„Er, der Hochgesinnte, durch den, wie es sich geziemt, die Veden samt ihren Zweigen studiert wurden, in dem die Bogenwissenschaft unmittelbar gegründet war, samt der Zurückhaltung durch Scham —
Wort für Wort
sāṅgāḥ vedāḥ yathānyāyam
die Veden samt ihren Zweigen, wie es sich geziemt (Nom. Pl. m.)
yena adhītāḥ mahātmanā
durch den Hochgesinnten studiert (Instr. Sg. m.)
yasmin sākṣāt dhanurvedaḥ
in dem unmittelbar die Bogenwissenschaft (Lok. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
hrīniṣedhe pratiṣṭhitaḥ
in der Zurückhaltung durch Scham gegründet (Lok. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
pārthāḥ sarve ca rājānaḥ pṛthivyāṃ ye dhanurdharāḥ śrutvā kim āhuḥ pāñcālyaṃ tan mamācakṣva saṃjaya
Die Pārthas und alle Könige auf Erden, die Bogenschützen sind — was sagten sie, nachdem sie dies gehört hatten, zum Sohn des Pāñcāla-Königs? Das berichte mir, Saṃjaya.“
Wort für Wort
pārthāḥ sarve ca rājānaḥ
die Pārthas und alle Könige (Nom. Pl. m.)
pṛthivyām ye dhanurdharāḥ
die auf Erden Bogenschützen sind (Nom. Pl. m.)
śrutvā kim āhuḥ
was sagten sie, nachdem sie gehört hatten (Absolutiv / 3. Pl. Perf. Akt. von ah)
pāñcālyam
zum Sohn des Pāñcāla-Königs (Akk. Sg. m.)
tat mama ācakṣva saṃjaya
das berichte mir, Saṃjaya (2. Sg. Imp. Med. von ā-cakṣ)
„Es gibt hier keinen Mann, der diesen bösen Menschen, der Unheilvolles redet, diesen niedrigsten der Menschen, nicht rasch erschlagen würde. Alle diese Pāṇḍavas verachten dich, um dich zu erkennen [wie du wirklich bist], wegen jener bösen Tat, wie Brahmanen einen Hundekocher [einen Ausgestoßenen] verachten. Nachdem du diese große Sünde begangen hast, die von allen Rechtschaffenen getadelt wird, wie schämst du dich nicht, in dieser erlauchten Versammlung zu sprechen?
Wort für Wort
na iha asti puruṣaḥ kaś cit
es gibt hier keinen Mann (3. Sg. Präs. Akt. von as)
yaḥ imam pāpapūruṣam
der diesen bösen Menschen (Akk. Sg. m.)
bhāṣamāṇam akalyāṇam
der Unheilvolles redet (Akk. Sg. m. Part. Präs.)
śīghram hanyāt narādhamam
rasch erschlagen würde, den niedrigsten der Menschen (Adv. / 3. Sg. Opt. Akt. von han)
ete tvām pāṇḍavāḥ sarve
alle diese Pāṇḍavas dich (Nom. Pl. m. / Akk. Sg.)
kutsayanti vivitsayā
verachten, um zu erkennen (3. Pl. Präs. Akt. Kaus. von kuts)
karmaṇā tena pāpena
wegen jener bösen Tat (Instr. Sg. n.)
śvapākam iva brāhmaṇāḥ
wie Brahmanen einen Hundekocher (Akk. Sg. m. / Nom. Pl. m.)
etat kṛtvā mahat pāpam
diese große Sünde begangen habend (Absolutiv / Akk. Sg. n.)
ninditam sarvasādhubhiḥ
getadelt von allen Rechtschaffenen (Akk. Sg. n. / Instr. Pl. m.)
na lajjase katham vaktum
wie schämst du dich nicht zu sprechen (2. Sg. Präs. Med. von lajj)
samitim prāpya śobhanām
in die erlauchte Versammlung gelangt (Absolutiv / Akk. Sg. f.)
[Anm.: Die vier mit *1386_01, *1386_02, *1387_01 und *1387_02 gekennzeichneten Verseinschübe werden hier mit dem Hauptvers zu einer Einheit zusammengefasst; hier beginnt Sātyakis Zornesrede.]
kathaṃ ca śatadhā jihvā na te mūrdhā ca dīryate gurum ākrośataḥ kṣudra na cādharmeṇa pātyase
Und wie kommt es, dass deine Zunge nicht in hundert Stücke zerspringt, und dein Haupt ebenso, du Gemeiner, während du deinen Lehrer schmähst — und wie kommt es, dass du nicht durch dein Unrecht zu Fall gebracht wirst?
Wort für Wort
katham ca śatadhā jihvā
und wie kommt es, dass die Zunge in hundert Stücke (Nom. Sg. f. / Adv.)
na te mūrdhā ca dīryate
und dein Haupt nicht zerspringt (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von dṝ)
gurum ākrośataḥ kṣudra
während du, Gemeiner, den Lehrer schmähst (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. Part. Präs. / Vok. Sg. m.)
na ca adharmeṇa pātyase
und du wirst nicht durch Unrecht zu Fall gebracht (2. Sg. Präs. Pass. Kaus. von pat)
yāpyas tvam asi pārthaiś ca sarvaiś cāndhakavṛṣṇibhiḥ yat karma kaluṣaṃ kṛtvā ślāghase janasaṃsadi
Du verdienst es, von den Pārthas und von allen Andhakas und Vṛṣṇis verstoßen zu werden, dass du, eine schändliche Tat begangen habend, dich in einer Versammlung von Menschen rühmst.
Wort für Wort
yāpyaḥ tvam asi
du verdienst, verstoßen zu werden (Nom. Sg. m. / 2. Sg. Präs. Akt. von as)
pārthaiḥ ca sarvaiḥ
von den Pārthas und von allen (Instr. Pl. m.)
ca andhakavṛṣṇibhiḥ
und von den Andhakas und Vṛṣṇis (Instr. Pl. m.)
yat karma kaluṣam kṛtvā
dass du eine schändliche Tat begangen habend (Absolutiv / Akk. Sg. n.)
ślāghase janasaṃsadi
dich rühmst in einer Versammlung von Menschen (2. Sg. Präs. Med. von ślāgh / Lok. Sg. f.)
akāryaṃ tādṛśaṃ kṛtvā punar eva guruṃ kṣipan vadhyas tvaṃ na tvayārtho 'sti muhūrtam api jīvatā
Ein solches unerlaubtes Werk begangen habend, und deinen Lehrer noch immer weiter schmähend — du verdienst den Tod; es gibt für dich keinen Sinn darin, auch nur einen Augenblick länger zu leben.
Wort für Wort
akāryam tādṛśam kṛtvā
ein solches unerlaubtes Werk begangen habend (Absolutiv / Akk. Sg. n.)
punar eva gurum kṣipan
und noch immer den Lehrer schmähend (Nom. Sg. m. Part. Präs.)
vadhyaḥ tvam
du verdienst den Tod (Nom. Sg. m.)
na tvayā arthaḥ asti
für dich gibt es keinen Sinn (Instr. Sg. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von as)
muhūrtam api jīvatā
auch nur einen Augenblick lebend (Akk. Sg. m. / Instr. Sg. m. Part. Präs.)
kas tv etad vyavased āryas tvad anyaḥ puruṣādhamaḥ nigṛhya keśeṣu vadhaṃ guror dharmātmanaḥ sataḥ
Welcher edle Mensch, außer dir, dem niedrigsten der Männer, würde sich zu diesem entschließen: einen Lehrer, der rechtschaffenen Sinnes war, am Haar zu ergreifen und zu töten?
Wort für Wort
kaḥ tu etat vyavaset
welcher würde sich zu diesem entschließen (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von vi-ava-so)
āryaḥ tvat anyaḥ puruṣādhamaḥ
ein edler Mensch außer dir, niedrigster der Männer (Nom. Sg. m.)
nigṛhya keśeṣu
am Haar ergriffen habend (Absolutiv / Lok. Pl. m.)
vadham guroḥ
die Tötung des Lehrers (Akk. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
dharmātmanaḥ sataḥ
der rechtschaffenen Sinnes war (Gen. Sg. m. Part. Präs.)
saptāvare tathā pūrve bāndhavās te nipātitāḥ yaśasā ca parityaktās tvāṃ prāpya kulapāṃsanam
Sieben Verwandte von dir, jüngere wie ältere, wurden zu Fall gebracht und von Ruhm verlassen, weil sie dich, die Schande des Geschlechts, zum Verwandten hatten.
Wort für Wort
saptāvare tathā pūrve
sieben, jüngere wie ältere (Lok. Pl. m. / Adv.)
bāndhavāḥ te nipātitāḥ
deine Verwandten wurden zu Fall gebracht (Nom. Pl. m.)
yaśasā ca parityaktāḥ
und von Ruhm verlassen (Instr. Sg. n. / Nom. Pl. m.)
tvām prāpya kulapāṃsanam
dich, die Schande des Geschlechts, erlangt habend (Akk. Sg. m. / Absolutiv)
[Anm.: Die genaue Zahl und Zuordnung der hier genannten sieben Verwandten bleibt unsicher [?]; der Vers wird kontextuell wiedergegeben.]
uktavāṃś cāpi yat pārthaṃ bhīṣmaṃ prati nararṣabham tathānto vihitas tena svayam eva mahātmanā
Und was du auch zum Pārtha [Arjuna] bezüglich Bhīṣmas, des Stieres unter den Männern, gesagt hast — dessen Ende wurde ebenso von jenem Hochgesinnten selbst herbeigeführt.
Wort für Wort
uktavān ca api yat pārtham
und was du auch zum Pārtha gesagt hast (Nom. Sg. m. Perf. Part. Akt. / Akk. Sg. m.)
bhīṣmam prati nararṣabham
bezüglich Bhīṣmas, des Stieres unter den Männern (Akk. Sg. m.)
tathā antaḥ vihitaḥ tena
ebenso wurde das Ende von jenem herbeigeführt (Nom. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
svayam eva mahātmanā
von dem Hochgesinnten selbst (Instr. Sg. m.)
[Anm.: Der Vers bezieht sich auf Bhīṣmas eigene, andernorts erzählte Bereitschaft, im geeigneten Moment die Waffen niederzulegen und so sein eigenes Ende durch Śikhaṇḍin zuzulassen.]
Auch von ihm [Bhīṣma] war dein eigener Bruder der Töter, der übelste Übeltäter; kein anderer Übeltäter als die Söhne des Pāñcāla-Königs findet sich auf Erden.
Wort für Wort
tasya api tava sodaryaḥ
auch von ihm war dein eigener Bruder (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
nihantā pāpakṛttamaḥ
der Töter, der übelste Übeltäter (Nom. Sg. m.)
na anyaḥ pāñcālaputrebhyaḥ
kein anderer als die Söhne des Pāñcāla (Nom. Sg. m. / Abl. Pl. m.)
vidyate bhuvi pāpakṛt
findet sich auf Erden ein Übeltäter (3. Sg. Präs. Pass. von vid / Lok. Sg. f. / Nom. Sg. m.)
sa cāpi sṛṣṭaḥ pitrā te bhīṣmasyāntakaraḥ kila śikhaṇḍī rakṣitas tena sa ca mṛtyur mahātmanaḥ
Und auch er wurde von deinem Vater eigens geschaffen, um Bhīṣmas Ende zu bewirken — Śikhaṇḍin, von jenem [Bhīṣma] verschont, und er wurde zum Tod des Hochgesinnten.
Wort für Wort
saḥ ca api sṛṣṭaḥ pitrā te
und auch er wurde von deinem Vater geschaffen (Nom. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
bhīṣmasya antakaraḥ kila
als Ender Bhīṣmas, wie es heißt (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
śikhaṇḍī rakṣitaḥ tena
Śikhaṇḍin, verschont von jenem (Nom. Sg. m.)
sa ca mṛtyuḥ mahātmanaḥ
und er wurde der Tod des Hochgesinnten (Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
Die Pāñcālas sind vom Dharma abgewichen, gemeine Verräter an Freund und Lehrer; da sie dich samt deinem Bruder haben, werden sie von allen Rechtschaffenen mit Schande belegt.
Wort für Wort
pāñcālāḥ calitāḥ dharmāt
die Pāñcālas sind vom Dharma abgewichen (Nom. Pl. m.)
kṣudrāḥ mitragurudruhaḥ
gemeine Verräter an Freund und Lehrer (Nom. Pl. m.)
tvām prāpya sahasodaryam
dich samt Bruder erlangt habend (Akk. Sg. m. / Absolutiv)
dhikkṛtam sarvasādhubhiḥ
mit Schande belegt von allen Rechtschaffenen (Nom. Sg. n. / Instr. Pl. m.)
punaś ced īdṛśīṃ vācaṃ matsamīpe vadiṣyasi śiras te pātayiṣyāmi gadayā vajrakalpayā tvāṃ ca brahmahaṇaṃ dṛṣṭvā janaḥ sūryam avekṣate brahmahatyā hi te pāpaṃ prāyaścittārtham ātmanaḥ pāñcālaka sudurvṛtta mamaiva gurum agrataḥ guror guruṃ ca bhūyo 'pi kṣipan naiva hi lajjase tiṣṭha tiṣṭha sahasvaikaṃ gadāpātam imaṃ mama tava cāpi sahiṣye 'haṃ gadāpātān anekaśaḥ
Wenn du noch einmal solche Worte in meiner Gegenwart sprichst, werde ich dein Haupt mit meiner dem Donnerkeil gleichenden Keule zu Fall bringen. Und die Menschen, dich als Brahmanenmörder erblickend, werden zur Sonne aufschauen [müssen, zur Sühne] — denn Brahmanenmord ist deine Sünde, zur Buße deiner selbst. O elender Pāñcāla von übelstem Wandel, der du meines eigenen Lehrers Lehrer [Droṇa] vor meinen Augen abermals schmähst, schämst du dich gar nicht! Steh, steh, ertrage diesen einen Keulenschlag von mir — und auch ich werde deine Keulenschläge ertragen, viele Male.“
Wort für Wort
punaḥ cet īdṛśīm vācam
wenn wieder solche Worte (Konj. / Akk. Sg. f.)
matsamīpe vadiṣyasi
du in meiner Gegenwart sprechen wirst (Lok. Sg. n. / 2. Sg. Fut. Akt. von vad)
śiraḥ te pātayiṣyāmi
ich werde dein Haupt zu Fall bringen (Akk. Sg. n. / 1. Sg. Fut. Akt. Kaus. von pat)
gadayā vajrakalpayā
mit der dem Donnerkeil gleichenden Keule (Instr. Sg. f.)
tvām ca brahmahaṇam dṛṣṭvā
und dich als Brahmanenmörder erblickend (Akk. Sg. m. / Absolutiv)
janaḥ sūryam avekṣate
die Menschen schauen zur Sonne auf (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Med. von ava-īkṣ)
brahmahatyā hi te pāpam
denn Brahmanenmord ist deine Sünde (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. n.)
prāyaścittārtham ātmanaḥ
zur Buße deiner selbst (Adv. / Gen. Sg.)
pāñcālaka sudurvṛtta
o elender Pāñcāla von übelstem Wandel (Vok. Sg. m.)
mama eva gurum agrataḥ
meines eigenen Lehrers, vor mir (Gen. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Adv.)
guroḥ gurum ca bhūyaḥ api
den Lehrer des Lehrers noch einmal (Gen. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Adv.)
kṣipan na eva hi lajjase
schmähend, schämst du dich gar nicht (Nom. Sg. m. Part. Präs. / 2. Sg. Präs. Med. von lajj)
tiṣṭha tiṣṭha sahasva ekam
steh, steh, ertrage einen (2. Sg. Imp. Akt. von sthā / 2. Sg. Imp. Med. von sah)
gadāpātam imam mama
diesen Keulenschlag von mir (Akk. Sg. m.)
tava ca api sahiṣye aham
und auch ich werde deine [Schläge] ertragen (Gen. Sg. / 1. Sg. Fut. Med. von sah)
gadāpātān anekaśaḥ
Keulenschläge, viele Male (Akk. Pl. m. / Adv.)
[Anm.: Die sechs mit *1388_01 bis *1388_06 gekennzeichneten Verseinschübe werden hier mit dem Hauptvers zu einer Einheit zusammengefasst; hier endet Sātyakis Rede.]
„‚Man hört so etwas, man hört so etwas‘ und ‚man verzeiht‘ — so heißt es, o Mādhava; doch du, Unedler, solltest keinen guten, rechtschaffenen Mann schmähen.
Wort für Wort
śrūyate śrūyate ca iti
man hört so etwas, man hört so etwas (3. Sg. Präs. Pass. von śru, wiederholt / Zitatpartikel)
kṣamyate ca iti mādhava
und man verzeiht, so [heißt es], o Mādhava (3. Sg. Präs. Pass. von kṣam)
na ca anārya śubham sādhum
doch du, Unedler, [solltest] den guten, rechtschaffenen (Vok. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
puruṣam kṣeptum arhasi
Mann nicht zu schmähen berechtigt sein (Akk. Sg. m. / Inf. / 2. Sg. Präs. Akt. von arh)
[Anm.: Der Anrede „mādhava“ wird hier, ungewöhnlich, auf Sātyaki selbst angewandt, der wie Kṛṣṇa dem Yadava-Geschlecht entstammt; der genaue Sinn der ersten Vershälfte bleibt etwas unklar [?].]
kṣamā praśasyate loke na tu pāpo 'rhati kṣamām kṣamāvantaṃ hi pāpātmā jito 'yam iti manyate
Nachsicht wird in der Welt gepriesen, doch der Böse verdient keine Nachsicht; denn ein böser Mensch denkt von einem Nachsichtigen: ‚Dieser ist besiegt.‘
Wort für Wort
kṣamā praśasyate loke
Nachsicht wird in der Welt gepriesen (Nom. Sg. f. / 3. Sg. Präs. Pass. von praśaṃs)
na tu pāpaḥ arhati kṣamām
doch der Böse verdient keine Nachsicht (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von arh / Akk. Sg. f.)
kṣamāvantam hi pāpātmā
denn ein böser Mensch von einem Nachsichtigen (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
jitaḥ ayam iti manyate
denkt: dieser ist besiegt (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Med. von man)
sa tvaṃ kṣudrasamācāro nīcātmā pāpaniścayaḥ ā keśāgrān nakhāgrāc ca vaktavyo vaktum icchasi varaṃ hi te mṛtaṃ pāpa na ca te vṛttam īdṛśam śrotuṃ vaktavyatāmūlaṃ nīcā vakṣyanti mānavāḥ parān kṣipanti doṣeṇa sveṣu doṣeṣv adṛṣṭayaḥ
Du, von gemeinem Wandel, niederträchtigen Sinnes, von bösem Entschluss, der du von der Haarspitze bis zur Nagelspitze zu tadeln bist, willst reden. Wahrlich, der Tod wäre besser für dich, Sünder, als solch ein Verhalten wie das deine; die Wurzel des Tadelnswerten wird man von niederen Menschen zu hören bekommen — sie schmähen andere wegen [derer] Fehler, blind gegenüber ihren eigenen Fehlern.
Wort für Wort
sa tvam kṣudrasamācāraḥ
du, von gemeinem Wandel (Nom. Sg. m.)
nīcātmā pāpaniścayaḥ
niederträchtigen Sinnes, von bösem Entschluss (Nom. Sg. m.)
ā keśāgrān nakhāgrāt ca
von der Haarspitze bis zur Nagelspitze (Abl./Akk.)
vaktavyaḥ vaktum icchasi
zu tadeln, willst du reden (Nom. Sg. m. / Inf. / 2. Sg. Präs. Med. von iṣ)
varam hi te mṛtam pāpa
wahrlich, der Tod wäre besser für dich, Sünder (Nom. Sg. n. / Vok. Sg. m.)
na ca te vṛttam īdṛśam
und nicht solch ein Verhalten wie das deine (Nom. Sg. n.)
śrotum vaktavyatāmūlam
die Wurzel des Tadelnswerten zu hören (Inf. / Akk. Sg. n.)
nīcāḥ vakṣyanti mānavāḥ
niedere Menschen werden sprechen (Nom. Pl. m. / 3. Pl. Fut. Akt. von vac)
parān kṣipanti doṣeṇa
sie schmähen andere wegen eines Fehlers (Akk. Pl. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von kṣip / Instr. Sg. m.)
sveṣu doṣeṣu adṛṣṭayaḥ
blind gegenüber den eigenen Fehlern (Lok. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
[Anm.: Die drei mit *1389_01, *1389_02 und *1389_03 gekennzeichneten Verseinschübe werden hier mit dem Hauptvers zu einer Einheit zusammengefasst.]
yaḥ sa bhūriśravāś chinne bhuje prāyagatas tvayā vāryamāṇena nihatas tataḥ pāpataraṃ nu kim
Er, jener Bhūriśravas, mit abgetrenntem Arm, der sich dem Fasten bis zum Tod ergeben hatte, wurde von dir erschlagen, obwohl man [dich] daran zu hindern suchte — was wäre sündhafter als dies?
Wort für Wort
yaḥ sa bhūriśravāḥ
er, jener Bhūriśravas (Nom. Sg. m.)
chinne bhuje
mit abgetrenntem Arm (Lok. Sg. m., absolut)
prāyagataḥ tvayā
der sich dem Fasten bis zum Tod ergeben hatte, von dir (Nom. Sg. m. / Instr. Sg.)
vāryamāṇena nihataḥ
erschlagen, obwohl [man dich] zu hindern suchte (Instr. Sg. m. Part. Präs. Pass. / Nom. Sg. m.)
Droṇa, von mir im Kampf mit einer göttlichen Waffe angegriffen, wurde erschlagen, nachdem er seine Waffe niedergelegt hatte — was daran ist grausam, was ein Übel?
Wort für Wort
vyūhamānaḥ mayā droṇaḥ
Droṇa, von mir angegriffen (Nom. Sg. m. Part. Präs. Pass. / Instr. Sg.)
divyena astreṇa saṃyuge
mit einer göttlichen Waffe im Kampf (Instr. Sg. n. / Lok. Sg. m.)
visṛṣṭaśastraḥ nihataḥ
nachdem er die Waffe niedergelegt hatte, erschlagen (Nom. Sg. m.)
kim tatra krūra duṣkṛtam
was daran ist grausam, ein Übel (Nom. Sg. n. / Vok. Sg. m. [rhetorisch] / Nom. Sg. n.)
ayudhyamānaṃ yas tv ājau tathā prāyagataṃ munim chinnabāhuṃ parair hanyāt sātyake sa kathaṃ bhavet
Wer aber im Kampf einen nicht Kämpfenden, dem Fasten bis zum Tod Ergebenen, einen weisen Mann mit abgetrenntem Arm, durch andere [schon geschwächt], erschlägt — wie könnte, o Sātyaki, ein solcher [unschuldig] sein?
Wort für Wort
ayudhyamānam yaḥ tu ājau
wer aber im Kampf einen nicht Kämpfenden (Akk. Sg. m. Part. Präs. / Lok. Sg. m.)
tathā prāyagatam munim
und dem Fasten bis zum Tod ergebenen weisen Mann (Akk. Sg. m.)
chinnabāhum paraiḥ hanyāt
mit abgetrenntem Arm, durch andere, erschlägt (Akk. Sg. m. / Instr. Pl. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von han)
sātyake sa katham bhavet
o Sātyaki, wie könnte er sein (Vok. Sg. m. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von bhū)
nihatya tvāṃ yadā bhūmau sa vikrāmati vīryavān kiṃ tadā na nihaṃsy enaṃ bhūtvā puruṣasattamaḥ
Als er, nachdem er dich zu Boden geschlagen hatte, der Tapfere, [weiter] einherschritt — warum hast du ihn da nicht erschlagen, obwohl du der Beste der Männer bist?
Wort für Wort
nihatya tvām yadā bhūmau
als er dich zu Boden geschlagen hatte (Absolutiv / Akk. Sg. / Lok. Sg. f.)
sa vikrāmati vīryavān
jener Tapfere einherschritt (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von vi-kram)
kim tadā na nihaṃsi enam
warum hast du ihn da nicht erschlagen (2. Sg. Präs. Akt. von han / Akk. Sg. m.)
bhūtvā puruṣasattamaḥ
obwohl du der Beste der Männer bist (Absolutiv / Nom. Sg. m.)
Du, der du selbst eine solche Tat begangen hast, wie ein Caṇḍāla [Ausgestoßener] — du, der zu tadeln ist, willst reden; warum sprichst du dann harte Worte zu mir?
Wort für Wort
sa tvam evaṃvidham kṛtvā
du, der du solches begangen hast (Nom. Sg. m. / Absolutiv)
karma cāṇḍālavat svayam
eine Tat, selbst wie ein Caṇḍāla (Akk. Sg. n. / Adv.)
vaktum icchasi vaktavyaḥ
willst du reden, der zu tadeln ist (Inf. / 2. Sg. Präs. Med. von iṣ / Nom. Sg. m.)
kasmāt mām paruṣāṇi atha
warum dann zu mir harte [Worte] (Abl. / Akk. Sg. / Akk. Pl. n.)
Wenn du aber aus Torheit noch einmal so harte Worte zu mir sprichst, werde ich dich mit Pfeilen in der Schlacht zur Wohnstatt des Vaivasvata [Yama] schicken.
Wort für Wort
atha vakṣyasi mām maurkhyāt
wenn du aber aus Torheit zu mir sprichst (2. Sg. Fut. Akt. von vac / Akk. Sg. / Abl. Sg. n.)
bhūyaḥ paruṣam īdṛśam
noch einmal so hartes (Adv. / Akk. Sg. n.)
gamayiṣyāmi bāṇaiḥ tvām
ich werde dich mit Pfeilen schicken (1. Sg. Fut. Akt. Kaus. von gam / Instr. Pl. m. / Akk. Sg.)
yudhi vaivasvatakṣayam
in der Schlacht zur Wohnstatt des Vaivasvata (Lok. Sg. f. / Akk. Sg. m.)
pravrājitā vanaṃ sarve pāṇḍavāḥ saha kṛṣṇayā sarvasvam apakṛṣṭaṃ ca tathādharmeṇa bāliśa
Alle Pāṇḍavas wurden zusammen mit Kṛṣṇā [Draupadī] in den Wald verbannt, und all ihr Eigentum wurde ihnen genommen, ebenso durch Unrecht, o Einfältiger.
Wort für Wort
pravrājitāḥ vanam sarve
wurden in den Wald verbannt, alle (Nom. Pl. m. / Akk. Sg. n.)
pāṇḍavāḥ saha kṛṣṇayā
die Pāṇḍavas zusammen mit Kṛṣṇā (Nom. Pl. m. / Instr. Sg. f.)
sarvasvam apakṛṣṭam ca
und all ihr Eigentum wurde genommen (Nom. Sg. n.)
tathā adharmeṇa bāliśa
ebenso durch Unrecht, o Einfältiger (Instr. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
adharmeṇāpakṛṣṭaś ca madrarājaḥ parair itaḥ adharmeṇa tathā bālaḥ saubhadro vinipātitaḥ ito 'py adharmeṇa hato bhīṣmaḥ kurupitāmahaḥ bhūriśravā hy adharmeṇa tvayā dharmavidā hataḥ
Und der König der Madras [Śalya] wurde durch Unrecht von den Feinden bezwungen; ebenso wurde der junge Saubhadra [Abhimanyu] durch Unrecht zu Fall gebracht. Auch Bhīṣma, der Großvater der Kurus, wurde hierbei durch Unrecht erschlagen; und Bhūriśravas wurde fürwahr durch Unrecht von dir, obgleich du ein Kenner des Dharma bist, erschlagen.
Wort für Wort
adharmeṇa apakṛṣṭaḥ ca
und durch Unrecht bezwungen (Instr. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
madrarājaḥ paraiḥ itaḥ
der König der Madras, von den Feinden (Nom. Sg. m. / Instr. Pl. m.)
adharmeṇa tathā bālaḥ
ebenso durch Unrecht der junge (Instr. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
saubhadraḥ vinipātitaḥ
Saubhadra wurde zu Fall gebracht (Nom. Sg. m.)
itaḥ api adharmeṇa hataḥ
auch hierbei durch Unrecht erschlagen (Adv. / Instr. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
bhīṣmaḥ kurupitāmahaḥ
Bhīṣma, der Großvater der Kurus (Nom. Sg. m.)
bhūriśravāḥ hi adharmeṇa
und Bhūriśravas fürwahr durch Unrecht (Nom. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
tvayā dharmavidā hataḥ
von dir, dem Kenner des Dharma, erschlagen (Instr. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Der mit *1390_01 gekennzeichnete Verseinschub wird hier mit dem Hauptvers zu einer Einheit zusammengefasst.]
evaṃ parair ācaritaṃ pāṇḍaveyaiś ca saṃyuge rakṣamāṇair jayaṃ vīrair dharmajñair api sātvata
So wurde es von den Feinden gehandhabt, und auch von den Söhnen des Pāṇḍu im Kampf, den Helden, die den Sieg bewahrten, obgleich sie Kenner des Dharma waren, o Sātvata.
Wort für Wort
evam paraiḥ ācaritam
so wurde es von den Feinden gehandhabt (Adv. / Instr. Pl. m. / Nom. Sg. n.)
pāṇḍaveyaiḥ ca saṃyuge
und von den Söhnen des Pāṇḍu im Kampf (Instr. Pl. m. / Lok. Sg. m.)
rakṣamāṇaiḥ jayam vīraiḥ
von den Helden, die den Sieg bewahrten (Instr. Pl. m. Part. Präs. / Akk. Sg. m. / Instr. Pl. m.)
dharmajñaiḥ api sātvata
obgleich Kenner des Dharma, o Sātvata (Instr. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
Der höchste Dharma ist schwer zu erkennen, und ebenso ist das Unrecht sehr schwer zu durchschauen; kämpfe gegen die Kauravas, geh nicht zum Haus deines Vaters.“
Wort für Wort
durjñeyaḥ paramaḥ dharmaḥ
der höchste Dharma ist schwer zu erkennen (Nom. Sg. m.)
tathā adharmaḥ sudurvidaḥ
und ebenso das Unrecht sehr schwer zu durchschauen (Nom. Sg. m.)
yudhyasva kauravaiḥ sārdham
kämpfe gegen die Kauravas (2. Sg. Imp. Med. von yudh / Instr. Pl. m.)
mā gāḥ pitṛniveśanam
geh nicht zum Haus deines Vaters (Neg. + 2. Sg. Inj. Akt. von gam / Akk. Sg. n.)
Dies gehört habend, mit vor Zorn kupferroten Augen, ergriff Sātyaki seine Keule, seufzend wie eine Schlange, nachdem er seinen Bogen auf dem Wagen niedergelegt hatte.
Wort für Wort
tat śrutvā krodhatāmrākṣaḥ
dies gehört habend, mit vor Zorn kupferroten Augen (Absolutiv / Nom. Sg. m.)
sātyakiḥ tu ādade gadām
Sātyaki aber ergriff die Keule (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Perf. Med. von ā-dā / Akk. Sg. f.)
viniḥśvasya yathā sarpaḥ
seufzend wie eine Schlange (Absolutiv / Nom. Sg. m.)
praṇidhāya rathe dhanuḥ
den Bogen auf dem Wagen niedergelegt habend (Absolutiv / Lok. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
tato 'bhipatya pāñcālyaṃ saṃrambheṇedam abravīt na tvāṃ vakṣyāmi paruṣaṃ haniṣye tvāṃ vadhakṣamam
Dann, auf den Sohn des Pāñcāla-Königs zustürmend, sprach er dies in Wut: ‚Ich werde nicht harsch zu dir sprechen — ich werde dich töten, der du den Tod verdienst.‘
Wort für Wort
tataḥ abhipatya pāñcālyam
dann auf den Sohn des Pāñcāla zustürmend (Absolutiv / Akk. Sg. m.)
saṃrambheṇa idam abravīt
sprach dies in Wut (Instr. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Akt. von brū)
na tvām vakṣyāmi paruṣam
ich werde nicht harsch zu dir sprechen (Akk. Sg. / 1. Sg. Fut. Akt. von vac / Akk. Sg. n.)
haniṣye tvām vadhakṣamam
ich werde dich töten, der du den Tod verdienst (1. Sg. Fut. Med. von han / Akk. Sg. m.)
tam āpatantaṃ sahasā mahābalam amarṣaṇam pāñcālyāyābhisaṃkruddham antakāyāntakopamam
Ihn, der plötzlich heranstürmte, von großer Kraft, voller Grimm, wutentbrannt auf den Sohn des Pāñcāla-Königs, gleich dem Todesgott, der dem Tod entgegentritt,
Wort für Wort
tam āpatantam sahasā
ihn, der plötzlich heranstürmte (Akk. Sg. m. Part. Präs. / Adv.)
mahābalam amarṣaṇam
von großer Kraft, voller Grimm (Akk. Sg. m.)
pāñcālyāya abhisaṃkruddham
wutentbrannt auf den Sohn des Pāñcāla (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
antakāya antakopamam
dem Tod entgegen, gleich dem Todesgott (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
Standhaft, seine Füße fest einstemmend, wurde der Stier der Śinis von Bhīma mit Kraft beim sechsten Schritt zurückgehalten, er, der Beste der Starken; dennoch, sich von Bhīma mit eigener Kraft befreiend, der Hochragende, eilte der Mādhava [Sātyaki] mit der Geschwindigkeit des Windes, sich von Bhīma losreißend; dann aber, indem Bhīma rasch mittlere Kraft von großem Ausmaß anwandte, wurde Sātyaki, sich einstemmend, aus Stolz beim zehnten Schritt festgehalten.
Wort für Wort
sthitvā viṣṭabhya caraṇau
standhaft, die Füße eingestemmt (Absolutiv / Akk. Du. m.)
bhīmena śinipuṃgavaḥ
der Stier der Śinis, von Bhīma (Instr. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
nigṛhītaḥ pade ṣaṣṭhe balena
zurückgehalten beim sechsten Schritt mit Kraft (Nom. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Instr. Sg. n.)
balinām varaḥ
der Beste der Starken (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
tathā api bhīmāt ātmānam āmucya
dennoch sich von Bhīma befreiend (Abl. Sg. m. / Akk. Sg. / Absolutiv)
balinā ucchritaḥ
der Hochragende, mit Kraft (Instr. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
jagāma anilavegena bhīmam unmucya
eilte mit Windesgeschwindigkeit, sich von Bhīma losreißend (3. Sg. Perf. Akt. von gam / Instr. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
mādhavaḥ
der Mādhava [Sātyaki] (Nom. Sg. m.)
bhīmena atha āśu mahatā vegam āsthāya
dann Bhīma rasch großes Ausmaß an Kraft anwendend (Instr. Sg. m. / Adv. / Instr. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
madhyamam viṣṭabhya vidhṛtaḥ
mittlere, eingestemmt, festgehalten (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Nom. Sg. m.)
darpāt sātyakiḥ daśame pade
aus Stolz, Sātyaki, beim zehnten Schritt (Abl. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
[Anm.: Die vier mit *1391_01 bis *1391_04 gekennzeichneten Verseinschübe werden hier mit dem Hauptvers zu einer Einheit zusammengefasst.]
pāñcālānāṃ ca vārṣṇeya samudrāntāṃ vicinvatām nānyad asti paraṃ mitraṃ yathā pāṇḍavavṛṣṇayaḥ
Und für die Pāñcālas, o Nachkomme Vṛṣṇis, die die bis zum Ozean reichende Erde durchsuchen, gibt es keinen anderen höchsten Freund als die Pāṇḍavas und Vṛṣṇis.
Wort für Wort
pāñcālānām ca vārṣṇeya
und für die Pāñcālas, o Nachkomme Vṛṣṇis (Gen. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
samudrāntām vicinvatām
die die bis zum Ozean reichende [Erde] durchsuchen (Akk. Sg. f. / Gen. Pl. m. Part. Präs.)
na anyat asti param mitram
gibt es keinen anderen höchsten Freund (Nom. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von as / Akk. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
sa evaṃ sarvadharmajño mitradharmam anusmaran niyaccha manyuṃ pāñcālyāt praśāmya śinipuṃgava
Du, so ein Kenner allen Dharmas, dich der Pflicht der Freundschaft erinnernd — zügle deinen Zorn gegen den Sohn des Pāñcāla-Königs, komm zur Ruhe, o Stier der Śinis.
Wort für Wort
sa evam sarvadharmajñaḥ
du, so ein Kenner allen Dharmas (Nom. Sg. m.)
mitradharmam anusmaran
dich der Pflicht der Freundschaft erinnernd (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. Part. Präs.)
niyaccha manyum pāñcālyāt
zügle den Zorn gegen den Sohn des Pāñcāla (2. Sg. Imp. Akt. von ni-yam / Akk. Sg. m. / Abl. Sg. m.)
praśāmya śinipuṃgava
komm zur Ruhe, o Stier der Śinis (2. Sg. Imp. Akt. von pra-śam / Vok. Sg. m.)
pārṣatasya kṣama tvaṃ vai kṣamatāṃ tava pārṣataḥ vayaṃ kṣamayitāraś ca kim anyatra śamād bhavet
Vergib du fürwahr dem Sohn des Pṛṣata, und der Sohn des Pṛṣata vergebe dir; wir werden die Vermittler der Versöhnung sein — was könnte es außer Frieden geben?“
Wort für Wort
pārṣatasya kṣama tvam vai
vergib du fürwahr dem Sohn des Pṛṣata (Gen. Sg. m. / 2. Sg. Imp. Akt. von kṣam / Nom. Sg.)
kṣamatām tava pārṣataḥ
und der Sohn des Pṛṣata vergebe dir (3. Sg. Imp. Akt. von kṣam / Gen. Sg. / Nom. Sg. m.)
vayam kṣamayitāraḥ ca
und wir werden die Vermittler der Versöhnung sein (Nom. Pl. / Nom. Pl. m.)
kim anyatra śamād bhavet
was könnte es außer Frieden geben (Nom. Sg. n. / Adv. / Abl. Sg. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von bhū)
„Lass los, lass los den Enkel Śinis, Bhīma, ihn, der von der Rauschgier des Kampfes erfüllt ist; er möge sich mir nähern, wie der Wind einem erdtragenden Berg.
Wort für Wort
muñca muñca śineḥ pautram
lass los, lass los den Enkel Śinis (2. Sg. Imp. Akt. von muc / Gen. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
bhīma yuddhamadānvitam
Bhīma, den von Kampfrausch Erfüllten (Vok. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
āsādayatu mām eṣa
er möge sich mir nähern (3. Sg. Imp. Akt. von ā-sad / Akk. Sg. / Nom. Sg. m.)
dharādharam iva anilaḥ
wie der Wind einem erdtragenden Berg (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
Die Worte des Pāñcāla-Sohnes hörend, hauchte Sātyaki, wie eine Schlange zischend; in Bhīmas Armen gefangen, zappelte der Mächtige unaufhörlich — die beiden, brüllend gleich zwei Stieren, mächtig, starkarmig.
Wort für Wort
śṛṇvan pāñcālavākyāni
die Worte des Pāñcāla-Sohnes hörend (Nom. Sg. m. Part. Präs. / Akk. Pl. n.)
sātyakiḥ sarpavat śvasan
Sātyaki, wie eine Schlange zischend (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m. Part. Präs.)
bhīmabāhvantare saktaḥ
in Bhīmas Armen gefangen (Lok. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
visphurati aniśam balī
zappelte unaufhörlich, der Mächtige (3. Sg. Präs. Akt. von vi-sphur / Adv. / Nom. Sg. m.)
tau vṛṣau iva nardantau
die beiden, brüllend gleich zwei Stieren (Nom. Du. m. / Nom. Du. m. Part. Präs.)
balinau bāhuśālinau
mächtig, starkarmig (Nom. Du. m.)
[Anm.: Der mit *1392_01 gekennzeichnete Verseinschub wird hier mit dem Hauptvers zu einer Einheit zusammengefasst.]
Nachdem die beiden vortrefflichen Bogenschützen, ihre Augen vor Zorn gerötet, zurückgehalten worden waren, wandten sich die Stiere unter den Kshatriyas, noch immer kampfbegierig, wieder dem Feind im Kampf zu.
Wort für Wort
nivārya parameṣvāsau
die beiden vortrefflichen Bogenschützen zurückgehalten habend (Absolutiv / Akk. Du. m.)
krodhasaṃraktalocanau
ihre Augen vor Zorn gerötet (Akk. Du. m.)
yuyutsavaḥ parān saṃkhye
kampfbegierig gegen den Feind im Kampf (Nom. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Lok. Sg. n.)
pratīyuḥ kṣatriyarṣabhāḥ
wandten sich wieder zu, die Stiere unter den Kshatriyas (3. Pl. Perf. Akt. von prati-i / Nom. Pl. m.)