Kapitel 20: Satyajitavadha
Der zehnte Tag: Der Tod Satyajits und Vṛkas und Droṇas verheerender Ansturm
Droṇa greift erneut Yudhiṣṭhira an; der Pāñcāla-Prinz Satyajit, Yudhiṣṭhiras zugeteilter Beschützer, stellt sich ihm mutig entgegen und bedrängt ihn zeitweise erheblich, ebenso der Pāñcālya Vṛka, den Droṇa schließlich tötet. Nach einem harten Wechselkampf enthauptet Droṇa auch Satyajit, woraufhin Yudhiṣṭhira entsetzt flieht. Droṇa verwüstet daraufhin unaufhaltsam die verbündeten Truppen (Matsyas, Cedis, Kārūṣas, Kekayas, Pāñcālas, Sṛñjayas), tötet den jungen Matsya-Fürsten Śatānīka und lässt – in einem ausgedehnten Gleichnis – einen 'Todesfluss' aus Blut über das Schlachtfeld strömen. Zahlreiche Fürsten und Krieger (Śikhaṇḍin, Uttamaujas, Vasudāna, Kṣatravarman, Sudakṣiṇa, Kṣatradeva, Yudhāmanyu, Sātyaki u.a.) greifen ihn einzeln an, werden aber zurückgeschlagen oder schwer verwundet; ein namenloser Pāñcālya-Prinz fällt. Das Kapitel schließt mit Droṇas umfassendem Sieg über die versammelten Fürsten der Pāṇḍava-Koalition.
[Anm.: Zwischen V.4c/d ein zehnzeiliger Apparatseinschub (*0146_01-10), der ausführlich schildert, wie Satyajit Droṇa mit scharfen Pfeilen durchbohrte und seine Waffenkunst demonstrierte, dessen Wagenlenker mit tödlichen Pfeilen traf und verwirrte, seine Pferde und beide Flankenwächter durchbohrte, sein Banner zerschnitt, und wie Droṇa, dies beobachtend, im Geiste erkannte, dass der entscheidende Moment gekommen war. Nicht übersetzt, für den Hauptsatz nicht erforderlich; wegen seiner erzählerischen Bedeutung – er erklärt Droṇas anschließenden Gegenangriff in V.5 – hier zusammengefasst.]
Dann durchbohrte der Lehrer, dessen Bogen samt Pfeil zerschnitten, rasch Satyajit mit zehn scharfen, die Lebenspunkte durchdringenden [Pfeilen].
Wort für Wort
tataḥ satyajitaṃ tīkṣṇair
dann Satyajit mit scharfen (Adv. + Akk.Sg. + Instr.Pl.)
daśabhir marmabhedibhiḥ
mit zehn, die Lebenspunkte durchdringenden (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
avidhyac chīghram ācāryaś
durchbohrte rasch der Lehrer (3.Sg.Impf. + Adv. + Nom.Sg.)
chittvāsya saśaraṃ dhanuḥ
dessen Bogen samt Pfeil zerschnitten (Ger. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + N.Akk.Sg.)
[Anm.: Zwischen V.5d und V.6a eine Apparatszeile (*0147_01: 'der Lehrer zerschnitt fürwahr seinen Bogen mit drei schnellen [Pfeilen]'), nicht übersetzt; wiederholt inhaltlich, was der Hauptsatz bereits berichtet.]
Dann ergriff Satyajit einen anderen, noch schnelleren Bogen und durchbohrte Droṇa mit Pfeilen, samt seinen Rossen, seinem Wagenlenker und seinem Banner.
Wort für Wort
athānyad dhanur ādāya
dann einen anderen Bogen ergreifend (Adv. + N.Akk.Sg. + Ger.)
satyajid vegavattaram
Satyajit, noch schnelleren (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
sāśvaṃ sasūtaṃ viśikhair
samt Rossen und Wagenlenker, mit Pfeilen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Pl.)
droṇaṃ vivyādha sadhvajam
durchbohrte Droṇa, samt Banner (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
Während so seine Bögen immer wieder zerschnitten wurden, kämpfte der Pāñcālya, der Kenner der höchsten Waffen, weiter, seine Rosse blutbespritzt.
Wort für Wort
tathā saṃchidyamāneṣu
während so zerschnitten wurden (Adv. + Lok.Pl.Part.Pass.)
kārmukeṣu punaḥ punaḥ
seine Bögen, immer wieder (Lok.Pl. + Adv. + Adv.)
pāñcālyaḥ paramāstrajñaḥ
der Pāñcālya, der Kenner der höchsten Waffen (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śoṇāśvaṃ samayodhayat
kämpfte weiter, seine Rosse blutbespritzt (Akk.Sg.Adv. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: Zwischen V.15d und V.16a zwei Apparatszeilen (*0148_01/02: 'rasch überschüttete er den Sohn des Bharadvāja allseits mit Pfeilen; da aber seine Rosse verstrickt waren, wurde er im Kampf abgewandt'), nicht übersetzt.]
Als er Satyajit, so aufgebracht im großen Kampf, beobachtete, schnitt er mit einem Halbmondpfeil das Haupt jenes Großherzigen ab.
Wort für Wort
sa satyajitam ālakṣya
als er Satyajit beobachtete (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
tathodīrṇaṃ mahāhave
so aufgebracht im großen Kampf (Akk.Sg. + Lok.Sg.)
ardhacandreṇa ciccheda
mit einem Halbmondpfeil schnitt er ab (Instr.Sg. + 3.Sg.Perf.)
śiras tasya mahātmanaḥ
das Haupt jenes Großherzigen (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
[Anm.: Innerhalb von V.16 zwei Apparatszeilen (*0149_01/02: 'mit gewaltiger Wucht zermalmte er ihn, wie der Wind einen hochragenden Baum; dann, im Kampf, des Sohnes des Pāñcāla, Satyajits, ebenso'), nicht übersetzt, für den Hauptsatz nicht erforderlich.]
Gegen Droṇa, der jene Truppen immer wieder verbrannte, wandte sich Śatānīka, der jüngere Spross der Matsyas.
Wort für Wort
nirdahantam anīkāni
der Truppen verbrannte (Akk.Sg.Part. + Akk.Pl.)
tāni tāni punaḥ punaḥ
jene, immer wieder (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Adv. + Adv.)
droṇaṃ matsyād avarajaḥ
gegen Droṇa, der jüngere Spross der Matsyas (Akk.Sg. + Abl.Sg. + Nom.Sg.)
śatānīko 'bhyavartata
Śatānīka wandte sich (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)
[Anm.: V.20 bildet eine Einheit. 'matsyād avarajaḥ' ('der jüngere Spross aus den Matsyas') deutet auf einen mit dem Matsya-Königshaus verbundenen Śatānīka hin, der von dem bereits aus Kap.15 bekannten gleichnamigen Sohn Nakulas zu unterscheiden sein dürfte [?].]
Mit sechs sonnenstrahlengleichen, vom Schmied polierten [Pfeilen] durchbohrte er Droṇa, samt Wagenlenker und Rossen, und brüllte heftig auf.
Wort für Wort
sūryaraśmipratīkāśaiḥ
mit sonnenstrahlengleichen (Instr.Pl.)
karmāraparimārjitaiḥ
vom Schmied polierten (Instr.Pl.)
ṣaḍbhiḥ sasūtaṃ sahayaṃ
mit sechs, samt Wagenlenker und Rossen (Instr.Pl. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
droṇaṃ viddhvānadad bhṛśam
Droṇa durchbohrend, brüllte er heftig auf (Akk.Sg. + Ger. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
[Anm.: Zwischen V.21d und V.22a zwei Apparatszeilen (*0150_01/02: 'auf ein grausames Werk bedacht, willens, ein schwieriges Werk zu vollbringen, überschüttete er den Sohn des Bharadvāja allseits mit hunderten Pfeilen'), nicht übersetzt.]
Nachdem er die Matsyas besiegt hatte, besiegte der Sohn des Bharadvāja immer wieder die Cedis, Kārūṣas, auch die Kekayas, die Pāñcālas, Sṛñjayas und Pāṇḍus.
Wort für Wort
matsyāñ jitvājayac cedīn
die Matsyas besiegt habend, besiegte er die Cedis (Akk.Pl. + Ger. + 3.Sg.Impf. + Akk.Pl.)
kārūṣān kekayān api
die Kārūṣas, auch die Kekayas (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Part.)
pāñcālān sṛñjayān pāṇḍūn
die Pāñcālas, Sṛñjayas und Pāṇḍus (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
bhāradvājaḥ punaḥ punaḥ
der Sohn des Bharadvāja, immer wieder (Nom.Sg. + Adv. + Adv.)
Denn von ihm, der seinen vortrefflichen Bogen anlegte, dem rasch Handelnden, der die Feinde erschlug, wurde der Schall der Bogensehne in allen Himmelsrichtungen gehört.
Wort für Wort
uttamaṃ hy ādadhānasya
denn von dem, der [seinen] vortrefflichen anlegte (Akk.Sg. + Part. + Gen.Sg.Part.)
dhanur asyāśukāriṇaḥ
Bogen, von ihm, dem rasch Handelnden (N.Akk.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
jyāghoṣo nighnato 'mitrān
der Schall der Bogensehne, der die Feinde erschlug (Nom.Sg. + Gen.Sg.Part. + Akk.Pl.)
dikṣu sarvāsu śuśruve
wurde in allen Richtungen gehört (Lok.Pl. + Lok.Pl. + 3.Sg.Perf.Pass.)
Er durchzog alle Himmelsrichtungen, das Heer gleichsam aufwühlend, der Mächtige, Heldenhafte, der große Bogenschütze, der den Freunden Furchtlosigkeit gab.
Wort für Wort
sarvā diśaḥ samacarat
durchzog alle Himmelsrichtungen (Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.)
sainyaṃ vikṣobhayann iva
das Heer gleichsam aufwühlend (Akk.Sg. + Nom.Sg.Part. + Part.)
balī śūro maheṣvāso
der Mächtige, Heldenhafte, der große Bogenschütze (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
mitrāṇām abhayaṃkaraḥ
der den Freunden Furchtlosigkeit gab (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
Seinen mit Gold geschmückten Bogen sahen wir wie einen Blitz in den Wolken, in allen Himmelsrichtungen, [den Bogen] Droṇas von unermesslichem Glanz.
Wort für Wort
tasya vidyud ivābhreṣu
seinen, wie ein Blitz in den Wolken (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Part. + Lok.Pl.)
cāpaṃ hemapariṣkṛtam
Bogen, mit Gold geschmückt (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
dikṣu sarvāsv apaśyāma
in allen Richtungen sahen wir (Lok.Pl. + Lok.Pl. + 1.Pl.Impf.)
droṇasyāmitatejasaḥ
Droṇas, von unermesslichem Glanz (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
[Anm.: V.29 bildet eine Einheit. Zwischen V.29d und V.30a zwei Apparatszeilen (*0151_01/02: 'und wir sahen das auf seinem Banner erglänzende Altarzeichen, o Bhārata, gestaltet wie ein Schneegipfel, während er im Kampf heftig umherzog'), nicht übersetzt, für den Hauptsatz nicht erforderlich – eine hübsche Einzelheit über das Emblem auf Droṇas Banner, passend zu seiner brahmanischen Herkunft.]
Er, der Held, wahrhaftig redend, weise, mächtig, von wahrer Kraft, von großer Majestät, ließ dort einen Fluss strömen, der zum Ende der Zeit gehört, furchtbar, Feige entsetzend, mit Panzern als seinen Wellen, mit Bannern als seinen Strudeln, Sterbliche als seine Ufer hinwegreißend, mit Elefanten und Rossen als seinen großen Krokodilen, mit Schwertern als seinen Fischen, schwer zu nahen, mit Heldenknochen als seinem Kies, furchtbar, mit Kesselpauken und Mṛdaṅga-Trommeln als seinen Schildkröten, mit Schilden und Panzern als seinen Flößen, grauenhaft, mit Haar als seiner moosbewachsenen Wiese, reich an Pfeilscharen, mit Bögen als seiner Strömung, gedrängt voll von Armen als Schlangen, das Schlachtfeld überflutend, furchtbar, die Kurus und Sṛñjayas mit sich führend, mit Menschenschädeln als seinen Steinen, mit Wurfspießen als seinen Fischen, mit Keulen als seinen Booten, mit Turbanen als seinem Schaum, mit herausgeschleuderten Eingeweiden als seinen Reptilien, Helden hinwegraffend, grausig, mit Fleisch und Blut als seinem Morast, mit Elefanten als seinen Krokodilen, mit Bannern als seinen Bäumen, die Kṣatriyas verschlingend, grausam, mit Leichenmassen, mit Reitern als seinen Krokodilen, schwer zu überqueren – jenen zum Tode führenden Fluss ließ Droṇa dort strömen, widerhallend von Scharen fleischfressender Wesen, von Rudeln von Hunden und Schakalen umlagert, allseits von höchst furchtbaren Fleischfressern aufgesucht.
Wort für Wort
sa śūraḥ satyavāk prājño
er, der Held, wahrhaftig redend, weise (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
balavān satyavikramaḥ
mächtig, von wahrer Kraft (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
mahānubhāvaḥ kālānte
von großer Majestät, zum Ende der Zeit gehörig (Nom.Sg. + Lok.Sg.)
raudrīṃ bhīruvibhīṣaṇām
furchtbar, Feige entsetzend (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kavacormidhvajāvartāṃ
mit Panzern als Wellen, Bannern als Strudeln (Akk.Sg.Bahuvrihi)
martyakūlāpahāriṇīm
Sterbliche als Ufer hinwegreißend (Akk.Sg.)
gajavājimahāgrāhām
mit Elefanten und Rossen als großen Krokodilen (Akk.Sg.)
asimīnāṃ durāsadām
mit Schwertern als Fischen, schwer zu nahen (Gen.Pl. + Akk.Sg.)
vīrāsthiśarkarāṃ raudrāṃ
mit Heldenknochen als Kies, furchtbar (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
bherīmurajakacchapām
mit Pauken und Trommeln als Schildkröten (Akk.Sg.)
carmavarmaplavāṃ ghorāṃ
mit Schilden und Panzern als Flößen, grauenhaft (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
keśaśaivalaśāḍvalām
mit Haar als moosbewachsener Wiese (Akk.Sg.)
śaraughiṇīṃ dhanuḥsrotāṃ
reich an Pfeilscharen, mit Bögen als Strömung (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
bāhupannagasaṃkulām
gedrängt voll von Armen als Schlangen (Akk.Sg.)
raṇabhūmivahāṃ ghorāṃ
das Schlachtfeld überflutend, furchtbar (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kurusṛñjayavāhinīm
die Kurus und Sṛñjayas mit sich führend (Akk.Sg.)
manuṣyaśīrṣapāṣāṇāṃ
mit Menschenschädeln als Steinen (Gen.Pl.)
śaktimīnāṃ gadoḍupām
mit Wurfspießen als Fischen, Keulen als Booten (Gen.Pl. + Akk.Sg.)
uṣṇīṣaphenavasanāṃ
mit Turbanen als Schaum (Akk.Sg.)
niṣkīrṇāntrasarīsṛpām
mit herausgeschleuderten Eingeweiden als Reptilien (Akk.Sg.)
vīrāpahāriṇīm ugrāṃ
Helden hinwegraffend, grausig (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
māṃsaśoṇitakardamām
mit Fleisch und Blut als Morast (Akk.Sg.)
hastigrāhāṃ ketuvṛkṣāṃ
mit Elefanten als Krokodilen, Bannern als Bäumen (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kṣatriyāṇāṃ nimajjanīm
die Kṣatriyas verschlingend (Gen.Pl. + Akk.Sg.)
krūrāṃ śarīrasaṃghāṭāṃ
grausam, mit Leichenmassen (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
sādinakrāṃ duratyayām
mit Reitern als Krokodilen, schwer zu überqueren (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
droṇaḥ prāvartayat tatra
Droṇa ließ dort strömen (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
nadīm antakagāminīm
jenen zum Tode führenden Fluss (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kravyādagaṇasaṃghuṣṭāṃ
widerhallend von Scharen fleischfressender Wesen (Akk.Sg.)
śvaśṛgālagaṇāyutām
von Rudeln von Hunden und Schakalen umlagert (Akk.Sg.)
niṣevitāṃ mahāraudraiḥ
aufgesucht von höchst furchtbaren (Akk.Sg. + Instr.Pl.)
piśitāśaiḥ samantataḥ
Fleischfressern, allseits (Instr.Pl. + Adv.)
[Anm.: V.31-37 zu einer Einheit zusammengefasst: das ausgedehnte, aus einer langen Kette von Bahuvrīhi-Komposita gebildete 'Todesfluss'-Gleichnis, dessen Hauptverb 'prāvartayat' erst in V.36e erscheint, nach bereits etablierter Technik dieses Parvas (vgl. Kap.13, V.8-18).]
Gegen ihn, der die Truppen verbrannte, prächtig in seinem Wagen, wie der Tod selbst, stürmten die, an deren Spitze der Sohn der Kuntī (Yudhiṣṭhira) stand, von allen Seiten gegen Droṇa an.
Wort für Wort
taṃ dahantam anīkāni
gegen ihn, der die Truppen verbrannte (Akk.Sg. + Akk.Sg.Part. + Akk.Pl.)
rathodāraṃ kṛtāntavat
prächtig in seinem Wagen, wie der Tod (Akk.Sg. + Adv.)
sarvato 'bhyadravan droṇaṃ
stürmten von allen Seiten gegen Droṇa an (Adv. + 3.Pl.Impf. + Akk.Sg.)
kuntīputrapurogamāḥ
die, an deren Spitze der Sohn der Kuntī stand (Nom.Pl.)
[Anm.: Zwischen V.38d und V.39a zwei Apparatszeilen (*0152_01/02: 'jene Helden umgaben Droṇa vereint von allen Seiten, wie Sonnenstrahlen die brennende Sonne in der Welt umgeben'), nicht übersetzt.]
tāṃs tu śūrān maheṣvāsāṃs tāvakābhyudyatāyudhāḥ / rājāno rājaputrāś ca samantāt paryavārayan
Jene heldenhaften großen Bogenschützen aber umringten deine Könige und Königssöhne, mit erhobenen Waffen, von allen Seiten.
Wort für Wort
tāṃs tu śūrān maheṣvāsāṃs
jene heldenhaften großen Bogenschützen aber (Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
tāvakābhyudyatāyudhāḥ
deine, mit erhobenen Waffen (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
rājāno rājaputrāś ca
Könige und Königssöhne (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Konj.)
samantāt paryavārayan
umringten von allen Seiten (Adv. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: Zwischen V.39c/d ein sechszeiliger Apparatseinschub (*0153_01-06), der eine Reihe von Einzelangriffen auf Droṇa auflistet: Śikhaṇḍin durchbohrte ihn mit fünf glattgelenkigen [Pfeilen], Kṣatravarman mit zwanzig, Vasudāna mit fünf; Uttamaujas mit drei Pfeilen, Kṣatradeva mit sieben; Sātyaki mit hundert im Kampf, Yudhāmanyu ebenso mit acht; Yudhiṣṭhira durchbohrte Droṇa mit zwölf Pfeilen; Dhṛṣṭadyumna mit zehn und Cekitāna mit drei Pfeilen. Nicht übersetzt, für den Hauptsatz nicht erforderlich; wegen der Namensfülle hier zusammengefasst.]
sa madhyaṃ prāpya sainyānāṃ sarvāḥ pravicaran diśaḥ / trātā hy abhavad anyeṣāṃ na trātavyaḥ kathaṃ cana
Er, die Mitte der Heere erreichend, alle Richtungen durchstreifend, wurde für andere zu einer [Gefahr, vor der man] beschützt werden musste, [während er selbst] auf keinerlei Weise zu beschützen war.
Wort für Wort
sa madhyaṃ prāpya sainyānāṃ
er, die Mitte der Heere erreichend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Gen.Pl.)
sarvāḥ pravicaran diśaḥ
alle Richtungen durchstreifend (Akk.Pl. + Nom.Sg.Part. + Akk.Pl.)
trātā hy abhavad anyeṣāṃ
wurde für andere ein [vor dem man] beschützt werden musste (Nom.Sg. + Part. + 3.Sg.Impf. + Gen.Pl.)
na trātavyaḥ kathaṃ cana
auf keinerlei Weise zu beschützen (Neg. + Nom.Sg.Ger. + Adv.)
[Anm.: V.42 bildet eine Einheit; sinngemäß: Droṇa war der, vor dem andere Schutz suchten, nicht einer, der selbst Schutzes bedurfte.]
śikhaṇḍinaṃ dvādaśabhir viṃśatyā cottamaujasam / vasudānaṃ ca bhallena preṣayad yamasādanam
Śikhaṇḍin mit zwölf, und Uttamaujas mit zwanzig, und Vasudāna mit einem Breitpfeil sandte er zur Wohnstatt Yamas.
Wort für Wort
śikhaṇḍinaṃ dvādaśabhir
Śikhaṇḍin mit zwölf (Akk.Sg. + Instr.Pl.)
viṃśatyā cottamaujasam
und mit zwanzig, Uttamaujas (Instr.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
vasudānaṃ ca bhallena
und Vasudāna mit einem Breitpfeil (Akk.Sg. + Konj. + Instr.Sg.)
preṣayad yamasādanam
sandte er zur Wohnstatt Yamas (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.43 bildet eine Einheit. 'zur Wohnstatt Yamas senden' ist eine formelhafte Todes-Umschreibung; da Śikhaṇḍin und Uttamaujas im weiteren Verlauf des Epos unzweifelhaft am Leben bleiben (Śikhaṇḍin fällt erst später, in der Nachtschlacht), ist hier vermutlich schwere Verwundung statt tatsächlichen Todes gemeint – eine bekannte Spannung zwischen formelhafter Todesrhetorik und tatsächlichem Handlungsverlauf in den Schlachtschilderungen des Epos.]
taṃ droṇaḥ sadhanuṣkaṃ tu sāśvayantāram akṣiṇot / sa hataḥ prāpatad bhūmau rathāj jyotir ivāmbarāt
Ihn, samt Bogen, samt Rossen und Wagenlenker, vernichtete Droṇa; getroffen, stürzte er zu Boden vom Wagen, wie ein Meteor vom Himmel.
Wort für Wort
taṃ droṇaḥ sadhanuṣkaṃ tu
ihn aber, samt Bogen, Droṇa (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Konj.)
sāśvayantāram akṣiṇot
samt Rossen und Wagenlenker vernichtete er (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sa hataḥ prāpatad bhūmau
getroffen, stürzte er zu Boden (Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
rathāj jyotir ivāmbarāt
vom Wagen, wie ein Meteor vom Himmel (Abl.Sg. + Nom.Sg. + Part. + Abl.Sg.)
[Anm.: Zwischen V.47d und V.48a eine Apparatszeile (*0154_01: 'ihn getötet habend, erglänzte Droṇa, von den Kurus umringt'), nicht übersetzt. Da nicht sicher benannt, welcher Pāñcālya hier gemeint ist – falls Dhṛṣṭadyumna, widerspräche dies seinem bekannten späteren Überleben; wahrscheinlicher ist auch hier hyperbolische Schlachtrhetorik oder ein nicht namentlich genannter geringerer Pāñcālya-Krieger gemeint [?].]
tasmin hate rājaputre pāñcālānāṃ yaśaskare / hata droṇaṃ hata droṇam ity āsīt tumulaṃ mahat
Als jener Königssohn, der Ruhmbringer der Pāñcālas, erschlagen war, erhob sich ein gewaltiger Tumult, [mit dem Ruf:] 'Erschlagt Droṇa! Erschlagt Droṇa!'
Wort für Wort
tasmin hate rājaputre
als jener Königssohn erschlagen war (Lok.Sg.Abs. + Lok.Sg.Abs. + Lok.Sg.Abs.)
pāñcālānāṃ yaśaskare
der Ruhmbringer der Pāñcālas (Gen.Pl. + Lok.Sg.Abs.)
so erhob sich ein gewaltiger Tumult (Part. + 3.Sg.Impf. + N.Nom.Sg. + N.Nom.Sg.)
[Anm.: V.48 bildet eine Einheit; die anonyme Schlachtruf-Wiederholung wird nach etablierter Konvention in einfachen, nicht CQ-markierten Anführungszeichen wiedergegeben, da keinem einzelnen benannten Sprecher zugeordnet.]
Sātyaki, Cekitāna, Dhṛṣṭadyumna und Śikhaṇḍin, Vārdhakṣemi, Citrasena, Senābindu und Suvarcas – diese und viele andere Herrscher verschiedener Länder besiegte Droṇa, von den Kurus umringt, alle im Kampf.
Wort für Wort
sātyakiṃ cekitānaṃ ca
Sātyaki, Cekitāna (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj.)
dhṛṣṭadyumnaśikhaṇḍinau
Dhṛṣṭadyumna und Śikhaṇḍin (Akk.Du.)
vārdhakṣemiṃ citrasenaṃ
Vārdhakṣemi, Citrasena (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
senābinduṃ suvarcasam
Senābindu und Suvarcas (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
etāṃś cānyāṃś ca subahūn
diese und viele andere (Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl.)
nānājanapadeśvarān
Herrscher verschiedener Länder (Akk.Pl.)
sarvān droṇo 'jayad yuddhe
alle besiegte Droṇa im Kampf (Akk.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
Deine Leute aber, o Großkönig, den Sieg im großen Kampf errungen habend, erschlugen die fliehenden Pāṇḍava-Krieger allseits im Gefecht.
Wort für Wort
tāvakās tu mahārāja
deine Leute aber, o Großkönig (Nom.Pl. + Konj. + Vok.Sg.)
jayaṃ labdhvā mahāhave
den Sieg errungen habend im großen Kampf (Akk.Sg. + Ger. + Lok.Sg.)
pāṇḍaveyān raṇe jaghnur
erschlugen die Pāṇḍava-Krieger im Gefecht (Akk.Pl. + Lok.Sg. + 3.Pl.Perf.)
dravamāṇān samantataḥ
die fliehenden, allseits (Akk.Pl.Part. + Adv.)
[Anm.: Zwischen V.52b und V.53a ein zwölfzeiliger Apparatseinschub (*0155_01-12), der eine Reihe weiterer Einzelangriffe auf Droṇa schildert – u.a. von Vārdhakṣemi, Citrasena, Senābindu, Suvarman, Dhṛṣṭadyumna, Śikhaṇḍin, Cekitāna und Sātyaki – und mit dem Fall des Kriegers Sucitra endet, den Droṇa samt Wagenlenker fällt; Sucitra stürzt, im Fallen einem Meteor vom Himmel gleichend – ein Bild, das die bereits in V.47 auf einen unbenannten Pāñcālya angewandte Todesmetapher wiederholt. Nicht übersetzt, für den Hauptsatz nicht erforderlich; wegen seines Umfangs und seiner Namensfülle hier zusammengefasst.]
Sie, die Pāñcālas, Kekayas und Matsyas, wie Dānavas von dem großherzigen [Droṇa] erschlagen werdend, erbebten, o Bhārata.
Wort für Wort
te dānavā ivendreṇa
sie, wie Dānavas von Indra (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Part. + Instr.Sg.)
vadhyamānā mahātmanā
erschlagen werdend, von dem Großherzigen (Nom.Pl.Part. + Instr.Sg.)
pāñcālāḥ kekayā matsyāḥ
die Pāñcālas, Kekayas und Matsyas (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
samakampanta bhārata
erbebten, o Bhārata (3.Pl.Impf.Med. + Vok.Sg.)
[Anm.: V.53 bildet eine Einheit, letzte des Kapitels; eingeleitet wird das folgende Kap.21 durch die Sprecherkennzeichnung 'dhṛtarāṣṭra uvāca' – Dhṛtarāṣṭra unterbricht Saṃjayas Erzählung.]