Kapitel 25: Bhagadattaparākrama
Der zehnte Tag: Bhīmas Elefantenschlacht und Bhagadattas verheerender Ansturm mit Supratīka
Auf Dhṛtarāṣṭras Frage, wie es beim Rückkampf der Pāṇḍavas zuging, berichtet Saṃjaya zunächst, wie Duryodhana Bhīma mit seiner Elefantentruppe angreift, woraufhin Bhīma diese fast im Alleingang zerschlägt, Duryodhana selbst verwundet und einen ihm zu Hilfe eilenden Aṅga-Krieger samt Elefant tötet. Den Höhepunkt des Kapitels bildet der Auftritt Bhagadattas, des Königs von Prāgjyotiṣa, auf seinem gewaltigen Elefanten Supratīka (von derselben Abstammung wie Indras Airāvata): Bhagadatta stürzt sich mit ungeheurer Verheerung auf Bhīma, tötet im Vorbeigehen den König der Daśārṇas und dessen Elefanten, wird von einer ganzen Schar von Pāṇḍava-Helden (Yudhiṣṭhira, Sātyaki, Abhimanyu, den Söhnen Draupadīs, Cekitāna, Dhṛṣṭaketu, Yuyutsu, schließlich erneut Bhīma) umringt und beschossen, tötet dabei den Krieger Ruciraparvan und richtet unter den Pāṇḍava-Truppen ein solches Chaos an, dass sein einzelner Elefant wie eine ganze Elefantenherde erscheint.
dhṛtarāṣṭra uvāca teṣv evaṃ saṃnivṛtteṣu pratyudyāteṣu bhāgaśaḥ kathaṃ yuyudhire pārthā māmakāś ca tarasvinaḥ kim arjunaś cāpy akarot saṃśaptakabalaṃ prati saṃśaptakā vā pārthasya kim akurvata saṃjaya
Dhṛtarāṣṭra sprach: Als diese so zurückgekehrt waren und abteilungsweise vorgerückt waren, wie kämpften da die Pārthas und meine energischen [Krieger]? Und was tat Arjuna gegen die Streitmacht der Saṃśaptakas, oder was taten die Saṃśaptakas dem Pārtha [Arjuna] an, Saṃjaya?
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
teṣv evaṃ saṃnivṛtteṣu
als diese so zurückgekehrt waren (Lok.Pl. + Adv. + Lok.Pl.)
pratyudyāteṣu bhāgaśaḥ
abteilungsweise vorgerückt (Lok.Pl. + Adv.)
kathaṃ yuyudhire pārthā
wie kämpften die Pārthas (Adv. + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
māmakāś ca tarasvinaḥ
und meine energischen [Krieger] (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl.)
kim arjunaś cāpy akarot
und was tat Arjuna (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.+Partikel + 3.Sg.Impf.)
saṃśaptakabalaṃ prati
gegen die Streitmacht der Saṃśaptakas (Akk.Sg. + Postp.)
saṃśaptakā vā pārthasya
oder die Saṃśaptakas dem Pārtha (Nom.Pl. + Konj. + Gen.Sg.)
kim akurvata saṃjaya
was taten sie an, Saṃjaya (Nom.Sg. + 3.Pl.Impf. + Vok.Sg.)
[Anm.: V.1-2 bilden eine syntaktische Einheit. Dhṛtarāṣṭras Rede an Saṃjaya erhält, wie durchgängig in dieser Ausgabe, keine Anführungszeichen-Markierung.]
Saṃjaya sprach: So griff, als diese abteilungsweise zurückgekehrt und vorgerückt waren, dein Sohn selbst Bhīma mit seiner Elefantentruppe an. Er [Bhīma], wie ein Elefant gegen einen Elefanten, wie ein Stier gegen einen Stier, vom König selbst herausgefordert, griff die Elefantentruppe an. Er, der kampfgeübte Pārtha [Bhīma], von Armeskraft beseelt, zerschlug die Elefantentruppe in kürzester Zeit, o Verehrter.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
tathā teṣu nivṛtteṣu
so, als diese zurückgekehrt waren (Adv. + Lok.Pl. + Lok.Pl.)
pratyudyāteṣu bhāgaśaḥ
abteilungsweise vorgerückt (Lok.Pl. + Adv.)
svayam abhyadravad bhīmaṃ
griff selbst Bhīma an (Adv. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
nāgānīkena te sutaḥ
mit der Elefantentruppe dein Sohn (Instr.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
sa nāga iva nāgena
er, wie ein Elefant gegen einen Elefanten (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Instr.Sg.)
govṛṣeṇeva govṛṣaḥ
wie ein Stier gegen einen Stier (Instr.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
samāhūtaḥ svayaṃ rājñā
herausgefordert vom König selbst (Nom.Sg. + Adv. + Instr.Sg.)
nāgānīkam upādravat
griff er die Elefantentruppe an (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sa yuddhakuśalaḥ pārtho
er, der kampfgeübte Pārtha (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
bāhuvīryeṇa cānvitaḥ
und von Armeskraft beseelt (Instr.Sg. + Konj. + Nom.Sg.)
abhinat kuñjarānīkam
zerschlug die Elefantentruppe (3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
acireṇaiva māriṣa
in kürzester Zeit, o Verehrter (Instr.Sg. + Partikel + Vok.Sg.)
[Anm.: V.3-5ac bilden eine syntaktische Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0187_01): „Dort wurden viele wilde Kämpfe gesehen.“ — nicht übersetzt.]
Jene bergegleichen Elefanten, von allen Seiten Brunftflüssigkeit vergießend, wurden von Bhīmasenas Eisenpfeilen zur Umkehr gezwungen und ihrer Brunft beraubt. Wie der Wind überall die Wolkenmassen zerstreut, so zerstreute der Sohn des Windes [Bhīma] jene Truppen. Er, Bhīma, Pfeile unter jene Elefanten entsendend, erstrahlte, wie die aufgegangene Sonne, die ihre Strahlen über alle Welten ausschüttet. Jene Elefanten, von Bhīmas Pfeilen zu Hunderten durchbohrt, erstrahlten wie mancherlei Wolken am Himmel, von den Strahlen der Sonne [durchbohrt].
Als der Sohn des Windes [Bhīma] so ein Gemetzel unter den Elefanten anrichtete, näherte sich Duryodhana, erzürnt, und durchbohrte ihn zurück mit scharfen Pfeilen. Da durchbohrte Bhīma, dessen Augen blutgleich waren, den [ihn] zum Verderben bringen wollenden König in einem Augenblick mit scharfen gefiederten [Pfeilen].
Wort für Wort
tathā gajānāṃ kadanaṃ
als der Elefanten Gemetzel (Adv. + Gen.Pl. + Akk.Sg.)
kurvāṇam anilātmajam
der Sohn des Windes anrichtete (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
kruddho duryodhano 'bhyetya
Duryodhana, erzürnt, sich nähernd (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Ger.)
pratyavidhyac chitaiḥ śaraiḥ
durchbohrte zurück mit scharfen Pfeilen (3.Sg.Impf. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
tataḥ kṣaṇena kṣitipaṃ
da in einem Augenblick den König (Adv. + Instr.Sg. + Akk.Sg.)
kṣatajapratimekṣaṇaḥ
dessen Augen blutgleich waren (Nom.Sg.)
kṣayaṃ ninīṣur niśitair
der ihn zum Verderben bringen wollte, mit scharfen [Pfeilen] (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
bhīmo vivyādha patribhiḥ
durchbohrte Bhīma mit gefiederten [Pfeilen] (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Pl.)
Er [Duryodhana], an allen Gliedern mit Pfeilen besteckt, erzürnt, durchbohrte den Pāṇḍava zurück — Bhīmasena — mit Eisenpfeilen, die Sonnenstrahlen glichen, gleichsam lächelnd. Sein juwelenbesetztes, edelsteinbuntes Elefantenbanner sowie seinen Bogen zerschnitt der Pāṇḍava [Bhīma] rasch mit zwei Breitpfeilen.
Wort für Wort
sa śarārpitasarvāṅgaḥ
er, an allen Gliedern mit Pfeilen besteckt (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kruddho vivyādha pāṇḍavam
erzürnt, durchbohrte er den Pāṇḍava (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
nārācair arkaraśmyābhair
mit Eisenpfeilen, die Sonnenstrahlen glichen (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
Als er sah, wie Duryodhana von Bhīma bedrängt wurde, o Verehrter, näherte sich der Aṅga-[Krieger], auf einem Elefanten sitzend, in der Absicht, [Bhīma] zu erschüttern.
als er sah durch Bhīma, o Verehrter (Ger. + Instr.Sg. + Vok.Sg.)
cukṣobhayiṣur abhyāgād
in der Absicht zu erschüttern, näherte sich (Nom.Sg.Des. + 3.Sg.Impf.)
aṅgo mātaṅgam āsthitaḥ
der Aṅga, auf einem Elefanten sitzend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.14 bildet eine Einheit; der hier nur mit der Herkunftsbezeichnung „Aṅga“ genannte Krieger bleibt namentlich unbestimmt [?] und wird in V.17 als „mleccha“ (Fremdländer/Barbar) bezeichnet.]
Jenen heranstürmenden Elefanten, dessen Getöse einer Regenwolke glich, traf Bhīmasena zwischen den Stirnbuckeln heftig mit einem Eisenpfeil. Dessen Leib durchbohrend, versank [der Pfeil] im Erdboden; da stürzte der Elefant, wie ein vom Blitz getroffener Berg.
Von ihm, dessen Elefant zu Fall gebracht worden war, dem Fremdländer, der [gerade] herabstürzen wollte, schlug der raschhandelnde Vṛkodara [Bhīma] den Kopf mit einem Breitpfeil ab.
Wort für Wort
tasyāvarjitanāgasya
von ihm, dessen Elefant gestürzt war (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
mlecchasyāvapatiṣyataḥ
dem Fremdländer, der herabstürzen wollte (Gen.Sg. + Gen.Sg.Part.Fut.)
śiraś ciccheda bhallena
schlug den Kopf ab mit einem Breitpfeil (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
kṣiprakārī vṛkodaraḥ
der raschhandelnde Vṛkodara (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.17 bildet eine Einheit und schließt den Zweikampf mit dem Aṅga-Krieger ab.]
teṣv anīkeṣu sarveṣu vidravatsu samantataḥ prāgjyotiṣas tato bhīmaṃ kuñjareṇa samādravat yena nāgena maghavān ajayad daityadānavān sa nāgapravaro bhīmaṃ sahasā samupādravat
Als all jene Truppen von allen Seiten flohen, da griff der [König] von Prāgjyotiṣa [Bhagadatta] Bhīma mit seinem Elefanten an. Mit demselben Elefanten, mit dem Maghavan [Indra] die Daityas und Dānavas besiegt hatte — mit einem Elefanten von dessen Geschlecht — griff jenes vorzüglichste der Elefanten Bhīma plötzlich an.
Wort für Wort
teṣv anīkeṣu sarveṣu
als all jene Truppen (Lok.Pl. + Lok.Pl. + Lok.Pl.)
vidravatsu samantataḥ
von allen Seiten flohen (Lok.Pl.Part. + Adv.)
prāgjyotiṣas tato bhīmaṃ
der von Prāgjyotiṣa da Bhīma (Nom.Sg. + Adv. + Akk.Sg.)
kuñjareṇa samādravat
griff mit seinem Elefanten an (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf.)
yena nāgena maghavān
mit welchem Elefanten Maghavan (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
ajayad daityadānavān
besiegt hatte die Daityas und Dānavas (3.Sg.Impf. + Akk.Pl.)
sa nāgapravaro bhīmaṃ
jenes vorzüglichste der Elefanten, Bhīma (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
sahasā samupādravat
griff plötzlich an (Adv. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.19-20 bilden eine syntaktische Einheit. Bhagadattas Elefant Supratīka wird hier als von derselben göttlichen Abstammung wie Indras Airāvata bezeichnet. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0188_01), der denselben Gedanken noch einmal wiederholt; nicht übersetzt.]
Mit seinen Ohren, sowie mit den Füßen und dem geballten Rüssel, die Augen verdreht, erzürnt, gleichsam den Pāṇḍava [Bhīma] verbrennend...
Wort für Wort
śravaṇābhyām atho padbhyāṃ
mit den Ohren, sowie mit den Füßen (Instr.Zw. + Adv. + Instr.Zw.)
saṃhatena kareṇa ca
und mit dem geballten Rüssel (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Konj.)
vyāvṛttanayanaḥ kruddhaḥ
die Augen verdreht, erzürnt (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
pradahann iva pāṇḍavam
gleichsam den Pāṇḍava verbrennend (Nom.Sg.Part. + Partikel + Akk.Sg.)
[Anm.: V.21ab bildet den Satzanfang; der Hauptsatz wird durch einen außergewöhnlich umfangreichen, vierzehnzeiligen Apparatseinschub (*0189_01-14) fortgeführt und abgeschlossen, der hier zusammengefasst dokumentiert wird: Der Elefant zermalmt Bhīmas Wagen samt Rossen vollständig; Bhīma, zu Fuß laufend, drängt sich eng an dessen Leib, weicht aus Kenntnis der Gefahr eines Rüsselschlags nicht zurück, schlägt, dicht am Elefantenkörper, wiederholt mit der Hand zu und verhöhnt das unbezwingbare, ihn zu töten trachtende Tier; der Elefant wirbelt daraufhin schnell wie eine Töpferscheibe herum und jagt den tausend-Elefanten-starken Bhīma vor sich her; Bhīma entkommt und stellt sich vor Supratīka; der Elefant beugt sich mit dem Rüssel und versucht, ihn in die Knie zu zwingen, umschlingt seinen Hals und will ihn töten; Bhīmasena befreit sich durch eine Drehung aus der Rüsselumklammerung; er drängt sich erneut eng an den Elefantenkörper, bis er einen zu Hilfe eilenden gegnerischen Elefanten aus dem eigenen Heer erblickt; da schlüpft Bhīma aus der Nähe des Elefantenkörpers heraus und entflieht eilends. Diese sehr anschauliche, dramatische Passage wird wegen ihres erheblichen erzählerischen Gewichts hier ausführlich zusammengefasst, jedoch nicht als Haupttext übersetzt.]
Da erhob sich ein gewaltiger Aufschrei des gesamten Heeres: 'Ach, ach, Bhīma ist vom Elefanten erschlagen!' — so, o Verehrter. Durch jenen Aufschrei erschreckt, stürmte das Heer der Pāṇḍavas plötzlich dorthin, o König, wo Vṛkodara [zuletzt] gestanden hatte.
Wort für Wort
tataḥ sarvasya sainyasya
da des gesamten Heeres (Adv. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
nādaḥ samabhavan mahān
erhob sich ein gewaltiger Aufschrei (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
'vom Elefanten' — so, o Verehrter (Instr.Sg. + Partikel + Vok.Sg.)
tena nādena vitrastā
durch jenen Aufschrei erschreckt (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
pāṇḍavānām anīkinī
das Heer der Pāṇḍavas (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
sahasābhyadravad rājan
stürmte plötzlich dorthin, o König (Adv. + 3.Sg.Impf. + Vok.Sg.)
yatra tasthau vṛkodaraḥ
wo Vṛkodara gestanden hatte (Adv. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.22-23 bilden eine syntaktische Einheit. Der Aufschrei des Heeres ist ein anonymer Kollektivruf und erhält daher, wie durchgängig in dieser Ausgabe, keine CQ-Markierung, sondern nur einfache Anführungszeichen.]
tato yudhiṣṭhiro rājā hataṃ matvā vṛkodaram bhagadattaṃ sapāñcālaḥ sarvataḥ samavārayat
Da umringte König Yudhiṣṭhira, im Glauben, Vṛkodara sei erschlagen, zusammen mit den Pāñcālas, Bhagadatta von allen Seiten.
Wort für Wort
tato yudhiṣṭhiro rājā
da König Yudhiṣṭhira (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
hataṃ matvā vṛkodaram
im Glauben, Vṛkodara sei erschlagen (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
bhagadattaṃ sapāñcālaḥ
Bhagadatta, zusammen mit den Pāñcālas (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
sarvataḥ samavārayat
umringte von allen Seiten (Adv. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.24 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0190_01): „Auch Bhīma aber, der Mächtige, befreite sich, indem er mit beiden Armen den Elefantenfürsten zusammendrückte.“ — bekräftigt Bhīmas Überleben, wie schon im Apparat zu V.21 geschildert; nicht übersetzt.]
Die besten der Wagenkämpfer, ihn mit ihren Wagen von allen Seiten umringend, überschütteten ihn mit scharfen Pfeilen, zu Hunderten und Tausenden. Er, der Herr der Berge [Bhagadatta], die Pfeile mit seinem Elefantenstachel abwehrend, zerstreute mit seinem Elefanten die Pāṇḍus und Pāñcālas. Jenes Wunder sahen wir im Zusammenstoß mit Bhagadatta — die Heldentat jenes Betagten mit seinem Elefanten, o Herr der Völker.
Wort für Wort
taṃ rathai rathināṃ śreṣṭhāḥ
die besten der Wagenkämpfer, ihn mit Wagen (Akk.Sg. + Instr.Pl. + Gen.Pl. + Nom.Pl.)
parivārya samantataḥ
von allen Seiten umringend (Ger. + Adv.)
avākirañ śarais tīkṣṇaiḥ
überschütteten mit scharfen Pfeilen (3.Pl.Impf. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
śataśo 'tha sahasraśaḥ
zu Hunderten und Tausenden (Adv. + Adv. + Adv.)
sa vighātaṃ pṛṣatkānām
er der Pfeile Abwehr (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Pl.)
aṅkuśena samācaran
mit dem Elefantenstachel ausführend (Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)
gajena pāṇḍupāñcālān
mit dem Elefanten die Pāṇḍus und Pāñcālas (Instr.Sg. + Akk.Pl.)
vyadhamat parvateśvaraḥ
zerstreute der Herr der Berge (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
tad adbhutam apaśyāma
jenes Wunder sahen wir (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 1.Pl.Impf.)
bhagadattasya saṃyuge
im Zusammenstoß mit Bhagadatta (Gen.Sg. + Lok.Sg.)
tathā vṛddhasya caritaṃ
die Heldentat jenes Betagten (Adv. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
kuñjareṇa viśāṃ pate
mit dem Elefanten, o Herr der Völker (Instr.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
Da griff der König der Daśārṇas den [König] von Prāgjyotiṣa [Bhagadatta] an, mit einem seitwärts gehenden, brünstigen, schnell laufenden Elefanten. Zwischen jenen beiden furchtbar gestaltigen Elefanten entstand ein Kampf, wie einst zwischen zwei geflügelten, baumbewachsenen Bergen.
Wort für Wort
tato rājā daśārṇānāṃ
da der König der Daśārṇas (Adv. + Nom.Sg. + Gen.Pl.)
prāgjyotiṣam upādravat
griff den von Prāgjyotiṣa an (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
tiryagyātena nāgena
mit einem seitwärts gehenden Elefanten (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
samadenāśugāminā
brünstig, schnell laufend (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
tayor yuddhaṃ samabhavan
zwischen den beiden entstand ein Kampf (Gen.Zw. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
nāgayor bhīmarūpayoḥ
zwischen den beiden furchtbar gestaltigen Elefanten (Gen.Zw. + Gen.Zw.)
sapakṣayoḥ parvatayor
zweier geflügelter Berge (Gen.Zw. + Gen.Zw.)
yathā sadrumayoḥ purā
wie einst zweier baumbewachsener (Adv. + Gen.Zw. + Adv.)
Der Elefant des Herrn von Prāgjyotiṣa [Bhagadatta], nach dem Zusammenprall sich abwendend, durchbohrte die Flanke des Elefanten des Herrn der Daśārṇas und brachte ihn zu Fall. Mit sieben sonnenstrahlengleichen Wurfspießen erschlug Bhagadatta darauf jenen Feind, der auf seinem Elefanten saß, dessen Sitz bereits erschüttert war.
Wort für Wort
prāgjyotiṣapater nāgaḥ
der Elefant des Herrn von Prāgjyotiṣa (Gen.Sg. + Nom.Sg.)
saṃnipatyāpavṛtya ca
nach dem Zusammenprall sich abwendend (Ger. + Ger. + Konj.)
pārśve daśārṇādhipater
die Flanke des Herrn der Daśārṇas (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
bhittvā nāgam apātayat
durchbohrend, brachte den Elefanten zu Fall (Ger. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
tomaraiḥ sūryaraśmyābhair
mit sonnenstrahlengleichen Wurfspießen (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
bhagadatto 'tha saptabhiḥ
Bhagadatta, da, mit sieben (Nom.Sg. + Adv. + Instr.Pl.)
jaghāna dviradasthaṃ
erschlug den auf dem Elefanten Sitzenden (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
taṃ śatruṃ pracalitāsanam
jenen Feind, dessen Sitz erschüttert war (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.30-31 bilden eine syntaktische Einheit; der König der Daśārṇas wird hier von Bhagadatta getötet. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0191_01), der die Handlung leicht variiert wiederholt, sowie ein zweizeiliger Einschub (*0192_01-02): „Da griff Yudhiṣṭhira, als er den Herrn der Daśārṇas erschlagen sah, mit einer großen Wagenreihe den [König] von Prāgjyotiṣa an.“ — nicht übersetzt.]
upasṛtya tu rājānaṃ bhagadattaṃ yudhiṣṭhiraḥ rathānīkena mahatā sarvataḥ paryavārayat sa kuñjarastho rathibhiḥ śuśubhe sarvato vṛtaḥ parvate vanamadhyastho jvalann iva hutāśanaḥ maṇḍalaṃ sarvataḥ śliṣṭaṃ rathinām ugradhanvinām kiratāṃ śaravarṣāṇi sa nāgaḥ paryavartata
Yudhiṣṭhira aber, nachdem er sich genähert hatte, umringte den König Bhagadatta von allen Seiten mit einer großen Wagentruppe. Er, auf seinem Elefanten, von allen Seiten von Wagenkämpfern umgeben, erstrahlte prächtig, wie ein loderndes Feuer inmitten eines Waldes auf einem Berg. Innerhalb des von allen Seiten eng geschlossenen Kreises der Wagenkämpfer mit ihren furchtbaren Bögen, die Pfeilregen verstreuten, drehte sich jener Elefant.
Wort für Wort
upasṛtya tu rājānaṃ
sich genähert habend aber, den König (Ger. + Partikel + Akk.Sg.)
bhagadattaṃ yudhiṣṭhiraḥ
Bhagadatta, Yudhiṣṭhira (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
rathānīkena mahatā
mit einer großen Wagentruppe (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
sarvataḥ paryavārayat
umringte von allen Seiten (Adv. + 3.Sg.Impf.)
sa kuñjarastho rathibhiḥ
er, auf dem Elefanten, von Wagenkämpfern (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
śuśubhe sarvato vṛtaḥ
erstrahlte, von allen Seiten umgeben (3.Sg.Perf. + Adv. + Nom.Sg.)
parvate vanamadhyastho
auf einem Berg, inmitten eines Waldes stehend (Lok.Sg. + Nom.Sg.)
jvalann iva hutāśanaḥ
wie ein loderndes Feuer (Nom.Sg.Part. + Partikel + Nom.Sg.)
maṇḍalaṃ sarvataḥ śliṣṭaṃ
den von allen Seiten eng geschlossenen Kreis (Akk.Sg. + Adv. + Akk.Sg.)
rathinām ugradhanvinām
der Wagenkämpfer mit furchtbaren Bögen (Gen.Pl. + Gen.Pl.)
kiratāṃ śaravarṣāṇi
die Pfeilregen verstreuten (Gen.Pl.Part. + Akk.Pl.)
tataḥ prāgjyotiṣo rājā parigṛhya dviparṣabham preṣayām āsa sahasā yuyudhānarathaṃ prati
Da wandte der König von Prāgjyotiṣa [Bhagadatta], seinen Elefantenbullen lenkend, ihn plötzlich gegen Yuyudhānas [Sātyakis] Wagen.
Wort für Wort
tataḥ prāgjyotiṣo rājā
da der König von Prāgjyotiṣa (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
parigṛhya dviparṣabham
seinen Elefantenbullen lenkend (Ger. + Akk.Sg.)
preṣayām āsa sahasā
wandte ihn plötzlich (3.Sg.Perf.Periphr. + Adv.)
yuyudhānarathaṃ prati
gegen Yuyudhānas Wagen (Akk.Sg. + Postp.)
[Anm.: V.35ab bildet eine Einheit. Im Anschluss ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0193_01-02, *0194_01-02): „Als er den heranstürmenden Elefanten erblickte, durchbohrte ihn der Stier der Sātvatas [Sātyaki] mit fünf scharfen, schlangengleichen Pfeilen; von dem mächtigen Satyaka [Sātyaki] schwer verwundet, o Herr der Völker, drehte sich [der Elefant] aus Schreck im Kreis, von den Pfeilen gequält.“ — nicht übersetzt.]
śineḥ pautrasya tu rathaṃ parigṛhya mahādvipaḥ abhicikṣepa vegena yuyudhānas tv apākramat bṛhataḥ saindhavān aśvān samutthāpya tu sārathiḥ tasthau sātyakim āsādya saṃplutas taṃ rathaṃ punaḥ
Der große Elefant aber, den Wagen des Enkels des Śini [Sātyaki] ergreifend, schleuderte ihn mit Wucht; Yuyudhāna [Sātyaki] aber war [bereits] entkommen. Der Wagenlenker aber, die großen Sindhu-Rosse wieder aufrichtend, hielt inne, nachdem Sātyaki, wieder auf jenen Wagen gesprungen, [ihn] erreicht hatte.
Wort für Wort
śineḥ pautrasya tu rathaṃ
den Wagen des Enkels des Śini aber (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
parigṛhya mahādvipaḥ
der große Elefant, ergreifend (Ger. + Nom.Sg.)
abhicikṣepa vegena
schleuderte mit Wucht (3.Sg.Perf. + Instr.Sg.)
yuyudhānas tv apākramat
Yuyudhāna aber war entkommen (Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)
bṛhataḥ saindhavān aśvān
die großen Sindhu-Rosse (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
samutthāpya tu sārathiḥ
wieder aufrichtend aber der Wagenlenker (Ger. + Partikel + Nom.Sg.)
tasthau sātyakim āsādya
hielt inne, nachdem er Sātyaki erreicht hatte (3.Sg.Perf. + Akk.Sg. + Ger.)
saṃplutas taṃ rathaṃ punaḥ
wieder auf jenen Wagen gesprungen (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Adv.)
sa tu labdhvāntaraṃ nāgas tvarito rathamaṇḍalāt niścakrāma tataḥ sarvān paricikṣepa pārthivān te tv āśugatinā tena trāsyamānā nararṣabhāḥ tam ekaṃ dviradaṃ saṃkhye menire śataśo nṛpāḥ te gajasthena kālyante bhagadattena pāṇḍavāḥ airāvatasthena yathā devarājena dānavāḥ
Jener Elefant aber, eine Gelegenheit ergreifend, eilte aus dem Wagenkreis heraus, hervorbrechend; darauf umkreiste er all die Fürsten [bedrohlich]. Jene Stiere unter den Männern aber, von seinem schnellen Lauf erschreckt, hielten jenen einen Elefanten im Kampf für hundert [Elefanten] — die Könige. Diese Pāṇḍavas wurden von Bhagadatta auf seinem Elefanten gehetzt, wie einst die Dānavas vom König der Götter [Indra] auf Airāvata.
Wort für Wort
sa tu labdhvāntaraṃ nāgas
jener Elefant aber, eine Gelegenheit ergreifend (Nom.Sg. + Partikel + Ger. + Nom.Sg.)
tvarito rathamaṇḍalāt
eilend, aus dem Wagenkreis (Nom.Sg. + Abl.Sg.)
niścakrāma tataḥ sarvān
brach hervor, darauf alle (3.Sg.Perf. + Adv. + Akk.Pl.)
paricikṣepa pārthivān
umkreiste die Fürsten (3.Sg.Perf. + Akk.Pl.)
te tv āśugatinā tena
diese aber von seinem schnellen Lauf (Nom.Pl. + Partikel + Instr.Sg. + Instr.Sg.)
trāsyamānā nararṣabhāḥ
erschreckt, die Stiere unter den Männern (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
tam ekaṃ dviradaṃ saṃkhye
jenen einen Elefanten im Kampf (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
menire śataśo nṛpāḥ
hielten für hundert, die Könige (3.Pl.Perf. + Adv. + Nom.Pl.)
te gajasthena kālyante
diese wurden vom auf dem Elefanten [Sitzenden] gehetzt (Nom.Pl. + Instr.Sg. + 3.Pl.Präs.Pass.)
bhagadattena pāṇḍavāḥ
von Bhagadatta, die Pāṇḍavas (Instr.Sg. + Nom.Pl.)
airāvatasthena yathā
wie [einst] von dem auf Airāvata Sitzenden (Instr.Sg. + Adv.)
devarājena dānavāḥ
vom König der Götter, die Dānavas (Instr.Sg. + Nom.Pl.)
Von jenen Pāñcālas, die hierhin und dorthin flohen, erhob sich ein furchtbares, sehr gewaltiges Getöse, von Elefanten und Rossen verursacht. Als die Pāṇḍus im Kampf von Bhagadatta gehetzt wurden, griff Bhīma, aufs Neue erzürnt, den [König] von Prāgjyotiṣa wieder an.
Wort für Wort
teṣāṃ pradravatāṃ pāñcālānām
von jenen fliehenden Pāñcālas (Gen.Pl. + Gen.Pl.Part. + Gen.Pl.)
itas tataḥ bhīmaḥ
hierhin und dorthin, furchtbar (Adv. + Adv. + Nom.Sg.)
gajavājikṛtaḥ śabdaḥ
von Elefanten und Rossen verursachtes Getöse (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
sumahān samajāyata
sehr gewaltig, erhob sich (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
bhagadattena samare
von Bhagadatta im Kampf (Instr.Sg. + Lok.Sg.)
kālyamāneṣu pāṇḍuṣu
als die Pāṇḍus gehetzt wurden (Lok.Pl.Part. + Lok.Pl.)
prāgjyotiṣam abhikruddhaḥ
den von Prāgjyotiṣa, aufs Neue erzürnt (Akk.Sg. + Nom.Sg.)
punar bhīmaḥ samabhyayāt
wieder griff Bhīma an (Adv. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.41-42 bilden eine syntaktische Einheit. „bhīmaḥ“ in V.41c ist hier als Adjektiv „furchtbar“ (kongruent mit „śabdaḥ“) zu verstehen, nicht als der Personenname Bhīma — dieser tritt erst in V.42 wieder als handelnde Person auf.]
Als er [Bhīma] heranstürmte, besprengte der Elefant dessen Rosse mit dem aus dem Rüssel entlassenen Wasser und versetzte sie in Schrecken; sie trugen darauf den Pārtha [Bhīma] mit sich fort.
Wort für Wort
tasyābhidravato vāhān
dessen Rosse, während er heranstürmte (Gen.Sg. + Gen.Sg.Part. + Akk.Pl.)
hastamuktena vāriṇā
mit dem aus dem Rüssel entlassenen Wasser (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
siktvā vyatrāsayan nāgas
besprengend, versetzte der Elefant in Schrecken (Ger. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
te pārtham aharaṃs tataḥ
sie trugen den Pārtha darauf fort (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Adv.)
[Anm.: V.43 bildet eine Einheit; „te“ bezieht sich auf Bhīmas Rosse, die ihn im Schrecken davontragen.]
tatas tam abhyayāt tūrṇaṃ ruciparvākṛtīsutaḥ samukṣañ śaravarṣeṇa rathastho 'ntakasaṃnibhaḥ tato ruciraparvāṇaṃ śareṇa nataparvaṇā suparvā parvatapatir ninye vaivasvatakṣayam
Da griff schnell Ruciraparvans kunstfertiger Sohn [?] ihn [Bhagadatta] an, ihn mit einem Pfeilregen übergießend, auf seinem Wagen stehend, dem Tod [Antaka] gleichend. Da sandte der wohlgegliederte Herr der Berge [Bhagadatta] den Ruciraparvan mit einem gebogenen Pfeil in Vaivasvatas [Yamas] Verderben [d.h. tötete ihn].
Wort für Wort
tatas tam abhyayāt tūrṇaṃ
da griff ihn schnell an (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
ruciparvākṛtīsutaḥ
Ruciraparvans kunstfertiger Sohn [?] (Nom.Sg.)
samukṣañ śaravarṣeṇa
übergießend mit einem Pfeilregen (Nom.Sg.Part. + Instr.Sg.)
rathastho 'ntakasaṃnibhaḥ
auf dem Wagen stehend, dem Tod gleichend (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
tato ruciraparvāṇaṃ
da den Ruciraparvan (Adv. + Akk.Sg.)
śareṇa nataparvaṇā
mit einem gebogenen Pfeil (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
suparvā parvatapatir
der wohlgegliederte Herr der Berge (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
ninye vaivasvatakṣayam
sandte in Vaivasvatas Verderben (3.Sg.Perf. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.44-45 bilden eine syntaktische Einheit. Die genaue Lesart und Bedeutung von „ruciparvākṛtīsutaḥ“ ist unsicher [?]; hier als „Sohn des Ruciraparvan“ gedeutet, wobei unklar bleibt, ob Vater und der in V.45 getötete Ruciraparvan identisch sind oder zwei verschiedene, gleichnamige Personen gemeint sind. „suparvā parvatapatir“ spielt wortspielerisch mit der Doppelbedeutung von „parvan“ („Gliederung/Knoten“) und dem Namen des Getöteten.]
Als jener Held gefallen war, bedrängten der Sohn der Subhadrā [Abhimanyu], die Söhne Draupadīs, Cekitāna, Dhṛṣṭaketu und Yuyutsu den Elefanten. Sie besprengten ihn mit Pfeilströmen wie Wolken mit Regenströmen, schreckliche Rufe ausstoßend, in der Absicht zu töten.
Wort für Wort
tasmin nipatite vīre
als jener Held gefallen war (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
saubhadro draupadīsutāḥ
der Sohn der Subhadrā, die Söhne Draupadīs (Nom.Sg. + Nom.Pl.)
cekitāno dhṛṣṭaketur
Cekitāna, Dhṛṣṭaketu (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
yuyutsuś cārdayan dvipam
und Yuyutsu bedrängten den Elefanten (Nom.Sg. + Konj.+3.Pl.Impf. + Akk.Sg.)
ta enaṃ śaradhārābhir
sie ihn mit Pfeilströmen (Nom.Pl. + Akk.Sg. + Instr.Pl.)
dhārābhir iva toyadāḥ
wie Wolken mit Regenströmen (Instr.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
Da ging der Elefant, von dem kundigen [Führer] mit Ferse, Elefantenstachel und Daumen angetrieben, mit ausgestrecktem Rüssel, Ohren und Augen starr [vor Wut], schnell vor.
Wort für Wort
tataḥ pārṣṇyaṅkuśāṅguṣṭhaiḥ
da mit Ferse, Elefantenstachel, Daumen (Adv. + Instr.Pl.)
kṛtinā codito dvipaḥ
vom kundigen [Führer] angetrieben, der Elefant (Instr.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
prasāritakaraḥ prāyāt
mit ausgestrecktem Rüssel, ging vor (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
so 'dhiṣṭhāya padā vāhān yuyutsoḥ sūtam ārujat putras tu tava saṃbhrāntaḥ saubhadrasyāpluto ratham
Er [der Elefant], mit dem Fuß Yuyutsus Rosse niedertretend, zermalmte dessen Wagenlenker; dein Sohn aber, bestürzt, sprang auf Saubhadras [Abhimanyus] Wagen.
Wort für Wort
so 'dhiṣṭhāya padā vāhān
er, mit dem Fuß die Rosse niedertretend (Nom.Sg. + Ger. + Instr.Sg. + Akk.Pl.)
dein Sohn aber, bestürzt (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
saubhadrasyāpluto ratham
sprang auf Saubhadras Wagen (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.49ac bilden den Satzrahmen. Dazwischen ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0195_01, *0196_01-02): „Zornentbrannt zerbrach er den Wagen, wie ein heftiger Wind einen Baum; Yuyutsu aber, o König, entkam eilends vom Wagen; da [beschossen] jene Pāṇḍava-Krieger den Elefantenfürsten rasch mit Pfeilen.“ — nicht übersetzt.]
Er, der König, auf seinem Elefanten, Pfeile unter die Feinde entsendend, erstrahlte wie die Sonne, die ihre Strahlen über die Welten ausschüttet.
Wort für Wort
sa kuñjarastho visṛjann
er, auf dem Elefanten, entsendend (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Part.)
iṣūn ariṣu pārthivaḥ
Pfeile unter die Feinde, der König (Akk.Pl. + Lok.Pl. + Nom.Sg.)
babhau raśmīn ivādityo
erstrahlte wie die Sonne [mit] Strahlen (3.Sg.Perf. + Akk.Pl. + Partikel + Nom.Sg.)
bhuvaneṣu samutsṛjan
über die Welten ausschüttend (Lok.Pl. + Nom.Sg.Part.)
[Anm.: V.50 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0197_01-02): „Jener tausend-Elefanten-starke Elefant, der mit seinen Stoßzähnen [die Gegner] wiederholt vielfach zerquetschte, wurde von dem kampfesstolzen Bhīma [erneut] befreit/vertrieben.“ — nicht übersetzt.]
tam ārjunir dvādaśabhir yuyutsur daśabhiḥ śaraiḥ tribhis tribhir draupadeyā dhṛṣṭaketuś ca vivyadhuḥ
Der Sohn Arjunas [Abhimanyu] durchbohrte ihn mit zwölf, Yuyutsu mit zehn Pfeilen; mit je drei durchbohrten ihn die Söhne Draupadīs und Dhṛṣṭaketu.
Wort für Wort
tam ārjunir dvādaśabhir
ihn der Sohn Arjunas mit zwölf (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
yuyutsur daśabhiḥ śaraiḥ
Yuyutsu mit zehn Pfeilen (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
tribhis tribhir draupadeyā
mit je drei die Söhne Draupadīs (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl.)
dhṛṣṭaketuś ca vivyadhuḥ
und Dhṛṣṭaketu durchbohrten (Nom.Sg. + Konj. + 3.Pl.Perf.)
[Anm.: V.51ac bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0198_01-02): „Cekitāna [durchbohrte ihn] mit vierundsechzig, samt dem zusätzlichen Waffenträger; Bhagadatta durchbohrte sie alle zurück mit je drei Pfeilen.“ — nicht übersetzt.]
Jener Elefant, bedeckt mit den durch der Feinde Mühen abgeschossenen Pfeilen, erstrahlte wie eine große, von den Strahlen der Sonne durchbohrte Regenwolke. Vom Führer mit kunstfertigem Bemühen angetrieben, von den Feindespfeilen gequält, umkreiste jener Elefant jene Feinde links und rechts.
Wort für Wort
so 'riyatnārpitair bāṇair
jener, mit den durch der Feinde Mühen abgeschossenen Pfeilen (Nom.Sg. + Instr.Pl.)
ācito dvirado babhau
bedeckt, der Elefant erstrahlte (Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.)
saṃsyūta iva sūryasya
wie durchbohrt von der Sonne (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg.)
raśmibhir jalado mahān
von den Strahlen, eine große Regenwolke (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
niyantuḥ śilpayatnābhyāṃ
vom Führer mit kunstfertigem Bemühen (Gen.Sg. + Instr.Zw.)
preṣito 'riśarārditaḥ
angetrieben, von den Feindespfeilen gequält (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
paricikṣepa tān nāgaḥ
umkreiste jene, der Elefant (3.Sg.Perf. + Akk.Pl. + Nom.Sg.)
sa ripūn savyadakṣiṇam
jene Feinde, links und rechts (Nom.Sg. + Akk.Pl. + Adv.)
Schnell erhob sich, wie das Geschrei von Krähen, die ein Falke angreift, das Geschrei der Pāṇḍaveyas, die heftig davonflohen.
Wort für Wort
kṣipraṃ śyenābhipannānāṃ
schnell, von einem Falken angegriffener (Adv. + Gen.Pl.)
vāyasānām iva svanaḥ
wie das Geschrei von Krähen (Gen.Pl. + Partikel + Nom.Sg.)
babhūva pāṇḍaveyānāṃ
erhob sich der Pāṇḍaveyas (3.Sg.Perf. + Gen.Pl.)
bhṛśaṃ vidravatāṃ svanaḥ
die heftig davonflohen, das Geschrei (Adv. + Gen.Pl.Part. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.55ac bildet eine Einheit. Dazwischen ein vierzeiliger Apparatseinschub (*0199_01, *0200_01-02, *0201_01): „Und ein sehr gewaltiger Staub erfüllte den Luftraum, o König; jene Staubspur erschien am Himmel wie ein aufgerichteter Stab, emporragend von dem schwer bedrängten Heer, wie ein starker Arm — gleichsam den Sohn der Kuntī [Arjuna] anspornend, ihm zurufend: ‚Stürme herbei!'“ — ein eindrucksvolles Bild der personifizierten Staubwolke; nicht übersetzt.]
Jener Elefantenfürst, vom vorzüglichen Stachel getroffen, o König, wie einst ein geflügelter, vorzüglicher Berg — flößte so den Feinden heftige Furcht ein, wie ein aufgewühlter Ozean Scharen von Kaufleuten.
Da bedeckte ein von den aus Furcht fliehenden Elefanten, Wagen, Rossen und Fürsten hervorgerufener, überaus schreckenerregender Lärm die Erde, den Luftraum, den Himmel und ebenso die Zwischen- und Haupthimmelsrichtungen, o Fürst, dann in jenem Zusammenstoß.
Wort für Wort
tato dhvanir dviradarathāśvapārthivair
da ein Lärm von Elefanten, Wagen, Rossen, Fürsten (Adv. + Nom.Sg. + Instr.Pl.)
die Erde, den Luftraum, den Himmel, Zwischen- und Haupt[-richtungen] ebenso (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Adv.)
samāvṛṇot pārthiva saṃyuge tadā
bedeckte, o Fürst, in dem Zusammenstoß dann (3.Sg.Impf. + Vok.Sg. + Lok.Sg. + Adv.)
[Anm.: V.57 bildet eine Einheit (Triṣṭubh-Vers). Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0202_01): „ringsumher dort, o Herr der Herrscher der Menschen“ — ein Vokativ-Fragment; nicht übersetzt.]
sa tena nāgapravareṇa pārthivo bhṛśaṃ jagāhe dviṣatām anīkinīm purā suguptāṃ vibudhair ivāhave virocano devavarūthinīm iva
Er, der König [Bhagadatta], tauchte mit jenem vorzüglichen Elefanten heftig in die Streitmacht der Feinde ein, wie einst Virocana in die im Kampf von den Weisen [Göttern] wohlbewachte Streitmacht der Götter.
Wort für Wort
sa tena nāgapravareṇa pārthivo
er, der König, mit jenem vorzüglichen Elefanten (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
bhṛśaṃ jagāhe dviṣatām anīkinīm
tauchte heftig in die Streitmacht der Feinde ein (Adv. + 3.Sg.Perf. + Gen.Pl. + Akk.Sg.)
purā suguptāṃ vibudhair ivāhave
wie einst die wohlbewachte, von den Weisen, im Kampf (Adv. + Akk.Sg. + Instr.Pl. + Partikel + Lok.Sg.)
virocano devavarūthinīm iva
Virocana, wie in die Streitmacht der Götter (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Partikel)
bhṛśaṃ vavau jvalanasakho viyad rajaḥ samāvṛṇon muhur api caiva sainikān tam ekanāgaṃ gaṇaśo yathā gajāḥ samantato drutam iva menire janāḥ
Heftig wehte Staub, des Feuers Gefährte [d.h. der Wind], zum Luftraum empor, bedeckte wieder und wieder auch die Krieger; jenen einzelnen Elefanten hielten die Leute rings umher gleichsam eilends für Elefanten in Herden.
Wort für Wort
bhṛśaṃ vavau jvalanasakho
heftig wehte, des Feuers Gefährte (Adv. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
viyad rajaḥ samāvṛṇon
zum Luftraum, Staub, bedeckte (Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
muhur api caiva sainikān
wieder und wieder auch die Krieger (Adv. + Partikel + Konj.+Partikel + Akk.Pl.)
tam ekanāgaṃ gaṇaśo yathā gajāḥ
jenen einzelnen Elefanten wie Elefanten in Herden (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Adv. + Adv. + Nom.Pl.)
samantato drutam iva menire janāḥ
ringsumher eilends hielten [ihn] die Leute (Adv. + Adv. + Partikel + 3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.59 bildet eine Einheit (Triṣṭubh-Vers) und schließt das Kapitel ab: Aufgrund seiner überwältigenden Schnelligkeit erscheint Bhagadattas einzelner Elefant den Kämpfenden wie eine ganze Herde.]