sātvatasya tu tat karma dṛṣṭvā duryodhanādayaḥ śaineyaṃ sarvataḥ kruddhā vārayām āsur añjasā kṛpakarṇau ca samare putrāś ca tava māriṣa śaineyaṃ tvarayābhyetya vinighnan niśitaiḥ śaraiḥ
Als Duryodhana und die Seinen diese Heldentat des Sātvata (Sātyaki) sahen, umringten sie zornentbrannt den Enkel Śinis von allen Seiten geschwind; Kṛpa und Karṇa auch, im Kampf, sowie deine Söhne, Verehrungswürdiger, eilten herbei und schlugen auf den Enkel Śinis mit scharfen Pfeilen ein.
Wort für Wort
sātvatasya
des Sātvata, Sātyaki (Gen. Sg. m.)
tu
aber (Partikel)
tat karma
diese Tat (Akk. Sg. n.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
duryodhanādayaḥ
Duryodhana und die Seinen (Nom. Pl. m.)
śaineyam
den Enkel Śinis (Akk. Sg. m.)
sarvataḥ
von allen Seiten (Adverb)
kruddhāḥ
zornentbrannt (Nom. Pl. m.)
vārayām āsuḥ
umringten, hielten ab (3. Pl. Perf. Akt.)
añjasā
geschwind, sogleich (Adverb)
kṛpakarṇau
Kṛpa und Karṇa (Nom. Dual m.)
ca samare
und im Kampf (Lok. Sg. m.)
putrāḥ ca tava
und deine Söhne (Nom. Pl. m.)
māriṣa
Verehrungswürdiger (Vok. Sg. m.)
śaineyam
den Enkel Śinis (Akk. Sg. m.)
tvarayā
eilends (Instr. Sg. f.)
abhyetya
herangekommen (Absolutiv)
vinighnan
niederschlagend (Part. Präs. Akt.)
niśitaiḥ śaraiḥ
mit scharfen Pfeilen (Instr. Pl. m.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus den Apparat-Einschüben *1317_01-04.]
yudhiṣṭhiras tato rājā mādrīputrau ca pāṇḍavau bhīmasenaś ca balavān sātvataṃ paryavārayan karṇaś ca śaravarṣeṇa gautamaś ca mahārathaḥ duryodhanādayas te ca śaineyaṃ paryavārayan tāṃ vṛṣṭiṃ sahasā rājann utthitāṃ ghorarūpiṇīm vārayām āsa śaineyo yodhayaṃs tān mahārathān
Da umgaben König Yudhiṣṭhira und die beiden Pāṇḍu-Söhne der Mādrī sowie der starke Bhīmasena den Sātvata schützend; Karṇa mit einem Pfeilregen und der große Wagenkämpfer Gautama (Kṛpa), Duryodhana und die Seinen umringten den Enkel Śinis. Diesen jäh sich erhebenden, furchtbar gestalteten Pfeilhagel, o König, wehrte der Enkel Śinis ab, indem er gegen jene großen Wagenkämpfer kämpfte.
Die göttlichen, vereinigten Waffen jener hochgesinnten Krieger wehrte er vorschriftsmäßig mit göttlichen Waffen im großen Kampf ab; hocherfreut sah Acyuta (Kṛṣṇa) dies und ehrte ihn mit den Worten ‚Wohl getan, wohl getan!‘, und alle Krieger ehrten ihn durch diese seine Tat.
Wort für Wort
teṣām
jener (Gen. Pl. m.)
astrāṇi divyāni
die göttlichen Waffen (Akk. Pl. n.)
saṃhitāni
vereinigt (Akk. Pl. n.)
mahātmanām
der Hochgesinnten (Gen. Pl. m.)
vārayām āsa
wehrte ab (3. Sg. Perf. Akt.)
vidhivat
vorschriftsmäßig (Adverb)
divyaiḥ astraiḥ
mit göttlichen Waffen (Instr. Pl. n.)
mahāmṛdhe
im großen Kampf (Lok. Sg. n.)
saṃprahṛṣṭaḥ
hocherfreut (Nom. Sg. m.)
acyutaḥ
Acyuta, Kṛṣṇa (Nom. Sg. m.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
sādhu sādhu iti
'wohl getan, wohl getan' (wörtl. Rede)
pūjayan
ehrend (Part. Präs. Akt.)
tam
ihn (Akk. Sg. m.)
yaudhāḥ
die Krieger (Nom. Pl. m.)
ca abhavan sarve
und alle wurden (3. Pl. Impf. Akt.)
karmaṇā anena
durch diese Tat (Instr. Sg. n.)
pūjayan
ehrend (Part. Präs. Akt.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1317_11-12 und *1318_01-02.]
Nachdem er so zu Vāsudeva gesprochen hatte, großer König, zog Dhanaṃjaya, der Siegreiche, gegen dein Heer, auf den Wagen des Sohnes des Bharadvāja (Droṇa) zu; da erhob sich ein furchtbares Getöse deiner nach Sieg trachtenden Leute, die den Pārtha (Arjuna) bestürmten wie die Daityas den Vāsava (Indra).
Wort für Wort
evam uktvā
so gesprochen habend (Absolutiv)
mahārāja
großer König (Vok. Sg. m.)
vāsudevam
zu Vāsudeva (Akk. Sg. m.)
dhanaṃjayaḥ
Dhanaṃjaya, Arjuna (Nom. Sg. m.)
prāyāt
zog (3. Sg. Impf. Akt.)
tava balam
dein Heer (Akk. Sg. n.)
jiṣṇuḥ
der Siegreiche (Nom. Sg. m.)
bhāradvājaratham prati
zum Wagen des Bharadvāja-Sohns hin (Akk. Sg. m. + Postposition)
tatrākaron mahārāja mahīṃ śoṇitakardamām prācchinac cottamāṅgāni pārtho 'śvanaradantinām krūram āyodhanaṃ jajñe tasmin rājasamāgame rudrasyeva hi kruddhasya nighnatas tu paśūn yathā
Dort machte er, großer König, die Erde blutig-schlammig; der Pārtha schlug den Köpfen der Pferde, Männer und Elefanten ab. Grausam ward die Schlacht in jenem Zusammentreffen der Könige, wie wenn der zornige Rudra die Opfertiere schlachtet.
hastānām uttamāṅgānāṃ kārmukāṇāṃ ca bhārata chatrāṇāṃ cāpaviddhānāṃ cāmarāṇāṃ ca saṃyuge rāśayaḥ sma vyadṛśyanta tatra tatra raṇājire
Von Elefantenrüsseln, von Köpfen, von Bogen, o Bhārata, von zerschmetterten Schirmen und von Chowries sah man da und dort auf dem Schlachtfeld Haufen liegen.
bhagnacakrai rathaiś cāpi pātitaiś ca mahādhvajaiḥ sādibhiś ca hataiḥ śūraiḥ saṃkīrṇā vasudhābhavat bāṇapātanikṛttās tu yodhās te kurusattama ceṣṭanto vividhāś ceṣṭā vyadṛśyanta mahāhave
Mit Wagen mit zerbrochenen Rädern und niedergestürzten großen Bannern, mit erschlagenen tapferen Reitern übersät ward die Erde; von Pfeilen niedergeworfen und zerschnitten, o Bester der Kurus, sah man jene Krieger im großen Kampf vielfältige Zuckungen vollführen.
Wort für Wort
bhagnacakraiḥ
mit zerbrochenen Rädern (Instr. Pl. m.)
rathaiḥ
mit Wagen (Instr. Pl. m.)
ca api pātitaiḥ
und auch niedergestürzten (Instr. Pl. m.)
ca mahādhvajaiḥ
und großen Bannern (Instr. Pl. m.)
sādibhiḥ
mit Reitern (Instr. Pl. m.)
ca hataiḥ śūraiḥ
und erschlagenen Tapferen (Instr. Pl. m.)
saṃkīrṇā
übersät (Nom. Sg. f.)
vasudhā abhavat
die Erde ward (3. Sg. Impf. Akt.)
bāṇapātanikṛttāḥ
von Pfeilen niedergeworfen und zerschnitten (Nom. Pl. m.)
Während so der furchtbare, dem Kampf der Götter und Asuras gleichende Krieg im Gange war, sprach dort Dharmarāja Yudhiṣṭhira zu den Kṣatriyas: „Stürmt vereint, ihr großen Wagenkämpfer, auf den aus dem Krug Geborenen (Droṇa) los!
Wort für Wort
vartamāne
während im Gange (Lok. Sg. n., Part. Präs.)
tathā yuddhe
so im Kampf (Lok. Sg. n.)
ghore
furchtbar (Lok. Sg. n.)
devāsuropame
dem Götter-Asura-Kampf gleich (Lok. Sg. n.)
abravīt
sprach (3. Sg. Impf. Akt.)
kṣatriyān
zu den Kṣatriyas (Akk. Pl. m.)
tatra
dort (Adverb)
dharmarājaḥ yudhiṣṭhiraḥ
Dharmarāja Yudhiṣṭhira (Nom. Sg. m.)
abhidravata
stürmt los! (2. Pl. Imp. Akt.)
saṃyattāḥ
vereint, gerüstet (Nom. Pl. m.)
kumbhayonim
auf den aus dem Krug Geborenen, Droṇa (Akk. Sg. m.)
mahārathāḥ
große Wagenkämpfer (Vok. Pl. m.)
[Anm.: Die eröffnende Rede des Yudhiṣṭhira beginnt hier und erstreckt sich über die folgenden Einheiten.]
yādṛśāni hi rūpāṇi dṛśyante no mahāraṇe adya droṇaṃ raṇe kruddhaḥ pātayiṣyati pārṣataḥ te yūyaṃ sahitā bhūtvā kumbhayoniṃ parīpsata
Denn nach den Vorzeichen, wie wir sie im großen Kampf erblicken, wird heute der zornentbrannte Sohn des Pṛṣata den Droṇa im Kampf zu Fall bringen; darum bemüht euch, vereint, um den aus dem Krug Geborenen!“
Wort für Wort
yādṛśāni
wie geartet (Nom. Pl. n.)
hi rūpāṇi
denn die Vorzeichen, Gestalten (Nom. Pl. n.)
dṛśyante naḥ
sich uns zeigen (3. Pl. Präs. Pass.)
mahāraṇe
im großen Kampf (Lok. Sg. m.)
adya
heute (Adverb)
droṇam
den Droṇa (Akk. Sg. m.)
raṇe
im Kampf (Lok. Sg. m.)
kruddhaḥ
zornentbrannt (Nom. Sg. m.)
pātayiṣyati
wird zu Fall bringen (3. Sg. Fut. Akt.)
pārṣataḥ
der Sohn des Pṛṣata (Nom. Sg. m.)
te yūyam
ihr (Nom. Pl. m.)
sahitāḥ
vereint (Nom. Pl. m.)
bhūtvā
geworden seiend (Absolutiv)
kumbhayonim
um den aus dem Krug Geborenen, Droṇa (Akk. Sg. m.)
hataujā iva cāpy āsīd bhāradvājo mahārathaḥ prāsphuran nayanaṃ cāsya dakṣiṇo bāhur eva ca vimanāś cābhavad yuddhe dṛṣṭvā pārṣatam agrataḥ
Wie seiner Lebenskraft beraubt schien der große Wagenkämpfer, der Sohn des Bharadvāja, zu sein; es zuckte sein Auge und sein rechter Arm, und mutlos ward er im Kampf, als er den Sohn des Pṛṣata vor sich sah.
Wort für Wort
hataujāḥ iva
wie seiner Kraft beraubt (Nom. Sg. m.)
ca api āsīt
und auch war (3. Sg. Impf. Akt.)
bhāradvājaḥ mahārathaḥ
der große Wagenkämpfer, Sohn des Bharadvāja (Nom. Sg. m.)
prāsphurat
zuckte (3. Sg. Impf. Akt.)
nayanam
das Auge (Nom. Sg. n.)
ca asya
und sein (Gen. Sg. m.)
dakṣiṇaḥ bāhuḥ
der rechte Arm (Nom. Sg. m.)
eva ca
auch (Partikel)
vimanāḥ
mutlos (Nom. Sg. m.)
ca abhavat
und ward (3. Sg. Impf. Akt.)
yuddhe
im Kampf (Lok. Sg. n.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
pārṣatam
den Sohn des Pṛṣata (Akk. Sg. m.)
agrataḥ
vor sich (Adverb)
[Anm.: Apparat-Einschub *1320_01-02 einbezogen; Vorzeichen des nahenden Todes.]
Nachdem der Feindebezwinger zwanzigtausend Kṣatriyas erschlagen hatte, tötete er weitere hunderttausend mit scharfspitzigen, geschärften Pfeilen; er stand im Kampf, unermüdlich, wie ein rauchloses Feuer, zum Verderben der Kṣatriyas sich in die Brahman-Waffe versenkend.
Wort für Wort
hatvā
erschlagen habend (Absolutiv)
viṃśatisāhasrān
zwanzigtausend (Akk. Pl. m.)
kṣatriyān
Kṣatriyas (Akk. Pl. m.)
arimardanaḥ
der Feindebezwinger (Nom. Sg. m.)
daśāyutāni
zehnmal zehntausend, hunderttausend (Akk. Pl. n.)
tīkṣṇāgraiḥ
mit scharfspitzigen (Instr. Pl. m.)
avadhīt
tötete (3. Sg. Impf. Akt.)
viśikhaiḥ śitaiḥ
mit geschärften Pfeilen (Instr. Pl. m.)
saḥ atiṣṭhat
er stand (3. Sg. Impf. Akt.)
āhave
im Kampf (Lok. Sg. m.)
yattaḥ
unermüdlich, bereit (Nom. Sg. m.)
vidhūmaḥ iva pāvakaḥ
wie ein rauchloses Feuer (Nom. Sg. m.)
kṣatriyāṇām abhāvāya
zum Verderben der Kṣatriyas (Dat. Sg. m.)
brāhmam ātmānam
sich in das Brahman, die Brahman-Waffe (Akk. Sg. m.)
Dann, nachdem er den Pāñcālya auf seinen eigenen Wagen gehoben hatte, sprach der Feindebezwinger (Bhīma), nachdem er Droṇa, der aus der Nähe schoss, betrachtet hatte:
Wort für Wort
tataḥ
dann (Adverb)
svaratham
auf seinen eigenen Wagen (Akk. Sg. m.)
āropya
gehoben habend (Absolutiv)
pāñcālyam
den Pāñcālya (Akk. Sg. m.)
arimardanaḥ
der Feindebezwinger, Bhīma (Nom. Sg. m.)
abravīt
sprach (3. Sg. Impf. Akt.)
abhisaṃprekṣya
betrachtet habend (Absolutiv)
droṇam
Droṇa (Akk. Sg. m.)
asyantam
schießend (Part. Präs. Akt.)
antikāt
aus der Nähe (Abl. Sg. n.)
[Anm.: Bhīmas Rede an Dhṛṣṭadyumna beginnt in der folgenden Einheit.]
sa vasātīñ śibīṃś caiva bāhlīkān kauravān api rakṣiṣyamāṇān saṃgrāme droṇaṃ vyadhamad acyutaḥ
Er, der Unbeirrbare (Dhṛṣṭadyumna), zerstreute die Vasātis, die Śibis sowie die Bāhlikas und auch die Kauravas, die im Kampf Droṇa zu schützen suchten.
Wort für Wort
saḥ
er (Nom. Sg. m.)
vasātīn
die Vasātis (Akk. Pl. m.)
śibīn
die Śibis (Akk. Pl. m.)
ca eva bāhlīkān
und auch die Bāhlikas (Akk. Pl. m.)
kauravān api
auch die Kauravas (Akk. Pl. m.)
rakṣiṣyamāṇān
die zu schützen suchten (Akk. Pl. m., Part. Fut. Pass.)
saṃgrāme
im Kampf (Lok. Sg. m.)
droṇam
Droṇa (Akk. Sg. m., Objekt von rakṣiṣyamāṇān)
vyadhamat
zerstreute (3. Sg. Impf. Akt.)
acyutaḥ
der Unbeirrbare (Nom. Sg. m.)
[Anm.: 'acyutaḥ' ('der Unbeirrbare') bezeichnet hier, dem Erzählzusammenhang nach, Dhṛṣṭadyumna und nicht — wie das Wort meist — Kṛṣṇa.]
Droṇa aber zerschnitt seinen (Dhṛṣṭadyumnas) Bogen, durchbohrte ihn mit spitzen Pfeilen und traf abermals seine wunden Stellen; er geriet in höchste Qual.
yadi nāma na yudhyerañ śikṣitā brahmabandhavaḥ svakarmabhir asaṃtuṣṭā na sma kṣatraṃ kṣayaṃ vrajet ahiṃsā sarvabhūteṣu dharmaṃ jyāyastaraṃ viduḥ tasya ca brāhmaṇo mūlaṃ bhavāṃś ca brahmavittamaḥ
„Wenn doch die geschulten Brahmanenverwandten nicht kämpften, mit ihrem eigenen Werk unzufrieden — dann würde die Kṣatriya-Kaste nicht dem Untergang entgegengehen! Gewaltlosigkeit gegen alle Wesen, das, so wissen sie, ist die höhere Pflicht; und deren Wurzel ist der Brahmane, und du bist der Beste der Brahmankenner.
Wie ein Hundekocher (Ausgestoßener) ernähren solche — nachdem sie Scharen von Mlecchas und andere verschiedenartige Wesen erschlagen haben — ihre Söhne und Gattinnen, von Unwissenheit verblendet wie du, o Brahmane, aus Unwissenheit, wie ein Tor, aus Begier nach Söhnen, Gattin und Reichtum.
Wort für Wort
śvapākavat
wie ein Hundekocher, Ausgestoßener (Adverb)
mlecchagaṇān
Scharen von Mlecchas (Akk. Pl. m.)
hatvā
erschlagen habend (Absolutiv)
ca anyān pṛthagvidhān
und andere verschiedenartige (Akk. Pl. m.)
bharanti
ernähren (3. Pl. Präs. Akt.)
hi sutān dārān
fürwahr Söhne und Gattinnen (Akk. Pl. m./f.)
tvadvat
wie du (Adverb)
ajñānamohitāḥ
von Unwissenheit verblendet (Nom. Pl. m.)
ajñānāt
aus Unwissenheit (Abl. Sg. n.)
mūḍhavat
wie ein Tor (Adverb)
brahman
o Brahmane (Vok. Sg. m.)
putradāradhanepsayā
aus Begier nach Söhnen, Gattin und Reichtum (Instr. Sg. f.)
ekasyārthe bahūn hatvā putrasyādharmavid yathā ekaputrasya cārthe tvaṃ bahūn nighnañ janādhipān svakarmasthān vikarmastho na vyapatrapase katham ācārahīna nirlajja brahmabandho narādhama idānīṃ tiṣṭha durbuddhe na me jīvan gamiṣyasi
Für den Nutzen eines einzigen viele erschlagend, wie einer, der die Pflicht des Sohnes nicht kennt — um deines einzigen Sohnes willen erschlägst du viele Fürsten, die in ihrer eigenen Pflicht stehen, während du selbst außerhalb der (dir gebührenden) Pflicht stehst: wie schämst du dich nicht? Du Sittenloser, Schamloser, du Schandfleck der Brahmanen, Niedrigster der Menschen — steh jetzt, Übelgesinnter, lebend wirst du mir nicht entkommen!
Wort für Wort
ekasya arthe
für den Nutzen eines einzigen (Lok. Sg. m.)
bahūn hatvā
viele erschlagen habend (Absolutiv)
putrasya
des Sohnes (Gen. Sg. m.)
adharmavit
der die Pflicht nicht kennt (Nom. Sg. m.)
yathā
wie (Partikel)
ekaputrasya ca arthe
und um des einzigen Sohnes willen (Lok. Sg. m.)
tvam bahūn nighnan
du, viele erschlagend (Part. Präs. Akt.)
janādhipān
Fürsten (Akk. Pl. m.)
svakarmasthān
die in ihrer eigenen Pflicht stehen (Akk. Pl. m.)
vikarmasthaḥ
der außerhalb der Pflicht steht (Nom. Sg. m.)
na vyapatrapase
schämst du dich nicht (2. Sg. Präs. Ätm.)
katham
wie? (Fragepartikel)
ācārahīna
o Sittenloser (Vok. Sg. m.)
nirlajja
o Schamloser (Vok. Sg. m.)
brahmabandho
o Schandfleck der Brahmanen (Vok. Sg. m.)
narādhama
o Niedrigster der Menschen (Vok. Sg. m.)
idānīm tiṣṭha
steh jetzt! (2. Sg. Imp. Akt.)
durbuddhe
o Übelgesinnter (Vok. Sg. m.)
na me jīvan
nicht lebend von mir (Part. Präs. Akt. Nom. Sg. m.)
gamiṣyasi
wirst du entkommen (2. Sg. Fut. Akt.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus den Apparat-Einschüben *1322_01 und *1323_01-02.]
yasyārthe śastram ādāya yam apekṣya ca jīvasi sa cādya patitaḥ śete pṛṣṭenāveditas tava dharmarājena tad vākyaṃ nātiśaṅkitum arhasi
Er, um dessentwillen du die Waffe ergriffen hast und im Hinblick auf den du lebst — er liegt nun gefallen da, wie dir von einem, den du selbst befragt hast, dem Dharmarāja, berichtet wurde; dieses Wort solltest du nicht allzu sehr bezweifeln!“
Wort für Wort
yasya arthe
um dessentwillen (Gen. Sg. m.)
śastram ādāya
die Waffe ergriffen habend (Absolutiv)
yam apekṣya
im Hinblick auf den (Absolutiv)
ca jīvasi
und du lebst (2. Sg. Präs. Akt.)
saḥ ca adya
und er nun (Nom. Sg. m.)
patitaḥ
gefallen (Nom. Sg. m.)
śete
liegt da (3. Sg. Präs. Ātm.)
pṛṣṭena
von einem Befragten (Instr. Sg. m.)
āveditaḥ
berichtet (Nom. Sg. m.)
tava
dir (Dat. Sg. m.)
dharmarājena
vom Dharmarāja (Instr. Sg. m.)
tat vākyam
dieses Wort (Akk. Sg. n.)
na atiśaṅkitum
nicht allzu sehr zu bezweifeln (Infinitiv)
arhasi
solltest du (2. Sg. Präs. Akt.)
[Anm.: Apparat-Einschub *1324_01 einbezogen; Ende von Bhīmas Rede an Droṇa.]
Der Rechtschaffene, der alle Waffen ablegen wollte, redete den Karṇa und Duryodhana an, o König, eilig, der Tapfere: „Karṇa, Karṇa, großer Bogenschütze! Kṛpa! Und Duryodhana!
Wort für Wort
sarvāṇi astrāṇi
alle Waffen (Akk. Pl. n.)
dharmātmā
der Rechtschaffene (Nom. Sg. m.)
hātukāmaḥ
ablegen wollend (Nom. Sg. m., Desid.-Adj.)
abhyabhāṣata
redete an (3. Sg. Impf. Ätm.)
karṇaduryodhanau
Karṇa und Duryodhana (Akk. Dual m.)
rājan
o König (Vok. Sg. m.)
tvaramāṇaḥ
eilig (Part. Präs. Ätm.)
parākramī
der Tapfere (Nom. Sg. m.)
karṇa karṇa
Karṇa, Karṇa (Vok. Sg. m.)
maheṣvāsa
großer Bogenschütze (Vok. Sg. m.)
kṛpa
Kṛpa (Vok. Sg. m.)
duryodhana iti ca
und Duryodhana (Vok. Sg. m.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1326_01; Droṇas Abschiedsrede beginnt hier.]
saṃgrāme kriyatāṃ yatno bravīmy eṣa punaḥ punaḥ raṇe kṛto mayā yatno yan mā brūtha sadā sadā pāṇḍavebhyaḥ śivaṃ vo 'stu śastram abhyutsṛjāmy aham utsṛjāmy eva vai prāṇān divaṃ gacchāmi sāṃpratam
Im Kampf sei Anstrengung geübt — dies sage ich immer wieder; im Kampf habe ich Anstrengung geübt, wie ihr mir stets, stets gesagt habt. Wohl ergehe es euch gegenüber den Pāṇḍavas — ich lege die Waffe nieder! Ich gebe nun wahrlich die Lebenshauche auf, ich gehe jetzt zum Himmel!“
Wort für Wort
saṃgrāme
im Kampf (Lok. Sg. m.)
kriyatām yatnaḥ
sei Anstrengung geübt! (3. Sg. Imp. Pass.)
bravīmi eṣa
ich sage dies (1. Sg. Präs. Akt.)
punaḥ punaḥ
immer wieder (Adverb)
raṇe kṛtaḥ
im Kampf geübt (Nom. Sg. m.)
mayā yatnaḥ
von mir Anstrengung (Nom. Sg. m.)
yat
wie (Konj.)
mā brūtha
mir gesagt habt (2. Pl. Impf. Akt.)
sadā sadā
stets, stets (Adverb)
pāṇḍavebhyaḥ
gegenüber den Pāṇḍavas (Dat. Pl. m.)
śivam vaḥ astu
wohl ergehe euch! (3. Sg. Opt. Akt.)
śastram
die Waffe (Akk. Sg. n.)
abhyutsṛjāmi aham
lege ich nieder (1. Sg. Präs. Akt.)
utsṛjāmi eva vai
ich gebe wahrlich auf (1. Sg. Präs. Akt.)
prāṇān
die Lebenshauche (Akk. Pl. m.)
divam
zum Himmel (Akk. Sg. m.)
gacchāmi sāṃpratam
gehe ich jetzt (1. Sg. Präs. Akt.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1327_01 und *1328_01; Ende von Droṇas Abschiedsrede.]
iti tatra mahārāja prākrośad drauṇim eva ca utsṛjya ca raṇe śastraṃ rathopasthe niveśya ca abhayaṃ sarvabhūtānāṃ pradadau yogayuktavān
So rief er dort, o großer König, auch nach dem Sohn des Droṇa (Aśvatthāman); und nachdem er im Kampf die Waffe niedergelegt und auf den Wagensitz gestellt hatte, gewährte er, im Yoga geeint, allen Wesen Sicherheit vor Furcht.
Wort für Wort
iti tatra
so dort (Partikel)
mahārāja
großer König (Vok. Sg. m.)
prākrośat
rief er (3. Sg. Impf. Akt.)
drauṇim
nach dem Sohn des Droṇa, Aśvatthāman (Akk. Sg. m.)
Diese seine Blöße erkennend, erhob sich Dhṛṣṭadyumna; er legte jenen furchtbaren Bogen samt Pfeil auf dem Wagen ab, sprang dann, das Schwert in der Hand, jäh vom Wagen und näherte sich Droṇa.
pradrute tv atha droṇāya dhṛṣṭadyumne mahārathe hāhākṛtāni bhūtāni mānuṣāṇītarāṇi ca droṇaṃ tathāgataṃ dṛṣṭvā dhṛṣṭadyumnavaśaṃ gatam
Als aber der große Wagenkämpfer Dhṛṣṭadyumna auf Droṇa zustürmte, stießen die Wesen, menschliche und andere, Wehrufe aus, als sie Droṇa so in die Gewalt Dhṛṣṭadyumnas geraten sahen.
Wort für Wort
pradrute
als losgestürmt war (Lok. Sg. m., Part. Perf. Pass.)
tu atha droṇāya
aber dann auf Droṇa (Akk. Sg. m.)
dhṛṣṭadyumne mahārathe
als der große Wagenkämpfer Dhṛṣṭadyumna (Lok. Sg. m.)
So gesprochen habend, ließ er sich auf den Yoga ein, ward, der große Asket, zu Licht geworden, und ging mit seinem Geist zum uralten höchsten Puruṣa Viṣṇu; das Antlitz ein wenig erhoben, die Brust nach vorn gestemmt, mit geschlossenen Augen, im wahren Sein verharrend, die Sammlung ins Herz gesenkt, das eine Silbenwort OM, das Brahman, [murmelnd], ward er, der große Asket, zu Licht geworden, nachdem er des Gottes der Götter, des unvergänglichen höchsten Herrn, gedacht hatte.
Wort für Wort
tathā uktvā
so gesprochen habend (Absolutiv)
yogam āsthāya
sich auf den Yoga eingelassen habend (Absolutiv)
jyotirbhūtaḥ
zu Licht geworden (Nom. Sg. m.)
mahātapāḥ
der große Asket (Nom. Sg. m.)
purāṇam puruṣam
den uralten Puruṣa (Akk. Sg. m.)
viṣṇum
Viṣṇu (Akk. Sg. m.)
jagāma
ging (3. Sg. Perf. Akt.)
manasā param
mit dem Geist zum Höchsten (Instr. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
mukham
das Antlitz (Akk. Sg. n.)
kiṃ cit samunnāmya
ein wenig erhoben habend (Absolutiv)
viṣṭabhya
gestemmt habend (Absolutiv)
uram agrataḥ
die Brust nach vorn (Akk. Sg. n.)
nimīlitākṣaḥ
mit geschlossenen Augen (Nom. Sg. m.)
sattvasthaḥ
im wahren Sein verharrend (Nom. Sg. m.)
nikṣipya
gesenkt habend (Absolutiv)
hṛdi dhāraṇām
die Sammlung ins Herz (Akk. Sg. f.)
om iti ekākṣaram brahma
die Silbe OM, das Brahman (Akk. Sg. n.)
jyotirbhūtaḥ mahātapāḥ
zu Licht geworden, der große Asket (Nom. Sg. m.)
smaritvā
gedacht habend (Absolutiv)
devadeveśam
des Gottes der Götter (Akk. Sg. m.)
akṣaram paramam prabhum
des unvergänglichen höchsten Herrn (Akk. Sg. m.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus den Apparat-Einschüben *1331_01-05; die yogische Todesmeditation Droṇas.]
Wir sahen daraufhin den Lehrer ohne Hülle; der Lehrer erstieg den Himmel, der schwer zu erklimmen ist, zusammen mit den Guten (Sehern). Durch dessen Scheitel hindurchbrechend, o König, ging das Licht des Hochgesinnten zur höchsten Stätte, nachdem es den Leib auf dem vortrefflichen Wagen niedergelegt hatte.
Wort für Wort
nirāvaraṇam
ohne Hülle, unverhüllt (Akk. Sg. m.)
ācāryam
den Lehrer (Akk. Sg. m.)
paśyāmaḥ
wir sahen (1. Pl. Präs. Akt., hist.)
tadanantaram
daraufhin (Adverb)
divam
den Himmel (Akk. Sg. m.)
ākrāmat
erstieg (3. Sg. Impf. Akt.)
ācāryaḥ
der Lehrer (Nom. Sg. m.)
sadbhiḥ saha
zusammen mit den Guten (Instr. Pl. m.)
durākramam
schwer zu erklimmen (Akk. Sg. m.)
mūrdhānam yasya
dessen Scheitel (Akk. Sg. m.)
nirbhidya
durchbrochen habend (Absolutiv)
jyotiḥ
das Licht (Nom. Sg. n.)
rājan
o König (Vok. Sg. m.)
mahātmanaḥ
des Hochgesinnten (Gen. Sg. m.)
jagāma
ging (3. Sg. Perf. Akt.)
paramam sthānam
zur höchsten Stätte (Akk. Sg. n.)
deham
den Leib (Akk. Sg. m.)
nyasya
niedergelegt habend (Absolutiv)
rathottame
auf dem vortrefflichen Wagen (Lok. Sg. m.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1332_01 und *1333_01-02; Saṃjaya spricht hier erstmals als Augenzeuge in eigener Person ('wir sahen').]
'Zwei Sonnen!' — so war unser Gedanke, als er also dahingegangen war; wie zu einem einzigen Glanz vereint schien der von Lichtern erfüllte Himmel, und es erschien, als sei er von der sonnengleichen und mondgleichen Strahlung des Sohnes des Bharadvāja erfüllt.
Wort für Wort
dvau sūryau iti
'zwei Sonnen' (Nom. Dual m., wörtl. Gedanke)
naḥ buddhiḥ
unser Gedanke (Nom. Sg. f.)
āsīt
war (3. Sg. Impf. Akt.)
tasmin tathā gate
als er also dahingegangen war (Lok. Sg. m., Part. Perf.)
ekāgram iva
wie zu einem einzigen Punkt vereint (Adverb)
ca āsīt hi
denn es war (3. Sg. Impf. Akt.)
jyotirbhiḥ
von Lichtern (Instr. Pl. n.)
pūritam nabhaḥ
der erfüllte Himmel (Nom. Sg. n.)
samapadyata
erschien (3. Sg. Impf. Ätm.)
ca arkābhe
und sonnengleich (Lok. Sg. n.)
bhāradvājaniśākare
beim mondgleichen (Glanz) des Sohnes des Bharadvāja (Lok. Sg. m.)
[Anm.: Der Sanskrit-Vers ist an dieser Stelle stark verdichtet und in der Deutung des Bildes ('sonnengleich und mondgleich') unsicher.]
nimeṣamātreṇa ca taj jyotir antaradhīyata āsīt kilakilāśabdaḥ prahṛṣṭānāṃ divaukasām brahmalokaṃ gate droṇe dhṛṣṭadyumne ca mohite
Und binnen eines Augenblicks verschwand dieses Licht; es erhob sich das jubelnde Kilakilā-Getöse der hocherfreuten Himmelsbewohner, als Droṇa zur Brahman-Welt gegangen war, während Dhṛṣṭadyumna ahnungslos blieb.
Wort für Wort
nimeṣamātreṇa
binnen eines Augenblicks (Instr. Sg. n.)
ca tat jyotiḥ
und dieses Licht (Nom. Sg. n.)
antaradhīyata
verschwand (3. Sg. Impf. Ätm.)
āsīt
erhob sich (3. Sg. Impf. Akt.)
kilakilāśabdaḥ
das Kilakilā-Getöse (Nom. Sg. m.)
prahṛṣṭānām
der hocherfreuten (Gen. Pl. m.)
divaukasām
Himmelsbewohner (Gen. Pl. m.)
brahmalokam
zur Brahman-Welt (Akk. Sg. m.)
gate droṇe
als Droṇa gegangen war (Lok. Sg. m., Part. Perf.)
dhṛṣṭadyumne ca mohite
während Dhṛṣṭadyumna ahnungslos blieb (Lok. Sg. m.)
vayam eva tadādrākṣma pañca mānuṣayonayaḥ yogayuktaṃ mahātmānaṃ gacchantaṃ paramāṃ gatim ahaṃ dhanaṃjayaḥ pārthaḥ kṛpaḥ śāradvato dvijaḥ vāsudevaś ca vārṣṇeyo dharmarājaś ca pāṇḍavaḥ
Wir allein sahen dies damals, fünf von menschlicher Geburt: den Hochgesinnten, im Yoga geeint, zur höchsten Bahn dahingehen — ich, und Dhanaṃjaya Pārtha, und der Zweifachgeborene Kṛpa Śāradvata, und Vāsudeva Vārṣṇeya, und der Pāṇḍava Dharmarāja.
anye tu sarve nāpaśyan bhāradvājasya dhīmataḥ mahimānaṃ mahārāja yogamuktasya gacchataḥ brahmalokaṃ mahad divyaṃ devaguhyaṃ hi tat param gatiṃ paramikāṃ prāptam ajānanto nṛyonayaḥ nāpaśyan gacchamānaṃ hi taṃ sārdham ṛṣipuṃgavaiḥ ācāryaṃ yogam āsthāya brahmalokam ariṃdamam
Alle anderen aber sahen nicht die Erhabenheit des weisen Sohnes des Bharadvāja, o großer König, wie er, durch Yoga befreit, zur großen, göttlichen, den Göttern geheimen und höchsten Brahman-Welt dahinging. Die von menschlicher Geburt, unwissend, dass er die höchste Bahn erreicht hatte, sahen nicht, wie der Feindebezwinger, sich auf den Yoga eingelassen habend, zusammen mit den stierhaften Sehern zur Brahman-Welt dahinzog.
vitunnāṅgaṃ śaraśatair nyastāyudham asṛkkṣaram vikṛṣya pārṣataḥ khaḍgaṃ krodhāmarṣavaśaṃ gataḥ abhyadravat sa vegena pārṣataḥ khaḍgacarmabhṛt pradrutaṃ tv atha vegena tam ācāryajighāṃsayā prākrośan pāṇḍavāḥ sarve phalgunaś cāpluto rathāt na hantavyo na hantavya iti te sarvato 'bruvan
Sein Leib von hunderten Pfeilen durchbohrt, die Waffen niedergelegt, blutend — den zog der Sohn des Pṛṣata, von Zorn und Empörung überwältigt, sein Schwert; Schwert und Schild führend stürmte der Sohn des Pṛṣata mit Wucht heran. Als er aber mit Wucht heranstürmte, den Lehrer zu töten begierig, schrien alle Pāṇḍavas auf, und Phalguna (Arjuna) sprang von seinem Wagen; ‚Er darf nicht getötet werden, er darf nicht getötet werden!‘ riefen sie von allen Seiten.
Wort für Wort
vitunnāṅgam
dessen Leib durchbohrt (Akk. Sg. m.)
śaraśataiḥ
von hunderten Pfeilen (Instr. Pl. m.)
nyastāyudham
die Waffen niedergelegt (Akk. Sg. m.)
asṛkkṣaram
blutend (Akk. Sg. m.)
vikṛṣya
gezogen habend (Absolutiv)
pārṣataḥ khaḍgam
der Sohn des Pṛṣata das Schwert (Akk. Sg. m.)
krodhāmarṣavaśam gataḥ
von Zorn und Empörung überwältigt (Nom. Sg. m.)
abhyadravat
stürmte heran (3. Sg. Impf. Akt.)
sa vegena
er mit Wucht (Instr. Sg. m.)
pārṣataḥ
der Sohn des Pṛṣata (Nom. Sg. m.)
khaḍgacarmabhṛt
Schwert und Schild führend (Nom. Sg. m.)
pradrutam
heranstürmend (Akk. Sg. m.)
tu atha vegena
aber dann mit Wucht (Instr. Sg. m.)
tam ācāryajighāṃsayā
ihn, den Lehrer zu töten begierig (Instr. Sg. f.)
prākrośan
schrien auf (3. Pl. Impf. Akt.)
pāṇḍavāḥ sarve
alle Pāṇḍavas (Nom. Pl. m.)
phalgunaḥ
Phalguna, Arjuna (Nom. Sg. m.)
ca āplutaḥ rathāt
und gesprungen vom Wagen (Nom. Sg. m.)
na hantavyaḥ na hantavyaḥ iti
'er darf nicht getötet werden' (wörtl. Rede)
te sarvataḥ abruvan
sie riefen von allen Seiten (3. Pl. Impf. Akt.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1335_01 und *1336_01-04.]
Während die Pāṇḍaveyas schrien und Phalguna nachlief, ergriff der Entstellte (Dhṛṣṭadyumna) dennoch den zu Brahman gewordenen, aller Wesen [Lehrer]; der Sohn des Pṛṣata, von allen Wesen verwünscht, ergriff ihn dennoch.
Wort für Wort
krośatsu pāṇḍaveyeṣu
während die Pāṇḍaveyas schrien (Lok. Pl. m., Part. Präs.)
anudhāvati phalgune
während Phalguna nachlief (Lok. Sg. m., Part. Präs.)
Ihn bei den Haaren des Hauptes fassend, den des verkörperten Wesens, dessen Lebenskraft schon entwichen war, der noch etwas zu murmeln schien, trennte er mit dem Schwert das Haupt vom Leib.
Wort für Wort
tasya mūrdhānam
sein Haupt (Akk. Sg. m.)
ālambya
gefasst habend (Absolutiv)
gatasattvasya
dessen Lebenskraft entwichen war (Gen. Sg. m.)
dehinaḥ
des verkörperten Wesens (Gen. Sg. m.)
kiṃ cit abruvataḥ
der noch etwas zu sagen schien (Gen. Sg. m., Part. Präs.)
uktavāṃś ca mahābāhuḥ kuntīputro dhanaṃjayaḥ vāhayitvā rathaṃ tatra mā droṇaṃ ghātayiṣyasi jīvantam ānayācāryaṃ mā vadhīr drupadātmaja
Und der starkarmige Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya, lenkte seinen Wagen dorthin und sprach: „Du sollst Droṇa nicht töten! Bring den Lehrer lebend herbei, töte ihn nicht, o Sohn des Drupada!“
Wort für Wort
uktavān
gesprochen habend (Nom. Sg. m.)
ca mahābāhuḥ
und der Starkarmige (Nom. Sg. m.)
kuntīputraḥ dhanaṃjayaḥ
der Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya (Nom. Sg. m.)
vāhayitvā
gelenkt habend (Absolutiv)
ratham tatra
den Wagen dorthin (Akk. Sg. m.)
mā droṇam ghātayiṣyasi
du sollst Droṇa nicht töten (2. Sg. Fut. Akt. mit mā)
na hantavyo na hantavya iti te sainikāś ca ha utkrośann arjunaś caiva sānukrośas tam ādravat
‚Er darf nicht getötet werden, er darf nicht getötet werden!‘ so riefen auch die Soldaten, und Arjuna, voller Mitleid, aufschreiend, stürmte auf ihn zu.
Von Blut durchtränkt, [fiel] der Feindebezwinger vom Wagen zur Erde; wie eine blutrot untergehende Sonne ward er schwer anzusehen. So sah das Kriegsvolk ihn im Kampf erschlagen.
te tu dṛṣṭvā śiro rājan bhāradvājasya tāvakāḥ rathān nipatitaṃ droṇam ācāryaṃ brāhmaṇaṃ gurum palāyanakṛtotsāhā dudruvuḥ sarvatodiśam
Deine Krieger aber, o König, als sie das Haupt des Sohnes des Bharadvāja sahen und Droṇa, den Lehrer, den Brahmanen, den Guru, vom Wagen gefallen, fassten den Entschluss zur Flucht und liefen nach allen Richtungen davon.
ṛṣeḥ prasādāt kṛṣṇasya satyavatyāḥ sutasya ca [Textlücke im Original] catvāras te ca mānuṣāḥ agner iva śikhāṃ dīptām ulkāṃ prajvalitām iva apaśyāma divaṃ stabdhvā mahimānaṃ mahātmanaḥ
Durch die Gnade des Sehers Kṛṣṇa [Dvaipāyana Vyāsa], des Sohnes der Satyavatī, [und jene vier anderen Menschen] — wie die lodernde Flamme des Feuers, wie ein brennender Meteor — sahen wir, den Blick zum Himmel geheftet, die Erhabenheit des Hochgesinnten.
Wort für Wort
ṛṣeḥ prasādāt
durch die Gnade des Sehers (Abl. Sg. m.)
kṛṣṇasya
des Kṛṣṇa [Dvaipāyana Vyāsa] (Gen. Sg. m.)
satyavatyāḥ sutasya
des Sohnes der Satyavatī (Gen. Sg. m.)
ca
und (Partikel)
catvāraḥ te ca mānuṣāḥ
und jene vier Menschen (Nom. Pl. m.)
agneḥ iva śikhām dīptām
wie die lodernde Flamme des Feuers (Akk. Sg. f.)
ulkām prajvalitām iva
wie einen brennenden Meteor (Akk. Sg. f.)
apaśyāma
wir sahen (1. Pl. Impf. Akt.)
divam stabdhvā
den Blick zum Himmel geheftet (Absolutiv)
mahimānam
die Erhabenheit (Akk. Sg. m.)
mahātmanaḥ
des Hochgesinnten (Gen. Sg. m.)
[Anm.: An dieser Stelle weist der Urtext eine Textlücke auf (im Original durch '**** ****' markiert); die genaue Wortfolge dieses Versteils ist nicht überliefert.]
parājayam athāvāpya paratra ca mahad bhayam ubhayenaiva te hīnā nāvindan dhṛtim ātmanaḥ
Nachdem sie die Niederlage erlitten hatten und dazu große Furcht vor dem, was noch käme, fanden sie, von beidem beraubt, keine Fassung ihres Geistes mehr.
patite tv eva saṃrabdhe senāyāṃ tatra bhārata udatiṣṭhann uruṇḍānāṃ sahasrāṇy ekaviṃśatiḥ ācchinnāḥ paṭṭasaiḥ khaḍgaiḥ prāsaiś ca bharatarṣabha hāhākāreṇa mahatā śastrasaṃtāpatāpitān hatān paryavahad yaudhān sajīvān api cāpare
Denn als er gefallen war, während im Heer der Kampf dort erbittert weiterging, o Bhārata, erhoben sich einundzwanzigtausend kopflose Rümpfe, von langen Schwertern, Säbeln und Lanzen zerhauen; unter lautem Wehgeschrei trugen manche die von der Waffenglut gequälten Toten fort, andere auch die noch Lebenden.
Wort für Wort
patite tv eva
denn als gefallen war (Lok. Sg. m.)
saṃrabdhe senāyām
während im Heer erbittert [gekämpft wurde] (Lok. Sg. f.)
tatra bhārata
dort, o Bhārata (Vok. Sg. m.)
udatiṣṭhan
erhoben sich (3. Pl. Impf. Akt.)
uruṇḍānām sahasrāṇi ekaviṃśatiḥ
einundzwanzigtausend Rümpfe (Nom. Pl. n.)
ācchinnāḥ
zerhauen (Nom. Pl. m.)
paṭṭasaiḥ khaḍgaiḥ
von langen Schwertern (Instr. Pl. m.)
prāsaiḥ ca
und Lanzen (Instr. Pl. m.)
bharatarṣabha
o Stier der Bharatas (Vok. Sg. m.)
hāhākāreṇa mahatā
mit lautem Wehgeschrei (Instr. Sg. m.)
śastrasaṃtāpatāpitān
von der Waffenglut gequälten (Akk. Pl. m.)
hatān
die Toten (Akk. Pl. m.)
paryavahat
trugen fort (3. Sg./Pl. Impf. Akt.)
yaudhān
die Krieger (Akk. Pl. m.)
sajīvān api ca apare
andere auch die noch Lebenden (Akk. Pl. m.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1340_01-02 und *1341_01-03.]
pradhānahatabhūyiṣṭhāḥ kṛtacintāḥ palāyane te ca yaudhā mahārāja nirutsāhās tadābhavan rathino 'śvagajasthāś ca pādātāś ca viśāṃ pate nihatā hatabhūyiṣṭhā mṛtā iva hataprabhāḥ tāvakānāṃ rathaśreṣṭhā udhvastā iva bhasmanā adharmapūrvakaṃ yuddham upaskṛtya parājitāḥ
Mit meist gefallenen Anführern, auf Flucht bedacht, wurden jene Krieger, großer König, da mutlos — die Wagenkämpfer, die auf Pferden und Elefanten Sitzenden und die Fußsoldaten, o Herr der Völker — meist erschlagen, wie tot, ihres Glanzes beraubt; deine vortrefflichen Wagenkämpfer, wie von Asche bedeckt, waren, nachdem sie einen von Unrecht geprägten Kampf geführt hatten, besiegt.
Wort für Wort
pradhānahatabhūyiṣṭhāḥ
mit meist gefallenen Anführern (Nom. Pl. m.)
kṛtacintāḥ palāyane
auf Flucht bedacht (Nom. Pl. m.)
te ca yaudhāḥ
und jene Krieger (Nom. Pl. m.)
mahārāja
großer König (Vok. Sg. m.)
nirutsāhāḥ
mutlos (Nom. Pl. m.)
tadā abhavan
wurden da (3. Pl. Impf. Akt.)
rathinaḥ
die Wagenkämpfer (Nom. Pl. m.)
aśvagajasthāḥ ca
und die auf Pferden und Elefanten Sitzenden (Nom. Pl. m.)
abravīc ca tadā bhīmaḥ pārṣataṃ śatrutāpanam bhūyo 'haṃ tvāṃ vijayinaṃ pariṣvakṣyāmi pārṣata sūtaputre hate pāpe dhārtarāṣṭre ca saṃyuge
Und da sprach Bhīma zum Sohn des Pṛṣata, dem Feindebedränger: „Wieder werde ich dich, den Siegreichen, umarmen, o Pārṣata, wenn der sündige Sohn des Sūta (Karṇa) erschlagen ist und der Sohn des Dhṛtarāṣṭra (Duryodhana) im Kampf!“
Wort für Wort
abravīt
sprach (3. Sg. Impf. Akt.)
ca tadā bhīmaḥ
und da Bhīma (Nom. Sg. m.)
pārṣatam
zum Sohn des Pṛṣata (Akk. Sg. m.)
śatrutāpanam
den Feindebedränger (Akk. Sg. m.)
bhūyaḥ aham
wieder ich (Nom. Sg.)
tvām vijayinam
dich, den Siegreichen (Akk. Sg. m.)
pariṣvakṣyāmi
werde umarmen (1. Sg. Fut. Akt.)
pārṣata
o Sohn des Pṛṣata (Vok. Sg. m.)
sūtaputre hate pāpe
wenn der sündige Sohn des Sūta erschlagen ist (Lok. Sg. m.)
Von diesem Schall erschreckt, flohen deine Leute im Kampf; die Pāṇḍavas aber, von Freude erfüllt, stimmten Löwengebrüll an. Deine Leute flohen, als sie die Söhne (der Pāṇḍavas) und auch den schönantlitzigen Sohn des Pṛṣata erblickten, die Kṣatriya-Pflicht aufgebend, einzig auf Flucht bedacht.
Wort für Wort
tasya śabdena
von diesem Schall (Instr. Sg. m.)
vitrastāḥ
erschreckt (Nom. Pl. m.)
prādravan
flohen (3. Pl. Impf. Akt.)
tāvakāḥ yudhi
deine Leute im Kampf (Nom. Pl. m.)
pāṇḍavāḥ tu
die Pāṇḍavas aber (Nom. Pl. m.)
mudā yuktāḥ
von Freude erfüllt (Nom. Pl. m.)
siṃhanādam
Löwengebrüll (Akk. Sg. m.)
pracakrire
stimmten an (3. Pl. Perf. Ätm.)
prādravan
flohen (3. Pl. Impf. Akt.)
te
sie (Nom. Pl. m.)
sutān dṛṣṭvā
die Söhne erblickt habend (Absolutiv)
sumukham ca eva pārṣatam
und auch den schönantlitzigen Sohn des Pṛṣata (Akk. Sg. m.)
kṣatradharmam samutsṛjya
die Kṣatriya-Pflicht aufgegeben habend (Absolutiv)
palāyanaparāyaṇāḥ
einzig auf Flucht bedacht (Nom. Pl. m.)
[Anm.: Der Bezug von 'sutān' ('die Söhne') bleibt im Urtext unklar; vermutlich sind die weiterkämpfenden Söhne der Pāṇḍavas gemeint.]
pāṇḍavās tu jayaṃ labdhvā hṛṣṭā hy āsan viśāṃ pate arikṣayaṃ ca saṃgrāme tena te sukham āpnuvan
Die Pāṇḍavas aber waren, den Sieg errungen, fürwahr freudig, o Herr der Völker; und durch die Vernichtung der Feinde im Kampf erlangten sie dadurch Glück.
tato droṇe hate rājan kuravaḥ śastrapīḍitāḥ hatapravīrā vidhvastā bhṛśaṃ śokaparāyaṇāḥ udīrṇāṃś ca parān dṛṣṭvā hṛṣyamāṇān punaḥ punaḥ aśrupūrṇekṣaṇās trastā dīnā hy āsan viśāṃ pate
Als dann Droṇa erschlagen war, o König, waren die Kurus, von Waffen gepeinigt, ihre Helden erschlagen, zerrüttet, tief dem Kummer verfallen, und als sie die erstarkten Feinde immer wieder frohlocken sahen, mit tränenerfüllten Augen, erschreckt, elend, fürwahr, o Herr der Völker.
amarṣaṇīyaṃ tad dṛṣṭvā bhāradvājasya pātanam trastarūpatarā rājan kauravāḥ prādravan bhayāt
Als sie diesen unerträglichen Fall des Sohnes des Bharadvāja gesehen hatten, flohen die Kauravas, noch mehr von Schrecken erfüllt, o König, aus Furcht.
Śakuni, der König von Gāndhāra, erschreckt, zusammen mit noch mehr Erschreckten, floh, als er den Besitzer des goldenen Wagens (Droṇa) gefallen sah, mitsamt seinen Wagen davon; der Sohn des Sūta (Karṇa) zog sich, das flüchtige, bannergeschmückte, in die Flucht geschlagene große Heer sammelnd, aus Furcht zurück.
Wort für Wort
gāndhārarājaḥ śakuniḥ
Śakuni, der König von Gāndhāra (Nom. Sg. m.)
trastaḥ
erschreckt (Nom. Sg. m.)
trastataraiḥ saha
zusammen mit noch mehr Erschreckten (Instr. Pl. m.)
hatam rukmaratham
den Besitzer des goldenen Wagens, gefallen (Akk. Sg. m.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
prādravat
floh (3. Sg. Impf. Akt.)
sahitaḥ rathaiḥ
mitsamt den Wagen (Instr. Pl. m.)
varūthinīm vegavatīm
das flüchtige Heer (Akk. Sg. f.)
vidrutām sapatākinīm
das in die Flucht geschlagene, bannergeschmückte (Akk. Sg. f.)
Śalya, der Herr der Madras, sein von Wagen, Elefanten und Pferden wimmelndes Heer voranstellend, zog sich zurückblickend aus Furcht zurück; von größtenteils ihrer Helden beraubten Elefanten und vielen Fußsoldaten umgeben, zog Śāradvata (Kṛpa) dahin und rief immer wieder: ‚Wie furchtbar, wie furchtbar!‘
Wort für Wort
rathanāgāśvakalilām
von Wagen, Elefanten und Pferden wimmelnd (Akk. Sg. f.)
Kṛtavarman, umgeben vom verbliebenen Bhoja-Heer und den Kaliṅgas, Āraṭṭas und Bāhlikas, o König, zog mit schnellaufenden Pferden davon; mit einer Schar Fußsoldaten verbunden, erschreckt, o König, von Furcht gepeinigt, floh Ulūka dorthin, als er Droṇa gefallen sah.
Wort für Wort
bhojānīkena śiṣṭena
vom verbliebenen Bhoja-Heer (Instr. Sg. n.)
kaliṅgāraṭṭabāhlikaiḥ
mit den Kaliṅgas, Āraṭṭas und Bāhlikas (Instr. Pl. m.)
kṛtavarmā
Kṛtavarman (Nom. Sg. m.)
vṛtaḥ rājan
umgeben, o König (Vok. Sg. m.)
prāyāt
zog davon (3. Sg. Impf. Akt.)
sujavanaiḥ hayaiḥ
mit schnellaufenden Pferden (Instr. Pl. m.)
padātigaṇasaṃyuktaḥ
mit einer Schar Fußsoldaten verbunden (Nom. Sg. m.)
Duḥśāsana, ansehnlich, jung, und im Heldenmut ausgezeichnet, floh tief erschüttert, von Elefanten umgeben; Vṛṣasena zog sich, zehntausend Wagen und dreitausend Elefanten mitnehmend, eilig zurück, als er Droṇa gefallen sah.
Verbunden mit Elefanten, Pferden und Wagen und auch umgeben von Fußsoldaten, zog Duryodhana, der große Wagenkämpfer, o großer König, dorthin davon; Suśarmā floh, den vom Diademträger (Arjuna) übriggelassenen Rest der Saṃśaptaka-Truppe mitnehmend, o König, als er Droṇa gefallen sah.
Wort für Wort
gajāśvarathasaṃyuktaḥ
verbunden mit Elefanten, Pferden und Wagen (Nom. Sg. m.)
gajān rathān samāruhya parasyāpi hayāñ janāḥ prādravan sarvataḥ saṃkhye dṛṣṭvā rukmarathaṃ hatam tvarayantaḥ pitṝn anye bhrātṝn anye ca mātulān putrān anye vayasyāṃś ca prādravan kuravas tathā codayantaś ca sainyāni svasrīyāṃś ca tathāpare sambandhinas tathānye ca prādravanta diśo daśa
Elefanten und Wagen und sogar die Pferde der Feinde besteigend, flohen die Männer nach allen Seiten im Kampf, als sie den Besitzer des goldenen Wagens gefallen sahen — manche ihre Väter eilends [mitnehmend], andere ihre Brüder, wieder andere ihre Onkel, andere ihre Söhne und Freunde; so flohen die Kurus, manche die Truppen antreibend, andere ebenso ihre Schwestersöhne, wieder andere ihre Verwandten — so flohen sie in alle zehn Himmelsrichtungen.
Wort für Wort
gajān rathān
Elefanten und Wagen (Akk. Pl. m.)
samāruhya
bestiegen habend (Absolutiv)
parasya api hayān
auch die Pferde der Feinde (Akk. Pl. m.)
janāḥ
die Männer (Nom. Pl. m.)
prādravan sarvataḥ
flohen nach allen Seiten (3. Pl. Impf. Akt.)
saṃkhye
im Kampf (Lok. Sg. m.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absolutiv)
rukmaratham hatam
den Besitzer des goldenen Wagens gefallen (Akk. Sg. m.)
tvarayantaḥ
eilends [mitnehmend] (Part. Präs. Akt.)
pitṝn anye
manche die Väter (Akk. Pl. m.)
bhrātṝn anye ca mātulān
andere die Brüder und Onkel (Akk. Pl. m.)
putrān anye vayasyān ca
andere die Söhne und Freunde (Akk. Pl. m.)
prādravan kuravaḥ tathā
so flohen die Kurus (3. Pl. Impf. Akt.)
codayantaḥ ca sainyāni
und die Truppen antreibend (Part. Präs. Akt.)
svasrīyān ca tathā apare
und andere ebenso die Schwestersöhne (Akk. Pl. m.)
sambandhinaḥ tathā anye
und andere ebenso die Verwandten (Akk. Pl. m.)
ca prādravanta
und sie flohen (3. Pl. Impf. Ätm.)
diśaḥ daśa
in die zehn Richtungen (Akk. Pl. f.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus dem Apparat-Einschub *1346_01-05, der eine Aufzählung der in alle Richtungen fliehenden Kuru-Krieger enthält.]
tato duryodhano rājā aśvatthāmānam abravīt prakīrṇakeśā vidhvastā na dvāv ekatra dhāvataḥ
Da wandte sich König Duryodhana an Aśvatthāman; mit aufgelöstem Haar, zerrüttet, liefen nicht zwei zusammen an einer Stelle.
Wort für Wort
tataḥ
da (Adverb)
duryodhanaḥ rājā
König Duryodhana (Nom. Sg. m.)
aśvatthāmānam
an Aśvatthāman (Akk. Sg. m.)
abravīt
wandte sich, sprach (3. Sg. Impf. Akt.)
prakīrṇakeśāḥ
mit aufgelöstem Haar (Nom. Pl. m.)
vidhvastāḥ
zerrüttet (Nom. Pl. m.)
na dvau ekatra
nicht zwei an einer Stelle (Nom. Dual m.)
dhāvataḥ
liefen (3. Dual Impf. Akt.)
[Anm.: Apparat-Einschub *1347_01 einbezogen; dies leitet die Begegnung zwischen Duryodhana und Aśvatthāman ein, deren eigentliches Gespräch erst in den folgenden Einheiten erfolgt.]
nedam astīti puruṣā hatotsāhā hataujasaḥ utsṛjya kavacān anye prādravaṃs tāvakā vibho anyonyaṃ te samākrośan sainikā bharatarṣabha tiṣṭha tiṣṭha iti na ca te svayaṃ tatrāvatasthire
'Dies ist nicht [wirklich]!' — so die Männer, ihres Mutes und ihrer Kraft beraubt; ihre Panzer abwerfend, flohen andere deiner Leute, o Herrscher; die Soldaten riefen einander zu, o Stier der Bharatas: ‚Halt, halt!‘ — doch sie selbst blieben dort nicht stehen.
Die wohlgeschmückten Wagenpferde, deren Lenker erschlagen waren, vom Wagen losspannend, bestiegen die Krieger die Pferde und trieben sie rasch mit den Fersen an.
Während so das Heer floh, von schrecklichem Aussehen, seiner Kraft beraubt, während dieses Heer, furchterregend, Wehrufe ausstieß, drang der Sohn des Droṇas (Aśvatthāman) wie ein Krokodil gegen die Strömung gegen die Feinde vor; er hatte einen gewaltigen Kampf mit den von Śikhaṇḍin angeführten Scharen und mit den Prabhadrakas, Pāñcālas, Cedis und Kekayas.
Wort für Wort
dravamāṇe sainye
während das Heer floh (Lok. Sg. n., Part. Präs.)
tathā trastarūpe
so von schrecklichem Aussehen (Lok. Sg. n.)
hataujasi
seiner Kraft beraubt (Lok. Sg. n.)
tasmin hāhākṛte sainye
während dieses Heer Wehrufe ausstieß (Lok. Sg. n.)
vartamāne bhayāvahe
furchterregend im Gange befindlich (Lok. Sg. n.)
pratisrotaḥ iva grāhaḥ
wie ein Krokodil gegen die Strömung (Nom. Sg. m.)
droṇaputraḥ
der Sohn des Droṇa (Nom. Sg. m.)
parān iyāt
drang gegen die Feinde vor (3. Sg. Impf. Akt.)
tasya āsīt sumahat yuddham
er hatte einen gewaltigen Kampf (Nom. Sg. n.)
śikhaṇḍipramukhaiḥ gaṇaiḥ
mit den von Śikhaṇḍin angeführten Scharen (Instr. Pl. m.)
prabhadrakaiḥ ca pāñcālaiḥ
und mit den Prabhadrakas und Pāñcālas (Instr. Pl. m.)
cedibhiḥ ca sakekayaiḥ
und mit den Cedis samt den Kekayas (Instr. Pl. m.)
Nachdem er die vielfältige Streitmacht der Pāṇḍus erschlagen hatte, kampfestrunken, mit der Kraft eines brunftigen Elefanten, befreite er sich mit Mühe aus der gefährlichen Bedrängnis.
Wort für Wort
hatvā
erschlagen habend (Absolutiv)
bahuvidhām senām
die vielfältige Streitmacht (Akk. Sg. f.)
pāṇḍūnām
der Pāṇḍus (Gen. Pl. m.)
yuddhadurmadaḥ
kampfestrunken (Nom. Sg. m.)
kathaṃ cit
mit Mühe (Adverb)
saṃkaṭāt muktaḥ
aus der Bedrängnis befreit (Nom. Sg. m.)
mattadviradavikramaḥ
mit der Kraft eines brunftigen Elefanten (Nom. Sg. m.)
kim iyaṃ dravate senā trastarūpeva bhārata dravamāṇāṃ ca rājendra nāvasthāpayase raṇe tvaṃ cāpi na yathāpūrvaṃ prakṛtistho narādhipa karṇaprabhṛtayaś ceme nāvatiṣṭhanti pārthivāḥ
„Warum flieht dieses Heer, wie erschreckt, o Bhārata? Und, o Herr der Könige, du hältst das fliehende Heer nicht auf im Kampf; auch du bist nicht wie zuvor in deiner natürlichen Fassung, o Herrscher der Menschen, und diese Fürsten, angeführt von Karṇa, halten nicht stand.
anyeṣv api ca yuddheṣu naiva senādravat tadā kaccit kṣemaṃ mahābāho tava sainyasya bhārata kasminn idaṃ hate rājan rathasiṃhe balaṃ tava etām avasthāṃ saṃprāptaṃ tan mamācakṣva kaurava
Auch in anderen Kämpfen floh das Heer niemals so; steht es wohl gut um dein Heer, Starkarmiger, o Bhārata? Wessen Tod, o König, hat dein Heer, diesen Löwen unter den Wagenkämpfern, in diesen Zustand gebracht? Sag mir das, o Kaurava!“
tat tu duryodhanaḥ śrutvā droṇaputrasya bhāṣitam ghoram apriyam ākhyātuṃ nāśakat pārthivarṣabhaḥ
Als Duryodhana aber diese Worte des Sohnes des Droṇa gehört hatte, vermochte der Stier unter den Fürsten das furchtbare, unliebsame [Ereignis] nicht zu verkünden.
Wie ein zerbrochenes Boot war dein Sohn, versunken im Ozean des Kummers, ein Floß suchend, wo keines war, wie ein Mann in unergründlichem Wasser; von Tränen verhüllt, sah er den Sohn des Droṇa auf seinem Wagen stehen.
Als dann der Kampf entbrannt war, fielen die Kurus und Somakas, durcheinandergemischt, einander anbrüllend, mit Waffen Leiber. Während so der Kampf andauerte, und als die Söhne des Dhṛtarāṣṭra im Gefecht dahinschwanden, entsandte dein zürnender Vater eine Waffe.
Wort für Wort
tataḥ pravṛtte saṃgrāme
als der Kampf entbrannt war (Lok. Sg. m.)
vimiśrāḥ kurusomakāḥ
die durcheinandergemischten Kurus und Somakas (Nom. Pl. m.)
anyonyam abhigarjantaḥ
einander anbrüllend (Part. Präs. Akt.)
śastraiḥ dehān
mit Waffen die Leiber (Akk. Pl. m.)
apātayan
fällten (3. Pl. Impf. Akt.)
vartamāne tathā yuddhe
während so der Kampf andauerte (Lok. Sg. n.)
kṣīyamāṇeṣu saṃyuge
während sie im Gefecht dahinschwanden (Lok. Pl. m.)
Da tötete Droṇa, der Stier unter den Männern, die Brahma-Waffe entfaltend, die Feinde mit Breitpfeilen zu Hunderten, dann zu Tausenden; dein Vater, heftig erzürnt, den Feinden gegenüberstehend, schlug sie dort nieder, gewaltig, wie der Wind mit seiner Kraft die Bäume.
Die Pāṇḍavas, Kekayas, Matsyas und besonders die Pāñcālas, an Droṇas Wagen im Kampf herankommend, gingen zugrunde, vom Schicksal getrieben; tausend Löwen unter den Wagenkämpfern und zweitausend Elefanten sandte Droṇa, von der Brahma-Waffe verzehrt, dem Tod entgegen.
Wort für Wort
pāṇḍavāḥ kekayāḥ matsyāḥ
die Pāṇḍavas, Kekayas, Matsyas (Nom. Pl. m.)
ca pāñcālāḥ viśeṣataḥ
und besonders die Pāñcālas (Nom. Pl. m.)
saṃkhye droṇaratham
im Kampf an Droṇas Wagen (Akk. Sg. m.)
prāpya
herangekommen (Absolutiv)
vyanaśan
gingen zugrunde (3. Pl. Impf. Akt.)
kālacoditāḥ
vom Schicksal getrieben (Nom. Pl. m.)
sahasram rathasiṃhānām
tausend Löwen unter den Wagenkämpfern (Akk. Sg. n.)
dvisāhasram ca dantinām
und zweitausend Elefanten (Akk. Sg. n.)
droṇaḥ
Droṇa (Nom. Sg. m.)
brahmāstranirdagdham
von der Brahma-Waffe verzehrt (Akk. Sg. n., attributiv)
Als sie etwas gebrochen und abgewandt waren, ward der Bezwinger der Feinde (Droṇa), eine göttliche Waffe entfaltend, wie eine aufgegangene Sonne; er, mit Pfeilstrahlen, in die Mitte der Pāṇḍus gelangt, mächtig, ward dein Vater, wie die Sonne in Zenitstellung, schwer anzusehen.
Sie, von Droṇa wie von einer strahlenden Sonne versengt, ihre Kraft verbrannt, mutlos, verloren die Besinnung. Als Madhusūdana (Kṛṣṇa) sie, von Droṇas Pfeilen bedrängt, sah, sprach er, den Sieg der Söhne des Pāṇḍu suchend, dieses Wort:
Wort für Wort
te dahyamānāḥ
sie, versengt (Nom. Pl. m.)
droṇena
von Droṇa (Instr. Sg. m.)
sūryeṇa iva virājatā
wie von einer strahlenden Sonne (Instr. Sg. m.)
dagdhavīryāḥ
ihre Kraft verbrannt (Nom. Pl. m.)
nirutsāhāḥ
mutlos (Nom. Pl. m.)
babhūvuḥ gatacetasaḥ
verloren die Besinnung (3. Pl. Perf. Akt.)
tān dṛṣṭvā
sie gesehen habend (Absolutiv)
pīḍitān bāṇaiḥ
von Pfeilen bedrängt (Akk. Pl. m.)
droṇena
von Droṇa (Instr. Sg. m.)
madhusūdanaḥ
Madhusūdana, Kṛṣṇa (Nom. Sg. m.)
jayaiṣī
den Sieg suchend (Nom. Sg. m.)
pāṇḍuputrāṇām
der Söhne des Pāṇḍu (Gen. Pl. m.)
idam vacanam
dieses Wort (Akk. Sg. n.)
abravīt
sprach (3. Sg. Impf. Akt.)
[Anm.: Kṛṣṇas Rede, hier innerhalb von Kṛpas Bericht, wird als verschachtelte Rede mit den einfachen Anführungszeichen wiedergegeben.]
naiṣa jātu paraiḥ śakyo jetuṃ śastrabhṛtāṃ varaḥ api vṛtrahaṇā saṃkhye rathayūthapayūthapaḥ te yūyaṃ dharmam utsṛjya jayaṃ rakṣata pāṇḍavāḥ jaye hi yatamānānāṃ śrīr dharmaś ca pravartate yathā vaḥ saṃyuge sarvān na hanyād rukmavāhanaḥ aśvatthāmni hate naiṣa yudhyed iti matir mama hataṃ taṃ saṃyuge kaś cid ākhyātv asmai mṛṣā naraḥ
‚Dieser Beste der Waffenträger, dieser Anführer der Anführer der Wagenscharen, kann niemals von anderen besiegt werden, im Kampf nicht einmal vom Vṛtra-Töter (Indra). Ihr Pāṇḍavas, die Pflicht beiseite lassend, sichert den Sieg! Denn wer nach Sieg strebt, dem folgen Glück und Recht zugleich — auf dass der Goldwagenkämpfer euch nicht alle im Kampf töte. Ist Aśvatthāman erschlagen, so wird er, meine ich, nicht mehr kämpfen; jemand soll ihm fälschlich sagen, dass er im Kampf erschlagen sei.‘
Wort für Wort
na eṣa jātu
niemals dieser (Nom. Sg. m.)
paraiḥ śakyaḥ
von anderen möglich (Nom. Sg. m.)
jetum
zu besiegen (Infinitiv)
śastrabhṛtām varaḥ
der Beste der Waffenträger (Nom. Sg. m.)
api vṛtrahaṇā
auch nicht vom Vṛtra-Töter (Instr. Sg. m.)
saṃkhye
im Kampf (Lok. Sg. m.)
rathayūthapayūthapaḥ
der Anführer der Anführer der Wagenscharen (Nom. Sg. m.)
te yūyam
ihr (Nom. Pl. m.)
dharmam utsṛjya
die Pflicht beiseite gelassen habend (Absolutiv)
jayam rakṣata
sichert den Sieg! (2. Pl. Imp. Akt.)
pāṇḍavāḥ
o Pāṇḍavas (Vok. Pl. m.)
jaye hi yatamānānām
denn wer nach Sieg strebt (Gen. Pl. m., Part. Präs.)
śrīḥ dharmaḥ ca pravartate
Glück und Recht folgen (3. Sg. Präs. Ätm.)
yathā vaḥ saṃyuge
auf dass euch im Kampf (Akk. Pl.)
sarvān na hanyāt
nicht alle töte (3. Sg. Opt. Akt.)
rukmavāhanaḥ
der Goldwagenkämpfer, Droṇa (Nom. Sg. m.)
aśvatthāmni hate
ist Aśvatthāman erschlagen (Lok. Sg. m.)
na eṣa yudhyet
so wird er nicht kämpfen (3. Sg. Opt. Akt.)
iti matiḥ mama
so ist meine Meinung (Nom. Sg. f.)
hatam tam saṃyuge
dass er im Kampf erschlagen sei (Akk. Sg. m.)
kaḥ cit ākhyātu
jemand soll sagen (3. Sg. Imp. Akt.)
asmai mṛṣā
ihm fälschlich (Adverb)
naraḥ
ein Mann (Nom. Sg. m.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus 109-111; Kṛṣṇas Ratschlag zur List, hier als verschachtelte Rede innerhalb von Kṛpas Bericht.]
bhīmasenas tu savrīḍam abravīt pitaraṃ tava aśvatthāmā hataḥ iti tac cābudhyata te pitā sa śaṅkamānas tan mithyā dharmarājam apṛcchata hataṃ vāpy ahataṃ vājau tvāṃ pitā putravatsalaḥ
Bhīmasena aber sagte beschämt zu deinem Vater: ‚Aśvatthāman ist erschlagen.‘ Und dies glaubte dein Vater; doch dies für Lüge argwöhnend, fragte er den Dharmarāja — dein Vater, seinem Sohn zugetan —, ob du im Kampf erschlagen oder unerschlagen seist.
In die Furcht vor dieser Unwahrheit versunken, doch auf den Sieg bedacht, sprach Yudhiṣṭhira über Aśvatthāman dieses: ‚Erschlagen — der Elefant‘ — nämlich der berggleiche Elefant des Indravarman von Mālava, [erschlagen] von Bhīma.
Wort für Wort
tadatathyabhaye magnaḥ
in die Furcht vor der Unwahrheit versunken (Nom. Sg. m.)
upasṛtya tadā droṇam uccair idam abhāṣata yasyārthe śastram ādhatse yam avekṣya ca jīvasi putras te dayito nityaṃ śo 'śvatthāmā nipātitaḥ śete vinihato bhūmau vane siṃhaśiśur yathā jānann apy anṛtasyātha doṣān sa dvijasattamam avyaktam abravīd rājā hataḥ kuñjara ity uta
Da trat er (Bhīma) an Droṇa heran und sprach laut dieses: ‚Er, um dessentwillen du die Waffe führst, im Hinblick auf den du lebst — dein geliebter Sohn Aśvatthāman ist gefallen! Er liegt erschlagen auf der Erde, wie ein Löwenjunges im Wald.‘ Und obwohl er die Sünden der Lüge kannte, sprach der König (Yudhiṣṭhira) undeutlich zu dem Besten der Zweifachgeborenen: ‚Erschlagen — der Elefant.‘
Wort für Wort
upasṛtya
herangetreten (Absolutiv)
tadā droṇam
da an Droṇa (Akk. Sg. m.)
uccaiḥ idam abhāṣata
sprach dieses laut (3. Sg. Impf. Ätm.)
yasya arthe
um dessentwillen (Gen. Sg. m.)
śastram ādhatse
du die Waffe führst (2. Sg. Präs. Ätm.)
yam avekṣya ca jīvasi
im Hinblick auf den du lebst (Absolutiv + 2. Sg. Präs.)
putraḥ te dayitaḥ nityam
dein stets geliebter Sohn (Nom. Sg. m.)
śaḥ aśvatthāmā
Aśvatthāman (Nom. Sg. m.)
nipātitaḥ
gefallen (Nom. Sg. m.)
śete vinihataḥ bhūmau
er liegt erschlagen auf der Erde (3. Sg. Präs. Ätm.)
vane siṃhaśiśuḥ yathā
wie ein Löwenjunges im Wald (Nom. Sg. m.)
jānan api
obwohl er kannte (Part. Präs. Akt.)
anṛtasya atha doṣān
die Sünden der Lüge (Akk. Pl. m.)
sa dvijasattamam
zu dem Besten der Zweifachgeborenen (Akk. Sg. m.)
avyaktam abravīt
sprach undeutlich (3. Sg. Impf. Akt.)
rājā
der König (Nom. Sg. m.)
hataḥ kuñjaraḥ iti uta
'erschlagen — der Elefant' (wörtl. Rede)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1354_01-03. Bhīmas laute Behauptung und Yudhiṣṭhiras absichtlich mehrdeutige Antwort werden hier, in Kṛpas Nacherzählung, jeweils als verschachtelte Rede wiedergegeben.]
tac chrutvā vimanās tatra ācāryo mahad apriyam sa tvāṃ nihatam ākrandan kṛtvā tvannāmapīḍitaḥ niyamya divyāny astrāṇi nāyudhyata yathā purā
Als er dies gehört hatte, dieses große Unliebsame, ward der Lehrer dort niedergeschlagen; er, nachdem er über dich als erschlagen geklagt hatte, bei der Nennung deines Namens gequält, hielt seine göttlichen Waffen zurück und kämpfte nicht mehr wie zuvor.
Wort für Wort
tat śrutvā
das gehört habend (Absolutiv)
vimanāḥ tatra
niedergeschlagen dort (Nom. Sg. m.)
ācāryaḥ
der Lehrer (Nom. Sg. m.)
mahat apriyam
das große Unliebsame (Akk. Sg. n.)
sa tvām nihatam
er, über dich als erschlagen (Akk. Sg. m.)
ākrandan
geklagt habend (Part. Präs. Akt.)
kṛtvā
getan habend (Absolutiv)
tvannāmapīḍitaḥ
bei der Nennung deines Namens gequält (Nom. Sg. m.)
Als der grausam handelnde Sohn des Pāñcāla-Königs (Dhṛṣṭadyumna) ihn so äußerst erschüttert, sein Sinn vom Kummer niedergeschlagen, sah, stürmte er auf ihn zu. Als der Lehrer, kundig der wahren Natur der Welt, sein bestimmtes Verhängnis sah, ließ er seine göttlichen Waffen fallen und setzte sich im Kampf zum Fasten bis zum Tod nieder.
Wort für Wort
tam dṛṣṭvā
ihn gesehen habend (Absolutiv)
paramodvignam
äußerst erschüttert (Akk. Sg. m.)
śokopahatacetasam
sein Sinn vom Kummer niedergeschlagen (Akk. Sg. m.)
pāñcālarājasya sutaḥ
der Sohn des Pāñcāla-Königs (Nom. Sg. m.)
krūrakarmā
grausam handelnd (Nom. Sg. m.)
samādravat
stürmte heran (3. Sg. Impf. Akt.)
tam dṛṣṭvā
das gesehen habend (Absolutiv)
vihitam mṛtyum
das bestimmte Verhängnis (Akk. Sg. m.)
lokatattvavicakṣaṇaḥ
kundig der wahren Natur der Welt (Nom. Sg. m.)
divyāni astrāṇi
die göttlichen Waffen (Akk. Pl. n.)
atha utsṛjya
dann fallen gelassen habend (Absolutiv)
raṇe prāya upāviśat
setzte sich im Kampf zum Fasten bis zum Tod nieder (3. Sg. Impf. Akt.)
na hantavyo na hantavya iti te sarvato 'bruvan tathaiva cārjuno vāhād avaruhyainam ādravat udyamya bāhū tvarito bruvāṇaś ca punaḥ punaḥ jīvantam ānayācāryaṃ mā vadhīḥ iti dharmavit
‚Er darf nicht getötet werden, er darf nicht getötet werden!‘ so riefen sie von allen Seiten; und ebenso sprang Arjuna von seinem Wagen und stürmte auf ihn zu, die Arme erhoben, eilig, und der Kenner der Pflicht sprach immer wieder: ‚Bring den Lehrer lebend, töte ihn nicht!‘
tathāpi vāryamāṇena kauravair arjunena ca hata eva nṛśaṃsena pitā tava nararṣabha sainikāś ca tataḥ sarve prādravanta bhayārditāḥ vayaṃ cāpi nirutsāhā hate pitari te 'nagha
Dennoch, obwohl von den Kauravas und von Arjuna zurückgehalten, ward dein Vater, o Stier unter den Männern, vom Grausamen dennoch erschlagen; alle Soldaten flohen da, von Furcht gepeinigt, und auch wir waren mutlos, als dein Vater erschlagen war, o Schuldloser.“
Als er dies gehört hatte, den Tod seines Vaters im Kampf, entfachte der Sohn des Droṇa heftigen Zorn, wie eine mit dem Fuß getretene Schlange; da entbrannte der zornige Sohn des Droṇa im Kampf heftig, Verehrungswürdiger, wie das Feuer entbrennt, wenn es reichlich Brennstoff findet; Handfläche gegen Handfläche pressend, Zahn an Zahn reibend, zischend wie eine Schlange, ward er da rotäugig.
Wort für Wort
tat śrutvā
das gehört habend (Absolutiv)
droṇaputraḥ tu
der Sohn des Droṇa aber (Nom. Sg. m.)
nidhanam pituḥ
den Tod des Vaters (Akk. Sg. n.)
āhave
im Kampf (Lok. Sg. m.)
krodham āhārayat
entfachte Zorn (3. Sg. Impf. Akt.)
tīvram
heftig (Akk. Sg. m.)
padāhataḥ iva uragaḥ
wie eine mit dem Fuß getretene Schlange (Nom. Sg. m.)
tataḥ kruddhaḥ raṇe
da zornig im Kampf (Nom. Sg. m.)
drauṇiḥ
der Sohn des Droṇa (Nom. Sg. m.)
bhṛśam jajvāla
entbrannte heftig (3. Sg. Perf. Akt.)
māriṣa
Verehrungswürdiger (Vok. Sg. m.)
yathā indhanam mahat prāpya
wie reichlich Brennstoff erlangt habend (Absolutiv)
prājvalat havyavāhanaḥ
entbrennt das Feuer (3. Sg. Impf. Akt.)
talam talena niṣpiṣya
Handfläche gegen Handfläche pressend (Absolutiv)
dantaiḥ dantān upaspṛśan
Zahn an Zahn reibend (Part. Präs. Akt.)
niḥśvasan uragaḥ yadvat
zischend wie eine Schlange (Part. Präs. Akt.)
lohitākṣaḥ
rotäugig (Nom. Sg. m.)
abhavat tadā
ward er da (3. Sg. Impf. Akt.)
[Anm.: Kombinierte Einheit aus *1356_01-04; Saṃjaya führt hier die Rahmenerzählung fort, und das Kapitel endet auf Aśvatthāmans aufkommendem Zorn.]