Kapitel 13: Raṇanadī
Der zehnte Tag: Der Blutstrom der Schlacht und das Gefecht Abhimanyus mit dem Paurava und Jayadratha
Saṃjaya schildert den erneuten Ansturm Droṇas, der als 'Rukmaratha' die Pāṇḍava-Reihen wie Feuer verzehrt (V.1-7), und entfaltet dies in einem langen, durchgehenden Strom-Gleichnis: Das von Droṇa angerichtete Blutbad wird als ein furchtbarer, aus Blut, Fleisch, Waffen, Leibern und Gliedmaßen bestehender Strom beschrieben, der zum Land der Väter [Totenreich] führt (V.8-18). Es folgt eine lange Kette von Einzelzweikämpfen quer durch beide Heere: Śakuni-Sahadeva (V.21-24), Droṇa-Drupada (V.25), Bhīmasena-Viviṃśati (V.26-28), Śalya-Nakula (V.29-30), Dhṛṣṭaketu-Kṛpa (V.31-32), Sātyaki-Kṛtavarman (V.33-34), der [Pāṇḍava-]Heerführer [Dhṛṣṭadyumna]-Suśarman (V.35), Virāṭa-Karṇa (V.36-37), Drupada-Bhagadatta und Bhūriśravas-Śikhaṇḍin (V.38-40), das Rākṣasa-Duell Ghaṭotkaca-Alambusa (V.41-42), Cekitāna-Anuvinda (V.43), Lakṣmaṇa-Kṣatradeva (V.44). Den größten Teil des Kapitels (V.45-80) nimmt das ausführlich geschilderte Gefecht Abhimanyus ein: zunächst gegen den Paurava [Bṛhadbala, König der Kosalas], den er entwaffnet und am Haarschopf packt, dann, als Jayadratha eingreift, um den fallenden Paurava zu retten, ein erbittertes Schwert-und-Schild-Duell zwischen Abhimanyu und Jayadratha, das mit dem Zerbrechen von Abhimanyus Schwert endet; das Kapitel schließt mit einem Speerwurf Śalyas, den Abhimanyu zurückschleudert und damit Śalyas Wagenlenker tötet, sowie dem jubelnden Ausruf der Pāṇḍava-Fürsten und dem erneuten, erzürnten Angriff auf Abhimanyu.
Als sie 'Rukmaratha' [Droṇa] erblickten, wie er die Heerscharen verbrannte, gleichsam wie ein leibhaftig entfachtes Feuer, erzitterten die Sṛñjayas im Kampf.
Wort für Wort
nirdahantam anīkāni
die Heerscharen verbrennend (Akk.Sg.Part. + Akk.Pl.)
sākṣāt agnim iva utthitam
gleichsam wie ein leibhaftig entfachtes Feuer (Adv. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.Part.)
dṛṣṭvā rukmaratham yuddhe
'Rukmaratha' im Kampf erblickt habend (Ger. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
samakampanta sṛñjayāḥ
erzitterten die Sṛñjayas (3.Pl.Impf.Med. + Nom.Pl.)
Das unaufhörliche Getöse der Bogensehne dieses rasch Handelnden, dessen Bogen gespannt wurde, war zu hören, überaus [laut], wie das Krachen des Donnerkeils.
Wort für Wort
pratatam ca asyamānasya dhanuṣaḥ
und des unaufhörlich gespannten Bogens (Akk.Sg. + Konj. + Gen.Sg.Part. + Gen.Sg.)
asya āśukāriṇaḥ
dieses rasch Handelnden (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
jyāghoṣaḥ śrūyate atyartham
das Getöse der Bogensehne war überaus zu hören (Nom.Sg. + 3.Sg.Pass. + Adv.)
visphūrjitam iva aśaneḥ
wie das Krachen des Donnerkeils (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg.)
Jener Held, wahrhaftig, klug, dem Recht beständig ergeben, überaus furchtbar, ließ, wie der Todesgott zur Zeit des Weltuntergangs, einen furchtbaren Strom hervorbrechen —
dem Recht beständig ergeben, überaus furchtbar (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
yugāntakāle yantā iva
wie der Todesgott zur Zeit des Weltuntergangs (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Partikel)
raudrām prāskandayan nadīm
einen furchtbaren Strom hervorbrechen lassend (Akk.Sg. + Nom.Sg.Part. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.8 bildet den Auftakt des langen, bis V.18 reichenden Strom-Gleichnisses: Der von Droṇa angerichtete Blutstrom wird über zehn Verse hinweg in einer Kette von Bahuvrīhi-Komposita beschrieben, deren grammatisches Prädikat erst in V.18 ('prāvartayat', 'ließ entstehen') erscheint; 'prāskandayan' hier ist bereits vorwegnehmend, das eigentliche Verb folgt am Ende der Kette.]
— [einen Strom,] entsprungen aus der Wucht des Zorns, gedrängt voll von Scharen fleischfressender [Tiere], von allen Seiten angefüllt mit Heeresfluten, Helden wie Bäume fortreißend,
Wort für Wort
amarṣavegaprabhavām
entsprungen aus der Wucht des Zorns (Akk.Sg.)
kravyādagaṇasaṃkulām
gedrängt voll von Scharen fleischfressender [Tiere] (Akk.Sg.)
balaughaiḥ sarvataḥ pūrṇām
von allen Seiten angefüllt mit Heeresfluten (Instr.Pl. + Adv. + Akk.Sg.)
vīravṛkṣāpahāriṇīm
Helden wie Bäume fortreißend (Akk.Sg.)
[Anm.: V.9 setzt die Kette der den Strom beschreibenden Komposita aus V.8 fort (fortgesetzt bis V.18).]
mit Blut als Wasser, mit Wagen als Strudeln, mit Elefanten und Pferden als Ufern, mit Rüstungen als Flößen versehen, von Fleischschlamm durchsetzt,
Wort für Wort
śoṇitodām rathāvartām
mit Blut als Wasser, mit Wagen als Strudeln (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
hastyaśvakṛtarodhasam
mit Elefanten und Pferden als Ufern (Akk.Sg.)
kavacoḍupasaṃyuktām
mit Rüstungen als Flößen versehen (Akk.Sg.)
māṃsapaṅkasamākulām
von Fleischschlamm durchsetzt (Akk.Sg.)
[Anm.: V.10 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas), Fortsetzung der Kette. Der Apparatseinschub *0096_01 nach V.10d ('mit Haaren als Wasserpflanzen versehen, rötlich von Fleisch-Blut-Schlamm') ist eine der Kette stilistisch angepasste, aber nicht zwingend notwendige weitere Ergänzung und wird nicht übernommen.]
mit Fett, Mark und Knochen als Sand, mit prächtigen Turbanen als Schaum, angefüllt mit den Wasserwolken der Schlacht, durchsetzt mit Wurfspießen als Fischen,
Wort für Wort
medomajjāsthisikatām
mit Fett, Mark und Knochen als Sand (Akk.Sg.)
uṣṇīṣavaraphenilām
mit prächtigen Turbanen als Schaum (Akk.Sg.)
saṃgrāmajaladāpūrṇām
angefüllt mit den Wasserwolken der Schlacht (Akk.Sg.)
entstanden aus Männern, Elefanten und Pferden, mit der Flut der Pfeilwucht strömend, mit Leibern als Wasserkastanien-Gestrüpp, durchsetzt mit Armen als Schlangen,
Wort für Wort
naranāgāśvasaṃbhūtām
entstanden aus Männern, Elefanten und Pferden (Akk.Sg.)
śaravegaughavāhinīm
mit der Flut der Pfeilwucht strömend (Akk.Sg.)
śarīradāruśṛṅgāṭām
mit Leibern als Wasserkastanien-Gestrüpp (Akk.Sg.)
mit Häuptern als Steinboden, von Schwertern als Fischen bevölkert, mit Wagen und Elefanten als Wasserbecken versehen, mit mannigfachem Schmuck als Lotusblüten,
Wort für Wort
uttamāṅgopalatalām
mit Häuptern als Steinboden (Akk.Sg.)
nistriṃśajhaṣasevitām
von Schwertern als Fischen bevölkert (Akk.Sg.)
rathanāgahradopetām
mit Wagen und Elefanten als Wasserbecken versehen (Akk.Sg.)
nānābharaṇanīrajām
mit mannigfachem Schmuck als Lotusblüten (Akk.Sg.)
mit hunderten großer Wagenkämpfer als Strudeln, mit Bodenstaub als Wellenkranz, für die überaus Tapferen im Kampf gut zu durchqueren, für die Feiglinge schwer zu durchqueren,
Wort für Wort
mahārathaśatāvartām
mit hunderten großer Wagenkämpfer als Strudeln (Akk.Sg.)
bhūmireṇūrmimālinīm
mit Bodenstaub als Wellenkranz (Akk.Sg.)
mahāvīryavatām saṃkhye
für die überaus Tapferen im Kampf (Gen.Pl. + Lok.Sg.)
sutarām bhīrudustarām
gut zu durchqueren, für Feiglinge schwer zu durchqueren (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.14 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas), Fortsetzung der Kette. Der zweizeilige Apparatseinschub *0097_01/02 nach V.14d ('gedrängt voll von Hunderten von Leibern, von Geiern und Reihern bevölkert' / 'Tausende großer Wagenkämpfer zur Wohnstatt Yamas führend') ist eine weitere, stilistisch passende, aber entbehrliche Ergänzung der Kette und wird nicht übernommen.]
übersät mit Helden als Schlangen, von den Kreaturen als Kaufleuten befahren, mit abgeschlagenen Schirmen als großen Schwänen, angefüllt mit Kronen als Wasservögeln,
Wort für Wort
śūravyālasamākīrṇām
übersät mit Helden als Schlangen (Akk.Sg.)
prāṇivāṇijasevitām
von den Kreaturen als Kaufleuten befahren (Akk.Sg.)
chinnacchatramahāhaṃsām
mit abgeschlagenen Schirmen als großen Schwänen (Akk.Sg.)
mit Rädern als Schildkröten, mit Keulen als Krokodilen, durchsetzt mit Pfeilen als kleinen Fischen, von den furchtbaren Scharen der Reiher, Geier und Schakale bevölkert —
Wort für Wort
cakrakūrmām gadānakrām
mit Rädern als Schildkröten, mit Keulen als Krokodilen (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
śarakṣudrajhaṣākulām
durchsetzt mit Pfeilen als kleinen Fischen (Akk.Sg.)
baḍagṛdhrasṛgālānām
der Reiher, Geier und Schakale (Gen.Pl.)
ghorasaṃghaiḥ niṣevitām
von den furchtbaren Scharen bevölkert (Instr.Pl. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.16 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas), Fortsetzung der Kette. Der Apparatseinschub *0098_01 nach V.16d ('diesen Strom, mit Haaren als Wasserpflanzen-Wiese, ließ Droṇa hervorströmen') dupliziert mit seinem Verb 'prāsyandayat' vorwegnehmend das erst in V.18 stehende eigentliche Hauptverb 'prāvartayat' und wird als vorwegnehmende Dublette nicht übernommen.]
die im Kampf von dem starken Droṇa mit Pfeilen erschlagenen Lebewesen zu Hunderten zum Land der Väter tragend, o Bester der Könige —
Wort für Wort
nihatān prāṇinaḥ saṃkhye
die im Kampf erschlagenen Lebewesen (Akk.Pl.Part. + Akk.Pl. + Lok.Sg.)
droṇena balinā śaraiḥ
von dem starken Droṇa mit Pfeilen (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Pl.)
vahantīm pitṛlokāya
tragend zum Land der Väter (Akk.Sg.Part. + Dat.Sg.)
śataśaḥ rājasattama
zu Hunderten, o Bester der Könige (Adv. + Vok.Sg.)
[Anm.: V.17 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas), Fortsetzung der Kette. Der Apparatseinschub *0099_01 nach V.17d ('er führte zu Hunderten, o König, den Strom zum Land der Väter') liefert, wie schon *0098_01 bei V.16, ein vorwegnehmendes Ersatz-Hauptverb anstelle des erst in V.18 folgenden 'prāvartayat' und wird als Dublette nicht übernommen.]
diesen von hunderten Leibern gedrängt vollen, mit Haaren als Wasserpflanzen-Wiese versehenen Strom, o König, ließ er entstehen — den Furchtsamen die Furcht mehrend.
Wort für Wort
śarīraśatasaṃbādhām
von hunderten Leibern gedrängt voll (Akk.Sg.)
keśaśaivalaśādvalām
mit Haaren als Wasserpflanzen-Wiese versehen (Akk.Sg.)
nadīm prāvartayat rājan
ließ den Strom entstehen, o König (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.Kaus. + Vok.Sg.)
bhīrūṇām bhayavardhinīm
den Furchtsamen die Furcht mehrend (Gen.Pl. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.18 bildet den Abschluss und die grammatische Auflösung des seit V.8 laufenden Strom-Gleichnisses: 'nadīm ... prāvartayat' ('ließ den Strom entstehen') ist das Hauptprädikat, auf das sich die gesamte Kette der Komposita in V.9-17 als Attribute zu 'nadīm' bezieht.]
Der Sohn der Mādrī [Sahadeva], nicht übermäßig erzürnt, zerschlug dessen Banner, Bogen, Wagenlenker und auch die Pferde mit Pfeilen und durchbohrte den Onkel [Śakuni] mit sechzig [Pfeilen].
Wort für Wort
tasya mādrīsutaḥ ketum
der Sohn der Mādrī [Sahadeva] dessen Banner (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
dhanuḥ sūtam hayān api
Bogen, Wagenlenker und auch die Pferde (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Pl. + Partikel)
na atikruddhaḥ śaraiḥ chittvā
nicht übermäßig erzürnt, mit Pfeilen zerschlagen habend (Neg. + Nom.Sg. + Instr.Pl. + Ger.)
ṣaṣṭyā vivyādha mātulam
durchbohrte mit sechzig [Pfeilen] den Onkel (Instr.Sg. + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.22 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0100_01 nach V.22d ('und, [ihn] durchbohrt habend, hielt er Śakuni mit einem Pfeilregen ab') ist eine redundante Fortführung der bereits geschilderten Handlung und wird nicht übernommen.]
saubalas tu gadāṃ gṛhya pracaskanda rathottamāt / sa tasya gadayā rājan rathāt sūtam apātayat
Doch der Sohn Subalas [Śakuni], die Keule ergreifend, sprang von seinem trefflichen Wagen; er warf mit der Keule, o König, dessen Wagenlenker vom Wagen.
Wort für Wort
saubalaḥ tu gadām gṛhya
doch der Sohn Subalas, die Keule ergriffen habend (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Ger.)
pracaskanda rathottamāt
sprang von seinem trefflichen Wagen (3.Sg.Perf. + Abl.Sg.)
sa tasya gadayā rājan
er mit dessen Keule, o König (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Instr.Sg. + Vok.Sg.)
rathāt sūtam apātayat
warf den Wagenlenker vom Wagen (Abl.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
Droṇa, den Pāñcāla-König [Drupada] mit zehn raschen [Pfeilen] durchbohrt habend — von diesem, zuvor von zahlreichen [Pfeilen] getroffen, wurde er mit mehr als hundert [Pfeilen] durchbohrt.
Wort für Wort
droṇaḥ pāñcālarājānam
Droṇa den Pāñcāla-König [Drupada] (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
viddhvā daśabhiḥ āśugaiḥ
mit zehn raschen [Pfeilen] durchbohrt habend (Ger. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
bahubhiḥ tena ca abhyastaḥ
und von diesem mit zahlreichen [Pfeilen] getroffen (Instr.Pl. + Instr.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Part.)
tam vivyādha śatādhikaiḥ
wurde er mit mehr als hundert [Pfeilen] durchbohrt (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Pl.)
[Anm.: V.25 bildet eine Einheit (nur a- und c-Pada, ohne den apparatseigenen b-Einschub). Der zweizeilige Apparatseinschub *0101_01/02 zwischen 25a und 25c ('dort wurde von den beiden, o Großkönig, [der Himmel] durch Pfeilregen erhellt, wie der Luftraum von Glühwürmchen in der Abenddämmerung, o Stier unter den Männern') ist ein anschauliches, aber für den Satzzusammenhang entbehrliches Gleichnis und wird nicht übernommen.]
Bhīmasena durchbohrte Viviṃśati mit zwanzig scharfgeschliffenen Pfeilen, vermochte den Helden [aber] nicht zu erschüttern — das erschien wie ein Wunder.
Wort für Wort
viviṃśatim bhīmasenaḥ
Bhīmasena den Viviṃśati (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
viṃśatyā niśitaiḥ śaraiḥ
mit zwanzig scharfgeschliffenen Pfeilen (Instr.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
viddhvā na akampayat vīraḥ
durchbohrt habend, konnte den Helden nicht erschüttern (Ger. + Neg. + 3.Sg.Impf.Kaus. + Nom.Sg.)
tat adbhutam iva abhavat
das erschien wie ein Wunder (Pron.Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)
Doch Viviṃśati machte jäh Bhīma pferde-, banner- und bogenlos, o Großkönig; daraufhin priesen ihn die Heerscharen.
Wort für Wort
viviṃśatiḥ tu sahasā
doch Viviṃśati jäh (Nom.Sg. + Konj. + Adv.)
vyaśvaketuśarāsanam
pferde-, banner- und bogenlos (Akk.Sg.)
bhīmam cakre mahārāja
machte Bhīma, o Großkönig (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.Med. + Vok.Sg.)
tataḥ sainyāni apūjayan
daraufhin priesen ihn die Heerscharen (Adv. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.27 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0102_01 nach V.27d ('alle Heerscharen, hocherfreut, priesen ihn') wiederholt redundant das bereits in 27c Gesagte ('sainyāny apūjayan') und wird als Dublette nicht übernommen.]
[Anm.: V.28 bildet eine Einheit; Abschluss des Bhīmasena-Viviṃśati-Zweikampfs. Der zweizeilige Apparatseinschub *0103_01/02 nach V.28d ('vom Wagen mit erschlagenen Pferden herabgestiegen, den Schild ergreifend, o König, ging der überaus Starke auf Bhīmasena los, wie ein berauschter [Elefant] auf einen berauschten Elefanten') ist eine anschauliche, aber entbehrliche Fortführung und wird nicht übernommen.]
Doch Śalya, der Held, durchbohrte Nakula, seinen eigenen Schwestersohn, den ihm Lieben, lachend mit Pfeilen, gleichsam liebkosend und dabei doch erzürnend.
Wort für Wort
śalyaḥ tu nakulam vīraḥ
doch Śalya, der Held, den Nakula (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
svasrīyam priyam ātmanaḥ
seinen eigenen Schwestersohn, den ihm Lieben (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
vivyādha prahasan bāṇaiḥ
durchbohrte lachend mit Pfeilen (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Part. + Instr.Pl.)
lāḍayan kopayan iva
gleichsam liebkosend und erzürnend (Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Part. + Partikel)
[Anm.: V.29 bildet eine Einheit; Śalya ist mütterlicherseits Onkel der Mādrī-Söhne Nakula und Sahadeva.]
Nachdem er dessen Pferde, den Sonnenschirm, das Banner, den Wagenlenker und auch den Bogen niedergeworfen hatte, blies der glanzvolle Nakula im Kampf die Muschel.
Wort für Wort
tasya aśvān ātapatram ca
dessen Pferde und den Sonnenschirm (Gen.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Sg. + Konj.)
dhvajam sūtam atho dhanuḥ
Banner, Wagenlenker und auch den Bogen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
nipātya nakulaḥ saṃkhye
niedergeworfen habend, Nakula im Kampf (Ger. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
śaṅkham dadhmau pratāpavān
blies die Muschel, der Glanzvolle (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.30 bildet eine Einheit; Abschluss des Śalya-Nakula-Zweikampfs. Der Apparatseinschub *0104_01 nach V.30d ('er zerschlug [dies], im Kampf bemüht, und jener [Śalya] hielt vom Kampf inne') ist eine für den Satz entbehrliche Zusatzangabe und wird nicht übernommen.]
Dhṛṣṭaketu, nachdem er mannigfache, von Kṛpa entsandte Pfeile zerschlagen hatte, durchbohrte Kṛpa mit siebzig [Pfeilen] und trug mit drei [weiteren] dessen Feldzeichen fort.
Wort für Wort
dhṛṣṭaketuḥ kṛpena astān
Dhṛṣṭaketu die von Kṛpa entsandten (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Akk.Pl.Part.)
Sātyaki durchbohrte Kṛtavarman mit einem Eisenpfeil zwischen den Brüsten und durchbohrte ihn, gleichsam lächelnd, noch einmal mit siebzig anderen [Pfeilen].
Wort für Wort
sātyakiḥ kṛtavarmāṇam
Sātyaki den Kṛtavarman (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
nārācena stanāntare
mit einem Eisenpfeil zwischen den Brüsten (Instr.Sg. + Lok.Sg.)
viddhvā vivyādha saptatyā
durchbohrt habend, durchbohrte mit siebzig (Ger. + 3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
punaḥ anyaiḥ smayan iva
noch einmal mit anderen, gleichsam lächelnd (Adv. + Instr.Pl. + Nom.Sg.Part. + Partikel)
Der Bhoja [Kṛtavarman], ihn mit siebenundsiebzig scharfgeschliffenen Pfeilen durchbohrend, vermochte den Enkel des Śini [Sātyaki] nicht zu erschüttern, wie ein rascher Wind nicht einen Berg [erschüttert].
Wort für Wort
saptasaptatibhiḥ bhojaḥ
der Bhoja [Kṛtavarman] mit siebenundsiebzig (Instr.Pl. + Nom.Sg.)
tam viddhvā niśitaiḥ śaraiḥ
ihn mit scharfgeschliffenen Pfeilen durchbohrend (Akk.Sg. + Ger. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
na akampayata śaineyam
vermochte den Enkel des Śini nicht zu erschüttern (Neg. + 3.Sg.Impf.Med.Kaus. + Akk.Sg.)
śīghraḥ vāyuḥ iva acalam
wie ein rascher Wind einen Berg [nicht erschüttert] (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
[Anm.: V.34 bildet eine Einheit; Abschluss des Sātyaki-Kṛtavarman-Zweikampfs.]
Der Heerführer [Dhṛṣṭadyumna] traf Suśarman rasch an den Lebenspunkten; und auch dieser traf jenen mit einem Wurfspeer am Schlüsselbein.
Wort für Wort
senāpatiḥ suśarmāṇam
der Heerführer den Suśarman (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
śīghram marmasu atāḍayat
traf rasch an den Lebenspunkten (Adv. + Lok.Pl. + 3.Sg.Impf.)
sa ca api tam tomareṇa
und auch dieser jenen mit einem Wurfspeer (Nom.Sg. + Konj. + Partikel + Akk.Sg. + Instr.Sg.)
jatrudeśe atāḍayat
traf am Schlüsselbein (Lok.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.35 bildet eine Einheit. 'senāpatiḥ' ('der Heerführer') ist hier ohne Namensnennung; da Suśarman als Trigarta-König zu den Kaurava-Verbündeten zählt (vgl. Kap.11, Anm.), ist mit dem 'Heerführer' hier wahrscheinlich Dhṛṣṭadyumna, der Oberbefehlshaber des Pāṇḍava-Heeres, gemeint — probeweise so identifiziert.]
Doch König Drupada persönlich traf mit Bhagadatta zusammen; ihr beider Kampf, o Großkönig, erschien wunderbar gestaltet.
Wort für Wort
drupadaḥ tu svayam rājā
doch König Drupada persönlich (Nom.Sg. + Konj. + Adv. + Nom.Sg.)
bhagadattena saṃgataḥ
traf mit Bhagadatta zusammen (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)
tayoḥ yuddham mahārāja
ihr beider Kampf, o Großkönig (Gen.Du. + Nom.Sg. + Vok.Sg.)
citrarūpam iva abhavat
erschien wunderbar gestaltet (Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.38 (a/c-Padas) bildet eine Einheit. Der vierzeilige Apparatseinschub *0105_01-04 zwischen 38c und der Fortsetzung ('Doch Bhagadatta durchbohrte König Drupada, samt Wagenlenker und Banner, mit wohlgekrümmten [Pfeilen]; Drupada aber, daraufhin erzürnt, traf den großen Wagenkämpfer Bhagadatta rasch an der Brust mit einem wohlgekrümmten Pfeil') ist eine anschauliche Detailschilderung, die das bereits als 'wunderbar gestaltet' zusammengefasste Duell redundant ausmalt, und wird nicht übernommen.]
Ein Kampf [entspann sich] — die beiden besten Krieger der Welt, der Sohn Somadattas [Bhūriśravas] und Śikhaṇḍin, in der Waffenkunst bewandert, erregten damit den Geschöpfen Schrecken.
Wort für Wort
yuddham yodhavarau loke
einen Kampf die beiden besten Krieger der Welt (Akk.Sg. + Nom.Du. + Lok.Sg.)
saumadattiśikhaṇḍinau
der Sohn Somadattas [Bhūriśravas] und Śikhaṇḍin (Nom.Du.)
bhūtānām trāsajananam
den Geschöpfen Schrecken erregend (Gen.Pl. + Akk.Sg.)
cakrāte astraviśāradau
machten [es], in der Waffenkunst bewandert (3.Du.Perf.Med. + Nom.Du.)
[Anm.: Diese Einheit verbindet den Apparatseinschub *0105_05 ('yuddhaṃ yodhavarau loke saumadattiśikhaṇḍinau') mit dem Haupttext V.38e ('bhūtānāṃ trāsajananaṃ cakrāte 'straviśāradau'). Ausnahmsweise wird der Apparatsvers hier übernommen, da er das im Haupttext fehlende Subjekt und Objekt zum Dual-Verb 'cakrāte' ('die beiden machten') liefert, ohne das der Satz unvollständig bliebe (vgl. das gleiche Verfahren in Kap.8 V.33b und Kap.9 *0079_01). Der weitere Apparatseinschub *0106_01 im Anschluss an 38f ('und im Kampf den Hörenden und den Zuschauenden Verwirrung verursachte') ist eine für den Satz entbehrliche parallele Erweiterung und wird nicht übernommen.]
Bhūriśravas aber bedeckte im Kampf, o König, den großen Wagenkämpfer, den Sohn Yajñasenas [Śikhaṇḍin], der Kraftvolle, mit einer gewaltigen Pfeilflut.
Wort für Wort
bhūriśravāḥ raṇe rājan
Bhūriśravas im Kampf, o König (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Vok.Sg.)
yājñasenim mahāratham
den Sohn Yajñasenas, den großen Wagenkämpfer (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
mahatā sāyakaughena
mit einer gewaltigen Pfeilflut (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
chādayām āsa vīryavān
bedeckte, der Kraftvolle (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.39 bildet eine Einheit. 'Yājñaseni' ('Sohn Yajñasenas', d.h. Drupadas) könnte grundsätzlich auch Dhṛṣṭadyumna bezeichnen; im Kontext der unmittelbar zuvor (V.38-39) etablierten Bhūriśravas-Śikhaṇḍin-Konfrontation ist hier jedoch Śikhaṇḍin gemeint.]
den Sohn Somadattas, o Herr der Völker (Akk.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
navatyā sāyakānām tu
aber mit neunzig Pfeilen (Instr.Sg. + Gen.Pl. + Konj.)
kampayām āsa bhārata
erschütterte, o Bhārata (3.Sg.Perf. + Vok.Sg.)
[Anm.: V.40 bildet eine Einheit; Abschluss des Bhūriśravas-Śikhaṇḍin-Zweikampfs. Der Apparatseinschub *0107_01 nach V.40d ('er bedeckte [ihn] mit Eisenpfeilen und rief: 'Bleib stehen, bleib stehen!'') enthält einen wörtlichen Kampfruf, wird aber als für den Satz entbehrliche Erweiterung nicht übernommen. Der anschließende, achtzeilige Apparatseinschub *0108_01-08 (Beschreibung zweier in Bärenfelle gehüllter, elefantengleicher, von dämonischen Zugtieren begleiteter Kämpfer) passt inhaltlich nicht zu Śikhaṇḍin und Bhūriśravas, sondern nimmt Motive des unmittelbar folgenden Rākṣasa-Duells (V.41-42, Ghaṭotkaca-Alambusa) vorweg; er wird als vorwegnehmende, hier fehlplatzierte Erweiterung nicht übernommen.]
Die beiden Rākṣasas, von furchtbaren Taten, der Sohn der Hiḍimbā [Ghaṭotkaca] und Alambusa, beide führten einen überaus wunderbaren Kampf, einander zu töten begehrend.
Wort für Wort
rākṣasau bhīmakarmāṇau
die beiden Rākṣasas, von furchtbaren Taten (Nom.Du. + Nom.Du.)
haiḍimbālambusau ubhau
der Sohn der Hiḍimbā und Alambusa, beide (Nom.Du. + Nom.Du.)
cakrāte atyadbhutam yuddham
führten einen überaus wunderbaren Kampf (3.Du.Perf.Med. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
parasparavadhaiṣiṇau
einander zu töten begehrend (Nom.Du.)
[Anm.: V.41 bildet eine Einheit; Beginn des Rākṣasa-Duells zwischen Ghaṭotkaca (Bhīmas Sohn mit der Rākṣasī Hiḍimbā) und dem Rākṣasa Alambusa.]
Cekitāna aber kämpfte mit Anuvinda überaus furchterregend, wie im Kampf der Götter und Dämonen die überaus starken Bala und Śakra [Indra].
Wort für Wort
cekitānaḥ anuvindena
Cekitāna mit Anuvinda (Nom.Sg. + Instr.Sg.)
yuyudhe tu atibhairavam
kämpfte aber überaus furchterregend (3.Sg.Perf.Med. + Konj. + Adv.)
yathā devāsure yuddhe
wie im Kampf der Götter und Dämonen (Adv. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
balaśakrau mahābalau
Bala und Śakra, die überaus Starken (Nom.Du. + Nom.Du.)
[Anm.: V.43 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Der dreizeilige Apparatseinschub *0109_01-03 zwischen 43a und 43c ('ihr beider Kampf aber geschah, einander zu töten begehrend; König Yudhiṣṭhira persönlich kämpfte gegen Duryodhana; jene beiden unbezwingbaren [...] von dir kämpften miteinander') ist bemerkenswert, da er einen sonst im Haupttext nicht bezeugten direkten Zweikampf zwischen Yudhiṣṭhira und Duryodhana erwähnt; da er jedoch für den Satzzusammenhang entbehrlich ist und die Formulierung 'tau putrau tava' ('jene beiden Söhne von dir') auf Yudhiṣṭhira nicht zutrifft (er ist Sohn Pāṇḍus, nicht Dhṛtarāṣṭras), wird er nicht übernommen.]
Lakṣmaṇa [Duryodhanas Sohn] führte mit Kṣatradeva einen heftigen Zusammenstoß, wie einst, o König, Viṣṇu im Kampf mit Hiraṇyākṣa.
Wort für Wort
lakṣmaṇaḥ kṣatradevena
Lakṣmaṇa mit Kṣatradeva (Nom.Sg. + Instr.Sg.)
vimardam akarot bhṛśam
führte einen heftigen Zusammenstoß (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
yathā viṣṇuḥ purā rājan
wie einst, o König, Viṣṇu (Adv. + Nom.Sg. + Adv. + Vok.Sg.)
hiraṇyākṣeṇa saṃyuge
mit Hiraṇyākṣa im Kampf (Instr.Sg. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.44 bildet eine Einheit; Abschluss der Reihe von Einzelzweikämpfen. Lakṣmaṇa ist ein Sohn Duryodhanas; Kṣatradeva einer der beiden gleichnamigen, bereits in Kap.9 unterschiedenen Krieger dieses Namens.]
Da stürmte, o König, der Paurava [Bṛhadbala, König der Kosalas] mit einem Wagen, gezogen von raschen, vorschriftsmäßig ausgerüsteten Pferden, brüllend auf den Sohn der Subhadrā [Abhimanyu] los.
Wort für Wort
tataḥ prajavitāśvena
da mit einem [Wagen] von raschen Pferden (Adv. + Instr.Sg.)
vidhivat kalpitena ca
und vorschriftsmäßig ausgerüsteten (Adv. + Instr.Sg. + Konj.)
rathena abhyapatat rājan
mit einem Wagen stürmte los, o König (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf. + Vok.Sg.)
saubhadram pauravaḥ nadan
auf den Sohn der Subhadrā, der Paurava, brüllend (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Part.)
[Anm.: V.45 bildet eine Einheit; Beginn des ausführlichen, bis V.80 reichenden Gefechts Abhimanyus, zunächst gegen den 'Paurava' (Bṛhadbala, König der Kosalas).]
saubhadraḥ pauravaṃ tv anyair viddhvā saptabhir āśugaiḥ / pañcabhis tasya vivyādha hayān sūtaṃ ca sāyakaiḥ
Der Sohn der Subhadrā durchbohrte den Paurava mit sieben weiteren raschen [Pfeilen] und durchbohrte mit fünf Pfeilen dessen Pferde und den Wagenlenker.
Wort für Wort
saubhadraḥ pauravam tu anyaiḥ
der Sohn der Subhadrā den Paurava aber mit weiteren (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Instr.Pl.)
viddhvā saptabhiḥ āśugaiḥ
durchbohrt habend mit sieben raschen [Pfeilen] (Ger. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
pañcabhiḥ tasya vivyādha
mit fünf durchbohrte er dessen (Instr.Pl. + Gen.Sg. + 3.Sg.Perf.)
hayān sūtam ca sāyakaiḥ
Pferde und Wagenlenker mit Pfeilen (Akk.Pl. + Akk.Sg. + Konj. + Instr.Pl.)
Da ergriff der Sohn Arjunas, das Heer erfreuend, wiederholt wie ein Löwe brüllend, rasch einen Pfeil, der dem Paurava den Tod bringen sollte.
Wort für Wort
tataḥ saṃharṣayan senām
da das Heer erfreuend (Adv. + Nom.Sg.Part. + Akk.Sg.)
siṃhavat vinadan muhuḥ
wie ein Löwe wiederholt brüllend (Adv. + Nom.Sg.Part. + Adv.)
samādatta arjuniḥ tūrṇam
ergriff der Sohn Arjunas rasch (3.Sg.Impf.Med. + Nom.Sg. + Adv.)
pauravāntakaram śaram
einen dem Paurava den Tod bringenden Pfeil (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.49 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0110_01 nach V.49d ('als er dessen angelegten, furchtbar aussehenden Pfeil bemerkt hatte') ist eine für den Satz entbehrliche Übergangsangabe und wird nicht übernommen.]
Der Sohn des Hṛdika [Kṛtavarman] zerschnitt mit zwei Pfeilen den Bogen samt Pfeil; diesen zerschnittenen Bogen wegwerfend, zog der Sohn der Subhadrā, der Feindeshelden-Töter, sein weißes [blankes] Schwert und ergriff dabei den trefflichen Schild.
Wort für Wort
dvābhyām śarābhyām hārdikyaḥ
der Sohn des Hṛdika mit zwei Pfeilen (Instr.Du. + Nom.Sg.)
cakarta saśaram dhanuḥ
zerschnitt den Bogen samt Pfeil (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
der Sohn der Subhadrā, der Feindeshelden-Töter (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
udbabarha sitam khaḍgam
zog das weiße Schwert (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
ādadānaḥ śarāvaram
den trefflichen Schild ergreifend (Nom.Sg.Part. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.50 (a-,c- und e-Pada, ohne die im Quelltext ausgelassene d-Zählung) bildet eine Einheit: der Sohn des Hṛdika, Kṛtavarman, greift zugunsten des Paurava in das Duell ein und zerschlägt Abhimanyus Bogen. 'śarāvaram' ist nicht ganz eindeutig; probeweise als Bezeichnung eines Schildes gedeutet, da die folgenden Verse (V.51ff.) Abhimanyu durchweg mit Schwert und Schild kämpfend zeigen.]
Er, mit jenem mit vielen Sternen [verzierten] Schild, wie ein Geübter, das Schwert schwingend, durchmaß die Kampfbahnen, seine eigene Tapferkeit zeigend.
Wort für Wort
sa tena anekatāreṇa carmaṇā
er mit jenem vielsternigen Schild (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.)
kṛtahastavat
wie ein Geübter (Adv.)
bhrāntāsiḥ acaran mārgān
das Schwert schwingend, die Bahnen durchmessend (Nom.Sg.Bah. + Nom.Sg.Part. + Akk.Pl.)
darśayan vīryam ātmanaḥ
seine eigene Tapferkeit zeigend (Nom.Sg.Part. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
Er schlug mit dem Fuß dessen Wagenlenker nieder, warf mit dem Schwert das Banner herab — wie Tārkṣya [Garuḍa], den Ozean aufwühlend, jene Schlange herausriss.
Wort für Wort
jaghāna asya padā sūtam
schlug mit dem Fuß dessen Wagenlenker nieder (3.Sg.Perf. + Gen.Sg. + Instr.Sg. + Akk.Sg.)
asinā apātayat dhvajam
warf mit dem Schwert das Banner herab (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
vikṣobhya ambhonidhim tārkṣyaḥ
wie Tārkṣya [Garuḍa], den Ozean aufgewühlt habend (Ger. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
Als er sah, wie der Paurava, in die Gewalt des Sohnes Arjunas geraten, wie ein Herrenloser fortgeschleift wurde, gefallen — ertrug Jayadratha das nicht.
Wort für Wort
tam ārjunivaśam prāptam
ihn, in die Gewalt des Sohnes Arjunas geraten (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
kṛṣyamāṇam anāthavat
fortgeschleift, wie ein Herrenloser (Akk.Sg.Part. + Adv.)
pauravam patitam dṛṣṭvā
den Paurava, gefallen, erblickt habend (Akk.Sg. + Akk.Sg.Part. + Ger.)
na amṛṣyata jayadrathaḥ
ertrug Jayadratha nicht (Neg. + 3.Sg.Impf.Med. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.56 bildet eine Einheit; Jayadrathas Eingreifen zugunsten des Paurava leitet die zweite, zentrale Konfrontation des Kapitels ein — Jayadratha gilt seit der früheren Entführung Draupadīs als erklärter Feind Arjunas (vgl. Anm. zu V.61).]
sa barhiṇamahāvājaṃ kiṅkiṇīśatajālavat / carma cādāya khaḍgaṃ ca nadan paryapatad rathāt
Er, mit einem großen, pfauengefiederten [Banner], behangen mit einem Netz aus hundert Glöckchen — Schild und Schwert ergreifend, sprang er brüllend vom Wagen herab.
Wort für Wort
sa barhiṇamahāvājam
er, mit großem Pfauengefieder [Banner] (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
kiṅkiṇīśatajālavat
behangen mit einem Netz aus hundert Glöckchen (Adv.)
Da, den Sindhu-König [Jayadratha] erblickend, ließ der Sohn der Kṛṣṇā [Abhimanyu] den Paurava los, sprang rasch vom Wagen und stürzte wie ein Falke herab.
Wort für Wort
tataḥ saindhavam ālokya
da den Sindhu-König erblickt habend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
kārṣṇiḥ utsṛjya pauravam
der Sohn der Kṛṣṇā, den Paurava losgelassen habend (Nom.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
utpapāta rathāt tūrṇam
sprang rasch vom Wagen (3.Sg.Perf. + Abl.Sg. + Adv.)
śyenavat nipapāta ca
und stürzte wie ein Falke herab (Adv. + 3.Sg.Perf. + Konj.)
[Anm.: V.58 bildet eine Einheit. 'Kārṣṇi' ('Sohn/Verwandter der Kṛṣṇā') ist hier Beiname Abhimanyus als Sohn der Subhadrā, Kṛṣṇas Schwester.]
prāsapaṭṭiśanistriṃśāñ śatrubhiḥ saṃpraveritān / cicchedāthāsinā kārṣṇiś carmaṇā saṃrurodha ca
Die von den Feinden geschleuderten Wurfspieße, Lanzen und Schwerter zerschlug der Sohn der Kṛṣṇā sodann mit dem Schwert und wehrte sie mit dem Schild ab.
Wort für Wort
prāsapaṭṭiśanistriṃśān
Wurfspieße, Lanzen und Schwerter (Akk.Pl.)
śatrubhiḥ saṃpraveritān
von den Feinden geschleuderte (Instr.Pl. + Akk.Pl.Part.)
cicchedā atha asinā kārṣṇiḥ
zerschlug sodann mit dem Schwert der Sohn der Kṛṣṇā (3.Sg.Perf. + Adv. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
carmaṇā saṃrurodha ca
und wehrte mit dem Schild ab (Instr.Sg. + 3.Sg.Perf. + Konj.)
Er, den Heerscharen die Kraft seines eigenen Armes gezeigt habend, jenes große Schwert und den Schild, der Starke, wiederum emporgehoben — stürzte sich auf den Erben Vṛddhakṣatras [Jayadratha], den unversöhnlichen Feind seines Vaters, entgegen, der Held, wie ein Tiger auf einen Elefanten.
Wort für Wort
sa darśayitvā sainyānām
er, den Heerscharen gezeigt habend (Nom.Sg. + Ger. + Gen.Pl.)
svabāhubalam ātmanaḥ
die Kraft seines eigenen Armes (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
tam udyamya mahākhaḍgam
jenes große Schwert emporgehoben habend (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
carma ca atha punaḥ balī
und den Schild, sodann wiederum, der Starke (Akk.Sg. + Konj. + Adv. + Adv. + Nom.Sg.)
vṛddhakṣatrasya dāyādam
den Erben Vṛddhakṣatras (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
pituḥ atyantavairiṇam
den unversöhnlichen Feind des Vaters (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
sasāra abhimukhaḥ śūraḥ
stürzte sich entgegen, der Held (3.Sg.Perf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śārdūlaḥ iva kuñjaram
wie ein Tiger auf einen Elefanten (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
[Anm.: V.60-61 bilden eine syntaktische Einheit; das Hauptverb 'sasāra' ('er stürzte sich') in V.61 löst die in V.60 begonnene Partizipialkette auf. Jayadratha, Sohn des Vṛddhakṣatra, gilt hier als 'unversöhnlicher Feind' von Abhimanyus Vater Arjuna — eine Anspielung auf die frühere Entführung Draupadīs durch Jayadratha und dessen Demütigung durch Arjuna und Bhīma. Der Apparatseinschub *0111_01 nach V.60d ('der große Wagenkämpfer schwang jäh wieder Schwert und Schild') wiederholt redundant die bereits geschilderte Handlung und wird als Dublette nicht übernommen.]
avakṣepo 'sinirhrādaḥ śastrāntaranidarśanam / bāhyāntaranipātaś ca nirviśeṣam adṛśyata
Das Herabschlagen, das Dröhnen des Schwertes, das Aufblitzen zwischen den Waffen, und das Niederfallen von außen und innen — alles erschien ohne Unterschied.
Wort für Wort
avakṣepaḥ asinirhrādaḥ
das Herabschlagen, das Dröhnen des Schwertes (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śastrāntaranidarśanam
das Aufblitzen zwischen den Waffen (Nom.Sg.)
bāhyāntaranipātaḥ ca
und das Niederfallen von außen und innen (Nom.Sg. + Konj.)
nirviśeṣam adṛśyata
erschien ohne Unterschied (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Pass.)
In der goldbelegten Flügel-Zwischenraum jenes glänzenden Schildes stecken geblieben, zerbrach, von der Kraft des Sindhu-Königs [Jayadratha] emporgeschleudert, jenes große Schwert.
Wort für Wort
rukmapakṣāntare saktaḥ
im goldbelegten Flügel-Zwischenraum stecken geblieben (Lok.Sg. + Nom.Sg.Part.)
tasmin carmaṇi bhāsvare
in jenem glänzenden Schild (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
sindhurājabaloddhūtaḥ
von der Kraft des Sindhu-Königs emporgeschleudert (Nom.Sg.)
Als er erkannte, dass das Schwert zerbrochen war, sechs Schritte zurückspringend, war er [Abhimanyu] im Nu wieder auf seinem eigenen Wagen stehend zu sehen.
Wort für Wort
bhagnam ājñāya nistriṃśam
als er erkannte, dass das Schwert zerbrochen war (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
avaplutya padāni ṣaṭ
sechs Schritte zurückgesprungen (Ger. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
saḥ adṛśyata nimeṣeṇa
war er im Nu zu sehen (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Pass. + Instr.Sg.)
svaratham punaḥ āsthitaḥ
wieder auf seinem eigenen Wagen stehend (Akk.Sg. + Adv. + Nom.Sg.Part.)
Diesen [Wurfspieß] umgehend, ergriff er ihn samt Scheide und zog das Schwert — wie der Sohn der Vinatā [Garuḍa] den herabfallenden besten der Schlangen [ergreift] — der Sohn der Kṛṣṇā.
Wort für Wort
tām avaplutya jagrāha
diesen [Wurfspieß] umgehend, ergriff er (Akk.Sg. + Ger. + 3.Sg.Perf.)
sakośam ca akarot asim
samt Scheide, und zog das Schwert (Akk.Sg. + Konj. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
vainateyaḥ yathā kārṣṇiḥ
wie der Sohn der Vinatā [Garuḍa], der Sohn der Kṛṣṇā (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
patantam uragottamam
den herabfallenden besten der Schlangen (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
tatas tām eva śalyasya saubhadraḥ paravīrahā / mumoca bhujavīryeṇa vaiḍūryavikṛtājirām
Da schleuderte der Sohn der Subhadrā, der Feindeshelden-Töter, eben jenen Speer Śalyas mit der Kraft seines Armes zurück, dessen Bahn mit Beryll geschmückt war.
Wort für Wort
tataḥ tām eva śalyasya
da eben jenen [Speer] Śalyas (Adv. + Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg.)
saubhadraḥ paravīrahā
der Sohn der Subhadrā, der Feindeshelden-Töter (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
mumoca bhujavīryeṇa
schleuderte zurück mit der Kraft seines Armes (3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
tato virāṭadrupadau dhṛṣṭaketur yudhiṣṭhiraḥ / sātyakiḥ kekayā bhīmo dhṛṣṭadyumnaśikhaṇḍinau / yamau ca draupadeyāś ca sādhu sādhv iti cukruśuḥ
Da riefen Virāṭa und Drupada, Dhṛṣṭaketu, Yudhiṣṭhira, Sātyaki, die Kekayas, Bhīma, Dhṛṣṭadyumna und Śikhaṇḍin, die Zwillinge [Nakula und Sahadeva] und die Söhne Draupadīs: 'Wohlgetan, wohlgetan!'
Wort für Wort
tataḥ virāṭadrupadau
da Virāṭa und Drupada (Adv. + Nom.Du.)
dhṛṣṭaketuḥ yudhiṣṭhiraḥ
Dhṛṣṭaketu, Yudhiṣṭhira (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
sātyakiḥ kekayāḥ bhīmaḥ
Sātyaki, die Kekayas, Bhīma (Nom.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Sg.)
dhṛṣṭadyumnaśikhaṇḍinau
Dhṛṣṭadyumna und Śikhaṇḍin (Nom.Du.)
yamau ca draupadeyāḥ ca
die Zwillinge und die Söhne Draupadīs (Nom.Du. + Konj. + Nom.Pl. + Konj.)
sādhu sādhu iti cukruśuḥ
riefen: 'Wohlgetan, wohlgetan!' (Adv. + Adv. + Partikel + 3.Pl.Perf.)
[Anm.: V.77 (mit der zusätzlichen e-Pada) bildet eine Einheit; feierlicher Beifallsruf der versammelten Pāṇḍava-Fürsten für Abhimanyus Leistung.]
bāṇaśabdāś ca vividhāḥ siṃhanādāś ca puṣkalāḥ / prādurāsan harṣayantaḥ saubhadram apalāyinam / tan nāmṛṣyanta putrās te śatror vijayalakṣaṇam
Vielfältiger Pfeilklang und gewaltiges Löwengebrüll erhoben sich, den nicht Fliehenden, den Sohn der Subhadrā, erfreuend. Dies, das Siegeszeichen des Feindes, ertrugen deine Söhne nicht.
Wort für Wort
bāṇaśabdāḥ ca vividhāḥ
und vielfältiger Pfeilklang (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
siṃhanādāḥ ca puṣkalāḥ
und gewaltiges Löwengebrüll (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
den nicht fliehenden Sohn der Subhadrā (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tat na amṛṣyanta putrāḥ te
dies ertrugen deine Söhne nicht (Pron.Akk.Sg. + Neg. + 3.Pl.Impf.Med. + Nom.Pl. + Pron.Nom.Pl.)
śatroḥ vijayalakṣaṇam
das Siegeszeichen des Feindes (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.78 (mit der zusätzlichen e-Pada) bildet eine Einheit. Der zweizeilige Apparatseinschub *0112_01/02 zwischen 78c und 78e ('alle jene großen Wagenkämpfer der Pāṇḍavas umringten [ihn], den Sohn der Subhadrā erfreuend und deine Söhne erzürnend') wiederholt redundant den bereits in V.69 geschilderten Vorgang der Umringung und wird als Dublette nicht übernommen.]
teṣāṃ ca priyam anvicchan sūtasya ca parābhavāt / ārtāyanir amitraghnaḥ kruddhaḥ saubhadram abhyayāt
Und, ihnen zu Gefallen und wegen der Niederlage des Wagenlenkers [Śalyas], ging der Sohn des Artāyana [Śalya], der Feindevernichter, erzürnt auf den Sohn der Subhadrā los.
Wort für Wort
teṣām ca priyam anvicchan
und ihnen zu Gefallen suchend (Gen.Pl. + Konj. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Part.)
sūtasya ca parābhavāt
und wegen der Niederlage des Wagenlenkers (Gen.Sg. + Konj. + Abl.Sg.)
ārtāyaniḥ amitraghnaḥ
der Sohn des Artāyana, der Feindevernichter (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kruddhaḥ saubhadram abhyayāt
erzürnt ging auf den Sohn der Subhadrā los (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.80 bildet eine Einheit; Kapitelschluss. 'Ārtāyani' ('Sohn des Artāyana') dürfte ein weiteres Patronymikon Śalyas sein, der nach dem Tod seines Wagenlenkers (V.76) den Kampf gegen Abhimanyu persönlich fortsetzt; das Kapitel bricht hier ab, das folgende Kapitel wird durch eine Zwischenfrage Dhṛtarāṣṭras eröffnet ('dhṛtarāṣṭra uvāca').]