Kapitel 30: Nīlavadha
Der zehnte Tag: Der Ansturm auf Droṇa und der Tod des Nīla
Auf Dhṛtarāṣṭras Frage, wie es den geschlagenen Truppen weiter erging, berichtet Saṃjaya vom verzweifelten Gegenangriff der Pāṇḍava-Krieger auf Droṇa: Pāñcālas und Kauravas rufen sich gegenseitig 'Auf Droṇa!' und 'Nicht auf Droṇa!' zu, während Dhṛṣṭadyumna Droṇa unablässig verfolgt und sich ihm überall entgegenstellt, wo dieser die pāñcālischen Reihen durchbricht. In einem eigenen Waffengang verbrennt der feuergleiche Krieger Nīla mit seinem Pfeilhagel die Kaurava-Truppen, wird jedoch von Aśvatthāman höhnisch zum Einzelkampf herausgefordert und, nachdem er dessen Wagen entwaffnet hat und zum Enthauptungssprung ansetzt, von diesem mit einem Breitpfeil enthauptet — der Tod des schönen, lotusäugigen Kriegers erschüttert das Pāṇḍava-Heer zutiefst. Das Kapitel schließt mit dem Hinweis, dass auf der Südflanke zugleich der starke Arjuna unter den Resten der Saṃśaptakas und der Nārāyaṇa-Streitmacht ein Blutbad anrichtet.
dhṛtarāṣṭra uvāca teṣv anīkeṣu bhagneṣu pāṇḍuputreṇa saṃjaya calitānāṃ drutānāṃ ca katham āsīn mano hi vaḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: Als jene Truppen von dem Sohn des Pāṇḍu [Arjuna] geschlagen waren, Saṃjaya, wie war da der Sinn derer, die wankten und derer, die flohen?
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
teṣv anīkeṣu bhagneṣu
als jene Truppen geschlagen waren (Lok.Pl. + Lok.Pl.Part.)
pāṇḍuputreṇa saṃjaya
von dem Sohn des Pāṇḍu, Saṃjaya (Instr.Sg. + Vok.Sg.)
calitānāṃ drutānāṃ ca
derer, die wankten, und derer, die flohen (Gen.Pl. + Gen.Pl. + Konj.)
katham āsīn mano hi vaḥ
wie war da euer Sinn (Adv. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Partikel + Gen.Pl.)
[Anm.: V.1 bildet eine Einheit; Dhṛtarāṣṭras Rede erhält, wie durchgängig, keine Anführungszeichen-Markierung.]
anīkānāṃ prabhagnānāṃ vyavasthānam apaśyatām ataḥ paraṃ raṇe sūta kim akurvanta māmakāḥ duṣkaraṃ pratisaṃdhānaṃ tan mamācakṣva saṃjaya
Von den geschlagenen Truppen, die keine [feste] Stellung mehr sahen — was taten meine Leute darüber hinaus im Kampf, o Wagenlenker? Das mir schwer zu bewerkstelligende Neu-Ordnen [der Truppen], das berichte mir, Saṃjaya.
Wort für Wort
anīkānāṃ prabhagnānāṃ
der geschlagenen Truppen (Gen.Pl. + Gen.Pl.)
vyavasthānam apaśyatām
die keine Stellung mehr sahen (Akk.Sg. + Gen.Pl.Part.)
ataḥ paraṃ raṇe sūta
darüber hinaus im Kampf, o Wagenlenker (Adv. + Adv. + Lok.Sg. + Vok.Sg.)
kim akurvanta māmakāḥ
was taten meine Leute (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Nom.Pl.)
duṣkaraṃ pratisaṃdhānaṃ
das schwer zu bewerkstelligende Neu-Ordnen (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.2 bildet eine Einheit. Zwischen den beiden Halbversen steht ein einzeiliger Apparatseinschub (*0232_01: „ataḥ paraṃ raṇe sūta kim akurvanta māmakāḥ“, 'was taten meine Leute darüber hinaus im Kampf, o Wagenlenker'), der hier, da er zum Verständnis des Satzflusses notwendig ist, in die Übersetzung einbezogen wurde, obgleich er nicht zum Haupttext zählt.]
Saṃjaya sprach: Dennoch folgten, nach der Gunst deines Sohnes verlangend, o Herr der Völker, die vordersten Helden, ihren Ruhm in den Welten wahrend, dem Droṇa.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
tathāpi tava putrasya
dennoch deines Sohnes (Adv. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
priyakāmā viśāṃ pate
nach der Gunst verlangend, o Herr der Völker (Nom.Pl. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
yaśaḥ pravīrā lokeṣu
die vordersten Helden ihren Ruhm in den Welten (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Lok.Pl.)
rakṣanto droṇam anvayuḥ
wahrend, folgten sie Droṇa (Nom.Pl.Part. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)
samudyateṣu śastreṣu saṃprāpte ca yudhiṣṭhire akurvann āryakarmāṇi bhairave satyabhītavat
Mit erhobenen Waffen, als Yudhiṣṭhira herannahte, vollbrachten sie edle Taten in der furchtbaren [Schlacht], wie [Männer] in echter Furcht.
Wort für Wort
samudyateṣu śastreṣu
mit erhobenen Waffen (Lok.Pl. + Lok.Pl.)
saṃprāpte ca yudhiṣṭhire
und als Yudhiṣṭhira herannahte (Lok.Sg.Part. + Konj. + Lok.Sg.)
akurvann āryakarmāṇi
vollbrachten sie edle Taten (3.Pl.Impf. + Akk.Pl.)
bhairave satyabhītavat
in der furchtbaren [Schlacht], wie in echter Furcht (Lok.Sg. + Adv.)
[Anm.: V.4 bildet eine Einheit; „satyabhītavat“ ('wie in echter Furcht') deutet an, dass die Krieger trotz — oder gerade wegen — ihrer Furcht pflichtgemäß tapfer handelten.]
'Auf Droṇa! Auf Droṇa!' — so trieben die grimmigen Pāñcālas [einander] an; 'Nicht auf Droṇa!' — so trieben deine Söhne alle Kurus an.
Wort für Wort
droṇaṃ droṇam iti krūrāḥ
'auf Droṇa, auf Droṇa' — so die grimmigen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Nom.Pl.)
pāñcālāḥ samacodayan
Pāñcālas trieben sie an (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)
mā droṇam iti putrās te
'nicht auf Droṇa' — so deine Söhne (Neg. + Akk.Sg. + Partikel + Nom.Pl. + Gen.Sg.)
kurūn sarvān acodayan
trieben alle Kurus an (Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.6 bildet eine Einheit; die gegensätzlichen Schlachtrufe sind anonyme Kollektivrufe und erhalten daher, wie durchgängig in dieser Ausgabe, keine CQ-Markierung, sondern nur einfache Anführungszeichen.]
droṇaṃ droṇam iti hy eke mā droṇam iti cāpare kurūṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca droṇadyūtam avartata
'Auf Droṇa! Auf Droṇa!' riefen die einen, 'Nicht auf Droṇa!' die anderen — so fand zwischen Kurus und Pāṇḍavas ein regelrechtes 'Droṇa-Würfelspiel' statt.
Wort für Wort
droṇaṃ droṇam iti hy eke
'auf Droṇa, auf Droṇa' riefen die einen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Partikel + Nom.Pl.)
mā droṇam iti cāpare
'nicht auf Droṇa' die anderen (Neg. + Akk.Sg. + Partikel + Konj.+Nom.Pl.)
kurūṇāṃ pāṇḍavānāṃ ca
der Kurus und der Pāṇḍavas (Gen.Pl. + Gen.Pl. + Konj.)
droṇadyūtam avartata
fand ein Droṇa-Würfelspiel statt (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.7 bildet eine Einheit; „droṇadyūtam“ ('Droṇa-Würfelspiel') ist ein pointiertes Wortspiel, das den erbitterten Streit um Droṇa mit einem Glücksspiel um höchsten Einsatz vergleicht und zugleich an das Würfelspiel erinnert, das dem Krieg vorausging.]
te tv amarṣavaśaṃ prāptā hrīmantaḥ sattvacoditāḥ tyaktvā prāṇān nyavartanta ghnanto droṇaṃ mahāhave
Sie aber, von Unmut ergriffen, beschämt, von ihrer inneren Kraft getrieben, wandten sich, ihr Leben aufgebend, wieder Droṇa zu, ihn in der großen Schlacht angreifend.
Wort für Wort
te tv amarṣavaśaṃ prāptā
sie aber, von Unmut ergriffen (Nom.Pl. + Konj. + Akk.Sg. + Nom.Pl.)
hrīmantaḥ sattvacoditāḥ
beschämt, von innerer Kraft getrieben (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
tyaktvā prāṇān nyavartanta
ihr Leben aufgebend, wandten sie sich wieder zu (Ger. + Akk.Pl. + 3.Pl.Impf.)
ghnanto droṇaṃ mahāhave
Droṇa angreifend in der großen Schlacht (Nom.Pl.Part. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
Es wurde wie ein Zusammenprall von Eisen, wie [ein Zusammenprall] von Felsen, als jene von unermesslichem Glanz im tosenden Kampf mit ihrem Leben würfelten.
Wort für Wort
ayasām iva saṃpātaḥ
wie ein Zusammenprall von Eisen (Gen.Pl. + Partikel + Nom.Sg.)
śilānām iva cābhavat
und wie [einer] von Felsen wurde es (Gen.Pl. + Partikel + Konj. + 3.Sg.Impf.)
dīvyatāṃ tumule yuddhe
derer, die würfelten, im tosenden Kampf (Gen.Pl.Part. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
prāṇair amitatejasām
mit ihrem Leben, von unermesslichem Glanz (Instr.Pl. + Gen.Pl.)
[Anm.: V.12 bildet eine Einheit; „dīvyatām“ ('von denen, die würfelten/spielten') knüpft an die Würfelspiel-Metapher aus V.7 an.]
Denn vom wogenden Heeresstrom erhob sich ein Dröhnen, das den Himmel wie zu stützen schien — sowohl von Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira] als auch von deinem erzürnten Sohn.
Wort für Wort
ghūrṇato hi balaughasya
denn vom wogenden Heeresstrom (Gen.Sg.Part. + Partikel + Gen.Sg.)
divaṃ stabdhveva nisvanaḥ
ein Dröhnen, das den Himmel wie zu stützen schien (Akk.Sg. + Ger.+Partikel + Nom.Sg.)
ajātaśatroḥ kruddhasya
von Ajātaśatru, von dem erzürnten (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
putrasya tava cābhavat
und von deinem Sohn, erhob es sich (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Konj. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.15 bildet eine Einheit; das Dröhnen erhebt sich von beiden Heeren zugleich.]
tad adbhutam abhūd yuddhaṃ droṇapāñcālyayos tadā naiva tasyopamā kā cit saṃbhaved iti me matiḥ
Das wurde damals ein wundersamer Kampf zwischen Droṇa und dem Pāñcālya [Dhṛṣṭadyumna]; keinerlei Vergleich dafür könnte es geben — so ist meine Meinung.
Wort für Wort
tad adbhutam abhūd yuddhaṃ
das wurde ein wundersamer Kampf (Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
droṇapāñcālyayos tadā
zwischen Droṇa und dem Pāñcālya, damals (Gen.Du. + Adv.)
tato nīlo 'nalaprakhyo dadāha kuruvāhinīm śarasphuliṅgaś cāpārcir dahan kakṣam ivānalaḥ
Dann verbrannte Nīla, feuergleich, mit seinen pfeilgleichen Funken und seinem bogengleichen Flammenschein die Streitmacht der Kurus, wie ein Feuer Dickicht verbrennt.
Wort für Wort
tato nīlo 'nalaprakhyo
dann Nīla, feuergleich (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
dadāha kuruvāhinīm
verbrannte die Streitmacht der Kurus (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
śarasphuliṅgaś cāpārcir
mit pfeilgleichen Funken, mit bogengleichem Flammenschein (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
dahan kakṣam ivānalaḥ
verbrennend Dickicht, wie ein Feuer (Nom.Sg.Part. + Akk.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
[Anm.: V.19 bildet eine Einheit; hier tritt der Krieger Nīla auf.]
„Nīla, was [nützt es], dass viele deiner Krieger von der Flamme deiner Pfeile verbrannt werden? Kämpfe mit mir allein! Sei erzürnt und schlage zu mit deinen schnellen [Pfeilen]!“
Wort für Wort
nīla kiṃ bahubhir dagdhais
Nīla, was [nützt es], dass viele verbrannt werden (Vok.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Part.)
tava yodhaiḥ śarārciṣā
deine Krieger, von der Flamme deiner Pfeile (Gen.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Sg.)
mayaikena hi yudhyasva
kämpfe fürwahr mit mir allein (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Partikel + 2.Sg.Imp.)
kruddhaḥ prahara cāśugaiḥ
sei erzürnt und schlage mit den schnellen [Pfeilen] (Nom.Sg. + 2.Sg.Imp. + Konj. + Instr.Pl.)
[Anm.: V.21 bildet eine Einheit und beschließt Aśvatthāmans in V.20 begonnene höhnische Herausforderung.]
Von jenem Wagen aufspringend, Schild und vortreffliches Schwert tragend, wollte Nīla dem Sohn Droṇas [Aśvatthāman] das Haupt vom Körper nehmen, wie ein Vogel [im Sturzflug].
Doch der Sohn Droṇas nahm ihm, dem Schwert-Erhobenen, mit einem Breitpfeil das wohlgeformte Haupt samt Ohrringen vom Körper, wie lächelnd, o Makelloser.
Wort für Wort
tasyodyatāseḥ sunasaṃ
ihm, dem Schwert-Erhobenen, das wohlgeformte (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
śiraḥ kāyāt sakuṇḍalam
Haupt vom Körper, samt Ohrringen (Akk.Sg. + Abl.Sg. + Akk.Sg.)
bhallenāpāharad drauṇiḥ
nahm mit einem Breitpfeil der Sohn Droṇas (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
smayamāna ivānagha
wie lächelnd, o Makelloser (Nom.Sg.Part. + Partikel + Vok.Sg.)
[Anm.: V.25 bildet eine Einheit; Aśvatthāman enthauptet Nīla im Sprung, noch bevor dessen Schwertstreich landen kann.]
[Nīla,] sein Antlitz wie der volle Mond, seine Augen wie Lotosblätter, hochgewachsen, von der Farbe des Innern einer blauen Lotosblüte — erschlagen, fiel er zu Boden.
Wort für Wort
saṃpūrṇacandrābhamukhaḥ
sein Antlitz wie der volle Mond (Nom.Sg.Kompositum)
padmapatranibhekṣaṇaḥ
seine Augen wie Lotosblätter (Nom.Sg.Kompositum)
prāṃśur utpalagarbhābho
hochgewachsen, wie das Innere einer blauen Lotosblüte (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
nihato nyapatat kṣitau
erschlagen, fiel er zu Boden (Nom.Sg.Part. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.26 bildet eine Einheit; ein poetischer Abschluss der Beschreibung des gefallenen Nīla.]
acintayaṃś ca te sarve pāṇḍavānāṃ mahārathāḥ kathaṃ no vāsavis trāyāc chatrubhya iti māriṣa
Und alle großen Wagenkämpfer der Pāṇḍavas dachten: 'Wie könnte uns der Sohn des Vāsava [Arjuna] vor den Feinden retten?' — so, o Verehrter.
Wort für Wort
acintayaṃś ca te sarve
und sie alle dachten (3.Pl.Impf. + Konj. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
pāṇḍavānāṃ mahārathāḥ
die großen Wagenkämpfer der Pāṇḍavas (Gen.Pl. + Nom.Pl.)
kathaṃ no vāsavis trāyāc
wie könnte uns der Sohn des Vāsava retten (Adv. + Akk.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Opt.)
chatrubhya iti māriṣa
vor den Feinden — so, o Verehrter (Abl.Pl. + Partikel + Vok.Sg.)
[Anm.: V.28 bildet eine Einheit; der ängstliche Gedanke der Wagenkämpfer ist ein anonymer Kollektivgedanke und erhält daher, wie durchgängig in dieser Ausgabe, keine CQ-Markierung, sondern nur einfache Anführungszeichen.]
dakṣiṇena tu senāyāḥ kurute kadanaṃ balī saṃśaptakāvaśeṣasya nārāyaṇabalasya ca
Doch auf der rechten [südlichen] Seite des Heeres richtete der Starke [Arjuna] ein Blutbad an unter den Resten der Saṃśaptakas und der Nārāyaṇa-Streitmacht.
Wort für Wort
dakṣiṇena tu senāyāḥ
auf der rechten Seite des Heeres aber (Instr.Sg. + Konj. + Gen.Sg.)
kurute kadanaṃ balī
richtet der Starke ein Blutbad an (3.Sg.Präs.Med. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
saṃśaptakāvaśeṣasya
unter den Resten der Saṃśaptakas (Gen.Sg.Kompositum)
nārāyaṇabalasya ca
und der Nārāyaṇa-Streitmacht (Gen.Sg.Kompositum + Konj.)
[Anm.: V.29 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel; „balī“ ('der Starke') bezieht sich vermutlich auf Arjuna, der laut dem Ende des vorigen Kapitels auf der Südflanke die restlichen Saṃśaptakas und die einst Kṛṣṇa gehörende Nārāyaṇa-Kuhhirtentruppe bekämpft [?].]