Kapitel 168: ṛgvede 10.168 · vātasya nu mahimānaṃ rathasya rujanneti stanayannasyaghoṣaḥ
Lob des Windes (Vāta)
Der Wind wird als Wagenfahrer und König der Welt beschrieben, dessen Schall man hört, dessen Gestalt man aber nicht sieht; Vers 3 stellt die Frage nach seiner Herkunft. Schwierig ist das Wort viṣṭhā (V. 2) und die Verbalergänzung in V. 1.
vātasya nu mahimānaṃ rathasya rujanneti stanayannasyaghoṣaḥ / divispṛg yātyaruṇāni kṛṇvannuto eti pṛthivyāreṇumasyan
Die Größe des Windes, seines Wagens, [will ich] nun [preisen] [Anm.: das Verb fehlt im Text, ergänzt]: zerbrechend kommt er, donnernd - sein Schall. / Den Himmel berührend fährt er, Rötliches bewirkend, und er kommt, Staub über die Erde streuend.
saṃ prerate anu vātasy viṣṭhā ainaṃ gachanti samanaṃ nayoṣāḥ / tābhiḥ sayuk sarathaṃ deva īyate 'sya viśvasyabhuvanasya rājā
Zusammen schwirren sie hervor, dem Wind nach, die Auseinanderstehenden [viṣṭhā: Scharen/Ausbreitungen, Bedeutung unsicher [?]]; / zu ihm kommen sie wie Frauen zur Versammlung. / Mit ihnen im Verein, auf demselben Wagen, fährt der Gott, / er, der König dieser ganzen Welt.
Wort für Wort
sam
zusammen
pra
hervor
īrate
sie schwirren, regen sich (3. Pl. Med.)
anu
entlang, nach
vātasya
Windes (Gen. Sg.)
vi-sthāḥ
die Auseinanderstehenden, Ausbreitungen, Scharen (Nom. Pl.) [?]
antarikṣe pathibhirīyamāno na ni viśate katamaccanāhaḥ / apāṃ sakhā prathamajā ṛtāvā kva svijjātaḥ kuta ābabhūva
Im Luftraum auf Pfaden dahinziehend, / lässt er sich an keinem einzigen Tag nieder. / Freund der Wasser, Erstgeborener, dem Ṛta [der Ordnung] verpflichtet: / wo ist er geboren, woher ist er entstanden?
Wort für Wort
antarikṣe
im Luftraum (Lok. Sg.)
pathi-bhiḥ
auf Pfaden (Instr. Pl.)
īyamānaḥ
sich fortbewegend (Nom. Sg. Part. Präs. Pass./Med.)
Atem [ātman: auch 'Selbst'] der Götter, Keim der Welt, / wandelt dieser Gott nach Belieben umher. / Seine Schälle werden ja gehört, nicht [aber] seine Gestalt. / Diesem Wind wollen wir mit der Darbringung huldigen.