Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 51 Yudhiṣṭhiras Bericht und Arjunas Schwur

Yudhiṣṭhira berichtet Arjuna (CQ-Region 1, das ganze Kapitel bis Einheit 18 hindurch anhaltend), wie Abhimanyu, allein von den Pāṇḍavas gedrängt, Droṇas Cakravyūha durchbrach, wie Jayadratha (durch einen Rudra-Segen gestärkt) die übrigen Pāṇḍavas am Nachfolgen hinderte, wie sechs Mahārathas (Droṇa, Kṛpa, Karṇa, Aśvatthāman, Bṛhadbala, Kṛtavarman) Abhimanyu umringten und ihn seines Wagens beraubten, und wie er schließlich im Keulenkampf gegen Dauḥśāsani (Duḥśāsanas Sohn) fiel, nachdem er zuvor Bṛhadbala und Lakṣmaṇa (Duryodhanas Sohn) sowie Tausende weiterer Krieger getötet hatte. Arjuna, von der Erzählung überwältigt, fällt ohnmächtig zu Boden; wieder zu sich gekommen, legt er den berühmten Schwur ab (CQ-Region 2), Jayadratha bis zum kommenden Sonnenuntergang zu töten oder sich sonst selbst im Feuer zu verbrennen — mit einer langen, formelhaften Aufzählung der schrecklichen Wiedergeburten, die ihn träfen, sollte er scheitern. Das Kapitel endet mit dem Erschallen von Gāṇḍīva und Kṛṣṇas Muschelhorn Pāñcajanya, dem Jubel der Pāṇḍava-Krieger (darin Bhīmas kurzer, CQ-markierter Ausruf) und der Bestürzung im Kaurava-Heer.

tvayi yāte mahābāho saṃśaptakabalaṃ prati prayatnam akarot tīvram ācāryo grahaṇe mama

Yudhiṣṭhira sprach: „Als du, Starkarmiger, gegen die Streitmacht der Saṃśaptakas gezogen warst, unternahm der Lehrer [Droṇa] eine heftige Anstrengung, mich gefangenzunehmen.

Wort für Wort
tvayi yāte mahābāho
als du gezogen warst, Starkarmiger (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz. + Vok.Sg.Kompositum)
saṃśaptakabalaṃ prati
gegen die Streitmacht der Saṃśaptakas (Akk.Sg.Kompositum + Postp.)
prayatnam akarot tīvram
unternahm eine heftige Anstrengung (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
ācāryo grahaṇe mama
der Lehrer, mich gefangenzunehmen (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Gen.Sg.)

[Anm.: Kap.51 setzt unmittelbar an Kap.50 an — Yudhiṣṭhira antwortet auf Arjunas Frage, wie Abhimanyu fiel. Seine ganze Antwort bildet CQ-Region 1, die bis Einheit 18 anhält.]

vyāḍhānīkaṃ vayaṃ droṇaṃ varayāmaḥ sma sarvaśaḥ prativyūhya rathānīkaṃ yatamānaṃ tathā raṇe

Wir stellten unser Heer in Schlachtordnung auf und hielten Droṇa von allen Seiten ab, nachdem wir unsere Wagenreihe [ihm] entgegen aufgestellt hatten, während er ebenso im Kampf rang.

Wort für Wort
vyāḍhānīkaṃ vayaṃ droṇaṃ
in Schlachtordnung, wir, Droṇa (Akk.Sg.Kompositum + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
varayāmaḥ sma sarvaśaḥ
hielten wir ab, von allen Seiten (1.Pl.Impf. + Partikel + Adv.)
prativyūhya rathānīkaṃ
die Wagenreihe entgegen aufgestellt habend (Ger. + Akk.Sg.Kompositum)
yatamānaṃ tathā raṇe
während er ebenso im Kampf rang (Akk.Sg.Ptz. + Adv. + Lok.Sg.)

sa vāryamāṇo rathibhī rakṣitena mayā tathā asmān api jaghānāśu pīḍayan niśitaiḥ śaraiḥ

Er aber, obwohl von den Wagenkämpfern und ebenso von mir, dem Beschützten, abgehalten, schlug auch uns rasch nieder, uns mit scharfen Pfeilen quälend.

Wort für Wort
sa vāryamāṇo rathibhī
er, obwohl abgehalten, von den Wagenkämpfern (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl.)
rakṣitena mayā tathā
und ebenso von mir, dem Beschützten (Instr.Sg.Ptz. + Instr.Sg. + Adv.)
asmān api jaghānāśu
schlug auch uns rasch nieder (Akk.Pl. + Partikel + 3.Sg.Perf.+Adv.)
pīḍayan niśitaiḥ śaraiḥ
quälend mit scharfen Pfeilen (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)

te pīḍyamānā droṇena droṇānīkaṃ na śaknumaḥ prativīkṣitum apy ājau bhettuṃ tat kuta eva tu

Wir, von Droṇa gequält, vermochten Droṇas Heer im Kampf nicht einmal recht anzusehen — wie hätten wir es da erst durchbrechen sollen?

Wort für Wort
te pīḍyamānā droṇena
wir, von Droṇa gequält (Nom.Pl. + Nom.Pl.Ptz. + Instr.Sg.)
droṇānīkaṃ na śaknumaḥ
vermochten Droṇas Heer nicht (Akk.Sg.Kompositum + Neg. + 1.Pl.Präs.)
prativīkṣitum apy ājau
auch nur recht anzusehen, im Kampf (Inf. + Partikel + Lok.Sg.)
bhettuṃ tat kuta eva tu
wie hätten wir es erst durchbrechen sollen (Inf. + Akk.Sg. + Adv. + Partikel + Partikel)

vayaṃ tv apratimaṃ vīrye sarve saubhadram ātmajam uktavantaḥ sma te tāta bhindhy anīkam iti prabho

Wir alle nun sagten zu Saubhadra [Abhimanyu], meinem Sohn, der an Tapferkeit unvergleichlich war: 'Durchbrich das Heer, lieber Sohn, Gebieter!'

Wort für Wort
vayaṃ tv apratimaṃ vīrye
wir aber, an Tapferkeit unvergleichlich (Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
sarve saubhadram ātmajam
alle, zu Saubhadra, meinem Sohn (Nom.Pl. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
uktavantaḥ sma te tāta
wir sagten zu dir, lieber Sohn (Nom.Pl.Ptz. + Partikel + Dat.Sg. + Vok.Sg.)
bhindhy anīkam iti prabho
durchbrich das Heer, so, Gebieter (Imp.2.Sg. + Akk.Sg. + Iti + Vok.Sg.)

tatas tam apratiratham ahaṃ saubhadram abravam droṇānīkam idaṃ bhindhi dvāraṃ saṃjanayasva naḥ

Dann sprach ich zu jenem Saubhadra, dem an Wagenkampf Unvergleichlichen: 'Durchbrich dieses Heer Droṇas, schaffe uns ein Tor.'

Wort für Wort
tatas tam apratiratham
dann zu jenem, an Wagenkampf Unvergleichlichen (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
ahaṃ saubhadram abravam
sprach ich zu Saubhadra (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 1.Sg.Impf.)
droṇānīkam idaṃ bhindhi
durchbrich dieses Heer Droṇas (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Imp.2.Sg.)
dvāraṃ saṃjanayasva naḥ
schaffe uns ein Tor (Akk.Sg. + Imp.2.Sg.Med. + Dat.Pl.)

[Anm.: 008_0355_01-02 ist ein Einschub, der Yudhiṣṭhiras eigene, persönlich an Abhimanyu gerichtete Aufforderung zusätzlich zur allgemeinen der vorigen Einheit festhält.]

sa tathā codito 'smābhiḥ sadaśva iva vīryavān asahyam api taṃ bhāraṃ voḍhum evopacakrame

Er, so von uns angetrieben, tapfer wie ein edles Ross, machte sich daran, auch jene unerträgliche Last zu tragen.

Wort für Wort
sa tathā codito 'smābhiḥ
er, so von uns angetrieben (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl.)
sadaśva iva vīryavān
tapfer wie ein edles Ross (Nom.Sg. + Vergl.-Partikel + Nom.Sg.Kompositum)
asahyam api taṃ bhāraṃ
auch jene unerträgliche Last (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
voḍhum evopacakrame
machte sich eben daran zu tragen (Inf. + Partikel+3.Sg.Perf.Med.)

sa tavāstropadeśena vīryeṇa ca samanvitaḥ prāviśat tad balaṃ bālaḥ suparṇa iva sāgaram

Er, ausgestattet mit deiner Waffenunterweisung und mit Tapferkeit, drang, der Knabe, in jenes Heer ein wie Suparṇa [Garuḍa] in den Ozean.

Wort für Wort
sa tavāstropadeśena
er, mit deiner Waffenunterweisung (Nom.Sg. + Gen.Sg.+Instr.Sg.Kompositum)
vīryeṇa ca samanvitaḥ
und mit Tapferkeit ausgestattet (Instr.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Ptz.)
prāviśat tad balaṃ bālaḥ
drang ein in jenes Heer, der Knabe (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
suparṇa iva sāgaram
wie Suparṇa in den Ozean (Nom.Sg. + Vergl.-Partikel + Akk.Sg.)

te 'nuyātā vayaṃ vīraṃ sātvatīputram āhave praveṣṭukāmās tenaiva yena sa prāviśac camūm

Wir folgten dem Helden, dem Sohn der Sātvata-Tochter [Subhadrā], im Kampf, wünschend, durch eben jene [Lücke] einzudringen, durch die er in das Heer eingedrungen war.

Wort für Wort
te 'nuyātā vayaṃ vīraṃ
wir folgten dem Helden (Nom.Pl. + Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
sātvatīputram āhave
dem Sohn der Sātvata-Tochter, im Kampf (Akk.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
praveṣṭukāmās tenaiva
wünschend einzudringen, durch eben jene (Nom.Pl.Kompositum + Instr.Sg.+Partikel)
yena sa prāviśac camūm
durch die er in das Heer eingedrungen war (Instr.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)

tataḥ saindhavako rājā kṣudras tāta jayadrathaḥ varadānena rudrasya sarvān naḥ samavārayat

Da hielt der elende König der Sindhus, lieber Sohn, Jayadratha, durch eine Gabe Rudras [einen Segen] uns alle zurück.

Wort für Wort
tataḥ saindhavako rājā
da der König der Sindhus (Adv. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
kṣudras tāta jayadrathaḥ
der elende, lieber Sohn, Jayadratha (Nom.Sg. + Vok.Sg. + Nom.Sg.)
varadānena rudrasya
durch eine Gabe Rudras (Instr.Sg.Kompositum + Gen.Sg.)
sarvān naḥ samavārayat
hielt uns alle zurück (Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.)

tato droṇaḥ kṛpaḥ karṇo drauṇiś ca sa bṛhadbalaḥ kṛtavarmā ca saubhadraṃ ṣaḍ rathāḥ paryavārayan

Da umringten Droṇa, Kṛpa, Karṇa, und der Droṇa-Sohn [Aśvatthāman], sowie Bṛhadbala und Kṛtavarman — sechs Wagenkämpfer — Saubhadra.

Wort für Wort
tato droṇaḥ kṛpaḥ karṇo
da Droṇa, Kṛpa, Karṇa (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
drauṇiś ca sa bṛhadbalaḥ
und der Droṇa-Sohn, jener Bṛhadbala (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kṛtavarmā ca saubhadraṃ
und Kṛtavarman, Saubhadra (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
ṣaḍ rathāḥ paryavārayan
sechs Wagenkämpfer umringten (Nom.Pl.Zahlw. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)

parivārya tu taiḥ sarvair yudhi bālo mahārathaiḥ yatamānaḥ paraṃ śaktyā bahubhir virathīkṛtaḥ

Von all jenen großen Wagenkämpfern im Kampf umringt, wurde der Knabe, obwohl er mit höchster Kraft rang, von den vielen seines Wagens beraubt.

Wort für Wort
parivārya tu taiḥ sarvair
umringt aber von all jenen (Nom.Sg.Ptz. + Partikel + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
yudhi bālo mahārathaiḥ
im Kampf, der Knabe, von den großen Wagenkämpfern (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.Kompositum)
yatamānaḥ paraṃ śaktyā
ringend mit höchster Kraft (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Instr.Sg.)
bahubhir virathīkṛtaḥ
von den vielen des Wagens beraubt (Instr.Pl. + Nom.Sg.Ptz.)

tato dauḥśāsaniḥ kṣipraṃ tathā tair virathīkṛtam saṃśayaṃ paramaṃ prāpya diṣṭāntenābhyayojayat

Da, als er so von ihnen des Wagens beraubt war, ergriff Dauḥśāsani [Duḥśāsanas Sohn] rasch die höchste Gelegenheit und suchte ihn zum Zweikampf, den fatalen Ausgang herbeiführend.

Wort für Wort
tato dauḥśāsaniḥ kṣipraṃ
da Dauḥśāsani rasch (Adv. + Nom.Sg. + Adv.)
tathā tair virathīkṛtam
als er so von ihnen des Wagens beraubt war (Adv. + Instr.Pl. + Akk.Sg.Ptz.)
saṃśayaṃ paramaṃ prāpya
die höchste Gelegenheit ergriffen habend (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
diṣṭāntenābhyayojayat
suchte ihn zum fatalen Zweikampf auf (Instr.Sg.Kompositum+3.Sg.Impf.)

gadāhasto 'bhyayāt tūrṇaṃ jighāṃsur aparājitam gadinaṃ tv atha taṃ dṛṣṭvā vāsavasyātmajātmajaḥ sa jagrāha gadāṃ vīro gadāyuddhaviśāradaḥ gadāmaṇḍalamārgasthau sarvakṣatrasya paśyataḥ

Die Keule in der Hand, näherte er sich rasch, den Unbesiegten töten wollend. Als aber der Sohn des Sohnes des Vāsava [Abhimanyu] ihn keulenbewaffnet sah, ergriff auch er eine Keule, der Held, im Keulenkampf erfahren — beide auf dem kreisrunden Kampfplatz stehend, vor den Augen der gesamten Kriegerkaste.

Wort für Wort
gadāhasto 'bhyayāt tūrṇaṃ
die Keule in der Hand, näherte er sich rasch (Nom.Sg.Kompositum + 3.Sg.Impf. + Adv.)
jighāṃsur aparājitam
töten wollend den Unbesiegten (Nom.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
gadinaṃ tv atha taṃ dṛṣṭvā
ihn aber, keulenbewaffnet, gesehen habend (Akk.Sg.Kompositum + Partikel + Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
vāsavasyātmajātmajaḥ
der Sohn des Sohnes des Vāsava (Gen.Sg.+Nom.Sg.Kompositum)
sa jagrāha gadāṃ vīro
er ergriff eine Keule, der Held (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
gadāyuddhaviśāradaḥ
im Keulenkampf erfahren (Nom.Sg.Kompositum)
gadāmaṇḍalamārgasthau
beide auf dem kreisrunden Kampfplatz stehend (Nom.Du.Kompositum)
sarvakṣatrasya paśyataḥ
vor den Augen der gesamten Kriegerkaste (Gen.Sg.Kompositum + Gen.Sg.Ptz.)

tau saṃprajahratur vīrāv anyonyasyāntaraiṣiṇau tāv anyonyaṃ gadāgrābhyāṃ tāḍitau yuddhadurmadau indradhvajāv ivotsṛṣṭau gatasattvau mahīṃ gatau

Die beiden Helden schlugen aufeinander ein, jeweils nach einer Blöße des anderen suchend; die beiden, von Kampfeswut trunken, von den Keulenspitzen des jeweils anderen getroffen, sanken, ihrer Lebenskraft beraubt, zu Boden wie zwei umgestürzte Indra-Banner.

Wort für Wort
tau saṃprajahratur vīrāv
die beiden Helden schlugen aufeinander ein (Nom.Du. + 3.Du.Perf. + Nom.Du.)
anyonyasyāntaraiṣiṇau
jeweils nach einer Blöße des anderen suchend (Gen.Sg.+Nom.Du.Kompositum)
tāv anyonyaṃ gadāgrābhyāṃ
die beiden, jeweils vom anderen, mit den Keulenspitzen (Nom.Du. + Akk.Sg. + Instr.Du.Kompositum)
tāḍitau yuddhadurmadau
getroffen, von Kampfeswut trunken (Nom.Du.Ptz. + Nom.Du.Kompositum)
indradhvajāv ivotsṛṣṭau
wie zwei umgestürzte Indra-Banner (Nom.Du.Kompositum + Vergl.-Partikel+Nom.Du.Ptz.)
gatasattvau mahīṃ gatau
ihrer Lebenskraft beraubt, zu Boden gesunken (Nom.Du.Kompositum + Akk.Sg. + Nom.Du.Ptz.)

sa tu hatvā sahasrāṇi dvipāśvarathasādinām aṣṭau rathasahasrāṇi nava dantiśatāni ca rājaputraśataṃ cāgryaṃ vīrāṃś cālakṣitān bahūn

Er aber, nachdem er Tausende von Elefanten, Pferden, Wagen und Reitern erschlagen hatte — achttausend Wagen und neunhundert Elefanten — sowie ein vortreffliches Hundert Prinzen und viele unbemerkte Helden —

Wort für Wort
sa tu hatvā sahasrāṇi
er aber, Tausende erschlagen habend (Nom.Sg. + Partikel + Ger. + Akk.Pl.)
dvipāśvarathasādinām
von Elefanten, Pferden, Wagen und Reitern (Gen.Pl.Kompositum)
aṣṭau rathasahasrāṇi
achttausend Wagen (Akk.Pl.Zahlw. + Akk.Pl.Kompositum)
nava dantiśatāni ca
und neunhundert Elefanten (Akk.Pl.Zahlw. + Akk.Pl.Kompositum + Konj.)
rājaputraśataṃ cāgryaṃ
und ein vortreffliches Hundert Prinzen (Akk.Sg.Kompositum + Konj.+Akk.Sg.)
vīrāṃś cālakṣitān bahūn
und viele unbemerkte Helden (Akk.Pl. + Konj.+Akk.Pl.Ptz. + Akk.Pl.)

bṛhadbalaṃ ca rājānaṃ svargeṇājau prayojya ha tato duryodhanasutaṃ lakṣmaṇaṃ hatavān balī gataḥ sukṛtināṃ lokān ye ca svargajitāṃ śubhāḥ adīnas trāsayañ śatrūn nandayitvā ca bāndhavān asakṛn nāma viśrāvya pitṝṇāṃ mātulasya ca tataḥ paramadharmātmā diṣṭāntam upajagmivān

— und nachdem er auch König Bṛhadbala im Kampf mit dem Himmel vereint hatte [d.h. ihn getötet hatte], tötete der Starke sodann Lakṣmaṇa, Duryodhanas Sohn; er ging in die Welten der Verdienstvollen ein, jene glückhaften Welten der zum Himmel Gelangten — unverzagt, die Feinde in Schrecken versetzend und die Verwandten erfreuend, wiederholt seinen Namen verkündend, zu Ehren seiner Väter und seines Onkels mütterlicherseits — da traf der höchst rechtschaffene [Knabe] auf sein Schicksal.

Wort für Wort
bṛhadbalaṃ ca rājānaṃ
und König Bṛhadbala (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
svargeṇājau prayojya ha
im Kampf mit dem Himmel vereint habend, fürwahr (Instr.Sg. + Lok.Sg. + Ger. + Partikel)
tato duryodhanasutaṃ
sodann Duryodhanas Sohn (Adv. + Akk.Sg.Kompositum)
lakṣmaṇaṃ hatavān balī
tötete der Starke Lakṣmaṇa (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
gataḥ sukṛtināṃ lokān
ging in die Welten der Verdienstvollen ein (Nom.Sg.Ptz. + Gen.Pl. + Akk.Pl.)
ye ca svargajitāṃ śubhāḥ
jene glückhaften der zum Himmel Gelangten (Nom.Pl. + Konj. + Gen.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)
adīnas trāsayañ śatrūn
unverzagt, die Feinde in Schrecken versetzend (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl.)
nandayitvā ca bāndhavān
und die Verwandten erfreut habend (Ger. + Konj. + Akk.Pl.)
asakṛn nāma viśrāvya
wiederholt den Namen verkündet habend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
pitṝṇāṃ mātulasya ca
der Väter und des Onkels mütterlicherseits (Gen.Pl. + Gen.Sg. + Konj.)
tataḥ paramadharmātmā
da der höchst rechtschaffene (Adv. + Nom.Sg.Kompositum)
diṣṭāntam upajagmivān
traf auf sein Schicksal (Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz.)

vīro diṣṭāntam āpannaḥ śocayan bāndhavān bahūn tataḥ sma śokasaṃtaptā bhavatādya sameyuṣaḥ etāvad eva nirvṛttam asmākaṃ śokavardhanam sa caivaṃ puruṣavyāghraḥ svargalokam avāptavān

Der Held, auf sein Schicksal getroffen, ließ viele Verwandte trauern; wir nun, von Kummer versengt, sind heute hier zusammengekommen. Genau dies allein ist geschehen, unseren Kummer mehrend — und so hat er, der Tiger unter den Männern, die Himmelswelt erlangt.“

Wort für Wort
vīro diṣṭāntam āpannaḥ
der Held, auf sein Schicksal getroffen (Nom.Sg. + Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz.)
śocayan bāndhavān bahūn
ließ viele Verwandte trauern (Nom.Sg.Ptz.Kaus. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
tataḥ sma śokasaṃtaptā
wir nun, von Kummer versengt (Adv. + Partikel + Nom.Pl.Kompositum)
bhavatādya sameyuṣaḥ
sind heute hier zusammengekommen (2.Pl.Präs.+Adv. + Nom.Pl.Ptz.)
etāvad eva nirvṛttam
genau dies allein ist geschehen (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Ptz.)
asmākaṃ śokavardhanam
unseren Kummer mehrend (Gen.Pl. + Akk.Sg.Kompositum)
sa caivaṃ puruṣavyāghraḥ
und so er, der Tiger unter den Männern (Nom.Sg. + Konj.+Adv. + Nom.Sg.Kompositum)
svargalokam avāptavān
hat die Himmelswelt erlangt (Akk.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz.)

[Anm.: Hiermit endet Yudhiṣṭhiras Bericht — Schluss von CQ-Region 1.]

tato 'rjuno vacaḥ śrutvā dharmarājena bhāṣitam hā putra iti niḥśvasya vyathito nyapatad bhuvi vyathito nyapatad bhūmau duḥkhārtaḥ sa mumoha ca viṣaṇṇavadanāḥ sarve parigṛhya dhanaṃjayam netrair animiṣair dīnāḥ pratyavekṣan parasparam

Da, nachdem Arjuna das von Yudhiṣṭhira gesprochene Wort gehört hatte, seufzte er »Ha, mein Sohn!« und fiel, erschüttert, zu Boden; erschüttert fiel er zu Boden, von Schmerz gequält, und wurde ohnmächtig. Alle, mit bekümmerten Gesichtern, umringten Dhanañjaya; mit unbewegten, elenden Augen blickten sie einander an.

Wort für Wort
tato 'rjuno vacaḥ śrutvā
da, nachdem Arjuna das Wort gehört hatte (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
dharmarājena bhāṣitam
das von Yudhiṣṭhira gesprochene (Instr.Sg. + Akk.Sg.Ptz.)
hā putra iti niḥśvasya
»Ha, mein Sohn!« seufzend (Interj. + Vok.Sg. + Zitatpartikel + Ger.)
vyathito nyapatad bhuvi
erschüttert fiel er zu Boden (Nom.Sg.Ptz. + 3.Sg.Aor. + Lok.Sg.)
vyathito nyapatad bhūmau
erschüttert fiel er zu Boden (Nom.Sg.Ptz. + 3.Sg.Aor. + Lok.Sg.)
duḥkhārtaḥ sa mumoha ca
und er, von Schmerz gequält, wurde ohnmächtig (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Konj.)
viṣaṇṇavadanāḥ sarve
alle mit bekümmerten Gesichtern (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)
parigṛhya dhanaṃjayam
Dhanañjaya umringend (Ger. + Akk.Sg.)
netrair animiṣair dīnāḥ
mit unbewegten, elenden Augen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl.)
pratyavekṣan parasparam
blickten sie einander an (3.Pl.Impf. + Akk.)

[Anm.: Reine Erzählung Saṃjayas — keine Markierung. »Ha, mein Sohn!« ist Arjunas unwillkürlicher Ausruf, kein eigener Redeabschnitt.]

pratilabhya tataḥ saṃjñāṃ vāsaviḥ krodhamūrchitaḥ kampamāno jvareṇeva niḥśvasaṃś ca muhur muhuḥ pāṇiṃ pāṇau viniṣpiṣya śvasamāno 'śrunetravān triśikhāṃ bhrukuṭīṃ kṛtvā krodhasaṃraktalocanaḥ unmatta iva viprekṣann idaṃ vacanam abravīt

Da, das Bewusstsein wiedererlangend, war der Sohn des Vāsava [Arjuna] wie von Zorn betäubt, zitternd wie im Fieber, immer wieder seufzend; Hand in Hand reibend, schnaubend, mit tränenerfüllten Augen, die Stirn dreifach gefurcht, die Augen zornrot, wie von Sinnen umherblickend, sprach er dieses Wort:

Wort für Wort
pratilabhya tataḥ saṃjñām
da, das Bewusstsein wiedererlangend (Ger. + Adv. + Akk.Sg.)
vāsaviḥ krodhamūrchitaḥ
der Sohn des Vāsava, wie von Zorn betäubt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
kampamāno jvareṇeva
zitternd wie im Fieber (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Sg.+Konj.)
niḥśvasaṃś ca muhur muhuḥ
und immer wieder seufzend (Nom.Sg.Ptz. + Konj. + Adv.wiederholt)
pāṇiṃ pāṇau viniṣpiṣya
Hand in Hand reibend (Akk.Sg. + Lok.Sg. + Ger.)
śvasamāno 'śrunetravān
schnaubend, mit tränenerfüllten Augen (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
triśikhāṃ bhrukuṭīṃ kṛtvā
die Stirn dreifach gefurcht habend (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Ger.)
krodhasaṃraktalocanaḥ
mit zornrot gefärbten Augen (Nom.Sg.Kompositum)
unmatta iva viprekṣan
wie von Sinnen umherblickend (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Ptz.)
idaṃ vacanam abravīt
sprach er dieses Wort (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: Weiterhin reine Erzählung Saṃjayas — keine Markierung. Hier beginnt Arjunas eigentliche Rede.]

satyaṃ vaḥ pratijānāmi śvo 'smi hantā jayadratham na ced vadhabhayād bhīto dhārtarāṣṭrān prahāsyati na cāsmāñ śaraṇaṃ gacchet kṛṣṇaṃ vā puruṣottamam

„Wahrhaftig verspreche ich euch: morgen werde ich der Töter Jayadrathas sein — wenn er nicht, aus Furcht vor dem Tod erschrocken, die Söhne Dhṛtarāṣṭras verlässt und nicht zu uns Zuflucht nimmt, oder zu Kṛṣṇa, dem Höchsten unter den Männern,

Wort für Wort
satyaṃ vaḥ pratijānāmi
wahrhaftig verspreche ich euch (Akk.Sg.Adv. + Akk.Pl. + 1.Sg.Präs.)
śvo 'smi hantā jayadratham
morgen werde ich der Töter Jayadrathas sein (Adv. + 1.Sg.Präs. + Nom.Sg.Ag. + Akk.Sg.)
na ced vadhabhayād bhītaḥ
wenn er nicht, aus Furcht vor dem Tod erschrocken (Neg. + Konj. + Abl.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Ptz.)
dhārtarāṣṭrān prahāsyati
die Söhne Dhṛtarāṣṭras verlassen wird (Akk.Pl. + 3.Sg.Fut.)
na cāsmāñ śaraṇaṃ gacchet
und nicht zu uns Zuflucht nimmt (Neg.+Konj. + Akk.Pl. + Akk.Sg. + 3.Sg.Opt.)
kṛṣṇaṃ vā puruṣottamam
oder zu Kṛṣṇa, dem Höchsten unter den Männern (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.Kompositum)

[Anm.: Hier öffnet CQ-Region 2 — Arjunas Schwur gegen Jayadratha, der bis zum Ende der Kapitels reicht (mit Unterbrechung durch Bhīmas Ausruf in Einheit 39). Es folgt eine lange formelhafte Aufzählung schrecklicher Wiedergeburten, die Arjuna sich selbst auferlegt, sollte er sein Gelöbnis nicht erfüllen.]

bhavantaṃ vā mahārāja śvo 'smi hantā jayadratham dhārtarāṣṭrapriyakaraṃ mayi vismṛtasauhṛdam mayi vismṛtasauhārdaṃ duryodhanahite ratam pāpaṃ bālavadhe hetuṃ śvo 'smi hantā jayadratham

oder zu Euch, o Großkönig — morgen werde ich der Töter Jayadrathas sein: ihn, der den Söhnen Dhṛtarāṣṭras Freude bereitet, der mir gegenüber die Freundschaft vergessen hat, der mir gegenüber die Freundschaft vergessen hat, der am Wohl Duryodhanas Gefallen findet, den Sündigen, den Urheber der Tötung des Knaben — morgen werde ich der Töter Jayadrathas sein!

Wort für Wort
bhavantaṃ vā mahārāja
oder zu Euch, o Großkönig (Akk.Sg. + Konj. + Vok.Sg.)
śvo 'smi hantā jayadratham
morgen werde ich der Töter Jayadrathas sein (Adv. + 1.Sg.Präs. + Nom.Sg.Ag. + Akk.Sg.)
dhārtarāṣṭrapriyakaram
der den Söhnen Dhṛtarāṣṭras Freude bereitet (Akk.Sg.Kompositum)
mayi vismṛtasauhṛdam
der mir gegenüber die Freundschaft vergessen hat (Lok.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
mayi vismṛtasauhārdam
der mir gegenüber die Freundschaft vergessen hat (Lok.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
duryodhanahite ratam
der am Wohl Duryodhanas Gefallen findet (Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
pāpaṃ bālavadhe hetum
den Sündigen, den Urheber der Tötung des Knaben (Akk.Sg. + Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
śvo 'smi hantā jayadratham
morgen werde ich der Töter Jayadrathas sein (Adv. + 1.Sg.Präs. + Nom.Sg.Ag. + Akk.Sg.)

[Anm.: Refrain »śvo 'smi hantā jayadratham« markiert die einzelnen Bedingungssätze des Schwurs; „Knabe“ bezieht sich auf Abhimanyu.]

rakṣamāṇāś ca taṃ saṃkhye ye māṃ yotsyanti ke cana api droṇakṛpau vīrau chādayiṣyāmi tāñ śaraiḥ rājan droṇamukhāṃs tāṃs tān vārayiṣyāmy ahaṃ śaraiḥ

Und wer auch immer, ihn in der Schlacht beschützend, gegen mich kämpfen wird — selbst die Helden Droṇa und Kṛpa —, ich werde sie mit Pfeilen bedecken; jene, angeführt von Droṇa, werde ich, o König, mit Pfeilen abwehren.

Wort für Wort
rakṣamāṇāś ca taṃ saṃkhye
und ihn in der Schlacht beschützend (Nom.Pl.Ptz. + Konj. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
ye māṃ yotsyanti ke cana
wer auch immer gegen mich kämpfen wird (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 3.Pl.Fut. + Indef.)
api droṇakṛpau vīrau
selbst die Helden Droṇa und Kṛpa (Konj. + Akk.Dual + Akk.Dual)
chādayiṣyāmi tāñ śaraiḥ
ich werde sie mit Pfeilen bedecken (1.Sg.Fut. + Akk.Pl. + Instr.Pl.)
rājan droṇamukhāṃs tān
o König, jene, angeführt von Droṇa (Vok.Sg. + Akk.Pl.Kompositum + Akk.Pl.)
vārayiṣyāmy ahaṃ śaraiḥ
werde ich mit Pfeilen abwehren (1.Sg.Fut. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)

yady etad evaṃ saṃgrāme na kuryāṃ puruṣarṣabhāḥ mā sma puṇyakṛtāṃ lokān prāpnuyāṃ śūrasaṃmatān

Wenn ich dies so in der Schlacht nicht vollbringe, o Stiere unter den Männern, dann möge ich nicht die Welten der Verdienstvollen erlangen, die den Helden geziemen —

Wort für Wort
yady etad evaṃ saṃgrāme
wenn ich dies so in der Schlacht (Konj. + Akk.Sg. + Adv. + Lok.Sg.)
na kuryāṃ puruṣarṣabhāḥ
nicht vollbringe, o Stiere unter den Männern (Neg. + 1.Sg.Opt. + Vok.Pl.Kompositum)
mā sma puṇyakṛtāṃ lokān
möge ich nicht die Welten der Verdienstvollen [erlangen] (Proh. + Partikel + Gen.Pl.Ptz. + Akk.Pl.)
prāpnuyāṃ śūrasaṃmatān
erlangen, die den Helden geziemen (1.Sg.Opt. + Akk.Pl.Kompositum)

[Anm.: Hier beginnt der eigentliche Fluch-Katalog: die Liste der schrecklichen Wiedergeburten, die Arjuna sich für den Fall seines Scheiterns auferlegt.]

ye lokā mātṛhantṝṇāṃ ye cāpi pitṛghātinām gurudāragāmināṃ ye ca piśunānāṃ ca ye tathā sādhūn asūyatāṃ ye ca ye cāpi parivādinām ye ca nikṣepahartṝṇāṃ ye ca viśvāsaghātinām bhuktapūrvāṃ striyaṃ ye ca nindatām aghaśaṃsinām brahmaghnānāṃ ca ye lokā ye ca goghātinām api pāyasaṃ vā yavānnaṃ vā śākaṃ kṛsaram eva vā saṃyāvāpūpamāṃsāni ye ca lokā vṛthāśnatām

die Welten der Muttermörder, und auch jener, die den Vater erschlagen; der Ehebrecher mit der Frau des Lehrers, und ebenso der Verleumder; derer, die Rechtschaffene beneiden, und auch derer, die verleumden; der Diebe anvertrauten Gutes, und der Verräter des Vertrauens; derer, die eine früher genossene Frau schmähen, der Verkünder von Unheil; die Welten der Brahmanenmörder, und auch der Kuhtöter; und die Welten derer, die Milchreis, Gerstenspeise, Gemüse oder Reisbrei, Backwerk, Kuchen und Fleisch unnütz [d.h. ohne zu opfern oder zu teilen] verzehren —

Wort für Wort
ye lokā mātṛhantṝṇām
die Welten der Muttermörder (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Gen.Pl.)
ye cāpi pitṛghātinām
und auch jener, die den Vater erschlagen (Nom.Pl. + Konj.+Konj. + Gen.Pl.)
gurudāragāmināṃ ye ca
und der Ehebrecher mit der Frau des Lehrers (Gen.Pl.Kompositum + Nom.Pl. + Konj.)
piśunānāṃ ca ye tathā
und ebenso der Verleumder (Gen.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Adv.)
sādhūn asūyatāṃ ye ca
und derer, die Rechtschaffene beneiden (Akk.Pl. + Gen.Pl.Ptz. + Nom.Pl. + Konj.)
ye cāpi parivādinām
und auch derer, die verleumden (Nom.Pl. + Konj.+Konj. + Gen.Pl.)
ye ca nikṣepahartṝṇām
und der Diebe anvertrauten Gutes (Nom.Pl. + Konj. + Gen.Pl.)
ye ca viśvāsaghātinām
und der Verräter des Vertrauens (Nom.Pl. + Konj. + Gen.Pl.)
bhuktapūrvāṃ striyaṃ ye ca
und derer, die eine früher genossene Frau (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Nom.Pl. + Konj.)
nindatām aghaśaṃsinām
schmähen, der Verkünder von Unheil (Gen.Pl.Ptz. + Gen.Pl.)
brahmaghnānāṃ ca ye lokā
und die Welten der Brahmanenmörder (Gen.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
ye ca goghātinām api
und auch der Kuhtöter (Nom.Pl. + Konj. + Gen.Pl. + Konj.)
pāyasaṃ vā yavānnaṃ vā
Milchreis, oder Gerstenspeise, oder (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.Kompositum + Konj.)
śākaṃ kṛsaram eva vā
Gemüse oder eben Reisbrei (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Konj.)
saṃyāvāpūpamāṃsāni
Backwerk, Kuchen und Fleisch (Akk.Pl.Kompositum)
ye ca lokā vṛthāśnatām
und die Welten derer, die [dies] unnütz verzehren (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Gen.Pl.Ptz.)

adattvā bhuñjatāṃ yā vai māṃsaṃ vā sā gatir mama tān ahnaivādhigaccheyaṃ na ced dhanyāṃ jayadratham vedādhyāyinam atyarthaṃ saṃśitaṃ vā dvijottamam avamanyamāno yān yāti vṛddhān sādhūṃs tathā gurūn spṛśatāṃ brāhmaṇaṃ gāṃ ca pādenāgniṃ ca yāṃ labhet yāpsu śleṣma purīṣaṃ vā mūtraṃ vā muñcatāṃ gatiḥ tāṃ gaccheyaṃ gatiṃ ghorāṃ na ced dhanyāṃ jayadratham

und wer, ohne zu geben, Fleisch verzehrt — dessen Bestimmung sei die meine: jene möge ich noch am selben Tag erreichen, wenn ich nicht Jayadratha erschlage! Wer einen übermäßig im Vedastudium Geübten, einen geweihten Besten der Zweifachgeborenen, verachtet, wer zu Alten, Rechtschaffenen, ebenso zu Lehrern [in dieser Weise] geht; der Zustand derer, die mit dem Fuß einen Brahmanen, eine Kuh oder Feuer berühren, oder die Schleim, Kot oder Urin ins Wasser entleeren — diesen furchtbaren Zustand möge ich erreichen, wenn ich nicht Jayadratha erschlage!

Wort für Wort
adattvā bhuñjatāṃ yā vai
wer, ohne zu geben, verzehrt (Ger. + Gen.Pl.Ptz. + Nom.Sg. + Partikel)
māṃsaṃ vā sā gatir mama
Fleisch — jene Bestimmung sei die meine (Akk.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
tān ahnaivādhigaccheyam
jene möge ich noch am selben Tag erreichen (Akk.Pl. + Instr.Sg.+Konj. + 1.Sg.Opt.)
na ced dhanyāṃ jayadratham
wenn ich nicht Jayadratha erschlage (Neg. + Konj. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)
vedādhyāyinam atyarthaṃ
einen übermäßig im Vedastudium Geübten (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adv.)
saṃśitaṃ vā dvijottamam
einen geweihten Besten der Zweifachgeborenen (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.Kompositum)
avamanyamāno yān yāti
wer sie verachtend geht (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl. + 3.Sg.Präs.)
vṛddhān sādhūṃs tathā gurūn
zu Alten, Rechtschaffenen, ebenso Lehrern (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Adv. + Akk.Pl.)
spṛśatāṃ brāhmaṇaṃ gāṃ ca
derer, die einen Brahmanen und eine Kuh berühren (Gen.Pl.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj.)
pādenāgniṃ ca yāṃ labhet
mit dem Fuß und Feuer, wer immer [es] erreicht (Instr.Sg.+Akk.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt.)
yāpsu śleṣma purīṣaṃ vā
wer Schleim oder Kot ins Wasser (Nom.Sg. + Lok.Pl. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Konj.)
mūtraṃ vā muñcatāṃ gatiḥ
oder Urin entleert — deren Zustand (Akk.Sg. + Konj. + Gen.Pl.Ptz. + Nom.Sg.)
tāṃ gaccheyaṃ gatiṃ ghorām
diesen furchtbaren Zustand möge ich erreichen (Akk.Sg. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
na ced dhanyāṃ jayadratham
wenn ich nicht Jayadratha erschlage (Neg. + Konj. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)

[Anm.: Refrain schließt diesen zweiten Unterabschnitt der Liste.]

śītabhītāś ca ye viprā raṇabhītāś ca kṣatriyāḥ teṣāṃ gatiṃ gamiṣyāmi na ced dhanyāṃ jayadratham

Die Brahmanen, die sich vor Kälte fürchten, und die Kṣatriyas, die sich vor der Schlacht fürchten — deren Zustand werde ich erreichen, wenn ich nicht Jayadratha erschlage!

Wort für Wort
śītabhītāś ca ye viprā
und die Brahmanen, die sich vor Kälte fürchten (Nom.Pl.Kompositum + Konj. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
raṇabhītāś ca kṣatriyāḥ
und die Kṣatriyas, die sich vor der Schlacht fürchten (Nom.Pl.Kompositum + Konj. + Nom.Pl.)
teṣāṃ gatiṃ gamiṣyāmi
deren Zustand werde ich erreichen (Gen.Pl. + Akk.Sg. + 1.Sg.Fut.)
na ced dhanyāṃ jayadratham
wenn ich nicht Jayadratha erschlage (Neg. + Konj. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)

nagnasya snāyamānasya yā ca vandhyātither gatiḥ utkocināṃ mṛṣoktīnāṃ vañcakānāṃ ca yā gatiḥ ātmāpahāriṇāṃ yā ca yā ca mithyābhiśaṃsinām bhṛtyaiḥ saṃdṛśyamānānāṃ putradārāśritais tathā asaṃvibhajya kṣudrāṇāṃ yā gatir mṛṣṭam aśnatām yaḥ pratyavasito vipro na saṃnyāsaṃ punaś caret prāyaścittena yasya syāc chuddhas tasya ca yā gatiḥ tāṃ gaccheyaṃ gatiṃ ghorāṃ na ced dhanyāṃ jayadratham

Und der Zustand des Nackten, des sich Badenden, dessen, der einen Gast fortweist; der Zustand der Bestechlichen, der Lügner, und der Betrüger; der Selbstbetrüger, und derer, die falsch anklagen; derer, die von Dienern beim [Betteln] gesehen werden, ebenso von den Söhnen und der Frau, die auf sie angewiesen sind; der Zustand derer, die, ohne zu teilen, vor den Niedrigen Köstliches essen; welcher Brahmane, zur Buße verpflichtet, die Entsagung nicht [ordnungsgemäß] wieder vollzieht, und dessen [Sünde], durch Buße gereinigt werden sollte — diesen furchtbaren Zustand möge ich erreichen, wenn ich nicht Jayadratha erschlage!

Wort für Wort
nagnasya snāyamānasya
des Nackten, des sich Badenden (Gen.Sg. + Gen.Sg.Ptz.)
yā ca vandhyātither gatiḥ
und der Zustand dessen, der einen Gast fortweist (Nom.Sg. + Konj. + Gen.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
utkocināṃ mṛṣoktīnām
der Bestechlichen, der Lügner (Gen.Pl. + Gen.Pl.)
vañcakānāṃ ca yā gatiḥ
und der Betrüger, welcher Zustand (Gen.Pl. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
ātmāpahāriṇāṃ yā ca
und [der Zustand] der Selbstbetrüger (Gen.Pl. + Nom.Sg. + Konj.)
yā ca mithyābhiśaṃsinām
und derer, die falsch anklagen (Nom.Sg. + Konj. + Gen.Pl.)
bhṛtyaiḥ saṃdṛśyamānānām
derer, die von Dienern gesehen werden (Instr.Pl. + Gen.Pl.Ptz.)
putradārāśritais tathā
ebenso von Söhnen und Frau, die [auf sie] angewiesen sind (Instr.Pl.Kompositum + Adv.)
asaṃvibhajya kṣudrāṇāṃ
ohne zu teilen, vor den Niedrigen (Ger. + Gen.Pl.)
yā gatir mṛṣṭam aśnatām
welcher Zustand derer, die Köstliches essen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Pl.Ptz.)
yaḥ pratyavasito vipraḥ
welcher Brahmane, [zur Buße] verpflichtet (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
na saṃnyāsaṃ punaś caret
die Entsagung nicht wieder vollzieht (Neg. + Akk.Sg. + Adv. + 3.Sg.Opt.)
prāyaścittena yasya syāc
und wessen [Sünde] durch Buße (Instr.Sg. + Gen.Sg. + 3.Sg.Opt.)
chuddhas tasya ca yā gatiḥ
gereinigt werden sollte — dessen Zustand (Nom.Sg.Ptz. + Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
tāṃ gaccheyaṃ gatiṃ ghorām
diesen furchtbaren Zustand möge ich erreichen (Akk.Sg. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
na ced dhanyāṃ jayadratham
wenn ich nicht Jayadratha erschlage (Neg. + Konj. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)

saṃśritaṃ vāpi yas tyaktvā sādhuṃ tadvacane ratam na bibharti nṛśaṃsātmā nindate copakāriṇam tathā devalakāñ śrāddhe satataṃ paṅktidūṣakān ye bhojayanti saṃmūḍhās tāṃ gatiṃ samavāpnuyām

Und wer einen, der Zuflucht gesucht hat — einen Rechtschaffenen, der an seinem Wort festhält —, verlässt und ihn, grausamen Sinnes, nicht ernährt, und den Wohltäter schmäht; ebenso welche Verblendete die Devalakas [gedungene Priester], die beim Totenopfer stets die Speisereihe verderben, bewirten — diesen Zustand möge ich erlangen!

Wort für Wort
saṃśritaṃ vāpi yas tyaktvā
und wer einen, der Zuflucht gesucht hat, verlassend (Akk.Sg.Ptz. + Konj. + Nom.Sg. + Ger.)
sādhuṃ tadvacane ratam
einen Rechtschaffenen, an seinem Wort festhaltend (Akk.Sg. + Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)
na bibharti nṛśaṃsātmā
ihn, grausamen Sinnes, nicht ernährt (Neg. + 3.Sg.Präs. + Nom.Sg.Kompositum)
nindate copakāriṇam
und den Wohltäter schmäht (3.Sg.Präs.Med. + Konj. + Akk.Sg.)
tathā devalakāñ śrāddhe
ebenso die Devalakas beim Totenopfer (Adv. + Akk.Pl. + Lok.Sg.)
satataṃ paṅktidūṣakān
die stets die Speisereihe verderben (Adv. + Akk.Pl.Kompositum)
ye bhojayanti saṃmūḍhāḥ
welche Verblendete bewirten (Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.Kaus. + Nom.Pl.)
tāṃ gatiṃ samavāpnuyām
diesen Zustand möge ich erlangen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 1.Sg.Opt.)

[Anm.: „Devalaka“ bezeichnet einen Priester, der gegen Lohn Götterdienst verrichtet und dadurch als unwürdig gilt, bei einem Ahnenopfer (śrāddha) zu speisen.]

arhate prātiveśyāya śrāddhaṃ yo na dadāti ca anarhate ca yo dadyād vṛṣalīpatyur eva ca matsyakacchapabhakṣāṇāṃ bhakṣyamastakaśāyinām saindhavānāṃ gatiṃ yāmi śvo na hanyāṃ jayadratham

Wer dem würdigen Nachbarn das Totenopfer nicht gibt, und wer es dem Unwürdigen gibt, oder [wer] der Gatte einer Frau niederer Herkunft ist — den Zustand der Fisch- und Schildkrötenesser, derer, die auf den Resten der Speise schlafen, den Zustand der Saindhavas [Männer aus dem Land Sindhu] werde ich erreichen, wenn ich morgen Jayadratha nicht erschlage!

Wort für Wort
arhate prātiveśyāya
dem würdigen Nachbarn (Dat.Sg. + Dat.Sg.)
śrāddhaṃ yo na dadāti ca
und wer das Totenopfer nicht gibt (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Präs. + Konj.)
anarhate ca yo dadyād
und wer es dem Unwürdigen gibt (Dat.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt.)
vṛṣalīpatyur eva ca
oder wer der Gatte einer Frau niederer Herkunft ist (Nom.Sg.Kompositum + Partikel + Konj.)
matsyakacchapabhakṣāṇām
der Fisch- und Schildkrötenesser (Gen.Pl.Kompositum)
bhakṣyamastakaśāyinām
derer, die auf den Resten der Speise schlafen (Gen.Pl.Kompositum)
saindhavānāṃ gatiṃ yāmi
den Zustand der Saindhavas werde ich erreichen (Gen.Pl. + Akk.Sg. + 1.Sg.Präs.)
śvo na hanyāṃ jayadratham
wenn ich morgen Jayadratha nicht erschlage (Adv. + Neg. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)

[Anm.: Die Saindhavas sind Jayadrathas eigenes Volk (er ist König von Sindhu) — die Formel wendet hier ironisch den Namen von Jayadrathas Leuten selbst als Fluchziel.]

madyapo bhinnamaryādaḥ kṛtaghno bhrātṛnindakaḥ teṣāṃ gatim iyāṃ kṣipraṃ na ced dhanyāṃ jayadratham

des Trinkers, der die Grenzen [des Anstands] überschreitet, des Undankbaren, des Verleumders des Bruders — deren Zustand möge ich rasch erreichen, wenn ich nicht Jayadratha erschlage!

Wort für Wort
madyapo bhinnamaryādaḥ
des Trinkers, der die Grenzen überschreitet (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
kṛtaghno bhrātṛnindakaḥ
des Undankbaren, des Verleumders des Bruders (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
teṣāṃ gatim iyāṃ kṣipram
deren Zustand möge ich rasch [erreichen] (Gen.Pl. + Akk.Sg. + 1.Sg.Opt. + Adv.)
na ced dhanyāṃ jayadratham
wenn ich nicht Jayadratha erschlage (Neg. + Konj. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)

dharmād apetā ye cānye mayā nātrānukīrtitāḥ ye cānukīrtitāḥ kṣipraṃ teṣāṃ gatim avāpnuyām yadi vyuṣṭām imāṃ rātriṃ śvo na hanyāṃ jayadratham

Und welche anderen, vom Recht Abgefallenen, hier von mir nicht genannt wurden — und welche genannt wurden —, rasch möge ich deren Zustand erlangen, wenn ich, nachdem diese Nacht vergangen ist, morgen Jayadratha nicht erschlage!

Wort für Wort
dharmād apetā ye cānye
und welche anderen, vom Recht Abgefallenen (Abl.Sg. + Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl. + Konj.+Nom.Pl.)
mayā nātrānukīrtitāḥ
hier von mir nicht genannt (Instr.Sg. + Neg.+Adv.+Nom.Pl.Ptz.)
ye cānukīrtitāḥ kṣipram
und welche genannt wurden, rasch (Nom.Pl. + Konj.+Nom.Pl.Ptz. + Adv.)
teṣāṃ gatim avāpnuyām
möge ich deren Zustand erlangen (Gen.Pl. + Akk.Sg. + 1.Sg.Opt.)
yadi vyuṣṭām imāṃ rātrim
wenn diese Nacht vergangen ist (Konj. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
śvo na hanyāṃ jayadratham
wenn ich morgen Jayadratha nicht erschlage (Adv. + Neg. + 1.Sg.Opt. + Akk.Sg.)

[Anm.: Hiermit schließt der Fluch-Katalog mit einer Auffangklausel für alle nicht eigens genannten Sünder.]

imāṃ cāpy aparāṃ bhūyaḥ pratijñāṃ me nibodhata anastamita āditye na ced dhanmi jayadratham yady asminn ahate pāpe sūryo 'stam upayāsyati ihaiva saṃpraveṣṭāhaṃ jvalitaṃ jātavedasam gāṇḍīvahasto rājñāṃ ca samakṣaṃ pṛthivīpate

Und vernehmt auch noch dieses weitere Gelöbnis von mir: wenn ich, ehe die Sonne untergegangen ist, Jayadratha nicht erschlage — wenn, während dieser Sündige noch ungetötet ist, die Sonne untergehen wird, dann werde ich eben hier in das lodernde Feuer eingehen, Gāṇḍīva in der Hand, vor den Augen der Könige, o Herrscher der Erde!

Wort für Wort
imāṃ cāpy aparāṃ bhūyaḥ
und auch dieses weitere (Akk.Sg. + Konj.+Konj. + Akk.Sg. + Adv.)
pratijñāṃ me nibodhata
Gelöbnis von mir vernehmt (Akk.Sg. + Gen.Sg. + 2.Pl.Imp.)
anastamita āditye
ehe die Sonne untergegangen ist (Nom.Sg.Ptz.+Neg. + Lok.Sg.)
na ced dhanmi jayadratham
wenn ich Jayadratha nicht erschlage (Neg. + Konj. + 1.Sg.Präs. + Akk.Sg.)
yady asminn ahate pāpe
wenn, während dieser Sündige ungetötet ist (Konj. + Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz. + Lok.Sg.)
sūryo 'stam upayāsyati
die Sonne untergehen wird (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Fut.)
ihaiva saṃpraveṣṭāhaṃ
eben hier werde ich eingehen (Adv.+Partikel + 1.Sg.Fut.Ag. + Nom.Sg.)
jvalitaṃ jātavedasam
in das lodernde Feuer (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
gāṇḍīvahasto rājñāṃ ca
Gāṇḍīva in der Hand, vor den Königen (Nom.Sg.Kompositum + Gen.Pl. + Konj.)
samakṣaṃ pṛthivīpate
vor den Augen, o Herrscher der Erde (Adv. + Vok.Sg.Kompositum)

[Anm.: Der Feuertod-Schwur — die zweite, äußerste Bedingung des Gelöbnisses.]

asurasuramanuṣyāḥ pakṣiṇo voragā vā pitṛrajanicarā vā brahmadevarṣayo vā caram acaram apīdaṃ yat paraṃ cāpi tasmāt tad api mama ripuṃ taṃ rakṣituṃ naiva śaktāḥ yadi viśati rasātalaṃ tadagryaṃ viyad api devapuraṃ diteḥ puraṃ vā tad api śaraśatair ahaṃ prabhāte bhṛśam abhipatya ripoḥ śiro 'bhihartā

Asuras, Götter, Menschen, Vögel oder Schlangen, Ahnen oder Nachtwandler, oder Brahmā, Götter, Seher — das Bewegliche und Unbewegliche, und was auch jenseits davon sein mag, all das wird nicht imstande sein, jenen meinen Feind zu beschützen. Selbst wenn er in jenes höchste Rasātala eintaucht, oder in den Himmel, in die Stadt der Götter, oder in die Stadt der Diti — auch dort werde ich am Morgen mit hundert Pfeilen heftig herabstürzen und das Haupt des Feindes forttragen!“

Wort für Wort
asurasuramanuṣyāḥ pakṣiṇo
Asuras, Götter, Menschen, Vögel (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)
voragā vā pitṛrajanicarā vā
oder Schlangen, oder Ahnen und Nachtwandler (Konj.+Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.Kompositum + Konj.)
brahmadevarṣayo vā
oder Brahmā, Götter, Seher (Nom.Pl.Kompositum + Konj.)
caram acaram apīdaṃ
das Bewegliche, das Unbewegliche, und dies auch (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.+Nom.Sg.)
yat paraṃ cāpi tasmāt
was auch jenseits davon sein mag (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.+Konj. + Abl.Sg.)
tad api mama ripuṃ tam
all das diesen meinen Feind (Nom.Sg. + Konj. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
rakṣituṃ naiva śaktāḥ
zu beschützen sind nicht imstande (Inf. + Neg.+Partikel + Nom.Pl.)
yadi viśati rasātalaṃ
wenn er in Rasātala eintaucht (Konj. + 3.Sg.Präs. + Akk.Sg.)
tadagryaṃ viyad api
jenes höchste, oder den Himmel (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Konj.)
devapuraṃ diteḥ puraṃ vā
die Stadt der Götter, oder die Stadt der Diti (Akk.Sg.Kompositum + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Konj.)
tad api śaraśatair aham
auch dort werde ich mit hundert Pfeilen (Adv. + Konj. + Instr.Pl.Kompositum + Nom.Sg.)
prabhāte bhṛśam abhipatya
am Morgen heftig herabgestürzt (Lok.Sg. + Adv. + Ger.)
ripoḥ śiro 'bhihartā
das Haupt des Feindes werde forttragen (Gen.Sg. + Akk.Sg. + 1.Sg.Fut.Ag.)

[Anm.: Rasātala ist eine der Unterwelten; Diti ist die Mutter der Asuras — ihre „Stadt“ meint deren Unterweltreich. Der kosmische Prahlvers beschließt den Kern des Gelöbnisses — hiermit schließt CQ-Region 2 (Arjunas Schwur).]

evam uktvā vicikṣepa gāṇḍīvaṃ savyadakṣiṇam tasya śabdam atikramya dhanuḥśabdo 'spṛśad divam

So gesprochen habend, schwang er Gāṇḍīva nach links und rechts, und, seinen [vorherigen] Laut übertreffend, berührte der Laut des Bogens den Himmel.

Wort für Wort
evam uktvā vicikṣepa
so gesprochen habend, schwang er (Adv. + Ger. + 3.Sg.Perf.)
gāṇḍīvaṃ savyadakṣiṇam
Gāṇḍīva nach links und rechts (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adv.Kompositum)
tasya śabdam atikramya
seinen [eigenen] Laut übertreffend (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
dhanuḥśabdo 'spṛśad divam
berührte der Laut des Bogens den Himmel (Nom.Sg.Kompositum + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)

[Anm.: Reine Erzählung Saṃjayas — keine Markierung. CQ-Region 2 (Arjunas Schwur) wurde bereits am Ende von Einheit 34 geschlossen.]

arjunena pratijñāte pāñcajanyaṃ janārdanaḥ pradadhmau tatra saṃkruddho devadattaṃ dhanaṃjayaḥ

Als Arjuna das Gelöbnis abgelegt hatte, blies Janārdana [Kṛṣṇa] die Pāñcajanya; dort blies, zornentbrannt, Dhanañjaya die Devadatta.

Wort für Wort
arjunena pratijñāte
als Arjuna das Gelöbnis abgelegt hatte (Instr.Sg. + Lok.Sg.Ptz.)
pāñcajanyaṃ janārdanaḥ
die Pāñcajanya, Janārdana (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
pradadhmau tatra saṃkruddhaḥ
blies dort, zornentbrannt (3.Sg.Perf. + Adv. + Nom.Sg.Ptz.)
devadattaṃ dhanaṃjayaḥ
die Devadatta, Dhanañjaya (Akk.Sg. + Nom.Sg.)

[Anm.: Pāñcajanya ist Kṛṣṇas, Devadatta Arjunas Muschelhorn.]

sa pāñcajanyo 'cyutavaktravāyunā bhṛśaṃ supūrṇodaraniḥsṛtadhvaniḥ jagat sapātālaviyaddigīśvaraṃ prakampayām āsa yugātyaye yathā

Jene Pāñcajanya, durch den Atem aus Acyutas [Kṛṣṇas] Mund, mit einem Klang, der heftig aus ihrem gefüllten Bauch hervordrang, ließ die Welt samt Unterwelt, Himmel und den Herren der Weltgegenden erzittern, wie am Ende eines Weltzeitalters.

Wort für Wort
sa pāñcajanyo 'cyutavaktravāyunā
jene Pāñcajanya, durch den Atem aus Acyutas Mund (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Sg.Kompositum)
bhṛśaṃ supūrṇodaraniḥsṛtadhvaniḥ
mit einem heftig aus dem gefüllten Bauch hervordringenden Klang (Adv. + Nom.Sg.Kompositum)
jagat sapātālaviyaddigīśvaram
die Welt samt Unterwelt, Himmel und den Herren der Weltgegenden (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
prakampayām āsa yugātyaye yathā
ließ erzittern, wie am Ende eines Weltzeitalters (3.Sg.Perf.Kaus. + Lok.Sg.Kompositum + Konj.)

tato vāditraghoṣāś ca prādurāsan samantataḥ siṃhanādāś ca pāṇḍūnāṃ pratijñāte mahātmanā anṛtyad iva gāṇḍīvaṃ śarās tūṇīgatā mudā nirākrāmann iva tadā svayam eva mṛdhaiṣiṇaḥ

Da erhoben sich ringsum die Klänge der Musikinstrumente, und die Löwenrufe der Pāṇḍavas, als das Gelöbnis von dem Großmütigen abgelegt worden war; Gāṇḍīva schien wie zu tanzen, und die Pfeile in den Köchern schienen vor Freude von selbst hervorzudringen, kampfbegierig.

Wort für Wort
tato vāditraghoṣāś ca
da erhoben sich die Klänge der Musikinstrumente (Adv. + Nom.Pl.Kompositum + Konj.)
prādurāsan samantataḥ
ringsum (3.Pl.Perf. + Adv.)
siṃhanādāś ca pāṇḍūnām
und die Löwenrufe der Pāṇḍavas (Nom.Pl.Kompositum + Konj. + Gen.Pl.)
pratijñāte mahātmanā
als das Gelöbnis von dem Großmütigen abgelegt worden war (Lok.Sg.Ptz. + Instr.Sg.Kompositum)
anṛtyad iva gāṇḍīvaṃ
Gāṇḍīva schien wie zu tanzen (3.Sg.Impf. + Konj. + Nom.Sg.)
śarās tūṇīgatā mudā
die Pfeile in den Köchern vor Freude (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum + Instr.Sg.)
nirākrāmann iva tadā
schienen da hervorzudringen (Nom.Pl.Ptz. + Konj. + Adv.)
svayam eva mṛdhaiṣiṇaḥ
von selbst, kampfbegierig (Adv. + Partikel + Nom.Pl.Kompositum)

bhīmasenas tu saṃhṛṣṭaḥ pratyabhāṣata bhārata dhanaṃjayam abhiprekṣya harṣagadgadayā girā pratijñodbhavaśabdena kṛṣṇaśaṅkhasvanena ca nihato dhārtarāṣṭro 'yaṃ sānubandhaḥ suyodhanaḥ

Bhīmasena aber, hocherfreut, erwiderte, o Bhārata, zu Dhanañjaya blickend, mit vor Freude stockender Stimme: „Durch den aus dem Gelöbnis entstandenen Laut und durch den Klang von Kṛṣṇas Muschelhorn ist dieser Sohn Dhṛtarāṣṭras, Suyodhana, bereits samt seinem Anhang erschlagen!“

Wort für Wort
bhīmasenas tu saṃhṛṣṭaḥ
Bhīmasena aber, hocherfreut (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Ptz.)
pratyabhāṣata bhārata
erwiderte, o Bhārata (3.Sg.Impf.Med. + Vok.Sg.)
dhanaṃjayam abhiprekṣya
zu Dhanañjaya blickend (Akk.Sg. + Ger.)
harṣagadgadayā girā
mit vor Freude stockender Stimme (Instr.Sg.Kompositum + Instr.Sg.)
pratijñodbhavaśabdena
durch den aus dem Gelöbnis entstandenen Laut (Instr.Sg.Kompositum)
kṛṣṇaśaṅkhasvanena ca
und durch den Klang von Kṛṣṇas Muschelhorn (Instr.Sg.Kompositum + Konj.)
nihato dhārtarāṣṭro 'yam
ist dieser Sohn Dhṛtarāṣṭras erschlagen (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
sānubandhaḥ suyodhanaḥ
samt seinem Anhang, Suyodhana (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)

[Anm.: Kurze eigenständige CQ-Markierung für Bhīmas Ausruf — eine Unterbrechung inmitten der übergeordneten Erzählung, unabhängig von Arjunas bereits abgeschlossenem Gelöbnis (CQ-Region 2). „Bhārata“ ist die Anrede Saṃjayas an Dhṛtarāṣṭra.]

atha mṛditatamāgryadāmamālyaṃ tava sutaśokamayaṃ ca roṣajātam vyapanudati mahāprabhāvam etan naravara vākyam idaṃ mahārtham iṣṭam

Und nun vertreibt, o Bester der Männer, dieses hochmächtige, bedeutungsvolle, willkommene Wort — gleich einem frischesten, erstrangigen Blumenkranz, der den verwelktesten verdrängt [?] — den aus dem Kummer um deinen Sohn entstandenen Zorn.

Wort für Wort
atha mṛditatamāgryadāmamālyaṃ
und nun, gleich dem frischesten, erstrangigen Blumenkranz, der den verwelktesten [verdrängt] [?] (Adv. + Nom.Sg.Kompositum, textlich unsicher)
tava sutaśokamayaṃ ca
und den aus dem Kummer um deinen Sohn bestehenden (Gen.Sg. + Akk.Sg.Kompositum + Konj.)
roṣajātam vyapanudati
entstandenen Zorn vertreibt (Akk.Sg.Kompositum + 3.Sg.Präs.)
mahāprabhāvam etan
dieses hochmächtige (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
naravara vākyam idam
o Bester der Männer, dieses Wort (Vok.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
mahārtham iṣṭam
bedeutungsvolle, willkommene (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Ptz.)

[Anm.: Dieser Vers steht in einem anderen (kunstvolleren) Versmaß als die umgebende Erzählung und ist textlich stark verdichtet/obskur überliefert (daher [?]); es handelt sich um Saṃjayas eigenen Kommentar an Dhṛtarāṣṭra — unmarkiert, da Teil der äußersten Rahmenerzählung. Unmittelbar nach diesem Vers wiederholt der Text die Sprecherangabe »saṃjaya uvāca« — ein weiteres Beispiel der bekannten Marginalien-Eigenheit, hier ohne inhaltliche Konsequenz, da die Erzählung ohnehin bei Saṃjaya bleibt.]

atha śaṅkhaiś ca bherībhiḥ paṇavaiḥ sainikās tathā sasūtamāgadhā jiṣṇuṃ stutibhiḥ samapūjayan tadā bhīmaṃ balaṃ sarvaṃ tena nādena mohitam tāvakaṃ tan mahārājaṃ viṣaṇṇaṃ samapadyata

Da ehrten die Soldaten mit Muschelhörnern, Kesselpauken und Handtrommeln, zusammen mit den Sūtas und Māgadhas [Lobsängern], Jiṣṇu [Arjuna] mit Lobpreisungen; da wurde, betäubt von jenem Getöse, dein ganzes gewaltiges Heer, o Großkönig, mutlos.

Wort für Wort
atha śaṅkhaiś ca bherībhiḥ
da mit Muschelhörnern und Kesselpauken (Adv. + Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
paṇavaiḥ sainikās tathā
mit Handtrommeln, ebenso die Soldaten (Instr.Pl. + Nom.Pl. + Adv.)
sasūtamāgadhā jiṣṇuṃ
zusammen mit den Sūtas und Māgadhas, Jiṣṇu (Nom.Pl.Kompositum + Akk.Sg.)
stutibhiḥ samapūjayan
ehrten sie mit Lobpreisungen (Instr.Pl. + 3.Pl.Impf.)
tadā bhīmaṃ balaṃ sarvam
da das ganze gewaltige Heer (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tena nādena mohitam
betäubt von jenem Getöse (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
tāvakaṃ tan mahārājaṃ
dein [Heer], o Großkönig (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Vok.Sg.)
viṣaṇṇaṃ samapadyata
wurde mutlos (Akk.Sg.Ptz. + 3.Sg.Impf.Med.)

[Anm.: Schlussvers der Erzähleinheit — reine, unmarkierte Rahmen-Erzählung Saṃjayas an Dhṛtarāṣṭra (»tāvakam«, »dein [Heer]«). Mit dem folgenden Vers 07,052.001 beginnt ein neues Kapitel.]

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