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Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 29: Śakunimāyāharaṇa Der zehnte Tag: Arjunas Sieg über die Gāndhāra-Brüder und Śakunis Zaubertrug

Nach Bhagadattas Tod umschreitet Arjuna dessen Leichnam ehrfurchtsvoll — Saṃjaya berichtet in einem eingeschobenen Klagevers, wie selbst Arjuna angesichts des gefallenen Freundes seines Vaters Indra 'Schande, Schande!' ausruft. Die beiden Gāndhāra-Brüder Vṛṣaka und Acala, Śakunis Brüder und Onkel der Kauravas, greifen Arjuna gemeinsam an, werden aber beide von ihm mit einem einzigen Pfeil erschlagen. Der um seine Brüder trauernde Śakuni entfesselt daraufhin eine gewaltige Zauberillusion — Waffenregen, wilde Tiere, Rākṣasas, Dunkelheit und Wasserfluten —, die Arjuna jedoch mit göttlichen Gegenwaffen (Licht-, Sonnenwaffe) und schließlich mit gewöhnlichen Pfeilen restlos zerschlägt, sodass Śakuni wie ein gemeiner Mann die Flucht ergreift. Arjuna wendet sich darauf gegen das gesamte Kaurava-Heer und richtet, von niemandem aufgehalten, ein solches Blutbad an, dass die fliehenden Krieger einander und sogar die eigenen Angehörigen im Chaos preisgeben.

saṃjaya uvāca priyam indrasya satataṃ sakhāyam amitaujasam hatvā prāgjyotiṣaṃ pārthaḥ pradakṣiṇam avartata

Saṃjaya sprach: Nachdem er den [König von] Prāgjyotiṣa erschlagen hatte, den allzeit teuren Freund Indras von unermesslicher Kraft, umschritt ihn Pārtha ehrfurchtsvoll von rechts.

Wort für Wort
priyam indrasya satataṃ
den allzeit teuren, Indras (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Adv.)
sakhāyam amitaujasam
Freund, von unermesslicher Kraft (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
hatvā prāgjyotiṣaṃ pārthaḥ
nachdem Pārtha den Prāgjyotiṣa erschlagen hatte (Ger. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
pradakṣiṇam avartata
umschritt er ehrfurchtsvoll von rechts (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.1 bildet eine Einheit; „pradakṣiṇam“ bezeichnet das rituelle Umschreiten von rechts als Ehrerweisung. Im Anschluss ein elfzeiliger Apparatseinschub (*0228_01-11), ein bewegender Klagevers: „Den uralten Daitya [Dämonensohn], den großen Helden Bhagadatta von gewaltiger Kraft, schwer zu besiegen, erschlugen im Kampf die beiden Kṛṣṇas, der Dāśārha und Bībhatsu [Kṛṣṇa und Arjuna] — ihn, dessen Lebenskraft der Stärke von zehntausend Elefanten glich, einen im Kampf strahlenden Helden. Auch Supratīka, mächtig, an Kraft zehntausend Elefanten gleich, gewaltig, ausgestattet mit der Vaiṣṇava-Waffe und dem [geweihten] Stachel, kraftvoll — drei Kraftquellen waren dort zugleich versammelt, wie die drei [heiligen] Feuer bei einem Opfer. Wer außer Arjuna hätte den im Kampf heldenhaften Bhagadatta erschlagen können? Auch Arjuna, von großer Kraft, rief, nachdem er im Kampf den Freund seines Vaters [Indras] erschlagen hatte, über die Pflicht des Kṣatriya nachsinnend, aus: 'Schande, Schande!' — als er ihn erblickte, der an Glanz der Sonne glich, vom Himmel zur Erde gestürzt, mit Staub bedeckt.“ — nicht als eigene Einheit übersetzt, verdeutlicht aber Arjunas Zwiespalt zwischen Kampfpflicht und persönlicher Trauer um einen Freund seines göttlichen Vaters.]

tato gāndhārarājasya sutau parapuraṃjayau ārchetām arjunaṃ saṃkhye bhrātarau vṛṣakācalau

Dann griffen die beiden Söhne des Königs von Gāndhāra, Eroberer feindlicher Städte, die Brüder Vṛṣaka und Acala, Arjuna im Kampf an.

Wort für Wort
tato gāndhārarājasya
dann des Königs von Gāndhāra (Adv. + Gen.Sg.)
sutau parapuraṃjayau
die beiden Söhne, Eroberer feindlicher Städte (Nom.Du. + Nom.Du.)
ārchetām arjunaṃ saṃkhye
griffen Arjuna im Kampf an (3.Du.Impf. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
bhrātarau vṛṣakācalau
die Brüder Vṛṣaka und Acala (Nom.Du. + Nom.Du.)

[Anm.: V.2 bildet eine Einheit; Vṛṣaka und Acala sind Brüder Śakunis, also Onkel der Kauravas mütterlicherseits.]

tau sametyārjunaṃ vīrau puraḥ paścāc ca dhanvinau avidhyetāṃ mahāvegair niśitair āśugair bhṛśam

Die beiden heldenhaften Bogenschützen, sich Arjuna nähernd, von vorne und von hinten, durchbohrten ihn heftig mit hochschnellen, scharfen, rasanten [Pfeilen].

Wort für Wort
tau sametyārjunaṃ vīrau
die beiden Helden, sich Arjuna nähernd (Nom.Du. + Ger. + Akk.Sg. + Nom.Du.)
puraḥ paścāc ca dhanvinau
von vorne und von hinten, die Bogenschützen (Adv. + Adv. + Konj. + Nom.Du.)
avidhyetāṃ mahāvegair
durchbohrten mit hochschnellen (3.Du.Impf. + Instr.Pl.)
niśitair āśugair bhṛśam
scharfen, rasanten, heftig (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Adv.)

[Anm.: V.3 bildet eine Einheit.]

vṛṣakasya hayān sūtaṃ dhanuś chatraṃ rathaṃ dhvajam tilaśo vyadhamat pārthaḥ saubalasya śitaiḥ śaraiḥ

Pārtha zerschmetterte, mit den scharfen Pfeilen, wie Sesamkörner, die Rosse, den Wagenlenker, den Bogen, den Schirm, den Wagen und das Banner Vṛṣakas, des Sohnes Subalas.

Wort für Wort
vṛṣakasya hayān sūtaṃ
Vṛṣakas Rosse, den Wagenlenker (Gen.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Sg.)
dhanuś chatraṃ rathaṃ dhvajam
den Bogen, Schirm, Wagen, das Banner (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tilaśo vyadhamat pārthaḥ
wie Sesamkörner zerschmetterte Pārtha (Adv. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
saubalasya śitaiḥ śaraiḥ
des Sohnes Subalas, mit scharfen Pfeilen (Gen.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)

[Anm.: V.4 bildet eine Einheit; „saubalasya“ ('des Sohnes Subalas') bezeichnet hier Vṛṣaka selbst, der wie sein Bruder Śakuni ein Sohn des Königs Subala von Gāndhāra ist.]

tato 'rjunaḥ śaravrātair nānāpraharaṇair api gāndhārān vyākulāṃś cakre saubalapramukhān punaḥ

Dann brachte Arjuna, mit Pfeilmassen und auch mit vielerlei Waffen, die Gāndhāras, angeführt vom Sohn Subalas, erneut in Verwirrung.

Wort für Wort
tato 'rjunaḥ śaravrātair
dann Arjuna mit Pfeilmassen (Adv. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
nānāpraharaṇair api
und auch mit vielerlei Waffen (Instr.Pl. + Partikel)
gāndhārān vyākulāṃś cakre
brachte die Gāndhāras in Verwirrung (Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Sg.Perf.)
saubalapramukhān punaḥ
angeführt vom Sohn Subalas, erneut (Akk.Pl. + Adv.)

[Anm.: V.5 bildet eine Einheit.]

tataḥ pañcaśatān vīrān gāndhārān udyatāyudhān prāhiṇon mṛtyulokāya kruddho bāṇair dhanaṃjayaḥ

Dann sandte Dhanaṃjaya, erzürnt, mit Pfeilen fünfhundert heldenhafte Gāndhāras, die Waffen erhoben, zum Reich des Todes.

Wort für Wort
tataḥ pañcaśatān vīrān
dann fünfhundert Helden (Adv. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
gāndhārān udyatāyudhān
Gāndhāras, die Waffen erhoben (Akk.Pl. + Akk.Pl.)
prāhiṇon mṛtyulokāya
sandte zum Reich des Todes (3.Sg.Impf. + Dat.Sg.)
kruddho bāṇair dhanaṃjayaḥ
erzürnt, mit Pfeilen, Dhanaṃjaya (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.6 bildet eine Einheit.]

hatāśvāt tu rathāt tūrṇam avatīrya mahābhujaḥ āruroha rathaṃ bhrātur anyac ca dhanur ādade

Der starkarmige [Vṛṣaka] aber stieg rasch von seinem Wagen, dessen Rosse getötet waren, herab, bestieg den Wagen seines Bruders und ergriff einen anderen Bogen.

Wort für Wort
hatāśvāt tu rathāt tūrṇam
aber rasch von seinem Wagen, dessen Rosse getötet waren (Abl.Sg. + Konj. + Abl.Sg. + Adv.)
avatīrya mahābhujaḥ
herabsteigend, der starkarmige (Ger. + Nom.Sg.)
āruroha rathaṃ bhrātur
bestieg er den Wagen des Bruders (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
anyac ca dhanur ādade
und ergriff einen anderen Bogen (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.Med.)

[Anm.: V.7 bildet eine Einheit; Vṛṣaka wechselt auf Acalas Wagen.]

tāv ekaratham ārūḍhau bhrātarau vṛṣakācalau śaravarṣeṇa bībhatsum avidhyetāṃ punaḥ punaḥ

Die beiden Brüder Vṛṣaka und Acala, auf einen einzigen Wagen gestiegen, durchbohrten Bībhatsu [Arjuna] wieder und wieder mit einem Pfeilregen.

Wort für Wort
tāv ekaratham ārūḍhau
die beiden, auf einen einzigen Wagen gestiegen (Nom.Du. + Akk.Sg. + Nom.Du.)
bhrātarau vṛṣakācalau
die Brüder Vṛṣaka und Acala (Nom.Du. + Nom.Du.)
śaravarṣeṇa bībhatsum
mit einem Pfeilregen Bībhatsu (Instr.Sg. + Akk.Sg.)
avidhyetāṃ punaḥ punaḥ
durchbohrten sie wieder und wieder (3.Du.Impf. + Adv. + Adv.)

[Anm.: V.8 bildet eine Einheit.]

syālau tava mahātmānau rājānau vṛṣakācalau bhṛśaṃ nijaghnatuḥ pārtham indraṃ vṛtrabalāv iva

Deine beiden großmütigen Schwäger, die Könige Vṛṣaka und Acala, schlugen heftig auf Pārtha ein, wie [die Dämonen] Vṛtra und Bala auf Indra.

Wort für Wort
syālau tava mahātmānau
deine beiden großmütigen Schwäger (Nom.Du. + Gen.Sg. + Nom.Du.)
rājānau vṛṣakācalau
die Könige Vṛṣaka und Acala (Nom.Du. + Nom.Du.)
bhṛśaṃ nijaghnatuḥ pārtham
schlugen heftig auf Pārtha ein (Adv. + 3.Du.Perf. + Akk.Sg.)
indraṃ vṛtrabalāv iva
wie Vṛtra und Bala auf Indra (Akk.Sg. + Nom.Du. + Partikel)

[Anm.: V.9 bildet eine Einheit; „syālau“ ('Schwäger') bestätigt, dass Vṛṣaka und Acala Brüder der Gāndhārī, also Schwäger Dhṛtarāṣṭras, sind.]

labdhalakṣyau tu gāndhārāv ahatāṃ pāṇḍavaṃ punaḥ nidāghavārṣikau māsau lokaṃ gharmāmbubhir yathā

Die beiden Gāndhāras aber, ihr Ziel gefunden, trafen den Pāṇḍava erneut, wie die Sommer- und Regenmonate die Welt mit Hitze und Wasser [treffen].

Wort für Wort
labdhalakṣyau tu gāndhārāv
die beiden Gāndhāras aber, ihr Ziel gefunden (Nom.Du. + Konj. + Nom.Du.)
ahatāṃ pāṇḍavaṃ punaḥ
trafen den Pāṇḍava erneut (3.Du.Impf. + Akk.Sg. + Adv.)
nidāghavārṣikau māsau
die Sommer- und Regenmonate (Nom.Du. + Nom.Du.)
lokaṃ gharmāmbubhir yathā
wie [sie] die Welt mit Hitze und Wasser (Akk.Sg. + Instr.Pl. + Adv.)

[Anm.: V.10 bildet eine Einheit.]

tau rathasthau naravyāghrau rājānau vṛṣakācalau saṃśliṣṭāṅgau sthitau rājañ jaghānaikeṣuṇārjunaḥ

Jene beiden im Wagen stehenden Tiger unter den Männern, die Könige Vṛṣaka und Acala, mit eng aneinandergeschmiegten Leibern dastehend, o König, erschlug Arjuna mit einem einzigen Pfeil.

Wort für Wort
tau rathasthau naravyāghrau
jene beiden im Wagen stehenden Tiger unter den Männern (Nom.Du. + Nom.Du.)
rājānau vṛṣakācalau
die Könige Vṛṣaka und Acala (Nom.Du. + Nom.Du.)
saṃśliṣṭāṅgau sthitau rājañ
mit eng verschmiegten Leibern dastehend, o König (Nom.Du. + Nom.Du. + Vok.Sg.)
jaghānaikeṣuṇārjunaḥ
erschlug Arjuna mit einem einzigen Pfeil (3.Sg.Perf. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.11 bildet eine Einheit; da die Brüder eng nebeneinanderstanden, genügte Arjuna ein einziger Pfeil, um beide zugleich zu töten.]

tau rathāt siṃhasaṃkāśau lohitākṣau mahābhujau gatāsū petatur vīrau sodaryāv ekalakṣaṇau

Jene beiden löwengleichen, rotäugigen, starkarmigen Helden, leiblich verbundene Brüder von gleichem Aussehen, fielen leblos vom Wagen.

Wort für Wort
tau rathāt siṃhasaṃkāśau
jene beiden, löwengleich, vom Wagen (Nom.Du. + Abl.Sg. + Nom.Du.)
lohitākṣau mahābhujau
rotäugig, starkarmig (Nom.Du. + Nom.Du.)
gatāsū petatur vīrau
leblos fielen die beiden Helden (Nom.Du. + 3.Du.Perf. + Nom.Du.)
sodaryāv ekalakṣaṇau
leiblich verbunden, von gleichem Aussehen (Nom.Du. + Nom.Du.)

[Anm.: V.12 bildet eine Einheit.]

tayor dehau rathād bhūmiṃ gatau bandhujanapriyau yaśo daśa diśaḥ puṇyaṃ gamayitvā vyavasthitau

Ihre beiden, den Angehörigen teuren Leiber, vom Wagen zur Erde gelangt, verblieben dort, nachdem sie ihren heiligen Ruhm in die zehn Richtungen entsandt hatten.

Wort für Wort
tayor dehau rathād bhūmiṃ
ihre beiden Leiber vom Wagen zur Erde (Gen.Du. + Nom.Du. + Abl.Sg. + Akk.Sg.)
gatau bandhujanapriyau
gelangt, den Angehörigen teuer (Nom.Du. + Nom.Du.)
yaśo daśa diśaḥ puṇyaṃ
ihren heiligen Ruhm in die zehn Richtungen (Akk.Sg. + Num. + Akk.Pl. + Akk.Sg.)
gamayitvā vyavasthitau
entsandt habend, verblieben sie (Ger. + Nom.Du.)

[Anm.: V.13 bildet eine Einheit.]

dṛṣṭvā vinihatau saṃkhye mātulāv apalāyinau bhṛśaṃ mumucur aśrūṇi putrās tava viśāṃ pate

Als deine Söhne, o Herr der Völker, die beiden Onkel mütterlicherseits, im Kampf erschlagen sahen, ohne geflohen zu sein, vergossen sie heftig Tränen.

Wort für Wort
dṛṣṭvā vinihatau saṃkhye
als sie im Kampf erschlagen sahen (Ger. + Akk.Du. + Lok.Sg.)
mātulāv apalāyinau
die beiden Onkel, ohne geflohen zu sein (Akk.Du. + Akk.Du.)
bhṛśaṃ mumucur aśrūṇi
vergossen sie heftig Tränen (Adv. + 3.Pl.Perf. + Akk.Pl.)
putrās tava viśāṃ pate
deine Söhne, o Herr der Völker (Nom.Pl. + Gen.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.14 bildet eine Einheit; Vṛṣaka und Acala sind als Gāndhārīs Brüder Onkel der Kauravas.]

nihatau bhrātarau dṛṣṭvā māyāśataviśāradaḥ kṛṣṇau saṃmohayan māyāṃ vidadhe śakunis tataḥ

Als er seine beiden Brüder erschlagen sah, wandte Śakuni, kundig in hundert Arten von Zauberillusion, dann eine Illusion an, um die beiden Kṛṣṇas [Kṛṣṇa und Arjuna] zu verwirren.

Wort für Wort
nihatau bhrātarau dṛṣṭvā
als er die beiden Brüder erschlagen sah (Akk.Du. + Akk.Du. + Ger.)
māyāśataviśāradaḥ
kundig in hundert Arten von Zauberillusion (Nom.Sg.Kompositum)
kṛṣṇau saṃmohayan māyāṃ
die beiden Kṛṣṇas verwirrend, eine Illusion (Akk.Du. + Nom.Sg.Part. + Akk.Sg.)
vidadhe śakunis tataḥ
wandte Śakuni dann an (3.Sg.Perf.Med. + Nom.Sg. + Adv.)

[Anm.: V.15 bildet eine Einheit.]

laguḍāyoguḍāśmānaḥ śataghnyaś ca saśaktayaḥ gadāparighanistriṃśaśūlamudgarapaṭṭiśāḥ

Knüppel, Eisenkugeln, Steine, Śataghnīs samt Speeren; Keulen, Eisenstäbe, Schwerter, Dreizacke, Hämmer und Stachelkeulen —

Wort für Wort
laguḍāyoguḍāśmānaḥ
Knüppel, Eisenkugeln, Steine (Nom.Pl.Kompositum)
śataghnyaś ca saśaktayaḥ
Śataghnīs samt Speeren (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
gadāparighanistriṃśa
Keulen, Eisenstäbe, Schwerter (Nom.Pl.Kompositum, Teil 1)
śūlamudgarapaṭṭiśāḥ
Dreizacke, Hämmer, Stachelkeulen (Nom.Pl.Kompositum, Teil 2)

[Anm.: V.16-18 bilden eine syntaktische Einheit: ein Katalog der von Śakunis Illusion heraufbeschworenen Waffen, der sich über drei Verse erstreckt.]

sakampanarṣṭinakharā musalāni paraśvadhāḥ kṣurāḥ kṣurapranālīkā vatsadantās trisaṃdhinaḥ

Kampana-Speere, Ṛṣṭi-Speere und Krallenwaffen, Pestelkeulen, Äxte; Rasiermesser, rasiermesserscharfe Pfeilspitzen, kalbszahnförmige und dreigliedrige [Pfeile] —

Wort für Wort
sakampanarṣṭinakharā
Kampana-Speere, Ṛṣṭi-Speere, Krallenwaffen (Nom.Pl.Kompositum)
musalāni paraśvadhāḥ
Pestelkeulen, Äxte (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
kṣurāḥ kṣurapranālīkā
Rasiermesser, rasiermesserscharfe Pfeilspitzen (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
vatsadantās trisaṃdhinaḥ
kalbszahnförmige, dreigliedrige [Pfeile] (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.17 setzt den in V.16 begonnenen Waffenkatalog fort.]

cakrāṇi viśikhāḥ prāsā vividhāny āyudhāni ca prapetuḥ sarvato digbhyaḥ pradigbhyaś cārjunaṃ prati

Diskusse, Pfeile, Wurfspeere und vielerlei [andere] Waffen fielen von allen Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen auf Arjuna nieder.

Wort für Wort
cakrāṇi viśikhāḥ prāsā
Diskusse, Pfeile, Wurfspeere (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
vividhāny āyudhāni ca
und vielerlei [andere] Waffen (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Konj.)
prapetuḥ sarvato digbhyaḥ
fielen von allen Himmelsrichtungen (3.Pl.Perf. + Adv. + Abl.Pl.)
pradigbhyaś cārjunaṃ prati
und Zwischenrichtungen auf Arjuna (Abl.Pl. + Konj. + Akk.Sg. + Postp.)

[Anm.: V.18 beschließt den in V.16-17 begonnenen Waffenkatalog.]

kharoṣṭramahiṣāḥ siṃhā vyāghrāḥ sṛmaracillikāḥ ṛkṣāḥ sālāvṛkā gṛdhrāḥ kapayo 'tha sarīsṛpāḥ

Esel, Kamele, Büffel, Löwen, Tiger, Sṛmara- und Cillikā-Raubtiere; Bären, Wölfe, Geier, Affen und Kriechtiere —

Wort für Wort
kharoṣṭramahiṣāḥ siṃhā
Esel, Kamele, Büffel, Löwen (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)
vyāghrāḥ sṛmaracillikāḥ
Tiger, Sṛmara- und Cillikā-Raubtiere (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
ṛkṣāḥ sālāvṛkā gṛdhrāḥ
Bären, Wölfe, Geier (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
kapayo 'tha sarīsṛpāḥ
Affen und Kriechtiere (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.19-20 bilden eine syntaktische Einheit: ein weiterer Katalog, diesmal der von Śakunis Illusion heraufbeschworenen wilden Tiere, Rākṣasas und Vögel. „sṛmara“ und „cillikā“ sind unklare Raubtierbezeichnungen [?].]

vividhāni ca rakṣāṃsi kṣudhitāny arjunaṃ prati saṃkruddhāny abhyadhāvanta vividhāni vayāṃsi ca

und vielerlei Rākṣasas, ausgehungert, und vielerlei Vögel, erzürnt, stürmten auf Arjuna los.

Wort für Wort
vividhāni ca rakṣāṃsi
und vielerlei Rākṣasas (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
kṣudhitāny arjunaṃ prati
ausgehungert, auf Arjuna (Nom.Pl. + Akk.Sg. + Postp.)
saṃkruddhāny abhyadhāvanta
erzürnt, stürmten sie los (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)
vividhāni vayāṃsi ca
und vielerlei Vögel (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Konj.)

[Anm.: V.20 beschließt den in V.19 begonnenen Katalog.]

tato divyāstravic chūraḥ kuntīputro dhanaṃjayaḥ visṛjann iṣujālāni sahasā tāny atāḍayat

Da schlug Dhanaṃjaya, der Sohn der Kuntī, der Held, kundig in den himmlischen Waffen, Netze von Pfeilen entsendend, sie alle sogleich nieder.

Wort für Wort
tato divyāstravic chūraḥ
da, kundig in den himmlischen Waffen, der Held (Adv. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
kuntīputro dhanaṃjayaḥ
der Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
visṛjann iṣujālāni
Netze von Pfeilen entsendend (Nom.Sg.Part. + Akk.Pl.)
sahasā tāny atāḍayat
schlug sie sogleich nieder (Adv. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.21 bildet eine Einheit; Arjuna beginnt die Illusion mit göttlichen Waffen zu bekämpfen.]

te hanyamānāḥ śūreṇa pravaraiḥ sāyakair dṛḍhaiḥ viruvanto mahārāvān vineśuḥ sarvato hatāḥ

Sie, von dem Helden mit vortrefflichen, festen Pfeilen niedergeschlagen, unter gewaltigem Gebrüll aufheulend, gingen, allseits erschlagen, zugrunde.

Wort für Wort
te hanyamānāḥ śūreṇa
sie, niedergeschlagen von dem Helden (Nom.Pl. + Nom.Pl.Part. + Instr.Sg.)
pravaraiḥ sāyakair dṛḍhaiḥ
mit vortrefflichen, festen Pfeilen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
viruvanto mahārāvān
unter gewaltigem Gebrüll aufheulend (Nom.Pl.Part. + Akk.Pl.)
vineśuḥ sarvato hatāḥ
gingen zugrunde, allseits erschlagen (3.Pl.Perf. + Adv. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.22 bildet eine Einheit.]

tatas tamaḥ prādurabhūd arjunasya rathaṃ prati tasmāc ca tamaso vācaḥ krūrāḥ pārtham abhartsayan

Dann erschien Dunkelheit um Arjunas Wagen; und aus jener Dunkelheit heraus verhöhnten grausame Stimmen den Pārtha.

Wort für Wort
tatas tamaḥ prādurabhūd
dann erschien Dunkelheit (Adv. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.)
arjunasya rathaṃ prati
um Arjunas Wagen (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Postp.)
tasmāc ca tamaso vācaḥ
und aus jener Dunkelheit, Stimmen (Abl.Sg. + Konj. + Abl.Sg. + Nom.Pl.)
krūrāḥ pārtham abhartsayan
grausame verhöhnten den Pārtha (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.23 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0229_01): „Jene Dunkelheit war furchtbar, schrecklich, Furcht erregend in der großen Schlacht.“ — nicht als eigene Einheit übersetzt.]

tat tamo 'streṇa mahatā jyotiṣeṇārjuno 'vadhīt hate tasmiñ jalaughās tu prādurāsan bhayānakāḥ

Jene Dunkelheit vernichtete Arjuna mit der großen Lichtwaffe; als sie vernichtet war, erschienen aber furchterregende Wasserfluten.

Wort für Wort
tat tamo 'streṇa mahatā
jene Dunkelheit mit der großen Waffe (Akk.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.)
jyotiṣeṇārjuno 'vadhīt
der Lichtwaffe vernichtete Arjuna (Instr.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
hate tasmiñ jalaughās tu
als sie vernichtet war, aber Wasserfluten (Lok.Sg.Part. + Lok.Sg. + Nom.Pl. + Konj.)
prādurāsan bhayānakāḥ
erschienen furchterregende (3.Pl.Impf. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.24 bildet eine Einheit.]

ambhasas tasya nāśārtham ādityāstram athārjunaḥ prāyuṅktāmbhas tatas tena prāyaśo 'streṇa śoṣitam

Zur Vernichtung jenes Wassers setzte Arjuna dann die Sonnenwaffe ein; das Wasser wurde dadurch mit jener Waffe größtenteils ausgetrocknet.

Wort für Wort
ambhasas tasya nāśārtham
zur Vernichtung jenes Wassers (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Adv.Kompositum)
ādityāstram athārjunaḥ
die Sonnenwaffe dann Arjuna (Akk.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
prāyuṅktāmbhas tatas tena
setzte ein; das Wasser wurde dadurch (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Adv. + Instr.Sg.)
prāyaśo 'streṇa śoṣitam
größtenteils mit der Waffe ausgetrocknet (Adv. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)

[Anm.: V.25 bildet eine Einheit.]

evaṃ bahuvidhā māyāḥ saubalasya kṛtāḥ kṛtāḥ jaghānāstrabalenāśu prahasann arjunas tadā

So die vielerlei Illusionen, eine nach der anderen vom Sohn Subalas gewirkt, zerschlug Arjuna damals rasch mit der Kraft seiner Waffen, lachend.

Wort für Wort
evaṃ bahuvidhā māyāḥ
so die vielerlei Illusionen (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
saubalasya kṛtāḥ kṛtāḥ
vom Sohn Subalas, eine nach der anderen gewirkt (Gen.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
jaghānāstrabalenāśu
zerschlug rasch mit der Kraft der Waffen (3.Sg.Perf. + Instr.Sg. + Adv.)
prahasann arjunas tadā
lachend, Arjuna, damals (Nom.Sg.Part. + Nom.Sg. + Adv.)

[Anm.: V.26 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0230_01-02), ein höhnischer Spottreim Arjunas auf Śakunis berüchtigte falsche Würfel: „O übler Würfelspieler von Gāndhāra — nicht Würfel wirft Gāṇḍīva! Brennende, scharfe, spitze Pfeile wirft Gāṇḍīva!“ — nicht als eigene Einheit übersetzt, spielt aber pointiert auf Śakunis Rolle im betrügerischen Würfelspiel an, das dem Krieg vorausging.]

tathā hatāsu māyāsu trasto 'rjunaśarāhataḥ apāyāj javanair aśvaiḥ śakuniḥ prākṛto yathā

So, als die Illusionen zerschlagen waren, erschrocken, von Arjunas Pfeilen getroffen, floh Śakuni mit schnellen Rossen davon, wie ein gemeiner Mann.

Wort für Wort
tathā hatāsu māyāsu
so, als die Illusionen zerschlagen waren (Adv. + Lok.Pl. + Lok.Pl.)
trasto 'rjunaśarāhataḥ
erschrocken, von Arjunas Pfeilen getroffen (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
apāyāj javanair aśvaiḥ
floh davon mit schnellen Rossen (3.Sg.Impf. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
śakuniḥ prākṛto yathā
Śakuni, wie ein gemeiner Mann (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Adv.)

[Anm.: V.27 bildet eine Einheit.]

tato 'rjuno 'stravic chraiṣṭhyaṃ darśayann ātmano 'riṣu abhyavarṣac charaugheṇa kauravāṇām anīkinīm

Dann überschüttete Arjuna, kundig in den Waffen, seine eigene Vortrefflichkeit vor seinen Feinden zeigend, das Heer der Kauravas mit einer Pfeilmasse.

Wort für Wort
tato 'rjuno 'stravic chraiṣṭhyaṃ
dann Arjuna, kundig in den Waffen, seine Vortrefflichkeit (Adv. + Nom.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
darśayann ātmano 'riṣu
zeigend, vor seinen Feinden (Nom.Sg.Part. + Gen.Sg. + Lok.Pl.)
abhyavarṣac charaugheṇa
überschüttete mit einer Pfeilmasse (3.Sg.Impf. + Instr.Sg.)
kauravāṇām anīkinīm
das Heer der Kauravas (Gen.Pl. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.28 bildet eine Einheit; Arjuna wendet sich nun gegen das gesamte Kaurava-Heer.]

sā hanyamānā pārthena putrasya tava vāhinī dvaidhībhūtā mahārāja gaṅgevāsādya parvatam

Jenes von Pārtha geschlagene Heer deines Sohnes spaltete sich, großer König, wie die Gaṅgā, die auf einen Berg trifft.

Wort für Wort
sā hanyamānā pārthena
jenes, von Pārtha geschlagen (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Instr.Sg.)
putrasya tava vāhinī
das Heer deines Sohnes (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
dvaidhībhūtā mahārāja
spaltete sich, großer König (Nom.Sg. + Vok.Sg.)
gaṅgevāsādya parvatam
wie die Gaṅgā, die auf einen Berg trifft (Nom.Sg. + Partikel + Ger. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.29 bildet eine Einheit.]

droṇam evānvapadyanta ke cit tatra mahārathāḥ ke cid duryodhanaṃ rājann ardyamānāḥ kirīṭinā

Einige der großen Wagenkämpfer dort wandten sich, von dem Diademträger [Arjuna] bedrängt, zu Droṇa, andere, o König, zu Duryodhana.

Wort für Wort
droṇam evānvapadyanta
wandten sich zu Droṇa (Akk.Sg. + Partikel + 3.Pl.Impf.)
ke cit tatra mahārathāḥ
einige der großen Wagenkämpfer dort (Nom.Pl. + Partikel + Adv. + Nom.Pl.)
ke cid duryodhanaṃ rājann
andere zu Duryodhana, o König (Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg. + Vok.Sg.)
ardyamānāḥ kirīṭinā
bedrängt von dem Diademträger (Nom.Pl.Part. + Instr.Sg.)

[Anm.: V.30 bildet eine Einheit.]

nāpaśyāma tatas tv etat sainyaṃ vai tamasāvṛtam gāṇḍīvasya ca nirghoṣaḥ śruto dakṣiṇato mayā

Wir konnten jenes Heer dann nicht mehr sehen, in Dunkel gehüllt; und das Dröhnen des Gāṇḍīva wurde von mir aus südlicher Richtung gehört.

Wort für Wort
nāpaśyāma tatas tv etat
wir konnten dann nicht sehen, jenes (Neg.+1.Pl.Impf. + Adv. + Konj. + Akk.Sg.)
sainyaṃ vai tamasāvṛtam
Heer, in Dunkel gehüllt (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
gāṇḍīvasya ca nirghoṣaḥ
und das Dröhnen des Gāṇḍīva (Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
śruto dakṣiṇato mayā
wurde von mir aus südlicher Richtung gehört (Nom.Sg. + Adv. + Instr.Sg.)

[Anm.: V.31 bildet eine Einheit; Saṃjaya spricht hier ausnahmsweise in der ersten Person von seinem eigenen Miterleben des Kampfgeschehens.]

śaṅkhadundubhinirghoṣaṃ vāditrāṇāṃ ca nisvanam gāṇḍīvasya ca nirghoṣo vyatikramyāspṛśad divam

Das Dröhnen von Muschelhörnern und Pauken, und den Klang der [anderen] Instrumente übertreffend, berührte das Dröhnen des Gāṇḍīva den Himmel.

Wort für Wort
śaṅkhadundubhinirghoṣaṃ
das Dröhnen von Muschelhörnern und Pauken (Akk.Sg.Kompositum)
vāditrāṇāṃ ca nisvanam
und den Klang der Instrumente (Gen.Pl. + Konj. + Akk.Sg.)
gāṇḍīvasya ca nirghoṣo
und das Dröhnen des Gāṇḍīva (Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
vyatikramyāspṛśad divam
übertreffend, berührte es den Himmel (Ger. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.32 bildet eine Einheit.]

tataḥ punar dakṣiṇataḥ saṃgrāmaś citrayodhinām suyuddham arjunasyāsīd ahaṃ tu droṇam anvagām

Dann war im Süden wiederum ein Kampf wundersamer Krieger, ein heftiges Gefecht Arjunas; ich aber folgte Droṇa.

Wort für Wort
tataḥ punar dakṣiṇataḥ
dann wiederum im Süden (Adv. + Adv. + Adv.)
saṃgrāmaś citrayodhinām
ein Kampf wundersamer Krieger (Nom.Sg. + Gen.Pl.)
suyuddham arjunasyāsīd
ein heftiges Gefecht Arjunas war (Nom.Sg. + Gen.Sg. + 3.Sg.Impf.)
ahaṃ tu droṇam anvagām
ich aber folgte Droṇa (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + 1.Sg.Impf.)

[Anm.: V.33 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0231_01): „Die Truppen Yudhiṣṭhiras verbrannten [den Feind] hier und dort.“ — nicht als eigene Einheit übersetzt.]

nānāvidhāny anīkāni putrāṇāṃ tava bhārata arjuno vyadhamat kāle divīvābhrāṇi mārutaḥ

Die vielerlei Truppen deiner Söhne, o Bhārata, zerstreute Arjuna zur rechten Zeit, wie der Wind Wolken am Himmel.

Wort für Wort
nānāvidhāny anīkāni
die vielerlei Truppen (Akk.Pl. + Akk.Pl.)
putrāṇāṃ tava bhārata
deiner Söhne, o Bhārata (Gen.Pl. + Gen.Sg. + Vok.Sg.)
arjuno vyadhamat kāle
zerstreute Arjuna zur rechten Zeit (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
divīvābhrāṇi mārutaḥ
wie Wolken am Himmel, der Wind (Lok.Sg. + Partikel + Akk.Pl. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.34 bildet eine Einheit.]

taṃ vāsavam ivāyāntaṃ bhūrivarṣaśaraughiṇam maheṣvāsaṃ naravyāghraṃ nograṃ kaś cid avārayat

Ihm, der wie Vāsava [Indra] heranfuhr, mit reichlich strömendem Pfeilregen, dem großen Bogenschützen, dem Tiger unter den Männern, wagte keiner entgegenzutreten.

Wort für Wort
taṃ vāsavam ivāyāntaṃ
ihm, der wie Vāsava heranfuhr (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.Part.)
bhūrivarṣaśaraughiṇam
mit reichlich strömendem Pfeilregen (Akk.Sg.Kompositum)
maheṣvāsaṃ naravyāghraṃ
dem großen Bogenschützen, dem Tiger unter den Männern (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
nograṃ kaś cid avārayat
keiner wagte, ihm entgegenzutreten (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.35 bildet eine Einheit.]

te hanyamānāḥ pārthena tvadīyā vyathitā bhṛśam svān eva bahavo jaghnur vidravantas tatas tataḥ

Deine [Krieger], von Pārtha geschlagen, heftig gequält, erschlugen, hierhin und dorthin fliehend, viele von ihnen sogar die eigenen [Leute].

Wort für Wort
te hanyamānāḥ pārthena
sie, von Pārtha geschlagen (Nom.Pl. + Nom.Pl.Part. + Instr.Sg.)
tvadīyā vyathitā bhṛśam
die deinen, heftig gequält (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Adv.)
svān eva bahavo jaghnur
erschlugen viele sogar die eigenen (Akk.Pl. + Partikel + Nom.Pl. + 3.Pl.Perf.)
vidravantas tatas tataḥ
hierhin und dorthin fliehend (Nom.Pl.Part. + Adv. + Adv.)

[Anm.: V.36 bildet eine Einheit; ein Detail des chaotischen Rückzugs — im Getümmel erschlagen manche versehentlich die eigenen Verbündeten.]

te 'rjunena śarā muktāḥ kaṅkapatrās tanucchidaḥ śalabhā iva saṃpetuḥ saṃvṛṇvānā diśo daśa

Jene von Arjuna entlassenen, heronsgefiederten, leibdurchbohrenden Pfeile fielen wie Heuschrecken, die zehn Himmelsrichtungen verdeckend.

Wort für Wort
te 'rjunena śarā muktāḥ
jene, von Arjuna entlassenen Pfeile (Nom.Pl. + Instr.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Part.)
kaṅkapatrās tanucchidaḥ
heronsgefiedert, leibdurchbohrend (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śalabhā iva saṃpetuḥ
fielen wie Heuschrecken (Nom.Pl. + Partikel + 3.Pl.Perf.)
saṃvṛṇvānā diśo daśa
die zehn Himmelsrichtungen verdeckend (Nom.Pl.Part. + Akk.Pl. + Num.)

[Anm.: V.37 bildet eine Einheit.]

turagaṃ rathinaṃ nāgaṃ padātim api māriṣa vinirbhidya kṣitiṃ jagmur valmīkam iva pannagāḥ

Pferd, Wagenkämpfer, Elefant und auch Fußsoldat durchbohrend, o Verehrter, drangen sie in die Erde ein, wie Schlangen in einen Ameisenhügel.

Wort für Wort
turagaṃ rathinaṃ nāgaṃ
Pferd, Wagenkämpfer, Elefant (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
padātim api māriṣa
und auch Fußsoldat, o Verehrter (Akk.Sg. + Partikel + Vok.Sg.)
vinirbhidya kṣitiṃ jagmur
durchbohrend, drangen sie in die Erde ein (Ger. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)
valmīkam iva pannagāḥ
wie Schlangen in einen Ameisenhügel (Akk.Sg. + Partikel + Nom.Pl.)

[Anm.: V.38 bildet eine Einheit.]

na ca dvitīyaṃ vyasṛjat kuñjarāśvanareṣu saḥ pṛthag ekaśarārugṇā nipetus te gatāsavaḥ

Und er entsandte keinen zweiten [Pfeil] auf Elefanten, Rosse und Männer; jeder einzeln, von einem einzigen Pfeil gebrochen, fiel leblos nieder.

Wort für Wort
na ca dvitīyaṃ vyasṛjat
und er entsandte keinen zweiten (Neg. + Konj. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
kuñjarāśvanareṣu saḥ
auf Elefanten, Rosse und Männer, er (Lok.Pl. + Nom.Sg.)
pṛthag ekaśarārugṇā
jeder einzeln, von einem Pfeil gebrochen (Adv. + Nom.Pl.)
nipetus te gatāsavaḥ
fielen sie nieder, leblos (3.Pl.Perf. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.39 bildet eine Einheit; Arjunas Treffsicherheit — jeder Pfeil tötet mit einem einzigen Treffer.]

hatair manuṣyais turagaiś ca sarvataḥ śarābhivṛṣṭair dviradaiś ca pātitaiḥ tadā śvagomāyubaḍābhināditaṃ vicitram āyodhaśiro babhūva ha

Mit überall erschlagenen Menschen und Rossen, und mit von Pfeilregen gefällten Elefanten, ertönte das Schlachtfeld dann vom Gebell der Hunde, dem Heulen der Schakale und dem Schreien der Geier — ein seltsamer [Anblick] wurde es.

Wort für Wort
hatair manuṣyais turagaiś ca
mit erschlagenen Menschen und Rossen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Konj.)
sarvataḥ śarābhivṛṣṭair
überall, mit von Pfeilregen [gefällten] (Adv. + Instr.Pl.)
dviradaiś ca pātitaiḥ
und gefällten Elefanten (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
tadā śvagomāyubaḍābhināditaṃ
dann vom Gebell der Hunde, Schakale, Geier ertönend (Adv. + Nom.Sg.Kompositum)
vicitram āyodhaśiro babhūva ha
ein seltsames Schlachtfeld wurde es (Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Partikel)

[Anm.: V.40 bildet eine Einheit; im Original in abweichendem, längerem Versmaß.]

pitā sutaṃ tyajati suhṛdvaraṃ suhṛt tathaiva putraḥ pitaraṃ śarāturaḥ svarakṣaṇe kṛtamatayas tadā janās tyajanti vāhān api pārthapīḍitāḥ

Der Vater verlässt den Sohn, der Freund den besten Freund, ebenso der Sohn, von Pfeilen gequält, den Vater; die Menschen, nur auf die eigene Rettung bedacht, verlassen dann, von Pārtha bedrängt, sogar ihre Reittiere.

Wort für Wort
pitā sutaṃ tyajati
der Vater verlässt den Sohn (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Präs.)
suhṛdvaraṃ suhṛt
der Freund den besten Freund (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
tathaiva putraḥ pitaraṃ
ebenso der Sohn den Vater (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
śarāturaḥ svarakṣaṇe
von Pfeilen gequält, auf die eigene Rettung (Nom.Sg. + Lok.Sg.)
kṛtamatayas tadā janās
bedacht, dann die Menschen (Nom.Pl. + Adv. + Nom.Pl.)
tyajanti vāhān api
verlassen sogar ihre Reittiere (3.Pl.Präs. + Akk.Pl. + Partikel)
pārthapīḍitāḥ
von Pārtha bedrängt (Nom.Pl.Kompositum)

[Anm.: V.41 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel; ein eindringliches Bild des völligen Zusammenbruchs aller Bindungen unter Arjunas Ansturm.]

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