Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 42: Jayadrathaparākrama Der zehnte Tag: Jayadrathas Kampfkraft gegen die Pāṇḍava-Helden

Saṃjaya schildert ausführlich Jayadrathas prächtigen Wagen und seine Kampfkraft: Er verwundet nacheinander Sātyaki, Bhīma, Dhṛṣṭadyumna, Virāṭa, Drupada, Śikhaṇḍin, die Kekayas, Draupadīs Söhne und Yudhiṣṭhira; im Zweikampf mit Yudhiṣṭhira und Bhīma werden wechselseitig Bögen und Feldzeichen zerschlagen, bis Bhīma pferde- und waffenlos auf Sātyakis Wagen überwechselt. Von einem göttlichen Segen geschützt, hält Jayadratha allein jeden Pāṇḍava-Vorstoß gegen Droṇas Heeresverband auf.

saṃjaya uvāca yan mā pṛcchasi rājendra sindhurājasya vikramam śṛṇu tat sarvam ākhyāsye yathā pāṇḍūn ayodhayat

Saṃjaya sprach: Was du mich fragst, o Herrscher der Könige, nach der Kampfkraft des Königs von Sindhu — höre dies alles, ich will vollständig erzählen, wie er gegen die Pāṇḍus kämpfte.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.)
yan mā pṛcchasi rājendra
was du mich fragst, o Herrscher der Könige (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 2.Sg.Präs. + Vok.Sg.Kompositum)
sindhurājasya vikramam
nach der Kampfkraft des Königs von Sindhu (Gen.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
śṛṇu tat sarvam ākhyāsye
höre, dies alles will ich erzählen (Imp.2.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + 1.Sg.Fut.)
yathā pāṇḍūn ayodhayat
wie er gegen die Pāṇḍus kämpfte (Adv. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.1 bildet eine Einheit und knüpft unmittelbar an Dhṛtarāṣṭras Fragen aus Kap.41 an.]

tam ūhuḥ sārather vaśyāḥ saindhavāḥ sādhuvāhinaḥ vikurvāṇā bṛhanto 'śvāḥ śvasanopamaraṃhasaḥ

Ihn trugen, dem Wagenlenker gehorsam, wohlziehende, mächtige Sindhu-Rosse, sich bäumend, an Geschwindigkeit dem Wind vergleichbar.

Wort für Wort
tam ūhuḥ sārather vaśyāḥ
ihn trugen, dem Wagenlenker gehorsam (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Gen.Sg. + Nom.Pl.)
saindhavāḥ sādhuvāhinaḥ
die Sindhu-Rosse, wohlziehend (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
vikurvāṇā bṛhanto 'śvāḥ
sich bäumend, die mächtigen Rosse (Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śvasanopamaraṃhasaḥ
an Geschwindigkeit dem Wind vergleichbar (Nom.Pl.Kompositum)

[Anm.: V.2 bildet eine Einheit.]

gandharvanagarākāraṃ vidhivat kalpitaṃ ratham tasyābhyaśobhayat ketur vārāho rājato mahān

Seinen Wagen, der einer Gandharva-Stadt gleich gestaltet und vorschriftsmäßig gefertigt war, zierte ein großes, silbernes Ebermarschall-Feldzeichen.

Wort für Wort
gandharvanagarākāraṃ
einer Gandharva-Stadt gleich gestaltet (Akk.Sg.Kompositum)
vidhivat kalpitaṃ ratham
vorschriftsmäßig gefertigten Wagen (Adv. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
tasyābhyaśobhayat ketur
diesen zierte das Feldzeichen (Gen.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
vārāho rājato mahān
das große, silberne Eber[-Feldzeichen] (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.3 bildet eine Einheit. „Gandharva-Stadt“ (gandharvanagara) ist ein gebräuchliches Bild für kunstvolle, geradezu übernatürlich prächtige Architektur.]

śvetacchatrapatākābhiś cāmaravyajanena ca sa babhau rājaliṅgais tais tārāpatir ivāmbare

Mit weißem Schirm und Bannern und mit dem Yak-Wedel [Fächer] erstrahlte er durch jene Königsabzeichen wie der Herr der Sterne [der Mond] am Himmel.

Wort für Wort
śvetacchatrapatākābhiś
mit weißem Schirm und Bannern (Instr.Pl.Kompositum)
cāmaravyajanena ca
und mit dem Yak-Wedel (Instr.Sg.Kompositum + Konj.)
sa babhau rājaliṅgais tais
er erstrahlte durch jene Königsabzeichen (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.)
tārāpatir ivāmbare
wie der Herr der Sterne am Himmel (Nom.Sg.Kompositum + Partikel + Lok.Sg.)

[Anm.: V.4 bildet eine Einheit.]

muktāvajramaṇisvarṇair bhūṣitaṃ tad ayasmayam varūthaṃ vibabhau tasya jyotirbhiḥ kham ivāvṛtam

Jener mit Perlen, Diamanten, Edelsteinen und Gold geschmückte eiserne Wagenrand erstrahlte an ihm wie der von Sternenlichtern bedeckte Himmel.

Wort für Wort
muktāvajramaṇisvarṇair
mit Perlen, Diamanten, Edelsteinen und Gold (Instr.Pl.Kompositum)
bhūṣitaṃ tad ayasmayam
jener geschmückte, eiserne (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
varūthaṃ vibabhau tasya
der Wagenrand erstrahlte an ihm (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Gen.Sg.)
jyotirbhiḥ kham ivāvṛtam
wie der von Lichtern bedeckte Himmel (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Ptz.)

[Anm.: V.5 bildet eine Einheit.]

sa visphārya mahac cāpaṃ kirann iṣugaṇān bahūn tat khaṇḍaṃ pūrayām āsa yad vyadārayad ārjuniḥ

Er, seinen großen Bogen spannend und viele Pfeilscharen ausstreuend, füllte jene Lücke wieder auf, die der Sohn des Arjuna [Abhimanyu] aufgerissen hatte.

Wort für Wort
sa visphārya mahac cāpaṃ
er, den großen Bogen gespannt habend (Nom.Sg. + Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kirann iṣugaṇān bahūn
viele Pfeilscharen ausstreuend (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
tat khaṇḍaṃ pūrayām āsa
jene Lücke füllte er wieder auf (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.Periphr.)
yad vyadārayad ārjuniḥ
die der Sohn des Arjuna aufgerissen hatte (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.6 bildet eine Einheit und bezieht sich auf die von Abhimanyu in Kap.35 durchbrochene Formation.]

sa sātyakiṃ tribhir bāṇair aṣṭabhiś ca vṛkodaram dhṛṣṭadyumnaṃ tathā ṣaṣṭyā virāṭaṃ daśabhiḥ śaraiḥ drupadaṃ pañcabhis tīkṣṇair daśabhiś ca śikhaṇḍinam kekayān pañcaviṃśatyā draupadeyāṃs tribhis tribhiḥ yudhiṣṭhiraṃ ca saptatyā tataḥ śeṣān apānudat iṣujālena mahatā tad adbhutam ivābhavat

Er verwundete Sātyaki mit drei Pfeilen, Vṛkodara [Bhīma] mit acht, ebenso Dhṛṣṭadyumna mit sechzig, Virāṭa mit zehn Pfeilen, Drupada mit fünf scharfen und Śikhaṇḍin mit zehn, die Kekayas mit fünfundzwanzig, Draupadīs Söhne mit je drei, und Yudhiṣṭhira mit siebzig — dann trieb er die übrigen mit einem gewaltigen Pfeilnetz zurück; das war wie ein Wunder.

Wort für Wort
sa sātyakiṃ tribhir bāṇair
er, Sātyaki mit drei Pfeilen (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
aṣṭabhiś ca vṛkodaram
und Vṛkodara mit acht (Instr.Pl. + Konj. + Akk.Sg.)
dhṛṣṭadyumnaṃ tathā ṣaṣṭyā
ebenso Dhṛṣṭadyumna mit sechzig (Akk.Sg. + Adv. + Instr.Sg.)
virāṭaṃ daśabhiḥ śaraiḥ
Virāṭa mit zehn Pfeilen (Akk.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
drupadaṃ pañcabhis tīkṣṇair
Drupada mit fünf scharfen (Akk.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
daśabhiś ca śikhaṇḍinam
und Śikhaṇḍin mit zehn (Instr.Pl. + Konj. + Akk.Sg.)
kekayān pañcaviṃśatyā
die Kekayas mit fünfundzwanzig (Akk.Pl. + Instr.Sg.)
draupadeyāṃs tribhis tribhiḥ
Draupadīs Söhne mit je drei (Akk.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
yudhiṣṭhiraṃ ca saptatyā
und Yudhiṣṭhira mit siebzig (Akk.Sg. + Konj. + Instr.Sg.)
tataḥ śeṣān apānudat
dann trieb er die übrigen zurück (Adv. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.)
iṣujālena mahatā
mit einem gewaltigen Pfeilnetz (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
tad adbhutam ivābhavat
das war wie ein Wunder (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.7-9 bilden eine Einheit — eine einzige, präzise durchgezählte Aufzählung.]

athāsya śitapītena bhallenādiśya kārmukam ciccheda prahasan rājā dharmaputraḥ pratāpavān

Da zielte der mächtige König, der Sohn des Dharma [Yudhiṣṭhira], mit einem scharfen, gelbgefiederten Breitpfeil und zerschnitt, auflachend, dessen Bogen.

Wort für Wort
athāsya śitapītena
da, dessen [Bogen], mit einem scharfen, gelben (Adv. + Gen.Sg. + Instr.Sg.)
bhallenādiśya kārmukam
mit einem Breitpfeil gezielt habend, den Bogen (Instr.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
ciccheda prahasan rājā
zerschnitt, auflachend, der König (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
dharmaputraḥ pratāpavān
der mächtige Sohn des Dharma (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)

[Anm.: V.10 bildet eine Einheit.]

akṣṇor nimeṣamātreṇa so 'nyad ādāya kārmukam vivyādha daśabhiḥ pārtha tāṃś caivānyāṃs tribhis tribhiḥ

Im bloßen Augenblick eines Wimpernschlags ergriff er einen anderen Bogen und durchbohrte den Pārtha [Yudhiṣṭhira] mit zehn [Pfeilen], und jene anderen [seine Gefolgsleute] mit je drei.

Wort für Wort
akṣṇor nimeṣamātreṇa
im bloßen Augenblick eines Wimpernschlags (Gen.Du. + Instr.Sg.Kompositum)
so 'nyad ādāya kārmukam
er, einen anderen Bogen ergriffen habend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
vivyādha daśabhiḥ pārtha
durchbohrte mit zehn den Pārtha (3.Sg.Perf. + Instr.Pl. + Akk.Sg.)
tāṃś caivānyāṃs tribhis tribhiḥ
und jene anderen mit je drei (Akk.Pl. + Konj. + Akk.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)

[Anm.: V.11 bildet eine Einheit. Die auffällige Form „pārtha“ (statt regulärem Akk. „pārtham“) wird hier als Akkusativobjekt zu „vivyādha“ gelesen — gemeint ist Yudhiṣṭhira, der als Sohn der Pṛthā/Kuntī ebenfalls „Pārtha“ heißt [?].]

tasya tal lāghavaṃ jñātvā bhīmo bhallais tribhiḥ punaḥ dhanur dhvajaṃ ca chatraṃ ca kṣitau kṣipram apātayat

Als Bhīma dessen Behändigkeit erkannte, ließ er mit drei Breitpfeilen wiederum Bogen, Feldzeichen und Schirm rasch zu Boden fallen.

Wort für Wort
tasya tal lāghavaṃ jñātvā
dessen Behändigkeit erkannt habend (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
bhīmo bhallais tribhiḥ punaḥ
Bhīma, mit drei Breitpfeilen wiederum (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Adv.)
dhanur dhvajaṃ ca chatraṃ ca
Bogen, Feldzeichen und Schirm (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + Konj.)
kṣitau kṣipram apātayat
ließ er rasch zu Boden fallen (Lok.Sg. + Adv. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.12 bildet eine Einheit.]

so 'nyad ādāya balavān sajyaṃ kṛtvā ca kārmukam bhīmasyāpothayat ketuṃ dhanur aśvāṃś ca māriṣa

Er, der Starke, ergriff einen anderen Bogen, bespannte ihn, und zerschmetterte, o Verehrungswürdiger, Bhīmas Feldzeichen, Bogen und Rosse.

Wort für Wort
so 'nyad ādāya balavān
er, der Starke, einen anderen ergriffen habend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Nom.Sg.)
sajyaṃ kṛtvā ca kārmukam
bespannt gemacht habend den Bogen (Akk.Sg. + Ger. + Konj. + Akk.Sg.)
bhīmasyāpothayat ketuṃ
zerschmetterte Bhīmas Feldzeichen (Gen.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
dhanur aśvāṃś ca māriṣa
Bogen und Rosse, o Verehrungswürdiger (Akk.Sg. + Akk.Pl. + Konj. + Vok.Sg.)

[Anm.: V.13 bildet eine Einheit.]

sa hatāśvād avaplutya chinnadhanvā rathottamāt sātyaker āpluto yānaṃ giryagram iva kesarī

Er sprang von seinem pferdelosen, bogenlosen, vorzüglichsten Wagen herab und schwang sich auf Sātyakis Fahrzeug, wie ein Löwe auf einen Berggipfel.

Wort für Wort
sa hatāśvād avaplutya
er, vom pferdelosen [Wagen] herabgesprungen (Nom.Sg. + Abl.Sg.Kompositum + Ger.)
chinnadhanvā rathottamāt
vom bogenlosen, vorzüglichsten Wagen (Abl.Sg.Kompositum + Abl.Sg.Kompositum)
sātyaker āpluto yānaṃ
auf Sātyakis Fahrzeug schwang er sich (Gen.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
giryagram iva kesarī
wie ein Löwe auf einen Berggipfel (Akk.Sg.Kompositum + Partikel + Nom.Sg.)

[Anm.: V.14 bildet eine Einheit.]

tatas tvadīyāḥ saṃhṛṣṭāḥ sādhu sādhv iti cukruśuḥ sindhurājasya tat karma prekṣyāśraddheyam uttamam vivyadhuḥ śaravarṣeṇa samantān nṛpasattamāḥ saṃchādyamāno bahubhiḥ pāṇḍavānāṃ mahārathaiḥ na vivyathe mahārāja divyam astram upāśritaḥ chittvā ca tāñ śarān rājañ śaravarṣaiḥ pṛthagvidhaiḥ chādayām āsa tān sarvāṃs tad abhūd romaharṣaṇam

Da riefen deine [Krieger], hocherfreut, 'wohlgetan, wohlgetan!', jene unglaubliche, vorzügliche Tat des Königs von Sindhu betrachtend. Die besten der Könige [die Pāṇḍava-Fürsten] bestürmten ihn allseits mit Pfeilregen, von vielen Pāṇḍava-Wagenkämpfern rings verhüllt; doch er, o Großkönig, wankte nicht, auf eine göttliche Waffe gestützt; jene Pfeile mit vielfältigen Pfeilregen zerschneidend, o König, hüllte er sie alle ein — das wurde zu etwas Haarsträubendem.

Wort für Wort
tatas tvadīyāḥ saṃhṛṣṭāḥ
da deine [Krieger], hocherfreut (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
sādhu sādhv iti cukruśuḥ
'wohlgetan, wohlgetan!' riefen sie (Adv. + Adv. + Partikel + 3.Pl.Perf.)
sindhurājasya tat karma
jene Tat des Königs von Sindhu (Gen.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
prekṣyāśraddheyam uttamam
betrachtend, die unglaubliche, vorzügliche (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
vivyadhuḥ śaravarṣeṇa
sie bestürmten mit Pfeilregen (3.Pl.Perf. + Instr.Sg.Kompositum)
samantān nṛpasattamāḥ
allseits, die besten der Könige (Adv. + Nom.Pl.Kompositum)
saṃchādyamāno bahubhiḥ
verhüllt von vielen (Nom.Sg.Ptz.Pass. + Instr.Pl.)
pāṇḍavānāṃ mahārathaiḥ
Pāṇḍava-Wagenkämpfern (Gen.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
na vivyathe mahārāja
wankte nicht, o Großkönig (Neg. + 3.Sg.Perf.Med. + Vok.Sg.Kompositum)
divyam astram upāśritaḥ
auf eine göttliche Waffe gestützt (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
chittvā ca tāñ śarān rājañ
und jene Pfeile zerschnitten habend, o König (Ger. + Konj. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Vok.Sg.)
śaravarṣaiḥ pṛthagvidhaiḥ
mit vielfältigen Pfeilregen (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.)
chādayām āsa tān sarvāṃs
hüllte er sie alle ein (3.Sg.Perf.Periphr. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
tad abhūd romaharṣaṇam
das wurde zu etwas Haarsträubendem (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.15 (mit Einschub *0304_01-05) bildet eine Einheit. „Wohlgetan, wohlgetan!“ (sādhu sādhu) ist der anonyme Jubelruf der kauravischen Truppen und erhält, wie durchgängig in dieser Ausgabe bei kollektiven, nicht individuell zugeordneten Ausrufen, einfache statt der Anführungszeichen für individuelle Rede.]

saṃkruddhān pāṇḍavān eko yad dadhārāstratejasā tat tasya karma bhūtāni sarvāṇy evābhyapūjayan

Dass er allein die erzürnten Pāṇḍavas durch die Glut seiner Waffe aufhielt — diese Tat von ihm priesen alle Wesen.

Wort für Wort
saṃkruddhān pāṇḍavān eko
die erzürnten Pāṇḍavas, er allein (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Nom.Sg.)
yad dadhārāstratejasā
dass er aufhielt durch die Glut der Waffe (Konj. + 3.Sg.Perf. + Instr.Sg.Kompositum)
tat tasya karma bhūtāni
diese Tat von ihm, alle Wesen (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Pl.)
sarvāṇy evābhyapūjayan
priesen alle geradezu (Akk.Pl. + Partikel + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.16 bildet eine Einheit.]

saubhadreṇa hataiḥ pūrvaṃ sottarāyudhibhir dvipaiḥ pāṇḍūnāṃ darśitaḥ panthāḥ saindhavena nivāritaḥ

Der Weg für die Pāṇḍus, zuvor durch die von Saubhadra [Abhimanyu] getöteten Elefanten mit ihren Kämpfern auf dem Rücken gezeigt, wurde von dem Saindhava versperrt.

Wort für Wort
saubhadreṇa hataiḥ pūrvaṃ
durch Saubhadra zuvor getötet (Instr.Sg. + Instr.Pl.Ptz. + Adv.)
sottarāyudhibhir dvipaiḥ
durch die Elefanten mit ihren [Kämpfern und] Waffen auf dem Rücken (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.)
pāṇḍūnāṃ darśitaḥ panthāḥ
der Weg für die Pāṇḍus gezeigt (Gen.Pl. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
saindhavena nivāritaḥ
von dem Saindhava versperrt (Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)

[Anm.: V.17 bildet eine Einheit und bezieht sich auf Abhimanyus Elefantenschlacht in Kap.35.]

yatamānās tu te vīrā matsyapāñcālakekayāḥ pāṇḍavāś cānvapadyanta pratyaikaśyena saindhavam yo yo hi yatate bhettuṃ droṇānīkaṃ tavāhitaḥ taṃ taṃ devavaraprāptyā saindhavaḥ pratyavārayat

Obwohl jene Helden, die Matsyas, Pāñcālas und Kekayas, sich bemühten, und auch die Pāṇḍavas, gingen sie einzeln, einer nach dem anderen, gegen den Saindhava vor; doch wer auch immer von deinen Feinden sich bemühte, Droṇas Heeresverband zu durchbrechen, den hielt der Saindhava, kraft des von einem Gott empfangenen Segens, jeweils auf.

Wort für Wort
yatamānās tu te vīrā
obwohl jene Helden sich bemühten (Nom.Pl.Ptz. + Partikel + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
matsyapāñcālakekayāḥ
die Matsyas, Pāñcālas und Kekayas (Nom.Pl.Kompositum)
pāṇḍavāś cānvapadyanta
und die Pāṇḍavas gingen vor (Nom.Pl. + Konj. + 3.Pl.Impf.)
pratyaikaśyena saindhavam
einzeln, einer nach dem anderen, gegen den Saindhava (Adv. + Akk.Sg.)
yo yo hi yatate bhettuṃ
wer auch immer sich bemüht zu durchbrechen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Präs. + Inf.)
droṇānīkaṃ tavāhitaḥ
Droṇas Heeresverband, dein Feind (Akk.Sg.Kompositum + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
taṃ taṃ devavaraprāptyā
den hielt er, kraft des vom Gott empfangenen Segens (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Sg.Kompositum)
saindhavaḥ pratyavārayat
der Saindhava hielt jeweils auf (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.18-19 bilden eine Einheit und schließen das Kapitel.]

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