Subhadrā bricht in eine lange, ergreifende Totenklage um Abhimanyu aus (CQ-Region 1): sie beschreibt sein einst strahlendes, nun blutbedecktes und von Aasfressern umlagertes Antlitz, klagt die Beschützer an, die ihn nicht retten konnten, erinnert sich an ihn als Kind an ihrer Brust, verflucht die Heldenscharen, die seinen Fall nicht bemerkten, sorgt sich um seine junge Witwe Uttarā und schließt mit einem langen, formelhaften Segenswunsch, in dem sie ihrem Sohn die höchsten jenseitigen Zustände der Tugendhaften aller Art wünscht. Draupadī und Uttarā kommen hinzu und brechen ebenfalls zusammen; Kṛṣṇa tröstet Subhadrā mit wenigen knappen Worten (CQ-Region 2) und begibt sich dann zu Arjuna.
Saṃjaya sprach: Nachdem sie dieses Wort des großmütigen Keśava gehört hatte, brach Subhadrā, vom Kummer um ihren Sohn gequält, in Wehklage aus, tief bekümmert.
Wort für Wort
etac chrutvā vacas tasya
nachdem sie dieses Wort gehört hatte (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
keśavasya mahātmanaḥ
des großmütigen Keśava (Gen.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
subhadrā putraśokārtā
Subhadrā, vom Kummer um ihren Sohn gequält (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
vilalāpa suduḥkhitā
brach in Wehklage aus, tief bekümmert (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Reine Erzählung Saṃjayas — keine Markierung.]
hā putra mama mandāyāḥ kathaṃ saṃyugam etya ha nidhanaṃ prāptavāṃs tāta pitṛtulyaparākramaḥ
„Ha, mein Sohn! Wie hast du, mein Kind, dem Vater an Tapferkeit gleich, in die Schlacht gezogen, den Tod gefunden — während ich, deine Mutter, es töricht nicht ahnte?
Wort für Wort
hā putra mama mandāyāḥ
ha, mein Sohn, von mir, der törichten (Interj. + Vok.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
kathaṃ saṃyugam etya ha
wie, in die Schlacht gezogen (Interr.Adv. + Akk.Sg. + Ger. + Partikel)
nidhanaṃ prāptavāṃs tāta
hast du den Tod gefunden, mein Kind (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Vok.Sg.)
pitṛtulyaparākramaḥ
dem Vater an Tapferkeit gleich (Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Hier öffnet CQ-Region 1 — Subhadrās lange Totenklage um Abhimanyu.]
Gewiss sehen sie dich jetzt, den gefallenen Helden, den niemals Zurückweichenden, mit schönem Haupt, Nacken, Armen und Schultern, breitbrüstig, schlank in der Taille,
Wort für Wort
nūnaṃ śūraṃ nipatitam
gewiss den gefallenen Helden (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Ptz.)
tvāṃ paśyanty anivartinam
sehen sie dich, den niemals Zurückweichenden (Akk.Sg. + 3.Pl.Präs. + Akk.Sg.Kompositum)
suśirogrīvabāhvaṃsam
mit schönem Haupt, Nacken, Armen, Schultern (Akk.Sg.Kompositum)
vyūḍhoraskaṃ nirūdaram
breitbrüstig, schlank in der Taille (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
Du, dessen Lager einst mit kostbaren, [alle Rivalen] übertreffenden Decken bedeckt war — wie liegst du heute auf der Erde, hingeworfen, du, der an Behagen Gewöhnte?
Wort für Wort
śayanīyaṃ purā yasya
dessen Lager einst (Nom.Sg. + Adv. + Gen.Sg.)
spardhyāstaraṇasaṃvṛtam
mit kostbaren, wetteifernden Decken bedeckt (Nom.Sg.Kompositum)
bhūmāv adya kathaṃ śeṣe
heute, wie liegst du auf der Erde (Lok.Sg. + Adv. + Interr.Adv. + 2.Sg.Präs.Med.)
vipraviddhaḥ sukhocitaḥ
hingeworfen, der an Behagen Gewöhnte (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
yo 'stūyata purā hṛṣṭaiḥ sūtamāgadhabandibhiḥ so 'dya kravyādgaṇair ghorair vinadadbhir upāsyate
Du, der einst von frohen Sūtas, Māgadhas und Barden gepriesen wurdest — du wirst heute von schrecklichen, heulenden Scharen der Fleischfresser umlagert.
Wort für Wort
yo 'stūyata purā hṛṣṭaiḥ
der einst von frohen [Leuten] gepriesen wurde (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Pass. + Adv. + Instr.Pl.)
sūtamāgadhabandibhiḥ
von Sūtas, Māgadhas und Barden (Instr.Pl.Kompositum)
so 'dya kravyādgaṇair ghoraiḥ
er wird heute von schrecklichen Scharen der Fleischfresser (Nom.Sg. + Adv. + Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.)
vinadadbhir upāsyate
von heulenden umlagert (Instr.Pl.Ptz. + 3.Sg.Präs.Pass.)
pāṇḍaveṣu ca nātheṣu vṛṣṇivīreṣu cābhibho pāñcāleṣu ca vīreṣu hataḥ kenāsy anāthavat yatra tvaṃ keśave nāthe satyanātho yathā hataḥ
Während doch die Pāṇḍavas deine Beschützer waren, o Mächtiger, und die Vṛṣṇi-Helden, und die Pāñcāla-Helden — durch wen bist du wie beschützerlos erschlagen worden, da du doch, mit Keśava als Beschützer, erschlagen wurdest, als wärest du wahrhaft ohne Beschützer?
Wort für Wort
pāṇḍaveṣu ca nātheṣu
während die Pāṇḍavas Beschützer waren (Lok.Pl. + Konj. + Lok.Pl.)
vṛṣṇivīreṣu cābhibho
und die Vṛṣṇi-Helden, o Mächtiger (Lok.Pl.Kompositum + Konj. + Vok.Sg.)
pāñcāleṣu ca vīreṣu
und die Pāñcāla-Helden (Lok.Pl. + Konj. + Lok.Pl.)
hataḥ kenāsy anāthavat
bist du durch wen wie beschützerlos erschlagen (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Sg.+2.Sg.Präs. + Adv.)
yatra tvaṃ keśave nāthe
da du, mit Keśava als Beschützer (Adv. + Nom.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
satyanātho yathā hataḥ
als wärest du wahrhaft beschützerlos erschlagen (Nom.Sg.Kompositum + Adv. + Nom.Sg.Ptz.)
ehy ehi tṛṣito vatsa stanau pūrṇau pibāśu me aṅkam āruhya mandāyā hy atṛptāyāś ca darśane
Komm, komm, durstiges Kind, trink rasch von meinen vollen Brüsten, auf meinen Schoß gestiegen — [ich,] die törichte, die unersättliche im Anblick [deiner]!
Schande über die Kraft Bhīmasenas! Schande über Pārtha, den Besten der Bogenschützen! Schande über die Tapferkeit der Vṛṣṇi-Helden, und Schande über die Kraft der Pāñcālas!
Wort für Wort
dhig balaṃ bhīmasenasya
Schande über die Kraft Bhīmasenas (Interj. + Akk.Sg. + Gen.Sg.)
dhik pārthasya dhanuṣmatām
Schande über Pārtha, den Besten der Bogenschützen (Interj. + Gen.Sg. + Gen.Pl.)
dhig vīryaṃ vṛṣṇivīrāṇām
Schande über die Tapferkeit der Vṛṣṇi-Helden (Interj. + Akk.Sg. + Gen.Pl.Kompositum)
pāñcālānāṃ ca dhig balam
und Schande über die Kraft der Pāñcālas (Gen.Pl. + Konj. + Interj. + Akk.Sg.)
dhik kekayāṃs tathā cedīn matsyāṃś caivātha sṛñjayān ye tvā raṇe gataṃ vīraṃ na jānanti nipātitam
Schande über die Kekayas, und ebenso die Cedis, und die Matsyas, und auch die Sṛñjayas, die nicht wissen, dass du, der Held, in die Schlacht gegangen, gefallen bist!
Wort für Wort
dhik kekayāṃs tathā cedīn
Schande über die Kekayas, ebenso die Cedis (Interj. + Akk.Pl. + Adv. + Akk.Pl.)
matsyāṃś caivātha sṛñjayān
die Matsyas und auch die Sṛñjayas (Akk.Pl. + Konj.+Konj.+Adv. + Akk.Pl.)
ye tvā raṇe gataṃ vīram
die, dass du, der Held, in die Schlacht gegangen (Nom.Pl. + Akk.Sg. + Lok.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
na jānanti nipātitam
nicht wissen, dass du gefallen bist (Neg. + 3.Pl.Präs. + Akk.Sg.Ptz.)
Heute sehe ich die Erde wie leer, ihres Glanzes beraubt, da ich Abhimanyu nicht [mehr] sehe, die Augen von Kummer verwirrt; ihn, den leibhaftigen Enkel Maghavans [Indra], den Sohn des Trägers von Gāṇḍīva, den Neffen Vāsudevas — ihn umlagern jetzt Geier.
Wort für Wort
adya paśyāmi pṛthivīṃ śūnyām
heute sehe ich die Erde wie leer (Adv. + 1.Sg.Präs. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
iva hatatviṣam
wie ihres Glanzes beraubt (Konj. + Akk.Sg.Kompositum)
abhimanyum apaśyantī
da ich Abhimanyu nicht sehe (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz.Neg.)
śokavyākulalocanā
die Augen von Kummer verwirrt (Nom.Sg.Kompositum)
sākṣān maghavataḥ pautram
den leibhaftigen Enkel Maghavans (Adv. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
putraṃ gāṇḍīvadhanvanaḥ
den Sohn des Trägers von Gāṇḍīva (Akk.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
svasrīyaṃ vāsudevasya
den Neffen Vāsudevas (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
taṃ gṛdhrāḥ paryupāsate
ihn umlagern Geier (Akk.Sg. + Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.Med.)
imāṃ te taruṇīṃ bhāryāṃ tvadādhibhir abhiplutām uttarām uttarāṃ jātyā suśīlāṃ priyabhāṣiṇīm śanakaiḥ parirabhyaināṃ snuṣāṃ mama yaśasvinīm sukumārīṃ viśālākṣīṃ pūrṇacandranibhānanām
Diese deine junge Gattin, überwältigt von Angst um dich, Uttarā, der Geburt nach eine Höherstehende [ein Wortspiel mit ihrem Namen], von gutem Charakter, lieblich sprechend — sie sanft umarmend, meine ruhmreiche Schwiegertochter, zartgliedrig, großäugig, mit einem Gesicht wie der volle Mond,
mit einem Gesicht wie der volle Mond (Akk.Sg.Kompositum)
[Anm.: »Uttarā« bedeutet wörtlich »die Höhere, Überlegene« — der Name wird hier bewusst als Wortspiel aufgegriffen (»uttarāṃ jātyā«, »der Geburt nach eine Höherstehende«).]
mit Gliedern zart wie ein junger Sprössling, mit dem Gang eines brünstigen Elefanten, mit Lippen wie die Bimba-Frucht, die Hilflose — Abhimanyu, erfreue sie [wieder]! Ohne dich, mein Sohn, wie soll ich, gealtert, den Sinn gebrochen, wie soll ich sie erhalten — wie eine Kuh ohne ihr Kalb?
Wort für Wort
bālapallavatanvaṅgīṃ
mit Gliedern zart wie ein junger Sprössling (Akk.Sg.Kompositum)
mattamātaṅgagāminīm
mit dem Gang eines brünstigen Elefanten (Akk.Sg.Kompositum)
bimbādharoṣṭhīm abalām
mit Lippen wie die Bimba-Frucht, die Hilflose (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
abhimanyo praharṣaya
Abhimanyu, erfreue sie (Vok.Sg. + 2.Sg.Imp.Kaus.)
tvayā vinā kathaṃ putra
ohne dich, wie, mein Sohn (Instr.Sg. + Postp. + Interr.Adv. + Vok.Sg.)
jīrṇāṃ patitamānasām
gealtert, den Sinn gebrochen [wie soll ich sie] (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
kathaṃ saṃdhārayiṣyāmi
wie soll ich sie erhalten (Interr.Adv. + 1.Sg.Fut.)
vivatsām iva dhenukām
wie eine Kuh ohne ihr Kalb (Akk.Sg.Kompositum + Konj. + Akk.Sg.)
aho hy akāle prasthānaṃ kṛtavān asi putraka vihāya phalakāle māṃ sugṛddhāṃ tava darśane
Ach, zu unrechter Zeit hast du den Aufbruch vollzogen, mein Kind, mich verlassend zur Zeit der [erhofften] Frucht, mich, die so begierig nach deinem Anblick war!
Wort für Wort
aho hy akāle prasthānaṃ
ach, zu unrechter Zeit den Aufbruch (Interj. + Partikel + Lok.Sg. + Akk.Sg.)
kṛtavān asi putraka
hast du vollzogen, mein Kind (Nom.Sg.Ptz. + 2.Sg.Präs. + Vok.Sg.)
vihāya phalakāle mām
mich verlassend zur Zeit der Frucht (Ger. + Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
sugṛddhāṃ tava darśane
die so begierig nach deinem Anblick (Akk.Sg.Kompositum + Gen.Sg. + Lok.Sg.)
Gewiss ist der Weg des Schicksals selbst für die Weisen schwer zu ergründen, da du, mit Keśava als Beschützer, in der Schlacht wie beschützerlos erschlagen wurdest.
Wort für Wort
nūnaṃ gatiḥ kṛtāntasya
gewiss ist der Weg des Schicksals (Adv. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
prājñair api sudurvidā
selbst für die Weisen schwer zu ergründen (Instr.Pl. + Konj. + Nom.Sg.)
yatra tvaṃ keśave nāthe
da du, mit Keśava als Beschützer (Adv. + Nom.Sg. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
saṃgrāme 'nāthavad dhataḥ
in der Schlacht wie beschützerlos erschlagen (Lok.Sg. + Adv. + Nom.Sg.Ptz.)
[Möge dich der Zustand erreichen] der Opferer, der freigebig Veranlagten, der selbstbeherrschten Brahmanen, derer, die Keuschheit geübt haben, derer, die in heiligen Furten gebadet haben,
Wort für Wort
yajvanāṃ dānaśīlānām
der Opferer, der freigebig Veranlagten (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
brāhmaṇānāṃ kṛtātmanām
der selbstbeherrschten Brahmanen (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
caritabrahmacaryāṇām
derer, die Keuschheit geübt haben (Gen.Pl.Kompositum)
puṇyatīrthāvagāhinām
derer, die in heiligen Furten gebadet haben (Gen.Pl.Kompositum)
[Anm.: Hier beginnt Subhadrās langer, formelhafter Segenswunsch, in dem sie ihrem toten Sohn nacheinander die jenseitigen Zustände zahlreicher Kategorien Tugendhafter wünscht — weiterhin innerhalb von CQ-Region 1.]
Der Zustand kämpfender, niemals zurückweichender Helden, die, nachdem sie Feinde erschlagen hatten, selbst in der Schlacht erschlagen wurden — geh zu jenem Zustand!
Wort für Wort
yā gatir yudhyamānānām
der Zustand kämpfender (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Pl.Ptz.)
Der Zustand der Geber von tausend Kühen, und der Geber bei Opfern; der glückverheißende Zustand derer, die das geziemende [Brautgeschenk] geben; und derer, die einen Schatz vertrauensvollen Brahmanen zur Verwahrung übergeben; und auch der Zustand derer, die den Stab [der Gewalt] niedergelegt haben — geh zu jenem Zustand, mein Kind!
Wort für Wort
gosahasrapradātṝṇām
der Geber von tausend Kühen (Gen.Pl.Kompositum)
kratudānāṃ ca yā gatiḥ
und der Geber bei Opfern, welcher Zustand (Gen.Pl.Kompositum + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
naiveśikaṃ cābhimataṃ dadatām
und derer, die das geziemende [Brautgeschenk] geben (Akk.Sg. + Konj.+Akk.Sg. + Gen.Pl.Ptz.)
Den Zustand, den Weise von strengen Gelübden durch Keuschheit erreichen, und den Zustand, den Frauen, die nur einem Gatten ergeben sind, erreichen — geh zu jenem Zustand, mein Kind!
Wort für Wort
brahmacaryeṇa yāṃ yānti
durch Keuschheit, den sie erreichen (Instr.Sg. + Akk.Sg. + 3.Pl.Präs.)
munayaḥ saṃśitavratā
Weise von strengen Gelübden (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
ekapatnyaś ca yāṃ yānti
und den Frauen mit nur einem Gatten, den sie erreichen (Nom.Pl.Kompositum + Konj. + Akk.Sg. + 3.Pl.Präs.)
Und der ewige Zustand, der den Königen durch gutes Verhalten zuteilwird; [der Zustand] derer, die den vier Lebensstufen angehören, durch Verdienste geläutert, durch gute Beobachtungen wohlbewahrt,
Wort für Wort
rājñāṃ sucaritair yā ca
und der den Königen durch gutes Verhalten (Gen.Pl. + Instr.Pl.Kompositum + Nom.Sg. + Konj.)
dīnānukampināṃ yā ca satataṃ saṃvibhāginām paiśunyāc ca nivṛttānāṃ tāṃ gatiṃ vraja putraka
und derer, die mit den Elenden Mitleid haben, und derer, die stets teilen, und derer, die von Verleumdung abgelassen haben — geh zu jenem Zustand, mein Kind!
Wort für Wort
dīnānukampināṃ yā ca
und derer, die mit den Elenden Mitleid haben (Gen.Pl.Kompositum + Nom.Sg. + Konj.)
satataṃ saṃvibhāginām
und derer, die stets teilen (Adv. + Gen.Pl.Kompositum)
paiśunyāc ca nivṛttānām
und derer, die von Verleumdung abgelassen haben (Abl.Sg. + Konj. + Gen.Pl.Ptz.)
vratināṃ dharmaśīlānāṃ guruśuśrūṣiṇām api amoghātithināṃ yā ca tāṃ gatiṃ vraja putraka
Der Zustand der Gelübdetreuen, der rechtschaffenen Veranlagten, und auch derer, die dem Lehrer dienen, und derer, deren Gäste nie unbefriedigt fortgehen — geh zu jenem Zustand, mein Kind!
Wort für Wort
vratināṃ dharmaśīlānām
der Gelübdetreuen, der rechtschaffenen Veranlagten (Gen.Pl. + Gen.Pl.Kompositum)
guruśuśrūṣiṇām api
und auch derer, die dem Lehrer dienen (Gen.Pl.Kompositum + Konj.)
amoghātithināṃ yā ca
und derer, deren Gäste nie unbefriedigt fortgehen (Gen.Pl.Kompositum + Nom.Sg. + Konj.)
kṛcchreṣu yā dhārayatām ātmānaṃ vyasaneṣu ca gatiḥ śokāgnidagdhānāṃ tāṃ gatiṃ vraja putraka pitur mātuś ca śuśrūṣāṃ kalpayantīha ye sadā svadāraniratānāṃ ca yā gatis tām avāpnuhi
[Der Zustand] derer, die sich selbst in Mühsal und in Unglücksfällen aufrecht erhalten — der Zustand der von der Feuersglut des Kummers Verbrannten — geh zu jenem Zustand, mein Kind! Derer, die hier stets dem Vater und der Mutter Dienst leisten, und derer, die ihrer eigenen Gattin ergeben sind — erlange jenen Zustand!
Der Zustand hochgesinnter Männer, die zur [fruchtbaren] Zeit zu ihrer eigenen Gattin gehen, und nicht der Frauen anderer nachstellen — geh zu jenem Zustand, mein Kind!
Wort für Wort
ṛtukāle svakāṃ patnīṃ
zur [fruchtbaren] Zeit zur eigenen Gattin (Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
sāmnā ye sarvabhūtāni gacchanti gatamatsarāḥ nāruṃtudānāṃ kṣamiṇāṃ yā gatis tām avāpnuhi
[Der Zustand] derer, die sich allen Wesen mit Sanftmut nähern, frei von Neid; der Zustand derer, die nicht verletzen [mit harten Worten], der Nachsichtigen — erlange jenen Zustand!
Wort für Wort
sāmnā ye sarvabhūtāni
die sich allen Wesen mit Sanftmut (Instr.Sg. + Nom.Pl. + Akk.Pl.)
gacchanti gatamatsarāḥ
nähern, frei von Neid (3.Pl.Präs. + Nom.Pl.Kompositum)
nāruṃtudānāṃ kṣamiṇāṃ
derer, die nicht verletzen, der Nachsichtigen (Gen.Pl.Kompositum + Gen.Pl.)
Der Zustand derer, die sich Honig[wein] und Fleisch enthalten haben, [derer, die sich] von Rausch, Heuchelei und ebenso von Unwahrheit, und vom Verursachen fremden Leids losgesagt haben — geh zu jenem Zustand, mein Kind!
Wort für Wort
madhumāṃsanivṛttānām
derer, die sich Honigwein und Fleisch enthalten haben (Gen.Pl.Kompositum)
madād dambhāt tathānṛtāt
von Rausch, Heuchelei, und ebenso von Unwahrheit (Abl.Sg. + Abl.Sg. + Adv.+Abl.Sg.)
paropatāpatyaktānām
und vom Verursachen fremden Leids losgesagt (Gen.Pl.Kompositum)
Den Zustand, den die Schamhaften, Kenner aller Lehrschriften, im Wissen Befriedigten, die ihre Sinne Beherrschenden — die Rechtschaffenen — erreichen, geh zu jenem Zustand, mein Kind!“
Wort für Wort
hrīmantaḥ sarvaśāstrajñā
die Schamhaften, Kenner aller Lehrschriften (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
jñānatṛptā jitendriyāḥ
im Wissen Befriedigten, die ihre Sinne Beherrschenden (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.Kompositum)
yāṃ gatiṃ sādhavo yānti
den Zustand, den die Rechtschaffenen erreichen (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Pl. + 3.Pl.Präs.)
tāḥ prakāmaṃ ruditvā ca vilapya ca suduḥkhitāḥ draupadī śokasaṃtaptā ruditvā ca vilapya ca unmattavat tadā rājan visaṃjñā nyapatan kṣitau
Sie, nachdem sie ausgiebig geweint und geklagt hatten, tief bekümmert — Draupadī, von Kummer versengt, geweint und geklagt habend — fielen da, o König, wie von Sinnen, bewusstlos zu Boden.
sopacāras tu kṛṣṇas tāṃ duḥkhitāṃ bhṛśaduḥkhitaḥ siktvāmbhasā samāśvāsya tat tad uktvā hitaṃ vacaḥ
Kṛṣṇa aber, selbst tief bekümmert, doch besonnen in Fürsorge, besprengte sie, die Leidende, mit Wasser, tröstete sie und sprach dies und jenes heilsame Wort.
Wort für Wort
sopacāras tu kṛṣṇas
Kṛṣṇa aber, besonnen in Fürsorge (Nom.Sg.Kompositum + Konj. + Nom.Sg.)
tāṃ duḥkhitāṃ bhṛśaduḥkhitaḥ
sie, die Leidende, selbst tief bekümmert (Akk.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
siktvāmbhasā samāśvāsya
mit Wasser besprengt habend, getröstet habend (Ger.+Instr.Sg. + Ger.)
tat tad uktvā hitaṃ vacaḥ
dies und jenes heilsame Wort gesprochen habend (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
„O Subhadrā, gräme dich nicht um deinen Sohn; tröste Pāñcālī und Uttarā. Abhimanyu, der Stier unter den Kṣatriyas, ist zu einem berühmten Zustand gegangen.
Wort für Wort
subhadre mā śucaḥ putraṃ
o Subhadrā, gräme dich nicht um deinen Sohn (Vok.Sg. + Proh. + 2.Sg.Aor. + Akk.Sg.)
pāñcālyāśvāsayottarām
tröste Pāñcālī und Uttarā (Akk.Sg.+2.Sg.Imp.Kaus.+Akk.Sg.)
gato 'bhimanyuḥ prathitāṃ gatim
ist Abhimanyu zu einem berühmten Zustand gegangen (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
kṣatriyapuṃgavaḥ
der Stier unter den Kṣatriyas (Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Hier öffnet CQ-Region 2 — Kṛṣṇas kurze zweite Trostrede.]
ye cānye 'pi kule santi puruṣā no varānane sarve te vai gatiṃ yāntu abhimanyor yaśasvinaḥ
Und welche anderen Männer es auch in unserem Geschlecht gibt, o Schöngesichtige — mögen sie alle wahrlich den Zustand des ruhmreichen Abhimanyu erreichen!
Wort für Wort
ye cānye 'pi kule santi
und welche anderen es auch im Geschlecht gibt (Nom.Pl. + Konj.+Nom.Pl.+Konj. + Lok.Sg. + 3.Pl.Präs.)
puruṣā no varānane
Männer, in unserem, o Schöngesichtige (Nom.Pl. + Gen.Pl. + Vok.Sg.Kompositum)
sarve te vai gatiṃ yāntu
mögen sie alle wahrlich den Zustand erreichen (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg. + 3.Pl.Imp.)
kuryāma tad vayaṃ karma kriyāsuḥ suhṛdaś ca naḥ kṛtavān yādṛg adyaikas tava putro mahārathaḥ
Möchten wir jene Tat vollbringen, und mögen unsere Freunde sie vollbringen — so wie sie dein Sohn, der große Wagenkämpfer, heute allein vollbracht hat.“
Wort für Wort
kuryāma tad vayaṃ karma
möchten wir jene Tat vollbringen (1.Pl.Opt. + Akk.Sg. + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
kriyāsuḥ suhṛdaś ca naḥ
und mögen unsere Freunde sie vollbringen (3.Pl.Opt. + Nom.Pl. + Konj. + Gen.Pl.)
kṛtavān yādṛg adyaikaḥ
so wie er heute allein vollbracht hat (Nom.Sg.Ptz. + Adv. + Adv.+Nom.Sg.)
tava putro mahārathaḥ
dein Sohn, der große Wagenkämpfer (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Hiermit schließt CQ-Region 2 (Kṛṣṇas zweite Trostrede).]
Saṃjaya sprach: So, nachdem er seine Schwester, und Draupadī, und auch Uttarā getröstet hatte, begab sich der Starkarmige, der Bezwinger der Feinde, zur Seite Pārthas selbst.
Wort für Wort
evam āśvāsya bhaginīṃ
so, seine Schwester getröstet habend (Adv. + Ger. + Akk.Sg.)
draupadīm api cottarām
und Draupadī, und auch Uttarā (Akk.Sg. + Konj. + Konj.+Akk.Sg.)
pārthasyaiva mahābāhuḥ
der Starkarmige, zu Pārthas selbst (Gen.Sg.+Partikel + Nom.Sg.Kompositum)
pārśvam āgād ariṃdamaḥ
Seite begab sich der Bezwinger der Feinde (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Reine Erzählung Saṃjayas — keine Markierung.]
tato 'bhyanujñāya nṛpān kṛṣṇo bandhūṃs tathābhibhūḥ viveśāntaḥpuraṃ rājaṃs te 'nye jagmur yathālayam
Da, nachdem er von den Königen und ebenso den Verwandten Abschied genommen hatte, betrat Kṛṣṇa, der Allbezwinger, das innere Gemach; o König, die anderen gingen, jeder zu seiner eigenen Wohnstätte.
Wort für Wort
tato 'bhyanujñāya nṛpān
da, von den Königen Abschied genommen habend (Adv. + Ger. + Akk.Pl.)
kṛṣṇo bandhūṃs tathābhibhūḥ
Kṛṣṇa, der Allbezwinger, ebenso den Verwandten (Nom.Sg. + Akk.Pl. + Adv.+Nom.Sg.Kompositum)
viveśāntaḥpuraṃ rājan
betrat das innere Gemach, o König (3.Sg.Perf.+Akk.Sg.Kompositum + Vok.Sg.)
te 'nye jagmur yathālayam
die anderen gingen, jeder zu seiner Wohnstätte (Nom.Pl. + Nom.Pl. + 3.Pl.Perf. + Adv.Kompositum)
[Anm.: Mit dem folgenden Vers 07,056.001 beginnt ein neues Kapitel.]