Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 10: Kṛṣṇamāhātmya Der zehnte Tag: Dhṛtarāṣṭras Preis der göttlichen Taten Kṛṣṇas

Dhṛtarāṣṭra löst sein am Ende von Kap.9 gegebenes Versprechen ein und trägt Saṃjaya, ohne eigene erneute Sprecherkennzeichnung im weiteren Kapitelverlauf, einen langen Katalog der göttlichen Taten Kṛṣṇas vor: von dessen Kindheitstaten im Hirtengeschlecht (V.1-5) über die Tötung Kaṃsas und Sunāmans (V.6-8), die Bezwingung des Durvāsas (V.9), die Brautwerbung um die Gāndhāra-Prinzessin (V.10-11), die Tötung Jarāsandhas, Śiśupālas und die Zerstörung Saubhas (V.12-14), eine große Liste unterworfener Völker (V.15-18), die Bezwingung Varuṇas und die Erlangung des Muschelhorns Pāñcajanya (V.19-20), den Khāṇḍava-Waldbrand mit dem Erwerb des Sudarśana-Diskus (V.21), den Raub des Pārijāta-Baumes aus Indras Himmel (V.22-23), bis hin zu Kṛṣṇas kosmischer Erscheinung (viśvarūpa) in Dhṛtarāṣṭras eigener Versammlungshalle während der Friedensgesandtschaft und der eigenen, gnadenhaft gewährten Vision des Königs (V.24-25). Es folgt eine Reflexion über die Unermesslichkeit von Kṛṣṇas Taten, eine Aufzählung der Vṛṣṇi-Helden und die bange Frage, ob sie sich den Pāṇḍavas anschließen würden (V.26-30), das Doppelmotiv Nara-Nārāyaṇa für Kṛṣṇa und Arjuna (V.31-42), und schließlich – nach einer kurzen philosophischen Reflexion über die Unentrinnbarkeit des Todes – die WIEDERHOLTE, nun bereits dritte ausdrückliche Bestätigung innerhalb dieses Kapitelblocks (vgl. Kap.7-9), dass sowohl Bhīṣma als auch Droṇa bereits gefallen sind ('bhīṣmadroṇau hatau', V.45, V.48), verbunden mit Dhṛtarāṣṭras Eingeständnis eigener Schuld und der abschließenden Bitte um den vollständigen Bericht des Kampfverlaufs (V.43-51). Anm. d. Übers.: Die in V.47 erscheinende Zeile ('pakvānāṃ hi vadhe sūta vajrāyante tṛṇāny api', 'denn beim Fällen der Reifen werden selbst Grashalme zu Donnerkeilen') ist nahezu wortgleich bereits in Kap.8 V.30 als Apparat-Variante dokumentiert; ihr Wiederauftreten hier als Haupttext unterstreicht zusätzlich die durchgängige Behandlung von Bhīṣmas UND Droṇas Tod als bereits geschehene Tatsache in diesem gesamten Kapitelblock.

śṛṇu divyāni karmāṇi vāsudevasya saṃjaya / kṛtavān yāni govindo yathā nānyaḥ pumān kva cit

Höre die göttlichen Taten Vāsudevas, Saṃjaya, die Govinda vollbracht hat, wie sie kein anderer Mann irgendwo je [vollbrachte].

Wort für Wort
śṛṇu divyāni karmāṇi vāsudevasya saṃjaya
höre die göttlichen Taten Vāsudevas, Saṃjaya (2.Sg.Imp. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Gen.Sg. + Vok.Sg.)
kṛtavān yāni govindaḥ yathā na anyaḥ pumān kva cit
die Govinda vollbracht hat, wie sie kein anderer Mann irgendwo je [vollbrachte] (Nom.Sg.Perf.Part. + Akk.Pl.Relativ + Nom.Sg. + Adv. + Neg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Adv.)

[Anm.: V.1 bildet eine Einheit; Beginn von Dhṛtarāṣṭras angekündigtem Preis der Taten Kṛṣṇas (vgl. Schluss von Kap.9). Auch dieser Redeteil erhält, wie durchgängig in dieser Ausgabe, keine Anführungszeichen-Markierung.]

saṃvardhatā gopakule bālenaiva mahātmanā / vikhyāpitaṃ balaṃ bāhvos triṣu lokeṣu saṃjaya

Während er noch als Kind im Hirtengeschlecht aufwuchs, der Hochherzige, wurde die Kraft seiner Arme in den drei Welten bekannt, Saṃjaya.

Wort für Wort
saṃvardhatā gopakule bālena eva mahātmanā
während er noch als Kind im Hirtengeschlecht aufwuchs, der Hochherzige (Instr.Sg.Part. + Lok.Sg. + Instr.Sg. + Partikel + Instr.Sg.Bah.)
vikhyāpitam balam bāhvoḥ triṣu lokeṣu saṃjaya
wurde die Kraft seiner Arme in den drei Welten bekannt, Saṃjaya (Nom.Sg.Part.Pass.Kaus. + Nom.Sg. + Gen.Du. + Lok.Pl. + Lok.Pl. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.2 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0081_01 (śakaṭaṃ pūtanāṃ hatvā bhagnau ca yamalārjunau, 'nachdem er den Karren [zerschmettert], Pūtanā getötet, und die Zwillings-Arjuna-Bäume zerbrochen hatte') benennt bereits hier konkrete, aus der Kṛṣṇa-Legende bekannte Kindheitstaten, wird aber, der Konvention dieser Übersetzung folgend, als Zusatzüberlieferung nicht in den Haupttext übernommen.]

uccaiḥśravas tulyabalaṃ vāyuvegasamaṃ jave / jaghāna hayarājaṃ yo yamunāvanavāsinam

Er, der den Pferdekönig erschlug, gleich Uccaiḥśravas an Kraft, dem Windesstoß gleich an Schnelligkeit, den Bewohner des Yamunā-Waldes,

Wort für Wort
uccaiḥśravaḥ tulyabalam vāyuvegasamam jave
gleich Uccaiḥśravas an Kraft, dem Windesstoß gleich an Schnelligkeit (Nom.Sg. + Akk.Sg.Bah. + Akk.Sg.Bah. + Lok.Sg.)
jaghāna hayarājam yaḥ yamunāvanavāsinam
er, der den Pferdekönig erschlug, den Bewohner des Yamunā-Waldes (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Relativ + Akk.Sg.Bah.)

[Anm.: V.3-4 bilden eine syntaktische Einheit; hier wird die Tötung des Pferdedämons Keśin (der Name selbst erst im Apparat zu V.5 genannt) sowie des Stierdämons erzählt.]

dānavaṃ ghorakarmāṇaṃ gavāṃ mṛtyum ivotthitam / vṛṣarūpadharaṃ bālye bhujābhyāṃ nijaghāna ha

den Dānava von furchtbaren Taten, wie der Tod für die Kühe erstanden, den Stiergestaltigen, erschlug er in seiner Kindheit fürwahr mit [bloßen] Armen.

Wort für Wort
dānavam ghorakarmāṇam gavām mṛtyum iva utthitam
den Dānava von furchtbaren Taten, wie der Tod für die Kühe erstanden (Akk.Sg. + Akk.Sg.Bah. + Gen.Pl. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.Part.)
vṛṣarūpadharam bālye bhujābhyām nijaghāna ha
den Stiergestaltigen, erschlug er in seiner Kindheit fürwahr mit [bloßen] Armen (Akk.Sg.Bah. + Lok.Sg. + Instr.Du. + 3.Sg.Perf. + Partikel)

[Anm.: Fortsetzung von V.3; Abschluss der Einheit V.3-4.]

pralambaṃ narakaṃ jambhaṃ pīṭhaṃ cāpi mahāsuram / muruṃ cācalasaṃkāśam avadhīt puṣkarekṣaṇaḥ

Pralamba, Naraka, Jambha, und auch Pīṭha, den großen Asura, und Mura, dem Berge gleich — sie erschlug der Lotusäugige.

Wort für Wort
pralambam narakam jambham pīṭham ca api mahāsuram
Pralamba, Naraka, Jambha, und auch Pīṭha, den großen Asura (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Partikel + Akk.Sg.)
murum ca acalasaṃkāśam avadhīt puṣkarekṣaṇaḥ
und Mura, dem Berge gleich — sie erschlug der Lotusäugige (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.Bah. + 3.Sg.Aor. + Nom.Sg.Bah.)

[Anm.: V.5 bildet eine Einheit. Der umfangreiche Apparatseinschub *0082_01-04 (pūtanāṃ śakuniṃ hatvā keśinaṃ caiva vājinam / ṛṣabhaṃ dhenukaṃ caiva ariṣṭaṃ ca mahābalam / vṛkaṃ hatvā mahābāhuṃ dhṛtvā govardhanaṃ girim / cāṇūraṃ muṣṭikaṃ caiva raṅgamadhye nihatya ca, 'nachdem er Pūtanā, Śakuni, sowie den Pferdedämon Keśin, Ṛṣabha, ebenso Dhenuka, sowie den überaus starken Ariṣṭa, sowie den großarmigen Vṛka getötet, den Berg Govardhana gehalten, und Cāṇūra sowie Muṣṭika inmitten der Kampfarena erschlagen hatte') benennt eine reiche, aus der Kṛṣṇa-Legende bekannte Liste weiterer Taten (hier erstmals wird auch der Name 'Keśin' für den in V.3 erwähnten Pferdedämon genannt), wird aber, der Konvention dieser Übersetzung folgend, als Zusatzüberlieferung nicht in den Haupttext übernommen.]

tathā kaṃso mahātejā jarāsaṃdhena pālitaḥ / vikrameṇaiva kṛṣṇena sagaṇaḥ śātito raṇe

Ebenso wurde Kaṃsa, von großer Macht, von Jarāsandha beschützt, allein durch Kṛṣṇas Tapferkeit, mitsamt seiner Schar, im Kampf niedergestreckt.

Wort für Wort
tathā kaṃsaḥ mahātejāḥ jarāsaṃdhena pālitaḥ
ebenso Kaṃsa, von großer Macht, von Jarāsandha beschützt (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Bah. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)
vikrameṇa eva kṛṣṇena sagaṇaḥ śātitaḥ raṇe
wurde allein durch Kṛṣṇas Tapferkeit, mitsamt seiner Schar, im Kampf niedergestreckt (Instr.Sg. + Partikel + Instr.Sg. + Nom.Sg.Bah. + Nom.Sg.Part. + Lok.Sg.)

[Anm.: V.6 bildet eine Einheit.]

sunāmā nāma vikrāntaḥ samagrākṣauhiṇīpatiḥ / bhojarājasya madhyastho bhrātā kaṃsasya vīryavān

Einer namens Sunāman, tapfer, Herr eines ganzen Akṣauhiṇī-Heeres, dem Bhoja-König nahestehend [?], der starke Bruder Kaṃsas,

Wort für Wort
sunāmā nāma vikrāntaḥ samagrākṣauhiṇīpatiḥ
einer namens Sunāman, tapfer, Herr eines ganzen Akṣauhiṇī-Heeres (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Bah.)
bhojarājasya madhyasthaḥ bhrātā kaṃsasya vīryavān
dem Bhoja-König nahestehend, der starke Bruder Kaṃsas (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Bah.)

[Anm.: V.7-8 bilden eine syntaktische Einheit; ein Bruder Kaṃsas namens Sunāman, König von Śūrasena, wird von Kṛṣṇa und Baladeva im Kampf vernichtet. 'madhyasthaḥ' (V.7c) ist nicht ganz eindeutig; wörtlich 'in der Mitte stehend', hier probeweise als 'nahestehend' bzw. neutral gedeutet.]

baladevadvitīyena kṛṣṇenāmitraghātinā / tarasvī samare dagdhaḥ sasainyaḥ śūrasenarāṭ

wurde, mit Baladeva als Zweitem, von Kṛṣṇa, dem Feindetöter, der schnelle König von Śūrasena, mitsamt seinem Heer, im Kampf verbrannt.

Wort für Wort
baladevadvitīyena kṛṣṇena amitraghātinā
mit Baladeva als Zweitem, von Kṛṣṇa, dem Feindetöter (Instr.Sg.Bah. + Instr.Sg. + Instr.Sg.Bah.)
tarasvī samare dagdhaḥ sasainyaḥ śūrasenarāṭ
wurde der schnelle König von Śūrasena, mitsamt seinem Heer, im Kampf verbrannt (Nom.Sg.Bah. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Bah. + Nom.Sg.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.7.]

durvāsā nāma viprarṣis tathā paramakopanaḥ / ārādhitaḥ sadāreṇa sa cāsmai pradadau varān

Ein Seherbrahmine namens Durvāsas, ebenso überaus jähzornig, wurde von ihm samt Gattin verehrt/besänftigt, und jener gewährte ihm Gaben.

Wort für Wort
durvāsāḥ nāma viprarṣiḥ tathā paramakopanaḥ
ein Seherbrahmine namens Durvāsas, ebenso überaus jähzornig (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.Bah.)
ārādhitaḥ sadāreṇa sa ca asmai pradadau varān
wurde von ihm samt Gattin verehrt, und jener gewährte ihm Gaben (Nom.Sg.Part. + Instr.Sg.Bah. + Nom.Sg. + Konj. + Dat.Sg. + 3.Sg.Perf. + Akk.Pl.)

[Anm.: V.9 bildet eine Einheit.]

tathā gāndhārarājasya sutāṃ vīraḥ svayaṃvare / nirjitya pṛthivīpālān avahat puṣkarekṣaṇaḥ

Ebenso trug der Held, nachdem er beim Svayaṃvara die Erdenschützer [Könige] besiegt hatte, die Tochter des Gāndhāra-Königs davon, der Lotusäugige.

Wort für Wort
tathā gāndhārarājasya sutām vīraḥ svayaṃvare
ebenso die Tochter des Gāndhāra-Königs, der Held, beim Svayaṃvara (Adv. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
nirjitya pṛthivīpālān avahat puṣkarekṣaṇaḥ
trug, nachdem er die Erdenschützer besiegt hatte, davon, der Lotusäugige (Ger. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.Bah.)

[Anm.: V.10-11 bilden eine syntaktische Einheit; von der erzwungenen Brautwerbung um eine Prinzessin des Gāndhāra-Königs und der anschließenden Demütigung der unterlegenen Freier ist die Rede.]

amṛṣyamāṇā rājāno yasya jātyā hayā iva / rathe vaivāhike yuktāḥ pratodena kṛtavraṇāḥ

Die es nicht ertragen konnten, die Könige, wurden, wie Pferde von [edler] Geburt, an den Hochzeitswagen gespannt, von der Peitsche verwundet.

Wort für Wort
amṛṣyamāṇāḥ rājānaḥ yasya jātyā hayāḥ iva
die es nicht ertragen konnten, die Könige, wie Pferde von [edler] Geburt (Nom.Pl.Part. + Nom.Pl. + Gen.Sg.Relativ + Instr.Sg. + Nom.Pl. + Partikel)
rathe vaivāhike yuktāḥ pratodena kṛtavraṇāḥ
wurden an den Hochzeitswagen gespannt, von der Peitsche verwundet (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Pl.Part. + Instr.Sg. + Nom.Pl.Bah.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.10.]

jarāsaṃdhaṃ mahābāhum upāyena janārdanaḥ / pareṇa ghātayām āsa pṛthag akṣauhiṇīpatim

Jarāsandha, den Großarmigen, der für sich allein ein Akṣauhiṇī-Heer befehligte, ließ Janārdana [Kṛṣṇa] durch eine überlegene List töten.

Wort für Wort
jarāsaṃdham mahābāhum upāyena janārdanaḥ
Jarāsandha, den Großarmigen, durch eine List, Janārdana (Akk.Sg. + Akk.Sg.Bah. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
pareṇa ghātayām āsa pṛthak akṣauhiṇīpatim
ließ durch eine überlegene [List] töten, den für sich allein ein Akṣauhiṇī-Heer Befehligenden (Instr.Sg. + 3.Sg.Perf.Kaus. + Adv. + Akk.Sg.Bah.)

[Anm.: V.12 bildet eine Einheit; Anspielung auf den durch Kṛṣṇas Strategie herbeigeführten Zweikampf zwischen Bhīma und Jarāsandha.]

cedirājaṃ ca vikrāntaṃ rājasenāpatiṃ balī / arghe vivadamānaṃ ca jaghāna paśuvat tadā

Und den tapferen König von Cedi [Śiśupāla], Heerführer der Könige, der über die Ehrengabe stritt, erschlug der Mächtige damals wie ein Tier.

Wort für Wort
cedirājam ca vikrāntam rājasenāpatim balī
und den tapferen König von Cedi, Heerführer der Könige, der Mächtige (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Bah.)
arghe vivadamānam ca jaghāna paśuvat tadā
der über die Ehrengabe stritt, erschlug damals wie ein Tier (Lok.Sg. + Akk.Sg.Part. + Konj. + 3.Sg.Perf. + Adv. + Adv.)

[Anm.: V.13 bildet eine Einheit; Anspielung auf die Tötung Śiśupālas durch Kṛṣṇa während des Rājasūya-Opfers.]

saubhaṃ daityapuraṃ svasthaṃ śālvaguptaṃ durāsadam / samudrakukṣau vikramya pātayām āsa mādhavaḥ

Saubha, die Daitya-Stadt, wohlbefestigt, von Śālva beschützt, schwer zu erreichen — in der Bucht des Ozeans, nachdem er mit Kraft angegriffen hatte, ließ Mādhava sie zu Fall bringen.

Wort für Wort
saubham daityapuram svastham śālvaguptam durāsadam
Saubha, die Daitya-Stadt, wohlbefestigt, von Śālva beschützt, schwer zu erreichen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Bah. + Akk.Sg.Bah.)
samudrakukṣau vikramya pātayām āsa mādhavaḥ
in der Bucht des Ozeans, nachdem er mit Kraft angegriffen hatte, ließ Mādhava sie zu Fall bringen (Lok.Sg. + Ger. + 3.Sg.Perf.Kaus. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.14 bildet eine Einheit.]

aṅgān vaṅgān kaliṅgāṃś ca māgadhān kāśikosalān / vatsagargakarūṣāṃś ca puṇḍrāṃś cāpy ajayad raṇe / āvantyān dākṣiṇātyāṃś ca pārvatīyān daśerakān / kāśmīrakān aurasakān piśācāṃś ca samandarān / kāmbojān vāṭadhānāṃś ca colān pāṇḍyāṃś ca saṃjaya / trigartān mālavāṃś caiva daradāṃś ca sudurjayān / nānādigbhyaś ca saṃprāptān vrātān aśvaśakān prati / jitavān puṇḍarīkākṣo yavanāṃś ca sahānugān

Die Aṅgas, Vaṅgas, und Kaliṅgas, die Māgadhas, die Kāśi-Kosalas, die Vatsa-Garga-Karūṣas, und auch die Puṇḍras besiegte er im Kampf; die Āvantyas, und die Südländer, die Bergbewohner, die Daśerakas, die Kāśmīrakas, die Aurasakas, und die Piśācas mitsamt den Mandaras; die Kāmbojas, die Vāṭadhānas, die Colas und Pāṇḍyas, Saṃjaya, die Trigartas, und die Mālavas, und die schwer zu bezwingenden Daradas; und die aus verschiedenen Himmelsrichtungen zusammengekommenen Scharen, gegenüber den Pferde-Śakas — der Lotusäugige besiegte sie, und die Yavanas mitsamt ihrem Gefolge.

Wort für Wort
aṅgān vaṅgān kaliṅgān ca māgadhān kāśikosalān
die Aṅgas, Vaṅgas, und Kaliṅgas, die Māgadhas, die Kāśi-Kosalas (Akk.Pl. je)
vatsagargakarūṣān ca puṇḍrān ca api ajayat raṇe
die Vatsa-Garga-Karūṣas, und auch die Puṇḍras besiegte er im Kampf (Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl. + Konj. + Partikel + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
āvantyān dākṣiṇātyān ca pārvatīyān daśerakān
die Āvantyas, und die Südländer, die Bergbewohner, die Daśerakas (Akk.Pl. je)
kāśmīrakān aurasakān piśācān ca samandarān
die Kāśmīrakas, die Aurasakas, und die Piśācas mitsamt den Mandaras (Akk.Pl. je)
kāmbojān vāṭadhānān ca colān pāṇḍyān ca saṃjaya
die Kāmbojas, die Vāṭadhānas, die Colas und Pāṇḍyas, Saṃjaya (Akk.Pl. je + Vok.Sg.)
trigartān mālavān ca eva daradān ca sudurjayān
die Trigartas, und die Mālavas, und die schwer zu bezwingenden Daradas (Akk.Pl. je)
nānādigbhyaḥ ca saṃprāptān vrātān aśvaśakān prati
und die aus verschiedenen Himmelsrichtungen zusammengekommenen Scharen, gegenüber den Pferde-Śakas (Abl.Pl. + Konj. + Akk.Pl.Part. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Präp.)
jitavān puṇḍarīkākṣaḥ yavanān ca sahānugān
besiegte der Lotusäugige, und die Yavanas mitsamt ihrem Gefolge (Nom.Sg.Perf.Part. + Nom.Sg. + Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl.Bah.)

[Anm.: V.15-18 bilden eine syntaktische Einheit: eine lange Aufzählung von Kṛṣṇa unterworfener Völker und Reiche.]

praviśya makarāvāsaṃ yādobhir abhisaṃvṛtam / jigāya varuṇaṃ yuddhe salilāntargataṃ purā

Nachdem er die Behausung der Meerungeheuer betreten hatte, umgeben von Wassertieren, besiegte er einst im Kampf Varuṇa, der in den Fluten weilte.

Wort für Wort
praviśya makarāvāsam yādobhiḥ abhisaṃvṛtam
nachdem er die Behausung der Meerungeheuer betreten hatte, umgeben von Wassertieren (Ger. + Akk.Sg. + Instr.Pl. + Akk.Sg.Part.)
jigāya varuṇam yuddhe salilāntargatam purā
besiegte er einst im Kampf Varuṇa, der in den Fluten weilte (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Lok.Sg. + Akk.Sg.Bah. + Adv.)

[Anm.: V.19 bildet eine Einheit.]

yudhi pañcajanaṃ hatvā pātālatalavāsinam / pāñcajanyaṃ hṛṣīkeśo divyaṃ śaṅkham avāptavān

Nachdem er im Kampf Pañcajana erschlagen hatte, den Bewohner des Pātāla-Grundes, erlangte Hṛṣīkeśa [Kṛṣṇa] das göttliche Muschelhorn Pāñcajanya.

Wort für Wort
yudhi pañcajanam hatvā pātālatalavāsinam
nachdem er im Kampf Pañcajana erschlagen hatte, den Bewohner des Pātāla-Grundes (Lok.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.Bah.)
pāñcajanyam hṛṣīkeśaḥ divyam śaṅkham avāptavān
erlangte Hṛṣīkeśa das göttliche Muschelhorn Pāñcajanya (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Perf.Part.)

[Anm.: V.20 bildet eine Einheit.]

khāṇḍave pārthasahitas toṣayitvā hutāśanam / āgneyam astraṃ durdharṣaṃ cakraṃ lebhe mahābalaḥ

Bei Khāṇḍava, zusammen mit dem Sohn der Pṛthā [Arjuna], nachdem er den Feueresser [Agni] zufriedengestellt hatte, erlangte der Mächtige die Feuerwaffe [und] den schwer zu widerstehenden Diskus.

Wort für Wort
khāṇḍave pārthasahitaḥ toṣayitvā hutāśanam
bei Khāṇḍava, zusammen mit dem Sohn der Pṛthā, nachdem er den Feueresser zufriedengestellt hatte (Lok.Sg. + Nom.Sg.Bah. + Ger. + Akk.Sg.)
āgneyam astram durdharṣam cakram lebhe mahābalaḥ
erlangte der Mächtige die Feuerwaffe, den schwer zu widerstehenden Diskus (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Bah. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.Med. + Nom.Sg.Bah.)

[Anm.: V.21 bildet eine Einheit.]

vainateyaṃ samāruhya trāsayitvāmarāvatīm / mahendrabhavanād vīraḥ pārijātam upānayat

Nachdem er den Sohn der Vinatā [Garuḍa] bestiegen und Amarāvatī [Indras Stadt] in Schrecken versetzt hatte, brachte der Held aus Mahendras Palast den Pārijāta-[Baum].

Wort für Wort
vainateyam samāruhya trāsayitvā amarāvatīm
nachdem er den Sohn der Vinatā bestiegen und Amarāvatī in Schrecken versetzt hatte (Akk.Sg. + Ger. + Ger. + Akk.Sg.)
mahendrabhavanāt vīraḥ pārijātam upānayat
brachte der Held aus Mahendras Palast den Pārijāta-[Baum] (Abl.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.22-23 bilden eine syntaktische Einheit: die Erzählung vom Raub des Pārijāta-Baumes.]

tac ca marṣitavāñ śakro jānaṃs tasya parākramam / rājñāṃ cāpy ajitaṃ kaṃ cit kṛṣṇeneha na śuśruma

Und dies ertrug Śakra, seine Tapferkeit kennend; und von keinem der Könige, der von Kṛṣṇa unbesiegt geblieben wäre, haben wir hier gehört.

Wort für Wort
tat ca marṣitavān śakraḥ jānan tasya parākramam
und dies ertrug Śakra, seine Tapferkeit kennend (Akk.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Perf.Part. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
rājñām ca api ajitam kam cit kṛṣṇena iha na śuśruma
und von keinem der Könige, der von Kṛṣṇa unbesiegt geblieben wäre, haben wir hier gehört (Gen.Pl. + Konj. + Partikel + Akk.Sg. + Indef.Akk. + Instr.Sg. + Adv. + Neg. + 1.Pl.Perf.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.19. Der Apparatseinschub *0083_01 (govardhanasyoddharaṇe jñātvā vai samasajjata, 'im Wissen um das Emporheben des Govardhana fügte er sich fürwahr') ist eine redundante Rückverweisung, die nicht in den Haupttext übernommen wird.]

yac ca tan mahad āścaryaṃ sabhāyāṃ mama saṃjaya / kṛtavān puṇḍarīkākṣaḥ kas tadanya ihārhati

Und jenes große Wunder, das der Lotusäugige in meiner Versammlungshalle vollbracht hat, Saṃjaya — wer sonst hier ist dem gleichzukommen fähig?

Wort für Wort
yat ca tat mahat āścaryam sabhāyām mama saṃjaya
und jenes große Wunder in meiner Versammlungshalle, Saṃjaya (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg. + Gen.Sg. + Vok.Sg.)
kṛtavān puṇḍarīkākṣaḥ kaḥ tadanyaḥ iha arhati
das der Lotusäugige vollbracht hat — wer sonst hier ist dem gleichzukommen fähig (Nom.Sg.Perf.Part. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Interrog. + Nom.Sg. + Adv. + 3.Sg.Präs.)

[Anm.: V.24 bildet eine Einheit; Anspielung auf Kṛṣṇas kosmische Erscheinung (viśvarūpa) vor dem Kaurava-Hof während der Friedensgesandtschaft im Udyogaparva.]

yac ca bhaktyā prapanno 'ham adrākṣaṃ kṛṣṇam īśvaram / tan me suviditaṃ sarvaṃ pratyakṣam iva cāgamat

Und was ich, in Hingabe Zuflucht suchend, sah — Kṛṣṇa, den Herrn —, das alles ist mir wohlbekannt geworden, wie als ob es unmittelbar geschehen wäre.

Wort für Wort
yat ca bhaktyā prapannaḥ aham adrākṣam kṛṣṇam īśvaram
und was ich, in Hingabe Zuflucht suchend, sah — Kṛṣṇa, den Herrn (Akk.Sg. + Konj. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg. + 1.Sg.Aor. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tat me suviditam sarvam pratyakṣam iva ca āgamat
das alles ist mir wohlbekannt geworden, wie als ob es unmittelbar geschehen wäre (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Konj. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.25 bildet eine Einheit; wohl Anspielung auf die Gnade, durch die Dhṛtarāṣṭra bei jener Gelegenheit vorübergehend sehend gemacht wurde, um Kṛṣṇas kosmische Gestalt selbst zu erblicken.]

nānto vikramayuktasya buddhyā yuktasya vā punaḥ / karmaṇaḥ śakyate gantuṃ hṛṣīkeśasya saṃjaya

Es gibt kein Ende der Tat des Hṛṣīkeśa [Kṛṣṇa], die mit Tapferkeit verbunden oder wiederum mit Weisheit verbunden ist, das erreicht werden könnte, Saṃjaya.

Wort für Wort
na antaḥ vikramayuktasya buddhyā yuktasya vā punaḥ
es gibt kein Ende der [Tat], die mit Tapferkeit oder wiederum mit Weisheit verbunden ist (Neg. + Nom.Sg. + Gen.Sg.Bah. + Instr.Sg. + Gen.Sg.Bah. + Partikel + Adv.)
karmaṇaḥ śakyate gantum hṛṣīkeśasya saṃjaya
der Tat des Hṛṣīkeśa, das erreicht werden könnte, Saṃjaya (Gen.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass. + Inf. + Gen.Sg. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.26 bildet eine Einheit.]

tathā gadaś ca sāmbaś ca pradyumno 'tha vidūrathaḥ / āgāvaho 'niruddhaś ca cārudeṣṇaś ca sāraṇaḥ / ulmuko niśaṭhaś caiva jhallī babhruś ca vīryavān / pṛthuś ca vipṛthuś caiva samīko 'thārimejayaḥ / ete vai balavantaś ca vṛṣṇivīrāḥ prahāriṇaḥ / kathaṃ cit pāṇḍavānīkaṃ śrayeyuḥ samare sthitāḥ

Ebenso Gada, und Sāmba, und Pradyumna, und Vidūratha, Āgāvaha, und Aniruddha, und Cārudeṣṇa, und Sāraṇa, Ulmuka, und Niśaṭha, Jhallī, und der tapfere Babhru, Pṛthu, und Vipṛthu, Samīka, und Arimejaya — diese fürwahr, mächtig, schlagkräftige Vṛṣṇi-Helden — würden sie sich wohl irgendwie dem Heer der Pāṇḍavas anschließen, in der Schlacht stehend?

Wort für Wort
tathā gadaḥ ca sāmbaḥ ca pradyumnaḥ atha vidūrathaḥ
ebenso Gada, und Sāmba, und Pradyumna, und Vidūratha (Nom.Sg. je)
āgāvahaḥ aniruddhaḥ ca cārudeṣṇaḥ ca sāraṇaḥ
Āgāvaha, und Aniruddha, und Cārudeṣṇa, und Sāraṇa (Nom.Sg. je)
ulmukaḥ niśaṭhaḥ ca eva jhallī babhruḥ ca vīryavān
Ulmuka, und Niśaṭha, Jhallī, und der tapfere Babhru (Nom.Sg. je + Nom.Sg.Bah.)
pṛthuḥ ca vipṛthuḥ ca eva samīkaḥ atha arimejayaḥ
Pṛthu, und Vipṛthu, Samīka, und Arimejaya (Nom.Sg. je)
ete vai balavantaḥ ca vṛṣṇivīrāḥ prahāriṇaḥ
diese fürwahr, mächtig, schlagkräftige Vṛṣṇi-Helden (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.Bah. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Bah.)
kathaṃ cit pāṇḍavānīkam śrayeyuḥ samare sthitāḥ
würden sie sich wohl irgendwie dem Heer der Pāṇḍavas anschließen, in der Schlacht stehend (Adv.+Partikel + Akk.Sg. + 3.Pl.Opt. + Lok.Sg. + Nom.Pl.Part.)

[Anm.: V.27-29 bilden eine syntaktische Einheit: eine Aufzählung von Vṛṣṇi-Helden, gefolgt von der bangen Frage, ob sie sich dem Pāṇḍava-Heer anschließen würden.]

āhūtā vṛṣṇivīreṇa keśavena mahātmanā / tataḥ saṃśayitaṃ sarvaṃ bhaved iti matir mama

Vom hochherzigen Vṛṣṇi-Helden Keśava [Kṛṣṇa] gerufen, würde dann alles ungewiss werden — das ist meine Meinung.

Wort für Wort
āhūtāḥ vṛṣṇivīreṇa keśavena mahātmanā
vom hochherzigen Vṛṣṇi-Helden Keśava gerufen (Nom.Pl.Part. + Instr.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.Bah.)
tataḥ saṃśayitam sarvam bhavet iti matiḥ mama
würde dann alles ungewiss werden — das ist meine Meinung (Adv. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt. + Partikel + Nom.Sg. + Gen.Sg.)

[Anm.: V.30 bildet eine Einheit.]

nāgāyutabalo vīraḥ kailāsaśikharopamaḥ / vanamālī halī rāmas tatra yatra janārdanaḥ

Der Held von der Kraft zehntausend Elefanten, dem Gipfel des Kailāsa gleich, waldblumenbekränzt, pflugbewehrt, Rāma [Balarāma] — [ist] dort, wo Janārdana [Kṛṣṇa ist].

Wort für Wort
nāgāyutabalaḥ vīraḥ kailāsaśikharopamaḥ
der Held von der Kraft zehntausend Elefanten, dem Gipfel des Kailāsa gleich (Nom.Sg.Bah. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Bah.)
vanamālī halī rāmaḥ tatra yatra janārdanaḥ
waldblumenbekränzt, pflugbewehrt, Rāma — dort, wo Janārdana [ist] (Nom.Sg.Bah. + Nom.Sg.Bah. + Nom.Sg. + Adv. + Adv.Relativ + Nom.Sg.)

[Anm.: V.31 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0084_01 (eka eva dvidhā bhūto dṛśyate mānuṣair bhuvi, 'er allein, zweigestaltig geworden, wird von den Menschen auf Erden gesehen') ist eine redundante Ergänzung, die nicht in den Haupttext übernommen wird.]

yam āhuḥ sarvapitaraṃ vāsudevaṃ dvijātayaḥ / api vā hy eṣa pāṇḍūnāṃ yotsyate 'rthāya saṃjaya

Den, welchen die Zweifachgeborenen den Vater aller nennen, Vāsudeva — wird dieser denn wohl für die Sache der Pāṇḍus kämpfen, Saṃjaya?

Wort für Wort
yam āhuḥ sarvapitaram vāsudevam dvijātayaḥ
den, welchen die Zweifachgeborenen den Vater aller nennen, Vāsudeva (Akk.Sg.Relativ + 3.Pl.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Pl.)
api vā hi eṣaḥ pāṇḍūnām yotsyate arthāya saṃjaya
wird dieser denn wohl für die Sache der Pāṇḍus kämpfen, Saṃjaya (Partikel + Partikel + Partikel + Nom.Sg. + Gen.Pl. + 3.Sg.Fut.Med. + Dat.Sg. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.32 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0085_01 (pitṝṇām api yaḥ pūrvo vedeṣu paripaṭhyate, 'der auch als früher als die Ahnen in den Veden verkündet wird') ist eine redundante Ergänzung, die nicht in den Haupttext übernommen wird.]

sa yadā tāta saṃnahyet pāṇḍavārthāya keśavaḥ / na tadā pratyanīkeṣu bhavitā tasya kaś cana

Wenn Keśava sich, mein Lieber, für die Sache der Pāṇḍavas rüsten sollte, dann wird es unter den Gegnern keinen [Bestand habenden] gegen ihn geben.

Wort für Wort
sa yadā tāta saṃnahyet pāṇḍavārthāya keśavaḥ
wenn Keśava sich, mein Lieber, für die Sache der Pāṇḍavas rüsten sollte (Nom.Sg. + Adv. + Vok.Sg. + 3.Sg.Opt. + Dat.Sg. + Nom.Sg.)
na tadā pratyanīkeṣu bhavitā tasya kaḥ cana
dann wird es unter den Gegnern keinen [Bestand habenden] gegen ihn geben (Neg. + Adv. + Lok.Pl. + 3.Sg.Fut. + Gen.Sg. + Nom.Sg. + Partikel)

[Anm.: V.33 bildet eine Einheit.]

yadi sma kuravaḥ sarve jayeyuḥ sarvapāṇḍavān / vārṣṇeyo 'rthāya teṣāṃ vai gṛhṇīyāc chastram uttamam / tataḥ sarvān naravyāghro hatvā narapatīn raṇe / kauravāṃś ca mahābāhuḥ kuntyai dadyāt sa medinīm

Wenn alle Kurus alle Pāṇḍavas besiegen sollten, würde der Vṛṣṇi-Sprössling [Kṛṣṇa] fürwahr für ihre Sache die höchste Waffe ergreifen; dann, nachdem er im Kampf alle Könige, die Tiger unter den Männern, erschlagen hätte, und die Kauravas, würde der Großarmige jener der Kuntī die Erde geben.

Wort für Wort
yadi sma kuravaḥ sarve jayeyuḥ sarvapāṇḍavān
wenn alle Kurus alle Pāṇḍavas besiegen sollten (Konj. + Partikel + Nom.Pl. + Nom.Pl. + 3.Pl.Opt. + Akk.Pl.)
vārṣṇeyaḥ arthāya teṣām vai gṛhṇīyāt śastram uttamam
würde der Vṛṣṇi-Sprössling fürwahr für ihre Sache die höchste Waffe ergreifen (Nom.Sg. + Dat.Sg. + Gen.Pl. + Partikel + 3.Sg.Opt. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tataḥ sarvān naravyāghraḥ hatvā narapatīn raṇe
dann, nachdem er im Kampf alle Könige, die Tiger unter den Männern, erschlagen hätte (Adv. + Akk.Pl. + Nom.Sg. + Ger. + Akk.Pl. + Lok.Sg.)
kauravān ca mahābāhuḥ kuntyai dadyāt sa medinīm
und die Kauravas, würde der Großarmige jener der Kuntī die Erde geben (Akk.Pl. + Konj. + Nom.Sg.Bah. + Dat.Sg. + 3.Sg.Opt. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.34-36 bilden eine syntaktische Einheit.]

yasya yantā hṛṣīkeśo yoddhā yasya dhanaṃjayaḥ / rathasya tasya kaḥ saṃkhye pratyanīko bhaved rathaḥ

Wessen Lenker Hṛṣīkeśa ist, und wessen Kämpfer Dhanaṃjaya — welcher Wagen könnte in der Schlacht ein Gegner jenes Wagens sein?

Wort für Wort
yasya yantā hṛṣīkeśaḥ yoddhā yasya dhanaṃjayaḥ
wessen Lenker Hṛṣīkeśa ist, und wessen Kämpfer Dhanaṃjaya (Gen.Sg.Relativ + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg.Relativ + Nom.Sg.)
rathasya tasya kaḥ saṃkhye pratyanīkaḥ bhavet rathaḥ
welcher Wagen könnte in der Schlacht ein Gegner jenes Wagens sein (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Interrog. + Lok.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.36 (zweite Hälfte, mit V.29-Einheit oben inhaltlich verbunden, hier separat als abschließende rhetorische Frage) — tatsächlich Teil derselben Einheit wie V.34-36; hier als eigene Einheit belassen, da im Quelltext eine neue rhetorische Frage einsetzt. [Hinweis: V.36 wird aus darstellerischen Gründen dieser separaten Einheit zugeordnet.]]

na kena cid upāyena kurūṇāṃ dṛśyate jayaḥ / tasmān me sarvam ācakṣva yathā yuddham avartata

Durch kein Mittel ist ein Sieg der Kurus zu erblicken. Daher berichte mir alles, wie sich die Schlacht zugetragen hat.

Wort für Wort
na kena cit upāyena kurūṇām dṛśyate jayaḥ
durch kein Mittel ist ein Sieg der Kurus zu erblicken (Neg. + Instr.Sg. + Indef.Instr. + Instr.Sg. + Gen.Pl. + 3.Sg.Präs.Pass. + Nom.Sg.)
tasmāt me sarvam ācakṣva yathā yuddham avartata
daher berichte mir alles, wie sich die Schlacht zugetragen hat (Adv. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + 2.Sg.Imp. + Adv. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)

[Anm.: V.37 bildet eine Einheit.]

arjunaḥ keśavasyātmā kṛṣṇo 'py ātmā kirīṭinaḥ / arjune vijayo nityaṃ kṛṣṇe kīrtiś ca śāśvatī

Arjuna ist Keśavas eigenes Selbst, und Kṛṣṇa ist auch das Selbst des Diademträgers [Arjuna]; in Arjuna [wohnt] Sieg beständig, und in Kṛṣṇa immerwährender Ruhm.

Wort für Wort
arjunaḥ keśavasya ātmā kṛṣṇaḥ api ātmā kirīṭinaḥ
Arjuna ist Keśavas eigenes Selbst, und Kṛṣṇa ist auch das Selbst des Diademträgers (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
arjune vijayaḥ nityam kṛṣṇe kīrtiḥ ca śāśvatī
in Arjuna [wohnt] Sieg beständig, und in Kṛṣṇa immerwährender Ruhm (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Adv. + Lok.Sg. + Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.38 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0086_01 (sarveṣv api ca lokeṣu bībhatsur aparājitaḥ, 'und in allen Welten ist Bībhatsu [Arjuna] unbesiegt') ist eine redundante Ergänzung, die nicht in den Haupttext übernommen wird.]

prādhānyena hi bhūyiṣṭham ameyāḥ keśave guṇāḥ / mohād duryodhanaḥ kṛṣṇaṃ yan na vettīha mādhavam

Denn vorrangig, in größtem Maße, sind unermessliche Tugenden in Keśava; aus Verblendung ist es, dass Duryodhana hier Kṛṣṇa, Mādhava, nicht erkennt.

Wort für Wort
prādhānyena hi bhūyiṣṭham ameyāḥ keśave guṇāḥ
denn vorrangig, in größtem Maße, sind unermessliche Tugenden in Keśava (Instr.Sg. + Partikel + Adv. + Nom.Pl. + Lok.Sg. + Nom.Pl.)
mohāt duryodhanaḥ kṛṣṇam yat na vetti iha mādhavam
aus Verblendung ist es, dass Duryodhana hier Kṛṣṇa, Mādhava, nicht erkennt (Abl.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Neg. + 3.Sg.Präs. + Adv. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.39-40 bilden eine syntaktische Einheit.]

mohito daivayogena mṛtyupāśapuraskṛtaḥ / na veda kṛṣṇaṃ dāśārham arjunaṃ caiva pāṇḍavam

Verblendet durch die Fügung des Schicksals, vom Strick des Todes vorangetrieben, erkennt er weder Kṛṣṇa, den Dāśārha, noch Arjuna, den Pāṇḍava.

Wort für Wort
mohitaḥ daivayogena mṛtyupāśapuraskṛtaḥ
verblendet durch die Fügung des Schicksals, vom Strick des Todes vorangetrieben (Nom.Sg.Part. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Bah.)
na veda kṛṣṇam dāśārham arjunam ca eva pāṇḍavam
erkennt er weder Kṛṣṇa, den Dāśārha, noch Arjuna, den Pāṇḍava (Neg. + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Partikel + Akk.Sg.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.33.]

pūrvadevau mahātmānau naranārāyaṇāv ubhau / ekātmānau dvidhābhūtau dṛśyete mānavair bhuvi

Die beiden uralten Götter, die hochherzigen, Nara und Nārāyaṇa beide, von einem Selbst, zweigestaltig geworden, werden von den Menschen auf Erden gesehen.

Wort für Wort
pūrvadevau mahātmānau naranārāyaṇau ubhau
die beiden uralten Götter, die hochherzigen, Nara und Nārāyaṇa beide (Nom.Du. + Nom.Du.Bah. + Nom.Du. + Nom.Du.)
ekātmānau dvidhābhūtau dṛśyete mānavaiḥ bhuvi
von einem Selbst, zweigestaltig geworden, werden von den Menschen auf Erden gesehen (Nom.Du.Bah. + Nom.Du.Part. + 3.Du.Präs.Pass. + Instr.Pl. + Lok.Sg.)

[Anm.: V.41-42 bilden eine syntaktische Einheit: das Nara-Nārāyaṇa-Motiv für Arjuna und Kṛṣṇa.]

manasāpi hi durdharṣau senām etāṃ yaśasvinau / nāśayetām ihecchantau mānuṣatvāt tu necchataḥ

Denn selbst mit dem Gedanken schwer anzugreifen, könnten die beiden ruhmreichen, wenn sie es wollten, dieses Heer hier vernichten — doch wegen ihrer Menschengestalt wollen sie es nicht.

Wort für Wort
manasā api hi durdharṣau senām etām yaśasvinau
denn selbst mit dem Gedanken schwer anzugreifen, die beiden ruhmreichen, dieses Heer (Instr.Sg. + Partikel + Partikel + Nom.Du.Bah. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Du.Bah.)
nāśayetām iha icchantau mānuṣatvāt tu na icchataḥ
könnten sie hier vernichten, wenn sie wollten — doch wegen ihrer Menschengestalt wollen sie es nicht (3.Du.Opt.Kaus. + Adv. + Nom.Du.Part. + Abl.Sg. + Konj. + Neg. + 3.Du.Präs.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.35.]

yugasyeva viparyāso lokānām iva mohanam / bhīṣmasya ca vadhas tāta droṇasya ca mahātmanaḥ

Wie die Umkehrung eines Weltzeitalters, wie die Verwirrung [aller] Wesen [ist] die Tötung Bhīṣmas, mein Lieber, und des hochherzigen Droṇa.

Wort für Wort
yugasya iva viparyāsaḥ lokānām iva mohanam
wie die Umkehrung eines Weltzeitalters, wie die Verwirrung [aller] Wesen (Gen.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + Gen.Pl. + Partikel + Nom.Sg.)
bhīṣmasya ca vadhaḥ tāta droṇasya ca mahātmanaḥ
[ist] die Tötung Bhīṣmas, mein Lieber, und des hochherzigen Droṇa (Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Vok.Sg. + Gen.Sg. + Konj. + Gen.Sg.Bah.)

[Anm.: V.43-44 bilden eine syntaktische Einheit. Bemerkenswert ist der Rückgriff auf nahezu dieselbe Formulierung wie in dem großen Apparatseinschub am Ende von Kap.9 (dort *@003_0018, 'yugasyeva viparyāso bhūtānām iva mohanam'), was auf eine enge Textverwandtschaft beider Passagen hindeutet.]

na hy eva brahmacaryeṇa na vedādhyayanena ca / na kriyābhir na śastreṇa mṛtyoḥ kaś cid vimucyate

Denn weder durch Keuschheit, noch durch Vedastudium, noch durch [rituelle] Handlungen, noch durch Waffen wird irgendwer vom Tod befreit.

Wort für Wort
na hi eva brahmacaryeṇa na vedādhyayanena ca
denn weder durch Keuschheit, noch durch Vedastudium (Neg. + Partikel + Partikel + Instr.Sg. + Neg. + Instr.Sg. + Konj.)
na kriyābhiḥ na śastreṇa mṛtyoḥ kaḥ cit vimucyate
noch durch [rituelle] Handlungen, noch durch Waffen wird irgendwer vom Tod befreit (Neg. + Instr.Pl. + Neg. + Instr.Sg. + Abl.Sg. + Nom.Sg. + Indef. + 3.Sg.Präs.Pass.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.37.]

lokasaṃbhāvitau vīrau kṛtāstrau yuddhadurmadau / bhīṣmadroṇau hatau śrutvā kiṃ nu jīvāmi saṃjaya

Nachdem ich gehört habe, dass die beiden Helden, von der Welt hochgeachtet, in den Waffen vollendet, im Kampf unbezähmbar, Bhīṣma und Droṇa, erschlagen sind — wie nur lebe ich noch, Saṃjaya?

Wort für Wort
lokasaṃbhāvitau vīrau kṛtāstrau yuddhadurmadau
die beiden Helden, von der Welt hochgeachtet, in den Waffen vollendet, im Kampf unbezähmbar (Akk.Du.Bah. + Akk.Du. + Akk.Du.Bah. + Akk.Du.Bah.)
bhīṣmadroṇau hatau śrutvā kim nu jīvāmi saṃjaya
Bhīṣma und Droṇa, erschlagen, gehört habend — wie nur lebe ich noch, Saṃjaya (Akk.Du. + Akk.Du.Part. + Ger. + Interrog. + Partikel + 1.Sg.Präs. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.45 bildet eine Einheit — die dritte ausdrückliche Bestätigung des Todes sowohl Bhīṣmas als auch Droṇas innerhalb dieses Kapitelblocks (vgl. Anm. zu Kap.7-9).]

yāṃ tāṃ śriyam asūyāmaḥ purā yātāṃ yudhiṣṭhire / adya tām anujānīmo bhīṣmadroṇavadhena ca

Jene Herrschaftsfülle, die wir einst missgönnten, als sie zu Yudhiṣṭhira gegangen war — heute erkennen wir sie an, durch die Tötung Bhīṣmas und Droṇas.

Wort für Wort
yām tām śriyam asūyāmaḥ purā yātām yudhiṣṭhire
jene Herrschaftsfülle, die wir einst missgönnten, als sie zu Yudhiṣṭhira gegangen war (Akk.Sg.Relativ + Akk.Sg. + Akk.Sg. + 1.Pl.Präs. + Adv. + Akk.Sg.Part. + Lok.Sg.)
adya tām anujānīmaḥ bhīṣmadroṇavadhena ca
heute erkennen wir sie an, durch die Tötung Bhīṣmas und Droṇas (Adv. + Akk.Sg. + 1.Pl.Präs. + Instr.Sg. + Konj.)

[Anm.: V.46 bildet eine Einheit.]

tathā ca matkṛte prāptaḥ kurūṇām eṣa saṃkṣayaḥ / pakvānāṃ hi vadhe sūta vajrāyante tṛṇāny api

Und so ist um meinetwillen dieser Untergang der Kurus eingetreten; denn beim Fällen der Reifen, o Wagenlenker, werden selbst Grashalme zu Donnerkeilen.

Wort für Wort
tathā ca matkṛte prāptaḥ kurūṇām eṣaḥ saṃkṣayaḥ
und so ist um meinetwillen dieser Untergang der Kurus eingetreten (Adv. + Konj. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Part. + Gen.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
pakvānām hi vadhe sūta vajrāyante tṛṇāni api
denn beim Fällen der Reifen, o Wagenlenker, werden selbst Grashalme zu Donnerkeilen (Gen.Pl. + Partikel + Lok.Sg. + Vok.Sg. + 3.Pl.Präs.Denom. + Nom.Pl. + Partikel)

[Anm.: V.47 bildet eine Einheit. Diese Zeile ist, wie oben in der Kapitelanmerkung vermerkt, nahezu wortgleich bereits als Apparatvariante in Kap.8 V.30 überliefert; ihr Wiederauftreten hier als Bestandteil des Haupttextes wird transparent dokumentiert.]

ananyam idam aiśvaryaṃ loke prāpto yudhiṣṭhiraḥ / yasya kopān maheṣvāsau bhīṣmadroṇau nipātitau

Diese unvergleichliche Herrschermacht hat Yudhiṣṭhira in der Welt erlangt, durch dessen Zorn die beiden großen Bogenschützen, Bhīṣma und Droṇa, zu Fall gebracht wurden.

Wort für Wort
ananyam idam aiśvaryam loke prāptaḥ yudhiṣṭhiraḥ
diese unvergleichliche Herrschermacht hat Yudhiṣṭhira in der Welt erlangt (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.)
yasya kopāt maheṣvāsau bhīṣmadroṇau nipātitau
durch dessen Zorn die beiden großen Bogenschützen, Bhīṣma und Droṇa, zu Fall gebracht wurden (Gen.Sg.Relativ + Abl.Sg. + Nom.Du.Bah. + Nom.Du. + Nom.Du.Part.)

[Anm.: V.48 bildet eine Einheit.]

prāptaḥ prakṛtito dharmo nādharmo mānavān prati / krūraḥ sarvavināśāya kālaḥ samativartate

Von Natur aus ist es die Rechtschaffenheit, nicht die Unrechtschaffenheit, die den Menschen zuteilwird — [doch] grausam schreitet die Zeit, zur Vernichtung von allem, darüber hinweg.

Wort für Wort
prāptaḥ prakṛtitaḥ dharmaḥ na adharmaḥ mānavān prati
von Natur aus ist es die Rechtschaffenheit, nicht die Unrechtschaffenheit, die den Menschen zuteilwird (Nom.Sg.Part. + Adv. + Nom.Sg. + Neg. + Nom.Sg. + Akk.Pl. + Präp.)
krūraḥ sarvavināśāya kālaḥ samativartate
grausam schreitet die Zeit, zur Vernichtung von allem, darüber hinweg (Nom.Sg. + Dat.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Med.)

[Anm.: V.49-50 bilden eine syntaktische Einheit.]

anyathā cintitā hy arthā narais tāta manasvibhiḥ / anyathaiva hi gacchanti daivād iti matir mama

Anders werden die Dinge von den bedachtsamen Menschen, mein Lieber, erdacht, und doch ganz anders geschehen sie, durch das Schicksal — das ist meine Meinung.

Wort für Wort
anyathā cintitāḥ hi arthāḥ naraiḥ tāta manasvibhiḥ
anders werden die Dinge von den bedachtsamen Menschen, mein Lieber, erdacht (Adv. + Nom.Pl.Part. + Partikel + Nom.Pl. + Instr.Pl. + Vok.Sg. + Instr.Pl.Bah.)
anyathā eva hi gacchanti daivāt iti matiḥ mama
und doch ganz anders geschehen sie, durch das Schicksal — das ist meine Meinung (Adv. + Partikel + Partikel + 3.Pl.Präs. + Abl.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + Gen.Sg.)

[Anm.: Fortsetzung und Abschluss von V.43.]

tasmād aparihārye 'rthe saṃprāpte kṛcchra uttame / apāraṇīye duścintye yathābhūtaṃ pracakṣva me

Daher, da nun eine unabwendbare, überaus schwierige, unüberwindliche, kaum zu bedenkende Sache eingetreten ist, berichte mir genau, wie es geschehen ist.

Wort für Wort
tasmāt aparihārye arthe saṃprāpte kṛcchre uttame
daher, da nun eine unabwendbare, überaus schwierige Sache eingetreten ist (Adv. + Lok.Sg.Bah. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Part. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
apāraṇīye duścintye yathābhūtam pracakṣva me
unüberwindliche, kaum zu bedenkende — berichte mir genau, wie es geschehen ist (Lok.Sg.Ger. + Lok.Sg.Ger. + Adv. + 2.Sg.Imp. + Gen.Sg.)

[Anm.: V.51 bildet eine Einheit; Abschluss von Dhṛtarāṣṭras großer Rede (Kap.7-10) und Übergang zu Saṃjayas Fortsetzung der Erzählung im folgenden Kapitel, das mit 'saṃjaya uvāca' einsetzt.]

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