Kapitel 15: Yudhiṣṭhiraparitrāṇa
Der zehnte Tag: Vṛṣasenas und Droṇas Ansturm auf Yudhiṣṭhira und Arjunas rettender Gegenschlag
Saṃjaya schildert zunächst den verheerenden Alleingang von Karṇas Sohn Vṛṣasena, der mit Waffenzauber die Pāṇḍava-Reihen aufhält, bis Śatānīka (Nakulas Sohn) und die Söhne Draupadīs gegen ihn und Aśvatthāman vorgehen (V.1-14). Sodann wendet sich Droṇa selbst, von 'Genug mit der Flucht!' angetrieben, gezielt gegen Yudhiṣṭhira: Ein namenloser Pāñcāla-Radhüter-Prinz hält ihn zunächst auf, wird aber niedergemacht; Yugaṃdhara, Vyāghradatta und Siṃhasena greifen der Reihe nach ein, doch Droṇa schlägt auch sie zurück und enthauptet die beiden Letzteren (V.15-38). Unter den Kaurava-Kriegern verbreitet sich bereits das (verfrühte) Gerücht, Yudhiṣṭhira sei geraubt (V.39-41), als Arjuna eintrifft, in einem erneuten Blutstrom-Gleichnis die Kurus zurückschlägt und mit einer gewaltigen Pfeilwolke Droṇas Heerschar verdunkelt, bis bei Sonnenuntergang beide Seiten den Kampf abbrechen (V.42-49). Das Kapitel schließt mit dem gefeierten Rückzug Arjunas, umjubelt von Pāṇḍus, Sṛñjayas und Pāñcālas, im Geleit Kṛṣṇas (V.50-52).
wie von aufgegangenen Weltuntergangs-Sonnen (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Part.)
[Anm.: V.15 bildet eine Einheit. Der zweizeilige Apparatseinschub *0119_01/02 nach V.15d ('wie beim furchtbaren Untergang der Geschöpfe der Sonnenaufgang wäre, ebenso war, o Stier unter den Männern, der Aufgang der Helden') erläutert lediglich redundant das bereits im Haupttext enthaltene Bild der 'Weltuntergangs-Sonnen' und wird nicht übernommen.]
tato yudhiṣṭhirānīkam uddhūtārṇavanisvanam / tvadīyam avadhīt sainyaṃ saṃpradrutamahāratham
Da vernichtete Yudhiṣṭhiras Heerschar, mit dem Getöse eines aufgewühlten Ozeans, dein Heer, dessen große Wagenkämpfer bereits in die Flucht geschlagen waren.
Wort für Wort
tataḥ yudhiṣṭhirānīkam
da Yudhiṣṭhiras Heerschar (Adv. + Nom.Sg.)
uddhūtārṇavanisvanam
mit dem Getöse eines aufgewühlten Ozeans (Nom.Sg.)
tvadīyam avadhīt sainyam
vernichtete dein Heer (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
saṃpradrutamahāratham
dessen große Wagenkämpfer bereits in die Flucht geschlagen waren (Akk.Sg.)
von den Feinden heftig bedrängt (Instr.Pl. + Adv. + Akk.Sg.Part.)
alam drutena vaḥ śūrāḥ
genug mit der Flucht, ihr Helden (Adv. + Instr.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Pl.)
iti droṇaḥ abhyabhāṣata
so sprach Droṇa (Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)
[Anm.: V.18 bildet eine Einheit. Der sehr umfangreiche, zwanzigzeilige Apparatseinschub @004_0001-0020 im Anschluss an V.18d enthält eine ausführliche, im Haupttext sonst nicht bezeugte Rede Droṇas an seinen Wagenlenker: Von Zorn und Tatkraft erfüllt, befiehlt Droṇa, direkt auf Yudhiṣṭhira zuzufahren, um dessen Heer aufzuhalten, und rühmt sich dabei, dass ihn im Kampf weder Bhīma noch Sātyaki noch Dhṛṣṭadyumna ertragen könnten und dass sogar Arjunas meisterhafte Waffenkunst auf seiner (Droṇas) eigenen Unterweisung beruhe ('matprasādād dhi bībhatsuḥ parameṣvāsatāṃ gataḥ'); mitten in diesem Apparatsabschnitt steht ungewöhnlicherweise die Sprecherkennzeichnung 'saṃjaya uvāca', gefolgt von der einzeiligen Aufforderung 'geh, den Himmel voranstellend, um Ruhmes und um Sieges willen' (@004_0015) — vermutlich eine in die Droṇa-Rede eingeschobene, editorisch nicht ganz stimmige Passage. Es folgt eine Schilderung, wie der so angetriebene Wagenlenker Droṇa auf seinem glänzenden Wagen davonfährt und von den Karūṣas, Matsyas, Cedis, Sātvatas, Pāṇḍavas und Pāñcālas umringt wird (@004_0016-0020). Da diese gesamte, inhaltlich reiche Passage für den unmittelbaren Satzzusammenhang entbehrlich ist und V.19 unmittelbar an V.18 anschließt, wird sie nicht in den Haupttext übernommen, hier aber ihrer Bedeutung wegen ausführlich dokumentiert.]
Doch der Radhüter-Prinz, der den Pāñcālas Ruhm bringt, hielt den herankommenden Droṇa auf, wie das Ufer den Herrn der Flüsse.
Wort für Wort
cakrarakṣaḥ kumāraḥ tu
doch der Radhüter-Prinz (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
pāñcālānām yaśaskaraḥ
der den Pāñcālas Ruhm bringt (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
dadhāra droṇam āyāntam
hielt den herankommenden Droṇa auf (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
velā iva saritām patim
wie das Ufer den Herrn der Flüsse [den Ozean] (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Pl. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.21 bildet eine Einheit. 'kumāraḥ' ('Prinz') bleibt hier namenlos; ein junger Pāñcāla-Krieger in der Funktion des 'Radhüters' (cakrarakṣa), Identität sonst nicht näher bestimmt.]
Als sie sahen, dass Droṇa, der Stier der Zweifachgeborenen, von dem Prinzen aufgehalten wurde, erhob sich Löwengebrüll derer, die 'Wohlgetan, wohlgetan!' riefen.
zermalmte jenen heldenhaften, dem Brauch der Edlen ergebenen, um der Waffenkunst willen unermüdlichen Radhüter-Prinzen, der Beste der Zweifachgeborenen.
Wort für Wort
tam śūram āryavratinam
jenen heldenhaften, dem Brauch der Edlen ergebenen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
astrārthakṛtaniśramam
um der Waffenkunst willen unermüdlichen (Akk.Sg.)
cakrarakṣam apāmṛdnāt
den Radhüter zermalmte er (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
kumāram dvijasattamaḥ
den Prinzen, der Beste der Zweifachgeborenen (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.25 bildet mit V.24 eine syntaktische Einheit; Ende der 'kumāraḥ'-Episode. Der Apparatseinschub *0120_01 nach V.25d ('hielt [ihn] mit Pfeilen ab, vor den Augen aller Bogenschützen') ist eine redundante Fortführung und wird nicht übernommen.]
Er, die Mitte des Heeres erreicht habend, alle Richtungen durchstreifend, war der Beschützer deines Heeres, der Sohn des Bharadvāja, der Stier unter den Wagenkämpfern.
Wort für Wort
sa madhyam prāpya senāyāḥ
er, die Mitte des Heeres erreicht habend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Gen.Sg.)
sarvāḥ paricaran diśaḥ
alle Richtungen durchstreifend (Akk.Pl. + Nom.Sg.Part. + Akk.Pl.)
tava sainyasya goptā āsīt
war der Beschützer deines Heeres (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
bhāradvājaḥ ratharṣabhaḥ
der Sohn des Bharadvāja, der Stier unter den Wagenkämpfern (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
erschütterte er im Kampf die Krieger, sie der Reihe nach angreifend, und wandte sich, ihn zu erreichen begehrend, gegen den Sohn der Kuntī, Yudhiṣṭhira.
Wort für Wort
vyakṣobhayat raṇe yodhān
erschütterte im Kampf die Krieger (3.Sg.Impf. + Lok.Sg. + Akk.Pl.)
yathāmukhyān abhidravan
sie der Reihe nach angreifend (Adv. + Nom.Sg.Part.)
Da hielt Yugaṃdhara, o König, den großen Wagenkämpfer, den Sohn des Bharadvāja, auf, den Erzürnten, wie man einen vom Wind aufgewühlten Ozean aufzuhalten sucht.
Wort für Wort
yugaṃdharaḥ tato rājan
da Yugaṃdhara, o König (Nom.Sg. + Adv. + Vok.Sg.)
bhāradvājam mahāratham
den großen Wagenkämpfer, den Sohn des Bharadvāja (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
vārayām āsa saṃkruddham
hielt auf, den Erzürnten (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
vātoddhūtam iva arṇavam
wie einen vom Wind aufgewühlten Ozean (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
yudhiṣṭhiraṃ sa viddhvā tu śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ / yugaṃdharaṃ ca bhallena rathanīḍād apāharat
Nachdem er aber Yudhiṣṭhira mit wohlgekrümmten Pfeilen durchbohrt hatte, warf er Yugaṃdhara mit einem Breitpfeil aus dem Wagenkorb.
Wort für Wort
yudhiṣṭhiram sa viddhvā tu
doch nachdem er Yudhiṣṭhira durchbohrt hatte (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Ger. + Konj.)
śaraiḥ saṃnataparvabhiḥ
mit wohlgekrümmten Pfeilen (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
yugaṃdharam ca bhallena
und Yugaṃdhara mit einem Breitpfeil (Akk.Sg. + Konj. + Instr.Sg.)
rathanīḍāt apāharat
warf er aus dem Wagenkorb (Abl.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.31 bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0121_01 nach V.31d ('ihn bezwungen habend, der überaus glanzvolle, hochgesinnte Sohn des Bharadvāja') ist eine für den Satz entbehrliche, unvollständige Übergangsformel und wird nicht übernommen.]
abruvan sainikās tatra dṛṣṭvā droṇasya vikramam / adya rājā dhārtarāṣṭraḥ kṛtārtho vai bhaviṣyati / āgamiṣyati no nūnaṃ dhārtarāṣṭrasya saṃyuge
Die Soldaten dort sprachen, Droṇas Tapferkeit sehend: 'Heute wird der König, der Sohn Dhṛtarāṣṭras, gewiss sein Ziel erreicht haben; er wird gewiss zu uns zurückkehren, siegreich im Kampf für den Sohn Dhṛtarāṣṭras.'
Wort für Wort
abruvan sainikāḥ tatra
die Soldaten dort sprachen (3.Pl.Impf. + Nom.Pl. + Adv.)
heute der König, der Sohn Dhṛtarāṣṭras (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kṛtārthaḥ vai bhaviṣyati
wird gewiss sein Ziel erreicht haben (Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Fut.)
āgamiṣyati naḥ nūnam
er wird gewiss zu uns kommen (3.Sg.Fut. + Akk.Pl. + Adv.)
dhārtarāṣṭrasya saṃyuge
siegreich für den Sohn Dhṛtarāṣṭras im Kampf (Gen.Sg. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.40 (mit der zusätzlichen e-Pada) bildet eine Einheit. Der Apparatseinschub *0122_01 zwischen 40d und 40e ('in diesem Augenblick, Droṇa aber, den Pāṇḍava ergriffen habend, erfreut') nimmt vorweg, was sich im weiteren Verlauf als voreilige, unzutreffende Vermutung der Soldaten erweist (Yudhiṣṭhira wird tatsächlich nicht gefangen), und ist für den Satz entbehrlich; er wird nicht übernommen.]
Während deine Krieger so redeten, kam eilends der große Wagenkämpfer, der Sohn der Kuntī, mit dem Getöse seines Wagens dröhnend.
Wort für Wort
evam saṃjalpatām teṣām
während sie so redeten (Adv. + Gen.Pl.Part. + Gen.Pl.)
tāvakānām mahārathaḥ
deine [Krieger], der große Wagenkämpfer (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
āyāt javena kaunteyaḥ
kam eilends der Sohn der Kuntī (3.Sg.Impf. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
rathaghoṣeṇa nādayan
mit dem Getöse seines Wagens dröhnend (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)
[Anm.: V.41 bildet eine Einheit; Arjunas rettendes Eintreffen. Der Apparatseinschub *0123_01 nach V.41d ('„Fürchte dich nicht!“ [rufend], zurückgehalten habend, hielt er Droṇa mit Pfeilen ab') enthält einen an Yudhiṣṭhira gerichteten Zuruf Arjunas, ist aber für den Satz entbehrlich und wird nicht übernommen.]
Nachdem er in der Vernichtung einen Strom geschaffen hatte, mit Blut als Wasser, mit Wagen als Strudeln, übersät mit Haufen von Heldenknochen, Leichenhaufen fortreißend, mit gewaltigem Pfeilschaum, durchsetzt mit Wurfspießen als Fischen — diesen Strom mit Wucht durchquert und die Kurus in die Flucht geschlagen habend, griff der Pāṇḍava, der Diademträger, jäh Droṇas Heerschar an, sie mit einem gewaltigen Pfeilnetz bedeckend, gleichsam betäubend.
Wort für Wort
śoṇitodām rathāvartām
mit Blut als Wasser, mit Wagen als Strudeln (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kṛtvā viśasane nadīm
in der Vernichtung einen Strom geschaffen habend (Ger. + Lok.Sg. + Akk.Sg.)
śūrāsthicayasaṃkīrṇām
übersät mit Haufen von Heldenknochen (Akk.Sg.)
pretakūlāpahāriṇīm
Leichenhaufen fortreißend (Akk.Sg.)
tām śaraughamahāphenām
diesen, mit gewaltigem Pfeilschaum (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
prāsamatsyasamākulām
durchsetzt mit Wurfspießen als Fischen (Akk.Sg.)
nadīm uttīrya vegena
den Strom mit Wucht durchquert habend (Akk.Sg. + Ger. + Instr.Sg.)
kurūn vidrāvya pāṇḍavaḥ
die Kurus in die Flucht geschlagen habend, der Pāṇḍava (Akk.Pl. + Ger. + Nom.Sg.)
tataḥ kirīṭī sahasā
da griff der Diademträger jäh (Adv. + Nom.Sg. + Adv.)
droṇānīkam upādravat
Droṇas Heerschar an (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
chādayan iṣujālena mahatā
sie mit einem gewaltigen Pfeilnetz bedeckend (Nom.Sg.Part. + Instr.Sg. + Instr.Sg.)
mohayan iva
gleichsam betäubend (Nom.Sg.Part. + Partikel)
[Anm.: V.42-44 bilden eine syntaktische Einheit, ein knapperes Gegenstück zu dem ausführlichen Blutstrom-Gleichnis in Kap.13 (V.8-18): Arjunas Verwüstung wird als ein von ihm selbst geschaffener und durchquerter Strom beschrieben, dessen Hauptverb ('upādravat', 'griff an') erst in V.44 folgt.]
tato 'vahāraṃ cakrus te droṇaduryodhanādayaḥ / tān viditvā bhṛśaṃ trastān ayuddhamanasaḥ parān
Da riefen jene, Droṇa, Duryodhana und die anderen, den Kampfabbruch aus, als sie erkannten, dass die Feinde heftig erschrocken und kampfunwillig waren.
Wort für Wort
tataḥ avahāram cakruḥ te
da riefen jene den Kampfabbruch aus (Adv. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
droṇaduryodhanādayaḥ
Droṇa, Duryodhana und die anderen (Nom.Pl.)
tān viditvā bhṛśam trastān
als sie sie heftig erschrocken erkannten (Akk.Pl. + Ger. + Adv. + Akk.Pl.)
svāny anīkāni bībhatsuḥ śanakair avahārayat / tato 'bhituṣṭuvuḥ pārthaṃ prahṛṣṭāḥ pāṇḍusṛñjayāḥ / pāñcālāś ca manojñābhir vāgbhiḥ sūryam ivarṣayaḥ
Der Bogenverabscheuer [Arjuna] ließ langsam seine eigenen Heerscharen den Kampf abbrechen; da priesen die Pāṇḍus und Sṛñjayas, hocherfreut, den Sohn der Pṛthā, und die Pāñcālas mit erfreulichen Worten, wie die Weisen die Sonne.
Wort für Wort
svāni anīkāni bībhatsuḥ
seine eigenen Heerscharen der Bogenverabscheuer [Arjuna] (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Nom.Sg.)
śanakaiḥ avahārayat
ließ langsam den Kampf abbrechen (Adv. + 3.Sg.Impf.Kaus.)
tataḥ abhituṣṭuvuḥ pārtham
da priesen sie den Sohn der Pṛthā (Adv. + 3.Pl.Perf. + Akk.Sg.)
prahṛṣṭāḥ pāṇḍusṛñjayāḥ
hocherfreut, die Pāṇḍus und Sṛñjayas (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
pāñcālāḥ ca manojñābhiḥ vāgbhiḥ
und die Pāñcālas mit erfreulichen Worten (Nom.Pl. + Konj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sūryam iva ṛṣayaḥ
wie die Weisen die Sonne (Akk.Sg. + Partikel + Nom.Pl.)
[Anm.: V.50 (mit der zusätzlichen e-Pada) bildet eine Einheit.]
Mit Katzenaugenstein [?], Bergkristall, Gold und Silber, mit vorzüglichem Diamant, Koralle und Kristall geschmückt — auf dem bunten Wagen erstrahlte der Sohn Pāṇḍus, wie der Mond am sternenübersäten Himmel.
Wort für Wort
masāragalvarkasuvarṇarūpyaiḥ
mit Katzenaugenstein, Bergkristall, Gold und Silber (Instr.Pl.)
vajrapravālasphaṭikaiḥ ca mukhyaiḥ
und mit vorzüglichem Diamant, Koralle und Kristall (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
citre rathe pāṇḍusutaḥ babhāse
auf dem bunten Wagen erstrahlte der Sohn Pāṇḍus (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.Med.)
nakṣatracitre viyati iva candraḥ
wie der Mond am sternenübersäten Himmel (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
[Anm.: V.52 bildet den Kapitelschluss, in einem gegenüber dem übrigen Kapitel abweichenden Versmaß (Upajāti/Triṣṭubh, erkennbar an der Neunzehn-Silben-Struktur der Pādas, anders als das sonst durchgängige Anuṣṭubh-Maß). 'masāragalva' ist eine seltene, nicht ganz sicher zu identifizierende Edelsteinbezeichnung (vermutlich Katzenauge oder ein verwandter Halbedelstein); probeweise so übersetzt.]