Als jener große Krieger Droṇa durch den Sohn des Pārṣata (Dhṛṣṭadyumna) erschlagen war und die Kauravas geschlagen waren, sah Kuntīs Sohn Dhanaṃjaya (Arjuna) ein überaus großes Wunder, das ihm selbst den Sieg brachte, und fragte den zufällig gekommenen Weisen Vyāsa, glänzend wie eine glatte Regenwolke, makellos, o Stier der Bharatas —
Wort für Wort
tasmin atirathe droṇe
als jener große Krieger Droṇa (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
nihate pārṣatena vai
durch den Sohn des Pārṣata erschlagen war (Lok. Sg. m. / Instr. Sg. m. / Partikel)
kauraveṣu ca bhagneṣu
und die Kauravas geschlagen waren (Lok. Pl. m. / Partikel / Lok. Pl. m.)
kuntīputraḥ dhanaṃjayaḥ
Kuntīs Sohn Dhanaṃjaya (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
dṛṣṭvā sumahat āścaryam
ein überaus großes Wunder sehend (Absolutiv / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
ātmanaḥ vijayāvaham
das ihm selbst den Sieg brachte (Gen. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
munim snigdhāmbudābhāsam
den Weisen, glänzend wie eine glatte Regenwolke (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vedavyāsam akalmaṣam
den Ordner der Veden, makellos (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
yadṛcchayā āgatam vyāsam
den zufällig gekommenen Vyāsa (Instr. Sg. f., adv. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
papraccha bharatarṣabha
fragte er, o Stier der Bharatas (3. Sg. Perf. Akt. von prach / Vok. Sg. m.)
[Anm.: Die Sprecherangabe „saṃjaya uvāca“ (bei 07,173.002) wurde ausgelassen; Saṃjayas Erzählung setzt hier ein. Eine apparatus-Zeile (*1443_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
„Während ich im Kampf mit makellosen Pfeilscharen die Feinde niederstrecke, erblicke ich vor mir einen Mann von Feuerglanz einherschreiten; in welche Richtung er, eine lodernde Lanze erhebend, sich wendet, in jener Richtung zerstieben meine Feinde, großer Weiser.
Wort für Wort
saṃgrāme nighnataḥ śatrūn
im Kampf die Feinde niederstreckend (Lok. Sg. m. / Gen. Sg. m. Part. Präs. / Akk. Pl. m.)
śaraughaiḥ vimalaiḥ aham
ich mit makellosen Pfeilscharen (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m. / Nom. Sg.)
agrataḥ lakṣaye yāntam
vor mir erblicke ich einherschreitend (Adv. / 1. Sg. Präs. Med. von lakṣ / Akk. Sg. m. Part. Präs.)
puruṣam pāvakaprabham
einen Mann von Feuerglanz (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
jvalantam śūlam udyamya
eine lodernde Lanze erhebend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
yām diśam pratipadyate
in welche Richtung er sich wendet (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / 3. Sg. Präs. Med. von prati-pad)
tasyām diśi viśīryante
in jener Richtung zerstieben (Lok. Sg. f. / Lok. Sg. f. / 3. Pl. Präs. Pass. von vi-śṝ)
śatravaḥ me mahāmune
meine Feinde, großer Weiser (Nom. Pl. m. / Gen. Sg. / Vok. Sg. m.)
na padbhyāṃ spṛśate bhūmiṃ na ca śūlaṃ vimuñcati śūlāc chūlasahasrāṇi niṣpetus tasya tejasā tena bhagnān arīn sarvān madbhagnān manyate janaḥ tena dagdhāni sainyāni pṛṣṭhato 'nudahāmy aham bhagavaṃs tan mamācakṣva ko vai sa puruṣottamaḥ śūlapāṇir mahān kṛṣṇa tejasā sūryasaṃnibhaḥ
Er berührt mit den Füßen nicht die Erde, und die Lanze lässt er nicht los; aus der Lanze fuhren durch seine Glut tausend Lanzen hervor. Durch ihn werden alle Feinde geschlagen, doch die Leute meinen, von mir seien sie geschlagen; die von ihm verbrannten Heere verbrenne ich hinterher nur noch weiter. Erhabener, das verkünde mir: wer ist dieser höchste Mann, der Lanzenträger, der Große, Kṛṣṇa, an Glut der Sonne gleich?“
Wort für Wort
na padbhyām spṛśate bhūmim
er berührt mit den Füßen nicht die Erde (Negation / Instr. Du. m. / 3. Sg. Präs. Med. von spṛś / Akk. Sg. f.)
na ca śūlam vimuñcati
und die Lanze lässt er nicht los (Negation / Partikel / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von vi-muc)
śūlāt śūlasahasrāṇi niṣpetuḥ
aus der Lanze fuhren tausend Lanzen hervor (Abl. Sg. n. / Nom. Pl. n. / 3. Pl. Perf. Akt. von nis-pat)
tasya tejasā
durch seine Glut (Gen. Sg. m. / Instr. Sg. n.)
tena bhagnān arīn sarvān
durch ihn alle Feinde geschlagen (Instr. Sg. m. / Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m.)
madbhagnān manyate janaḥ
meint das Volk, von mir geschlagen (Akk. Pl. m. / 3. Sg. Präs. Med. von man / Nom. Sg. m.)
tena dagdhāni sainyāni
die von ihm verbrannten Heere (Instr. Sg. m. / Akk. Pl. n. / Akk. Pl. n.)
pṛṣṭhataḥ anudahāmi aham
verbrenne ich hinterher weiter (Adv. / 1. Sg. Präs. Akt. von anu-dah / Nom. Sg.)
bhagavan tat mama ācakṣva
Erhabener, das verkünde mir (Vok. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Gen. Sg. / Imp. 2. Sg. Med. von ā-cakṣ)
kaḥ vai sa puruṣottamaḥ
wer ist dieser höchste Mann (Interrog. Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
śūlapāṇiḥ mahān kṛṣṇa
der Lanzenträger, der Große, Kṛṣṇa (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
tejasā sūryasaṃnibhaḥ
an Glut der Sonne gleich (Instr. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
„Den Ersten der Herren der Geschöpfe, den glutvollen, alldurchdringenden Mann, die Welt, die Erde, den Luftraum, den Gott, den Gebieter über alle Welten, den Herrscher, den Gewährer von Gaben — Śaṃkara hast du gesehen, Pārtha. Zu ihm gehe als Zuflucht, dem Gott, dem Ursprung von allem, dem Herrscher der Welten.
Wort für Wort
prajāpatīnām prathamam
den Ersten der Herren der Geschöpfe (Gen. Pl. m. / Akk. Sg. m.)
taijasam puruṣam vibhum
den glutvollen, alldurchdringenden Mann (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
bhuvanam bhūḥ bhuvam devam
die Welt, die Erde, den Luftraum, den Gott (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / Akk. Sg. m.)
sarvalokeśvaram prabhum
den Gebieter über alle Welten, den Herrscher (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
īśānam varadam pārtha
den Herrschenden, den Gewährer von Gaben, Pārtha (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
dṛṣṭavān asi śaṃkaram
du hast Śaṃkara gesehen (Nom. Sg. m. Part. Perf. / 2. Sg. Präs. Akt. von as / Akk. Sg. m.)
tam gaccha śaraṇam devam
zu ihm gehe als Zuflucht, dem Gott (Akk. Sg. m. / Imp. 2. Sg. Akt. von gam / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
sarvādim bhuvaneśvaram
dem Ursprung von allem, dem Herrscher der Welten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Die Sprecherangabe „vyāsa uvāca“ (bei 07,173.009) wurde ausgelassen; hier beginnt Vyāsas Antwort.]
den großen Gott, den Hochgesinnten, den Herrschenden, den mit Zopfhaar, den Gütigen, den Dreiäugigen, Starkarmigen, Rudra, den mit dem Haarschopf, in Rindenkleidung, den Gott der Götter, Hara, den Unbeweglichen (Sthāṇu), den Gewährer von Gaben, den Herrscher der Welten, den Ersten der Welt, den Unbesiegten, den Gebieter der Welt, den Oberherrscher, den Ursprung der Welt, den Samen der Welt, den Siegreichen, das Ziel der Welt, das Selbst des Alls, den Schöpfer des Alls, die Gestalt des Alls, den Ruhmreichen, den Herrn des Alls, den Ursprung des Alls, den Werkmeister des Alls, den Gebieter, Śambhu, den Selbstentstandenen, den Herrn der Wesen, den Ursprung von Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem —
Wort für Wort
mahādevam mahātmānam
den großen Gott, den Hochgesinnten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
īśānam jaṭilam śivam
den Herrschenden, den mit Zopfhaar, den Gütigen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
tryakṣam mahābhujam rudram
den Dreiäugigen, Starkarmigen, Rudra (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
śikhinam cīravāsasam
den mit dem Haarschopf, in Rindenkleidung (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
devadevam haram sthāṇum
den Gott der Götter, Hara, den Unbeweglichen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
varadam bhuvaneśvaram
den Gewährer von Gaben, den Herrscher der Welten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
jagatpradhānam ajitam
den Ersten der Welt, den Unbesiegten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
jagatpatim adhīśvaram
den Gebieter der Welt, den Oberherrscher (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
jagadyonim jagadbījam
den Ursprung der Welt, den Samen der Welt (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
jayinam jagataḥ gatim
den Siegreichen, das Ziel der Welt (Akk. Sg. m. / Gen. Sg. n. / Akk. Sg. f.)
viśvātmānam viśvasṛjam
das Selbst des Alls, den Schöpfer des Alls (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
viśvamūrtim yaśasvinam
die Gestalt des Alls, den Ruhmreichen (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. m.)
viśveśvaram viśvayonim
den Herrn des Alls, den Ursprung des Alls (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
viśvakarmāṇam īśvaram
den Werkmeister des Alls, den Gebieter (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
śaṃbhum svayaṃbhum bhūteśam
Śambhu, den Selbstentstandenen, den Herrn der Wesen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
bhūtabhavyabhavodbhavam
den Ursprung von Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem (Akk. Sg. m.)
[Anm.: Sechs apparatus-Zeilen (*1444_01–06) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier beginnt die lange Epitheta-Aufzählung Rudras.]
die Verbindung (Yoga), den Herrn des Yoga, das All, den Herrscher über alle Herrscher der Welten, den Besten von allem, den Besten der Welt, den Trefflichsten, den Höchststehenden, den Ordner der drei Welten, den Einen, die Zuflucht der drei Welten, den überaus schwer zu Besiegenden, den Herrn der Welt, den über Geburt, Tod und Alter Erhabenen, dessen Wesen Erkenntnis ist, den durch Erkenntnis Erreichbaren, den durch Erkenntnis Erkennbaren, den überaus schwer zu Erkennenden, den reinen Wesens ist, den Erlesenen, den Furchtbaren, den Selbstbeherrschten, dessen Same das All ist, den Ewigen, den Erdenträger, den Gott, den Herrscher über alle Herren der Rede, und den Geber der durch Gnade gewährten Gaben an seine Verehrer.
Wort für Wort
yogam yogeśvaram sarvam
die Verbindung, den Herrn des Yoga, das All (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
sarvalokeśvareśvaram
den Herrscher über alle Herrscher der Welten (Akk. Sg. m.)
sarvaśreṣṭham jagacchreṣṭham
den Besten von allem, den Besten der Welt (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
variṣṭham parameṣṭhinam
den Trefflichsten, den Höchststehenden (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
lokatrayavidhātāram ekam
den Ordner der drei Welten, den Einen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
lokatrayāśrayam
die Zuflucht der drei Welten (Akk. Sg. m.)
sudurjayam jagannātham
den überaus schwer zu Besiegenden, den Herrn der Welt (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
janmamṛtyujarātigam
den über Geburt, Tod und Alter Erhabenen (Akk. Sg. m.)
jñānātmānam jñānagamyam
dessen Wesen Erkenntnis ist, den durch Erkenntnis Erreichbaren (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
jñānajñeyam sudurvidam
den durch Erkenntnis Erkennbaren, den überaus schwer zu Erkennenden (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
śuddhātmānam varam bhīmam
den reinen Wesens ist, den Erlesenen, den Furchtbaren (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vaśinam viśvaretasam
den Selbstbeherrschten, dessen Same das All ist (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
śāśvatam bhūdharam devam
den Ewigen, den Erdenträger, den Gott (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
sarvavāgīśvareśvaram
den Herrscher über alle Herren der Rede (Akk. Sg. m.)
dātāram ca eva bhaktānām
und den Geber, seiner Verehrer (Akk. Sg. m. / Partikel / Partikel / Gen. Pl. m.)
prasādavihitān varān
die durch Gnade gewährten Gaben (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m.)
[Anm.: Fünf weitere apparatus-Zeilen (*1444_07–11) sowie zwei weitere (*1445_01–02) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier endet die lange Epitheta-Aufzählung Rudras.]
Seine göttlichen Gefolgsleute, des Gebieters, in vielfältigen Gestalten — zwerghaft, mit Zopfhaar, kahlköpfig, mit kurzem Hals, dickbäuchig, von großem Leib, großem Eifer, mit großen Ohren, andere wiederum mit entstellten Gesichtern, Füßen und in entstellter Tracht, Pārtha —
Wort für Wort
tasya te pārṣadāḥ divyāḥ
seine göttlichen Gefolgsleute (Gen. Sg. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
rūpaiḥ nānāvidhaiḥ vibhoḥ
in vielfältigen Gestalten, des Gebieters (Instr. Pl. n. / Instr. Pl. n. / Gen. Sg. m.)
vāmanāḥ jaṭilāḥ muṇḍāḥ
zwerghaft, mit Zopfhaar, kahlköpfig (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
hrasvagrīvāḥ mahodarāḥ
mit kurzem Hals, dickbäuchig (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
mahākāyāḥ mahotsāhāḥ
von großem Leib, großem Eifer (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
mahākarṇāḥ tathā apare
mit großen Ohren, andere wiederum (Nom. Pl. m. / Adv. / Nom. Pl. m.)
ānanaiḥ vikṛtaiḥ pādaiḥ
mit entstellten Gesichtern, Füßen (Instr. Pl. n. / Instr. Pl. n. / Instr. Pl. m.)
pārtha veṣaiḥ ca vaikṛtaiḥ
Pārtha, und in entstellter Tracht (Vok. Sg. m. / Instr. Pl. m. / Partikel / Instr. Pl. m.)
īdṛśaiḥ sa mahādevaḥ pūjyamāno maheśvaraḥ sa śivas tāta tejasvī prasādād yāti te 'grataḥ tasmin ghore tadā pārtha saṃgrāme lomaharṣaṇe
Von solchen verehrt, geht jener große Gott, der große Gebieter, jener Śiva, Vater, der Glutvolle, aus Gnade vor dir her, in jener schrecklichen, die Haare sträubenden Schlacht, Pārtha.
Wort für Wort
īdṛśaiḥ sa mahādevaḥ
von solchen jener große Gott (Instr. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
pūjyamānaḥ maheśvaraḥ
verehrt, der große Gebieter (Nom. Sg. m. Part. Präs. Pass. / Nom. Sg. m.)
sa śivaḥ tāta tejasvī
jener Śiva, Vater, der Glutvolle (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
prasādāt yāti te agrataḥ
geht aus Gnade vor dir her (Abl. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von yā / Gen. Sg. / Adv.)
tasmin ghore tadā pārtha
in jener schrecklichen, damals, Pārtha (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Adv. / Vok. Sg. m.)
saṃgrāme lomaharṣaṇe
in der die Haare sträubenden Schlacht (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
droṇakarṇakṛpair guptāṃ maheṣvāsaiḥ prahāribhiḥ kas tāṃ senāṃ tadā pārtha manasāpi pradharṣayet ṛte devān maheṣvāsād bahurūpān maheśvarāt sthātum utsahate kaś cin na tasminn agrataḥ sthite na hi bhūtaṃ samaṃ tena triṣu lokeṣu vidyate gandhenāpi hi saṃgrāme tasya kruddhasya śatravaḥ visaṃjñā hatabhūyiṣṭhā vepanti ca patanti ca
Wer könnte jenes von Droṇa, Karṇa und Kṛpa, den großen, treffsicheren Bogenschützen, beschützte Heer, Pārtha, damals auch nur im Geiste angreifen — außer den Göttern? Vor dem großen, vielgestaltigen Bogenschützen, dem großen Gebieter, vermag niemand standzuhalten, wenn er sich vorn aufstellt; denn kein Wesen ist ihm gleich in den drei Welten. Schon durch den bloßen Geruch seines Zorns im Kampf werden die Feinde besinnungslos, meist getötet, sie zittern und fallen.
Wort für Wort
droṇakarṇakṛpaiḥ guptām
das von Droṇa, Karṇa und Kṛpa beschützte (Instr. Pl. m. / Akk. Sg. f.)
maheṣvāsaiḥ prahāribhiḥ
den großen, treffsicheren Bogenschützen (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m.)
kaḥ tām senām tadā pārtha
wer könnte jenes Heer damals, Pārtha (Interrog. Nom. Sg. m. / Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / Adv. / Vok. Sg. m.)
manasā api pradharṣayet
auch nur im Geiste angreifen (Instr. Sg. n. / Partikel / 3. Sg. Opt. Akt. von pra-dhṛṣ)
ṛte devān maheṣvāsāt
außer den Göttern, vor dem großen Bogenschützen (Präp. / Akk. Pl. m. / Abl. Sg. m.)
bahurūpān maheśvarāt
dem vielgestaltigen, dem großen Gebieter (Abl. Sg. m. / Abl. Sg. m.)
sthātum utsahate kaḥ cit
vermag jemand standzuhalten (Infinitiv / 3. Sg. Präs. Med. von ud-sah / Interrog. Nom. Sg. m. / Partikel)
na tasmin agrataḥ sthite
wenn er sich nicht vorn aufstellt [d.h. vermag niemand, wenn er sich vorn aufstellt] (Negation / Lok. Sg. m. / Adv. / Lok. Sg. m.)
na hi bhūtam samam tena
denn kein Wesen ist ihm gleich (Negation / Partikel / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Instr. Sg. m.)
triṣu lokeṣu vidyate
es gibt in den drei Welten (Lok. Pl. m. / Lok. Pl. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von vid)
gandhena api hi saṃgrāme
schon durch den bloßen Geruch im Kampf (Instr. Sg. m. / Partikel / Partikel / Lok. Sg. m.)
tasya kruddhasya śatravaḥ
seines Zorns die Feinde (Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m. / Nom. Pl. m.)
visaṃjñāḥ hatabhūyiṣṭhāḥ
besinnungslos, meist getötet (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
vepanti ca patanti ca
sie zittern und fallen (3. Pl. Präs. Akt. von vep / Partikel / 3. Pl. Präs. Akt. von pat / Partikel)
tasmai namas tu kurvanto devās tiṣṭhanti vai divi ye cānye mānavā loke ye ca svargajito narāḥ ye bhaktā varadaṃ devaṃ śivaṃ rudram umāpatim ananyabhāvena sadā sarveśaṃ samupāsate saṃgrāmeṣu jayaṃ prāpya pālayanti mahīm imām iha loke sukhaṃ prāpya te yānti paramāṃ gatim
Ihm Verehrung erweisend verweilen die Götter im Himmel, und auch andere Menschen in der Welt, und die Männer, die den Himmel gewonnen haben; wer ergeben dem Gott, dem Gewährer von Gaben, Śiva, Rudra, dem Gatten Umās, ohne Andersheit stets, dem Herrn über alle, dient, gewinnt Sieg in den Schlachten und beschützt diese Erde; nachdem sie in dieser Welt Glück erlangt haben, gelangen sie zum höchsten Ziel.
Wort für Wort
tasmai namaḥ tu kurvantaḥ
ihm Verehrung erweisend (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Partikel / Nom. Pl. m. Part. Präs.)
devāḥ tiṣṭhanti vai divi
verweilen die Götter im Himmel (Nom. Pl. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von sthā / Partikel / Lok. Sg. m.)
ye ca anye mānavāḥ loke
und andere Menschen in der Welt (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Lok. Sg. m.)
ye ca svargajitaḥ narāḥ
und die Männer, die den Himmel gewonnen haben (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
ye bhaktāḥ varadam devam
wer ergeben dem Gott, dem Gewährer von Gaben (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
śivam rudram umāpatim
Śiva, Rudra, dem Gatten Umās (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
ananyabhāvena sadā sarveśam
ohne Andersheit stets, dem Herrn über alle (Instr. Sg. m. / Adv. / Akk. Sg. m.)
samupāsate
dient (3. Pl. Präs. Med. von sam-upa-ās)
saṃgrāmeṣu jayam prāpya
in den Schlachten Sieg erlangend (Lok. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
pālayanti mahīm imām
beschützen sie diese Erde (3. Pl. Präs. Akt. von pāl / Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f.)
iha loke sukham prāpya
nachdem sie in dieser Welt Glück erlangt haben (Adv. / Lok. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
te yānti paramām gatim
gelangen sie zum höchsten Ziel (Nom. Pl. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von yā / Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1446_01, *1447_01) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
namaskuruṣva kaunteya tasmai śāntāya vai sadā rudrāya śitikaṇṭhāya kaniṣṭhāya suvarcase kapardine karālāya haryakṣṇe varadāya ca yāmyāyāvyaktakeśāya sadvṛtte śaṃkarāya ca
Erweise Verehrung, Sohn der Kuntī, stets jenem Friedvollen — Rudra, dem Weißhalsigen, dem Jüngsten, dem Glanzvollen, dem mit dem Zopf, dem Furchtbaren, dem mit den falkengleichen Augen, dem Gewährer von Gaben, dem Yama-gleichen, dem mit ungeordnetem Haar, dem von gutem Wandel, Śaṃkara —
Wort für Wort
namaskuruṣva kaunteya
erweise Verehrung, Sohn der Kuntī (Imp. 2. Sg. Med. von namas-kṛ / Vok. Sg. m.)
tasmai śāntāya vai sadā
stets jenem Friedvollen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel / Adv.)
rudrāya śitikaṇṭhāya
Rudra, dem Weißhalsigen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
kaniṣṭhāya suvarcase
dem Jüngsten, dem Glanzvollen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
kapardine karālāya
dem mit dem Zopf, dem Furchtbaren (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
haryakṣṇe varadāya ca
dem mit falkengleichen Augen, dem Gewährer von Gaben (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
yāmyāya avyaktakeśāya
dem Yama-gleichen, dem mit ungeordnetem Haar (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
sadvṛtte śaṃkarāya ca
dem von gutem Wandel, Śaṃkara (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
[Anm.: Hier beginnt eine lange Reihe von Verehrungsformeln (Namaskāra) an Rudra.]
kāmyāya harinetrāya sthāṇave puruṣāya ca harikeśāya muṇḍāya kṛśāyottaraṇāya ca bhāskarāya sutīrthāya devadevāya raṃhase bahurūpāya śarvāya priyāya priyavāsase
dem Begehrenswerten, dem mit falkengelben Augen, dem Unbeweglichen (Sthāṇu), dem Manne, dem mit falbem Haar, dem Kahlköpfigen, dem Mageren, dem Überführer, dem Lichtbringer, dem an guter Furt, dem Gott der Götter, dem Geschwinden, dem Vielgestaltigen, Śarva, dem Lieben, dem in liebem Gewand —
Wort für Wort
kāmyāya harinetrāya
dem Begehrenswerten, dem mit falkengelben Augen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
sthāṇave puruṣāya ca
dem Unbeweglichen, dem Manne (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
harikeśāya muṇḍāya
dem mit falbem Haar, dem Kahlköpfigen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
kṛśāya uttaraṇāya ca
dem Mageren, dem Überführer (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
bhāskarāya sutīrthāya
dem Lichtbringer, dem an guter Furt (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
devadevāya raṃhase
dem Gott der Götter, dem Geschwinden (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
bahurūpāya śarvāya
dem Vielgestaltigen, Śarva (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
priyāya priyavāsase
dem Lieben, dem in liebem Gewand (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
uṣṇīṣiṇe suvaktrāya sahasrākṣāya mīḍhuṣe namo vṛkṣāya senānye madhyamāya namo namaḥ giriśāya praśāntāya pataye cīravāsase
dem mit dem Turban, dem Schönmündigen, dem Tausendäugigen, dem Freigebigen — Verehrung dem Baum, dem Heerführer, dem Mittleren, Verehrung, Verehrung! — dem Bergbewohner, dem überaus Friedvollen, dem Herrn, dem in Rindenkleidung —
Wort für Wort
uṣṇīṣiṇe suvaktrāya
dem mit dem Turban, dem Schönmündigen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
sahasrākṣāya mīḍhuṣe
dem Tausendäugigen, dem Freigebigen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
namaḥ vṛkṣāya senānye
Verehrung dem Baum, dem Heerführer (Akk. Sg. n. / Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
madhyamāya namaḥ namaḥ
dem Mittleren, Verehrung, Verehrung (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
giriśāya praśāntāya
dem Bergbewohner, dem überaus Friedvollen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
pataye cīravāsase
dem Herrn, dem in Rindenkleidung (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1448_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
und dem Goldarmigen, dem Schrecklichen, dem Herrn der Himmelsrichtungen — Verehrung dem Herrn der Himmelsrichtungen, der Richtungselefanten und der Zeit — und Verehrung dem Herrn der Regenwolken, Verehrung dem Herrn der Wesen, dem Herrn der Waldbäume, und ebenso dem Herrn der Gewässer, dem mit Bäumen umhüllten Leib, dem Heerführer, dem Mittleren —
Wort für Wort
hiraṇyabāhave ca eva
und dem Goldarmigen (Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel)
ugrāya pataye diśām
dem Schrecklichen, dem Herrn der Himmelsrichtungen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Gen. Pl. f.)
diśām digdantinām ca eva
der Himmelsrichtungen und der Richtungselefanten (Gen. Pl. f. / Gen. Pl. m. / Partikel / Partikel)
dikkālapataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Richtungen und der Zeit (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
parjanyapataye ca eva
und dem Herrn der Regenwolken (Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel)
bhūtānām pataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Wesen (Gen. Pl. n. / Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
vṛkṣāṇām pataye ca eva
und dem Herrn der Bäume (Gen. Pl. m. / Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel)
apām ca pataye tathā
und ebenso dem Herrn der Gewässer (Gen. Pl. f. / Partikel / Dat. Sg. m. / Adv.)
vṛkṣaiḥ āvṛtakāyāya
dem mit Bäumen umhüllten Leib (Instr. Pl. m. / Dat. Sg. m.)
senānye madhyamāya ca
dem Heerführer, dem Mittleren (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1449_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
sruvahastāya devāya dhanvine bhārgavāya ca bahurūpāya viśvasya pataye cīravāsase sahasraśirase caiva sahasranayanāya ca sahasrabāhave caiva sahasracaraṇāya ca sahasrabāhvor upādāya namo 'saṃkhyeyakarmaṇe
dem mit dem Opferlöffel in der Hand, dem Gott, dem Bogenträger, dem Bhārgava, dem Vielgestaltigen, dem Herrn des Alls, dem in Rindenkleidung, dem Tausendhäuptigen, und dem Tausendäugigen, dem Tausendarmigen, und dem Tausendfüßigen — Verehrung dem, der die tausend Arme erhoben hat, dem von unzählbaren Taten.
Wort für Wort
sruvahastāya devāya
dem mit dem Opferlöffel in der Hand, dem Gott (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
dhanvine bhārgavāya ca
dem Bogenträger, dem Bhārgava (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
bahurūpāya viśvasya pataye
dem Vielgestaltigen, dem Herrn des Alls (Dat. Sg. m. / Gen. Sg. n. / Dat. Sg. m.)
cīravāsase
dem in Rindenkleidung (Dat. Sg. m.)
sahasraśirase ca eva
und dem Tausendhäuptigen (Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel)
sahasranayanāya ca
und dem Tausendäugigen (Dat. Sg. m. / Partikel)
sahasrabāhave ca eva
und dem Tausendarmigen (Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel)
sahasracaraṇāya ca
und dem Tausendfüßigen (Dat. Sg. m. / Partikel)
sahasrabāhvoḥ upādāya
der die tausend Arme erhoben hat (Gen. Du. m. / Absolutiv)
namaḥ asaṃkhyeyakarmaṇe
Verehrung dem von unzählbaren Taten (Akk. Sg. n. / Dat. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1450_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
Zuflucht nehmend, Sohn der Kuntī, bei dem Gewährer von Gaben, dem Herrscher der Welten, dem Gatten Umās, dem Ungleichäugigen, dem Vernichter von Dakṣas Opfer, dem ungestörten Herrn der Geschöpfe, dem unvergänglichen Herrn der Wesen —
Wort für Wort
śaraṇam prāpya kaunteya
Zuflucht nehmend, Sohn der Kuntī (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Vok. Sg. m.)
varadam bhuvaneśvaram
bei dem Gewährer von Gaben, dem Herrscher der Welten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
umāpatim virūpākṣam
dem Gatten Umās, dem Ungleichäugigen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
dakṣayajñanibarhaṇam
dem Vernichter von Dakṣas Opfer (Akk. Sg. m.)
prajānām patim avyagram
dem ungestörten Herrn der Geschöpfe (Gen. Pl. f. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
bhūtānām patim avyayam
dem unvergänglichen Herrn der Wesen (Gen. Pl. n. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
den mit dem Zopf, den vom Stier Umkreisten, den mit dem Stiernabel, den mit dem Stier im Banner, den Stierstolzen, den Stierherrn, den mit den Stierhörnern, den Stierbesten, den mit dem Stierzeichen, den Stier-Großmütigen, den Stier, den Stieräugigen, den mit der Stierwaffe, den mit dem Stierpfeil, den zum Stier Gewordenen, den großen Gebieter —
Wort für Wort
kapardinam vṛṣāvartam
den mit dem Zopf, den vom Stier Umkreisten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣanābham vṛṣadhvajam
den mit dem Stiernabel, den mit dem Stier im Banner (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣadarpam vṛṣapatim
den Stierstolzen, den Stierherrn (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣaśṛṅgam vṛṣarṣabham
den mit den Stierhörnern, den Stierbesten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣāṅkam vṛṣabhodāram
den mit dem Stierzeichen, den Stier-Großmütigen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣabham vṛṣabhekṣaṇam
den Stier, den Stieräugigen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣāyudham vṛṣaśaram
den mit der Stierwaffe, den mit dem Stierpfeil (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vṛṣabhūtam maheśvaram
den zum Stier Gewordenen, den großen Gebieter (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
den Dickbäuchigen, den von großem Leib, den im Pantherfell Wohnenden, den Herrn der Welt, den Gewährer von Gaben, den Kahlköpfigen, den dem Brahman Zugetanen, den den Brahmanen Lieben, den mit dem Dreizack in der Hand, den Gewährer von Gaben, den Schwert und Schild Tragenden, den Gebieter —
Wort für Wort
mahodaram mahākāyam
den Dickbäuchigen, den von großem Leib (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
dvīpicarmanivāsinam
den im Pantherfell Wohnenden (Akk. Sg. m.)
lokeśam varadam muṇḍam
den Herrn der Welt, den Gewährer von Gaben, den Kahlköpfigen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
brahmaṇyam brāhmaṇapriyam
den dem Brahman Zugetanen, den den Brahmanen Lieben (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
triśūlapāṇim varadam
den mit dem Dreizack in der Hand, den Gewährer von Gaben (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
khaḍgacarmadharam prabhum
den Schwert und Schild Tragenden, den Gebieter (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
den Träger des Pināka-Bogens, den mit der geschliffenen Axt, den Herrn der Welten, den Gebieter, den mit dem Köcher, die Axt in der Hand, den Erleuchter der Dharmas — ich nehme Zuflucht bei dem Gott, der Zuflucht gewährt, dem in Rindenkleidung.
Wort für Wort
pinākinam khaṇḍaparaśum
den Träger des Pināka-Bogens, den mit der geschliffenen Axt (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
lokānām patim īśvaram
den Herrn der Welten, den Gebieter (Gen. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
niṣaṅginam paraśuhastam
den mit dem Köcher, die Axt in der Hand (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
dharmāṇām ca prakāśakam
und den Erleuchter der Dharmas (Gen. Pl. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
prapadye śaraṇam devam
ich nehme Zuflucht bei dem Gott (1. Sg. Präs. Med. von pra-pad / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
śaraṇyam cīravāsasam
der Zuflucht gewährt, dem in Rindenkleidung (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1451_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
namas tasmai sureśāya yasya vaiśravaṇaḥ sakhā suvāsase namo nityaṃ suvratāya sudhanvine ugrāyudhāya devāya suvratāya bhavāya ca
Verehrung jenem Herrn der Götter, dessen Freund Vaiśravaṇa (Kubera) ist; Verehrung stets dem in guter Kleidung, dem von gutem Gelübde, dem guten Bogenträger, dem mit der schrecklichen Waffe, dem Gott, dem von gutem Gelübde, Bhava —
Wort für Wort
namaḥ tasmai sureśāya
Verehrung jenem Herrn der Götter (Akk. Sg. n. / Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
yasya vaiśravaṇaḥ sakhā
dessen Freund Vaiśravaṇa ist (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
suvāsase namaḥ nityam
Verehrung stets dem in guter Kleidung (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Adv.)
suvratāya sudhanvine
dem von gutem Gelübde, dem guten Bogenträger (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
ugrāyudhāya devāya
dem mit der schrecklichen Waffe, dem Gott (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
suvratāya bhavāya ca
dem von gutem Gelübde, Bhava (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1452_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
sruvahastāya devāya sukhadhanvāya dhanvine dhanvantarāya dhanuṣe dhanvācāryāya dhanvine ugrāyudhāya devāya namaḥ suravarāya ca namo 'stu bahurūpāya namaś ca bahudhanvine
dem mit dem Opferlöffel in der Hand, dem Gott, dem mit dem guten Bogen, dem Bogenträger, dem Bogen-Meister (Dhanvantari), dem Bogen, dem Bogenlehrer, dem Bogenträger — Verehrung dem mit der schrecklichen Waffe, dem Gott, dem besten der Götter, Verehrung sei dem Vielgestaltigen, und Verehrung dem mit vielen Bögen —
Wort für Wort
sruvahastāya devāya
dem mit dem Opferlöffel in der Hand, dem Gott (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
sukhadhanvāya dhanvine
dem mit dem guten Bogen, dem Bogenträger (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
dhanvantarāya dhanuṣe
dem Bogen-Meister, dem Bogen (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. n.)
dhanvācāryāya dhanvine
dem Bogenlehrer, dem Bogenträger (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
ugrāyudhāya devāya namaḥ
Verehrung dem mit der schrecklichen Waffe, dem Gott (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
suravarāya ca
und dem besten der Götter (Dat. Sg. m. / Partikel)
namaḥ astu bahurūpāya
Verehrung sei dem Vielgestaltigen (Akk. Sg. n. / Imp. 3. Sg. Akt. von as / Dat. Sg. m.)
namaḥ ca bahudhanvine
und Verehrung dem mit vielen Bögen (Akk. Sg. n. / Partikel / Dat. Sg. m.)
namo 'stu sthāṇave nityaṃ suvratāya sudhanvine namo 'stu tripuraghnāya bhagaghnāya ca vai namaḥ vanaspatīnāṃ pataye narāṇāṃ pataye namaḥ mātṝṇāṃ pataye caiva gaṇānāṃ pataye namaḥ apāṃ ca pataye nityaṃ yajñānāṃ pataye namaḥ
Verehrung sei stets dem Unbeweglichen, dem von gutem Gelübde, dem guten Bogenträger, Verehrung sei dem Vernichter der drei Burgen (Tripura), und Verehrung dem Vernichter Bhagas — Verehrung dem Herrn der Waldbäume, dem Herrn der Menschen, Verehrung dem Herrn der Mütter und dem Herrn der Scharen, Verehrung stets dem Herrn der Gewässer, dem Herrn der Opfer —
Wort für Wort
namaḥ astu sthāṇave nityam
Verehrung sei stets dem Unbeweglichen (Akk. Sg. n. / Imp. 3. Sg. Akt. von as / Dat. Sg. m. / Adv.)
suvratāya sudhanvine
dem von gutem Gelübde, dem guten Bogenträger (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
namaḥ astu tripuraghnāya
Verehrung sei dem Vernichter der drei Burgen (Akk. Sg. n. / Imp. 3. Sg. Akt. von as / Dat. Sg. m.)
bhagaghnāya ca vai namaḥ
und Verehrung dem Vernichter Bhagas (Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel / Akk. Sg. n.)
vanaspatīnām pataye
dem Herrn der Waldbäume (Gen. Pl. m. / Dat. Sg. m.)
narāṇām pataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Menschen (Gen. Pl. m. / Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
mātṝṇām pataye ca eva
und dem Herrn der Mütter (Gen. Pl. f. / Dat. Sg. m. / Partikel / Partikel)
gaṇānām pataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Scharen (Gen. Pl. m. / Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
apām ca pataye nityam
und stets dem Herrn der Gewässer (Gen. Pl. f. / Partikel / Dat. Sg. m. / Adv.)
yajñānām pataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Opfer (Gen. Pl. m. / Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1453_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
na surā nāsurā loke na gandharvā na rākṣasāḥ sukham edhanti kupite tasminn api guhāgatāḥ
Weder Götter noch Asuras in der Welt, weder Gandharvas noch Rākṣasas gedeihen in Glück, wenn er erzürnt ist, selbst wenn sie sich in Höhlen verborgen haben.
Wort für Wort
na surāḥ na asurāḥ loke
weder Götter noch Asuras in der Welt (Negation / Nom. Pl. m. / Negation / Nom. Pl. m. / Lok. Sg. m.)
na gandharvāḥ na rākṣasāḥ
weder Gandharvas noch Rākṣasas (Negation / Nom. Pl. m. / Negation / Nom. Pl. m.)
sukham edhanti kupite tasmin
gedeihen in Glück, wenn er erzürnt ist (Akk. Sg. n., adv. / 3. Pl. Präs. Akt. von edh / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
api guhāgatāḥ
selbst wenn sie sich in Höhlen verborgen haben (Partikel / Nom. Pl. m.)
dakṣasya yajamānasya vidhivat saṃbhṛtaṃ purā vivyādha kupito yajñaṃ nirbhayas tu bhavas tadā dhanuṣā bāṇam utsṛjya saghoṣaṃ vinanāda ca
Das einst regelrecht bereitete Opfer des opfernden Dakṣa durchbohrte der zornige, doch furchtlose Bhava damals, mit dem Bogen einen Pfeil abschießend, und brüllte mit Getöse.
Wort für Wort
dakṣasya yajamānasya
des opfernden Dakṣa (Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
vidhivat saṃbhṛtam purā
einst regelrecht bereitet (Adv. / Akk. Sg. n. / Adv.)
vivyādha kupitaḥ yajñam
durchbohrte der zornige das Opfer (3. Sg. Perf. Akt. von vyadh / Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
nirbhayaḥ tu bhavaḥ tadā
doch der furchtlose Bhava damals (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Adv.)
dhanuṣā bāṇam utsṛjya
mit dem Bogen einen Pfeil abschießend (Instr. Sg. n. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
saghoṣam vinanāda ca
und brüllte mit Getöse (Akk. Sg. m., adv. / 3. Sg. Perf. Akt. von vi-nad / Partikel)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1454_01) wird mit dem Hauptvers verbunden; hier beginnt die Erzählung von Rudras Zerstörung von Dakṣas Opfer.]
te na śarma kutaḥ śāntiṃ lebhire sma surās tadā vidrute sahasā yajñe kupite ca maheśvare tena jyātalaghoṣeṇa sarve lokāḥ samākulāḥ babhūvur vaśagāḥ pārtha nipetuś ca surāsurāḥ
Sie, die Götter, fanden damals weder Schutz noch Ruhe, als das Opfer plötzlich zerstob und der große Gebieter zornig war; durch jenen Klang der Bogensehne und der Handfläche gerieten alle Welten in Aufruhr, wurden ihm untertan, Pārtha, und Götter wie Asuras stürzten nieder.
Wort für Wort
te na śarma kutaḥ śāntim
sie weder Schutz noch Ruhe (Nom. Pl. m. / Negation / Akk. Sg. n. / Interrog. / Akk. Sg. f.)
lebhire sma surāḥ tadā
fanden damals die Götter (3. Pl. Perf. Med. von labh / Partikel / Nom. Pl. m. / Adv.)
vidrute sahasā yajñe
als das Opfer plötzlich zerstob (Lok. Sg. m. / Adv. / Lok. Sg. m.)
kupite ca maheśvare
und der große Gebieter zornig war (Lok. Sg. m. / Partikel / Lok. Sg. m.)
tena jyātalaghoṣeṇa
durch jenen Klang der Bogensehne und der Handfläche (Instr. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
sarve lokāḥ samākulāḥ
gerieten alle Welten in Aufruhr (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
babhūvuḥ vaśagāḥ pārtha
wurden untertan, Pārtha (3. Pl. Perf. Akt. von bhū / Nom. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
nipetuḥ ca surāsurāḥ
und Götter wie Asuras stürzten nieder (3. Pl. Perf. Akt. von ni-pat / Partikel / Nom. Pl. m.)
āpaś cukṣubhire sarvāś cakampe ca vasuṃdharā parvatāś ca vyaśīryanta diśo nāgāś ca mohitāḥ andhāś ca tamasā lokā na prakāśanta saṃvṛtāḥ jaghnivān saha sūryeṇa sarveṣāṃ jyotiṣāṃ prabhāḥ
Alle Gewässer wurden aufgewühlt, und die Erde erbebte, die Berge zerbarsten, die Himmelsrichtungen und die Schlangen wurden verwirrt; von Finsternis geblendet, leuchteten die verhüllten Welten nicht mehr; er hatte zusammen mit der Sonne den Glanz aller Lichter geschlagen.
Wort für Wort
āpaḥ cukṣubhire sarvāḥ
alle Gewässer wurden aufgewühlt (Nom. Pl. f. / 3. Pl. Perf. Pass. von kṣubh / Nom. Pl. f.)
cakampe ca vasuṃdharā
und die Erde erbebte (3. Sg. Perf. Med. von kamp / Partikel / Nom. Sg. f.)
parvatāḥ ca vyaśīryanta
die Berge zerbarsten (Nom. Pl. m. / Partikel / 3. Pl. Impf. Pass. von vi-śṝ)
diśaḥ nāgāḥ ca mohitāḥ
die Himmelsrichtungen und die Schlangen wurden verwirrt (Nom. Pl. f. / Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
andhāḥ ca tamasā lokāḥ
von Finsternis geblendet die Welten (Nom. Pl. m. / Partikel / Instr. Sg. n. / Nom. Pl. m.)
na prakāśanta saṃvṛtāḥ
leuchteten nicht mehr, verhüllt (Negation / 3. Pl. Impf. Med. von pra-kāś / Nom. Pl. m.)
jaghnivān saha sūryeṇa
hatte zusammen mit der Sonne geschlagen (Nom. Sg. m. Part. Perf. / Präp. / Instr. Sg. m.)
sarveṣām jyotiṣām prabhāḥ
den Glanz aller Lichter (Gen. Pl. n. / Gen. Pl. n. / Akk. Pl. f.)
cukruśur bhayabhītāś ca śāntiṃ cakrus tathaiva ca ṛṣayaḥ sarvabhūtānām ātmanaś ca sukhaiṣiṇaḥ pūṣāṇam abhyadravata śaṃkaraḥ prahasann iva puroḍāśaṃ bhakṣayato daśanān vai vyaśātayat
Von Furcht erschreckt schrien sie auf, und ebenso stifteten die Weisen Frieden, die das Wohl aller Wesen und ihr eigenes suchten. Śaṃkara stürmte, wie lachend, auf Pūṣan los und schlug ihm, während er den Opferkuchen verzehrte, die Zähne aus.
Wort für Wort
cukruśuḥ bhayabhītāḥ ca
von Furcht erschreckt schrien sie auf (3. Pl. Perf. Akt. von kruś / Nom. Pl. m. / Partikel)
śāntim cakruḥ tathā eva ca
und ebenso stifteten sie Frieden (Akk. Sg. f. / 3. Pl. Perf. Akt. von kṛ / Adv. / Partikel / Partikel)
ṛṣayaḥ sarvabhūtānām
die Weisen aller Wesen (Nom. Pl. m. / Gen. Pl. n.)
ātmanaḥ ca sukhaiṣiṇaḥ
und ihr eigenes Wohl suchend (Gen. Sg. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
pūṣāṇam abhyadravata
stürmte auf Pūṣan los (Akk. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Med. von abhi-dru)
śaṃkaraḥ prahasan iva
Śaṃkara, wie lachend (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. Part. Präs. / Konj.)
puroḍāśam bhakṣayataḥ
während er den Opferkuchen verzehrte (Akk. Sg. m. / Gen. Sg. m. Part. Präs.)
daśanān vai vyaśātayat
schlug er ihm die Zähne aus (Akk. Pl. m. / Partikel / 3. Sg. Impf. Kaus. Akt. von vi-śad)
tato niścakramur devā vepamānā natāḥ sma tam punaś ca saṃdadhe dīptaṃ devānāṃ niśitaṃ śaram sadhūmavisphuliṅgābhaṃ vidyuttoyadasaṃnibham taṃ dṛṣṭvā tu surāḥ sarve praṇipatya maheśvaram rudrasya yajñabhāgaṃ ca viśiṣṭaṃ te nv akalpayan bhayena tridaśā rājañ śaraṇaṃ ca prapedire
Da traten die Götter zitternd hervor und verneigten sich vor ihm; und er legte erneut den leuchtenden, scharfen Pfeil der Götter an, rauchig und funkensprühend, dem Blitz und der Regenwolke gleich. Als sie ihn sahen, warfen sich alle Götter vor dem großen Gebieter nieder; sie bestimmten Rudra fortan einen besonderen Opferanteil, und aus Furcht nahmen die dreißig Götter, o König, Zuflucht bei ihm.
Wort für Wort
tataḥ niścakramuḥ devāḥ
da traten die Götter hervor (Adv. / 3. Pl. Perf. Akt. von nis-kram / Nom. Pl. m.)
vepamānāḥ natāḥ sma tam
zitternd verneigten sie sich vor ihm (Nom. Pl. m. Part. Präs. / Nom. Pl. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
punaḥ ca saṃdadhe dīptam
und erneut legte er den leuchtenden an (Adv. / Partikel / 3. Sg. Perf. Med. von sam-dhā / Akk. Sg. m.)
devānām niśitam śaram
der Götter scharfen Pfeil (Gen. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
sadhūmavisphuliṅgābham
rauchig und funkensprühend (Akk. Sg. m.)
vidyuttoyadasaṃnibham
dem Blitz und der Regenwolke gleich (Akk. Sg. m.)
tam dṛṣṭvā tu surāḥ sarve
als sie ihn sahen, alle Götter (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
praṇipatya maheśvaram
sich vor dem großen Gebieter niederwerfend (Absolutiv / Akk. Sg. m.)
rudrasya yajñabhāgam ca
und Rudras Opferanteil (Gen. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Partikel)
viśiṣṭam te nu akalpayan
bestimmten sie fortan als besonderen (Akk. Sg. m. / Nom. Pl. m. / Partikel / 3. Pl. Impf. Kaus. Akt. von kḷp)
bhayena tridaśā rājan
aus Furcht die dreißig Götter, o König (Instr. Sg. n. / Nom. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
śaraṇam ca prapedire
und nahmen Zuflucht (Akk. Sg. n. / Partikel / 3. Pl. Perf. Med. von pra-pad)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1455_01–02) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
tena caivātikopena sa yajñaḥ saṃdhitas tadā yattāś cāpi surā āsan yattāś cādyāpi taṃ prati
Durch jenen übergroßen Zorn wurde jenes Opfer damals wiederhergestellt; achtsam waren die Götter damals, und achtsam sind sie ihm gegenüber noch heute.
Wort für Wort
tena ca eva atikopena
durch jenen übergroßen Zorn (Instr. Sg. m. / Partikel / Partikel / Instr. Sg. m.)
sa yajñaḥ saṃdhitaḥ tadā
jenes Opfer wurde damals wiederhergestellt (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv.)
yattāḥ ca api surāḥ āsan
achtsam waren auch die Götter (Nom. Pl. m. / Partikel / Partikel / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Impf. Akt. von as)
yattāḥ ca adya api tam prati
und achtsam sind sie ihm gegenüber noch heute (Nom. Pl. m. / Partikel / Adv. / Partikel / Akk. Sg. m. / Präp.)
asurāṇāṃ purāṇy āsaṃs trīṇi vīryavatāṃ divi āyasaṃ rājataṃ caiva sauvarṇam aparaṃ mahat āyasaṃ tārakākṣasya kamalākṣasya rājatam sauvarṇaṃ paramaṃ hy āsīd vidyunmālina eva ca
Der kraftvollen Asuras gab es drei Burgen im Himmel: eine eiserne, eine silberne, und eine andere, große, goldene. Die eiserne gehörte Tārakākṣa, die silberne Kamalākṣa, und die überaus prächtige goldene gehörte Vidyunmālin.
Wort für Wort
asurāṇām purāṇi āsan
der Asuras Burgen gab es (Gen. Pl. m. / Nom. Pl. n. / 3. Pl. Impf. Akt. von as)
trīṇi vīryavatām divi
drei der kraftvollen im Himmel (Nom. Pl. n. / Gen. Pl. m. / Lok. Sg. m.)
āyasam rājatam ca eva
eine eiserne, eine silberne (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel / Partikel)
sauvarṇam aparam mahat
und eine andere, große, goldene (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
āyasam tārakākṣasya
die eiserne gehörte Tārakākṣa (Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m.)
kamalākṣasya rājatam
die silberne Kamalākṣa (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
sauvarṇam paramam hi āsīt
die überaus prächtige goldene war (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel / 3. Sg. Impf. Akt. von as)
vidyunmālinaḥ eva ca
eben Vidyunmālins (Gen. Sg. m. / Partikel / Partikel)
[Anm.: Hier beginnt die Erzählung von der Vernichtung der drei Dämonenburgen (Tripura) durch Rudra.]
te tam ūcur mahātmānaṃ sarve devāḥ savāsavāḥ brahmadattavarā hy ete ghorās tripuravāsinaḥ pīḍayanty adhikaṃ lokaṃ yasmāt te varadarpitāḥ tvad ṛte devadeveśa nānyaḥ śaktaḥ kathaṃ cana hantuṃ daityān mahādeva tvaṃ hantā ca suradviṣām rudra raudrā bhaviṣyanti paśavaḥ sarvakarmasu nipātayiṣyase cainān asurān bhuvaneśvara
Sie, alle Götter mit Vāsava (Indra), sprachen zu jenem Hochgesinnten: ‚Diese schrecklichen Bewohner der drei Burgen, von Brahmā mit Gaben beschenkt, bedrängen die Welt übermäßig, weil sie durch die Gaben übermütig geworden sind. Außer dir, o Herr der Götter der Götter, vermag niemand auf keine Weise die Daityas zu töten, großer Gott; du bist der Töter der Götterfeinde. Rudra, deine grimmigen [Diener] werden bei allen Werken die Opfertiere sein; du wirst diese Asuras niederstrecken, Herrscher der Welten.‘
Wort für Wort
te tam ūcuḥ mahātmānam
sie sprachen zu jenem Hochgesinnten (Nom. Pl. m. / Akk. Sg. m. / 3. Pl. Perf. Akt. von vac / Akk. Sg. m.)
sarve devāḥ savāsavāḥ
alle Götter mit Vāsava (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
brahmadattavarāḥ hi ete
diese sind von Brahmā mit Gaben beschenkt (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
ghorāḥ tripuravāsinaḥ
die schrecklichen Bewohner der drei Burgen (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
pīḍayanti adhikam lokam
sie bedrängen die Welt übermäßig (3. Pl. Präs. Akt. von pīḍ / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
yasmāt te varadarpitāḥ
weil sie durch die Gaben übermütig sind (Adv. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
tvat ṛte devadeveśa
außer dir, Herr der Götter der Götter (Abl. Sg. / Präp. / Vok. Sg. m.)
na anyaḥ śaktaḥ kathaṃ cana
niemand vermag auf keine Weise (Negation / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv.)
hantum daityān mahādeva
die Daityas zu töten, großer Gott (Infinitiv / Akk. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
tvam hantā ca suradviṣām
du bist der Töter der Götterfeinde (Nom. Sg. / Nom. Sg. m. / Partikel / Gen. Pl. m.)
rudra raudrāḥ bhaviṣyanti
Rudra, deine grimmigen werden sein (Vok. Sg. m. / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Fut. Akt. von bhū)
paśavaḥ sarvakarmasu
die Opfertiere bei allen Werken (Nom. Pl. m. / Lok. Pl. n.)
nipātayiṣyase ca enān
du wirst diese niederstrecken (2. Sg. Fut. Med. von ni-pat / Partikel / Akk. Pl. m.)
asurān bhuvaneśvara
die Asuras, Herrscher der Welten (Akk. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
[Anm.: Vier apparatus-Zeilen (*1456_01–04) werden mit dem Hauptvers verbunden; die Götter richten hier eine direkte, in Vyāsas Erzählung eingebettete Bitte an Rudra, mit SQ-Marken wiedergegeben.]
sa tathoktas tathety uktvā devānāṃ hitakāmyayā śalyam agniṃ ca vai kṛtvā puṅkhe somam apāṃ patim sa kṛtvā dhanur oṃkāraṃ sāvitrīṃ jyāṃ maheśvaraḥ hayāṃś ca caturo vedān sarvavedamayaṃ ratham prajāpatiṃ rathaśreṣṭhe viniyujya sa sārathim gandhamādanavindhyau ca kṛtvā vaṃśadhvajau haraḥ pṛthvīṃ sasāgaravanāṃ rathaṃ kṛtvā tu śaṃkaraḥ akṣaṃ kṛtvā tu nāgendraṃ śeṣaṃ nāgaṃ trilocanaḥ cakraṃ kṛtvā tu candrārkau devadevaḥ pinākadhṛk
So angesprochen, sprach er ‚so sei es‘, im Wunsch nach dem Wohl der Götter; er machte Agni zur Pfeilspitze und Soma, den Herrn der Gewässer, zur Pfeilkerbe; der große Gebieter machte die Silbe Oṃ zum Bogen und die Sāvitrī-Formel zur Bogensehne, und die vier Veden zu den Rossen, den ganz aus den Veden bestehenden Wagen; er setzte Prajāpati als Wagenlenker auf den besten der Wagen ein. Hara machte die Berge Gandhamādana und Vindhya zu den Bambusstangen des Banners; Śaṃkara aber machte die Erde mit ihren Ozeanen und Wäldern zum Wagen; der Dreiäugige machte den Schlangenfürsten Śeṣa zur Achse; der Gott der Götter, der Träger des Pināka, machte Mond und Sonne zu den Rädern —
Wort für Wort
sa tathā uktaḥ tathā iti uktvā
so angesprochen, „so sei es“ sagend (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m. / Adv. / Zitatpartikel / Absolutiv)
devānām hitakāmyayā
im Wunsch nach dem Wohl der Götter (Gen. Pl. m. / Instr. Sg. f.)
śalyam agnim ca vai kṛtvā
Agni zur Pfeilspitze machend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Partikel / Partikel / Absolutiv)
puṅkhe somam apām patim
Soma, den Herrn der Gewässer, zur Pfeilkerbe (Lok. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Gen. Pl. f. / Akk. Sg. m.)
sa kṛtvā dhanuḥ oṃkāram
er, die Silbe Oṃ zum Bogen machend (Nom. Sg. m. / Absolutiv / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
sāvitrīm jyām maheśvaraḥ
der große Gebieter die Sāvitrī zur Sehne (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / Nom. Sg. m.)
hayān ca caturaḥ vedān
und die vier Veden zu den Rossen (Akk. Pl. m. / Partikel / Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m.)
sarvavedamayam ratham
den ganz aus den Veden bestehenden Wagen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
prajāpatim rathaśreṣṭhe
Prajāpati auf den besten der Wagen (Akk. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
viniyujya sa sārathim
einsetzend als Wagenlenker (Absolutiv / Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
gandhamādanavindhyau ca
und die Berge Gandhamādana und Vindhya (Akk. Du. m. / Partikel)
kṛtvā vaṃśadhvajau haraḥ
zu den Bambusstangen des Banners machend, Hara (Absolutiv / Akk. Du. m. / Nom. Sg. m.)
pṛthvīm sasāgaravanām
die Erde mit ihren Ozeanen und Wäldern (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f.)
ratham kṛtvā tu śaṃkaraḥ
zum Wagen machend, Śaṃkara (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Partikel / Nom. Sg. m.)
akṣam kṛtvā tu nāgendram
zur Achse machend den Schlangenfürsten (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Partikel / Akk. Sg. m.)
śeṣam nāgam trilocanaḥ
die Schlange Śeṣa, der Dreiäugige (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
cakram kṛtvā tu candrārkau
zu den Rädern machend Mond und Sonne (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Partikel / Akk. Du. m.)
devadevaḥ pinākadhṛk
der Gott der Götter, der Träger des Pināka (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Vier apparatus-Zeilen (*1457_01–04) sowie vier weitere (@025_0001–0004) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier beginnt die Beschreibung von Rudras kosmischem Streitwagen zur Vernichtung der drei Burgen (Tripura).]
aṇī kṛtvailapatraṃ ca puṣpadantaṃ ca tryambakaḥ yūpaṃ kṛtvā ca malayam avanāhaṃ ca takṣakam yoktrāṅgāni ca catvāri kṛtvā śarvaḥ pratāpavān vedān kṛtvātha caturaś caturo 'śvān maheśvaraḥ upavedān khalīnāṃś ca kṛtvā lokatrayeśvaraḥ gāyatrīṃ pragrahaṃ kṛtvā sāvitrīṃ ca maheśvaraḥ kṛtvoṃkāraṃ pratodaṃ ca brahmāṇaṃ caiva sārathim gāṇḍīvaṃ mandaraṃ kṛtvā guṇaṃ kṛtvā ca vāsukim
Der Dreiäugige machte die Berge Elapatra und Puṣpadanta zu den Lünsen; er machte den Berg Malaya zum Opferpfahl und die Schlange Takṣaka zum Riemenwerk; der glutvolle Śarva machte die vier [Veden-Glieder] zu den Zugriemen; der große Gebieter machte darauf die vier Veden zu den vier Rossen; der Herrscher der drei Welten machte die Upavedas zu den Zügeln; der große Gebieter machte die Gāyatrī zum Zaumzeug und die Sāvitrī ebenso; er machte die Silbe Oṃ zur Peitsche und Brahmā zum Wagenlenker; er machte den Berg Mandara zum Gāṇḍīva-Bogen und die Schlange Vāsuki zur Sehne —
Wort für Wort
aṇī kṛtvā elapatram ca
die Lünsen machend, den Berg Elapatra (Akk. Du. f. / Absolutiv / Akk. Sg. m. / Partikel)
puṣpadantam ca tryambakaḥ
und den Berg Puṣpadanta, der Dreiäugige (Akk. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
yūpam kṛtvā ca malayam
und den Berg Malaya zum Opferpfahl machend (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Partikel / Akk. Sg. m.)
avanāham ca takṣakam
und die Schlange Takṣaka zum Riemenwerk (Akk. Sg. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
yoktrāṅgāni ca catvāri
und die vier Zugriemen-Glieder (Akk. Pl. n. / Partikel / Akk. Pl. n.)
kṛtvā śarvaḥ pratāpavān
machend, der glutvolle Śarva (Absolutiv / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
vedān kṛtvā atha caturaḥ
die vier Veden machend, darauf (Akk. Pl. m. / Absolutiv / Adv. / Akk. Pl. m.)
caturaḥ aśvān maheśvaraḥ
zu den vier Rossen, der große Gebieter (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
upavedān khalīnān ca
und die Upavedas zu den Zügeln (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Partikel)
kṛtvā lokatrayeśvaraḥ
machend, der Herrscher der drei Welten (Absolutiv / Nom. Sg. m.)
gāyatrīm pragraham kṛtvā
die Gāyatrī zum Zaumzeug machend (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
sāvitrīm ca maheśvaraḥ
und die Sāvitrī, der große Gebieter (Akk. Sg. f. / Partikel / Nom. Sg. m.)
kṛtvā oṃkāram pratodam ca
die Silbe Oṃ zur Peitsche machend (Absolutiv / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Partikel)
brahmāṇam ca eva sārathim
und Brahmā zum Wagenlenker (Akk. Sg. m. / Partikel / Partikel / Akk. Sg. m.)
gāṇḍīvam mandaram kṛtvā
den Berg Mandara zum Gāṇḍīva-Bogen machend (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
guṇam kṛtvā ca vāsukim
und die Schlange Vāsuki zur Sehne machend (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Partikel / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Acht apparatus-Zeilen (@025_0005–0012) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
Er machte Viṣṇu zum besten Pfeil, und ebenso Agni zur Pfeilspitze; er machte den Wind zu den beiden Federn und Yama, den Sohn des Vivasvant, zur Pfeilkerbe; er machte den Blitz zur Schärfe und den Berg Meru zum Banner. Śiva bestieg jenen göttlichen, ganz aus allen Göttern bestehenden Wagen, der Unbewegliche (Sthāṇu), der Beste der Kämpfer, zur Vernichtung der drei Burgen, der Vernichter der Asuras, der Glanzvolle, von unvergleichlicher Kraft; von den Göttern gepriesen, Pārtha, und von den Weisen, deren Reichtum Askese ist; der Gebieter, der die göttliche, unvergleichliche Stellung Maheśvaras einnahm, verharrte, zum Unbeweglichen geworden, tausend Jahre lang.
Wort für Wort
viṣṇum śarottamam kṛtvā
Viṣṇu zum besten Pfeil machend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
śalyam agnim tathā eva ca
und ebenso Agni zur Pfeilspitze (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Adv. / Partikel / Partikel)
vāyum kṛtvā atha vājābhyām
den Wind zu den beiden Federn machend (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Adv. / Instr. Du. m.)
puṅkhe vaivasvatam yamam
zur Pfeilkerbe Yama, den Sohn des Vivasvant (Lok. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vidyut kṛtvā atha niśrāṇam
den Blitz zur Schärfe machend (Akk. Sg. f. / Absolutiv / Adv. / Akk. Sg. n.)
merum kṛtvā atha vai dhvajam
den Berg Meru zum Banner machend (Akk. Sg. m. / Absolutiv / Adv. / Partikel / Akk. Sg. m.)
āruhya sa ratham divyam
jenen göttlichen Wagen besteigend (Absolutiv / Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
sarvadevamayam śivaḥ
ganz aus allen Göttern bestehend, Śiva (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
tripurasya vadhārthāya
zur Vernichtung der drei Burgen (Gen. Sg. n. / Dat. Sg. m.)
sthāṇuḥ praharatām varaḥ
der Unbewegliche, der Beste der Kämpfer (Nom. Sg. m. / Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
asurāṇām antakaraḥ
der Vernichter der Asuras (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
śrīmān atulavikramaḥ
der Glanzvolle, von unvergleichlicher Kraft (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
stūyamānaḥ suraiḥ pārtha
von den Göttern gepriesen, Pārtha (Nom. Sg. m. / Instr. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
ṛṣibhiḥ ca tapodhanaiḥ
und von den Weisen, deren Reichtum Askese ist (Instr. Pl. m. / Partikel / Instr. Pl. m.)
sthānam māheśvaram kṛtvā
die Stellung Maheśvaras einnehmend (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
divyam apratimam prabhuḥ
der göttliche, unvergleichliche Gebieter (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
atiṣṭhat sthāṇubhūtaḥ
verharrte, zum Unbeweglichen geworden (3. Sg. Impf. Akt. von sthā / Nom. Sg. m.)
sa sahasram parivatsarān
er tausend Jahre lang (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. n., adv. / Akk. Pl. m., adv.)
[Anm.: Acht weitere apparatus-Zeilen (@025_0013–0020) werden mit dem Hauptvers verbunden; damit endet die Beschreibung von Rudras Streitwagen.]
yadā trīṇi sametāni antarikṣe purāṇi vai triparvaṇā triśalyena tena tāni bibheda saḥ purāṇi na ca taṃ śekur dānavāḥ prativīkṣitum śaraṃ kālāgnisaṃyuktaṃ viṣṇusomasamāyutam
Als die drei Burgen im Luftraum zusammentrafen, durchbohrte er sie mit jenem dreigliedrigen, dreispitzigen Pfeil; und die Dānavas vermochten die Burgen nicht mehr anzublicken, als er den mit dem Feuer der Zeit verbundenen, mit Viṣṇu und Soma vereinten Pfeil abschoss.
Wort für Wort
yadā trīṇi sametāni
als die drei zusammentrafen (Adv. / Nom. Pl. n. / Nom. Pl. n.)
antarikṣe purāṇi vai
im Luftraum die Burgen (Lok. Sg. n. / Nom. Pl. n. / Partikel)
triparvaṇā triśalyena
mit jenem dreigliedrigen, dreispitzigen (Instr. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
tena tāni bibheda saḥ
durchbohrte er sie damit (Instr. Sg. m. / Akk. Pl. n. / 3. Sg. Perf. Akt. von bhid / Nom. Sg. m.)
purāṇi na ca tam śekuḥ
und die Burgen vermochten ihn nicht (Akk. Pl. n. / Negation / Partikel / Akk. Sg. m. / 3. Pl. Perf. Akt. von śak)
dānavāḥ prativīkṣitum
die Dānavas anzublicken (Nom. Pl. m. / Infinitiv)
śaram kālāgnisaṃyuktam
den mit dem Feuer der Zeit verbundenen Pfeil (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
Die Göttin (Umā) ging, ihn, der die Burgen verbrannt hatte, zu betrachten; der kraftvolle, erhabene Śambhu schoss, die Burgen anvisierend, den Pfeil ab. Da wurden die Daityas, o Hochgesinnter, mit ihren Söhnen und ihrem Besitz, die bösgesinnten, zu Asche und wurden in der Dreifachburg einst zerschlagen. Nachdem er die Daityas getötet hatte, wurde der große Gott von allen Göttern geehrt und von den Weisen gepriesen und gelangte zu höchster Freude. Da begannen Brahmā zusammen mit den Göttern, angeführt von Bṛhaspati, einen Lobpreis anzustimmen, als der Palast der Dreifachburg zerschlagen war.
Wort für Wort
purāṇi dagdhavantam tam
ihn, der die Burgen verbrannt hatte (Akk. Pl. n. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
devī yātā pravīkṣitum
die Göttin ging, zu betrachten (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Infinitiv)
mumoca bhagavān śaṃbhuḥ
schoss ab der erhabene Śambhu (3. Sg. Perf. Akt. von muc / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
purāṇi ādiśya vīryavān
die Burgen anvisierend, der Kraftvolle (Akk. Pl. n. / Absolutiv / Nom. Sg. m.)
tataḥ daityāḥ mahābhāga
da die Daityas, o Hochgesinnter (Adv. / Nom. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
saputrāḥ saparigrahāḥ
mit ihren Söhnen und ihrem Besitz (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
bhasmībhūtāḥ durātmānaḥ
die bösgesinnten wurden zu Asche (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
bhinnāḥ ca tripure purā
und wurden in der Dreifachburg einst zerschlagen (Nom. Pl. m. / Partikel / Lok. Sg. n. / Adv.)
hatvā daityān mahādevaḥ
nachdem der große Gott die Daityas getötet hatte (Absolutiv / Akk. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
sarvadevaiḥ sabhājitaḥ
von allen Göttern geehrt (Instr. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
ṛṣibhiḥ saṃstutaḥ ca eva
und von den Weisen gepriesen (Instr. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel)
parām mudam upāgamat
gelangte zu höchster Freude (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / 3. Sg. Impf. Akt. von upa-gam)
tataḥ brahmā suraiḥ sārdham
da Brahmā zusammen mit den Göttern (Adv. / Nom. Sg. m. / Instr. Pl. m. / Präp.)
bṛhaspatipurogamaiḥ
angeführt von Bṛhaspati (Instr. Pl. m.)
stutim ārebhire kartum
begannen einen Lobpreis anzustimmen (Akk. Sg. f. / 3. Pl. Perf. Med. von ā-rabh / Infinitiv)
bhinne tripuramandire
als der Palast der Dreifachburg zerschlagen war (Lok. Sg. n. / Lok. Sg. n.)
[Anm.: Acht apparatus-Zeilen (*1458_01, *1459_01–07) werden mit dem Hauptvers verbunden; damit endet die Tripura-Episode.]
bālam aṅkagataṃ kṛtvā svayaṃ pañcaśikhaṃ punaḥ umā jijñāsamānā vai ko 'yam ity abravīt surān asūyataś ca śakrasya vajreṇa prahariṣyataḥ
Nachdem sie selbst wieder einen Knaben mit fünf Haarschöpfen auf ihrem Schoß erschaffen hatte, sprach Umā, die die Götter prüfen wollte, zu ihnen: ‚Wer ist dieser?‘ — während der neidische Śakra mit dem Blitz zuschlagen wollte.
Wort für Wort
bālam aṅkagatam kṛtvā
einen Knaben auf ihrem Schoß erschaffend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
svayam pañcaśikham punaḥ
selbst wieder mit fünf Haarschöpfen (Adv. / Akk. Sg. m. / Adv.)
umā jijñāsamānā vai
Umā, die prüfen wollte (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Partikel)
kaḥ ayam iti abravīt surān
'wer ist dieser', sprach sie zu den Göttern (Interrog. Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Zitatpartikel / 3. Sg. Impf. Akt. von brū / Akk. Pl. m.)
asūyataḥ ca śakrasya
und des neidischen Śakra (Gen. Sg. m. / Partikel / Gen. Sg. m.)
vajreṇa prahariṣyataḥ
der mit dem Blitz zuschlagen wollte (Instr. Sg. m. / Gen. Sg. m. Part. Fut.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1461_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
tataḥ saṃstambhitabhujaḥ śakro devagaṇair vṛtaḥ jagāma śaraṇaṃ tūrṇaṃ brahmāṇaṃ prabhum avyayam te taṃ praṇamya śirasā procuḥ prāñjalayas tadā kim apy aṅkagataṃ brahman pārvatyā bhūtam adbhutam bālarūpadharaṃ dṛṣṭvā nāsmābhis tac ca lakṣitam tasmāt tvāṃ praṣṭum icchāmo nirjitā yena vai vayam ayudhyatā hi bālena līlayā sapuraṃdarāḥ
Da ging Śakra, dessen Arm gelähmt war, umgeben von den Götterscharen, eilends als Zuflucht zu Brahmā, dem unvergänglichen Gebieter. Sie verneigten sich vor ihm mit dem Haupt und sprachen damals, die Hände gefaltet: ‚Was ist das Wesen, das wundersam auf Pārvatīs Schoß erschienen ist, Brahmane? Wir haben, obwohl wir die Kindergestalt sahen, dies nicht erkannt; darum wollen wir dich fragen, durch wen wir, mit Indra (Puraṃdara), besiegt wurden, der als Kind kämpfend, spielend, uns besiegte.‘
Wort für Wort
tataḥ saṃstambhitabhujaḥ
da, dessen Arm gelähmt war (Adv. / Nom. Sg. m.)
śakraḥ devagaṇaiḥ vṛtaḥ
Śakra, von den Götterscharen umgeben (Nom. Sg. m. / Instr. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
jagāma śaraṇam tūrṇam
ging eilends als Zuflucht (3. Sg. Perf. Akt. von gam / Akk. Sg. n. / Adv.)
brahmāṇam prabhum avyayam
zu Brahmā, dem unvergänglichen Gebieter (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
te tam praṇamya śirasā
sie, sich vor ihm mit dem Haupt verneigend (Nom. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv / Instr. Sg. n.)
procuḥ prāñjalayaḥ tadā
sprachen damals, die Hände gefaltet (3. Pl. Perf. Akt. von pra-vac / Nom. Pl. m. / Adv.)
kim api aṅkagatam brahman
was ist das auf dem Schoß erschienene, Brahmane (Interrog. / Partikel / Nom. Sg. n. / Vok. Sg. m.)
pārvatyā bhūtam adbhutam
das wundersame Wesen Pārvatīs (Gen. Sg. f. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
bālarūpadharam dṛṣṭvā
die Kindergestalt sehend (Akk. Sg. m. / Absolutiv)
na asmābhiḥ tat ca lakṣitam
haben wir dies nicht erkannt (Negation / Instr. Pl. / Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n.)
tasmāt tvām praṣṭum icchāmaḥ
darum wollen wir dich fragen (Adv. / Akk. Sg. / Infinitiv / 1. Pl. Präs. Akt. von iṣ)
nirjitāḥ yena vai vayam
durch wen wir besiegt wurden (Nom. Pl. m. / Instr. Sg. m. / Partikel / Nom. Pl.)
ayudhyatā hi bālena
der als Kind kämpfend (Instr. Sg. m. Part. Präs. / Partikel / Instr. Sg. m.)
līlayā sapuraṃdarāḥ
spielend, mit Indra (Instr. Sg. f. / Nom. Pl. m.)
[Anm.: Sieben apparatus-Zeilen (*1462_02–08) werden mit dem Hauptvers verbunden; die Götter richten hier eine in Vyāsas Erzählung eingebettete Frage an Brahmā, mit SQ-Marken wiedergegeben.]
teṣāṃ tad vacanaṃ śrutvā brahmā brahmavidāṃ varaḥ dhyātvā sa śaṃbhuṃ bhagavān bālaṃ cāmitatejasam uvāca bhagavān brahmā śakrādīṃś ca surottamān carācarasya jagataḥ prabhuḥ sa bhagavān haraḥ tasmāt parataraṃ nānyat kiṃ cid asti maheśvarāt yo dṛṣṭo hy umayā sārdhaṃ yuṣmābhir amitadyutiḥ sa pārvatyāḥ kṛte devaḥ kṛtavān bālarūpatām te mayā sahitā yūyaṃ prapadyadhvaṃ tam eva hi
Als er diese ihre Rede gehört hatte, dachte Brahmā, der Beste der Brahman-Kenner, über Śambhu und das Kind von unermesslicher Glut nach; da sprach der erhabene Brahmā zu Śakra und den anderen besten Göttern: ‚Er, der erhabene Hara, ist der Gebieter der beweglichen und unbeweglichen Welt; über den großen Gebieter hinaus gibt es nichts anderes Höheres. Der von euch zusammen mit Umā gesehene, von unermesslichem Glanz — jener Gott hat um Pārvatīs willen die Kindergestalt angenommen. Ihr sollt, zusammen mit mir, eben zu ihm Zuflucht nehmen.‘
Wort für Wort
teṣām tat vacanam śrutvā
als er diese ihre Rede gehört hatte (Gen. Pl. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
brahmā brahmavidām varaḥ
Brahmā, der Beste der Brahman-Kenner (Nom. Sg. m. / Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
dhyātvā sa śaṃbhum bhagavān
über Śambhu nachdenkend, der Erhabene (Absolutiv / Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
bālam ca amitatejasam
und das Kind von unermesslicher Glut (Akk. Sg. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
uvāca bhagavān brahmā
sprach der erhabene Brahmā (3. Sg. Perf. Akt. von vac / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
śakrādīn ca surottamān
zu Śakra und den anderen besten Göttern (Akk. Pl. m. / Partikel / Akk. Pl. m.)
carācarasya jagataḥ prabhuḥ
der Gebieter der beweglichen und unbeweglichen Welt (Gen. Sg. n. / Gen. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
sa bhagavān haraḥ
er, der erhabene Hara (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
tasmāt parataram na anyat
über ihn hinaus nichts anderes Höheres (Adv. / Nom. Sg. n. / Negation / Nom. Sg. n.)
kim cit asti maheśvarāt
gibt es, als den großen Gebieter (Nom. Sg. n. / Partikel / 3. Sg. Präs. Akt. von as / Abl. Sg. m.)
yaḥ dṛṣṭaḥ hi umayā sārdham
der zusammen mit Umā gesehen wurde (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Instr. Sg. f. / Präp.)
yuṣmābhiḥ amitadyutiḥ
von euch, von unermesslichem Glanz (Instr. Pl. / Nom. Sg. m.)
sa pārvatyāḥ kṛte devaḥ
jener Gott um Pārvatīs willen (Nom. Sg. m. / Gen. Sg. f. / Adv. / Nom. Sg. m.)
kṛtavān bālarūpatām
hat die Kindergestalt angenommen (Nom. Sg. m. Part. Perf. / Akk. Sg. f.)
te mayā sahitāḥ yūyam
ihr, zusammen mit mir (Nom. Pl. m. / Instr. Sg. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl.)
prapadyadhvam tam eva hi
nehmt eben zu ihm Zuflucht (Imp. 2. Pl. Med. von pra-pad / Akk. Sg. m. / Partikel / Partikel)
[Anm.: Acht weitere apparatus-Zeilen (*1462_09–16) werden mit dem Hauptvers verbunden; damit endet Brahmās in Vyāsas Erzählung eingebettete Antwort.]
sa eṣa bhagavān devaḥ sarvalokeśvaraḥ prabhuḥ evam uktā gatā devā yatra devo maheśvaraḥ athānyena svarūpeṇa brahmā dṛṣṭvā tam avyayam na saṃbubudhire cainaṃ devās taṃ bhuvaneśvaram saprajāpatayaḥ sarve bālārkasadṛśaprabham athābhyetya tato brahmā dṛṣṭvā ca sa maheśvaram ayaṃ śreṣṭha iti jñātvā vavande taṃ pitāmahaḥ
Er, dieser erhabene Gott, ist der Herrscher aller Welten, der Gebieter. So angesprochen, gingen die Götter dorthin, wo der Gott, der große Gebieter, war. Da erblickte Brahmā, in einer anderen Gestalt, ihn, den Unvergänglichen; die Götter erkannten ihn nicht, den Herrscher der Welten, alle zusammen mit den Prajāpatis, den der aufgehenden Sonne gleichenden Glanzes. Da trat Brahmā heran, und als er den großen Gebieter erblickt hatte, erkannte der Großvater (Pitāmaha), dass dieser der Beste sei, und verehrte ihn.
Wort für Wort
sa eṣa bhagavān devaḥ
er, dieser erhabene Gott (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sarvalokeśvaraḥ prabhuḥ
der Herrscher aller Welten, der Gebieter (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
evam uktāḥ gatāḥ devāḥ
so angesprochen gingen die Götter (Adv. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
yatra devaḥ maheśvaraḥ
dorthin, wo der Gott, der große Gebieter, war (Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
atha anyena svarūpeṇa
da in einer anderen Gestalt (Adv. / Instr. Sg. n. / Instr. Sg. n.)
brahmā dṛṣṭvā tam avyayam
Brahmā, ihn, den Unvergänglichen, erblickend (Nom. Sg. m. / Absolutiv / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
na saṃbubudhire ca enam
erkannten sie ihn nicht (Negation / 3. Pl. Perf. Med. von sam-budh / Partikel / Akk. Sg. m.)
devāḥ tam bhuvaneśvaram
die Götter, ihn, den Herrscher der Welten (Nom. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
saprajāpatayaḥ sarve
alle zusammen mit den Prajāpatis (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
bālārkasadṛśaprabham
den der aufgehenden Sonne gleichenden Glanzes (Akk. Sg. m.)
atha abhyetya tataḥ brahmā
da trat darauf Brahmā heran (Adv. / Absolutiv / Adv. / Nom. Sg. m.)
dṛṣṭvā ca sa maheśvaram
und den großen Gebieter erblickend (Absolutiv / Partikel / Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
ayam śreṣṭhaḥ iti jñātvā
erkennend, dass dieser der Beste sei (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Zitatpartikel / Absolutiv)
vavande tam pitāmahaḥ
verehrte ihn der Großvater (3. Sg. Perf. Med. von vand / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1463_01, *1464_01) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier beginnt eine weitere Episode, in der Brahmā Rudra in anderer Gestalt begegnet.]
‚Du bist das Opfer dieser Welt, du bist das Ziel, du bist die höchste Zuflucht; du bist Bhava, du bist der große Gott, du bist der Wohnsitz, der höchste Zustand; von dir ist all dies durchdrungen, die bewegliche und unbewegliche Welt. Erhabener, Herr des Vergangenen und Künftigen, Herr der Welt, Gebieter der Welt, erweise Śakra Gnade, der von deinem Zorn gepeinigt ist.‘
Wort für Wort
tvam yajñaḥ bhuvanasya asya
du bist das Opfer dieser Welt (Nom. Sg. / Nom. Sg. m. / Gen. Sg. n. / Gen. Sg. n.)
tvam gatiḥ tvam parāyaṇam
du bist das Ziel, du bist die höchste Zuflucht (Nom. Sg. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. / Nom. Sg. n.)
tvam bhavaḥ tvam mahādevaḥ
du bist Bhava, du bist der große Gott (Nom. Sg. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. / Nom. Sg. m.)
tvam dhāma paramam padam
du bist der Wohnsitz, der höchste Zustand (Nom. Sg. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
tvayā sarvam idam vyāptam
von dir ist all dies durchdrungen (Instr. Sg. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
jagat sthāvarajaṅgamam
die bewegliche und unbewegliche Welt (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
bhagavan bhūtabhavyeśa
Erhabener, Herr des Vergangenen und Künftigen (Vok. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
lokanātha jagatpate
Herr der Welt, Gebieter der Welt (Vok. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
prasādam kuru śakrasya
erweise Śakra Gnade (Akk. Sg. m. / Imp. 2. Sg. Akt. von kṛ / Gen. Sg. m.)
tvayā krodhārditasya vai
der von deinem Zorn gepeinigt ist (Instr. Sg. / Gen. Sg. m. / Partikel)
[Anm.: Hier spricht Brahmā ein in Vyāsas Erzählung eingebettetes Lobgebet zu Rudra, mit SQ-Marken wiedergegeben.]
Als er die Worte des Lotusgeborenen (Brahmā) gehört hatte, war der große Gebieter erfreut; er wurde der Gnade zugeneigt und lachte darauf laut auf.
Wort für Wort
padmayoneḥ vacaḥ śrutvā
die Worte des Lotusgeborenen gehört habend (Gen. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
tataḥ prītaḥ maheśvaraḥ
da war der große Gebieter erfreut (Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
prasādābhimukhaḥ bhūtvā
der Gnade zugeneigt werdend (Nom. Sg. m. / Absolutiv)
ca āṭṭahāsam atha akarot
und lachte darauf laut auf (Partikel / Akk. Sg. m., adv. / Adv. / 3. Sg. Impf. Akt. von kṛ)
[Anm.: Die im Quelltext an dieser Stelle (bei *1465_05) noch einmal eingeschobene Sprecherangabe „vyāsa uvāca“ wurde ausgelassen; Vyāsas fortlaufende Rede an Arjuna wird hierdurch nicht unterbrochen.]
teṣāṃ prasanno bhagavān sapatnīko vṛṣadhvajaḥ devānāṃ tridaśaśreṣṭho dakṣayajñavināśanaḥ sa vai rudraḥ sa ca śivaḥ so 'gniḥ śarvaḥ sa sarvavit sa cendraś caiva vāyuś ca so 'śvinau sa ca vidyutaḥ
Ihnen gegenüber gnädig gestimmt, der erhabene, mit seiner Gattin vereinte, mit dem Stier im Banner, der Beste der dreißig Götter, der Vernichter von Dakṣas Opfer — er ist wahrlich Rudra, und er ist Śiva, er ist Agni, Śarva, er, der Allwissende; er ist auch Indra und der Wind, er ist die beiden Aśvins, und er ist die Blitze.
Wort für Wort
teṣām prasannaḥ bhagavān
ihnen gegenüber gnädig, der Erhabene (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sapatnīkaḥ vṛṣadhvajaḥ
mit seiner Gattin vereint, mit dem Stier im Banner (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
devānām tridaśaśreṣṭhaḥ
der Beste der dreißig Götter (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
dakṣayajñavināśanaḥ
der Vernichter von Dakṣas Opfer (Nom. Sg. m.)
sa vai rudraḥ sa ca śivaḥ
er ist wahrlich Rudra, und er ist Śiva (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
saḥ agniḥ śarvaḥ sa sarvavit
er ist Agni, Śarva, er, der Allwissende (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sa ca indraḥ ca eva vāyuḥ ca
er ist auch Indra und der Wind (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel / Nom. Sg. m. / Partikel)
saḥ aśvinau sa ca vidyutaḥ
er ist die beiden Aśvins, und er ist die Blitze (Nom. Sg. m. / Nom. Du. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Pl. f.)
[Anm.: Hier beginnt die Reihe theologischer Identitätsaussagen (,er ist X, er ist Y‘).]
sa bhavaḥ sa ca parjanyo mahādevaḥ sa cānaghaḥ sa candramāḥ sa ceśānaḥ sa sūryo varuṇaś ca saḥ sa kālaḥ so 'ntako mṛtyuḥ sa yamo rātryahāni ca māsārdhamāsā ṛtavaḥ saṃdhye saṃvatsaraś ca saḥ
Er ist Bhava, und er ist Parjanya, der große Gott, und er ist der Sündenlose; er ist der Mond, und er ist Īśāna, er ist die Sonne und Varuṇa; er ist die Zeit, er ist Antaka (der Beender), der Tod, er ist Yama, Nacht und Tag, Monate, Halbmonate, die Jahreszeiten, die beiden Dämmerungen, und er ist das Jahr.
Wort für Wort
sa bhavaḥ sa ca parjanyaḥ
er ist Bhava, und er ist Parjanya (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
mahādevaḥ sa ca anaghaḥ
der große Gott, und er ist der Sündenlose (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
sa candramāḥ sa ca īśānaḥ
er ist der Mond, und er ist Īśāna (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
sa sūryaḥ varuṇaḥ ca saḥ
er ist die Sonne und Varuṇa (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
sa kālaḥ saḥ antakaḥ mṛtyuḥ
er ist die Zeit, er ist Antaka, der Tod (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sa yamaḥ rātryahāni ca
er ist Yama, Nacht und Tag (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Du. n. / Partikel)
māsārdhamāsāḥ ṛtavaḥ
Monate, Halbmonate, die Jahreszeiten (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
saṃdhye saṃvatsaraḥ ca saḥ
die beiden Dämmerungen, und er ist das Jahr (Nom. Du. f. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
sa ca dhātā vidhātā ca viśvātmā viśvakarmakṛt sarvāsāṃ devatānāṃ ca dhārayaty avapur vapuḥ sarvair devaiḥ stuto devaḥ saikadhā bahudhā ca saḥ śatadhā sahasradhā caiva tathā śatasahasradhā
Er ist der Schöpfer (Dhātṛ) und der Ordner (Vidhātṛ), das Selbst des Alls, der Werkmeister des Alls; und er trägt die Leiber aller Gottheiten als seinen eigenen körperlosen Leib. Von allen Göttern gepriesen, der Gott, ist er zugleich einfach und vielfach, hundertfach und tausendfach, und ebenso hunderttausendfach.
Wort für Wort
sa ca dhātā vidhātā ca
er ist der Schöpfer und der Ordner (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel)
viśvātmā viśvakarmakṛt
das Selbst des Alls, der Werkmeister des Alls (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sarvāsām devatānām ca
und aller Gottheiten (Gen. Pl. f. / Gen. Pl. f. / Partikel)
dhārayati avapuḥ vapuḥ
trägt er als körperlosen Leib den Leib (3. Sg. Präs. Akt. von dhṛ / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
sarvaiḥ devaiḥ stutaḥ devaḥ
von allen Göttern gepriesen, der Gott (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
saikadhā bahudhā ca saḥ
ist er zugleich einfach und vielfach (Adv. / Adv. / Partikel / Nom. Sg. m.)
śatadhā sahasradhā ca eva
hundertfach und tausendfach (Adv. / Adv. / Partikel / Partikel)
dve tanū tasya devasya vedajñā brāhmaṇā viduḥ ghorā cānyā śivā cānyā te tanū bahudhā punaḥ ghorā tu yā tanus tasya so 'gnir vidyut sa bhāskaraḥ somārdhaṃ punar evāsya āpo jyotīṃṣi candramāḥ vedāṅgāḥ sopaniṣadaḥ purāṇādhyātmaniścayāḥ yad atra paramaṃ guhyaṃ sa vai devo maheśvaraḥ
Zwei Leiber jenes Gottes kennen die vedenkundigen Brahmanen: der eine schrecklich, der andere gütig; diese Leiber sind wiederum vielfach. Der schreckliche Leib von ihm — das ist Agni, der Blitz, er ist die Sonne; die andere Hälfte, die des Soma, das sind wiederum die Gewässer, die Lichter, der Mond, die Vedāṅgas mit den Upaniṣaden, die Purāṇas, die Gewissheiten der Selbsterkenntnis; was darin das höchste Geheimnis ist, das ist eben der Gott, der große Gebieter.
Wort für Wort
dve tanū tasya devasya
zwei Leiber jenes Gottes (Akk. Du. f. / Akk. Du. f. / Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
vedajñāḥ brāhmaṇāḥ viduḥ
kennen die vedenkundigen Brahmanen (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Perf. Akt. von vid)
ghorā ca anyā śivā ca anyā
der eine schrecklich, der andere gütig (Nom. Sg. f. / Partikel / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Partikel / Nom. Sg. f.)
te tanū bahudhā punaḥ
diese Leiber sind wiederum vielfach (Nom. Du. f. / Nom. Du. f. / Adv. / Adv.)
ghorā tu yā tanuḥ tasya
der schreckliche Leib von ihm (Nom. Sg. f. / Partikel / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Gen. Sg. m.)
saḥ agniḥ vidyut sa bhāskaraḥ
das ist Agni, der Blitz, er ist die Sonne (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
somārdham punaḥ eva asya
die andere Hälfte, die des Soma, wiederum von ihm (Nom. Sg. n. / Adv. / Partikel / Gen. Sg. m.)
āpaḥ jyotīṃṣi candramāḥ
die Gewässer, die Lichter, der Mond (Nom. Pl. f. / Nom. Pl. n. / Nom. Sg. m.)
vedāṅgāḥ sopaniṣadaḥ
die Vedāṅgas mit den Upaniṣaden (Nom. Pl. n. / Nom. Pl. n.)
purāṇādhyātmaniścayāḥ
die Purāṇas, die Gewissheiten der Selbsterkenntnis (Nom. Pl. m.)
yat atra paramam guhyam
was darin das höchste Geheimnis ist (Nom. Sg. n. / Adv. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
sa vai devaḥ maheśvaraḥ
das ist eben der Gott, der große Gebieter (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Sechs apparatus-Zeilen (*1466_01–06) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
īdṛśaḥ sa mahādevo bhūyaś ca bhagavān ajaḥ na hi sarve mayā śakyā vaktuṃ bhagavato guṇāḥ api varṣasahasreṇa satataṃ pāṇḍunandana
So ist jener große Gott, und noch mehr ist der erhabene Ungeborene; nicht alle Eigenschaften des Erhabenen vermag ich zu nennen, selbst nicht in tausend Jahren, stets, Sohn des Pāṇḍu.
Wort für Wort
īdṛśaḥ sa mahādevaḥ
so ist jener große Gott (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
bhūyaḥ ca bhagavān ajaḥ
und noch mehr der erhabene Ungeborene (Adv. / Partikel / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
na hi sarve mayā śakyāḥ
nicht alle vermag ich (Negation / Partikel / Nom. Pl. m. / Instr. Sg. / Nom. Pl. m.)
vaktum bhagavataḥ guṇāḥ
die Eigenschaften des Erhabenen zu nennen (Infinitiv / Gen. Sg. m. / Nom. Pl. m.)
api varṣasahasreṇa
selbst nicht in tausend Jahren (Partikel / Instr. Sg. n.)
satatam pāṇḍunandana
stets, Sohn des Pāṇḍu (Adv. / Vok. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1467_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
sarvair grahair gṛhītān vai sarvapāpasamanvitān sa mocayati suprītaḥ śaraṇyaḥ śaraṇāgatān āyur ārogyam aiśvaryaṃ vittaṃ kāmāṃś ca puṣkalān sa dadāti manuṣyebhyaḥ sa caivākṣipate punaḥ
Die von allen Planeten-Dämonen (Graha) ergriffenen, mit aller Sünde behafteten, befreit er, hocherfreut, der Zuflucht gewährt, wenn sie zu ihm Zuflucht nehmen; Lebensdauer, Gesundheit, Herrschaft, Reichtum und reichliche Wünsche gewährt er den Menschen, und er nimmt sie auch wieder fort.
Wort für Wort
sarvaiḥ grahaiḥ gṛhītān vai
die von allen Planeten-Dämonen ergriffenen (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Partikel)
sarvapāpasamanvitān
die mit aller Sünde behafteten (Akk. Pl. m.)
sa mocayati suprītaḥ
befreit er, hocherfreut (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Kaus. Akt. von muc / Nom. Sg. m.)
śaraṇyaḥ śaraṇāgatān
der Zuflucht gewährt, die zu ihm Zuflucht Genommenen (Nom. Sg. m. / Akk. Pl. m.)
āyuḥ ārogyam aiśvaryam
Lebensdauer, Gesundheit, Herrschaft (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
vittam kāmān ca puṣkalān
Reichtum und reichliche Wünsche (Akk. Sg. n. / Akk. Pl. m. / Partikel / Akk. Pl. m.)
sa dadāti manuṣyebhyaḥ
gewährt er den Menschen (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von dā / Dat. Pl. m.)
sa ca eva ākṣipate punaḥ
und er nimmt sie auch wieder fort (Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel / 3. Sg. Präs. Med. von ā-kṣip / Adv.)
sendrādiṣu ca deveṣu tasya caiśvaryam ucyate sa caiva vyāhṛte loke manuṣyāṇāṃ śubhāśubhe aiśvaryāc caiva kāmānām īśvaraḥ punar ucyate maheśvaraś ca bhūtānāṃ mahatām īśvaraś ca saḥ
Auch unter den Göttern mit Indra an der Spitze wird seine Herrschaft genannt; und er ist es auch, der über Glück und Unglück der Menschen in der verkündeten Welt waltet. Wegen seiner Herrschaft über die Wünsche wird er wiederum Īśvara (Gebieter) genannt, und er ist der große Gebieter der Wesen und der Gebieter der Großen.
Wort für Wort
sendrādiṣu ca deveṣu
und auch unter den Göttern mit Indra an der Spitze (Lok. Pl. m. / Partikel / Lok. Pl. m.)
tasya ca aiśvaryam ucyate
wird seine Herrschaft genannt (Gen. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
sa ca eva vyāhṛte loke
und er ist es auch in der verkündeten Welt (Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
manuṣyāṇām śubhāśubhe
über Glück und Unglück der Menschen (Gen. Pl. m. / Lok. Sg. n.)
aiśvaryāt ca eva kāmānām
und wegen seiner Herrschaft über die Wünsche (Abl. Sg. n. / Partikel / Partikel / Gen. Pl. m.)
īśvaraḥ punaḥ ucyate
wird er wiederum Īśvara genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
maheśvaraḥ ca bhūtānām
und der große Gebieter der Wesen (Nom. Sg. m. / Partikel / Gen. Pl. n.)
mahatām īśvaraḥ ca saḥ
und er ist der Gebieter der Großen (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
bahubhir bahudhā rūpair viśvaṃ vyāpnoti vai jagat asya devasya yad vaktraṃ samudre tad atiṣṭhata vaḍavāmukheti vikhyātaṃ pibat toyamayaṃ haviḥ
Mit vielen Gestalten auf vielfache Weise durchdringt er die ganze Welt; jenes Antlitz dieses Gottes, das im Ozean weilte, als Vaḍavāmukha (Stutenmaul) bekannt, trinkt die aus Wasser bestehende Opferspende.
Wort für Wort
bahubhiḥ bahudhā rūpaiḥ
mit vielen Gestalten auf vielfache Weise (Instr. Pl. n. / Adv. / Instr. Pl. n.)
viśvam vyāpnoti vai jagat
durchdringt er wahrlich die ganze Welt (Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von vyāp / Partikel / Akk. Sg. n.)
asya devasya yat vaktram
jenes Antlitz dieses Gottes (Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
samudre tat atiṣṭhata
das im Ozean weilte (Lok. Sg. m. / Nom. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Med. von sthā)
vaḍavāmukhā iti vikhyātam
als Vaḍavāmukha (Stutenmaul) bekannt (Nom. Sg. n. / Zitatpartikel / Nom. Sg. n.)
pibat toyamayam haviḥ
trinkt die aus Wasser bestehende Opferspende (3. Sg. Präs. Akt. von pā / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1468_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
Und eben dieser Gott weilt stets auf den Leichenverbrennungsplätzen; dort opfern ihm die Menschen als dem Gebieter, unter dem Namen Vīrasthāna (Ort der Helden).
Wort für Wort
eṣa ca eva śmaśāneṣu
und eben dieser auf den Leichenverbrennungsplätzen (Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel / Lok. Pl. n.)
devaḥ vasati nityaśaḥ
weilt der Gott stets (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von vas / Adv.)
yajanti enam janāḥ tatra
dort opfern ihm die Menschen (3. Pl. Präs. Akt. von yaj / Akk. Sg. m. / Nom. Pl. m. / Adv.)
vīrasthāne iti īśvaram
unter dem Namen Vīrasthāna (Ort der Helden), dem Gebieter (Lok. Sg. n. / Zitatpartikel / Akk. Sg. m.)
asya dīptāni rūpāṇi ghorāṇi ca bahūni ca loke yāny asya kurvanti manuṣyāḥ pravadanti ca nāmadheyāni lokeṣu bahūny atra yathārthavat nirucyante mahattvāc ca vibhutvāt karmabhis tathā
Seine leuchtenden, schrecklichen und vielfältigen Gestalten, die er in der Welt annimmt, davon sprechen die Menschen; viele Namen gibt es hier in den Welten, entsprechend seinem wahren Wesen — sie werden erklärt aus seiner Größe, seiner Allmacht und ebenso aus seinen Taten.
Wort für Wort
asya dīptāni rūpāṇi
seine leuchtenden Gestalten (Gen. Sg. m. / Akk. Pl. n. / Akk. Pl. n.)
ghorāṇi ca bahūni ca
schrecklich und vielfältig (Akk. Pl. n. / Partikel / Akk. Pl. n. / Partikel)
loke yāni asya kurvanti
die er in der Welt annimmt (Lok. Sg. m. / Akk. Pl. n. / Gen. Sg. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von kṛ)
manuṣyāḥ pravadanti ca
davon sprechen die Menschen (Nom. Pl. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von pra-vad / Partikel)
nāmadheyāni lokeṣu
Namen in den Welten (Nom. Pl. n. / Lok. Pl. m.)
bahūni atra yathārthavat
viele hier, entsprechend seinem wahren Wesen (Nom. Pl. n. / Adv. / Adv.)
nirucyante mahattvāt ca
sie werden erklärt aus seiner Größe (3. Pl. Präs. Pass. von nis-vac / Abl. Sg. n. / Partikel)
vibhutvāt karmabhiḥ tathā
aus seiner Allmacht und ebenso aus seinen Taten (Abl. Sg. n. / Instr. Pl. n. / Adv.)
vede cāsya samāmnātaṃ śatarudrīyam uttamam nāmnā cānantarudreti upasthānaṃ mahātmanaḥ sa kāmānāṃ prabhur devo ye divyā ye ca mānuṣāḥ sa vibhuḥ sa prabhur devo viśvaṃ vyāpnuvate mahat
Und im Veda ist von ihm das vortreffliche Śatarudrīya überliefert, und unter dem Namen Ananta-Rudra gibt es die Verehrungsformel des Hochgesinnten. Er ist der Gott, der Gebieter über die Wünsche, die göttlichen wie die menschlichen; er, der Alldurchdringende, er, der Gebieter, der Gott, durchdringt das große All.
Wort für Wort
vede ca asya samāmnātam
und im Veda ist von ihm überliefert (Lok. Sg. m. / Partikel / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
śatarudrīyam uttamam
das vortreffliche Śatarudrīya (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
nāmnā ca anantarudrā iti
und unter dem Namen Ananta-Rudra (Instr. Sg. n. / Partikel / Instr. Sg. n. / Zitatpartikel)
upasthānam mahātmanaḥ
die Verehrungsformel des Hochgesinnten (Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m.)
sa kāmānām prabhuḥ devaḥ
er ist der Gott, der Gebieter über die Wünsche (Nom. Sg. m. / Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
ye divyāḥ ye ca mānuṣāḥ
die göttlichen wie die menschlichen (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
sa vibhuḥ sa prabhuḥ devaḥ
er, der Alldurchdringende, er, der Gebieter, der Gott (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
viśvam vyāpnuvate mahat
durchdringt das große All (Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Med. von vyāp / Akk. Sg. n.)
sarvathā yat paśūn pāti taiś ca yad ramate punaḥ teṣām adhipatir yac ca tasmāt paśupatiḥ smṛtaḥ nityena brahmacaryeṇa liṅgam asya yadā sthitam mahayanti ca lokāś ca maheśvara iti smṛtaḥ
Weil er auf jede Weise die Geschöpfe (Paśu) beschützt, und weil er sich wieder an ihnen erfreut, und weil er ihr Gebieter ist, wird er darum Paśupati (Herr der Geschöpfe) genannt. Weil sein Liṅga durch ewige Keuschheit (Brahmacarya) aufgerichtet steht, und die Welten es verehren, wird er Maheśvara (großer Gebieter) genannt.
Wort für Wort
sarvathā yat paśūn pāti
weil er auf jede Weise die Geschöpfe beschützt (Adv. / Nom. Sg. n. / Akk. Pl. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von pā)
taiḥ ca yat ramate punaḥ
und weil er sich wieder an ihnen erfreut (Instr. Pl. m. / Partikel / Nom. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Med. von ram / Adv.)
teṣām adhipatiḥ yat ca
und weil er ihr Gebieter ist (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Partikel)
tasmāt paśupatiḥ smṛtaḥ
wird er darum Paśupati genannt (Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
nityena brahmacaryeṇa
durch ewige Keuschheit (Instr. Sg. n. / Instr. Sg. n.)
liṅgam asya yadā sthitam
weil sein Liṅga aufgerichtet steht (Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. n.)
mahayanti ca lokāḥ ca
und die Welten es verehren (3. Pl. Präs. Akt. von mah / Partikel / Nom. Pl. m. / Partikel)
maheśvaraḥ iti smṛtaḥ
wird er Maheśvara genannt (Nom. Sg. m. / Zitatpartikel / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Hier beginnt der Abschnitt, der Rudras Namen etymologisch erklärt.]
ṛṣayaś caiva devāś ca gandharvāpsarasas tathā liṅgam asyārcayanti sma tac cāpy ūrdhvaṃ samāsthitam urdhvaliṅgas tataś cokto bhagavān brāhmaṇaiḥ sadā
Die Weisen und die Götter, und ebenso die Gandharvas und Apsaras verehrten sein Liṅga, und dieses stand dabei aufgerichtet nach oben; darum wird der Erhabene von den Brahmanen stets Ūrdhvaliṅga (der mit aufgerichtetem Liṅga) genannt.
Wort für Wort
ṛṣayaḥ ca eva devāḥ ca
die Weisen und die Götter (Nom. Pl. m. / Partikel / Partikel / Nom. Pl. m. / Partikel)
gandharvāpsarasaḥ tathā
und ebenso die Gandharvas und Apsaras (Nom. Pl. m. / Adv.)
liṅgam asya arcayanti sma
verehrten sein Liṅga (Akk. Sg. n. / Gen. Sg. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von arc / Partikel)
tat ca api ūrdhvam samāsthitam
und dieses stand aufgerichtet nach oben (Nom. Sg. n. / Partikel / Partikel / Adv. / Nom. Sg. n.)
urdhvaliṅgaḥ tataḥ ca uktaḥ
darum wird er Ūrdhvaliṅga (der mit aufgerichtetem Liṅga) genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / Partikel / Nom. Sg. m.)
bhagavān brāhmaṇaiḥ sadā
der Erhabene von den Brahmanen stets (Nom. Sg. m. / Instr. Pl. m. / Adv.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1469_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
pūjyamāne tatas tasmin modate sa maheśvaraḥ sukhī prītaś ca bhavati prahṛṣṭaś caiva śaṃkaraḥ yad asya bahudhā rūpaṃ bhūtabhavyabhavatsthitam sthāvaraṃ jaṅgamaṃ caiva bahurūpas tataḥ smṛtaḥ
Wenn es so verehrt wird, freut sich jener große Gebieter, wird glücklich und zufrieden, und Śaṃkara ist hocherfreut. Weil seine Gestalt vielfach ist, in Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem bestehend, im Festen wie im Beweglichen, wird er darum Bahurūpa (Vielgestaltig) genannt.
Wort für Wort
pūjyamāne tataḥ tasmin
wenn es so verehrt wird (Lok. Sg. n. / Adv. / Lok. Sg. n.)
modate sa maheśvaraḥ
freut sich jener große Gebieter (3. Sg. Präs. Med. von mud / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sukhī prītaḥ ca bhavati
wird glücklich und zufrieden (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / 3. Sg. Präs. Akt. von bhū)
prahṛṣṭaḥ ca eva śaṃkaraḥ
und Śaṃkara ist hocherfreut (Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel / Nom. Sg. m.)
yat asya bahudhā rūpam
weil seine Gestalt vielfach ist (Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. n.)
bhūtabhavyabhavatsthitam
in Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem bestehend (Nom. Sg. n.)
sthāvaram jaṅgamam ca eva
im Festen wie im Beweglichen (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel / Partikel)
bahurūpaḥ tataḥ smṛtaḥ
wird er darum Bahurūpa genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
dhūmraṃ rūpaṃ ca yat tasya dhūrjaṭis tena ucyate viśve devāś ca yat tasmin viśvarūpas tataḥ smṛtaḥ
Und weil seine Gestalt rauchfarben ist, wird er darum Dhūrjaṭi (der mit rauchigem Zopfhaar) genannt; und weil alle Götter (Viśvedevas) in ihm sind, wird er darum Viśvarūpa (von universaler Gestalt) genannt.
Wort für Wort
dhūmram rūpam ca yat tasya
und weil seine Gestalt rauchfarben ist (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m.)
dhūrjaṭiḥ tena ucyate
wird er darum Dhūrjaṭi genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
viśve devāḥ ca yat tasmin
und weil alle Götter in ihm sind (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Sg. n. / Lok. Sg. m.)
viśvarūpaḥ tataḥ smṛtaḥ
wird er darum Viśvarūpa genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
Und weil der Herrscher der Welten die drei Göttinnen liebt — den Himmel, die Gewässer und die Erde —, wird er darum Tryambaka (der mit drei Müttern) genannt. Und weil er stets alle Dinge bei allen Werken fördert, indem er das Heil der Menschen wünscht, wird er darum Śiva (der Gütige) genannt.
Wort für Wort
tisraḥ devīḥ yadā ca eva
und weil die drei Göttinnen (Akk. Pl. f. / Akk. Pl. f. / Adv. / Partikel / Partikel)
bhajate bhuvaneśvaraḥ
liebt der Herrscher der Welten (3. Sg. Präs. Med. von bhaj / Nom. Sg. m.)
dyām apaḥ pṛthivīm ca eva
den Himmel, die Gewässer und die Erde (Akk. Sg. f. / Akk. Pl. f. / Akk. Sg. f. / Partikel / Partikel)
tryambakaḥ ca tataḥ smṛtaḥ
wird er darum Tryambaka genannt (Nom. Sg. m. / Partikel / Adv. / Nom. Sg. m.)
samedhayati yat nityam
weil er stets fördert (3. Sg. Präs. Kaus. Akt. von sam-edh / Nom. Sg. n. / Adv.)
sarvārthān sarvakarmasu
alle Dinge bei allen Werken (Akk. Pl. m. / Lok. Pl. n.)
śivam icchan manuṣyāṇām
indem er das Heil der Menschen wünscht (Akk. Sg. n. / Nom. Sg. m. Part. Präs. / Gen. Pl. m.)
tasmāt eṣa śivaḥ smṛtaḥ
wird er darum Śiva genannt (Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
Tausendäugig oder zehntausendäugig, oder auch ganz aus Augen bestehend; und weil er das große All beschützt, wird er darum Mahādeva (der große Gott) genannt.
Wort für Wort
sahasrākṣaḥ ayutākṣaḥ vā
tausendäugig oder zehntausendäugig (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Konj.)
sarvatokṣimayaḥ api vā
oder auch ganz aus Augen bestehend (Nom. Sg. m. / Partikel / Konj.)
yat ca viśvam mahat pāti
und weil er das große All beschützt (Nom. Sg. n. / Partikel / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von pā)
mahādevaḥ tataḥ smṛtaḥ
wird er darum Mahādeva genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
dahaty ūrdhvaṃ sthito yac ca prāṇotpattisthitaś ca yat sthitaliṅgaś ca yan nityaṃ tasmāt sthāṇur iti smṛtaḥ
Und weil er, oben stehend, verbrennt, und weil er im Ursprung und Bestehen der Lebensatems (Prāṇa) steht, und weil sein Liṅga stets aufgerichtet steht, wird er darum Sthāṇu (der Unbewegliche) genannt.
Wort für Wort
dahati ūrdhvam sthitaḥ yat ca
und weil er, oben stehend, verbrennt (3. Sg. Präs. Akt. von dah / Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Partikel)
prāṇotpattisthitaḥ ca yat
und weil er im Ursprung und Bestehen des Lebensatems steht (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. n.)
sthitaliṅgaḥ ca yat nityam
und weil sein Liṅga stets aufgerichtet steht (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. n. / Adv.)
tasmāt sthāṇuḥ iti smṛtaḥ
wird er darum Sthāṇu genannt (Adv. / Nom. Sg. m. / Zitatpartikel / Nom. Sg. m.)
sūryācandramasor loke prakāśanty aṃśavaś ca ye te keśāḥ saṃjñitās tasya vyomakeśas tataḥ smṛtaḥ kapiḥ śreṣṭha iti prokto dharmaś ca vṛṣa ucyate sa devadevo bhagavān kīrtyate vai vṛṣākapiḥ brahmāṇam indraṃ varuṇaṃ yamaṃ dhanadam eva ca nigṛhya harate yasmāt tasmād dhara iti smṛtaḥ nimīlitābhyāṃ netrābhyāṃ bālyād devyā maheśvaraḥ lalāṭe netram asṛjat tena tryakṣaḥ sa ucyate bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca sarvaṃ sarvam aśeṣataḥ bhava eṣa tato yasmād bhūtabhavyabhavodbhavaḥ
Die Strahlen, die von Sonne und Mond in der Welt leuchten, werden als sein Haar bezeichnet; darum wird er Vyomakeśa (der mit dem Himmel als Haar) genannt. Kapi (der Beste) heißt der Dharma, und er wird Vṛṣa (Stier) genannt; jener Gott der Götter, der Erhabene, wird darum Vṛṣākapi genannt. Und weil er Brahmā, Indra, Varuṇa, Yama und auch Kubera (Dhanada) bezwingt und fortnimmt, wird er darum Hara genannt. Als die Göttin (Pārvatī) ihm aus Kindlichkeit die beiden Augen zuhielt, schuf der große Gebieter ein Auge auf der Stirn; darum wird er Tryakṣa (der Dreiäugige) genannt. Vergangenes, Künftiges und Gegenwärtiges, alles, ganz ohne Rest — er ist der Ursprung davon, Bhava, weil er der Ursprung von Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem ist.
Wort für Wort
sūryācandramasoḥ loke
von Sonne und Mond in der Welt (Gen. Du. m. / Lok. Sg. m.)
prakāśanti aṃśavaḥ ca ye
die Strahlen, die leuchten (3. Pl. Präs. Akt. von pra-kāś / Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
te keśāḥ saṃjñitāḥ tasya
diese werden als sein Haar bezeichnet (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Gen. Sg. m.)
vyomakeśaḥ tataḥ smṛtaḥ
wird er darum Vyomakeśa genannt (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
kapiḥ śreṣṭhaḥ iti proktaḥ
Kapi (der Beste) genannt (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Zitatpartikel / Nom. Sg. m.)
dharmaḥ ca vṛṣaḥ ucyate
der Dharma wird Vṛṣa genannt (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
sa devadevaḥ bhagavān
jener Gott der Götter, der Erhabene (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
kīrtyate vai vṛṣākapiḥ
wird darum Vṛṣākapi genannt (3. Sg. Präs. Pass. von kīrt / Partikel / Nom. Sg. m.)
brahmāṇam indram varuṇam
Brahmā, Indra, Varuṇa (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
yamam dhanadam eva ca
Yama und auch Kubera (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Partikel / Partikel)
nigṛhya harate yasmāt
weil er bezwingt und fortnimmt (Absolutiv / 3. Sg. Präs. Med. von hṛ / Adv.)
tasmāt haraḥ iti smṛtaḥ
wird er darum Hara genannt (Adv. / Nom. Sg. m. / Zitatpartikel / Nom. Sg. m.)
nimīlitābhyām netrābhyām
mit den beiden zugehaltenen Augen (Instr. Du. n. / Instr. Du. n.)
bālyāt devyā maheśvaraḥ
aus Kindlichkeit von der Göttin, der große Gebieter (Abl. Sg. n. / Instr. Sg. f. / Nom. Sg. m.)
lalāṭe netram asṛjat
schuf ein Auge auf der Stirn (Lok. Sg. n. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Akt. von sṛj)
tena tryakṣaḥ sa ucyate
darum wird er Tryakṣa genannt (Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
bhūtam bhavyam bhaviṣyat ca
Vergangenes, Künftiges und Gegenwärtiges (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel)
sarvam sarvam aśeṣataḥ
alles, ganz ohne Rest (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Adv.)
bhavaḥ eṣa tataḥ yasmāt
er ist Bhava, weil (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv. / Adv.)
bhūtabhavyabhavodbhavaḥ
der Ursprung von Vergangenem, Künftigem und Gegenwärtigem (Nom. Sg. m.)
[Anm.: Zehn apparatus-Zeilen (*1470_01–10) werden mit dem Hauptvers verbunden; damit endet der Abschnitt der Namenserklärungen.]
viṣamasthaḥ śarīreṣu samaś ca prāṇinām iha sa vāyur viṣamastheṣu prāṇāpānaśarīriṣu
In den Leibern der Lebewesen weilt er ungleichmäßig und gleichmäßig zugleich hier; er ist der Wind (Vāyu), der in den ungleichmäßigen, aus Ein- und Ausatem bestehenden Leibern weilt.
Wort für Wort
viṣamasthaḥ śarīreṣu
in den Leibern ungleichmäßig weilend (Nom. Sg. m. / Lok. Pl. n.)
samaḥ ca prāṇinām iha
und gleichmäßig der Lebewesen hier (Nom. Sg. m. / Partikel / Gen. Pl. m. / Adv.)
sa vāyuḥ viṣamastheṣu
er ist der Wind, in den ungleichmäßigen (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Lok. Pl. n.)
prāṇāpānaśarīriṣu
aus Ein- und Ausatem bestehenden Leibern (Lok. Pl. n.)
ūrubhyām ardham āgneyaṃ somārdhaṃ ca śivā tanuḥ ātmano 'rdhaṃ ca tasyāgniḥ somo 'rdhaṃ punar ucyate taijasī mahatī dīptā devebhyaś ca śivā tanuḥ bhāsvatī mānuṣeṣv asya tanur ghorāgnir ucyate
Aus seinen beiden Schenkeln ist die eine Hälfte feurig (Āgneya), und die andere Hälfte, die des Soma, ist die gütige Gestalt; die eine Hälfte seines Selbst ist Agni, die andere Hälfte wird wiederum Soma genannt. Die glutvolle, große, leuchtende Gestalt ist für die Götter die gütige; die strahlende unter den Menschen wird seine schreckliche Feuer-Gestalt genannt.
Wort für Wort
ūrubhyām ardham āgneyam
aus den beiden Schenkeln die feurige Hälfte (Abl. Du. m. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
somārdham ca śivā tanuḥ
und die andere, des Soma, ist die gütige Gestalt (Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f.)
ātmanaḥ ardham ca tasya
die Hälfte seines Selbst (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Partikel / Gen. Sg. m.)
agniḥ somaḥ ardham punaḥ ucyate
ist Agni, die andere Hälfte wird Soma genannt (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Adv. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
taijasī mahatī dīptā
die glutvolle, große, leuchtende (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f.)
devebhyaḥ ca śivā tanuḥ
ist für die Götter die gütige Gestalt (Dat. Pl. m. / Partikel / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f.)
bhāsvatī mānuṣeṣu asya
die strahlende unter den Menschen, von ihm (Nom. Sg. f. / Lok. Pl. m. / Gen. Sg. m.)
tanuḥ ghorāgniḥ ucyate
wird seine Gestalt schreckliche Feuer-Gestalt genannt (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
brahmacaryaṃ caraty eṣa śivā yāsya tanus tayā yāsya ghoratarā mūrtiḥ sarvān atti tayeśvaraḥ yan nirdahati yat tīkṣṇo yad ugro yat pratāpavān māṃsaśoṇitamajjādo yat tato rudra ucyate
Mit jener seiner gütigen Gestalt übt er Keuschheit (Brahmacarya); mit jener noch schrecklicheren Gestalt verzehrt der Gebieter alle Wesen. Weil er verbrennt, weil er scharf ist, weil er schrecklich, weil er glutvoll ist, weil er Fleisch, Blut und Mark verzehrt, wird er darum Rudra genannt.
Wort für Wort
brahmacaryam carati eṣa
übt er Keuschheit (Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von car / Nom. Sg. m.)
śivā yā asya tanuḥ tayā
mit jener seiner gütigen Gestalt (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. f. / Instr. Sg. f.)
yā asya ghoratarā mūrtiḥ
mit jener noch schrecklicheren Gestalt von ihm (Nom. Sg. f. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f.)
sarvān atti tayā īśvaraḥ
verzehrt der Gebieter damit alle Wesen (Akk. Pl. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von ad / Instr. Sg. f. / Nom. Sg. m.)
yat nirdahati yat tīkṣṇaḥ
weil er verbrennt, weil er scharf ist (Nom. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von nis-dah / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
yat ugraḥ yat pratāpavān
weil er schrecklich, weil er glutvoll ist (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
māṃsaśoṇitamajjādaḥ yat
weil er Fleisch, Blut und Mark verzehrt (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
tataḥ rudraḥ ucyate
wird er darum Rudra genannt (Adv. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von vac)
Dieser Gott, der große Gott, ist jener, der vor dir, Pārtha, im Kampf die Feinde niederschlägt und den du gesehen hast, der Träger des Pināka — zur Vernichtung des Königs von Sindhu (Jayadratha), als du dein Gelübde abgelegt hattest, Makelloser, der dir im Traum, den Kṛṣṇa dir zeigte, auf dem Gipfel des Bergfürsten erschien.
Wort für Wort
eṣa devaḥ mahādevaḥ
dieser Gott, der große Gott (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
yaḥ asau pārtha tava agrataḥ
der jener vor dir, Pārtha (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m. / Gen. Sg. / Adv.)
saṃgrāme śātravān nighnan
im Kampf die Feinde niederschlagend (Lok. Sg. m. / Akk. Pl. m. / Nom. Sg. m. Part. Präs.)
tvayā dṛṣṭaḥ pinākadhṛk
von dir gesehen, der Träger des Pināka (Instr. Sg. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sindhurājavadhārthāya
zur Vernichtung des Königs von Sindhu (Dat. Sg. m.)
pratijñāte tvayā anagha
als du dein Gelübde abgelegt hattest, Makelloser (Lok. Sg. n. / Instr. Sg. / Vok. Sg. m.)
kṛṣṇena darśite svapne
im von Kṛṣṇa gezeigten Traum (Instr. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
yaḥ te śailendramūrdhani
der dir auf dem Gipfel des Bergfürsten (Nom. Sg. m. / Dat. Sg. / Lok. Sg. n.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1471_01, *1472_01) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier verweist Vyāsa auf eine frühere, in einem anderen Kapitel erzählte Vision Arjunas.]
dhanyaṃ yaśasyam āyuṣyaṃ puṇyaṃ vedaiś ca saṃjñitam devadevasya te pārtha vyākhyātaṃ śatarudriyam sarvārthasādhakaṃ puṇyaṃ sarvakilbiṣanāśanam sarvapāpapraśamanaṃ sarvaduḥkhabhayāpaham
Das Segensreiche, Ruhmreiche, Lebenspendende, Heilige, von den Veden Bezeugte — das Śatarudrīya des Gottes der Götter ist dir erklärt worden, Pārtha, das allen Zwecken Dienende, Heilige, das alle Sünde Vernichtende, das alles Böse Besänftigende, das alles Leid und alle Furcht Hinwegnehmende.
Wort für Wort
dhanyam yaśasyam āyuṣyam
das Segensreiche, Ruhmreiche, Lebenspendende (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
puṇyam vedaiḥ ca saṃjñitam
das Heilige, von den Veden bezeugte (Nom. Sg. n. / Instr. Pl. m. / Partikel / Nom. Sg. n.)
devadevasya te pārtha
des Gottes der Götter dir, Pārtha (Gen. Sg. m. / Dat. Sg. / Vok. Sg. m.)
vyākhyātam śatarudriyam
ist erklärt worden, das Śatarudrīya (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
sarvārthasādhakam puṇyam
das allen Zwecken Dienende, Heilige (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
sarvakilbiṣanāśanam
das alle Sünde Vernichtende (Nom. Sg. n.)
sarvapāpapraśamanam
das alles Böse Besänftigende (Nom. Sg. n.)
sarvaduḥkhabhayāpaham
das alles Leid und alle Furcht Hinwegnehmende (Nom. Sg. n.)
Selbst ein übel handelnder Mensch erlangt die Frucht von tausend vollzogenen Roßopfern (Aśvamedha) und hundert Rājasūya-Opfern; er genießt die Frucht der Schenkung von hundert Millionen Kühen.
Wort für Wort
aśvamedhasahasrasya
von tausend Roßopfern (Gen. Sg. n.)
rājasūyaśatasya ca
und von hundert Rājasūya-Opfern (Gen. Sg. n. / Partikel)
iṣṭasya phalam āpnoti
erlangt die Frucht der vollzogenen (Gen. Sg. n. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von āp)
durācāraḥ api mānavaḥ
selbst ein übel handelnder Mensch (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
gavām koṭiśatasya api
von hundert Millionen Kühen auch (Gen. Pl. f. / Gen. Sg. n. / Partikel)
dānasya phalam aśnute
genießt die Frucht der Schenkung (Gen. Sg. n. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Med. von aś)
[Anm.: Drei apparatus-Zeilen (*1473_01–03) als eigene Einheit.]
bhakto viśveśvaraṃ devaṃ mānuṣeṣu tu yaḥ sadā varān sa kāmāṃl labhate prasanne tryambake naraḥ gaccha yudhyasva kaunteya na tavāsti parājayaḥ yasya mantrī ca goptā ca pārśvatas te janārdanaḥ
Wer unter den Menschen stets ergeben dem Herrscher des Alls, dem Gott, dient — jener Mensch erlangt begehrte Gaben, wenn Tryambaka gnädig gestimmt ist. Gehe und kämpfe, Sohn der Kuntī; es gibt für dich keine Niederlage, da Janārdana (Kṛṣṇa) dein Ratgeber und Beschützer an deiner Seite ist.“
Wort für Wort
bhaktaḥ viśveśvaram devam
ergeben dem Herrscher des Alls, dem Gott (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
mānuṣeṣu tu yaḥ sadā
unter den Menschen aber, wer stets (Lok. Pl. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Adv.)
varān sa kāmān labhate
erlangt jener begehrte Gaben (Akk. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Akk. Pl. m. / 3. Sg. Präs. Med. von labh)
prasanne tryambake naraḥ
wenn Tryambaka gnädig gestimmt ist, der Mensch (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
gaccha yudhyasva kaunteya
gehe und kämpfe, Sohn der Kuntī (Imp. 2. Sg. Akt. von gam / Imp. 2. Sg. Med. von yudh / Vok. Sg. m.)
na tava asti parājayaḥ
es gibt für dich keine Niederlage (Negation / Gen. Sg. / 3. Sg. Präs. Akt. von as / Nom. Sg. m.)
yasya mantrī ca goptā ca
dessen Ratgeber und Beschützer (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Partikel)
pārśvataḥ te janārdanaḥ
an deiner Seite ist Janārdana (Adv. / Dat. Sg. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Hier endet Vyāsas große Rede an Arjuna (das Śatarudrīya).]
So zu Arjuna im Kampf gesprochen habend, ging der Sohn des Parāśara (Vyāsa) damals, so wie er gekommen war, o Bester der Bharatas, Bezwinger der Feinde.
Wort für Wort
evam uktvā arjunam saṃkhye
so im Kampf zu Arjuna gesprochen habend (Adv. / Absolutiv / Akk. Sg. m. / Lok. Sg. n.)
parāśarasutaḥ tadā
der Sohn des Parāśara damals (Nom. Sg. m. / Adv.)
jagāma bharataśreṣṭha
ging, o Bester der Bharatas (3. Sg. Perf. Akt. von gam / Vok. Sg. m.)
yathāgatam ariṃdama
so wie er gekommen war, Bezwinger der Feinde (Adv. / Vok. Sg. m.)
[Anm.: Die Sprecherangabe „saṃjaya uvāca“ (bei 07,173.107) wurde ausgelassen; Saṃjayas Erzählung setzt hier wieder ein.]
yuddhaṃ kṛtvā mahāghoraṃ pañcāhāni mahābalaḥ brāhmaṇo nihato rājan brahmalokam avāptavān adhīte yat phalaṃ vede tad asminn api parvaṇi kṣatriyāṇām abhīrūṇāṃ viśuddhaṃ khyāpyate yaśaḥ
Nachdem der überaus starke Brahmane fünf Tage lang eine überaus schreckliche Schlacht geführt hatte, wurde er erschlagen, o König, und gelangte in die Welt Brahmans. Welche Frucht man durch das Studium der Veden erlangt, dieselbe erlangt man auch durch dieses Parva; der reine Ruhm der furchtlosen Kṣatriyas wird darin verkündet.
Wort für Wort
yuddham kṛtvā mahāghoram
eine überaus schreckliche Schlacht geführt habend (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Akk. Sg. n.)
pañcāhāni mahābalaḥ
fünf Tage lang, der überaus starke (Akk. Pl. n., adv. / Nom. Sg. m.)
brāhmaṇaḥ nihataḥ rājan
der Brahmane wurde erschlagen, o König (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
brahmalokam avāptavān
gelangte in die Welt Brahmans (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. Part. Perf.)
adhīte yat phalam vede
welche Frucht man durch das Studium der Veden erlangt (3. Sg. Präs. Med. von adhi-i / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Lok. Sg. m.)
tat asmin api parvaṇi
dieselbe auch durch dieses Parva (Nom. Sg. n. / Lok. Sg. n. / Partikel / Lok. Sg. n.)
kṣatriyāṇām abhīrūṇām
der furchtlosen Kṣatriyas (Gen. Pl. m. / Gen. Pl. m.)
viśuddham khyāpyate yaśaḥ
wird der reine Ruhm verkündet (Nom. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Pass. Kaus. von khyā / Nom. Sg. n.)
[Anm.: Die im Quelltext an dieser Stelle (bei *1475_00) noch einmal eingeschobene Sprecherangabe „saṃjaya uvāca“ wurde ausgelassen. Vier apparatus-Zeilen (*1475_01–04) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier beginnt der abschließende Lobpreis (Phalaśruti) auf dieses Parva.]
ya idaṃ paṭhate parva śṛṇuyād vāpi nityaśaḥ sa mucyate mahāpāpaiḥ kṛtair ghoraiś ca karmabhiḥ idaṃ paṭhet sarvamahārthasaṃyutaṃ raṇe jayaṃ pāṇḍavavṛṣṇisiṃhayoḥ sadā śubhaṃ yaḥ śṛṇuyāt tathā naraḥ sa mucyate pāpakaro 'pi karmabhiḥ
Wer dieses Parva liest oder auch stets hört, wird von großen Sünden und begangenen schrecklichen Taten befreit. Wer dies liest, das mit aller großen Bedeutung verbunden ist, den Sieg im Kampf der beiden Löwen der Pāṇḍavas und Vṛṣṇis, das stets Heilvolle, und wer als Mensch ebenso hört — er wird selbst als Übeltäter von seinen Taten befreit.
Wort für Wort
yaḥ idam paṭhate parva
wer dieses Parva liest (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
śṛṇuyāt vā api nityaśaḥ
oder auch stets hört (3. Sg. Opt. Akt. von śru / Konj. / Partikel / Adv.)
sa mucyate mahāpāpaiḥ
wird er von großen Sünden befreit (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von muc / Instr. Pl. n.)
kṛtaiḥ ghoraiḥ ca karmabhiḥ
und begangenen schrecklichen Taten (Instr. Pl. n. / Instr. Pl. n. / Partikel / Instr. Pl. n.)
idam paṭhet sarvamahārthasaṃyutam
wer dies liest, das mit aller großen Bedeutung verbunden ist (Akk. Sg. n. / 3. Sg. Opt. Akt. von paṭh / Akk. Sg. n.)
raṇe jayam
den Sieg im Kampf (Lok. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
pāṇḍavavṛṣṇisiṃhayoḥ
der beiden Löwen der Pāṇḍavas und Vṛṣṇis (Gen. Du. m.)
sadā śubham yaḥ śṛṇuyāt
das stets Heilvolle, wer hört (Adv. / Akk. Sg. n. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von śru)
tathā naraḥ sa mucyate
ebenso der Mensch, er wird befreit (Adv. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Pass. von muc)
pāpakaraḥ api karmabhiḥ
selbst als Übeltäter von seinen Taten (Nom. Sg. m. / Partikel / Instr. Pl. n.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1476_01–02) sowie vier weitere (*1477_01–04) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
Die stete Erlangung des Opfers für den Brahmanen hier, und der stete Sieg im Kampf für die Kṣatriyas; die beiden übrigen Stände (Vaiśyas und Śūdras) erlangen begehrten Wunsch, ebenso stets erwünschte Söhne und Enkel.
Wort für Wort
yajñāvāptiḥ brāhmaṇasya iha
die Erlangung des Opfers für den Brahmanen hier (Nom. Sg. f. / Gen. Sg. m. / Adv.)
nityam yuddhe nityam
stets im Kampf stets (Adv. / Lok. Sg. n. / Adv.)
kṣatriyāṇām jayaḥ ca
der Sieg der Kṣatriyas (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Partikel)
śeṣau varṇau kāmam iṣṭam
die beiden übrigen Stände den begehrten Wunsch (Nom. Du. m. / Nom. Du. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
labhete putrān pautrān
erlangen Söhne und Enkel (3. Du. Präs. Med. von labh / Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m.)
nityam iṣṭān tathā eva
stets erwünschte, ebenso (Adv. / Akk. Pl. m. / Adv. / Partikel)
[Anm.: Vier apparatus-Zeilen (*1478_01–04) als eigene Einheit.]
etad ākhyāya vai sūto rājñaḥ sarvaṃ tu saṃjayaḥ prayātaḥ śibirāyaiva draṣṭuṃ karṇasya vaiśasam
Nachdem der Wagenlenker Saṃjaya dies alles dem König verkündet hatte, zog er zum Lager, um Karṇas bevorstehendes Verderben mit anzusehen.
Wort für Wort
etat ākhyāya vai sūtaḥ
nachdem der Wagenlenker dies verkündet hatte (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Partikel / Nom. Sg. m.)
rājñaḥ sarvam tu saṃjayaḥ
dem König alles, aber Saṃjaya (Dat. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. m.)
prayātaḥ śibirāya eva
zog eben zum Lager (Nom. Sg. m. / Dat. Sg. n. / Partikel)
draṣṭum karṇasya vaiśasam
um Karṇas Verderben mit anzusehen (Infinitiv / Gen. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1479_01–02) als eigene, abschließende Einheit; die letzte Pada des Rohtextes (07,173.001 „dhṛtarāṣṭra uvāca“) gehört bereits zum nächsten Kapitel und wurde ausgelassen.]