Kapitel 31: Daśamadivasayuddhasamāpti
Der zehnte Tag: Allgemeines Schlachtgetümmel und das Ende des Tages
Ein langes, dichtes Kapitel allgemeiner Kampfschilderung, das den zehnten Schlachttag beschließt: Bhīma wehrt sich gegen Droṇa, Karṇa, Aśvatthāman und Duryodhana zugleich; Yudhiṣṭhira sendet Sātyaki, Nakula und Sahadeva ihm zu Hilfe. Es folgt eine ausgedehnte, grauenvolle Schilderung des allgemeinen Getümmels — Elefanten, Pferde und Wagenkämpfer vermischt im Chaos, Väter und Söhne, die sich unwissentlich bekämpfen, Klagerufe und Schlachtrufe aus dem Getümmel. Dhṛṣṭadyumna treibt die Pāṇḍavas gegen Droṇas Wagen; Droṇa, Kṛpa, Karṇa, Aśvatthāman, Jayadratha, die Avantī-Brüder und Śalya halten sie zurück. Arjuna kehrt, nachdem er die Saṃśaptakas bezwungen hat, ins Kampfgeschehen zurück und verheert die Kaurava-Reihen; die fliehenden Kurus rufen nach Karṇa, der zu ihrer Rettung herbeieilt und sich mit Dhṛṣṭadyumna, Bhīma und Sātyaki, dann mit Arjuna selbst duelliert — dabei fallen mehrere von Karṇas eigenen Brüdern. Das Kapitel schließt mit dem Sonnenuntergang: Beide Heere, erschöpft und blutüberströmt, ziehen sich in ihre Lager zurück — das Ende des zehnten Kampftages.
traf rasch an einer verwundbaren Stelle (Lok.Sg. + Adv. + 3.Sg.Perf. + Partikel)
[Anm.: V.2 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein zweizeiliger Apparateinschub (*0233_01-02) fügt hinzu: „Um Ununterbrochenheit [der Treffer] bemüht, versetzte er [ihm] sechsundzwanzig [weitere Pfeile], und wiederum solche, deren Berührung dem Feuer glich, dem Gift giftiger Schlangen gleich.“ — nicht als eigene Einheit übersetzt, ergänzt aber die Wucht von Droṇas Angriff.]
'rettet Bhīma!', so trieb er an (Akk.Sg. + Zitatmarker + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.6 bildet eine Einheit. 'Mṛtyusādhāraṇīkṛte' ('sich dem Tod gleichgemacht habend') beschreibt Bhīmas rücksichtslosen Einsatz seines Lebens im Kampf.]
te yayur bhīmasenasya samīpam amitaujasaḥ yuyudhānaprabhṛtayo mādrīputrau ca pāṇḍavau
Sie gingen zur Nähe Bhīmasenas von unermesslicher Kraft — die Krieger angeführt von Yuyudhāna [Sātyaki], und die beiden Pāṇḍava-Söhne der Mādrī [Nakula und Sahadeva].
Wort für Wort
te yayur bhīmasenasya
sie gingen zu Bhīmasena (Nom.Pl. + 3.Pl.Perf. + Gen.Sg.)
samīpam amitaujasaḥ
in die Nähe, von unermesslicher Kraft (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
yuyudhānaprabhṛtayo
angeführt von Yuyudhāna [Sātyaki] (Nom.Pl.Kompositum)
mādrīputrau ca pāṇḍavau
und die beiden Pāṇḍava-Söhne der Mādrī (Nom.Du. + Konj. + Nom.Du.)
te sametya susaṃrabdhāḥ sahitāḥ puruṣarṣabhāḥ maheṣvāsavarair guptaṃ droṇānīkaṃ bibhitsavaḥ
Sie, zusammengekommen, höchst erzürnt, vereint, Stiere unter den Männern, begehrend, Droṇas Heeresabteilung zu durchbrechen, die von vorzüglichen Großbogenschützen bewacht wurde —
nikṛṣṭam asiyuddhaṃ ca babhūva kaṭukodayam kuñjarāṇāṃ ca saṃghātair yuddham āsīt sudāruṇam
Und es gab Schwertkampf aus nächster Nähe, bitter in seinem Ausgang; und mit Ansammlungen von Elefanten gab es einen höchst grausamen Kampf.
Wort für Wort
nikṛṣṭam asiyuddhaṃ ca
und der Schwertkampf aus nächster Nähe (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
babhūva kaṭukodayam
war, bitter im Ausgang (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
kuñjarāṇāṃ ca saṃghātair
und mit Ansammlungen von Elefanten (Gen.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
yuddham āsīt sudāruṇam
Kampf gab es, höchst grausam (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.12 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein Variantenpāda (*0234_01) bietet dazu die Parallele: „Und es gab ein Zusammenprallen von Elefanten, bitter in seinem Ausgang.“]
narāntraiḥ ke cid apare viṣāṇālagnasaṃsravaiḥ babhramuḥ śataśo nāgā mṛdnantaḥ śataśo narān
Manche andere, deren Stoßzähne mit heraushängenden, triefenden Menscheneingeweiden behaftet waren, wanderten zu Hunderten umher, zu Hunderten Menschen zermalmend.
Wort für Wort
narāntraiḥ ke cid apare
manche andere, mit Menscheneingeweiden (Instr.Pl. + Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
viṣāṇālagnasaṃsravaiḥ
an den Stoßzähnen haftend, triefend (Instr.Pl.Kompositum)
babhramuḥ śataśo nāgā
wanderten zu Hunderten, die Elefanten (3.Pl.Perf. + Adv. + Nom.Pl.)
mṛdnantaḥ śataśo narān
zermalmend zu Hunderten Menschen (Nom.Pl.Ptz. + Adv. + Akk.Pl.)
die gefallenen zermalmten sie (Akk.Pl. + 3.Pl.Perf.periphr.)
dvipāḥ sthūlanaḍān iva
die Elefanten, wie dicke Schilfrohre (Nom.Pl. + Akk.Pl. + Adv.)
[Anm.: V.17 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein zweizeiliger Apparateinschub (*0235_01-02) fügt hinzu: „Für jene, die keine [feste] Stellung der geschlagenen Truppen mehr sahen, war das schwierige Neu-Ordnen auf dem Boden damals [nicht mehr möglich], o König.“ — inhaltlich eng verwandt mit der ähnlichen Frage Dhṛtarāṣṭras in Kap.30 V.2.]
Die Herrscher der Menschen, [einst] an duftende Gewänder gewöhnt, [nun] beschämt, vom Tod gezeichnet, liegen auf höchst leidvollen Betten aus geierbefiederten [Pfeilen] [?].
Wort für Wort
gṛdhrapatrādhivāsāṃsi
mit Geierfeder-Gewändern/-Lagern (Akk.Pl.Kompositum)
śayanāni narādhipāḥ
Betten, die Herrscher der Menschen (Akk.Pl. + Nom.Pl.)
hrīmantaḥ kālasaṃpakvāḥ
beschämt, vom Tod gezeichnet (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
suduḥkhāny adhiśerate
liegen auf höchst leidvollen [Betten] (Akk.Pl. + 3.Pl.Präs.)
[Anm.: V.18 bildet eine Einheit. Das Kompositum 'gṛdhrapatrādhivāsāṃsi' ('mit Geierfeder-Kleidung/-Lager') ist bildhaft-dicht und lässt sich nur mit Unsicherheit auflösen: gemeint sind wohl die mit geierbefiederten Pfeilen durchbohrten Krieger, deren 'Bett' nun aus solchen Pfeilen besteht; die Übersetzung ist daher mit [?] gekennzeichnet.]
Hier erschlägt ein Vater den Sohn, ihn mit dem Wagen überholend; und ein Sohn [erschlägt] aus Verblendung den Vater — [der Kampf] ging ohne [jede] Ordnung vonstatten.
Wort für Wort
hanti smātra pitā putraṃ
hier erschlägt ein Vater den Sohn (3.Sg.Präs. + Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
rathenābhyativartate
ihn mit dem Wagen überholend (Instr.Sg. + 3.Sg.Präs.)
putraś ca pitaraṃ mohān
und ein Sohn den Vater aus Verblendung (Nom.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Abl.Sg.)
nirmaryādam avartata
ging ohne Ordnung vonstatten (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
Eine Achse zerbrochen, ein Banner gefällt, ein Sonnenschirm zu Boden gestürzt; ein abgetrenntes halbes Joch mit sich tragend, rannte so ein Pferd davon.
Wort für Wort
akṣo bhagno dhvajaś chinnaś
eine Achse zerbrochen, ein Banner gefällt (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
chatram urvyāṃ nipātitam
ein Sonnenschirm zu Boden gestürzt (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg.)
yugārdhaṃ chinnam ādāya
ein abgetrenntes halbes Joch mit sich tragend (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
pradudrāva tathā hayaḥ
rannte so [davon], das Pferd (3.Sg.Perf. + Adv. + Nom.Sg.)
Ein Arm, noch das Schwert haltend, war gefallen; ein Kopf, abgetrennt, mit seinen Ohrringen; ein Wagen, von einem mächtigen Elefanten erfasst, wurde zu Boden zermalmt.
Wort für Wort
sāsir bāhur nipatitaḥ
ein Arm mit dem Schwert war gefallen (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śiraś chinnaṃ sakuṇḍalam
ein Kopf, abgetrennt, mit den Ohrringen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
gajenākṣipya balinā
von einem mächtigen Elefanten erfasst (Instr.Sg. + Ger. + Instr.Sg.)
rathaḥ saṃcūrṇitaḥ kṣitau
ein Wagen wurde zermalmt auf dem Boden (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
Ein Elefant, von einem Wagenkämpfer mit einem Eisenpfeil getroffen, fiel leblos; und ein Pferd fiel mitsamt seinem Reiter, von einem Elefanten heftig getroffen.
Wort für Wort
rathinā tāḍito nāgo
von einem Wagenkämpfer getroffen, der Elefant (Instr.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
nārācenāpatad vyasuḥ
mit einem Eisenpfeil fiel er, leblos (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
sārohaś cāpatad vājī
und mit seinem Reiter fiel das Pferd (Nom.Sg.Kompositum + Konj. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
gajenātāḍito bhṛśam
von einem Elefanten heftig getroffen (Instr.Sg. + Nom.Sg. + Adv.)
nirmaryādaṃ mahad yuddham avartata sudāruṇam hā tāta hā putra sakhe kvāsi tiṣṭha kva dhāvasi
Ein großer, höchst grausamer Kampf ohne jede Ordnung ging vonstatten: 'Ach Vater! Ach Sohn! Freund, wo bist du? Bleib stehen! Wohin läufst du?'
Wort für Wort
nirmaryādaṃ mahad yuddham
ein großer Kampf ohne Ordnung (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
avartata sudāruṇam
ging vonstatten, höchst grausam (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
hā tāta hā putra sakhe
ach Vater, ach Sohn, Freund (Interj. + Vok.Sg. + Interj. + Vok.Sg. + Vok.Sg.)
kvāsi tiṣṭha kva dhāvasi
wo bist du, bleib stehen, wohin läufst du (Adv. + 2.Sg.Präs. + Imp. + Adv. + 2.Sg.Präs.)
[Anm.: V.23 bildet eine Einheit. Die Rufe sind anonyme Zurufe aus dem allgemeinen Getümmel, keiner benannten Figur zugeordnet, und erhalten daher einfache Anführungszeichen statt einer CQ-Markierung.]
mit Lächeln, Kampfschreien, Gebrüll (Instr.Pl.Kompositum)
ity evam uccarantyaḥ sma
so, derart erhoben (Zitatmarker + Adv. + Nom.Pl.Ptz. + Partikel)
śrūyante vividhā giraḥ
wurden vernommen vielfältige Stimmen (3.Pl.Präs.Pass. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.24 bildet eine Einheit und setzt die anonymen Zurufe aus V.23 fort; auch hier keine CQ-Markierung, da es sich um Stimmen aus der allgemeinen Menge handelt.]
Das Blut von Mensch, Pferd und Elefant vermischte sich; der irdische Staub legte sich; und Verzagtheit befiel die Furchtsamen.
Wort für Wort
narasyāśvasya nāgasya
von Mensch, Pferd, Elefant (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
samasajjata śoṇitam
vermischte sich das Blut (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
upāśāmyad rajo bhaumaṃ
legte sich der irdische Staub (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
bhīrūn kaśmalam āviśat
Verzagtheit befiel die Furchtsamen (Akk.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.25 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein zweizeiliger Apparateinschub (*0236_01-02) fügt hinzu: „Ein Held, der im Kampf Rad gegen Rad eines [anderen] Helden setzte, nahm, als die Zeit der Pfeilreichweite verstrichen war, mit der Keule [dessen] Kopf.“ — beschreibt den Übergang von der Fernkampf- zur Nahkampfphase.]
āsīt keśaparāmarśo muṣṭiyuddhaṃ ca dāruṇam nakhair dantaiś ca śūrāṇām advīpe dvīpam icchatām
Es gab Haarraufen und grausamen Faustkampf, mit Nägeln und Zähnen, unter Helden, die, wo es keine [rettende] Insel gab, eine Insel suchten.
Wort für Wort
āsīt keśaparāmarśo
es gab Haarraufen (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
muṣṭiyuddhaṃ ca dāruṇam
und grausamen Faustkampf (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
nakhair dantaiś ca śūrāṇām
mit Nägeln und Zähnen, der Helden (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Konj. + Gen.Pl.)
advīpe dvīpam icchatām
die, wo keine Insel, eine Insel suchten (Lok.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Pl.Ptz.)
[Anm.: V.26 bildet eine Einheit. 'Advīpe dvīpam icchatām' ('die dort, wo keine Insel ist, eine Insel suchten') ist ein Bildwort für die verzweifelte Suche nach Halt oder Rettung im Chaos der Schlacht.]
Dort wurde eines Helden erhobener, das Schwert haltender Arm abgetrennt; und ebenso eines anderen [Arm], noch Bogen, Pfeil und Elefantenstachel haltend.
Wort für Wort
tatrācchidyata vīrasya
dort wurde eines Helden [Arm] abgetrennt (Adv. + 3.Sg.Impf.Pass. + Gen.Sg.)
sakhaḍgo bāhur udyataḥ
der erhobene, schwerthaltende Arm (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
sadhanuś cāparasyāpi
und ebenso eines anderen, bogenhaltend (Nom.Sg.Kompositum + Konj. + Gen.Sg. + Partikel)
saśaraḥ sāṅkuśas tathā
pfeilhaltend, stachelhaltend, ebenso (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum + Adv.)
Einer rannte auf ein Geräusch zu, ein anderer rannte heftig vor einem Geräusch davon; einer erschlug die eigenen [Leute], ein anderer die Feinde, mit scharfen Pfeilen.
Wort für Wort
śabdam abhyadravac cānyaḥ
auf ein Geräusch rannte zu ein anderer (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Konj. + Nom.Sg.)
śabdād anyo 'dravad bhṛśam
vor einem Geräusch rannte ein anderer heftig davon (Abl.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
svān anyo 'tha parān anyo
die eigenen einer, dann die Feinde ein anderer (Akk.Pl. + Nom.Sg. + Adv. + Akk.Pl. + Nom.Sg.)
jaghāna niśitaiḥ śaraiḥ
erschlug mit scharfen Pfeilen (3.Sg.Perf. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
[Anm.: V.29 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein zweizeiliger Apparateinschub (*0237_01-02) fügt hinzu: „Und ein anderer, erschrocken, schrie auf; ein anderer, erschrocken, rannte vorwärts; ein anderer nahm einem, der jenen Ort noch nicht erreicht hatte, das Leben.“ — verdeutlicht die Verwirrung, in der selbst Verbündete einander unabsichtlich angriffen.]
Ein einem Bergesgipfel gleichender Elefant, hier von einem Eisenpfeil gefällt, fiel zu Boden, wie ein Flussufer in einen heißen [reißenden] Strom [einstürzt].
Wort für Wort
giriśṛṅgopamaś cātra
und hier, einem Bergesgipfel gleichend (Nom.Sg. + Konj. + Adv.)
nārācena nipātitaḥ
von einem Eisenpfeil gefällt (Instr.Sg. + Nom.Sg.)
mātaṅgo nyapatad bhūmau
der Elefant fiel zu Boden (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
nadīrodha ivoṣṇage
wie ein Flussufer in einen heißen Strom (Nom.Sg.Kompositum + Adv. + Lok.Sg.)
Ebenso zermalmte ein [Brunft-]Saft absondernder Elefant, wie ein einstürzender Berg, einen Wagenkämpfer; er trat mit dem Fuß auf dem Boden auf ihn samt Pferd und Wagenlenker.
Wort für Wort
tathaiva rathinaṃ nāgaḥ
ebenso einen Wagenkämpfer der Elefant (Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
kṣaran girir ivārujat
[Saft] absondernd, wie ein Berg, zermalmte er (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Adv. + 3.Sg.Impf.)
adhyatiṣṭhat padā bhūmau
er trat mit dem Fuß auf dem Boden (3.Sg.Impf. + Instr.Sg. + Lok.Sg.)
sahāśvaṃ sahasārathim
samt Pferd, samt Wagenlenker (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.31 bildet eine Einheit. 'Kṣaran' ('tropfend, absondernd') verweist auf den Brunftsaft (mada) eines läufigen Elefanten.]
gṛhṇītādravatānyonyaṃ vibhītā vinikṛntata ity āsīt tumulaḥ śabdo durdharṣasya rathaṃ prati
'Packt [ihn]! Rennt aufeinander los! Zerschneidet die Verängstigten!' — so war das tumultartige Geschrei auf den Wagen des Unangreifbaren [Droṇa] zu.
Wort für Wort
gṛhṇītādravatānyonyaṃ
packt, rennt aufeinander los (Imp. + Imp. + Akk.Sg.)
vibhītā vinikṛntata
zerschneidet die Verängstigten (Akk.Pl. + Imp.)
ity āsīt tumulaḥ śabdo
so war das tumultartige Geschrei (Zitatmarker + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
durdharṣasya rathaṃ prati
auf den Wagen des Unangreifbaren zu (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Postp.)
[Anm.: V.36 bildet eine Einheit. Die Rufe sind wiederum ein anonymer Kollektivruf der angreifenden Pāṇḍava-Truppen und erhalten daher einfache Anführungszeichen.]
te tv āryadharmasaṃrabdhā durnivāryā durāsadāḥ śarārtā na juhur droṇaṃ pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha
Sie aber, im edlen Pflichtgefühl erzürnt, unaufhaltsam, unangreifbar, obgleich von Pfeilen gequält, ließen nicht von Droṇa ab — die Pāñcālas, zusammen mit den Pāṇḍavas.
Wort für Wort
te tv āryadharmasaṃrabdhā
sie aber, im edlen Pflichtgefühl erzürnt (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
durnivāryā durāsadāḥ
unaufhaltsam, unangreifbar (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śarārtā na juhur droṇaṃ
von Pfeilen gequält, ließen nicht ab von Droṇa (Nom.Pl. + Neg. + 3.Pl.Perf. + Akk.Sg.)
pāñcālāḥ pāṇḍavaiḥ saha
die Pāñcālas, zusammen mit den Pāṇḍavas (Nom.Pl. + Instr.Pl. + Postp.)
Der Klang seiner Bogensehne gegen die Handfläche wurde in [allen] Richtungen vernommen, o Māriṣa, dem Krachen des Donnerkeils gleich, viele Pāṇḍavas in Schrecken versetzend.
Wort für Wort
tasya jyātalanirghoṣaḥ
seiner Bogensehne-Handflächen-Klang (Gen.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
śuśruve dikṣu māriṣa
wurde vernommen in den Richtungen, o Māriṣa (3.Sg.Perf.Pass. + Lok.Pl. + Vok.Sg.)
vajrasaṃghātasaṃkāśas
dem Krachen des Donnerkeils gleich (Nom.Sg.Kompositum)
trāsayan pāṇḍavān bahūn
viele Pāṇḍavas in Schrecken versetzend (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
Jenen großen Wirbel aus Pfeilfluten, jenen großen See mit Blut als Wasser durchquert habend, erschien Phalguna [Arjuna], nachdem er die Saṃśaptakas erschlagen hatte, wieder.
Wort für Wort
taṃ śaraughamahāvartaṃ
jenen großen Wirbel aus Pfeilfluten (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
śoṇitodaṃ mahāhradam
mit Blut als Wasser, den großen See (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
saṃśaptakasamudraṃ tam ucchoṣyāstragabhastibhiḥ sa pāṇḍavayugāntārkaḥ kurūn apy abhyatītapat
Nachdem er jenes Meer der Saṃśaptakas mit den Strahlen seiner Waffen ausgetrocknet hatte, versengte er, die [alles vernichtende] Sonne am Weltuntergang der Pāṇḍavas, auch die Kurus.
Wort für Wort
saṃśaptakasamudraṃ tam
jenes Meer der Saṃśaptakas (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
ucchoṣyāstragabhastibhiḥ
ausgetrocknet mit den Waffenstrahlen (Ger. + Instr.Pl.Kompositum)
sa pāṇḍavayugāntārkaḥ
er, die Weltuntergangs-Sonne der Pāṇḍavas (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
kurūn apy abhyatītapat
versengte auch die Kurus (Akk.Pl. + Partikel + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.44 bildet eine Einheit. 'Pāṇḍavayugāntārka' ('die Weltuntergangs-Sonne der Pāṇḍavas') vergleicht Arjuna mit der apokalyptischen Sonne, die am Ende eines Weltzeitalters alle Wesen verbrennt — hier als Bild seiner verheerenden Wirkung auf Seiten der Pāṇḍavas gegen die Kurus.]
Arjuna verbrannte alle Kurus mit dem Glanz [seiner] Waffen, wie der am Weltzeitalterende erscheinende [alles verzehrende] Feuer-Komet alle Wesen [verbrennt].
Wort für Wort
pradadāha kurūn sarvān
verbrannte alle Kurus (3.Sg.Perf. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
arjunaḥ śastratejasā
Arjuna, mit dem Glanz der Waffen (Nom.Sg. + Instr.Sg.Kompositum)
yugānte sarvabhūtāni
am Weltzeitalterende, alle Wesen (Lok.Sg. + Akk.Pl.)
dhūmaketur ivotthitaḥ
wie der aufgestiegene Feuer-Komet (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.45 bildet eine Einheit. 'Dhūmaketu' ('Rauchbanner-Träger') bezeichnet hier das apokalyptische Feuer bzw. den Kometen, der am Ende eines Weltzeitalters alle Geschöpfe vernichtet.]
tena bāṇasahasraughair gajāśvarathayodhinaḥ tāḍyamānāḥ kṣitiṃ jagmur muktaśastrāḥ śarārditāḥ
Von ihm mit tausendfachen Pfeilfluten getroffen, sanken die auf Elefanten, Pferden und Wagen kämpfenden Krieger zu Boden, [ihre] Waffen fallen lassend, von Pfeilen gequält.
Wort für Wort
tena bāṇasahasraughair
von ihm, mit tausendfachen Pfeilfluten (Instr.Sg. + Instr.Pl.Kompositum)
gajāśvarathayodhinaḥ
die auf Elefanten, Pferden, Wagen Kämpfenden (Nom.Pl.Kompositum)
tāḍyamānāḥ kṣitiṃ jagmur
getroffen, sanken zu Boden (Nom.Pl.Ptz. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)
muktaśastrāḥ śarārditāḥ
die Waffen fallen lassend, von Pfeilen gequält (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
und 'ach, ach!' schrien sie (Interj. + Interj. + Zitatmarker + Konj. + 3.Pl.Perf.)
[Anm.: V.49 bildet eine Einheit. Der Ruf nach Karṇa ist ein anonymer Kollektivschrei der fliehenden Kaurava-Truppen und erhält daher einfache Anführungszeichen statt einer CQ-Markierung.]
Waffe, der beste der Waffenkundigen (Akk.Sg. + Gen.Pl. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.51 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein Apparatpāda (*0238_01) fügt hinzu: „der großarmige Schüler Rāmas [Paraśurāmas], stets der Demütiger [anderer] Bogenschützen“ — eine weitere Lobpreisung Karṇas als Schüler Paraśurāmas.]
tasya dīptaśaraughasya dīptacāpadharasya ca śaraughāñ śarajālena vidudhāva dhanaṃjayaḥ
Von jenem, dessen Pfeilflut loderte und der einen lodernden Bogen trug, wehrte Dhanaṃjaya [Arjuna] die Pfeilfluten mit einem Netz [eigener] Pfeile ab.
Wort für Wort
tasya dīptaśaraughasya
von jenem, dessen Pfeilflut loderte (Gen.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
dīptacāpadharasya ca
und der einen lodernden Bogen trug (Gen.Sg.Kompositum + Konj.)
śaraughāñ śarajālena
die Pfeilfluten mit einem Pfeilnetz (Akk.Pl. + Instr.Sg.)
vidudhāva dhanaṃjayaḥ
wehrte ab Dhanaṃjaya [Arjuna] (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.52 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Zwei weitere Pādas (*0239_01 und Pāda e, da der Vers ausnahmsweise fünf Pādas zählt) fügen hinzu: „Ebenso [wehrte] der Sohn Adhirathas [Karṇa] dessen [Arjunas] Pfeile von lodernder Kraft [ab]. Waffe mit Waffe abwehrend, brüllte er, Pfeile entsendend.“ — beschreibt das gegenseitige Abwehren der Waffen beider Kämpfer.]
Während die Söhne Dhṛtarāṣṭras zusahen, wurden von dem Diademträger [Kirīṭin, Arjuna] allein, vor dem Angesicht des Sūta-Sohnes [Karṇa], drei leibliche Brüder erschlagen.
Wort für Wort
paśyatāṃ dhārtarāṣṭrāṇām
während die Söhne Dhṛtarāṣṭras zusahen (Gen.Pl.Ptz. + Gen.Pl.)
ekenaiva kirīṭinā
von dem Diademträger [Arjuna] allein (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
pramukhe sūtaputrasya
vor dem Angesicht des Sūta-Sohnes [Karṇa] (Lok.Sg. + Gen.Sg.)
sodaryā nihatās trayaḥ
drei leibliche Brüder wurden erschlagen (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.60 bildet eine Einheit und identifiziert die zuvor gefallenen Śatruṃjaya und Vipāṭa (V.58-59) rückblickend als leibliche Brüder Karṇas.]
tato bhīmaḥ samutpatya svarathād vainateyavat varāsinā karṇapakṣāñ jaghāna daśa pañca ca
Dann, von seinem eigenen Wagen aufspringend wie der Sohn Vinatās [Garuḍa], erschlug Bhīma mit einem vorzüglichen Schwert fünfzehn [Krieger] aus Karṇas Gefolge.
Wort für Wort
tato bhīmaḥ samutpatya
dann Bhīma, aufspringend (Adv. + Nom.Sg. + Ger.)
svarathād vainateyavat
vom eigenen Wagen, wie der Sohn Vinatās [Garuḍa] (Abl.Sg. + Adv.)
varāsinā karṇapakṣāñ
mit einem vorzüglichen Schwert, Karṇas Gefolge (Instr.Sg. + Akk.Pl.)
jaghāna daśa pañca ca
erschlug zehn und fünf (3.Sg.Perf. + Zahlwort + Zahlwort + Konj.)
Wieder seinen eigenen Wagen besteigend und einen anderen Bogen ergreifend, durchbohrte er mit zehn [Pfeilen] Karṇa, und mit fünf [dessen] Wagenlenker und Pferde.
Wort für Wort
punaḥ svaratham āsthāya
wieder den eigenen Wagen besteigend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
dhanur ādāya cāparam
und einen anderen Bogen ergreifend (Akk.Sg. + Ger. + Konj. + Akk.Sg.)
vivyādha daśabhiḥ karṇaṃ
durchbohrte mit zehn [Pfeilen] Karṇa (3.Sg.Perf. + Instr.Pl. + Akk.Sg.)
sūtam aśvāṃś ca pañcabhiḥ
den Wagenlenker und die Pferde mit fünf (Akk.Sg. + Akk.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
Dhṛṣṭadyumna auch, ein vorzügliches Schwert und einen glänzenden Schild ergreifend, erschlug Candravarman und Bṛhatkṣatra aus dem Geschlecht der Paurava.
Wort für Wort
dhṛṣṭadyumno 'py asivaraṃ
Dhṛṣṭadyumna auch, ein vorzügliches Schwert (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
carma cādāya bhāsvaram
und einen glänzenden Schild ergreifend (Akk.Sg. + Konj. + Ger. + Akk.Sg.)
jaghāna candravarmāṇaṃ
erschlug Candravarman (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
bṛhatkṣatraṃ ca pauravam
und Bṛhatkṣatra, den Pauravaner (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
Dann, seinen eigenen Wagen besteigend, ergriff der Pāñcālya [Dhṛṣṭadyumna] einen anderen Bogen und durchbohrte, im Kampf brüllend, Karṇa mit dreiundsiebzig [Pfeilen].
Wort für Wort
tataḥ svaratham āsthāya
dann, den eigenen Wagen besteigend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
pāñcālyo 'nyac ca kārmukam
der Pāñcālya, und einen anderen Bogen (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
ādāya karṇaṃ vivyādha
ergreifend, durchbohrte er Karṇa (Ger. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.)
trisaptatyā nadan raṇe
mit dreiundsiebzig, brüllend im Kampf (Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Lok.Sg.)
Śaineya [Sātyaki] auch, einen anderen, wie Indras [Regen-]Bogen glänzenden Bogen ergreifend, brüllte, nachdem er den Sūta-Sohn [Karṇa] mit vierundsechzig [Pfeilen] durchbohrt hatte, wie ein Löwe.
Wort für Wort
śaineyo 'py anyad ādāya
Śaineya [Sātyaki] auch, einen anderen ergreifend (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Ger.)
dhanur indrāyudhadyuti
einen Bogen, wie Indras [Regen-]Bogen glänzend (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
sūtaputraṃ catuḥṣaṣṭyā
den Sūta-Sohn [Karṇa] mit vierundsechzig (Akk.Sg. + Instr.Sg.)
viddhvā siṃha ivānadat
durchbohrt habend, wie ein Löwe brüllte er (Ger. + Nom.Sg. + Adv. + 3.Sg.Impf.)
Nachdem er mit zwei wohlgezielt entsandten Halbmondpfeilen Karṇas Bogen zerschnitten hatte, traf er Karṇa wieder mit drei Pfeilen an den Armen und an der Brust.
Wort für Wort
bhallabhyāṃ sādhumuktābhyāṃ
mit zwei wohlgezielt entsandten Halbmondpfeilen (Instr.Du. + Instr.Du.)
So war dieser höchst furchtbare Kampf, zur Vernichtung aller Bogenschützen, sowohl deiner als auch der Feinde, [ausgetragen], wobei [sie] ihr Leben aufgaben.
Wort für Wort
evam eṣa mahāraudraḥ
so war dieser höchst furchtbare (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kṣayārthaṃ sarvadhanvinām
zur Vernichtung aller Bogenschützen (Akk.Sg. + Gen.Pl.)
tāvakānāṃ pareṣāṃ ca
sowohl deiner als auch der Feinde (Gen.Pl. + Gen.Pl. + Konj.)
tyaktvā prāṇān abhūd raṇaḥ
das Leben aufgebend, war der Kampf (Ger. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
Fußsoldaten, Wagenkämpfer, Elefanten und Pferde [vermischten sich] mit Elefanten, Pferden, Wagen und Fußsoldaten; Wagenkämpfer mit Elefanten, Fußsoldaten, Pferden; Wagen-Fußsoldaten mit Wagen-Elefanten.
Wort für Wort
padātirathanāgāśvair
mit Fußsoldaten, Wagen, Elefanten, Pferden (Instr.Pl.Kompositum)
Wagenkämpfer mit Elefanten-Fußsoldaten-Pferden (Nom.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
rathapattī rathadvipaiḥ
Wagen-Fußsoldaten mit Wagen-Elefanten (Nom.Du.Kompositum + Instr.Pl.Kompositum)
[Anm.: V.70 bildet eine Einheit und beginnt, zusammen mit V.71, eine dichte, kaum wörtlich auflösbare Aufzählung aller möglichen Kombinationen der vier Heeresteile (Fußvolk, Reiterei, Wagen, Elefanten), die sich im allgemeinen Getümmel wahllos vermischen — ein rhetorisches Mittel zur Vermittlung des totalen Chaos.]
evaṃ sukalilaṃ yuddham āsīt kravyādaharṣaṇam mahadbhis tair abhītānāṃ yamarāṣṭravivardhanam
So war der Kampf gänzlich verwirrt, eine Freude für die Fleischfresser, durch jene großen, furchtlosen [Krieger] das Reich Yamas mehrend.
Wort für Wort
evaṃ sukalilaṃ yuddham
so war der gänzlich verwirrte Kampf (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
āsīt kravyādaharṣaṇam
war eine Freude für die Fleischfresser (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
mahadbhis tair abhītānāṃ
durch jene großen, furchtlosen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Gen.Pl.)
yamarāṣṭravivardhanam
das Reich Yamas mehrend (Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.72 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein zweizeiliger Apparateinschub (*0241_01-02) fügt hinzu: „der Kurus und Pāṇḍavas, die sich in Wut vermischend gegenseitig niederschlugen, in der Begegnung Droṇas und Arjunas.“]
tato hatā nararathavājikuñjarair anekaśo dviparathavājipattayaḥ gajair gajā rathibhir udāyudhā rathā hayair hayāḥ pattigaṇaiś ca pattayaḥ
Dann wurden, von Männern, Wagen, Pferden und Elefanten [getötet], auf vielerlei Weise Elefantenreiter, Wagenkämpfer, Reiter und Fußsoldaten [erschlagen]; Elefanten von Elefanten, Wagen mit erhobenen Waffen von Wagenkämpfern, Pferde von Pferden, und Fußsoldaten von Fußsoldatenscharen.
Wort für Wort
tato hatā nararathavājikuñjarair
dann getötet, von Männern, Wagen, Pferden, Elefanten (Adv. + Nom.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
anekaśo dviparathavājipattayaḥ
auf vielerlei Weise Elefantenreiter, Wagenkämpfer, Reiter, Fußsoldaten (Adv. + Nom.Pl.Kompositum)
gajair gajā rathibhir udāyudhā rathā
Elefanten von Elefanten, Wagen mit erhobenen Waffen von Wagenkämpfern (Instr.Pl. + Nom.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
hayair hayāḥ pattigaṇaiś ca pattayaḥ
Pferde von Pferden, und Fußsoldaten von Fußsoldatenscharen (Instr.Pl. + Nom.Pl. + Instr.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.73 bildet eine Einheit und wechselt, wie im Sanskrit an den Semikola erkennbar, in ein anderes (vermutlich Triṣṭubh-artiges) Versmaß; die dichte Aufzählung führt die Vermischungs-Rhetorik aus V.70-71 in Bezug auf gegenseitiges Töten fort.]
Elefanten von Wagen, große Pferde von vorzüglichen Elefanten, Männer von Pferden, und Rosse von vorzüglichen Wagenkämpfern — [ihre] Zungen, Zähne und Augen herausgetreten, lagen sie auf dem Boden, dem Untergang verfallen, [ihre] Rüstung und Schmuck zerschmettert.
Wort für Wort
rathair dvipā dviradavarair
Elefanten von Wagen, von vorzüglichen Elefanten (Instr.Pl. + Nom.Pl. + Instr.Pl.)
mahāhayā hayair narā
große Pferde, Männer von Pferden (Nom.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl.)
vararathibhiś ca vājinaḥ
und Rosse von vorzüglichen Wagenkämpfern (Instr.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
Ebenso, von den Feinden mit vielerlei Mitteln und vorzüglichen Waffen erschlagen, sanken die von furchterregendem Aussehen zu Boden; zermalmt, von den Füßen der Pferde und Elefanten getreten, heftig aufgewühlt, von den Hufen und Radfelgen der Wagen erschlagen.
Wort für Wort
tathā parair bahukaraṇair
ebenso, von den Feinden mit vielerlei Mitteln (Adv. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
varāyudhair hatā gatāḥ
mit vorzüglichen Waffen erschlagen, gingen sie (Instr.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
pratibhayadarśanāḥ kṣitim
von furchterregendem Aussehen, zu Boden (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
pramodane śvāpadapakṣirakṣasāṃ janakṣaye vartati tatra dāruṇe mahābalās te kupitāḥ parasparaṃ niṣūdayantaḥ pravicerur ojasā
Während dort, in jener grauenvollen Vernichtung der Menschen, Freude für wilde Tiere, Vögel und Rākṣasas herrschte, wanderten jene Mächtigen, erzürnt, einander niederschlagend, mit Kraft umher.
Wort für Wort
pramodane śvāpadapakṣirakṣasāṃ
in der Freude der wilden Tiere, Vögel, Rākṣasas (Lok.Sg. + Gen.Pl.Kompositum)
janakṣaye vartati tatra dāruṇe
während dort die grauenvolle Menschenvernichtung herrschte (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz. + Adv. + Lok.Sg.)
niederschlagend, wanderten sie umher mit Kraft (Nom.Pl.Ptz. + 3.Pl.Perf. + Instr.Sg.)
[Anm.: V.76 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein zweizeiliger Apparateinschub (*0242_01-02) fügt hinzu: „in jenem mächtigen [Heer], einem aufgewühlten großen Ozean gleich, begierig, Gaststatus in Mahendras [Indras] Halle zu erlangen“ — bezieht sich auf das Streben der Krieger, durch einen heldenhaften Tod Indras Himmel zu erreichen.]
Dann, als die Heere, heftig aufgewühlt, in Blutfluten getränkt, einander betrachteten, und die Sonne langsam den Untergangsberg erreicht hatte, zogen beide [Heere] zu ihren Lagern, o Bhārata [Dhṛtarāṣṭra].
Wort für Wort
tato bale bhṛśalulite
dann, als das Heer heftig aufgewühlt war (Adv. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
in Blutfluten getränkt, als die Sonne langsam den Untergangsberg erreicht hatte (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg. + Adv.)
ubhe prayāte śibirāya bhārata
zogen beide zu ihren Lagern, o Bhārata (Nom.Du. + Nom.Du. + Dat.Sg. + Vok.Sg.)
[Anm.: V.77 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel sowie den zehnten Schlachttag: Mit Sonnenuntergang ziehen sich beide Heere in ihre Lager zurück.]