guten Rossen, mit guten, / rasch Zupackenden ist er, der Rasche, soll hierher kommen.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg.)
ā
herbei (Präverb)
vakṣi
fährt herbei (3. Sg. Konj.)
mahi
mächtig (Adv./Akk. Sg.)
naḥ
uns (Dat. Pl.)
ā
und (Part.)
ca
herbei (Präverb)
satsi
setze dich (2. Sg. Konj.; [?])
divaḥpṛthivyoḥ
zwischen Himmel und Erde (Loc./Gen. Du.)
aratiḥ
Wanderer (Nom. Sg.)
yuvatyoḥ
der beiden jungen (Gen. Du.)
agniḥ
Agni (Nom. Sg.)
su-tukaḥ
mit guter Eile (Nom. Sg.)
sut-ukebhiḥ
mit gut eilenden (Instr. Pl.; PP-Trennung verderbt)