Kapitel 67: ṛgvede 10.67 · imāṃ dhiyaṃ saptaśīrṣṇīṃ pitā na ṛtaprajātāṃ bṛhatīmavindat
Bṛhaspati öffnet den Felsen und gewinnt die Rinder und das Licht
Bṛhaspati-Lied mit Vala-Mythos: Die Aṅgirasen finden das Lied, Bṛhaspati sprengt den Felsen und befreit Rinder, Morgenröte, Sonne. Vers 1 (siebenköpfiges Gedanken-Lied, 'viertes') und die Zahlen in 4-5 sind rätselhaft.
Dieses siebenköpfige, aus der Wahrheit (ṛta) geborene, hohe Gedankenlied fand unser Vater [?] / das vierte [Anm.: oder: 'wahrlich das vierte'] erzeugte der Allgeborene [?], der Unermüdliche, indem er dem Indra ein Lobwort sprach.
Wort für Wort
imām
dieses (Akk. Sg. f.)
dhiyam
Gedankenlied, Vision (Akk. Sg.)
sapta-śīrṣṇīm
siebenköpfig (Akk. Sg. f.)
pitā
Vater (Nom. Sg.)
naḥ
unser (Gen. Pl.)
ṛta-prajātām
aus der ṛta geboren (Akk. Sg. f.)
bṛhatīm
hohe (Akk. Sg. f.)
avindat
fand (3. Sg. Impf.)
turīyam
das vierte (Akk. Sg. n.)
svit
wahrlich, [?] (Partikel)
janayat
erzeugte (3. Sg. Impf.)
viśva-janyaḥ
bei allen Menschen/Wesen beliebt, Allgeborener (Nom. Sg.) [?]
Die Wahrheit aussprechend, das Gerade hell erstrahlen lassend, / die Söhne des Himmels, die Helden des Asura, / setzten die Aṅgirasen den weisen [Anm.: oder: erregten] Standort ein; / sie erkannten den ersten Ort der Verehrungs-Weihehandlung.
Wie mit schreienden Schwänen, mit den Freunden, die laut riefen, / sprengte Bṛhaspati die steinernen Umschließungen auseinander; / er brüllte auf die Rinder zu, / und wissend sang er hinauf und stimmte den Lobgesang an.
Unten [Anm.: oder: vorn] waren zwei, darüber hinaus eine: die Rinder, die im Verborgenen standen, an der Brücke des Unwahren; / Bṛhaspati, im Dunkel das Licht wünschend, / trieb die Morgenröten hinauf; er machte drei sichtbar, ja er öffnete die drei.
Wort für Wort
avaḥ
unten, unterhalb (Adv.) [?]
dvābhyām
mit zwei (Instr. Du.)
paraḥ
jenseits, weiter (Adv.)
ekayā
mit einer (Instr. Sg. f.)
gāḥ
Rinder (Nom. Pl.)
guhā
im Verborgenen (Lok. Sg.)
tiṣṭhantīḥ
stehend (Nom. Pl. f. Part.)
anṛtasya
des Unwahren (Gen. Sg.)
setau
an der Brücke/Fessel (Lok. Sg.) [?]
bṛhaspatiḥ
Bṛhaspati (Nom. Sg.)
tamasi
im Dunkel (Lok. Sg.)
jyotiḥ
Licht (Akk. Sg.)
icchan
wünschend (Nom. Sg. Part.)
ut usrāḥ
hinauf, die Morgenrötlichen (Präverb + Akk. Pl.) [?]
Nachdem er die Burg gespalten hatte, ... du liegst [?] die abgewandte [?]; / drei zugleich schnitt er aus dem Wasserbehälter heraus; / Bṛhaspati fand die Morgenröte, die Sonne, das Rind, das Leuchtlied, / wie der Himmel donnernd.
Indra spaltete den Vala, den Hüter der Milchkühe, / wie mit der Hand [Anm.: oder: wie mit einem Werkzeug] auseinander, mit Gebrüll; / mit den Schweißtropfen [?] Milchmischung suchend, / brachte er den Paṇi zum Weinen und nahm die Rinder weg.
Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom. Sg.)
valam
Vala (Akk. Sg.)
rakṣitāram
Hüter (Akk. Sg.)
dughānām
der Milchkühe (Gen. Pl.)
kareṇa-iva
wie mit der Hand/dem Werkzeug (Instr. Sg. + iva) [?]
sa īṃ satyebhiḥ sakhibhiḥ śucadbhirgodhāyasaṃ vidhanasairadardaḥ / brahmaṇas patirvṛṣabhirvarāhairgharmasvedebhirdraviṇaṃ vyānaṭ
Der zerschmetterte ihn [Anm.: den Vala] mit den wahren, leuchtenden Freunden, / den Rinder-Trinker [Anm.: der die Rinder in sich hatte], mit denen, die Beute gewinnen; / der Herr des brahman [Anm.: Bṛhaspati], mit den Stieren, den Ebern, / die von heißem Schweiß triefen, erreichte den Reichtum.
te satyena manasā gopatiṃ gā iyānāsa iṣaṇayantadhībhiḥ / bṛhaspatirmithoavadyapebhirudusriyā asṛjatasvayugbhiḥ
Diese, mit wahrem Geist, die Rinder, den Herrn der Rinder, / suchten sie, indem sie gingen, mit ihren Gedanken; / Bṛhaspati ließ mit den einander Tadel abwehrenden [?], mit den Selbstgespannten, / die Morgenrotkühe hervor.
Ihn, indem wir ihn mit heilsamen Gedanken stärken, / [ihn] wie einen brüllenden Löwen in der gemeinsamen Halle: / Bṛhaspati, den Stier, in der Heldenbeute-Schlacht, / in Kampf um Kampf, den Siegreichen, wollen wir bejubeln.
Als er die allgestaltige Kraft-Beute gewonnen hatte, / und zum Himmel aufstieg, zu den höheren Sitzen, / da stärken sie Bṛhaspati, den Stier, / obwohl sie verschieden sind, und tragen das Licht mit dem Mund.
Macht den Wunsch zur Wahrheit, ihr [Götter], im Vayas-Geber [Anm.: oder: zur Kräftigung]; / auch den Sänger fördert ihr mit euren eigenen Hilfen. / Hinten sollen alle Bedränger weichen; / dies höret, ihr beiden Welten, ihr [die] alles Antreibenden.
Indra spaltete durch seine Größe das Haupt der großen Flut, des Arbuda; / er erschlug die Schlange, ließ die sieben Ströme strömen. / Mit den Göttern, ihr beiden Welten, fördert uns.