Ein Spieler klagt über seine Sucht, die Verstoßung durch Familie und Frau und die Verführung durch die Würfel; am Schluss mahnt ihn Savitar (Vers 13), das Spiel zu lassen und den Acker zu bestellen. Die Würfel erscheinen als Nüsse des Vibhīdaka-Baumes und als „braune Rosse“ (Bildrede).
Die Zitternden [?] des Hohen [?] berauschen mich, im Windzug Geborene, auf dem Spielbrett sich rollend. Wie der Genuss des Soma vom Mūjavat-Berg hat mir der Vibhīdaka, wachhaltend, geleuchtet [?]. [Anm.: Vibhīdaka = Würfelnuss; acchān unsicher.]
na mā mimetha na jihīḷa eṣā śivā sakhibhya uta mahyamāsīt / akṣasyāhamekaparasya hetoranuvratāmapa jāyāmarodham
Sie hat mich nicht geschmäht, nicht hat sie gezürnt; sie war gütig zu den Freunden und zu mir. Um des einen Würfels, des Höchstwurfs [?], willen habe ich die ergebene Gattin verstoßen. [Anm.: ekaparasya unsicher (Einer als höchster Wurf).]
Die Schwiegermutter hasst mich, die Gattin sperrt sich ab; der Bittende findet keinen, der Erbarmen hat. Wie an einem alten, (kaufens)werten Ross [?] finde ich am Spieler keinen Genuss. [Anm.: aśvasyeva jarato vasnyasya unsicher.]
Andere fassen die Gattin dessen an, dessen Besitz der eifrige Würfel begehrt hat. Vater, Mutter, Brüder sagen von ihm: „Wir kennen (ihn) nicht; führt den Gebundenen fort.“
Wenn ich mir vornehme: Nicht will ich mit diesen [?] (spielen) — dann bleibe ich hinter den Freunden zurück, die davongehen. Und die niedergeworfenen Braunen haben Laut gegeben; ich gehe doch zu ihrem Treffpunkt wie eine Buhlerin. [Anm.: daviṣāṇi unsicher; babhravaḥ = braune Würfel, Bildrede.]
sabhāmeti kitavaḥ pṛchamāno jeṣyāmīti tanvāśūśujānaḥ / akṣāso asya vi tiranti kāmaṃ pratidīvnedadhata ā kṛtāni
Der Spieler geht zur Spielhalle, fragend, „Ich werde gewinnen“ (sagend), mit dem Leib glühend. Die Würfel steigern sein Verlangen [?], indem sie dem Gegenspieler das Erzielte zubringen [?]. [Anm.: vi tiranti und kṛtāni unsicher (kṛta = Vierer-Wurf?).]
Ja, die Würfel sind Hakenträger, Stachler, Betrüger, Sengende, Brennende; Gaben eines Knaben [?], die dem Siegenden zurückschlagen; mit Honig durchmischt sind sie, des Spielers Vernichter.
tripañcāśaḥ krīḷati vrāta eṣāṃ deva iva savitāsatyadharmā / ugrasya cin manyave nā namante rājā cidebhyonama it kṛṇoti
Die Schar der Dreiundfünfzig [?] spielt, wie der Gott Savitar wahr in ihrem Recht. Vor dem Grimm des Gewaltigen beugen sie sich nicht; selbst der König erweist ihnen Verneigung. [Anm.: tripañcāśa vielleicht 3×50 oder 53; kṛṇomi (PP) gegen kṛṇoti (SA).]
Sie rollen nach unten, springen nach oben; handlos überwältigen sie den Händebesitzer. Himmlische Kohlen, aufs Spielbrett gestreut, verbrennen, obwohl kalt, das Herz gänzlich.
Die Gattin des Spielers grämt sich, verlassen; die Mutter (grämt sich) um den Sohn, der wer weiß wohin umherzieht. Schuldbeladen, sich fürchtend, Geld suchend, geht er nachts zum Haus anderer.
striyaṃ dṛṣṭvāya kitavaṃ tatāpānyeṣāṃ jāyāṃsukṛtaṃ ca yonim / pūrvāhṇe aśvān yuyuje hi babhrūn soagnerante vṛṣalaḥ papāda
Den Spieler quält es, wenn er eine Frau gesehen hat, anderer Leute Gattin und ein wohlgeordnetes Heim. Am Vormittag hat er die braunen Rosse [Würfel, Bildrede] angeschirrt; der Verworfene ist am Feuer niedergesunken [?].
yo vaḥ senānīrmahato gaṇasya rājā vrātasya prathamobabhūva / tasmai kṛṇomi na dhanā ruṇadhmi daśāhamprācīstad ṛtaṃ vadāmi
Der euer Heerführer der großen Schar wurde, der König des Trupps, als erster: dem erweise ich (Verneigung) [?]; nicht enthalte ich (ihm) Güter vor. Zehn (Finger) nach vorn [gestreckt]: dies sage ich als Wahrheit. [Anm.: kṛṇomi ohne Objekt; wohl namaḥ zu ergänzen.]
akṣairmā dīvyaḥ kṛṣimit kṛṣasva vitte ramasva bahumanyamānaḥ / tatra gāvaḥ kitava tatra jāyā tan me vicaṣṭe savitāyamaryaḥ
Mit Würfeln spiele nicht; bestelle nur den Acker, freue dich am Besitz und halte ihn hoch. Dort sind Rinder, Spieler, dort die Gattin: das erklärt mir dieser Savitar, der Herr.
mitraṃ kṛṇudhvaṃ khalu mṛlatā no mā no ghoreṇa caratābhidhṛṣṇu / ni vo nu manyurviśatāmarātiranyo babhrūṇāmprasitau nvastu
Macht mich wahrlich zum Freund; seid uns gnädig; geht nicht mit Schrecklichem gewaltsam auf uns los. Euer Zorn soll sich nun niederlassen; ein anderer soll in die Fessel der Braunen geraten. [Anm.: zweiter Halbvers unsicher (arāti = Missgunst/Gegner).]