Kapitel 26: Saṃśaptakavadha
Der zehnte Tag: Arjunas Kehrtwende gegen die Saṃśaptakas
Saṃjaya berichtet, wie Arjuna, als er den Staub und das Trompeten von Bhagadattas Elefanten wahrnimmt, Kṛṣṇa auffordert, eilig zum Kampf gegen den König von Prāgjyotiṣa zu fahren, da nur sie beide ihm gewachsen seien. Doch die vierzehntausend Saṃśaptakas — Trigartas und Anhänger Vāsudevas — die Duryodhana und Karṇa zu ebendiesem Zweck [Arjunas Kräfte zu teilen] eingesetzt hatten, stellen sich Arjuna verfolgend entgegen. Nach kurzem inneren Zwiespalt entschließt sich Arjuna, zunächst die Saṃśaptakas zu vernichten. Als deren Pfeilhagel selbst Kṛṣṇas Wagen verhüllt, rät ihm Kṛṣṇa, die Vajra-Waffe einzusetzen; damit vernichtet Arjuna die Saṃśaptakas fast vollständig, zum Erstaunen selbst Kṛṣṇas, der Arjunas Tat mit der Indras vergleicht. Danach fordert Arjuna Kṛṣṇa auf, nun endlich zu Bhagadatta zu fahren.
Als er den aufgewirbelten Staub sah und das Trompeten des Elefanten hörte, sprach der Sohn der Kuntī [Arjuna] zu Kṛṣṇa: „Wohl wird [unser Heer] von Bhagadatta zerschlagen.
Wort für Wort
rajo dṛṣṭvā samudbhūtaṃ
als er den aufgewirbelten Staub sah (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
śrutvā ca gajanisvanam
und das Trompeten des Elefanten hörte (Ger. + Konj. + Akk.Sg.)
bhajyatāṃ bhagadattena
wohl wird es von Bhagadatta zerschlagen (3.Sg.Pass.Imp./Opt. + Instr.Sg.)
kaunteyaḥ kṛṣṇam abravīt
sprach der Sohn der Kuntī zu Kṛṣṇa (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.2 bildet eine syntaktische Einheit. Hier beginnt Arjunas direkte Rede an Kṛṣṇa, die sich über V.3-8 fortsetzt (unterbrochen durch einen dreizeiligen, hier nicht übersetzten Apparatseinschub *0203_01-03 nach V.6, der Bhagadattas Löwengebrüll, das Zersprengen von Kṛṣṇas Heerscharen und dessen eigenes plötzliches Aufbrüllen schildert) und erst am Ende von V.8 mit dem Schlusszeichen versehen wird.]
sa cāpi dviradaśreṣṭhaḥ sadāpratigajo yudhi sarvaśabdātigaḥ saṃkhye kṛtakarmā jitaklamaḥ
Und jener beste der Elefanten [Supratīka] ist im Kampf stets unbezwungen von einem Elefanten, übertrifft im Streit jeden [Schlachten-]Lärm, ist kampferprobt und hat die Ermüdung überwunden.
Wort für Wort
sa cāpi dviradaśreṣṭhaḥ
und jener beste der Elefanten (Nom.Sg. + Konj.+Partikel + Nom.Sg.)
sadāpratigajo yudhi
im Kampf stets unbezwungen von einem Elefanten (Nom.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
sarvaśabdātigaḥ saṃkhye
jeden Lärm übertreffend im Streit (Nom.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
kṛtakarmā jitaklamaḥ
kampferprobt, die Ermüdung überwunden habend (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.5 bildet eine Einheit, Fortsetzung von Arjunas Rede.]
sahaḥ śastranipātānām agnisparśasya cānagha sa pāṇḍavabalaṃ vyaktam adyaiko nāśayiṣyati
Widerstandsfähig gegen das Niedersausen von Waffen und die Berührung des Feuers, o Makelloser — er allein wird heute offenkundig das Heer der Pāṇḍavas vernichten.
Wort für Wort
sahaḥ śastranipātānām
widerstandsfähig gegen das Niedersausen von Waffen (Nom.Sg. + Gen.Pl.)
agnisparśasya cānagha
und gegen die Berührung des Feuers, o Makelloser (Gen.Sg. + Konj. + Vok.Sg.)
sa pāṇḍavabalaṃ vyaktam
er wird offenkundig das Heer der Pāṇḍavas (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Adv.)
adyaiko nāśayiṣyati
heute allein vernichten (Adv. + Nom.Sg. + 3.Sg.Fut.)
[Anm.: V.6 bildet eine Einheit, Fortsetzung von Arjunas Rede. Im Anschluss ein dreizeiliger Apparatseinschub (*0203_01-03): „Nachdem er, zusammen mit dem Schwirren von Bogen und Pfeilen, ein gewaltiges Löwengebrüll ausgestoßen hat — sieh, wie [unser Heer] in die Flucht geschlagen wird, seine Anführer größtenteils erschlagen; und nachdem er dies gesehen hat, plötzlich aufbrüllend, zermalmt er mein Heer.“ — nicht übersetzt, inhaltlich Fortsetzung von Arjunas Rede.]
Ihn, der durch Śakras [Indras] Freundschaft, durch seine Elefantentruppe und auch durch sein Alter übermütig ist — den Heervernichter werde ich heute als willkommenen Gast [zu Yama] senden.“
Wort für Wort
śakrasakhyād dvipabalair
durch Śakras Freundschaft, durch die Elefantentruppe (Abl.Sg. + Instr.Pl.)
vayasā cāpi vismitam
und auch durch sein Alter übermütig (Instr.Sg. + Konj.+Partikel + Akk.Sg.)
adyainaṃ preṣayiṣyāmi
heute werde ich ihn senden (Adv. + Akk.Sg. + 1.Sg.Fut.)
balahantuḥ priyātithim
den Heervernichter, als lieben Gast (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.8 bildet eine Einheit und beschließt Arjunas in V.2 begonnene Rede. „priyātithim“ ('als lieben Gast') ist ein euphemistischer Ausdruck für das Töten — Bhagadatta soll als Gast zu Yamas [des Totengottes] Reich geschickt werden.]
daśaiva tu sahasrāṇi trigartānāṃ narādhipa catvāri tu sahasrāṇi vāsudevasya ye 'nugāḥ
Zehntausend allein von den Trigartas, o Herrscher der Menschen, und viertausend, die Anhänger des Vāsudeva [Kṛṣṇa] waren.
Wort für Wort
daśaiva tu sahasrāṇi
zehntausend allein aber (Num. + Partikel + Konj. + Akk.Pl.)
trigartānāṃ narādhipa
von den Trigartas, o Herrscher der Menschen (Gen.Pl. + Vok.Sg.)
catvāri tu sahasrāṇi
und viertausend aber (Num. + Konj. + Akk.Pl.)
vāsudevasya ye 'nugāḥ
die Anhänger des Vāsudeva waren (Gen.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.11 bildet eine Einheit. Mit „vāsudevasya ye 'nugāḥ“ ('die Anhänger Vāsudevas') sind vermutlich jene viertausend Krieger der einst Kṛṣṇa gehörenden Kuhhirten-Streitmacht (Nārāyaṇa-Truppe) gemeint, die Kṛṣṇa nach der bekannten Aufteilung vor Kriegsbeginn Duryodhana überließ und die nun gegen Kṛṣṇa und Arjuna selbst kämpft — eine gewisse Ironie der Formulierung [?].]
dāryamāṇāṃ camūṃ dṛṣṭvā bhagadattena māriṣa āhūyamānasya ca tair abhavad dhṛdayaṃ dvidhā
Als er das Heer sah, von Bhagadatta zerrissen, o Verehrter, und dabei von ihnen [den Saṃśaptakas] herausgefordert wurde, da wurde sein Herz zwiegespalten.
Wort für Wort
dāryamāṇāṃ camūṃ dṛṣṭvā
als er das Heer zerrissen sah (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg. + Ger.)
bhagadattena māriṣa
von Bhagadatta, o Verehrter (Instr.Sg. + Vok.Sg.)
āhūyamānasya ca tair
und von ihnen herausgefordert (Gen.Sg.Part. + Konj. + Instr.Pl.)
abhavad dhṛdayaṃ dvidhā
wurde sein Herz zwiegespalten (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Adv.)
[Anm.: V.12 bildet eine Einheit; Bezugsperson ist Arjuna.]
kiṃ nu śreyaskaraṃ karma bhaved iti vicintayan ito vā vinivarteyaṃ gaccheyaṃ vā yudhiṣṭhiram
Was wohl die bessere Tat wäre, so überlegend: Sollte ich von hier umkehren, oder zu Yudhiṣṭhira [bzw. zu dessen Kampfplatz] gehen?
Wort für Wort
kiṃ nu śreyaskaraṃ karma
was wohl die bessere Tat (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
bhaved iti vicintayan
wäre — so überlegend (3.Sg.Opt. + Partikel + Nom.Sg.Part.)
ito vā vinivarteyaṃ
sollte ich von hier umkehren (Adv. + Konj. + 1.Sg.Opt.)
gaccheyaṃ vā yudhiṣṭhiram
oder zu Yudhiṣṭhira gehen (1.Sg.Opt. + Konj. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.13 bildet eine Einheit; Arjunas innerer Zwiespalt zwischen dem Kampf gegen die verfolgenden Saṃśaptakas und der Weiterfahrt zu Bhagadatta, wo auch Yudhiṣṭhiras Heeresteil bedrängt wird (vgl. Kap.25).]
Nachdem Arjuna dies mit seinem Verstand erwogen hatte, o Stier der Kurus, wurde sein überwiegender Entschluss fest auf die Vernichtung der Saṃśaptakas [gerichtet].
Wort für Wort
tasya buddhyā vicāryaitad
nachdem dieser dies mit dem Verstand erwogen hatte (Gen.Sg. + Instr.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
arjunasya kurūdvaha
Arjunas, o Stier der Kurus (Gen.Sg. + Vok.Sg.)
abhavad bhūyasī buddhiḥ
wurde der überwiegende Entschluss (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
saṃśaptakavadhe sthirā
fest auf die Vernichtung der Saṃśaptakas (Lok.Sg. + Nom.Sg.)
sa saṃnivṛttaḥ sahasā kapipravaraketanaḥ eko rathasahasrāṇi nihantuṃ vāsavī raṇe
Er, mit dem besten der Affen im Banner [Arjuna], kehrte plötzlich um, der Sohn des Vāsava [Indra], allein, um Tausende von Wagenkämpfern im Kampf zu vernichten.
Wort für Wort
sa saṃnivṛttaḥ sahasā
er kehrte plötzlich um (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Adv.)
kapipravaraketanaḥ
mit dem besten der Affen im Banner (Nom.Sg.Kompositum)
eko rathasahasrāṇi
allein, Tausende von Wagenkämpfern (Nom.Sg. + Akk.Pl.)
nihantuṃ vāsavī raṇe
um zu vernichten, der Sohn des Vāsava, im Kampf (Inf. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
sā hi duryodhanasyāsīn matiḥ karṇasya cobhayoḥ arjunasya vadhopāye tena dvaidham akalpayat
Denn dies war der Plan sowohl Duryodhanas als auch Karṇas, hinsichtlich des Mittels, Arjuna zu töten [bzw. zu schwächen]; dadurch bewirkten sie eine Zweiteilung [seiner Kräfte].
Wort für Wort
sā hi duryodhanasyāsīn
denn dies war Duryodhanas (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + 3.Sg.Impf.)
hinsichtlich des Mittels, Arjuna zu töten (Gen.Sg. + Lok.Sg.)
tena dvaidham akalpayat
dadurch bewirkten sie eine Zweiteilung (Instr.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.16 bildet eine Einheit; „vadhopāye“ wird hier im weiteren Sinne von 'Bekämpfen/Schwächen' verstanden, da der tatsächliche Zweck die Zerteilung von Arjunas Aufmerksamkeit war.]
sa tu saṃvartayām āsa dvaidhībhāvena pāṇḍavaḥ rathena tu rathāgryāṇām akarot tāṃ mṛṣā tadā
Er aber, der Pāṇḍava [Arjuna], bewältigte diese Zweiteilung [seiner Aufmerksamkeit] und machte mit seinem Wagen, dem besten der Wagenlenker, jenen [Plan] damals zunichte.
Wort für Wort
sa tu saṃvartayām āsa
er aber bewältigte (Nom.Sg. + Konj. + Periphr.Perf.)
dvaidhībhāvena pāṇḍavaḥ
die Zweiteilung, der Pāṇḍava (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
rathena tu rathāgryāṇām
mit seinem Wagen aber, der besten der Wagenlenker (Instr.Sg. + Konj. + Gen.Pl.)
akarot tāṃ mṛṣā tadā
machte er jenen damals zunichte (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Adv. + Adv.)
naiva kuntīsutaḥ pārtho naiva kṛṣṇo janārdanaḥ na hayā na ratho rājan dṛśyante sma śaraiś citāḥ
Weder der Sohn der Kuntī, Pārtha [Arjuna], noch Kṛṣṇa Janārdana, weder die Rosse noch der Wagen, o König, waren mehr zu sehen, so sehr waren sie mit Pfeilen bedeckt.
Wort für Wort
naiva kuntīsutaḥ pārtho
weder der Sohn der Kuntī, Pārtha (Neg.+Partikel + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
naiva kṛṣṇo janārdanaḥ
noch Kṛṣṇa Janārdana (Neg.+Partikel + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
na hayā na ratho rājan
weder die Rosse noch der Wagen, o König (Neg. + Nom.Pl. + Neg. + Nom.Sg. + Vok.Sg.)
dṛśyante sma śaraiś citāḥ
waren zu sehen, mit Pfeilen bedeckt (3.Pl.Pass.Präs. + Partikel + Instr.Pl. + Nom.Pl.Part.)
[Anm.: V.19 bildet eine Einheit. Im Anschluss zwei weitere, inhaltlich nahezu gleichlautende Apparatseinschübe: *0204_01-02 „Da waren weder Arjuna und Upendra [Kṛṣṇa] noch der Wagen mit Rossen und Banner zu sehen, vom mächtigen Pfeilregen umhüllt.“ und *0205_01-02 „Dann, von jener gewaltigen Pfeilmasse überschüttet, vermochte Bībhatsu [Arjuna] die Feinde nicht mehr zurückzudrängen.“ — beide nicht übersetzt, da sie V.19 nur variierend wiederholen.]
Als Janārdana [Kṛṣṇa] von Betäubung überkommen und in Schweiß gebadet war, da erschlug Pārtha [Arjuna] sie [die Saṃśaptakas] daraufhin größtenteils mit der Vajra-Waffe.
Wort für Wort
yadā moham anuprāptaḥ
als er von Betäubung überkommen war (Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Part.)
sasvedaś ca janārdanaḥ
und in Schweiß gebadet, Janārdana (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
tatas tān prāyaśaḥ pārtho
da erschlug Pārtha sie größtenteils (Adv. + Akk.Pl. + Adv. + Nom.Sg.)
vajrāstreṇa nijaghnivān
mit der Vajra-Waffe (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.Perf.)
[Anm.: V.20 besteht aus zwei durch einen zweizeiligen Apparatseinschub (*0206_01-02) getrennten Halbversen, die zusammen eine Einheit bilden. Der Einschub überbrückt den Sinn: „Da erwiderte Janārdana, wie lächelnd, dem Pārtha: „Lege die Vajra-Waffe an und erschlage hier die Saṃśaptakas!““ — nicht als eigene Einheit übersetzt, aber inhaltlich wiedergegeben, da er den Übergang zur folgenden Handlung erklärt: erst auf Kṛṣṇas Rat hin setzt Arjuna die Vajra-Waffe ein.]
Mit fortgeschleuderten Satteldecken und Gurten, mit zerschnittenem Geschirr, leblos, samt ihren Reitern fielen die Rosse, zermalmt von Pārthas Pfeilen.
Wort für Wort
vipraviddhakuthāvalgāś
mit fortgeschleuderten Satteldecken und Gurten (Nom.Pl.Kompositum)
chinnabhāṇḍāḥ parāsavaḥ
mit zerschnittenem Geschirr, leblos (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)
sārohās turagāḥ petur
samt ihren Reitern fielen die Rosse (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl. + 3.Pl.Perf.)
mathitāḥ pārthamārgaṇaiḥ
zermalmt von Pārthas Pfeilen (Nom.Pl.Part. + Instr.Pl.Kompositum)
Speere, Schilde, Schwerter, Krallenpanzer, Keulen und Äxte noch [haltend], fielen abgeschlagene Arme von Männern, [durchtrennt] von den Breitpfeilen des Diademträgers [Arjuna].
Das Heer loderte auf [unter] den geschmückten, gefiederten, lebenzehrenden [Pfeilen] verschiedenster Kennzeichnung, als der erzürnte Phalguna [Arjuna] die Feinde damals niedermachte.
Wort für Wort
jajvālālaṃkṛtaiḥ senā
das Heer loderte auf unter den geschmückten [Pfeilen] (3.Sg.Perf. + Instr.Pl.Part. + Nom.Sg.)
Wie ein Elefant einen Lotosteich, so wühlte er [Arjuna] damals das Heer auf — den Dhanaṃjaya priesen die Scharen der Wesen [Geistwesen] mit den Worten: 'Wohlgetan, wohlgetan!'
Wort für Wort
kṣobhayantaṃ tadā senāṃ
der das Heer damals aufwühlte (Akk.Sg.Part. + Adv. + Akk.Sg.)
dviradaṃ nalinīm iva
wie ein Elefant einen Lotosteich (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel)
dhanaṃjayaṃ bhūtagaṇāḥ
den Dhanaṃjaya die Scharen der Wesen (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
sādhu sādhv ity apūjayan
priesen mit 'wohlgetan, wohlgetan' (Adv. + Adv. + Partikel + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.27 bildet eine Einheit; der Zuruf der Geisterscharen ist ein anonymer Kollektivruf und erhält daher, wie durchgängig in dieser Ausgabe, keine CQ-Markierung, sondern nur einfache Anführungszeichen.]
Als Mādhava [Kṛṣṇa] jene Tat des Pārtha sah, [würdig] der des Vāsava [Indra], geriet er in höchstes Erstaunen und applaudierte, [seine Hände] zusammenschlagend, ihm Lob spendend.
Wort für Wort
dṛṣṭvā tat karma pārthasya
als er jene Tat des Pārtha sah (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
vāsavasyeva mādhavaḥ
wie die des Vāsava, Mādhava (Gen.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
vismayaṃ paramaṃ gatvā
in höchstes Erstaunen geraten (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
talam āhatya pūjayat
die Hände zusammenschlagend, Lob spendend (Akk.Sg. + Ger. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.28 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0207_01-04), Kṛṣṇas wörtliches Lob: „Diese Tat, o Pārtha, wäre selbst für Śakra [Indra], Yama und Dhanada [Kubera] im Kampf schwer zu vollbringen gewesen — das, was du heute vollbracht hast, ist meine Meinung. Zugleich sah ich im Kampf zu Hunderten, ja zu Tausenden die großen Wagenkämpfer der Saṃśaptakas fallen.“ — nicht als eigene Einheit übersetzt, inhaltlich aber wiedergegeben, da es Kṛṣṇas im Haupttext nur summarisch berichtetes Lob (V.28) konkretisiert.]
Dann, nachdem er die meisten der noch standhaltenden Saṃśaptakas erschlagen hatte, trieb Pārtha [Arjuna] Kṛṣṇa an: „Fahre zu Bhagadatta!“
Wort für Wort
tataḥ saṃśaptakān hatvā
dann, nachdem er die Saṃśaptakas erschlagen hatte (Adv. + Akk.Pl. + Ger.)
bhūyiṣṭhaṃ ye vyavasthitāḥ
die meisten, die noch standhielten (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Part.)
bhagadattāya yāhīti
'fahre zu Bhagadatta' (Dat.Sg. + 2.Sg.Imp. + Partikel)
pārthaḥ kṛṣṇam acodayat
trieb Pārtha Kṛṣṇa an (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.29 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel; Arjunas kurzer Befehl an Kṛṣṇa erhält als eigenständige wörtliche Rede eine CQ-Markierung.]