Als er jene Helden fliehen sah, hielt Bībhatsu, der Unbesiegte, zusammen mit den Matsyas und Somakas, [ihnen] stand. Als der Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya, der Unermessliche, jenes zerschlagene Heer sah, hielt er es zurück, in der Begierde, Droṇas Sohn zu töten.
Wort für Wort
tān dṛṣṭvā dravataḥ śūrān
jene fliehenden Helden sehend (Akk. Pl. m. / Absolutiv / Akk. Pl. m. Part. Präs. / Akk. Pl. m.)
bībhatsuḥ aparājitaḥ
Bībhatsu, der Unbesiegte (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
matsyaiḥ ca somakaiḥ ca eva sahitaḥ abhyayāt
zusammen mit den Matsyas und Somakas hielt er stand (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Akt. von abhi-i)
tat prabhagnam balam dṛṣṭvā
jenes zerschlagene Heer sehend (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
kuntīputraḥ dhanaṃjayaḥ
der Sohn der Kuntī, Dhanaṃjaya (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
nyavārayat ameyātmā droṇaputravadhepsayā
hielt zurück, der Unermessliche, in der Begierde, Droṇas Sohn zu töten (3. Sg. Impf. Akt. von ni-vṛ / Nom. Sg. m. / Instr. Sg. f.)
[Anm.: Die einleitende Sprecherangabe „saṃjaya uvāca“ wurde ausgelassen. Zwei apparatus-Zeilen (*1417_01–02) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
yā śaktir yac ca te vīryaṃ yaj jñānaṃ yac ca pauruṣam dhārtarāṣṭreṣu yā prītiḥ pradveṣo 'smāsu yaś ca te yac ca bhūyo 'sti tejas tat paramaṃ mama darśaya
„Welche Macht du hast, welche Tapferkeit, welches Wissen, welche Manneskraft, welche Zuneigung du zu den Söhnen des Dhṛtarāṣṭra hegst und welchen Hass gegen uns, und welche Glut du sonst noch besitzt — zeige mir das alles im Höchsten!
Wort für Wort
yā śaktiḥ yat ca te vīryam
welche Macht, und welche deine Tapferkeit (Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
yat jñānam yat ca pauruṣam
welches Wissen und welche Manneskraft (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
dhārtarāṣṭreṣu yā prītiḥ
welche Zuneigung zu den Söhnen des Dhṛtarāṣṭra (Lok. Pl. m. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f.)
pradveṣaḥ asmāsu yaḥ ca te
und welcher Hass gegen uns, der deine (Nom. Sg. m. / Lok. Pl. / Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
yat ca bhūyaḥ asti tejaḥ
und welche Glut sonst noch vorhanden ist (Nom. Sg. n. / Adv. / 3. Sg. Präs. Akt. von as / Nom. Sg. n.)
tat paramam mama darśaya
zeige mir das im Höchsten (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Gen. Sg. / 2. Sg. Imp. Akt. Kaus. von dṛś)
sa eva droṇahantā te darpaṃ bhetsyati pārṣataḥ kālānalasamaprakhyo dviṣatām antako yudhi samāsādaya pāñcālyaṃ māṃ cāpi sahakeśavam darpaṃ nāśayitāsmy adya tavodvṛttasya saṃyuge
Er, eben der Töter Droṇas, der Sohn des Pārṣata, wird deinen Hochmut brechen — dem Feuer der Weltzerstörung gleich, der Bezwinger der Feinde im Kampf! Stelle dich dem Pāñcālya und mir zusammen mit Keśava entgegen! Ich werde noch heute im Kampf den Hochmut von dir, dem Überheblichen, vernichten!“
Wort für Wort
sa eva droṇahantā te
er, eben der Töter Droṇas, der deine (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
darpam bhetsyati pārṣataḥ
wird den Hochmut brechen, der Sohn des Pārṣata (Akk. Sg. m. / 3. Sg. Fut. Akt. von bhid / Nom. Sg. m.)
kālānalasamaprakhyaḥ
dem Feuer der Weltzerstörung gleich (Nom. Sg. m.)
dviṣatām antakaḥ yudhi
der Bezwinger der Feinde im Kampf (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Lok. Sg. f.)
samāsādaya pāñcālyam
stelle dich dem Pāñcālya entgegen (2. Sg. Imp. Akt. von sam-ā-sad / Akk. Sg. m.)
mām ca api sahakeśavam
und auch mir, zusammen mit Keśava (Akk. Sg. / Akk. Sg. m.)
darpam nāśayitā asmi adya
ich werde noch heute den Hochmut vernichten (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. periphr. Fut. / 1. Sg. Präs. Akt. / Adv.)
tava udvṛttasya saṃyuge
von dir, dem Überheblichen, im Kampf (Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1418_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
„Der Sohn des Lehrers ist der Ehrung würdig und auch mächtig, Saṃjaya; seine Zuneigung gilt Dhanaṃjaya, und auch er selbst ist jenem Sohn des Vāsava lieb.
Wort für Wort
ācāryaputraḥ mānārhaḥ
der Sohn des Lehrers, der Ehrung würdig (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
balavān ca api saṃjaya
und auch mächtig, Saṃjaya (Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
prītiḥ dhanaṃjaye ca asya
seine Zuneigung gilt Dhanaṃjaya (Nom. Sg. f. / Lok. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
priyaḥ ca api sa vāsaveḥ
und auch er selbst ist jenem Sohn des Vāsava lieb (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
[Anm.: Die einleitende Sprecherangabe „dhṛtarāṣṭra uvāca“ wurde ausgelassen.]
yuvarāje hate caiva vṛddhakṣatre ca paurave iṣvastravidhisaṃpanne mālave ca sudarśane dhṛṣṭadyumne sātyakau ca bhīme cāpi parājite yudhiṣṭhirasya tair vākyair marmaṇy api ca ghaṭṭite antarbhede ca saṃjāte duḥkhaṃ saṃsmṛtya ca prabho abhūtapūrvo bībhatsor duḥkhān manyur ajāyata
Als der Thronfolger getötet worden war, und Vṛddhakṣatra der Paurava, und Sudarśana von Mālava, im Bogenwissen vollendet; als Dhṛṣṭadyumna und Sātyaki, und auch Bhīma, besiegt worden waren, und durch deren Worte auch Yudhiṣṭhiras Herzenskern getroffen war; und als ein innerer Zwiespalt entstanden war — da entstand, o Herr, aus dem Schmerz, sich dieses Leid vergegenwärtigend, in Bībhatsu ein niemals zuvor gekannter Zorn.
Wort für Wort
yuvarāje hate ca eva
als der Thronfolger getötet worden war (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. Part. Perf. Pass.)
vṛddhakṣatre ca paurave
und Vṛddhakṣatra der Paurava (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
iṣvastravidhisaṃpanne mālave ca sudarśane
und Sudarśana von Mālava, im Bogenwissen vollendet (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
dhṛṣṭadyumne sātyakau ca bhīme ca api parājite
als Dhṛṣṭadyumna, Sātyaki und auch Bhīma besiegt worden waren (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. Part. Perf. Pass.)
yudhiṣṭhirasya taiḥ vākyaiḥ
durch deren Worte, Yudhiṣṭhiras (Gen. Sg. m. / Instr. Pl. n.)
marmaṇi api ca ghaṭṭite
auch der Herzenskern getroffen war (Lok. Sg. n. / Lok. Sg. n. Part. Perf. Pass.)
antarbhede ca saṃjāte
und als ein innerer Zwiespalt entstanden war (Lok. Sg. m. / Lok. Sg. m. Part. Perf.)
duḥkham saṃsmṛtya ca prabho
sich dieses Leid vergegenwärtigend, o Herr (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Vok. Sg. m.)
abhūtapūrvaḥ bībhatsoḥ
ein niemals zuvor gekannter, in Bībhatsu (Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
duḥkhāt manyuḥ ajāyata
entstand aus dem Schmerz ein Zorn (Abl. Sg. n. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Med. von jan)
[Anm.: Die einleitende Sprecherangabe „saṃjaya uvāca“ wurde ausgelassen.]
Deshalb hatte er zu Droṇas Sohn, dem ehrwürdigen Sohn des Lehrers, ein unwürdiges, unschickliches, unliebsames, schroffes Wort gesprochen, wie ein niedriger Mensch.
Wort für Wort
tasmāt anarham aślīlam
deshalb ein unwürdiges, unschickliches (Adv. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
apriyam drauṇim uktavān
ein unliebsames [Wort] zu Droṇas Sohn gesprochen habend (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. Part. Perf. Akt.)
mānyam ācāryatanayam
dem ehrwürdigen Sohn des Lehrers (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
rūkṣam kāpuruṣaḥ yathā
schroff, wie ein niedriger Mensch (Akk. Sg. n. / Nom. Sg. m. / Konj.)
So angesprochen, aus Zorn schnaubend, der Beste der großen Bogenschützen, o König, durch Pārthas rauhes Wort, mit einer Rede, die jeden wunden Punkt traf — Droṇas Sohn geriet in Zorn auf Pārtha und ganz besonders auf Kṛṣṇa.
Wort für Wort
evam uktaḥ śvasan krodhāt
so angesprochen, aus Zorn schnaubend (Adv. / Nom. Sg. m. Part. Perf. Pass. / Nom. Sg. m. Part. Präs. / Abl. Sg. m.)
maheṣvāsatamaḥ nṛpa
der Beste der großen Bogenschützen, o König (Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
pārthena paruṣam vākyam
durch Pārthas rauhes Wort (Instr. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
sarvamarmaghnayā girā
mit einer jeden wunden Punkt treffenden Rede (Instr. Sg. f. / Instr. Sg. f.)
drauṇiḥ cukopa pārthāya
Droṇas Sohn geriet in Zorn auf Pārtha (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Perf. Akt. von kup / Dat. Sg. m.)
sa tu yatto rathe sthitvā vāry upaspṛśya vīryavān devair api sudurdharṣam astram āgneyam ādade
Er aber, der Tapfere, auf dem Wagen stehend, bereit gemacht, Wasser berührend, nahm die selbst für die Götter überaus schwer abzuwehrende Feuer-Waffe auf.
Wort für Wort
sa tu yattaḥ rathe sthitvā
er aber, bereit gemacht, auf dem Wagen stehend (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Lok. Sg. m. / Absolutiv)
vāri upaspṛśya vīryavān
Wasser berührend, der Tapfere (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Nom. Sg. m.)
devaiḥ api sudurdharṣam
selbst für die Götter überaus schwer abzuwehren (Instr. Pl. m. / Partikel / Akk. Sg. n.)
astram āgneyam ādade
nahm die Feuer-Waffe auf (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Med. von ā-dā)
Auf die sichtbaren und unsichtbaren Feindesscharen zielend, der Sohn des Lehrers, jenen glühenden Pfeil, dem rauchlosen Feuer gleich, weihend, ganz von Zorn ergriffen, schleuderte ihn, der Feindes-Helden-Töter.
Wort für Wort
dṛśyādṛśyān arigaṇān uddiśya
auf die sichtbaren und unsichtbaren Feindesscharen zielend (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Absolutiv)
ācāryanandanaḥ
der Sohn des Lehrers (Nom. Sg. m.)
saḥ abhimantrya śaram dīptam
er, jenen glühenden Pfeil weihend (Nom. Sg. m. / Absolutiv / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vidhūmam iva pāvakam
dem rauchlosen Feuer gleich (Akk. Sg. m. / Konj. / Akk. Sg. m.)
sarvataḥ krodham āviśya
ganz von Zorn ergriffen (Adv. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
cikṣepa paravīrahā
schleuderte ihn, der Feindes-Helden-Töter (3. Sg. Perf. Akt. von kṣip / Nom. Sg. m.)
tatas tumulam ākāśe śaravarṣam ajāyata pāvakārciḥ parītaṃ tat pārtham evābhipupluve ulkāś ca gaganāt petur diśaś ca na cakāśire tamaś ca sahasā raudraṃ camūm avatatāra tām rakṣāṃsi ca piśācāś ca vinedur abhisaṃgatāḥ
Da entstand am Himmel ein tosender Pfeilregen; jener, umgeben von Feuerflammen, überflutete geradewegs den Pārtha; und Meteore fielen vom Himmel herab, und die Himmelsrichtungen leuchteten nicht mehr; und plötzlich sank eine grauenvolle Finsternis über jenes Heer herab; und Rākṣasas und Piśācas heulten, sich versammelnd.
Wort für Wort
tataḥ tumulam ākāśe
da am Himmel ein tosender (Adv. / Nom. Sg. n. / Lok. Sg. n.)
śaravarṣam ajāyata
Pfeilregen entstand (Nom. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Med. von jan)
pāvakārciḥ parītam tat
umgeben von Feuerflammen, jener (Nom. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
pārtham eva abhipupluve
überflutete geradewegs den Pārtha (Akk. Sg. m. / Partikel / 3. Sg. Perf. Med. von abhi-plu)
ulkāḥ ca gaganāt petuḥ
und Meteore fielen vom Himmel (Nom. Pl. f. / Abl. Sg. n. / 3. Pl. Perf. Akt. von pat)
diśaḥ ca na cakāśire
und die Himmelsrichtungen leuchteten nicht (Nom. Pl. f. / Neg. / 3. Pl. Perf. Med. von kāś)
tamaḥ ca sahasā raudram
und plötzlich eine grauenvolle Finsternis (Nom. Sg. n. / Adv. / Nom. Sg. n.)
camūm avatatāra tām
sank über jenes Heer herab (Akk. Sg. f. / 3. Sg. Perf. Akt. von ava-tṝ / Akk. Sg. f.)
rakṣāṃsi ca piśācāḥ ca
und Rākṣasas und Piśācas (Nom. Pl. n. / Nom. Pl. m.)
vinedur abhisaṃgatāḥ
heulten, sich versammelnd (3. Pl. Perf. Akt. von vi-nad / Nom. Pl. m.)
[Anm.: Vier apparatus-Zeilen (*1419_01–04) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
vavuś ca śiśirā vātāḥ sūryo naiva tatāpa ca cukruśur dānavāś cāpi dikṣu sarvāsu bhairavam rudhiraṃ cāpi varṣanto vinedus toyadāmbare
Und kalte Winde wehten, und die Sonne wärmte überhaupt nicht mehr; und die Dānavas schrien auch furchtbar in allen Himmelsrichtungen; und, Blut regnend, heulten sie im wolkenbedeckten Himmel.
Wort für Wort
vavuḥ ca śiśirāḥ vātāḥ
und kalte Winde wehten (3. Pl. Perf. Akt. von vā / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
sūryaḥ na eva tatāpa ca
und die Sonne wärmte überhaupt nicht mehr (Nom. Sg. m. / Neg. / Partikel / 3. Sg. Perf. Akt. von tap)
cukruśuḥ dānavāḥ ca api
und die Dānavas schrien auch (3. Pl. Perf. Akt. von kruś / Nom. Pl. m.)
dikṣu sarvāsu bhairavam
in allen Himmelsrichtungen furchtbar (Lok. Pl. f. / Lok. Pl. f. / Adv.)
rudhiram ca api varṣantaḥ
und, Blut regnend (Akk. Sg. n. / Nom. Pl. m. Part. Präs.)
vinedur toyadāmbare
heulten im wolkenbedeckten Himmel (3. Pl. Perf. Akt. von vi-nad / Lok. Sg. n.)
diśaḥ khaṃ pradiśaś caiva bhuvaṃ ca śaravṛṣṭayaḥ uccāvacā nipetur vai garuḍānilaraṃhasaḥ
Auf die Himmelsrichtungen, den Luftraum, die Zwischenrichtungen und die Erde fielen Pfeilregen verschiedenster Art nieder, mit der Geschwindigkeit Garuḍas und des Windes.
Wort für Wort
diśaḥ kham pradiśaḥ ca eva
auf die Himmelsrichtungen, den Luftraum, die Zwischenrichtungen (Akk. Pl. f. / Akk. Sg. n. / Akk. Pl. f.)
bhuvam ca śaravṛṣṭayaḥ
und die Erde, Pfeilregen (Akk. Sg. f. / Nom. Pl. f.)
uccāvacāḥ nipetuḥ vai
verschiedenster Art fielen nieder (Nom. Pl. f. / 3. Pl. Perf. Akt. von ni-pat / Partikel)
garuḍānilaraṃhasaḥ
mit der Geschwindigkeit Garuḍas und des Windes (Nom. Pl. f.)
‚Kṛṣṇa und Arjuna sind heute durch Droṇas Sohnes Zauberkunst erschlagen‘ — so, o Makelloser, war damals die Meinung aller Krieger.
Wort für Wort
kṛṣṇārjunau hatau adya
Kṛṣṇa und Arjuna sind heute erschlagen (Nom. Du. m. / Nom. Du. m. / Adv.)
droṇaputrasya māyayā
durch Droṇas Sohnes Zauberkunst (Gen. Sg. m. / Instr. Sg. f.)
iti sma sarve yodhānām
so war die Meinung aller Krieger (Zitatpartikel / Partikel / Gen. Pl. m. / Gen. Pl. m.)
matam āsīt tadā anagha
die Meinung war damals, o Makelloser (Nom. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Akt. von as / Adv. / Vok. Sg. m.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1420_01–02) als eigene Einheit. Die Lesart von V.023d*1420_02 ist im Quelltext unsicher überliefert (yo[?-rvayo]dhānāṃ); hier als „yodhānām“ wiedergegeben.]
drumāṇāṃ śikharāṇīva dāvadagdhāni māriṣa aśvavṛndāny adṛśyanta rathavṛndāni cābhibho apatanta rathaughāś ca tatra tatra sahasraśaḥ
Wie vom Waldbrand verbrannte Baumwipfel, o Teurer, wurden Pferdeherden und Wagenscharen gesehen, o Gebieter, und Wagenmassen stürzten dort und dort zu Tausenden.
Wort für Wort
drumāṇām śikharāṇi iva
wie Baumwipfel (Gen. Pl. m. / Nom. Pl. n. / Konj.)
dāvadagdhāni māriṣa
vom Waldbrand verbrannte, o Teurer (Nom. Pl. n. / Vok. Sg. m.)
aśvavṛndāni adṛśyanta
Pferdeherden wurden gesehen (Nom. Pl. n. / 3. Pl. Impf. Pass. von dṛś)
rathavṛndāni ca abhibho
und Wagenscharen, o Gebieter (Nom. Pl. n. / Vok. Sg. m.)
apatanta rathaughāḥ ca
und Wagenmassen stürzten (3. Pl. Impf. Akt. von pat / Nom. Pl. m.)
hāhākāre tataḥ sainye pāṇḍaveyeṣu bhārata rathasaṃghāś ca dahyanta hayānāṃ prayutāni ca tathā hayānāṃ vṛndāni pattayaś cāpy analpakāḥ guruputrāstravṛddhyartham ekajvālam abhūd balam vastrair ābharaṇaiś channaiḥ ketubhiś coddhatānalaiḥ dhāvamānaiś ca puruṣair dehabaddhair ivāgnibhiḥ nādahyamānaḥ pāṇḍūnāṃ kaś cit sainye vyadṛśyata udīrṇaṃ droṇaputraṃ ca dṛṣṭvā pārthaḥ paraṃtapaḥ gāṇḍīvaṃ jyāṃ ca bāṇāṃś ca so 'numantrya mahābalaḥ sasarja pratimaṃ divyam astraṃ brāhmam atitvaram
Während Wehklagen im Heer der Pāṇḍaveyas herrschte, o Bhārata, verbrannten Wagenscharen und Hunderttausende von Pferden, ebenso Pferdeherden und nicht wenige Fußsoldaten; zum Wachstum der Waffe des Sohnes des Lehrers wurde das Heer zu einer einzigen Flamme — mit Gewändern und Schmuckstücken bedeckt von Feuer, mit Bannern von auflodernden Flammen, mit umherlaufenden Menschen, gleichsam an ihre Körper gebundenen Feuern: keiner im Heer der Pāṇḍus wurde gesehen, der nicht verbrannte. Als Pārtha, der Feindebrenner, sah, wie Droṇas Sohn so emporgestiegen war, weihte der Mächtige Gāṇḍīva, die Sehne und die Pfeile und entsandte die göttliche, unvergleichliche Brahma-Waffe mit äußerster Eile.
Wort für Wort
hāhākāre tataḥ sainye
während Wehklagen im Heer herrschte (Lok. Sg. m. / Adv. / Lok. Sg. n.)
pāṇḍaveyeṣu bhārata
im Heer der Pāṇḍaveyas, o Bhārata (Lok. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
rathasaṃghāḥ ca dahyanta
und Wagenscharen verbrannten (Nom. Pl. m. / 3. Pl. Impf. Pass. von dah)
hayānām prayutāni ca
und Hunderttausende von Pferden (Gen. Pl. m. / Nom. Pl. n.)
tathā hayānām vṛndāni
ebenso Pferdeherden (Adv. / Gen. Pl. m. / Nom. Pl. n.)
pattayaḥ ca api analpakāḥ
und nicht wenige Fußsoldaten (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
guruputrāstravṛddhyartham
zum Wachstum der Waffe des Sohnes des Lehrers (Akk. Sg. n., final)
ekajvālam abhūt balam
wurde das Heer zu einer einzigen Flamme (Nom. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Akt. von bhū / Nom. Sg. n.)
vastraiḥ ābharaṇaiḥ channaiḥ
mit Gewändern und Schmuckstücken bedeckt [von Feuer] (Instr. Pl. n. / Instr. Pl. n. / Instr. Pl. n.)
ketubhiḥ ca uddhatānalaiḥ
mit Bannern von auflodernden Flammen (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m.)
dhāvamānaiḥ ca puruṣaiḥ
und mit umherlaufenden Menschen (Instr. Pl. m. Part. Präs. / Instr. Pl. m.)
dehabaddhaiḥ iva agnibhiḥ
gleichsam an ihre Körper gebundenen Feuern (Instr. Pl. m. / Konj. / Instr. Pl. m.)
na adahyamānaḥ pāṇḍūnām
keiner der Pāṇḍus, der nicht verbrannte (Neg. / Nom. Sg. m. Part. Präs. Pass. / Gen. Pl. m.)
kaścit sainye vyadṛśyata
wurde im Heer gesehen (Nom. Sg. m. / Lok. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Pass. von dṛś)
udīrṇam droṇaputram ca dṛṣṭvā
als er sah, wie Droṇas Sohn so emporgestiegen war (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
pārthaḥ paraṃtapaḥ
Pārtha, der Feindebrenner (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
gāṇḍīvam jyām ca bāṇān ca
Gāṇḍīva, die Sehne und die Pfeile (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. f. / Akk. Pl. m.)
saḥ anumantrya mahābalaḥ
er, der Mächtige, weihend (Nom. Sg. m. / Absolutiv / Nom. Sg. m.)
sasarja pratimam divyam
entsandte die unvergleichliche, göttliche (3. Sg. Perf. Akt. von sṛj / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
astram brāhmam atitvaram
die Brahma-Waffe, mit äußerster Eile (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n., adv.)
[Anm.: Zehn apparatus-Zeilen (@1421_01–10) als eigene, umfangreiche Einheit; sie schildern die vollständige Verwüstung des Pāṇḍava-Heeres durch das Feuer-Astra bis hin zu Arjunas Gegenzauber mit der Brahma-Waffe. Die Lesart von V.029d*1421_04 (guruputrāstravṛrdhyata[?ddhyartha]m) ist im Quelltext unsicher überliefert und wird hier als „guruputrāstravṛddhyartham“ wiedergegeben [?].]
tato vīrau maheṣvāsau vimuktau keśavārjunau sahitau saṃpradṛśyetāṃ nabhasīva tamonudau
Da wurden die beiden Helden, die großen Bogenschützen, Keśava und Arjuna, befreit, zusammen gesehen, wie zwei die Finsternis vertreibende [Gestirne] am Himmel.
Wort für Wort
tataḥ vīrau maheṣvāsau
da die beiden Helden, großen Bogenschützen (Adv. / Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
vimuktau keśavārjunau
befreit, Keśava und Arjuna (Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
sahitau saṃpradṛśyetām
zusammen wurden sie gesehen (Nom. Du. m. / 3. Du. Impf. Pass. von sam-pra-dṛś)
nabhasi iva tamonudau
wie zwei die Finsternis vertreibende am Himmel (Lok. Sg. n. / Konj. / Nom. Du. m.)
tato gāṇḍīvadhanvā ca keśavaś cākṣatāv ubhau sapatākadhvajahayaḥ sānukarṣavarāyudhaḥ prababhau sa ratho muktas tāvakānāṃ bhayaṃkaraḥ
Da waren der Träger des Gāṇḍīva und Keśava, beide unversehrt — jener Wagen, mit Flagge, Banner und Pferden, samt der Achsstange und den vorzüglichen Waffen, erstrahlte, befreit, deinen Männern Furcht einflößend.
Wort für Wort
tataḥ gāṇḍīvadhanvā ca
da der Träger des Gāṇḍīva (Adv. / Nom. Sg. m.)
keśavaḥ ca akṣatau ubhau
und Keśava, beide unversehrt (Nom. Sg. m. / Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
sapatākadhvajahayaḥ
mit Flagge, Banner und Pferden (Nom. Sg. m.)
sānukarṣavarāyudhaḥ
samt der Achsstange und den vorzüglichen Waffen (Nom. Sg. m.)
prababhau sa rathaḥ muktaḥ
erstrahlte jener befreite Wagen (3. Sg. Perf. Akt. von pra-bhā / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
tāvakānām bhayaṃkaraḥ
deinen Männern Furcht einflößend (Gen. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1422_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
Da entstand im Nu unter den hocherfreuten Pāṇḍavas ein Jubelgeschrei, zusammen mit dem Klang von Muschelhörnern und Trommeln. Als die Kauravyas alle ihre eigenen Krieger und die Pāṇḍavas jubelnd sahen, wurden jene, angeführt von Duryodhana, bestürzt — als sie so Droṇas Sohn, den großen Bogenschützen, und Pārtha, im Kampf unvergleichlich, dessen Sinn zum Kampf entschlossen, selbst von den Göttern nicht anzugreifen, alle Himmelsrichtungen ringsum mit Pfeilnetzen bedeckend, mit den aus Gāṇḍīva entsandten, schlangengiftgleichen Pfeilen erblickten — der Sonne gleich, unerträglich anzuschauen, die Feinde im Kampf verbrennend.
Wort für Wort
tataḥ kilakilāśabdaḥ
da ein Jubelgeschrei (Adv. / Nom. Sg. m.)
śaṅkhabherīravaiḥ saha
zusammen mit dem Klang von Muschelhörnern und Trommeln (Instr. Pl. m. / Präp.)
pāṇḍavānām prahṛṣṭānām
unter den hocherfreuten Pāṇḍavas (Gen. Pl. m. / Gen. Pl. m.)
kṣaṇena samajāyata
entstand im Nu (Instr. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Med. von sam-jan)
pāṇḍavān muditān dṛṣṭvā
die jubelnden Pāṇḍavas sehend (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Absolutiv)
sarvān eva svasainikān
alle ihre eigenen Krieger (Akk. Pl. m. / Partikel / Akk. Pl. m.)
duryodhanapurogāḥ tu kauravyāḥ vyathitāḥ abhavan
die Kauravyas aber, angeführt von Duryodhana, wurden bestürzt (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Impf. Akt. von bhū)
itthaṃ drauṇim maheṣvāsam
so Droṇas Sohn, den großen Bogenschützen (Adv. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
pārtham apratimam raṇe
und Pārtha, im Kampf unvergleichlich (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Lok. Sg. m.)
yuddhāya udīrṇamanasam
dessen Sinn zum Kampf entschlossen (Dat. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
apradhṛṣyam suraiḥ api
selbst von den Göttern nicht anzugreifen (Akk. Sg. m. / Instr. Pl. m. / Partikel)
āvṛṇvānam diśaḥ sarvāḥ
alle Himmelsrichtungen bedeckend (Akk. Sg. m. Part. Präs. / Akk. Pl. f. / Akk. Pl. f.)
bāṇajālaiḥ samantataḥ
mit Pfeilnetzen ringsum (Instr. Pl. n. / Adv.)
dṛṣṭvā gāṇḍīvanirmuktaiḥ
erblickend, mit den aus Gāṇḍīva entsandten (Absolutiv / Instr. Pl. m.)
śaraiḥ āśīviṣopamaiḥ
schlangengiftgleichen Pfeilen (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m.)
ādityam iva duṣprekṣyam
der Sonne gleich, unerträglich anzuschauen (Akk. Sg. m. / Konj. / Akk. Sg. m.)
dahantam ahitān raṇe
die Feinde im Kampf verbrennend (Akk. Sg. m. Part. Präs. / Akk. Pl. m. / Lok. Sg. m.)
[Anm.: Sieben apparatus-Zeilen (*1423_01–07) werden mit dem Hauptvers verbunden; die Syntax dieses Abschnitts ist im Quelltext nicht durchgehend eindeutig – vermutlich werden hier sowohl Droṇas Sohn als auch Pārtha (Arjuna) gemeinsam als Gegenstand des Erblickens genannt [?].]
‚Beide sind erschlagen‘ — das war die Meinung beider Heere, als sie die beiden, Keśava und Arjuna, befreit und mit Geschwindigkeit zurückgekehrt, sahen.
Wort für Wort
hatau iti tayoḥ āsīt
'beide sind erschlagen' — das war (Nom. Du. m. / Zitatpartikel / Gen. Du. / 3. Sg. Impf. Akt. von as)
senayoḥ ubhayoḥ matiḥ
die Meinung beider Heere (Gen. Du. f. / Gen. Du. f. / Nom. Sg. f.)
tarasā abhyāgatau dṛṣṭvā
mit Geschwindigkeit zurückgekehrt sehend (Instr. Sg. n., adv. / Akk. Du. m. / Absolutiv)
vimuktau keśavārjunau
befreit, Keśava und Arjuna (Akk. Du. m. / Akk. Du. m.)
Die beiden, unversehrt und hocherfreut, bliesen ihre beiden vorzüglichen Muschelhörner; als sie die jubelnden Pārthas sahen, wurden deine Männer bestürzt.
Wort für Wort
tau akṣatau pramuditau
die beiden, unversehrt und hocherfreut (Nom. Du. m. / Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
dadhmatuḥ vārijottamau
bliesen ihre beiden vorzüglichen Muschelhörner (3. Du. Perf. Akt. von dhmā / Akk. Du. n.)
dṛṣṭvā pramuditān pārthān
die jubelnden Pārthas sehend (Absolutiv / Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m.)
tvadīyāḥ vyathitāḥ abhavan
wurden deine Männer bestürzt (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Impf. Akt. von bhū)
Als Droṇas Sohn ihn vor sich stehen sah, o Spross des Kuru-Geschlechts, sprach er, mit erstickter Kehle, ein Wort, nachdem er ihn gegrüßt hatte, gleich einem überaus Elenden.
Wort für Wort
tam drauṇiḥ agrataḥ dṛṣṭvā
ihn Droṇas Sohn vor sich sehend (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv. / Absolutiv)
sthitam kurukulodvaha
stehend, o Spross des Kuru-Geschlechts (Akk. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
sannakaṇṭhaḥ abravīt vākyam
mit erstickter Kehle sprach er ein Wort (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Akt. von brū / Akk. Sg. n.)
abhivādya sudīnavat
nachdem er gegrüßt hatte, gleich einem überaus Elenden (Absolutiv / Adv.)
bho bho māyā yadṛcchā vā na vidmaḥ kim idaṃ bhavet pṛcchāmi tvām ahaṃ tāta saṃdehaṃ taṃ vadasva me astraṃ tv idaṃ kathaṃ mithyā mama kaś ca vyatikramaḥ
„Ho, ho! Ist es Zauber oder Zufall — wir wissen nicht, was dies sein mag. Ich frage dich, Vater, sprich zu mir diesen Zweifel aus: Wie ist diese Waffe fehlgeschlagen, und welches Vergehen ist meins?
Wort für Wort
bho bho māyā yadṛcchā vā
ho, ho, ist es Zauber oder Zufall (Interj. / Interj. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. f. / Konj.)
na vidmaḥ kim idam bhavet
wir wissen nicht, was dies sein mag (Negation / 1. Pl. Perf. Akt. von vid / Interrog. / Nom. Sg. n. / Optativ)
pṛcchāmi tvām aham tāta
ich frage dich, Vater (1. Sg. Präs. Akt. von prach / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. / Vok. Sg. m.)
saṃdeham tam vadasva me
sprich zu mir diesen Zweifel (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Imp. 2. Sg. Med. von vad / Dat. Sg.)
astram tu idam katham mithyā
wie ist diese Waffe fehlgeschlagen (Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n. / Interrog. / Adv.)
mama kaḥ ca vyatikramaḥ
und welches Vergehen ist meins (Gen. Sg. / Interrog. Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1424_01) wird mit dem Hauptvers verbunden. Hier beginnt Aśvatthāmans Rede an Vyāsa.]
adharottaram etad vā lokānāṃ vā parābhavaḥ yad imau jīvataḥ kṛṣṇau kālo hi duratikramaḥ
Ist dies eine Umkehrung von unten nach oben, oder ist es der Untergang der Welten, dass diese beiden Kṛṣṇas leben? Denn die Zeit ist schwer zu überwinden.
Wort für Wort
adharottaram etat vā
eine Umkehrung von unten nach oben ist dies, oder (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Konj.)
lokānām vā parābhavaḥ
oder der Untergang der Welten (Gen. Pl. m. / Konj. / Nom. Sg. m.)
yat imau jīvataḥ kṛṣṇau
dass diese beiden Kṛṣṇas leben (Konj. / Nom. Du. m. / 3. Du. Präs. Akt. von jīv / Nom. Du. m.)
kālaḥ hi duratikramaḥ
denn die Zeit ist schwer zu überwinden (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
nāsurāmaragandharvā na piśācā na rākṣasāḥ na sarpayakṣapatagā na manuṣyāḥ kathaṃ cana utsahante 'nyathā kartum etad astraṃ mayeritam tad idaṃ kevalaṃ hatvā yuktām akṣauhiṇīṃ jvalat
Weder Asuras, Unsterbliche noch Gandharvas, weder Piśācas noch Rākṣasas, weder Schlangen, Yakṣas, Vögel noch Menschen vermögen auf irgendeine Weise diese von mir entsandte Waffe anders zu machen — diese lodernde, die allein die aufgestellte Akṣauhiṇī getötet hat.
Wort für Wort
na asura amara gandharvāḥ
weder Asuras, Unsterbliche, Gandharvas (Negation / Nom. Pl. m.)
na piśācāḥ na rākṣasāḥ
weder Piśācas noch Rākṣasas (Negation / Nom. Pl. m. / Negation / Nom. Pl. m.)
na sarpa yakṣa patagāḥ
weder Schlangen, Yakṣas, Vögel (Negation / Nom. Pl. m.)
na manuṣyāḥ kathaṃ cana
noch Menschen, auf irgendeine Weise (Negation / Nom. Pl. m. / Adv.)
utsahante anyathā kartum
vermögen es anders zu machen (3. Pl. Präs. Med. von ud-sah / Adv. / Infinitiv)
etat astram mayā īritam
diese von mir entsandte Waffe (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Instr. Sg. / Akk. Sg. n.)
tat idam kevalam hatvā
diese, allein tötend (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Adv. / Absolutiv)
yuktām akṣauhiṇīm jvalat
die aufgestellte, lodernde Akṣauhiṇī (Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / Nom. Sg. n. Part. Präs.)
Die alles vernichtende, von mir entsandte, überaus schreckliche Waffe — wodurch tötete sie diese beiden Sterblichen, Keśava und Arjuna, nicht? Dies erkläre mir, Erhabener, von mir befragt, wie es sich wirklich verhält;
Wort für Wort
sarvaghāti mayā muktam
die alles vernichtende, von mir entsandte (Nom. Sg. n. / Instr. Sg. / Nom. Sg. n.)
astram paramadāruṇam
die überaus schreckliche Waffe (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
kena imau martyadharmāṇau
wodurch diese beiden Sterblichen (Instr. Sg. n. / Akk. Du. m. / Akk. Du. m.)
na avadhīt keśavārjunau
tötete sie Keśava und Arjuna nicht (Negation / 3. Sg. Aor. Akt. von han / Akk. Du. m.)
etat prabrūhi bhagavan
dies erkläre, Erhabener (Akk. Sg. n. / Imp. 2. Sg. Akt. von pra-brū / Vok. Sg. m.)
mayā pṛṣṭaḥ yathātatham
von mir befragt, wie es sich wirklich verhält (Instr. Sg. / Nom. Sg. m. / Adv.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1425_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
tataḥ samāyayau vyāso dṛṣṭvāstraṃ samudīritam taṃ prāptaṃ pūjayitvā tu drauṇiḥ papraccha saṃśayam yan nimittaṃ mahāstreṇa na dagdhau keśavārjunau kenopāyena nirmuktau tan me tvaṃ brūhi tattvataḥ
Da kam Vyāsa herbei, als er sah, dass die Waffe entsandt worden war; als er ihn ankommen sah, verehrte ihn Droṇas Sohn und fragte nach seinem Zweifel, aus welchem Grund die beiden, Keśava und Arjuna, durch die große Waffe nicht verbrannt wurden, durch welches Mittel sie befreit wurden — das solle er ihm der Wahrheit gemäß sagen.
Wort für Wort
tataḥ samāyayau vyāsaḥ
da kam Vyāsa herbei (Adv. / 3. Sg. Perf. Akt. von sam-ā-yā / Nom. Sg. m.)
dṛṣṭvā astram samudīritam
sehend, dass die Waffe entsandt worden war (Absolutiv / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
tam prāptam pūjayitvā tu
ihn ankommend verehrend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv / Partikel)
drauṇiḥ papraccha saṃśayam
Droṇas Sohn fragte nach seinem Zweifel (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Perf. Akt. von prach / Akk. Sg. m.)
yat nimittam mahāstreṇa
aus welchem Grund durch die große Waffe (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Instr. Sg. n.)
na dagdhau keśavārjunau
die beiden, Keśava und Arjuna, nicht verbrannt wurden (Negation / Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
kena upāyena nirmuktau
durch welches Mittel sie befreit wurden (Instr. Sg. m. / Instr. Sg. m. / Nom. Du. m.)
tat me tvam brūhi tattvataḥ
das sage mir der Wahrheit gemäß (Akk. Sg. n. / Dat. Sg. / Nom. Sg. / Imp. 2. Sg. Akt. von brū / Adv.)
[Anm.: Die eingeschobene Sprecherangabe „saṃjaya uvāca“ (bei *1427_00) wurde ausgelassen; die vier folgenden apparatus-Zeilen (*1427_01–04) wurden mit dem Hauptvers verbunden. Hier setzt Saṃjayas Erzählung wieder ein.]
yo 'sau nārāyaṇo nāma pūrveṣām api pūrvajaḥ ādidevo jagannātho lokakartā svayaṃ prabhuḥ ādyaḥ sarvasya lokasya anādinidhano 'cyutaḥ vyākurvate yasya tattvaṃ śrutayo munayaś ca ha ato 'jayyaḥ sarvabhūtair manasāpi jagatpatiḥ tasmād imaṃ jetukāmo ajñānatamasā vṛtaḥ mā śucaḥ puruṣavyāghra viddhi tadvad ihārjunam tasya śaktir asau pārthas tasmāc chokam imaṃ tyaja viśveśvaro 'tha lokādiḥ paramātmā hy adhokṣajaḥ sahasrasaṃmitād aṃśād ekāṃśo 'yam ajāyata devānāṃ hitakāmārthaṃ lokānāṃ caiva sattama ajāyata ca kāryārthaṃ putro dharmasya viśvakṛt
Jener, der Nārāyaṇa genannt wird, der Erstgeborene selbst der Ersten, der Urgott, der Herr der Welt, der Weltenschöpfer, der Gebieter selbst, der Erste der ganzen Welt, ohne Anfang und Ende, der Unvergängliche, dessen wahres Wesen die Veden-Offenbarungen und die Weisen erklären — darum ist der Herr der Welt selbst im Geiste von allen Wesen unbesiegbar. Wer daher, von der Finsternis der Unwissenheit umhüllt, diesen besiegen will — gräme dich nicht, Tiger unter den Männern; wisse, dass hier ebenso Arjuna ist. Jener Pārtha ist seine Kraft; gib daher diesen Kummer auf. Er ist der Herr des Alls, der Ursprung der Welt, die höchste Seele, der Unvergängliche (Adhokṣaja); von einem Teil, tausendfach bemessen, ist dieser eine Teil geboren worden, zum Wohl der Götter und der Welten, o Bester. Und um eines Zweckes willen wurde er geboren, der Sohn des Dharma, der Allschöpfer.
Wort für Wort
yaḥ asau nārāyaṇaḥ nāma
jener, der Nārāyaṇa genannt wird (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv.)
pūrveṣām api pūrvajaḥ
der Erstgeborene selbst der Ersten (Gen. Pl. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
ādidevaḥ jagannāthaḥ lokakartā svayam prabhuḥ
der Urgott, der Herr der Welt, der Weltenschöpfer, der Gebieter selbst (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
ādyaḥ sarvasya lokasya
der Erste der ganzen Welt (Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
anādinidhanaḥ acyutaḥ
ohne Anfang und Ende, der Unvergängliche (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
vyākurvate yasya tattvam
dessen wahres Wesen sie erklären (3. Pl. Präs. Med. von vi-ā-kṛ / Gen. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
śrutayaḥ munayaḥ ca ha
die Veden-Offenbarungen und die Weisen (Nom. Pl. f. / Nom. Pl. m. / Partikel / Partikel)
ataḥ ajayyaḥ sarvabhūtaiḥ
darum unbesiegbar von allen Wesen (Adv. / Nom. Sg. m. / Instr. Pl. n.)
manasā api jagatpatiḥ
selbst im Geiste, der Herr der Welt (Instr. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. m.)
tasmāt imam jetukāmaḥ
wer daher diesen besiegen will (Adv. / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
ajñānatamasā vṛtaḥ
von der Finsternis der Unwissenheit umhüllt (Instr. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
mā śucaḥ puruṣavyāghra
gräme dich nicht, Tiger unter den Männern (Negation / 2. Sg. Inj. Akt. von śuc / Vok. Sg. m.)
viddhi tadvat iha arjunam
wisse, dass hier ebenso Arjuna ist (Imp. 2. Sg. Akt. von vid / Adv. / Adv. / Akk. Sg. m.)
tasya śaktiḥ asau pārthaḥ
seine Kraft ist jener Pārtha (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. f. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
tasmāt śokam imam tyaja
gib daher diesen Kummer auf (Adv. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Imp. 2. Sg. Akt. von tyaj)
viśveśvaraḥ atha lokādiḥ
der Herr des Alls, der Ursprung der Welt (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
paramātmā hi adhokṣajaḥ
die höchste Seele, der Unvergängliche (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
sahasrasaṃmitāt aṃśāt
von einem tausendfach bemessenen Teil (Abl. Sg. m. / Abl. Sg. m.)
ekāṃśaḥ ayam ajāyata
dieser eine Teil ist geboren worden (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Med. von jan)
devānām hitakāmārtham
zum Wohl der Götter (Gen. Pl. m. / Adv.)
lokānām ca eva sattama
und der Welten, o Bester (Gen. Pl. m. / Partikel / Partikel / Vok. Sg. m.)
ajāyata ca kāryārtham
und wurde geboren um eines Zweckes willen (3. Sg. Impf. Med. von jan / Partikel / Adv.)
putraḥ dharmasya viśvakṛt
der Sohn des Dharma, der Allschöpfer (Nom. Sg. m. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Zehn apparatus-Zeilen (*1428_01–10) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier legt Vyāsa die Identität Nārāyaṇas und Naras (Arjunas) dar.]
sa tapas tīvram ātasthe mainākaṃ girim āsthitaḥ ūrdhvabāhur mahātejā jvalanādityasaṃnibhaḥ ṣaṣṭiṃ varṣasahasrāṇi tāvanty eva śatāni ca aśoṣayat tadātmānaṃ vāyubhakṣo 'mbujekṣaṇaḥ
Er unterzog sich strenger Askese, auf dem Berg Maināka verweilend, mit erhobenen Armen, von großer Glut, dem lodernden Feuer und der Sonne gleich. Sechzigtausend Jahre und ebenso viele hundert Jahre lang ließ er, von Luft sich nährend, mit lotusgleichen Augen, sich selbst ausdörren.
Wort für Wort
sa tapaḥ tīvram ātasthe
er unterzog sich strenger Askese (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Perf. Med. von ā-sthā)
mainākam girim āsthitaḥ
auf dem Berg Maināka verweilend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
ūrdhvabāhuḥ mahātejāḥ
mit erhobenen Armen, von großer Glut (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
jvalanādityasaṃnibhaḥ
dem lodernden Feuer und der Sonne gleich (Nom. Sg. m.)
ṣaṣṭim varṣasahasrāṇi
sechzigtausend Jahre (Akk. Sg. f., adv. / Akk. Pl. n.)
tāvanti eva śatāni ca
und ebenso viele hundert (Akk. Pl. n. / Partikel / Akk. Pl. n. / Partikel)
aśoṣayat tadā ātmānam
ließ er damals sich selbst ausdörren (3. Sg. Impf. Kaus. Akt. von śuṣ / Adv. / Akk. Sg. m.)
vāyubhakṣaḥ ambujekṣaṇaḥ
von Luft sich nährend, mit lotusgleichen Augen (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
athāparaṃ tapas taptvā dvis tato 'nyat punar mahat dyāvāpṛthivyor vivaraṃ tejasā samapūrayat sa tena tapasā tāta brahmabhūto yadābhavat tato viśveśvaraṃ yoniṃ viśvasya jagataḥ patim
Dann, nach abermaliger, noch größerer Askese, zweimal wiederholt, erfüllte er den Zwischenraum zwischen Himmel und Erde mit seiner Glut. Als er, Vater, durch jene Askese zu Brahman geworden war, [sah er] darauf den Herrn des Alls, den Ursprung, den Gebieter der ganzen Welt —
Wort für Wort
atha aparam tapaḥ taptvā
dann nach anderer Askese (Adv. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
dvis tataḥ anyat punar mahat
zweimal, danach ein anderes, wieder großes (Adv. / Adv. / Akk. Sg. n. / Adv. / Akk. Sg. n.)
dyāvāpṛthivyoḥ vivaram
den Zwischenraum zwischen Himmel und Erde (Gen. Du. f. / Akk. Sg. n.)
tejasā samapūrayat
erfüllte er mit seiner Glut (Instr. Sg. n. / 3. Sg. Impf. Kaus. Akt. von sam-pṝ)
sa tena tapasā tāta
er durch jene Askese, Vater (Nom. Sg. m. / Instr. Sg. n. / Instr. Sg. n. / Vok. Sg. m.)
brahmabhūtaḥ yadā abhavat
als er zu Brahman geworden war (Nom. Sg. m. / Adv. / 3. Sg. Impf. Akt. von bhū)
tataḥ viśveśvaram yonim
darauf den Herrn des Alls, den Ursprung (Adv. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
viśvasya jagataḥ patim
den Gebieter der ganzen Welt (Gen. Sg. n. / Gen. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
er sah den überaus schwer zu Erblickenden, den Gebieter selbst über alle Götter, den Kleinsten der Kleinen und den Größten der Großen; er pries, in Andacht versunken, den großen Gott, den Größten.
Wort für Wort
dadarśa bhṛśadurdarśam
er sah den überaus schwer zu Erblickenden (3. Sg. Perf. Akt. von dṛś / Akk. Sg. m.)
sarvadevaiḥ api īśvaram
den Gebieter selbst über alle Götter (Instr. Pl. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
aṇīyasām aṇīyāṃsam
den Kleinsten der Kleinen (Gen. Pl. m. / Akk. Sg. m.)
bṛhadbhyaḥ ca bṛhattaram
und den Größten der Großen (Abl. Pl. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
astāvīt samanudhyāyan
er pries, in Andacht versunken (3. Sg. Aor. Akt. von stu / Nom. Sg. m. Part. Präs.)
mahādevam bṛhattaram
den großen Gott, den Größten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1429_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
Rudra, den Gebieter, den Stier, den Wahrnehmenden, den höchsten Ungeborenen [Anm.: an dieser Stelle zeigt der Quelltext eine Lücke], Hara, Śambhu, den mit dem Zopf Gekrönten (Kapardin), im Herzen aller Wesen weilend, ob sie gehen oder stehen.
Wort für Wort
rudram īśānam ṛṣabham
Rudra, den Gebieter, den Stier (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
cekitānam ajam param
den Wahrnehmenden, den höchsten Ungeborenen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
haram śaṃbhum kapardinam
Hara, Śambhu, den Kapardin (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
gacchataḥ tiṣṭhataḥ vā api
ob sie gehen oder stehen (Gen. Sg. m. Part. Präs. / Gen. Sg. m. Part. Präs. / Konj. / Partikel)
sarvabhūtahṛdi sthitam
im Herzen aller Wesen weilend (Lok. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Die apparatus-Zeile *1430_01 weist im Quelltext eine durch Sternchen markierte Textlücke auf (**** ****); der erhaltene Rest wurde übersetzt [?].]
den schwer Abzuwehrenden, schwer zu Erblickenden, von scharfem Zorn, den Hochgesinnten, den Alles-Hinwegraffenden, den Weisen, der den göttlichen Bogen und die beiden Köcher ergreift, in goldener Rüstung, von unendlicher Kraft — den schwer Abzuwehrenden, überaus schwer Anzugreifenden, schwer zu Erblickenden, schwer zu Erreichenden, von übergroßem Zorn, den Hochgesinnten, den Weisen aller Wesen, jenen Gott der Götter, das höchste Atom, den Preiswürdigen, der im Kampf die beiden göttlichen Köcher ergreift —
Wort für Wort
durvāraṇam durdṛśam tigmamanyum
den schwer Abzuwehrenden, schwer zu Erblickenden, von scharfem Zorn (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
mahātmānam sarvaharam pracetasam
den Hochgesinnten, den Alles-Hinwegraffenden, den Weisen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
divyam cāpam iṣudhī ca ādadānam
der den göttlichen Bogen und die beiden Köcher ergreift (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Du. m. / Partikel / Akk. Sg. m. Part. Präs.)
hiraṇyavarmāṇam anantavīryam
in goldener Rüstung, von unendlicher Kraft (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
durvāraṇam sudurdharṣam
den schwer Abzuwehrenden, überaus schwer Anzugreifenden (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
durnirīkṣyam durāsadam
schwer zu Erblickenden, schwer zu Erreichenden (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
atimanyum mahātmānam
von übergroßem Zorn, den Hochgesinnten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
sarvabhūtapracetasam
den Weisen aller Wesen (Akk. Sg. m.)
tam devadevam paramāṇum īḍyam
jenen Gott der Götter, das höchste Atom, den Preiswürdigen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
saṃkhye divyau iṣudhī ādadānam
der im Kampf die beiden göttlichen Köcher ergreift (Lok. Sg. n. / Akk. Du. m. / Akk. Du. m. / Akk. Sg. m. Part. Präs.)
[Anm.: Vier apparatus-Zeilen (*1431_01–04) werden mit dem Hauptvers verbunden. Der Quelltext verwendet für diesen Abschnitt ein unregelmäßiges, langzeiliges Metrum mit Semikola; diese wurden im sa-Feld durch Leerzeichen ersetzt.]
den Träger des Pināka-Bogens, den mit dem Blitz, mit lodernder Lanze, mit Axt, Keule und weitgespanntem Schwert, den Schönbrauigen, mit Zopfkranz und Mondsichel im Haar, im Tigerfell, mit eiserner Keule, den Stab in der Hand, mit prächtigen Armreifen, mit einer Schlange als heiliger Schnur, geschmückt von allen Scharen und Wesenheeren, den zur Einheit Gewordenen, den Zufluchtsort der Askese, von den die Zeit Überschreitenden mit lieben Worten gepriesen —
Wort für Wort
pinākinam vajriṇam dīptaśūlam
den Träger des Pināka-Bogens, mit dem Blitz, mit lodernder Lanze (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
paraśvadhim gadinam svāyatāsim
mit Axt, Keule, weitgespanntem Schwert (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
subhrum jaṭāmaṇḍalacandramaulim
den Schönbrauigen, mit Zopfkranz und Mondsichel im Haar (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
vyāghrājinam parighaṃ daṇḍapāṇim
im Tigerfell, mit eiserner Keule, den Stab in der Hand (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
śubhāṅgadam nāgayajñopavītim
mit prächtigen Armreifen, mit einer Schlange als heiliger Schnur (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
viśvaiḥ gaṇaiḥ śobhitam bhūtasaṃghaiḥ
geschmückt von allen Scharen und Wesenheeren (Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Instr. Pl. m.)
ekībhūtam tapasām saṃnidhānam
den zur Einheit Gewordenen, den Zufluchtsort der Askese (Akk. Sg. m. / Gen. Pl. n. / Akk. Sg. m.)
vayotigaiḥ suṣṭutam iṣṭavāgbhiḥ
von den die Zeit Überschreitenden mit lieben Worten gepriesen (Instr. Pl. m. / Akk. Sg. m. / Instr. Pl. f.)
jalaṃ divaṃ khaṃ kṣitiṃ candrasūryau tathā vāyvagnī pratimānaṃ jagac ca nālaṃ draṣṭuṃ yamajaṃ bhinnavṛttā brahmadviṣaghnam amṛtasya yonim ye cānṛtā nāstikāḥ pāpaśīlāḥ yaṃ paśyanti brāhmaṇāḥ sādhuvṛttāḥ kṣīṇe pāpe manasā ye viśokāḥ sa tanniṣṭhas tapasā dharmam īḍyaṃ tadbhaktyā vai viśvarūpaṃ dadarśa nārāyaṇo devam evaprabhāvam
Wasser, Himmel, Luftraum, Erde, Mond und Sonne, ebenso Wind und Feuer, das Abbild und die Welt — die im Wandel Befangenen vermögen den Zwillingsgeborenen nicht zu erblicken, den Vernichter der Brahman-Hasser, den Ursprung der Unsterblichkeit; und jene, die verlogen, gottlos und lasterhaft sind, [vermögen es ebenso wenig]. Ihn sehen die Brahmanen von rechtschaffenem Wandel, die, wenn ihre Sünde geschwunden ist, im Geiste frei von Kummer sind; er, ihm ergeben, erblickte durch Askese den preiswürdigen Dharma, durch Hingabe zu ihm wahrlich die Allgestalt — Nārāyaṇa [erblickte] den Gott von solcher Macht.
Wort für Wort
jalam divam kham kṣitim candrasūryau
Wasser, Himmel, Luftraum, Erde, Mond und Sonne (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. f. / Akk. Du. m.)
tathā vāyvagnī pratimānam jagat ca
ebenso Wind und Feuer, das Abbild und die Welt (Adv. / Akk. Du. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Partikel)
na alam draṣṭum yamajam bhinnavṛttāḥ
die im Wandel Befangenen vermögen nicht, den Zwillingsgeborenen zu erblicken (Negation / Adv. / Infinitiv / Akk. Sg. m. / Nom. Pl. m.)
brahmadviṣaghnam amṛtasya yonim
den Vernichter der Brahman-Hasser, den Ursprung der Unsterblichkeit (Akk. Sg. m. / Gen. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
ye ca anṛtāḥ nāstikāḥ pāpaśīlāḥ
und jene, die verlogen, gottlos, lasterhaft sind (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
yam paśyanti brāhmaṇāḥ sādhuvṛttāḥ
den die Brahmanen von rechtschaffenem Wandel sehen (Akk. Sg. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von dṛś / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
kṣīṇe pāpe manasā ye viśokāḥ
die, wenn die Sünde geschwunden ist, im Geiste frei von Kummer sind (Lok. Sg. n. / Lok. Sg. n. / Instr. Sg. n. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
sa tanniṣṭhaḥ tapasā dharmam īḍyam
er, ihm ergeben, durch Askese den preiswürdigen Dharma (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Instr. Sg. n. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
tadbhaktyā vai viśvarūpam dadarśa
durch Hingabe zu ihm erblickte er wahrlich die Allgestalt (Instr. Sg. f. / Partikel / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Perf. Akt. von dṛś)
nārāyaṇaḥ devam eva prabhāvam
Nārāyaṇa den Gott von solcher Macht (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Partikel / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Zwei apparatus-Zeilen (*1432_01, *1433_01) werden mit dem Hauptvers verbunden; irreguläres Metrum, Semikola im sa-Feld durch Leerzeichen ersetzt.]
den Gewährer von Gaben, zusammen mit Pārvatī von breiten, schönen Gliedern, den Gebieter, den Hochgesinnten, spielend, von den Scharen der Wesen umgeben, den Ungeborenen, den Herrschenden, den Ungestörten, dessen Wesen die Ursache ist, den Unvergänglichen —
Wort für Wort
varadam pṛthucārvaṅgyā pārvatyā sahitam
den Gewährer von Gaben, zusammen mit Pārvatī von breiten, schönen Gliedern (Akk. Sg. m. / Instr. Sg. f. / Instr. Sg. f. / Akk. Sg. m.)
prabhum krīḍamānam mahātmānam
den Gebieter, spielend, den Hochgesinnten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
bhūtasaṃghagaṇaiḥ vṛtam
von den Scharen der Wesen umgeben (Instr. Pl. m. / Akk. Sg. m.)
ajam īśānam avyagram
den Ungeborenen, den Herrschenden, den Ungestörten (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
kāraṇātmānam acyutam
dessen Wesen die Ursache ist, den Unvergänglichen (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1434_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
Nachdem er sogleich Rudra gegrüßt hatte, dem Vernichter Andhakas, ging er, die Knie zur Erde neigend, und mit zum Haupt erhobenen, gefalteten Händen pries der Lotusäugige, voller Hingabe, jenen Ungleichäugigen (Virūpākṣa).
Wort für Wort
abhivādya atha rudrāya
nachdem er sogleich Rudra gegrüßt hatte (Absolutiv / Adv. / Dat. Sg. m.)
sadyaḥ andhakanipātine
dem sogleichen Vernichter Andhakas (Adv. / Dat. Sg. m.)
sa jānubhyām mahīm gatvā
er, mit den Knien zur Erde gehend (Nom. Sg. m. / Instr. Du. n. / Akk. Sg. f. / Absolutiv)
kṛtvā śirasi ca añjalim
und mit zum Haupt erhobenen, gefalteten Händen (Absolutiv / Lok. Sg. n. / Partikel / Akk. Sg. m.)
padmākṣaḥ tam virūpākṣam
der Lotusäugige jenen Ungleichäugigen (Nom. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m.)
abhituṣṭāva bhaktimān
pries, voller Hingabe (3. Sg. Perf. Akt. von abhi-tuṣ / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1435_01) wird mit dem Hauptvers verbunden.]
‚Von dir entstanden sind die Schöpfer der Wesen, o Erlesener, die uralten Götter, die heute die Welt behüten, die, in diese Erde eingehend, einst deine uralte Schöpfung beschützten, o Gott. Götter und Asuras, Schlangen, Rākṣasas, Piśācas, Menschen, Vögel, Gandharvas und Yakṣas, die vielgestaltigen Scharen von Wesen, alle — wir wissen, dass sie ebenso alle von dir entstanden sind. Indras, Yamas, Varuṇas, Vaiśravaṇas, Mitras, Tvaṣṭṛs und Somas Wirken — es gehört dir.
Wort für Wort
tvat saṃbhūtāḥ bhūtakṛtaḥ vareṇya
von dir entstanden sind die Schöpfer der Wesen, o Erlesener (Abl. Sg. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Vok. Sg. m.)
goptāraḥ adya bhuvanam pūrvadevāḥ
die uralten Götter, die heute die Welt behüten (Nom. Pl. m. / Adv. / Akk. Sg. n. / Nom. Pl. m.)
āviśya imām dharaṇīm ye abhyarakṣan
die, in diese Erde eingehend, beschützten (Absolutiv / Akk. Sg. f. / Akk. Sg. f. / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Impf. Akt. von abhi-rakṣ)
purā purāṇām tava deva sṛṣṭim
einst deine uralte Schöpfung, o Gott (Adv. / Akk. Sg. f. / Gen. Sg. / Vok. Sg. m. / Akk. Sg. f.)
surāsurān nāgarakṣaḥpiśācān
Götter und Asuras, Schlangen, Rākṣasas, Piśācas (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m.)
narān suparṇān atha gandharvayakṣān
Menschen, Vögel und Gandharvas und Yakṣas (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Adv. / Akk. Pl. m.)
pṛthagvidhān bhūtasaṃghān ca viśvān
die vielgestaltigen Scharen von Wesen, alle (Akk. Pl. m. / Akk. Pl. m. / Partikel / Akk. Pl. m.)
tvatsaṃbhūtān vidma sarvān tathā eva
wir wissen, dass sie alle ebenso von dir entstanden sind (Akk. Pl. m. / 1. Pl. Perf. Akt. von vid / Akk. Pl. m. / Adv. / Partikel)
aindram yāmyam vāruṇam vaittapālyam
Indras, Yamas, Varuṇas, Vaiśravaṇas [Wirken] (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
maitram tvāṣṭram karma saumyam ca tubhyam
Mitras, Tvaṣṭṛs und Somas Werk gehört dir (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Partikel / Dat. Sg.)
[Anm.: Hier beginnt Naras (Arjunas) Lobpreis auf Rudra, den Nārāyaṇa als Zeuge sah — als in Vyāsas Rede eingeschobene Rede mit SQ-Marken wiedergegeben.]
rūpaṃ jyotiḥ śabda ākāśavāyuḥ sparśaḥ svādyaṃ salilaṃ gandha urvī kāmo brahmā brahma ca brāhmaṇāś ca tvatsaṃbhūtaṃ sthāsnu cariṣṇu cedam adbhyaḥ stokā yānti yathā pṛthaktvaṃ tābhiś caikyaṃ saṃkṣaye yānti bhūyaḥ evaṃ vidvān prabhavaṃ cāpy ayaṃ ca hitvā bhūtānāṃ tatra sāyujyam eti
Gestalt, Licht, Laut, Äther und Wind, Berührung, Wohlgeschmack, Wasser, Geruch und Erde, Verlangen, Brahmā und das Brahman und die Brahmanen — dies alles, das Feste und das Bewegliche, ist von dir entstanden. Wie kleine Tropfen aus dem Wasser zur Trennung gelangen und mit ihm bei der Auflösung wieder zur Einheit zurückkehren, so gelangt, wer solches weiß, den Ursprung erkennend, nach dem Verlassen der Wesen dorthin zur Vereinigung.
Wort für Wort
rūpam jyotiḥ śabdaḥ ākāśavāyuḥ
Gestalt, Licht, Laut, Äther und Wind (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sparśaḥ svādyam salilam gandhaḥ urvī
Berührung, Wohlgeschmack, Wasser, Geruch und Erde (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. f.)
kāmaḥ brahmā brahma ca brāhmaṇāḥ ca
Verlangen, Brahmā und das Brahman und die Brahmanen (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Pl. m. / Partikel)
tvatsaṃbhūtam sthāsnu cariṣṇu ca idam
dies alles, das Feste und das Bewegliche, ist von dir entstanden (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n.)
adbhyaḥ stokāḥ yānti yathā pṛthaktvam
wie kleine Tropfen aus dem Wasser zur Trennung gelangen (Abl. Pl. f. / Nom. Pl. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von yā / Konj. / Akk. Sg. n.)
tābhiḥ ca aikyam saṃkṣaye yānti bhūyaḥ
und mit ihm bei der Auflösung wieder zur Einheit gelangen (Instr. Pl. f. / Partikel / Akk. Sg. n. / Lok. Sg. m. / 3. Pl. Präs. Akt. von yā / Adv.)
evam vidvān prabhavam ca api ayam ca
so gelangt, wer solches weiß, den Ursprung erkennend (Adv. / Nom. Sg. m. Part. Perf. / Akk. Sg. m. / Partikel / Partikel / Nom. Sg. m. / Partikel)
hitvā bhūtānām tatra sāyujyam eti
nach dem Verlassen der Wesen gelangt er dorthin zur Vereinigung (Absolutiv / Gen. Pl. n. / Adv. / Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von i)
divyāvṛtau mānasau dvau suparṇāv avākśākhaḥ pippalaḥ sapta gopāḥ daśāpy anye ye puraṃ dhārayanti tvayā sṛṣṭās te hi tebhyaḥ paras tvam vācaś cārthā devatā lokapālā lokān anye ye purā dhārayanti gatā hi tebhyaḥ paramaṃ tatparaṃ ca tvat saṃbhūtās te ca tebhyaḥ paras tvam bhūtaṃ bhavyaṃ bhavitā cāpy adhṛṣyaṃ tvatsaṃbhūtā bhuvanānīha viśvā tvatto bhāvāḥ sarva evābhivṛttāḥ
Die beiden göttlichen, geistgeborenen Vögel, der mit abwärtsgerichteten Zweigen wachsende Feigenbaum, die sieben Hüter, und die zehn anderen, die den Leib tragen — sie sind von dir geschaffen; du aber bist über sie erhaben. Die Worte und ihre Bedeutungen, die Gottheiten, die Weltenhüter und andere, die die Welten von alters her tragen — sie gelangen zu dem, was höher ist als sie, und noch darüber hinaus; sie sind von dir entstanden, du aber bist über sie erhaben. Das Vergangene, das Künftige und das, was unangreifbar sein wird — alle Welten hier sind von dir entstanden; von dir sind alle Wesenheiten hervorgegangen.
Wort für Wort
divyāvṛtau mānasau dvau suparṇau
die beiden göttlichen, geistgeborenen Vögel (Nom. Du. m. / Nom. Du. m. / Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
avākśākhaḥ pippalaḥ sapta gopāḥ
der mit abwärtsgerichteten Zweigen wachsende Feigenbaum, die sieben Hüter (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Num. / Nom. Pl. m.)
daśa api anye ye puram dhārayanti
und die zehn anderen, die den Leib tragen (Num. / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Akk. Sg. n. / 3. Pl. Präs. Akt. von dhṛ)
tvayā sṛṣṭāḥ te hi tebhyaḥ paraḥ tvam
von dir geschaffen sind sie, du aber bist über sie erhaben (Instr. Sg. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Partikel / Abl. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg.)
vācaḥ ca arthāḥ devatāḥ lokapālāḥ
die Worte und ihre Bedeutungen, die Gottheiten, die Weltenhüter (Nom. Pl. f. / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. f. / Nom. Pl. m.)
lokān anye ye purā dhārayanti
und andere, die die Welten von alters her tragen (Akk. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Adv. / 3. Pl. Präs. Akt. von dhṛ)
gatāḥ hi tebhyaḥ paramam tatparam ca
sie gelangen zu dem, was höher ist, und noch darüber hinaus (Nom. Pl. m. / Partikel / Abl. Pl. m. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Partikel)
tvat saṃbhūtāḥ te ca tebhyaḥ paraḥ tvam
von dir entstanden sind sie, du aber bist über sie erhaben (Abl. Sg. / Nom. Pl. m. / Partikel / Abl. Pl. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg.)
bhūtam bhavyam bhavitā ca api adhṛṣyam
das Vergangene, das Künftige und das, was unangreifbar sein wird (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Partikel / Partikel / Nom. Sg. n.)
tvatsaṃbhūtā bhuvanāni iha viśvā
alle Welten hier sind von dir entstanden (Nom. Pl. n. / Nom. Pl. n. / Adv. / Nom. Pl. n.)
tvattaḥ bhāvāḥ sarve eva abhivṛttāḥ
von dir sind alle Wesenheiten hervorgegangen (Abl. Sg. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
[Anm.: Vier apparatus-Zeilen (*1436_01–04) und eine weitere (*1437_01) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
Auch mich, den Ergebenen, der dich verehrt, liebe wieder; schade mir nicht durch Unheilvolles und dergleichen. Wer, ohne Andersheit, dich als das Selbst des Selbst erkennt, gelangt so zum reinen Brahman. Ich habe dich gepriesen, deine Ehrung begehrend, dich suchend, o bester der Götter, mit deinem Stier; gewähre mir die überaus schwer erlangbaren, von mir erwünschten Gaben — gepriesen, wende dich nicht von mir ab.‘
Wort für Wort
bhaktam ca mām bhajamānam bhajasva
auch mich, den Ergebenen, der dich verehrt, liebe wieder (Akk. Sg. m. / Partikel / Akk. Sg. / Akk. Sg. m. Part. Präs. / Imp. 2. Sg. Med. von bhaj)
mā rīriṣaḥ mām ahitāhitena
schade mir nicht durch Unheilvolles und dergleichen (Negation / 2. Sg. Inj. Akt. von riṣ / Akk. Sg. / Instr. Sg. n.)
ātmānam tvām ātmanaḥ ananyabhāvaḥ
dich als das Selbst des Selbst, ohne Andersheit (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
vidvān evam gacchati brahma śukram
so erkennend gelangt er zum reinen Brahman (Nom. Sg. m. Part. Perf. / Adv. / 3. Sg. Präs. Akt. von gam / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
astauṣam tvām tava saṃmānam icchan
ich habe dich gepriesen, deine Ehrung begehrend (1. Sg. Aor. Akt. von stu / Akk. Sg. / Gen. Sg. / Akk. Sg. n. / Nom. Sg. m. Part. Präs.)
vicinvan vai savṛṣam devavarya
dich suchend, mit deinem Stier, o bester der Götter (Nom. Sg. m. Part. Präs. / Partikel / Akk. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
sudurlabhān dehi varān mama iṣṭān
gewähre mir die überaus schwer erlangbaren, von mir erwünschten Gaben (Akk. Pl. m. / Imp. 2. Sg. Akt. von dā / Akk. Pl. m. / Gen. Sg. / Akk. Pl. m.)
abhiṣṭutaḥ pratikārṣīḥ ca mā mām
gepriesen, wende dich nicht von mir ab (Nom. Sg. m. / 2. Sg. Inj. Akt. von prati-kṛ / Partikel / Negation / Akk. Sg.)
[Anm.: Hier endet Naras (Arjunas) in Vyāsas Rede eingeschobener Lobpreis auf Rudra.]
Ihm, dem Würdigen, dem Hauptgott, gewährte der Blauhalsige, der unfassbaren Wesens ist, der Träger des Pināka-Bogens, gepriesen von den Weisen, Gaben.
Wort für Wort
tasmai varān acintyātmā
ihm Gaben, der unfassbaren Wesens ist (Dat. Sg. m. / Akk. Pl. m. / Nom. Sg. m.)
nīlakaṇṭhaḥ pinākadhṛk
der Blauhalsige, der Träger des Pināka-Bogens (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
arhate devamukhyāya
dem Würdigen, dem Hauptgott (Dat. Sg. m. / Dat. Sg. m.)
prāyacchat ṛṣisaṃstutaḥ
gewährte er, gepriesen von den Weisen (3. Sg. Impf. Akt. von pra-yam / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Es folgt die eingeschobene Sprecherangabe „nīlakaṇṭha uvāca“ (bei 07,172.074), die Śivas eigene, in Vyāsas Rede eingebettete Antwort einleitet.]
matprasādān manuṣyeṣu devagandharvayoniṣu aprameyabalātmā tvaṃ nārāyaṇa bhaviṣyasi na ca tvā prasahiṣyanti devāsuramahoragāḥ na piśācā na gandharvā na narā na ca rākṣasāḥ na suparṇās tathā nāgā na ca viśve viyonijāḥ na kaś cit tvāṃ ca devo 'pi samareṣu vijeṣyati
‚Durch meine Gnade wirst du unter Menschen, unter denen, die aus Göttern und Gandharvas geboren sind, von unermesslicher Kraft und Wesen sein, Nārāyaṇa. Und dich werden weder Götter, Asuras noch große Schlangen überwältigen können, weder Piśācas noch Gandharvas, weder Menschen noch Rākṣasas, weder Vögel noch Schlangen, noch die aus keinem Mutterschoß Geborenen alle — kein Wesen, auch kein Gott, wird dich in den Schlachten besiegen.
Wort für Wort
matprasādāt manuṣyeṣu
durch meine Gnade unter Menschen (Abl. Sg. m. / Lok. Pl. m.)
devagandharvayoniṣu
unter denen, die aus Göttern und Gandharvas geboren sind (Lok. Pl. m.)
aprameyabalātmā tvam
von unermesslicher Kraft und Wesen wirst du sein (Nom. Sg. m. / Nom. Sg.)
nārāyaṇa bhaviṣyasi
Nārāyaṇa, du wirst sein (Vok. Sg. m. / 2. Sg. Fut. Akt. von bhū)
na ca tvā prasahiṣyanti
und dich werden sie nicht überwältigen können (Negation / Partikel / Akk. Sg. / 3. Pl. Fut. Akt. von pra-sah)
devāsuramahoragāḥ
Götter, Asuras, große Schlangen (Nom. Pl. m.)
na piśācāḥ na gandharvāḥ
weder Piśācas noch Gandharvas (Negation / Nom. Pl. m. / Negation / Nom. Pl. m.)
na narāḥ na ca rākṣasāḥ
weder Menschen noch Rākṣasas (Negation / Nom. Pl. m. / Negation / Partikel / Nom. Pl. m.)
na suparṇāḥ tathā nāgāḥ
weder Vögel noch Schlangen (Negation / Nom. Pl. m. / Adv. / Nom. Pl. m.)
na ca viśve viyonijāḥ
noch die aus keinem Mutterschoß Geborenen alle (Negation / Partikel / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
na kaḥ cit tvām ca devaḥ api
kein Wesen, auch kein Gott, dich (Negation / Interrog. Nom. Sg. m. / Partikel / Akk. Sg. / Partikel / Nom. Sg. m. / Partikel)
samareṣu vijeṣyati
wird in den Schlachten besiegen (Lok. Pl. m. / 3. Sg. Fut. Akt. von vi-ji)
[Anm.: Die Sprecherangabe „nīlakaṇṭha uvāca“ wurde ausgelassen; hier spricht Śiva selbst, als in Vyāsas Rede eingeschobene Rede mit SQ-Marken wiedergegeben.]
na śastreṇa na vajreṇa nāgninā na ca vāyunā nārdreṇa na ca śuṣkeṇa trasena sthāvareṇa vā na hastena na pādena na kāṣṭhena na loṣṭunā kaś cit tava rujaṃ kartā matprasādāt kathaṃ cana api cet samaraṃ gatvā bhaviṣyasi mamādhikaḥ
Weder durch Waffe noch durch den Blitz, weder durch Feuer noch durch Wind, weder durch Feuchtes noch durch Trockenes, durch Bewegliches oder Unbewegliches, weder durch Hand noch durch Fuß, weder durch Holz noch durch Erdscholle — wird irgendjemand dir durch meine Gnade auf keine Weise Schaden zufügen. Und wenn du in die Schlacht ziehst, wirst du mir überlegen sein.‘
Wort für Wort
na śastreṇa na vajreṇa
weder durch Waffe noch durch den Blitz (Negation / Instr. Sg. n. / Negation / Instr. Sg. m.)
na agninā na ca vāyunā
weder durch Feuer noch durch Wind (Negation / Instr. Sg. m. / Negation / Partikel / Instr. Sg. m.)
na ārdreṇa na ca śuṣkeṇa
weder durch Feuchtes noch durch Trockenes (Negation / Instr. Sg. n. / Negation / Partikel / Instr. Sg. n.)
trasena sthāvareṇa vā
durch Bewegliches oder Unbewegliches (Instr. Sg. n. / Instr. Sg. n. / Konj.)
na hastena na pādena
weder durch Hand noch durch Fuß (Negation / Instr. Sg. m. / Negation / Instr. Sg. m.)
na kāṣṭhena na loṣṭunā
weder durch Holz noch durch Erdscholle (Negation / Instr. Sg. n. / Negation / Instr. Sg. m.)
kaḥ cit tava rujam kartā
irgendjemand wird dir Schaden zufügen (Interrog. Nom. Sg. m. / Partikel / Gen. Sg. / Akk. Sg. f. / Nom. Sg. m. Part. Fut.)
matprasādāt kathaṃ cana
durch meine Gnade, auf keine Weise (Abl. Sg. m. / Adv.)
api cet samaram gatvā
und wenn du in die Schlacht ziehst (Partikel / Konj. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
bhaviṣyasi mama adhikaḥ
wirst du mir überlegen sein (2. Sg. Fut. Akt. von bhū / Gen. Sg. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Eine apparatus-Zeile (*1438_01) wird mit dem Hauptvers verbunden. Hier endet Śivas in Vyāsas Rede eingebettete Rede.]
Wisse, dass Arjuna, jener große Weise namens Nara, der durch dessen Askese geboren wurde, diesem Gott stets gleich ist; diese beiden Seher, von den uralten Göttern höchlich geehrt, werden Zeitalter für Zeitalter geboren, um den Lauf der Welt zu ordnen,
Wort für Wort
tasya eva tapasā jātam
der durch dessen Askese eben geboren wurde (Gen. Sg. m. / Partikel / Instr. Sg. n. / Akk. Sg. m.)
naram nāma mahāmunim
Nara genannt, jener große Weise (Akk. Sg. m. / Adv. / Akk. Sg. m.)
tulyam etena devena
diesem Gott gleich (Akk. Sg. m. / Instr. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
tam jānīhi arjunam sadā
wisse, dass jener Arjuna stets [ist] (Akk. Sg. m. / Imp. 2. Sg. Akt. von jñā / Akk. Sg. m. / Adv.)
tau etau pūrvadevānām
diese beiden von den uralten Göttern (Nom. Du. m. / Nom. Du. m. / Gen. Pl. m.)
paramopacitau ṛṣī
höchlich geehrten Seher (Nom. Du. m. / Nom. Du. m.)
lokayātrāvidhānārtham
um den Lauf der Welt zu ordnen (Adv.)
saṃjāyete yuge yuge
werden geboren, Zeitalter für Zeitalter (3. Du. Präs. Med. von sam-jan / Lok. Sg. n. / Lok. Sg. n.)
[...] zur Vernichtung der Dānavas und zur Aufrichtung des Dharma.
Wort für Wort
dānavānām vadhāya ca
und zur Vernichtung der Dānavas (Gen. Pl. m. / Dat. Sg. m. / Partikel)
dharmasaṃsthāpanārthāya
zur Aufrichtung des Dharma (Dat. Sg. n., adv.)
[Anm.: Die apparatus-Zeile *1439_01 weist im Quelltext eine durch Sternchen markierte Textlücke auf (**** ****); der Rest wurde mit *1439_02 verbunden [?].]
tathaiva karmaṇaḥ kṛtsnaṃ mahatas tapaso 'pi ca tejomanyuś ca vidvaṃs tvaṃ jāto raudro mahāmate sa bhavān devavat prājño jñātvā bhavamayaṃ jagat avākarṣas tvam ātmānaṃ niyamais tatpriyepsayā
Ebenso bist du, Kundiger, aus der Gesamtheit des Werkes und auch aus großer Askese, von der Glut des Zorns, als ein Sohn Rudras geboren, o Hochgesinnter. Du, weise wie ein Gott, hast, die von Rudra durchdrungene Welt erkennend, dich selbst durch Gelübde gezügelt, in dem Wunsch, ihm zu gefallen.
Wort für Wort
tathā eva karmaṇaḥ kṛtsnam
ebenso aus der Gesamtheit des Werkes (Adv. / Partikel / Gen. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
mahataḥ tapasaḥ api ca
und auch aus großer Askese (Gen. Sg. n. / Gen. Sg. n. / Partikel / Partikel)
tejomanyuḥ ca vidvan tvam
von der Glut des Zorns, Kundiger, du (Nom. Sg. m. / Partikel / Vok. Sg. m. / Nom. Sg.)
jātaḥ raudraḥ mahāmate
geboren, als ein Sohn Rudras, o Hochgesinnter (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
sa bhavān devavat prājñaḥ
du, weise wie ein Gott (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m.)
jñātvā bhavamayam jagat
die von Rudra durchdrungene Welt erkennend (Absolutiv / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n.)
avākarṣaḥ tvam ātmānam
du hast dich selbst gezügelt (2. Sg. Impf. Akt. von ā-kṛṣ / Nom. Sg. / Akk. Sg. m.)
niyamaiḥ tatpriyepsayā
durch Gelübde, in dem Wunsch, ihm zu gefallen (Instr. Pl. m. / Instr. Sg. f.)
Nachdem du das heilvolle, neue Bildnis des großen Mannes (Aurva) gefertigt hattest, hast du ihn mit Gebetsmurmeln, Opfergüssen und Gaben verehrt, o Ehrenspender.
Wort für Wort
śubham aurvam navam kṛtvā
das heilvolle, neue Aurva-Bildnis fertigend (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Absolutiv)
mahāpuruṣavigraham
das Bildnis des großen Mannes (Akk. Sg. n.)
ījivān tvam japaiḥ homaiḥ
du hast verehrt, mit Gebetsmurmeln, Opfergüssen (Nom. Sg. m. Part. Perf. / Nom. Sg. / Instr. Pl. m. / Instr. Pl. m.)
upahāraiḥ ca mānada
und Gaben, o Ehrenspender (Instr. Pl. m. / Partikel / Vok. Sg. m.)
sa tathā pūjyamānas te pūrvadevo 'py atūtuṣat puṣkalāṃś ca varān prādāt tava vidvan hṛdi sthitān janmakarmatapoyogās tayos tava ca puṣkalāḥ tābhyāṃ liṅge 'rcito devas tvayārcāyāṃ yuge yuge
So verehrt, war jener uralte Gott zufrieden und gewährte reichliche Gaben, die in deinem Herzen weilten, o Kundiger. Reichlich sind Geburt, Werk und Askese-Verbindung jener beiden und deine; durch sie wird der Gott im Liṅga verehrt, von dir in Verehrung Zeitalter für Zeitalter.
Wort für Wort
sa tathā pūjyamānaḥ te
er, so von dir verehrt (Nom. Sg. m. / Adv. / Nom. Sg. m. Part. Präs. Pass. / Gen. Sg.)
pūrvadevaḥ api atūtuṣat
war jener uralte Gott zufrieden (Nom. Sg. m. / Partikel / 3. Sg. Aor. Akt. von tuṣ)
puṣkalān ca varān prādāt
und gewährte reichliche Gaben (Akk. Pl. m. / Partikel / Akk. Pl. m. / 3. Sg. Perf. Akt. von pra-dā)
tava vidvan hṛdi sthitān
die in deinem Herzen weilten, Kundiger (Gen. Sg. / Vok. Sg. m. / Lok. Sg. n. / Akk. Pl. m.)
janmakarmatapoyogāḥ
Geburt, Werk und Askese-Verbindung (Nom. Pl. m.)
tayoḥ tava ca puṣkalāḥ
jener beiden und deine, reichlich (Gen. Du. m. / Gen. Sg. / Partikel / Nom. Pl. m.)
tābhyām liṅge arcitaḥ devaḥ
durch sie wird der Gott im Liṅga verehrt (Instr. Du. m. / Lok. Sg. n. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
tvayā arcāyām yuge yuge
von dir in Verehrung, Zeitalter für Zeitalter (Instr. Sg. / Lok. Sg. f. / Lok. Sg. n. / Lok. Sg. n.)
caturdaśyaṣṭamītithye liṅgaṃ naktena yo 'rcayet yāvaj jīvan vratadharaḥ samadeśacaro bhavet sa eṣa viṣṇurudraś ca śaṃkaro viṣṇusaṃbhavaḥ śarīram ekam etābhyāṃ yogād arthe dvidhākṛtam sarve viṣṇumayā devāḥ sarvaviṣṇumayā gaṇāḥ sarvaṃ vai viṣṇunā vyāptaṃ trailokyaṃ sacarācaram mūrtayas tasya devasya brahmāviṣṇumaheśvarāḥ anantasya mahābāho yac cānyad api kiṃ cana devadevas tv acintyātmā ajeyo viṣṇusaṃbhavaḥ
Wer am vierzehnten und achten Mondtag nachts das Liṅga verehrt, solange er lebt das Gelübde haltend, am gleichen Ort wandelnd — er ist Viṣṇu und Rudra zugleich; Śaṃkara ist aus Viṣṇu entstanden. Ein einziger Leib ist von diesen beiden durch Verbindung zu einem Zweck zweigeteilt worden. Alle Götter bestehen aus Viṣṇu, alle Scharen bestehen ganz aus Viṣṇu; die ganze dreifache Welt mit Beweglichem und Unbeweglichem ist wahrlich von Viṣṇu durchdrungen. Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara sind Erscheinungsformen jenes Gottes, des Endlosen, o Starkarmiger, und was es sonst noch gibt. Der Gott der Götter aber, von unfassbarem Wesen, unbesiegbar, ist aus Viṣṇu entstanden.
Wort für Wort
caturdaśyaṣṭamītithye
am vierzehnten und achten Mondtag (Lok. Sg. f.)
liṅgam naktena yaḥ arcayet
wer nachts das Liṅga verehrt (Akk. Sg. n. / Instr. Sg. n., adv. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von arc)
yāvat jīvan vratadharaḥ
solange er lebt, das Gelübde haltend (Adv. / Nom. Sg. m. Part. Präs. / Nom. Sg. m.)
samadeśacaraḥ bhavet
am gleichen Ort wandelnd sei er (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Opt. Akt. von bhū)
sa eṣa viṣṇurudraḥ ca
er ist Viṣṇu und Rudra (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel)
śaṃkaraḥ viṣṇusaṃbhavaḥ
Śaṃkara ist aus Viṣṇu entstanden (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
śarīram ekam etābhyām yogāt
ein einziger Leib ist von diesen beiden durch Verbindung (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Instr. Du. m. / Abl. Sg. m.)
arthe dvidhākṛtam
zu einem Zweck zweigeteilt (Lok. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
sarve viṣṇumayāḥ devāḥ
alle Götter bestehen aus Viṣṇu (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
sarvaviṣṇumayāḥ gaṇāḥ
alle Scharen bestehen ganz aus Viṣṇu (Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m.)
sarvam vai viṣṇunā vyāptam
alles ist wahrlich von Viṣṇu durchdrungen (Nom. Sg. n. / Partikel / Instr. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
trailokyam sacarācaram
die dreifache Welt mit Beweglichem und Unbeweglichem (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
mūrtayaḥ tasya devasya
die Erscheinungsformen jenes Gottes (Nom. Pl. f. / Gen. Sg. m. / Gen. Sg. m.)
brahmāviṣṇumaheśvarāḥ
Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara (Nom. Pl. m.)
anantasya mahābāho
des Endlosen, o Starkarmiger (Gen. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
yat ca anyat api kim cana
und was es sonst noch gibt (Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n. / Partikel)
devadevaḥ tu acintyātmā
der Gott der Götter aber, von unfassbarem Wesen (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
ajeyaḥ viṣṇusaṃbhavaḥ
unbesiegbar, aus Viṣṇu entstanden (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Neun apparatus-Zeilen (*1440_01–08, *1441_01) werden mit dem Hauptvers verbunden.]
sarvarūpaṃ bhavaṃ jñātvā liṅge yo 'rcayati prabhum ātmayogāś ca tasmin vai śāstrayogāś ca śāśvatāḥ evaṃ devā yajanto hi siddhāś ca paramarṣayaḥ prārthayanti paraṃ loke sthānam eva ca śāśvatam
Wer, Bhava in seiner Allgestalt erkennend, im Liṅga den Gebieter verehrt — ihm gehören die Selbstversenkung und die ewigen Schriftverbindungen. So erflehen die Götter, die opfern, und die vollkommenen höchsten Weisen den höchsten und ewigen Ort in der Welt.
Wort für Wort
sarvarūpam bhavam jñātvā
Bhava in seiner Allgestalt erkennend (Akk. Sg. m. / Akk. Sg. m. / Absolutiv)
liṅge yaḥ arcayati prabhum
wer im Liṅga den Gebieter verehrt (Lok. Sg. n. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von arc / Akk. Sg. m.)
ātmayogāḥ ca tasmin vai
ihm gehören wahrlich die Selbstversenkung (Nom. Pl. m. / Partikel / Lok. Sg. m. / Partikel)
śāstrayogāḥ ca śāśvatāḥ
und die ewigen Schriftverbindungen (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
evam devāḥ yajantaḥ hi
so die Götter, die opfern (Adv. / Nom. Pl. m. / Nom. Pl. m. Part. Präs. / Partikel)
siddhāḥ ca paramarṣayaḥ
und die vollkommenen höchsten Weisen (Nom. Pl. m. / Partikel / Nom. Pl. m.)
prārthayanti param loke
erflehen den höchsten Ort in der Welt (3. Pl. Präs. Med. von prārth / Akk. Sg. n. / Lok. Sg. m.)
sthānam eva ca śāśvatam
den ewigen Ort (Akk. Sg. n. / Partikel / Partikel / Akk. Sg. n.)
cintyate yogibhir nityaṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padam yadā yadā hi dharmasya glānir loke pravartate abhyutthānam adharmasya tadātmānaṃ sṛjaty asau matsyaḥ kūrmo varāhaś ca nṛsiṃho vāmano hariḥ sādhyo nārāyaṇo viṣṇuḥ kaśyapasyātmasaṃbhavaḥ rāmo rāmaś ca rāmaś ca vāsudevaś ca yādavaḥ kalkī bhaviṣyate vipro yuge kṣīṇe punar hariḥ
Stets wird von den Yogins jener höchste Zustand Viṣṇus erwogen. Denn wann immer ein Schwinden des Dharma in der Welt eintritt und ein Erstarken des Unrechts, dann erschafft er sich selbst — als Fisch, Schildkröte und Eber, als Mannlöwe, Zwerg, als Hari, als Sādhya, als Nārāyaṇa, als Viṣṇu, aus dem eigenen Wesen des Kaśyapa entsprungen, als Rāma und Rāma und wieder Rāma, und als Vāsudeva, der Yādava; als Kalkin wird er, ein Brahmane, wieder erscheinen, wenn das Zeitalter zu Ende geht, Hari.
Wort für Wort
cintyate yogibhiḥ nityam
stets wird von den Yogins erwogen (3. Sg. Präs. Pass. von cint / Instr. Pl. m. / Adv.)
tat viṣṇoḥ paramam padam
jener höchste Zustand Viṣṇus (Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n.)
yadā yadā hi dharmasya glāniḥ
denn wann immer ein Schwinden des Dharma (Adv. / Adv. / Partikel / Gen. Sg. m. / Nom. Sg. f.)
loke pravartate
in der Welt eintritt (Lok. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Med. von pra-vṛt)
abhyutthānam adharmasya
ein Erstarken des Unrechts (Nom. Sg. n. / Gen. Sg. m.)
tadā ātmānam sṛjati asau
dann erschafft er sich selbst (Adv. / Akk. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Akt. von sṛj / Nom. Sg. m.)
matsyaḥ kūrmaḥ varāhaḥ ca
als Fisch, Schildkröte und Eber (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel)
nṛsiṃhaḥ vāmanaḥ hariḥ
als Mannlöwe, Zwerg, als Hari (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
sādhyaḥ nārāyaṇaḥ viṣṇuḥ
als Sādhya, als Nārāyaṇa, als Viṣṇu (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
kaśyapasya ātmasaṃbhavaḥ
aus dem eigenen Wesen des Kaśyapa entsprungen (Gen. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
rāmaḥ rāmaḥ ca rāmaḥ ca
als Rāma und Rāma und wieder Rāma (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m. / Partikel)
vāsudevaḥ ca yādavaḥ
und als Vāsudeva, der Yādava (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
kalkī bhaviṣyate vipraḥ
als Kalkin wird er, ein Brahmane, erscheinen (Nom. Sg. m. / 3. Sg. Fut. Med. von bhū / Nom. Sg. m.)
yuge kṣīṇe punaḥ hariḥ
wenn das Zeitalter zu Ende geht, wieder Hari (Lok. Sg. n. / Lok. Sg. n. / Adv. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Sieben apparatus-Zeilen (*1442_01–07) werden mit dem Hauptvers verbunden; hier beginnt die Aufzählung der Avatāras Viṣṇus.]
ekenaivātmanā viśvaṃ sthāvaraṃ jaṅgamaṃ ca yat tat sarvaṃ viṣṇunā sṛṣṭam anantena mahātmanā tapa eṣa prakurute lokānāṃ hitakāmyayā tapaḥpradhānena kṛto lokaś cāpi pravartate ato nimittaṃ hi haris tapaś carati nityaśaḥ varāṃś ca prārthayaty asmāt pradhānād devasattamāt badarīṃ samupāgamya viṣṇunā viṣṇunā saha tapaś cīrṇaṃ viśālāyām etat te kathitaṃ mayā
Mit einem einzigen Wesen [durchdringt er] das All, das Feste wie das Bewegliche; all dies ist von Viṣṇu geschaffen, dem Endlosen, dem Hochgesinnten. Er übt Askese, im Wunsch nach dem Wohl der Welten; durch die Vorrangstellung der Askese wird die Welt geschaffen und besteht fort. Aus diesem Grund übt Hari stets Askese, und er erbittet Gaben von diesem höchsten der Götter, dem Urgrund. Nachdem er nach Badarī gegangen war, zusammen mit Viṣṇu — Viṣṇu [übte] Askese, vollzogen in Viśālā — dies habe ich dir erzählt.
Wort für Wort
ekena eva ātmanā viśvam
mit einem einzigen Wesen das All (Instr. Sg. m. / Partikel / Instr. Sg. m. / Akk. Sg. n.)
sthāvaram jaṅgamam ca yat
das Feste wie das Bewegliche (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. n.)
tat sarvam viṣṇunā sṛṣṭam
all dies ist von Viṣṇu geschaffen (Nom. Sg. n. / Nom. Sg. n. / Instr. Sg. m. / Nom. Sg. n.)
anantena mahātmanā
dem Endlosen, dem Hochgesinnten (Instr. Sg. m. / Instr. Sg. m.)
tapaḥ eṣa prakurute
er übt Askese (Akk. Sg. n. / Nom. Sg. m. / 3. Sg. Präs. Med. von pra-kṛ)
lokānām hitakāmyayā
im Wunsch nach dem Wohl der Welten (Gen. Pl. m. / Instr. Sg. f.)
tapaḥpradhānena kṛtaḥ
durch die Vorrangstellung der Askese geschaffen (Instr. Sg. n. / Nom. Sg. m.)
lokaḥ ca api pravartate
besteht die Welt fort (Nom. Sg. m. / Partikel / Partikel / 3. Sg. Präs. Med. von pra-vṛt)
ataḥ nimittam hi hariḥ
aus diesem Grund übt Hari (Adv. / Akk. Sg. n. / Partikel / Nom. Sg. m.)
tapaḥ carati nityaśaḥ
stets Askese (Akk. Sg. n. / 3. Sg. Präs. Akt. von car / Adv.)
varān ca prārthayati asmāt
und er erbittet Gaben von diesem (Akk. Pl. m. / Partikel / 3. Sg. Präs. Med. von prārth / Abl. Sg. n.)
pradhānāt devasattamāt
Urgrund, dem höchsten der Götter (Abl. Sg. n. / Abl. Sg. m.)
badarīm samupāgamya
nach Badarī gehend (Akk. Sg. f. / Absolutiv)
viṣṇunā viṣṇunā saha
zusammen mit Viṣṇu, Viṣṇu (Instr. Sg. m. / Instr. Sg. m. / Präp.)
tapaḥ cīrṇam viśālāyām
Askese vollzogen in Viśālā (Akk. Sg. n. / Akk. Sg. n. / Lok. Sg. f.)
etat te kathitam mayā
dies habe ich dir erzählt (Akk. Sg. n. / Dat. Sg. / Akk. Sg. n. / Instr. Sg.)
[Anm.: Acht weitere apparatus-Zeilen (*1442_08–15) werden mit dem Hauptvers verbunden; damit endet die Aufzählung der Avatāras Viṣṇus.]
hṛṣṭalomā ca vaśyātmā namaskṛtya maharṣaye varūthinīm abhipretya avahāram akārayat
Mit sich sträubendem Haar vor Freude, seiner selbst mächtig, erwies er dem großen Weisen Verehrung, wandte sich dem Heer zu und ließ den Rückzug ausführen.
Wort für Wort
hṛṣṭalomā ca vaśyātmā
mit sich sträubendem Haar vor Freude, seiner selbst mächtig (Nom. Sg. m. / Partikel / Nom. Sg. m.)
namaskṛtya maharṣaye
dem großen Weisen Verehrung erweisend (Absolutiv / Dat. Sg. m.)
varūthinīm abhipretya
sich dem Heer zuwendend (Akk. Sg. f. / Absolutiv)
avahāram akārayat
ließ er den Rückzug ausführen (Akk. Sg. m. / 3. Sg. Impf. Kaus. Akt. von kṛ)
Nachdem er fünf Tage lang Krieg geführt und das Heer vernichtet hatte, ging Droṇa, o König, ein Brahmane, der die Veden gemeistert hatte, in die Welt Brahmans ein.
Wort für Wort
yuddham kṛtvā dinān pañca
nachdem er fünf Tage lang Krieg geführt hatte (Akk. Sg. n. / Absolutiv / Akk. Pl. m. / Num.)
droṇaḥ hatvā varūthinīm
Droṇa, das Heer vernichtend (Nom. Sg. m. / Absolutiv / Akk. Sg. f.)
brahmalokam gataḥ rājan
ging in die Welt Brahmans ein, o König (Akk. Sg. m. / Nom. Sg. m. / Vok. Sg. m.)
brāhmaṇaḥ vedapāragaḥ
ein Brahmane, der die Veden gemeistert hatte (Nom. Sg. m. / Nom. Sg. m.)
[Anm.: Die abschließende Sprecherangabe „dhṛtarāṣṭra uvāca“ (07,173.001) gehört bereits zum nächsten Kapitel und wurde ausgelassen.]