Kapitel 34: Abhimanyoḥ Vyūhapraveśapratijñā
Der zehnte Tag: Abhimanyus Schwur, die Cakra-Vyūha-Formation zu durchbrechen
Droṇas Heeresteil wird von den Pāṇḍava-Kriegern unter Führung Bhīmasenas angegriffen, hält jedoch stand — Droṇa selbst wehrt die Angreifer unbezwungen ab. Yudhiṣṭhira erkennt, dass niemand außer Arjuna, Kṛṣṇa, Pradyumna oder eben Abhimanyu selbst die Cakra-Vyūha-Formation durchbrechen kann, und überträgt die schwere Aufgabe dem jungen Abhimanyu. Dieser erklärt, er habe das Eindringen in die Formation bereits im Mutterleib erlernt, kenne aber nicht den Weg des Wiederausbruchs — Yudhiṣṭhira und Bhīma versprechen daraufhin, ihm zu folgen und den Weg offen zu halten. Abhimanyu legt einen feierlichen Schwur ab, die Kurus zu vernichten, auch als Vergeltung für die Demütigung Draupadīs, und lässt seinen Wagenlenker zum Angriff antreiben.
ārjuniḥ kṣatradharmā ca bṛhatkṣatraś ca vīryavān cedipo dhṛṣṭaketuś ca mādrīputrau ghaṭotkacaḥ
Der Sohn Arjunas Kṣatradharman [?], und der tapfere Bṛhatkṣatra, und der Cedi-König Dhṛṣṭaketu, und die beiden Söhne Mādrīs [Nakula und Sahadeva], und Ghaṭotkaca.
Wort für Wort
ārjuniḥ kṣatradharmā ca
der Sohn Arjunas Kṣatradharman, und (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
bṛhatkṣatraś ca vīryavān
und der tapfere Bṛhatkṣatra (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
cedipo dhṛṣṭaketuś ca
und der Cedi-König Dhṛṣṭaketu (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
mādrīputrau ghaṭotkacaḥ
die beiden Söhne Mādrīs, Ghaṭotkaca (Nom.Du. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.3 bildet eine Einheit und setzt die Kriegerliste fort. 'Ārjuniḥ Kṣatradharmā' [?] wird hier als Eigenname eines weiteren Sohnes Arjunas (von einer anderen Gemahlin) gedeutet, verschieden von Abhimanyu, der in diesem Kapitel erst ab V.12 gesondert angesprochen wird. 'Cedipaḥ' ('Herr von Cedi') ist ein Beiname Dhṛṣṭaketus, des Königs von Cedi.]
draupadeyāś ca saṃrabdhāḥ śaiśupāliś ca vīryavān kekayāś ca mahāvīryāḥ sṛñjayāś ca sahasraśaḥ
Und die erzürnten Söhne Draupadīs, und der tapfere Sohn Śiśupālas [?], und die überaus tapferen Kekayas, und die Sṛñjayas zu Tausenden.
Wort für Wort
draupadeyāś ca saṃrabdhāḥ
und die erzürnten Söhne Draupadīs (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
śaiśupāliś ca vīryavān
und der tapfere Sohn Śiśupālas (Nom.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
kekayāś ca mahāvīryāḥ
und die überaus tapferen Kekayas (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
sṛñjayāś ca sahasraśaḥ
und die Sṛñjayas zu Tausenden (Nom.Pl. + Konj. + Adv.)
[Anm.: V.5 bildet eine Einheit und beschließt die Kriegerliste. 'Śaiśupāliḥ' ('Sohn Śiśupālas') [?] könnte sich erneut auf Dhṛṣṭaketu (bereits in V.3 genannt) oder auf einen anderen Nachkommen Śiśupālas beziehen.]
etya no nārjuno garhed yathā tāta tathā kuru cakravyūhasya na vayaṃ vidma bhedaṃ kathaṃ cana
„Handle, mein Kind, so, dass Arjuna uns bei seiner Rückkehr nicht tadeln wird. Wir wissen nicht im Geringsten, wie man die Cakra-Vyūha-Formation durchbricht.
Wort für Wort
etya no nārjuno garhed
möge Arjuna, zurückgekehrt, uns nicht tadeln (Ger. + Gen.Pl. + Neg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt.)
yathā tāta tathā kuru
so handle, mein Kind, wie (Konj. + Vok.Sg. + Konj. + Imp.)
cakravyūhasya na vayaṃ
der Cakra-Vyūha-Formation wir nicht (Gen.Sg. + Neg. + Nom.Pl.)
vidma bhedaṃ kathaṃ cana
wissen den Bruch, wie auch immer (1.Pl.Perf. + Akk.Sg. + Adv.)
[Anm.: V.14 bildet eine Einheit und eröffnet Yudhiṣṭhiras direkte Rede an Abhimanyu.]
dhanaṃjayo hi nas tāta garhayed etya saṃyugāt kṣipram astraṃ samādāya droṇānīkaṃ viśātaya
Denn Dhanaṃjaya [Arjuna] würde uns, mein Kind, tadeln, käme er von der Schlacht zurück. Ergreife rasch deine Waffe und zerschmettere Droṇas Heeresteil!“
Wort für Wort
dhanaṃjayo hi nas tāta
denn Dhanaṃjaya uns, mein Kind (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Pl. + Vok.Sg.)
garhayed etya saṃyugāt
würde tadeln, zurückgekehrt von der Schlacht (3.Sg.Opt.Kaus. + Ger. + Abl.Sg.)
kṣipram astraṃ samādāya
rasch die Waffe ergriffen habend (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
„Höre, o König, mächtig-armiger, tugendhafter, mein Wort. Schon damals, als ich noch im Mutterleib war, habe ich, o Fürst der Könige, aus Kṛṣṇas eigenem Munde, o Herr, vom Eindringen in die Cakra-Vyūha-Formation gehört. Darum werde ich in die 'Rad' genannte Formation eindringen, bester der Könige. Droṇas festes, unerschütterliches, vorzüglichstes Kampfaufgebot werde ich, den Sieg für meine Väter erstrebend, durchdringen und aufbrechen.
Wort für Wort
śṛṇu rājan mahābāho
höre, o König, mächtig-armiger (Imp. + Vok.Sg. + Vok.Sg.)
vorzüglichstes Kampfaufgebot, im Kampf (Akk.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
pitṝṇāṃ jayam ākāṅkṣann
der Väter Sieg erstrebend (Gen.Pl. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
avagāhe bhinadmi ca
durchdringe und breche ich auf (1.Sg.Präs. + 1.Sg.Präs. + Konj.)
[Anm.: V.18 bildet eine Einheit (Sprecherzeile + Hauptvers Pādas a+c) und enthält einen vierzeiligen Apparateinschub (*0259_01-04), der hier vollständig in die Übersetzung aufgenommen wurde, da er den unmittelbaren Auftakt zu Abhimanyus berühmter Erklärung bildet und ohne ihn der Bezug zur Cakra-Vyūha-Formation unverständlich bliebe. Bemerkenswert: der Apparat lässt Abhimanyu sagen, er habe die Kunst des Eindringens 'aus Kṛṣṇas eigenem Munde' ('mukhāt kṛṣṇasya') vernommen — in der bekannteren vulgaten Fassung ist es meist Arjuna, der die Geschichte (Subhadrā erzählend) berichtet; diese Quelle weicht davon ab [?].]
upadiṣṭo hi me pitrā yogo 'nīkasya bhedane notsahe tu vinirgantum ahaṃ kasyāṃ cid āpadi
Denn die Technik des Aufbrechens des Heeresteils wurde mir von meinem Vater gelehrt, doch vermag ich nicht, in irgendeiner Notlage wieder herauszukommen.“
Wort für Wort
upadiṣṭo hi me pitrā
denn mir wurde vom Vater gelehrt (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Instr.Sg.)
yogo 'nīkasya bhedane
die Technik im Aufbrechen des Heeresteils (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Lok.Sg.)
notsahe tu vinirgantum
doch vermag ich nicht herauszukommen (Neg. + 1.Sg.Präs. + Partikel + Inf.)
ahaṃ kasyāṃ cid āpadi
ich, in irgendeiner Notlage (Nom.Sg. + Lok.Sg. + Partikel + Lok.Sg.)
[Anm.: V.19 bildet eine Einheit und beschließt Abhimanyus Rede — das berühmte Motiv, dass er das Eindringen, nicht aber das Verlassen der Formation gelernt habe. 'Pitrā' ('vom Vater') [?] steht in gewisser Spannung zum vorausgehenden Apparateinschub, der Kṛṣṇa als Quelle nennt; möglich ist, dass Kṛṣṇas Erzählung an Arjuna gerichtet war und Abhimanyu sie so über seinen Vater 'vernahm', oder dass beide Traditionen hier lose nebeneinanderstehen.]
Da wir dich, mein Kind, im Kampf, in der Schlacht, Dhanaṃjaya [Arjuna] gleich erachten, werden wir, dich von allen Seiten beschützend, dir nachfolgen.“
Wort für Wort
dhanaṃjayasamaṃ yuddhe
im Kampf, Dhanaṃjaya gleich (Akk.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
tvāṃ vayaṃ tāta saṃyuge
dich wir, mein Kind, in der Schlacht (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Vok.Sg. + Lok.Sg.)
praṇidhāyānuyāsyāmo
erachtend, werden wir nachfolgen (Ger. + 1.Pl.Fut.)
rakṣantaḥ sarvatomukhāḥ
beschützend, von allen Seiten (Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.21 bildet eine Einheit und beschließt Yudhiṣṭhiras Antwort.]
sakṛd bhinnaṃ tvayā vyūhaṃ tatra tatra punaḥ punaḥ vayaṃ pradhvaṃsayiṣyāmo nighnamānā varān varān
Die einmal von dir durchbrochene Formation werden wir dort und dort, immer wieder, zerschmettern, wobei wir die Besten [der Feinde] einen nach dem anderen erschlagen.“
Wort für Wort
sakṛd bhinnaṃ tvayā vyūhaṃ
die einmal von dir durchbrochene Formation (Adv. + Akk.Sg. + Instr.Sg. + Akk.Sg.)
tatra tatra punaḥ punaḥ
dort und dort, immer wieder (Adv. + Adv. + Adv. + Adv.)
vayaṃ pradhvaṃsayiṣyāmo
wir werden zerschmettern (Nom.Pl. + 1.Pl.Fut.)
nighnamānā varān varān
erschlagend die Besten einen nach dem anderen (Nom.Pl.Ptz. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
[Anm.: V.23 bildet eine Einheit und beschließt Bhīmas Rede.]
„Ich bin, o König, von Arjuna gezeugt, und ebenso von Subhadrā geboren. Seht meine Manneskraft, erfüllt von gewaltiger Stärke! Alle Kurus werde ich erschlagen, mit Droṇa an der Spitze, o Herr der Menschen — jene, die die böse Tat gegen die großherzigen Pāṇḍavas verübt haben: dass meine erhabene Mutter [Draupadī, als gemeinsame Gemahlin der Pāṇḍavas] von den Unnahbaren in die Versammlungshalle geführt wurde, und dann vom sündigen, übeltätigen Duḥśāsana, was gegen die Pāñcālī [Draupadī], o Fürst der Könige, von den Übeltätern getan wurde — all das werde ich heute in jener Formation durch meine Geschicklichkeit vergelten. Ich werde in dieses unangreifbare Heeresaufgebot Droṇas eindringen, zornentbrannt wie eine Motte in loderndes Feuer.
Wort für Wort
yāto 'ham arjunād rājan
ich bin von Arjuna gezeugt, o König (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Abl.Sg. + Vok.Sg.)
subhadrāyāṃ tathaiva ca
und ebenso in/von Subhadrā (Lok.Sg. + Adv. + Konj.)
mahadbalena saṃpūrṇaṃ
erfüllt von gewaltiger Stärke (Instr.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
paśyadhvaṃ pauruṣaṃ mama
seht meine Manneskraft (Imp. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
sarvān haniṣyāmi kurūn
alle Kurus werde ich erschlagen (Akk.Pl. + 1.Sg.Fut. + Akk.Pl.)
droṇamukhyān narādhipa
mit Droṇa an der Spitze, o Herr der Menschen (Akk.Pl.Kompositum + Vok.Sg.)
yaiḥ kṛtaṃ duṣkṛtaṃ karma
von denen die böse Tat verübt wurde (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
pāṇḍavānāṃ mahātmanām
gegen die großherzigen Pāṇḍavas (Gen.Pl. + Gen.Pl.)
jyeṣṭhā mātā madīyā yat
dass meine erhabene Mutter (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
sabhāṃ nītā durāsadaiḥ
in die Halle geführt wurde von den Unnahbaren (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
duḥśāsanena ca tadā
und dann von Duḥśāsana (Instr.Sg. + Konj. + Adv.)
pāpena duṣṭakarmaṇā
dem sündigen, übeltätigen (Instr.Sg. + Instr.Sg.Kompositum)
pāñcālāṃ prati rājendra
gegen die Pāñcālī, o Fürst der Könige (Akk.Sg. + Postp. + Vok.Sg.)
yat kṛtaṃ duṣṭakāribhiḥ
was von den Übeltätern getan wurde (Konj. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
tat sarvaṃ cādya tadvyūhe
all das heute in jener Formation (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Konj. + Adv. + Lok.Sg.)
darśayiṣyāmi lāghavāt
werde ich zeigen durch meine Geschicklichkeit (1.Sg.Fut. + Abl.Sg.)
aham etat pravekṣyāmi
ich werde in dieses eindringen (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 1.Sg.Fut.)
zornentbrannt wie eine Motte (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
jvalitaṃ jātavedasam
in loderndes Feuer (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.24 bildet eine Einheit (Sprecherzeile + Hauptvers Pādas a+c) und enthält einen umfangreichen achtzeiligen Apparateinschub (*0260_01-08), der hier vollständig in die Übersetzung aufgenommen wurde, da er Abhimanyus zentrale Rachemotivation — die Erinnerung an Draupadīs Demütigung in der Würfelspielszene — enthält, ohne die der folgende Schwur unvollständig bliebe. 'Jyeṣṭhā mātā madīyā' ('meine erhabene/älteste Mutter') [?] bezieht sich vermutlich auf Draupadī, die als gemeinsame Gemahlin aller fünf Pāṇḍava-Väter Abhimanyu gegenüber eine mütterliche Stellung einnimmt, nicht auf seine leibliche Mutter Subhadrā.]
tat karmādya kariṣyāmi hitaṃ yad vaṃśayor dvayoḥ mātulasya ca yā prītir bhaviṣyati pituś ca me
Jene Tat werde ich heute vollbringen, die beiden Geschlechtern zum Wohl gereicht, und durch die es Freude geben wird für meinen Onkel [Kṛṣṇa] und meinen Vater.
Wort für Wort
tat karmādya kariṣyāmi
jene Tat werde ich heute vollbringen (Akk.Sg. + Adv. + 1.Sg.Fut.)
hitaṃ yad vaṃśayor dvayoḥ
die zum Wohl der beiden Geschlechter gereicht (Akk.Sg. + Konj. + Gen.Du. + Gen.Du.)
mātulasya ca yā prītir
und die Freude für den Onkel (Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
bhaviṣyati pituś ca me
geben wird, und für meinen Vater (3.Sg.Fut. + Gen.Sg. + Konj. + Gen.Sg.)
śiśunaikena saṃgrāme kālyamānāni saṃghaśaḥ adya drakṣyanti bhūtāni dviṣatsainyāni vai mayā
Von einem einzigen Kind im Kampf in Scharen in die Flucht geschlagen — heute werden alle Wesen sehen, wie die feindlichen Heere von mir fürwahr [vernichtet werden].“
Wort für Wort
śiśunaikena saṃgrāme
von einem einzigen Kind, im Kampf (Instr.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
kālyamānāni saṃghaśaḥ
in Scharen in die Flucht geschlagen (Nom.Pl.Ptz. + Adv.)
adya drakṣyanti bhūtāni
heute werden alle Wesen sehen (Adv. + 3.Pl.Fut. + Nom.Pl.)
dviṣatsainyāni vai mayā
die feindlichen Heere fürwahr von mir (Akk.Pl.Kompositum + Partikel + Instr.Sg.)
[Anm.: V.26 bildet eine Einheit (Pādas a+c). Ein Apparateinschub zu Pāda b (*0261_01) ist im Quelltext lückenhaft überliefert (durch Sternchen markierte Textverluste): „alle Heere, in Bedrängnis, meine Geschichte* * * * *“ — der Sinn bleibt unklar und wird hier nicht in die Übersetzung aufgenommen. Ein weiterer, vierzeiliger Apparateinschub zu Pāda d (*0262_01-04) überliefert einen zusätzlichen Schwur Abhimanyus, der als eigenständige rhetorische Formel hier im Anm dokumentiert, aber nicht in den Haupttext integriert wird: „Nicht sei ich von Pārtha [Arjuna] gezeugt, und nicht von Subhadrā geboren, wenn heute in dieser Schlacht irgendeiner [meiner Feinde] mir lebend entkommt. Und wenn ich nicht mit einem einzigen Streitwagen den gesamten Kreis der Kṣatriyas im Kampf in acht Teile zerschlage, dann sei ich nicht Arjunas Sohn.“]
„Möge, während du so sprichst, deine Kraft wachsen, Saubhadra [Abhimanyu], der du dich erkühnst, Droṇas überaus schwer zu durchbrechendes Heeresaufgebot zu durchbrechen —
Wort für Wort
evaṃ te bhāṣamāṇasya
während du so sprichst (Adv. + Gen.Sg. + Gen.Sg.Ptz.)
— das von tigergleichen Männern beschützt wird, von großen Bogenschützen, von Kämpfern, den Sādhyas, Rudras und Maruts gleich, von der Kraft der Vasus, Agnis und Ādityas.“
Wort für Wort
rakṣitaṃ puruṣavyāghrair
beschützt von tigergleichen Männern (Akk.Sg. + Instr.Pl.Kompositum)
maheṣvāsaiḥ prahāribhiḥ
von großen Bogenschützen, von Kämpfern (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sādhyarudramarutkalpair
den Sādhyas, Rudras und Maruts gleich (Instr.Pl.Kompositum)
vasvagnyādityavikramaiḥ
von der Kraft der Vasus, Agnis und Ādityas (Instr.Pl.Kompositum)
[Anm.: V.28 bildet eine Einheit und beschließt Yudhiṣṭhiras Rede — eine Beschreibung der gewaltigen Beschützer von Droṇas Heeresaufgebot.]
tasya tad vacanaṃ śrutvā sa yantāram acodayat sumitrāśvān raṇe kṣipraṃ droṇānīkāya codaya
Nachdem er [Abhimanyu] dessen [Yudhiṣṭhiras] Wort gehört hatte, trieb er seinen Wagenlenker an: „Treibe die gut gezäumten Rosse rasch im Kampf zu Droṇas Heeresaufgebot!“
Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā
dessen Wort gehört habend (Gen.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
sa yantāram acodayat
trieb er den Wagenlenker an (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sumitrāśvān raṇe kṣipraṃ
mit gut gezäumten Rossen im Kampf rasch (Akk.Pl.Kompositum + Lok.Sg. + Adv.)
droṇānīkāya codaya
treibe zu Droṇas Heeresaufgebot (Dat.Sg.Kompositum + Imp.)
[Anm.: V.29 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel. Abhimanyus kurzer Befehl an seinen Wagenlenker ist als benannte Figurenrede innerhalb Saṃjayas Erzählung mit Anführungszeichen markiert.]