Kapitel 24: Dvandvayuddhavarṇana
Der zehnte Tag: Die Einzelzweikämpfe beim Ansturm der Pāṇḍavas auf Droṇa
Saṃjaya berichtet, wie beim Ansturm der zurückgekehrten Pāṇḍavas eine Fülle von Einzelzweikämpfen entbrannte, als die Kaurava-Krieger sich bemühten, die auf Droṇa zustürmenden Gegner abzufangen: Durmarṣaṇa gegen Bhīma, Kṛtavarman gegen Sātyaki, Jayadratha gegen Kṣatradharman, Subāhu gegen seinen eigenen Bruder Yuyutsu, Śalya gegen Yudhiṣṭhira, Bāhlīka gegen Drupada, Vinda und Anuvinda gegen Virāṭa, Bhūtakarman gegen Śatānīka, Viviṃśati gegen Sutasoma, Aśvatthāman gegen Prativindhya, Vikarṇa gegen Śikhaṇḍin, Aṅgada gegen Uttamaujas, Durmukha gegen Purujit Kuntibhoja, Karṇa gegen die fünf Kekaya-Brüder, drei Söhne Dhṛtarāṣṭras gegen drei Pāṇḍava-Krieger, Kṛpa gegen Anādhṛṣṭi (Vārdhakṣemi), Bhūriśravas gegen König Maṇimant (den er tötet) und schließlich Ghaṭotkaca gegen den Rākṣasa Alambuṣa. Besonders hervorgehoben wird, dass Droṇa selbst gezielt Dhṛṣṭadyumna als seinen Gegner sucht. Das Kapitel schließt mit einer zusammenfassenden Beschreibung der zahllosen, alles bisher Gesehene übertreffenden Zweikämpfe.
saṃjaya uvāca mahad bhairavam āsīn naḥ saṃnivṛtteṣu pāṇḍuṣu dṛṣṭvā droṇaṃ chādyamānaṃ tair bhāskaram ivāmbudaiḥ taiś coddhūtaṃ rajas tīvram avacakre camūṃ tava tato hatam amanyāma droṇaṃ dṛṣṭipathe hate
Saṃjaya sprach: Große Furcht erfasste uns, als die Pāṇḍus zurückkehrten [in den Kampf] und wir Droṇa von ihnen verdeckt sahen, wie die Sonne von Wolken. Und der von ihnen aufgewirbelte heftige Staub legte sich über dein Heer; da glaubten wir Droṇa für tot, als er aus dem Blickfeld verschwunden war.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
mahad bhairavam āsīn naḥ
große Furcht war für uns (Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Gen.Pl.)
saṃnivṛtteṣu pāṇḍuṣu
als die Pāṇḍus zurückgekehrt waren (Lok.Pl. + Lok.Pl.)
dṛṣṭvā droṇaṃ chādyamānaṃ
als wir Droṇa verdeckt sahen (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
tair bhāskaram ivāmbudaiḥ
von ihnen, wie die Sonne von Wolken (Instr.Pl. + Akk.Sg. + Partikel + Instr.Pl.)
taiś coddhūtaṃ rajas tīvram
und der von ihnen aufgewirbelte heftige Staub (Instr.Pl. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
avacakre camūṃ tava
legte sich über dein Heer (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
tato hatam amanyāma droṇaṃ
da glaubten wir Droṇa für tot (Adv. + Akk.Sg. + 1.Pl.Impf. + Akk.Sg.)
dṛṣṭipathe hate
als er aus dem Blickfeld verschwunden war (Lok.Sg. + Lok.Sg.Part.)
Als er aber jene heldenhaften großen Bogenschützen sah, die eine grausame Tat zu vollbringen trachteten, spornte Duryodhana schnell sein eigenes Heer an:
Wort für Wort
tāṃs tu śūrān maheṣvāsān
jene aber heldenhaften großen Bogenschützen (Akk.Pl. + Partikel + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
krūraṃ karma cikīrṣataḥ
die eine grausame Tat zu vollbringen trachteten (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Pl.Part.Des.)
dṛṣṭvā duryodhanas tūrṇaṃ
als er sah, Duryodhana schnell (Ger. + Nom.Sg. + Adv.)
svasainyaṃ samacūcudat
spornte er sein eigenes Heer an (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.)
[Anm.: V.3 bildet eine Einheit und leitet die folgende, in V.4 direkt zitierte Rede Duryodhanas ein.]
„Nach Kräften, nach Eifer, nach Mut, o Herrscher der Menschen, wehrt, wie es sich für jeden geziemt, das Heer der Pāṇḍavas ab!“
Wort für Wort
yathāśakti yathotsāhaṃ
nach Kräften, nach Eifer (Adv. + Adv.)
yathāsattvaṃ narādhipāḥ
nach Mut, o Herrscher der Menschen (Adv. + Vok.Pl.)
vārayadhvaṃ yathāyogaṃ
wehrt ab, wie es sich geziemt (Imp.Pl. + Adv.)
pāṇḍavānām anīkinīm
das Heer der Pāṇḍavas (Gen.Pl. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.4 bildet eine Einheit; direktes Zitat von Duryodhanas Befehlsrede an sein Heer. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0173_01-02): „So gesprochen habend, rückte dein Sohn selbst gegen Bhīma vor; als er aber deinen grausamen Sohn sah, rückte Bhīmasena [ihm entgegen] vor.“ — nicht übersetzt.]
Da näherte sich dein Sohn Durmarṣaṇa dem Bhīma, sah ihn von fern, mit Pfeilen überschüttend, in der Hoffnung, Droṇas Leben [zu retten]. Ihn durchbohrte [Bhīma], zornentbrannt, mit Pfeilen wie der Tod selbst im Kampf; und auch Bhīma wurde von ihm mit Pfeilen verwundet — da entstand ein gewaltiges Getümmel.
Wort für Wort
tato durmarṣaṇo bhīmam
da Durmarṣaṇa dem Bhīma (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
abhyagacchat sutas tava
näherte sich dein Sohn (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
ārād dṛṣṭvā kiran bāṇair
von fern sehend, mit Pfeilen überschüttend (Adv. + Ger. + Nom.Sg.Part. + Instr.Pl.)
icchan droṇasya jīvitam
das Leben Droṇas wünschend (Nom.Sg.Part. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
taṃ bāṇair avatastāra
ihn durchbohrte er mit Pfeilen (Akk.Sg. + Instr.Pl. + 3.Sg.Perf.)
kruddho mṛtyum ivāhave
zornentbrannt, wie der Tod im Kampf (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Lok.Sg.)
taṃ ca bhīmo 'tudad bāṇais
und ihn verwundete Bhīma mit Pfeilen (Akk.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Instr.Pl.)
tadāsīt tumulaṃ mahat
da entstand ein gewaltiges Getümmel (Adv.+3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
Diese, von ihrem Herrn [Duryodhana] befehligt, weise, heldenhaft, wuchtig zuschlagend, setzten ihre Todesfurcht beiseite und stellten sich den Feinden im Kampf entgegen.
Wort für Wort
ta īśvarasamādiṣṭāḥ
diese, von ihrem Herrn befehligt (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
Kṛtavarman, o Herr der Völker, hielt den Sohn des Śini [Sātyaki] auf, den heldenhaften, in der Schlacht glänzenden, der herankam, um Droṇa zu erreichen. Ihn hielt der Śaineya [Sātyaki], zornentbrannt, mit Pfeilscharen auf, den Zornentbrannten; und Kṛtavarman [hielt] den Śaineya [auf], wie ein brünstiger Elefant einen [anderen] brünstigen.
Wort für Wort
kṛtavarmā śineḥ putraṃ
Kṛtavarman den Sohn des Śini (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
droṇaprepsuṃ viśāṃ pate
der Droṇa erreichen wollte, o Herr der Völker (Akk.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
paryavārayad āyāntaṃ
hielt auf, den herankommenden (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.Part.)
śūraṃ samitiśobhanam
den heldenhaften, in der Schlacht glänzenden (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
taṃ śaineyaḥ śaravrātaiḥ
ihn der Śaineya mit Pfeilscharen (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
kruddhaḥ kruddham avārayat
zornentbrannt, den Zornentbrannten, hielt er auf (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
kṛtavarmā ca śaineyaṃ
und Kṛtavarman den Śaineya (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
matto mattam iva dvipam
wie ein brünstiger [Elefant] einen brünstigen Elefanten (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
Der Sindhu-König [Jayadratha], von furchtbarem Bogen, hielt sich anstrengend Kṣatradharman, den großen Bogenschützen, von Droṇa fern, der mit Pfeilscharen heranstürmte. Kṣatradharman, nachdem er dem Sindhu-Herrn Banner und Bogen zerschnitten hatte, zornentbrannt, traf ihn mit vielen Eisenpfeilen an allen Verwundbarkeitsstellen. Da nahm der Sindhu-König einen anderen Bogen, wie mit geübter Hand, und durchbohrte Kṣatradharman im Kampf mit ganz eisernen Pfeilen.
Wort für Wort
saindhavaḥ kṣatradharmāṇam
der Sindhu-König Kṣatradharman (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
āpatantaṃ śaraughiṇam
der heranstürmte, mit Pfeilscharen (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
ugradhanvā maheṣvāsaṃ
der von furchtbarem Bogen, den großen Bogenschützen (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
yatto droṇād avārayat
sich anstrengend, hielt er von Droṇa fern (Nom.Sg. + Abl.Sg. + 3.Sg.Impf.)
kṣatradharmā sindhupateś
Kṣatradharman, dem Sindhu-Herrn (Nom.Sg. + Gen.Sg.)
chittvā ketanakārmuke
Banner und Bogen zerschnitten habend (Ger. + Akk.Zw.)
nārācair bahubhiḥ kruddhaḥ
mit vielen Eisenpfeilen, zornentbrannt (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)
sarvamarmasv atāḍayat
traf an allen Verwundbarkeitsstellen (Lok.Pl. + 3.Sg.Impf.)
athānyad dhanur ādāya
da einen anderen Bogen nehmend (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
saindhavaḥ kṛtahastavat
der Sindhu-König, wie mit geübter Hand (Nom.Sg. + Adv.)
vivyādha kṣatradharmāṇaṃ
durchbohrte Kṣatradharman (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
raṇe sarvāyasaiḥ śaraiḥ
im Kampf mit ganz eisernen Pfeilen (Lok.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
[Anm.: V.10-12 bilden eine syntaktische Einheit. Kṣatradharman ist von dem in Kap.22 (V.18) genannten Kṣatradeva, Sohn Śikhaṇḍins, zu unterscheiden.]
Subāhu hielt sich anstrengend seinen [eigenen] Bruder, den Helden Yuyutsu, den großen Wagenkämpfer, der sich im Interesse der Pāṇḍavas bemühte, von Droṇa fern. Dem Subāhu, der Bogen und Pfeil zugleich abschoss, schnitt Yuyutsu mit zwei scharfen, gelben Rasiermesser-Pfeilen die beiden Arme ab, die einer Eisenstange glichen.
Wort für Wort
yuyutsuṃ pāṇḍavārthāya
Yuyutsu, im Interesse der Pāṇḍavas (Akk.Sg. + Dat.Sg.)
yatamānaṃ mahāratham
sich bemühend, den großen Wagenkämpfer (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
subāhur bhrātaraṃ śūraṃ
Subāhu den Bruder, den Helden (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
yatto droṇād avārayat
sich anstrengend, hielt er von Droṇa fern (Nom.Sg. + Abl.Sg. + 3.Sg.Impf.)
subāhoḥ sadhanurbāṇāv
dem Subāhu, [dessen] Bogen und Pfeil (Gen.Sg. + Akk.Zw.)
asyataḥ parighopamau
der [sie] abschoss, die einer Eisenstange glichen (Gen.Sg.Part. + Akk.Zw.)
yuyutsuḥ śitapītābhyāṃ
Yuyutsu mit den zwei scharfen gelben (Nom.Sg. + Instr.Zw.)
kṣurābhyām acchinad bhujau
mit den zwei Rasiermesser-Pfeilen schnitt er die beiden Arme ab (Instr.Zw. + 3.Sg.Impf. + Akk.Zw.)
[Anm.: V.13-14 bilden eine syntaktische Einheit. Subāhu und Yuyutsu sind Brüder (beide Söhne Dhṛtarāṣṭras), kämpfen hier aber auf entgegengesetzten Seiten, da Yuyutsu sich den Pāṇḍavas angeschlossen hat (vgl. Kap.22, V.27). Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0174_01-02): „Duḥśāsana aber, der Held, hielt den Helden Nakula auf, der links und rechts schießend gegen Droṇa im Kampf heranzog.“ — nicht übersetzt.]
Der König der Madras [Śalya] hielt den König, den besten der Pāṇḍavas, den gerechten Yudhiṣṭhira auf, wie ein Ufer das aufgewühlte Meer. Ihn überschüttete der Dharma-König [Yudhiṣṭhira] mit vielen, die Verwundbarkeitsstellen durchbohrenden [Pfeilen]; der Herr der Madras, mit vierundsechzig Pfeilen durchbohrt, brüllte laut auf. Von ihm, dem so Brüllenden, schnitt der beste der Pāṇḍavas mit zwei Rasiermesser-Pfeilen das Banner samt Bogen ab — da schrien die Leute laut auf.
Wort für Wort
rājānaṃ pāṇḍavaśreṣṭhaṃ
den König, den besten der Pāṇḍavas (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
dharmātmānaṃ yudhiṣṭhiram
den gerechten Yudhiṣṭhira (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
veleva sāgaraṃ kṣubdhaṃ
wie ein Ufer das aufgewühlte Meer (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
madrarāṭ samavārayat
der König der Madras hielt auf (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
taṃ dharmarājo bahubhir
ihn der Dharma-König mit vielen (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
marmabhidbhir avākirat
die Verwundbarkeitsstellen durchbohrenden [Pfeilen] überschüttete er (Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
madreśas taṃ catuḥṣaṣṭyā
der Herr der Madras, ihn, mit vierundsechzig (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Sg.)
śarair viddhvānadad bhṛśam
mit Pfeilen durchbohrt, brüllte laut auf (Instr.Pl. + Ger.+3.Sg.Impf. + Adv.)
tasya nānadataḥ ketum
von ihm, dem Brüllenden, das Banner (Gen.Sg. + Gen.Sg.Part. + Akk.Sg.)
uccakarta sakārmukam
schnitt er ab, samt Bogen (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
kṣurābhyāṃ pāṇḍavaśreṣṭhas
mit den zwei Rasiermesser-Pfeilen der beste der Pāṇḍavas (Instr.Zw. + Nom.Sg.)
tata uccukruśur janāḥ
da schrien die Leute laut auf (Adv. + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
Ebenso hielt König Bāhlīka, mit seinem eigenen Heer, den König Drupada mit Pfeilen auf, der mit seinem Heer heranstürmte. Jener Kampf zwischen den beiden Betagten, jeder mit seinem Heer, wurde furchtbar, wie [ein Kampf] zweier großer Herdenführer-Elefanten, beide brünstig.
Wort für Wort
tathaiva rājā bāhlīko
ebenso König Bāhlīka (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
rājānaṃ drupadaṃ śaraiḥ
den König Drupada mit Pfeilen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Pl.)
ādravantaṃ sahānīkaṃ
der heranstürmte, mit seinem Heer (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
sahānīko nyavārayat
mit seinem Heer hielt er auf (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
Vinda und Anuvinda, die beiden Avantyas, griffen, jeder mit seinem Heer, den Matsya-König Virāṭa mit seinem Heer an, wie einst Indra und Agni den Bali. Jener wirre Kampf wurde einem [Kampf] von Göttern und Dämonen gleich, [ein Kampf] der Matsyas zusammen mit den Kekayas, furchtlos mit Rossen, Wagen und Elefanten.
Wort für Wort
vindānuvindāv āvantyau
Vinda und Anuvinda, die beiden Avantyas (Nom.Zw. + Nom.Zw.)
virāṭaṃ matsyam ārcchatām
griffen den Matsya[-König] Virāṭa an (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Zw.Impf.)
sahasainyau sahānīkaṃ
beide mit ihrem Heer, ihn mit seinem Heer (Nom.Zw. + Akk.Sg.)
yathendrāgnī purā balim
wie einst Indra und Agni den Bali (Adv. + Nom.Zw. + Adv. + Akk.Sg.)
tad utpiñjalakaṃ yuddham
jener wirre Kampf (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
āsīd devāsuropamam
wurde den Göttern und Dämonen gleich (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
matsyānāṃ kekayaiḥ sārdham
der Matsyas, zusammen mit den Kekayas (Gen.Pl. + Instr.Pl. + Postp.)
nākuliṃ tu śatānīkaṃ bhūtakarmā sabhāpatiḥ asyantam iṣujālāni yāntaṃ droṇād avārayat tato nakuladāyādas tribhir bhallaiḥ susaṃśitaiḥ cakre vibāhuśirasaṃ bhūtakarmāṇam āhave
Bhūtakarman, der Versammlungsherr, hielt den Nākuli ['Sohn Nakulas'] Śatānīka, der Pfeilnetze abschoss, von Droṇa fern. Da machte Nakulas Erbe [Śatānīka] mit drei gut geschärften Breitpfeilen den Bhūtakarman im Kampf arm- und kopflos.
Wort für Wort
nākuliṃ tu śatānīkaṃ
den Nākuli Śatānīka aber (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
bhūtakarmā sabhāpatiḥ
Bhūtakarman, der Versammlungsherr (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
asyantam iṣujālāni
der Pfeilnetze abschoss (Akk.Sg.Part. + Akk.Pl.)
yāntaṃ droṇād avārayat
der heranzog, hielt er von Droṇa fern (Akk.Sg.Part. + Abl.Sg. + 3.Sg.Impf.)
tato nakuladāyādas
da Nakulas Erbe (Adv. + Nom.Sg.)
tribhir bhallaiḥ susaṃśitaiḥ
mit drei gut geschärften Breitpfeilen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
cakre vibāhuśirasaṃ
machte arm- und kopflos (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
bhūtakarmāṇam āhave
den Bhūtakarman im Kampf (Akk.Sg. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.22-23 bilden eine syntaktische Einheit; „sabhāpatiḥ“ (‚Versammlungsherr') ist wohl ein Titel oder Beiname Bhūtakarmans.]
sutasomaṃ tu vikrāntam āpatantaṃ śaraughiṇam droṇāyābhimukhaṃ vīraṃ viviṃśatir avārayat sutasomas tu saṃkruddhaḥ svapitṛvyam ajihmagaiḥ viviṃśatiṃ śarair viddhvā nābhyavartata daṃśitaḥ
Viviṃśati hielt den tapferen Sutasoma auf, den Helden, der, Pfeilscharen [abschießend], gegen Droṇa zugewandt heranstürmte. Sutasoma aber, sehr erzürnt, [durchbohrte] seinen Onkel mit geradfliegenden [Pfeilen] — und nachdem er Viviṃśati mit Pfeilen durchbohrt hatte, wich der Gepanzerte nicht zurück.
Wort für Wort
sutasomaṃ tu vikrāntam
den tapferen Sutasoma aber (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
āpatantaṃ śaraughiṇam
der heranstürmte, mit Pfeilscharen (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
droṇāyābhimukhaṃ vīraṃ
gegen Droṇa zugewandt, den Helden (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
viviṃśatir avārayat
Viviṃśati hielt auf (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sutasomas tu saṃkruddhaḥ
Sutasoma aber, sehr erzürnt (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
svapitṛvyam ajihmagaiḥ
seinen Onkel mit geradfliegenden [Pfeilen] (Akk.Sg. + Instr.Pl.)
viviṃśatiṃ śarair viddhvā
nachdem er Viviṃśati mit Pfeilen durchbohrt hatte (Akk.Sg. + Instr.Pl. + Ger.)
nābhyavartata daṃśitaḥ
wich der Gepanzerte nicht zurück (Neg.+3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.24-25 bilden eine syntaktische Einheit. „svapitṛvyam“ („seinen [eigenen] Onkel väterlicherseits“) ist hier im weiteren, klassifikatorischen Sinn zu verstehen: Viviṃśati, als Vetter von Sutasomas Vater Bhīma, zählt zur Generation von dessen Onkeln. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0175_01): „Er durchbohrte ihn ebenfalls im Zusammenstoß, ließ ihn wieder und wieder aufbrüllen.“ — sowie ein zweizeiliger Einschub (*0176_01-02): „Der Sālva-König Bhīmaratha hielt den Helden Śrutasena in der großen Schlacht mit einer Pfeilflut auf, als dieser gegen Droṇa zuzog.“ — nicht übersetzt.]
Da sandte Bhīmaratha den Śālva mit sechs schnellen, eisernen, scharfen [Pfeilen], samt seinem Rosselenker, in Yamas Behausung [d.h. tötete ihn].
Wort für Wort
atha bhīmarathaḥ śālvam
da Bhīmaratha den Śālva (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
āśugair āyasaiḥ śitaiḥ
mit schnellen, eisernen, scharfen [Pfeilen] (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
ṣaḍbhiḥ sāśvaniyantāram
mit sechs, samt Rosselenker (Instr.Pl. + Akk.Sg.)
anayad yamasādanam
sandte er in Yamas Behausung (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.26 bildet eine Einheit. Die Identität von „Bhīmaratha“ und „Śālva“ bleibt hier unsicher [?]: der Apparat zu V.25 (siehe Anm. dort) nennt einen Sālva-König namens Bhīmaratha, der Śrutasena aufhält — ob dieser Vers denselben oder einen anderen Bhīmaratha bzw. denselben oder einen anderen Śālva meint, lässt sich aus dem Haupttext allein nicht klären.]
Caitraseni, dein Enkel, o Großkönig, hielt Śrutakarman auf, der mit pfauengleichen Pferden herankam.
Wort für Wort
śrutakarmāṇam āyāntaṃ
Śrutakarman, den herankommenden (Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
mayūrasadṛśair hayaiḥ
mit pfauengleichen Pferden (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
caitrasenir mahārāja
Caitraseni, o Großkönig (Nom.Sg. + Vok.Sg.)
tava pautro nyavārayat
dein Enkel hielt auf (Gen.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.27 bildet eine Einheit; Caitraseni ist ein Sohn/Nachkomme Citrasenas und somit Dhṛtarāṣṭras Enkel. Im Anschluss ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0177_01-04): „Ihn, [seinen] Onkel, machte der Sohn Arjunas [Abhimanyu] mit Pfeilen zerschmettert am Leib; und mit Pfeilen umhüllte Citrasena den Sohn Draupadīs [Śrutakarman], der, Pfeilnetze verstreuend wie ein brünstiger Elefant, heranzog; den herankommenden Śrutakarman hielt der Sohn des Duḥśāsana auf.“ — nicht übersetzt.]
tau pautrau tava durdharṣau parasparavadhaiṣiṇau pitṝṇām arthasiddhyarthaṃ cakratur yuddham uttamam
Jene beiden unbezwingbaren Enkel von dir, einander den Tod wünschend, führten, um der Interessen ihrer Väter willen, einen überaus heftigen Kampf.
Wort für Wort
tau pautrau tava durdharṣau
jene beiden unbezwingbaren Enkel von dir (Akk.Zw. + Akk.Zw. + Gen.Sg. + Akk.Zw.)
parasparavadhaiṣiṇau
einander den Tod wünschend (Akk.Zw.)
pitṝṇām arthasiddhyarthaṃ
um der Interessen ihrer Väter willen (Gen.Pl. + Adv.)
cakratur yuddham uttamam
führten einen überaus heftigen Kampf (3.Zw.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.28 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0178_01): „Aber den großen Wagenkämpfer, den Sohn der Subhadrā [Abhimanyu], in jeder Kampfesart bewandert...“ — bricht syntaktisch ab und scheint eine Variante zu sein, in der Aśvatthāman auch Abhimanyu aufhält; nicht übersetzt.]
Als er jenen Prativindhya vorn in der Schlacht stehen sah, hielt der Sohn Droṇas [Aśvatthāman], seinem Vater Ehre erweisend, ihn mit Pfeilen auf. Ihn durchbohrte Prativindhya, erzürnt, mit scharfen Pfeilen zurück — [Aśvatthāman,] mit dem Zeichen eines Löwenschwanzes [auf seinem Banner], der um seines Vaters willen dort stand.
Wort für Wort
tiṣṭhantam agrato dṛṣṭvā
als er ihn vorn stehen sah (Akk.Sg.Part. + Adv. + Ger.)
prativindhyaṃ tam āhave
jenen Prativindhya in der Schlacht (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
drauṇir mānaṃ pituḥ kurvan
der Sohn Droṇas, seinem Vater Ehre erweisend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Part.)
mārgaṇaiḥ samavārayat
hielt er mit Pfeilen auf (Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
taṃ kruddhaḥ prativivyādha
ihn durchbohrte, erzürnt, zurück (Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.)
prativindhyaḥ śitaiḥ śaraiḥ
Prativindhya mit scharfen Pfeilen (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
siṃhalāṅgūlalakṣmāṇaṃ
mit dem Zeichen eines Löwenschwanzes (Akk.Sg.)
pitur arthe vyavasthitam
der um seines Vaters willen dort stand (Gen.Sg. + Lok.Sg. + Akk.Sg.)
Wie beim Säen Samenkörner zur Saatzeit ausstreut, o Stier unter den Männern, so überschüttete der Sohn Droṇas [Aśvatthāman] den Sohn Draupadīs [Prativindhya] mit Pfeilregen.
Wort für Wort
pravapann iva bījāni
wie beim Ausstreuen von Samenkörnern (Nom.Sg.Part. + Partikel + Akk.Pl.)
bījakāle nararṣabha
zur Saatzeit, o Stier unter den Männern (Lok.Sg. + Vok.Sg.)
drauṇāyanir draupadeyaṃ
der Sohn Droṇas den Sohn Draupadīs (Nom.Sg. + Akk.Sg.)
śaravarṣair avākirat
überschüttete mit Pfeilregen (Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.31 bildet eine Einheit; Fortsetzung des Zweikampfs Aśvatthāman-Prativindhya. Im Anschluss ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0179_01-04): „Den Sohn Draupadīs Śrutakīrti, auch Ārjuni genannt, den großen Wagenkämpfer, der gegen Droṇa zuzog, hielt der Sohn des Duḥśāsana auf. Er, Kṛṣṇa gleich, durchtrennte mit drei gut geschärften Breitpfeilen dessen Bogen, Banner und Wagenlenker und zog weiter auf Droṇa zu.“ — nicht übersetzt.]
yas tu śūratamo rājan senayor ubhayor mataḥ taṃ paṭaccarahantāraṃ lakṣmaṇaḥ samavārayat sa lakṣmaṇasyeṣvasanaṃ chittvā lakṣma ca bhārata lakṣmaṇe śarajālāni visṛjan bahv aśobhata
Wer aber, o König, in beiden Heeren als der Tapferste galt — ihn, den Bezwinger der Räuberbanden, hielt Lakṣmaṇa auf. Er, nachdem er Lakṣmaṇas Bogen und sein Zeichen zerschnitten hatte, o Bhārata, erstrahlte prächtig, als er Pfeilnetze auf Lakṣmaṇa entlud.
Wort für Wort
yas tu śūratamo rājan
wer aber der Tapferste, o König (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + Vok.Sg.)
senayor ubhayor mataḥ
in beiden Heeren galt (Gen.Zw. + Gen.Zw. + Nom.Sg.)
taṃ paṭaccarahantāraṃ
ihn, den Bezwinger der Räuberbanden (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
lakṣmaṇaḥ samavārayat
Lakṣmaṇa hielt auf (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sa lakṣmaṇasyeṣvasanaṃ
er, des Lakṣmaṇa Bogen (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
chittvā lakṣma ca bhārata
und sein Zeichen zerschnitten habend, o Bhārata (Ger. + Akk.Sg. + Konj. + Vok.Sg.)
lakṣmaṇe śarajālāni
auf Lakṣmaṇa Pfeilnetze (Lok.Sg. + Akk.Pl.)
visṛjan bahv aśobhata
entladend, erstrahlte er prächtig (Nom.Sg.Part. + Adv. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.32-33 bilden eine syntaktische Einheit. Der hier abermals namenlose 'Bezwinger der Räuberbanden' ist derselbe, bereits in Kap.22 (V.53) mit parrotgrünen Pferden beschriebene, dort ebenfalls ungenannte tapferste König beider Heere. Lakṣmaṇa ist Duryodhanas Sohn. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0180_01-02): „Da kämpfte Abhimanyu, der Sohn Arjunas, geschickt, Kunststücke vollbringend, gegen den kundigen Helden Lakṣmaṇa.“ — nicht übersetzt.]
vikarṇas tu mahāprājño yājñaseniṃ śikhaṇḍinam paryavārayad āyāntaṃ yuvānaṃ samare yuvā tatas tam iṣujālena yājñaseniḥ samāvṛṇot vidhūya tad bāṇajālaṃ babhau tava suto balī
Vikarṇa aber, sehr weise, selbst jung, hielt den jungen Yājñasena Śikhaṇḍin auf, der im Kampf herankam. Da umhüllte ihn der Yājñasena [Śikhaṇḍin] mit einem Pfeilnetz; nachdem er dieses Pfeilnetz abgeschüttelt hatte, erstrahlte dein mächtiger Sohn [Vikarṇa].
Wort für Wort
vikarṇas tu mahāprājño
Vikarṇa aber, sehr weise (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
yājñaseniṃ śikhaṇḍinam
den Yājñasena Śikhaṇḍin (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
paryavārayad āyāntaṃ
hielt auf, den herankommenden (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.Part.)
yuvānaṃ samare yuvā
den jungen, im Kampf, selbst jung (Akk.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg.)
tatas tam iṣujālena
da ihn mit einem Pfeilnetz (Adv. + Akk.Sg. + Instr.Sg.)
yājñaseniḥ samāvṛṇot
umhüllte der Yājñasena (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
vidhūya tad bāṇajālaṃ
nachdem er dieses Pfeilnetz abgeschüttelt hatte (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
babhau tava suto balī
erstrahlte dein mächtiger Sohn (3.Sg.Perf. + Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
aṅgado 'bhimukhaḥ śūram uttamaujasam āhave droṇāyābhimukhaṃ yāntaṃ vatsadantair avārayat sa saṃprahāras tumulas tayoḥ puruṣasiṃhayoḥ sainikānāṃ ca sarveṣāṃ tayoś ca prītivardhanaḥ
Aṅgada, ihm entgegentretend, hielt den Helden Uttamaujas mit kälberzahnartigen [Pfeilen] auf, der im Kampf gegen Droṇa zugewandt heranzog. Jener tosende Zusammenstoß der beiden männerlöwengleichen [Helden] mehrte die Freude aller Krieger und der beiden selbst.
Wort für Wort
aṅgado 'bhimukhaḥ śūram
Aṅgada, entgegentretend, den Helden (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
uttamaujasam āhave
Uttamaujas im Kampf (Akk.Sg. + Lok.Sg.)
droṇāyābhimukhaṃ yāntaṃ
der gegen Droṇa zugewandt heranzog (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
vatsadantair avārayat
hielt mit kälberzahnartigen [Pfeilen] auf (Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
der beiden männerlöwengleichen (Gen.Zw. + Gen.Zw.)
sainikānāṃ ca sarveṣāṃ
und aller Krieger (Gen.Pl. + Konj. + Gen.Pl.)
tayoś ca prītivardhanaḥ
und der beiden, die Freude mehrend (Gen.Zw. + Konj. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.36-37 bilden eine syntaktische Einheit. Im Anschluss ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0181_01-04): „Jener Feindbezwinger [Uttamaujas] durchbohrte Aṅgada mit fünf Pfeilen; Aṅgada überschüttete ihn wieder mit zehn Pfeilen; da entstand ein wechselseitiger Kampf zwischen den nach Sieg strebenden Helden, aus überaus großer Kraft und Mannhaftigkeit.“ — nicht übersetzt.]
durmukhas tu maheṣvāso vīraṃ purujitaṃ balī droṇāyābhimukhaṃ yāntaṃ kuntibhojam avārayat sa durmukhaṃ bhruvor madhye nārācena vyatāḍayat tasya tad vibabhau vaktraṃ sanālam iva paṅkajam
Durmukha aber, der mächtige große Bogenschütze, hielt den Helden Purujit Kuntibhoja auf, der gegen Droṇa zugewandt heranzog. Er traf den Durmukha zwischen den Augenbrauen mit einem Eisenpfeil; dessen Gesicht erstrahlte da wie eine Lotosblüte mit ihrem Stängel.
Wort für Wort
durmukhas tu maheṣvāso
Durmukha aber, der große Bogenschütze (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
vīraṃ purujitaṃ balī
den Helden Purujit, der Mächtige (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
droṇāyābhimukhaṃ yāntaṃ
der gegen Droṇa zugewandt heranzog (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
kuntibhojam avārayat
den Kuntibhoja hielt er auf (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sa durmukhaṃ bhruvor madhye
er den Durmukha zwischen den Augenbrauen (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Zw. + Lok.Sg.)
nārācena vyatāḍayat
traf mit einem Eisenpfeil (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf.)
tasya tad vibabhau vaktraṃ
dessen Gesicht erstrahlte da (Gen.Sg. + Adv. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
sanālam iva paṅkajam
wie eine Lotosblüte mit Stängel (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
karṇas tu kekayān bhrātṝn pañca lohitakadhvajān droṇāyābhimukhaṃ yātāñ śaravarṣair avārayat te cainaṃ bhṛśasaṃkruddhāḥ śaravrātair avākiran sa ca tāṃś chādayām āsa śarajālaiḥ punaḥ punaḥ naiva karṇo na te pañca dadṛśur bāṇasaṃvṛtāḥ sāśvasūtadhvajarathāḥ parasparaśarācitāḥ
Karṇa aber hielt die fünf Kekaya-Brüder mit roten Bannern, die gegen Droṇa zugewandt heranzogen, mit einem Pfeilregen auf. Sie, heftig erzürnt, überschütteten ihn mit Pfeilscharen; und er bedeckte sie wieder und wieder mit Pfeilnetzen. Weder Karṇa noch die Fünf konnten [einander] noch sehen, so von Pfeilen bedeckt — samt Rossen, Wagenlenkern, Bannern und Wagen, von den Pfeilen des jeweils anderen übersät.
Wort für Wort
karṇas tu kekayān bhrātṝn
Karṇa aber die Kekaya-Brüder (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
pañca lohitakadhvajān
die fünf, mit roten Bannern (Zahlw. + Akk.Pl.)
droṇāyābhimukhaṃ yātāñ
die gegen Droṇa zugewandt heranzogen (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Pl.)
śaravarṣair avārayat
hielt auf mit einem Pfeilregen (Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
putras te durjayaś caiva jayaś ca vijayaś ca ha nīlaṃ kāśyaṃ jayaṃ śūrās trayas trīn pratyavārayan tad yuddham abhavad ghoram īkṣitṛprītivardhanam siṃhavyāghratarakṣūṇāṃ yathebhamahiṣarṣabhaiḥ
Deine Söhne Durjaya, und Jaya, und Vijaya — diese drei Helden hielten drei [Gegner] auf: Nīla, den Kāśya, [und] Jaya. Jener Kampf wurde furchtbar, die Freude der Zuschauer mehrend, wie [ein Kampf] von Löwen, Tigern und Hyänen gegen Elefanten, Büffel und Stiere.
wie gegen Elefanten, Büffel, Stiere (Adv. + Instr.Pl.)
[Anm.: V.43-44 bilden eine syntaktische Einheit. Bemerkenswerterweise trägt einer von Dhṛtarāṣṭras Söhnen ('jayaḥ') denselben Namen wie einer seiner Gegner ('jayam') — ein weiterer Fall von Namensgleichheit in diesem Kapitel. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0182_01-02): „Bṛhaddhanus, und Bṛhat, und Jayamitra, und ebenso Jaya — deine Söhne hielten die heldenhaften Söhne Dhṛṣṭadyumnas auf.“ — nicht übersetzt.]
kṣemadhūrtibṛhantau tau bhrātarau sātvataṃ yudhi droṇāyābhimukhaṃ yāntaṃ śarais tīkṣṇais tatakṣatuḥ tayos tasya ca tad yuddham atyadbhutam ivābhavat siṃhasya dvipamukhyābhyāṃ prabhinnābhyāṃ yathā vane
Jene beiden Brüder Kṣemadhūrti und Bṛhanta verwundeten mit scharfen Pfeilen den Sātvata, der gegen Droṇa zugewandt im Kampf heranzog. Jener Kampf zwischen den beiden und ihm wurde beinahe wie ein Wunder, wie [der Kampf] eines Löwen gegen zwei führende, brünstige Elefanten im Wald.
Wort für Wort
kṣemadhūrtibṛhantau tau
jene beiden, Kṣemadhūrti und Bṛhanta (Nom.Zw. + Nom.Zw.)
bhrātarau sātvataṃ yudhi
die Brüder, den Sātvata im Kampf (Nom.Zw. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
droṇāyābhimukhaṃ yāntaṃ
der gegen Droṇa zugewandt heranzog (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
śarais tīkṣṇais tatakṣatuḥ
verwundeten mit scharfen Pfeilen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + 3.Zw.Perf.)
tayos tasya ca tad yuddham
jener Kampf zwischen den beiden und ihm (Gen.Zw. + Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
atyadbhutam ivābhavat
wurde beinahe wie ein Wunder (Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)
siṃhasya dvipamukhyābhyāṃ
eines Löwen gegen zwei führende Elefanten (Gen.Sg. + Instr.Zw.)
prabhinnābhyāṃ yathā vane
brünstig, wie im Wald (Instr.Zw. + Adv. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.45-46 bilden eine syntaktische Einheit. Der hier nur mit dem Sippennamen „Sātvata“ (Angehöriger der Vṛṣṇi/Sātvata-Sippe) bezeichnete Krieger bleibt namentlich unbestimmt [?]; möglich wäre erneut Sātyaki, der bereits in V.8-9 gegen Kṛtavarman kämpfte.]
rājānaṃ tu tathāmbaṣṭham ekaṃ yuddhābhinandinam cedirājaḥ śarān asyan kruddho droṇād avārayat tam ambaṣṭho 'sthibhedinyā niravidhyac chalākayā sa tyaktvā saśaraṃ cāpaṃ rathād bhūmim athāpatat
Den König der Ambaṣṭhas aber, den einzigen, kampffreudigen, hielt der König von Cedi [Dhṛṣṭaketu], erzürnt, Pfeile abschießend, von Droṇa fern. Ihn durchbohrte der Ambaṣṭha mit einem knochenspaltenden Spieß; er [Dhṛṣṭaketu], Bogen samt Pfeil fallen lassend, stürzte darauf vom Wagen zu Boden.
Wort für Wort
rājānaṃ tu tathāmbaṣṭham
den König der Ambaṣṭhas aber (Akk.Sg. + Partikel + Adv. + Akk.Sg.)
ekaṃ yuddhābhinandinam
den einzigen, kampffreudigen (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
cedirājaḥ śarān asyan
der König von Cedi, Pfeile abschießend (Nom.Sg. + Akk.Pl. + Nom.Sg.Part.)
kruddho droṇād avārayat
erzürnt, hielt er von Droṇa fern (Nom.Sg. + Abl.Sg. + 3.Sg.Impf.)
tam ambaṣṭho 'sthibhedinyā
ihn der Ambaṣṭha mit einem knochenspaltenden (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Sg.)
niravidhyac chalākayā
durchbohrte mit einem Spieß (3.Sg.Impf. + Instr.Sg.)
sa tyaktvā saśaraṃ cāpaṃ
er, Bogen samt Pfeil fallen lassend (Nom.Sg. + Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
rathād bhūmim athāpatat
stürzte vom Wagen zu Boden (Abl.Sg. + Akk.Sg. + Adv.+3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.47-48 bilden eine syntaktische Einheit. Dhṛṣṭaketu, der Cedi-König, wird hier verwundet und stürzt vom Wagen; der Text spricht nicht ausdrücklich von seinem Tod, sondern nur vom Sturz zu Boden — er dürfte demnach schwer verwundet, nicht getötet worden sein.]
vārdhakṣemiṃ tu vārṣṇeyaṃ kṛpaḥ śāradvataḥ śaraiḥ akṣudraḥ kṣudrakair droṇāt kruddharūpam avārayat yudhyantau kṛpavārṣṇeyau ye 'paśyaṃś citrayodhinau te yuddhasaktamanaso nānyā bubudhire kriyāḥ
Kṛpa Śāradvata aber, nicht kleinlich, hielt mit kleinen [d.h. leichten, zahlreichen] Pfeilen den Vārdhakṣemi Vārṣṇeya [d.h. Anādhṛṣṭi], der zornerfüllt aussah, von Droṇa fern. Die, welche Kṛpa und den Vārṣṇeya kämpfen sahen, die beiden Meister vielfältiger Kampfkunst, deren auf den Kampf versessene Sinne nahmen keine andere Tätigkeit mehr wahr.
Wort für Wort
vārdhakṣemiṃ tu vārṣṇeyaṃ
den Vārdhakṣemi Vārṣṇeya aber (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
kṛpaḥ śāradvataḥ śaraiḥ
Kṛpa Śāradvata mit Pfeilen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
akṣudraḥ kṣudrakair droṇāt
nicht kleinlich, mit kleinen [Pfeilen], von Droṇa (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Abl.Sg.)
kruddharūpam avārayat
den zornerfüllt aussehenden hielt er fern (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
yudhyantau kṛpavārṣṇeyau
die beiden kämpfenden, Kṛpa und den Vārṣṇeya (Akk.Zw.Part. + Akk.Zw.)
ye 'paśyaṃś citrayodhinau
die sie sahen, die beiden vielfältigen Kämpfer (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf. + Akk.Zw.)
te yuddhasaktamanaso
deren Sinne, auf den Kampf versessen (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
nānyā bubudhire kriyāḥ
nahmen keine andere Tätigkeit wahr (Neg.+Nom.Pl. + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.49-50 bilden eine syntaktische Einheit. „Vārdhakṣemi Vārṣṇeya“ identifiziert den Krieger eindeutig als Anādhṛṣṭi, den bereits bekannten Vṛṣṇi-Helden (vgl. Glossar).]
Der Sohn des Somadatta [Bhūriśravas], Droṇas Ruhm mehrend, hielt den unermüdlichen König Maṇimant auf, der herankam. Er [Maṇimant], schnell, nachdem er dem Sohn des Somadatta Bogen und Pfeil zerschnitten hatte, ließ [ihm] wiederum Banner, Wagenlenker und Schirm vom Wagen fallen. Da sprang Yūpaketu [Bhūriśravas], der Feindetöter, schnell vom Wagen und zerhieb ihn, samt Rossen, Wagenlenker, Banner und Wagen, mit einem vortrefflichen Schwert. Und, seinen eigenen Wagen wieder bestiegen und einen anderen Bogen ergriffen habend, selbst die Rosse lenkend, o König, zerschlug er das Pāṇḍava-Heer.
Wort für Wort
saumadattis tu rājānaṃ
der Sohn des Somadatta aber, den König (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
maṇimantam atandritam
Maṇimant, den unermüdlichen (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
paryavārayad āyāntaṃ
hielt auf, den herankommenden (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.Part.)
und Schirm ließ er vom Wagen fallen (Akk.Sg. + Konj.+3.Sg.Impf. + Abl.Sg.)
athāplutya rathāt tūrṇaṃ
da schnell vom Wagen springend (Adv.+Ger. + Abl.Sg. + Adv.)
yūpaketur amitrahā
Yūpaketu, der Feindetöter (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
sāśvasūtadhvajarathaṃ
samt Rossen, Wagenlenker, Banner, Wagen (Akk.Sg.)
taṃ cakarta varāsinā
zerhieb ihn mit einem vortrefflichen Schwert (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
rathaṃ ca svaṃ samāsthāya
und seinen eigenen Wagen bestiegen habend (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Ger.)
dhanur ādāya cāparam
und einen anderen Bogen ergriffen habend (Akk.Sg. + Ger. + Konj. + Akk.Sg.)
svayaṃ yacchan hayān rājan
selbst die Rosse lenkend, o König (Adv. + Nom.Sg.Part. + Akk.Pl. + Vok.Sg.)
vyadhamat pāṇḍavīṃ camūm
zerschlug er das Pāṇḍava-Heer (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.51-54ab bilden eine syntaktische Einheit; Bhūriśravas (Saumadatti, auch Yūpaketu genannt) tötet hier König Maṇimant. Im Anschluss überliefert der Apparat einen außergewöhnlich umfangreichen, über zwanzigzeiligen Einschub (*0183_01 bis *0185_08), der in zwei einander teilweise überschneidenden Varianten weitere Kämpfe schildert: den des Pāṇḍya-Königs (vgl. dessen Vorgeschichte in Kap.22), der, Indra gleich, mit einer Flut von Waffen (Keulen, Schwertern, Speeren, Schleudern u.a.) gegen die feindliche Streitmacht vorgeht und die Rosse des Sindhu-Königs Jayadratha zerstreut, sowie eine erste Nennung von Alambuṣas Zweikampf mit Ghaṭotkaca (der im Haupttext ab V.55 ausführlich folgt). Da diese Passage inhaltlich weitgehend eine Dublette zum nachfolgenden Haupttext darstellt und zwei einander ähnliche Varianten enthält, wird sie hier zusammengefasst dokumentiert, nicht als Haupttext übersetzt.]
Mit Keulen, Hämmern, Wurfscheiben, Wurfspießen, Äxten, mit Staub, Wind, Feuer, Wasser, mit Asche, Erdklumpen, Gras, Bäumen — zerschmetternd, zerbrechend, brechend, niederschlagend, in die Flucht treibend, schleudernd, das Heer erschreckend, kam Ghaṭotkaca heran, in dem Wunsch, Droṇa zu erreichen.
niederschlagend, in die Flucht treibend, schleudernd (Nom.Sg.Part. x3)
senāṃ vibhīṣayann āyād
das Heer erschreckend, kam er heran (Akk.Sg. + Nom.Sg.Part. + 3.Sg.Impf.)
droṇaprepsur ghaṭotkacaḥ
Ghaṭotkaca, in dem Wunsch, Droṇa zu erreichen (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.55-57ab bilden eine syntaktische Einheit; die aufgezählten 'Waffen' (Staub, Wind, Feuer, Wasser, Asche, Erdklumpen, Gras, Bäume) verweisen auf Ghaṭotkacas Rākṣasa-Zaubermacht (māyā), mit der er gewöhnliche Gegenstände in Waffen verwandelt.]
taṃ tu nānāpraharaṇair nānāyuddhaviśeṣaṇaiḥ rākṣasaṃ rākṣasaḥ kruddhaḥ samājaghne hy alambusaḥ tayos tad abhavad yuddhaṃ rakṣogrāmaṇimukhyayoḥ tādṛg yādṛk purā vṛttaṃ śambarāmararājayoḥ
Ihn aber, den Rākṣasa, schlug der Rākṣasa Alambuṣa, erzürnt, mit vielerlei Wurfwaffen und vielerlei besonderen Kampfarten zurück. Jener Kampf zwischen den beiden, den führenden Häuptern der Rākṣasas, wurde ebenso wie einst der zwischen Śambara und dem König der Götter [Indra].
Wort für Wort
taṃ tu nānāpraharaṇair
ihn aber mit vielerlei Wurfwaffen (Akk.Sg. + Partikel + Instr.Pl.)
nānāyuddhaviśeṣaṇaiḥ
mit vielerlei besonderen Kampfarten (Instr.Pl.)
rākṣasaṃ rākṣasaḥ kruddhaḥ
den Rākṣasa der Rākṣasa, erzürnt (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
samājaghne hy alambusaḥ
schlug Alambuṣa zurück (3.Sg.Perf. + Partikel + Nom.Sg.)
tayos tad abhavad yuddhaṃ
jener Kampf zwischen den beiden wurde (Gen.Zw. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
rakṣogrāmaṇimukhyayoḥ
der beiden führenden Häupter der Rākṣasas (Gen.Zw.)
tādṛg yādṛk purā vṛttaṃ
ebenso wie einst geschehen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
śambarāmararājayoḥ
zwischen Śambara und dem König der Götter (Gen.Zw.)
[Anm.: V.57cd-58 bilden eine syntaktische Einheit. Im Anschluss ein außergewöhnlich umfangreicher, zehnzeiliger Apparatseinschub (*0186_01-10): Bhāradvāja [Droṇa], der nur Dhṛṣṭadyumna, den Feldherrn, ins Auge fasste, wie dieser mit einem gewaltigen Pfeilnetz die feindliche Streitmacht überschüttete, ließ viele andere unbeachtet und hielt ihn allein, samt Ministern und Gefolge, auf — eine bedeutsame Vorwegnahme von Droṇas gezieltem Fokus auf seinen späteren Töter; ferner ein allgemeiner Bericht, dass zahllose weitere, zu zahlreich um einzeln genannt zu werden, Könige sich, jeder nach Eignung und Kraft, in den Kampf stürzten — Rosse gegen Rosse, Elefanten gegen Elefanten, Fußvolk gegen Fußvolk, Wagenkämpfer gegen Wagenkämpfer, alle ihrer Herkunft und Tapferkeit würdige Taten vollbringend. Wegen seines bedeutsamen inhaltlichen Gewichts (Droṇas Fokussierung auf Dhṛṣṭadyumna) wird diese Passage hier ausführlich zusammengefasst, jedoch nicht als Haupttext übersetzt.]
evaṃ dvaṃdvaśatāny āsan rathavāraṇavājinām padātīnāṃ ca bhadraṃ te tava teṣāṃ ca saṃkulam naitādṛśo dṛṣṭapūrvaḥ saṃgrāmo naiva ca śrutaḥ droṇasyābhāvabhāveṣu prasaktānāṃ yathābhavat idaṃ ghoram idaṃ citram idaṃ raudram iti prabho tatra yuddhāny adṛśyanta pratatāni bahūni ca
So gab es Hunderte von Zweikämpfen der Wagenkämpfer, Elefantenreiter und Reiter, und ein wildes Gewühl der Fußsoldaten, deiner und der ihrigen, Wohlergehen sei dir. Niemals zuvor war ein solcher Kampf gesehen, ja nicht einmal gehört worden, wie er unter denen entstand, die um Droṇas Sein-oder-Nichtsein [d.h. Leben oder Tod] rangen. 'Dies ist furchtbar, dies ist wundersam, dies ist schreckenerregend' — so, o Herr, wurden dort viele, weit ausgedehnte Kämpfe gesehen.
Wort für Wort
evaṃ dvaṃdvaśatāny āsan
so gab es Hunderte von Zweikämpfen (Adv. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)
rathavāraṇavājinām
der Wagenkämpfer, Elefantenreiter, Reiter (Gen.Pl.)
padātīnāṃ ca bhadraṃ te
und der Fußsoldaten, Wohlergehen sei dir (Gen.Pl. + Konj. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
tava teṣāṃ ca saṃkulam
deiner und der ihrigen, ein Gewühl (Gen.Sg. + Gen.Pl. + Konj. + Nom.Sg.)
naitādṛśo dṛṣṭapūrvaḥ
niemals zuvor war ein solcher gesehen (Neg.+Nom.Sg. + Nom.Sg.)
saṃgrāmo naiva ca śrutaḥ
ein Kampf, noch nicht einmal gehört (Nom.Sg. + Neg.+Partikel + Konj. + Nom.Sg.)
droṇasyābhāvabhāveṣu
um Droṇas Sein-oder-Nichtsein (Gen.Sg. + Lok.Pl.)
prasaktānāṃ yathābhavat
unter denen, die rangen, wie er entstand (Gen.Pl. + Adv.+3.Sg.Impf.)
idaṃ ghoram idaṃ citram
'dies ist furchtbar, dies ist wundersam' (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
idaṃ raudram iti prabho
'dies ist schreckenerregend' — so, o Herr (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Vok.Sg.)
tatra yuddhāny adṛśyanta
dort wurden Kämpfe gesehen (Adv. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.Pass.)
pratatāni bahūni ca
weit ausgedehnte und viele (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Konj.)
[Anm.: V.59-61 bilden eine syntaktische Einheit und schließen das Kapitel ab.]