Das Kapitel schildert den Tod Abhimanyus: den Verlust seines letzten Wagenrads, den Übergang zum Kampf mit der Keule gegen Aśvatthāman, den beiderseitig tödlichen Keulenkampf mit Dauḥśāsani (Duḥśāsanas Sohn), Abhimanyus Todesrede (in einem umfangreichen, textkritisch unsicheren Einschub überliefert), die ausgedehnte, kunstvoll-elegische Schlachtfeld-Beschreibung, Yudhiṣṭhiras Trauer und Trost-rede an seine Krieger, sowie die abschließenden, in Triṣṭubh-Metrum gehaltenen Verse, die Nacht, Verwüstung und aasfressende Wesen auf dem Schlachtfeld schildern und mit dem Bild des toten Abhimanyu als erloschenem Opferfeuer enden.
viṣṇoḥ svasānandikaraḥ sa viṣṇvāyudhabhūṣitaḥ rarājātirathaḥ saṃkhye janārdana ivāparaḥ
Er, der Gladdener der Schwester Viṣṇus [Subhadrā, als deren Sohn Abhimanyu somit Viṣṇus/Kṛṣṇas Neffe ist], mit Viṣṇus Waffe [dem Diskus] geschmückt, erstrahlte als überragender Wagenkämpfer im Kampfgetümmel wie ein zweiter Janārdana [Kṛṣṇa].
Wort für Wort
viṣṇoḥ svasānandikaraḥ
der Gladdener der Schwester Viṣṇus (Gen.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
sa viṣṇvāyudhabhūṣitaḥ
er, mit Viṣṇus Waffe geschmückt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
rarājātirathaḥ saṃkhye
erstrahlte als überragender Wagenkämpfer im Kampf (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Kompositum + Lok.Sg.)
janārdana ivāparaḥ
wie ein zweiter Janārdana (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
[Anm.: V.1 bildet eine Einheit. 'svasānandikara' spielt auf Abhimanyus Mutter Subhadrā, Kṛṣṇas Schwester, an; der hier erwähnte Diskus ist das zuvor (Kap.47 Ende) angedeutete, Kṛṣṇa-ähnliche Wagenrad, das Abhimanyu nun als letzte Waffe führt.]
mārutoddhūtakeśāntam udyatārivarāyudham vapuḥ samīkṣya pṛthvīśā duḥsamīkṣyaṃ surair api
Sein Leib, das Haar vom Wind aufgewühlt, die Waffe gegen die vorzüglichen Feinde erhoben, war für die Herrscher der Erde anzusehen wie etwas, das selbst für die Götter schwer anzuschauen war —
Wort für Wort
mārutoddhūtakeśāntam
das Haar vom Wind aufgewühlt (Akk.Sg.Kompositum)
udyatārivarāyudham
die Waffe gegen die vorzüglichen Feinde erhoben (Akk.Sg.Kompositum)
vapuḥ samīkṣya pṛthvīśā
den Leib betrachtend, die Herrscher der Erde (Akk.Sg. + Ger. + Nom.Pl.)
duḥsamīkṣyaṃ surair api
schwer anzuschauen selbst für die Götter (Akk.Sg. + Instr.Pl. + Partikel)
[Anm.: V.2 (mit Einschub *0329_01-02) bildet eine Einheit. Der Einschub führt den Vergleich weiter: 'Würde dieses Rad aus der Hand des Phālguni [hier: Abhimanyu, als Sohn/Angehöriger Arjuna-Phalgunas] entgleiten, so würde es, durch die Gunst des Onkels [Kṛṣṇa-Viṣṇu] gewährt, herabfallen wie Viṣṇus eigener Diskus' — d.h. die Krieger fürchteten sein Rad wie Viṣṇus Sudarśana selbst.]
Er [Aśvatthāman], die erhobene Keule sehend, [lodernd] wie ein brennender Blitz, wich vom Wagensitz zurück, der Stier unter den Männern, drei Schritte.
Wort für Wort
sa gadām udyatāṃ dṛṣṭvā
er, die erhobene Keule sehend (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Ger.)
jvalantīm aśanīm iva
wie einen lodernden Blitz (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Partikel)
apākrāmad rathopasthād
wich vom Wagensitz zurück (3.Sg.Impf. + Abl.Sg.Kompositum)
vikramāṃs trīn nararṣabhaḥ
drei Schritte, der Stier unter den Männern (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Nom.Sg.Kompositum)
Nachdem er dessen Pferde mit der Keule erschlagen hatte, und ebenso beide Flankenlenker, erschien Saubhadra, dessen Leib mit Pfeilen übersät war, anzusehen wie ein Stachelschwein.
Wort für Wort
tasyāśvān gadayā hatvā
dessen Pferde mit der Keule erschlagen habend (Gen.Sg. + Akk.Pl. + Instr.Sg. + Ger.)
tathobhau pārṣṇisārathī
und ebenso beide Flankenlenker (Adv. + Akk.Du.Kompositum)
śarācitāṅgaḥ saubhadraḥ
Saubhadra, dessen Leib mit Pfeilen übersät war (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
śvāvidvat pratyadṛśyata
erschien anzusehen wie ein Stachelschwein (Adv. + 3.Sg.Impf.Pass.)
Wieder erschlug er zehn Wagenkämpfer der Brahmavasātīyas; und nachdem er sieben Wagen der Kekayas und zehn Elefanten erschlagen hatte, zertrümmerte er mit der Keule den Wagen Dauḥśāsanis samt den Pferden.
Wort für Wort
punar brahmavasātīyāñ
wieder die Brahmavasātīyas (Adv. + Akk.Pl.)
jaghāna rathino daśa
erschlug zehn Wagenkämpfer (3.Sg.Perf. + Akk.Pl. + Num.)
kekayānāṃ rathān sapta
sieben Wagen der Kekayas (Gen.Pl. + Akk.Pl. + Num.)
hatvā ca daśa kuñjarān
und zehn Elefanten erschlagen habend (Ger. + Konj. + Num. + Akk.Pl.)
dauḥśāsanirathaṃ sāśvaṃ
den Wagen Dauḥśāsanis samt den Pferden (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
gadayā samapothayat
zertrümmerte mit der Keule (Instr.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.8 bildet eine Einheit und leitet zur Begegnung mit Dauḥśāsani [Duḥśāsanas Sohn] über.]
Die beiden Helden, die Keulen erhoben, jeder des anderen Tod begehrend, die beiden Vettern, schlugen aufeinander ein wie einst Tryambaka [Śiva] und Antaka [der Tod].
Wort für Wort
tāv udyatagadau vīrāv
die beiden Helden, die Keulen erhoben (Nom.Du. + Nom.Du.Kompositum + Nom.Du.)
anyonyavadhakāṅkṣiṇau
jeder des anderen Tod begehrend (Nom.Du.Kompositum)
bhrātṛvyau saṃprajahrāte
die beiden Vettern schlugen aufeinander ein (Nom.Du. + 3.Du.Perf.Med.)
pureva tryambakāntakau
wie einst Tryambaka und Antaka (Adv. + Partikel + Nom.Du.)
[Anm.: V.10 bildet eine Einheit. Dauḥśāsani (Sohn Duḥśāsanas) und Abhimanyu sind Vettern zweiten Grades über Dhṛtarāṣṭra und Pāṇḍu; 'bhrātṛvya' bezeichnet hier den Sohn des (Groß-)Onkels väterlicherseits.]
Beide, einander mit den Keulenspitzen getroffen habend, fielen zu Boden; da erhob sich Kārṣṇi vom Erdboden, wie vergiftet taumelnd, die Lippe zerbissen, und stürmte wieder auf den am Boden [liegenden] Dauḥśāsani zu; auch dieser, eine schnelle Keule ergreifend und gegen den Sohn Arjunas erhoben — kaum noch atmend, traf Saubhadra dennoch Dauḥśāsani. So gingen beide Brüder [Vettern] gemeinsam in Vaivasvatas [Yamas] Reich der Vernichtung ein.
Wort für Wort
tāv anyonyaṃ gadāgrābhyāṃ
beide, einander mit den Keulenspitzen (Nom.Du. + Akk.Sg. + Instr.Du.Kompositum)
saṃhatya patitau kṣitau
getroffen habend, fielen zu Boden (Ger. + Nom.Du.Ptz. + Lok.Sg.)
tato mahītalāt kārṣṇir
da vom Erdboden Kārṣṇi (Adv. + Abl.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
viṣapīta iva skhalan
wie vergiftet taumelnd (Nom.Sg.Ptz. + Partikel + Nom.Sg.Ptz.)
samabhyadhāvad daṣṭauṣṭho
stürmte zu, die Lippe zerbissen (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.Kompositum)
dauḥśāsanim atha kṣitau
auf Dauḥśāsani, da, am Boden (Akk.Sg. + Adv. + Lok.Sg.)
so 'pi vegavatīṃ gṛhya
auch er, eine schnelle [Keule] ergreifend (Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Ger.)
gadām udyamya cārjunim
die Keule erhoben und gegen den Sohn Arjunas (Akk.Sg. + Ger. + Konj. + Akk.Sg.)
kiṃcicchvāsas tu saubhadro
kaum noch atmend aber Saubhadra (Nom.Sg.Kompositum + Partikel + Nom.Sg.)
dauḥśāsanim atāḍayat
traf Dauḥśāsani (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
tāv ubhau bhrātarāv evaṃ
so gingen beide Brüder (Nom.Du. + Nom.Du. + Nom.Du. + Adv.)
gatau vaivasvatakṣayam
in Vaivasvatas Reich der Vernichtung ein (Nom.Du.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.11 (mit Einschub *0330_01-05) bildet eine Einheit — der beiderseits tödliche Keulenschlag. 'bhrātarau' ('beide Brüder') gebraucht hier, wie zuvor 'bhrātṛvyau', die weite epische Verwandtschaftsterminologie für Vettern.]
Dauḥśāsani aber, sich wieder erhebend, der Mehrer des Ruhms der Kurus, gottgleich, ein großer Bogenschütze, der [die feindliche] Kṣatriya-Schar verbrannt hatte, von großem Ruhm — traf den sich erhebenden Saubhadra mit der Keule am Haupt.
Wort für Wort
dauḥśāsanir athotthāya
Dauḥśāsani aber, sich erhebend (Nom.Sg. + Adv. + Ger.)
kurūṇāṃ kīrtivardhanaḥ
der Mehrer des Ruhms der Kurus (Gen.Pl. + Nom.Sg.Kompositum)
devakalpo maheṣvāsaḥ
gottgleich, ein großer Bogenschütze (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
kṣatraṃ dagdhvā mahāyaśāḥ
der die Kṣatriya-Schar verbrannt hatte, von großem Ruhm (Akk.Sg. + Ger. + Nom.Sg.Kompositum)
prottiṣṭhamānaṃ saubhadraṃ
den sich erhebenden Saubhadra (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
gadayā mūrdhny atāḍayat
traf mit der Keule am Haupt (Instr.Sg. + Lok.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.12 (mit Einschub *0331_01) bildet eine Einheit — der entscheidende, tödliche Keulenschlag gegen Abhimanyus Kopf.]
gadāvegena mahatā vyāyāmena ca mohitaḥ pauruṣaṃ ca samālambya kiṃ cin mūrchām avāpa saḥ evaṃ tadā mahāvīraḥ kuruvaṃśavivardhanaḥ
Betäubt von der gewaltigen Wucht des Keulenschlags und von der Anstrengung, doch an seiner Mannhaftigkeit festhaltend, verfiel er in eine leichte Ohnmacht; so [erging es] dann dem großen Helden, dem Mehrer des Kuru-Geschlechts —
Wort für Wort
gadāvegena mahatā
von der gewaltigen Wucht des Keulenschlags (Instr.Sg.Kompositum + Instr.Sg.)
vyāyāmena ca mohitaḥ
und von der Anstrengung betäubt (Instr.Sg. + Konj. + Nom.Sg.Ptz.)
pauruṣaṃ ca samālambya
und an seiner Mannhaftigkeit festhaltend (Akk.Sg. + Konj. + Ger.)
kiṃ cin mūrchām avāpa saḥ
verfiel er in eine leichte Ohnmacht (Partikel + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
evaṃ tadā mahāvīraḥ
so dann der große Held (Adv. + Adv. + Nom.Sg.Kompositum)
kuruvaṃśavivardhanaḥ
der Mehrer des Kuru-Geschlechts (Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: Beginn der umfangreichen, textkritisch unsicheren Einschub-Passage *@007_0001-0022 zu V.13, die Abhimanyus letzte Momente einschließlich seiner Todesrede schildert; sie wird hier — als narrativ zentraler Teil des Kapitels — vollständig in die Übersetzung integriert und auf mehrere Einheiten verteilt. 'kuruvaṃśavivardhana' gebraucht die weite epische Bezeichnung, da die Pāṇḍavas selbst zum Kuru-Geschlecht im weiteren Sinn zählen.]
kämpfend, von Durst überwältigt, zart und doch von großer Kraft, von Hunger gequält, o König, verfiel er noch einmal in eine leichte Ohnmacht; seine beiden leicht kreisenden Augen zeigten sich so [wie beschrieben — Lesart unsicher]; für einen Augenblick niedergesunken, sprach er da dieses Wort:
Wort für Wort
yudhyamānas tṛṣākrāntaḥ
kämpfend, von Durst überwältigt (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
sukumāro mahābalaḥ
zart und doch von großer Kraft (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
kṣudhāsaṃpīḍito rājann
von Hunger gequält, o König (Nom.Sg.Kompositum + Vok.Sg.)
īṣan mūrchām avāpa saḥ
verfiel er noch einmal in eine leichte Ohnmacht (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
īṣad bhramamāne te cakṣuṣī
seine beiden leicht kreisenden Augen (Adv. + Nom.Du.Ptz. + Nom.Du. + Nom.Du.)
samadṛśyata (sic)
zeigten sich so [Lesart unsicher] (3.Sg.Impf.Pass.)
kṣaṇopaviṣṭo 'tha tadā
für einen Augenblick niedergesunken, da (Nom.Sg.Kompositum + Adv. + Adv.)
vākyaṃ cedam uvāca ha
sprach er dieses Wort (Akk.Sg. + Konj. + Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Partikel)
[Anm.: Fortsetzung der Einschub-Passage. Der Vermerk '(sic)' im Quelltext selbst markiert V. @007_0005 als überliefert unsicher [?].]
„Alle Kauravas mögen dieses Wort hören, das mit Recht und Sinn verbunden ist: bin ich nicht der Erbe Arjunas, der Schwestersohn des großherzigen Kṛṣṇa — und [dennoch] von stumpfem Verstand, [als hätte ich] wie ein Feigling [gehandelt]?
Wort für Wort
śṛṇvantu kauravāḥ sarve
alle Kauravas mögen hören (Imp.3.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
vākyaṃ dharmārthasaṃhitam
dieses Wort, mit Recht und Sinn verbunden (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
arjunasya na dāyādo
bin ich nicht der Erbe Arjunas (Gen.Sg. + Neg. + Nom.Sg.)
bhāgineyo mahātmanaḥ
der Schwestersohn des Großherzigen (Nom.Sg. + Gen.Sg.)
kṛṣṇasya cāhaṃ durmedhā
und ich, von Kṛṣṇa, von stumpfem Verstand (Gen.Sg. + Konj. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
yathā kāpuruṣas tadā
als [hätte ich] wie ein Feigling [gehandelt] (Adv. + Nom.Sg. + Adv.)
[Anm.: Fortsetzung der Einschub-Passage — Abhimanyus Todesrede, individuell zugeordnet und mit Anführungszeichen markiert. Die Verse sind im Quelltext selbst mit Unsicherheitsmarkierungen versehen ([?ca], [ha]) und bleiben in ihrem genauen Sinn schwer zu deuten [?] — vermutlich ein bitterer, ironischer Ausruf angesichts der Übermacht, mit der er trotz seiner erhabenen Abkunft niedergerungen wird.]
Obwohl ich Subhadrās Freude geworden bin, habe ich nichts [Rechtes] vollbracht — ihr alle lebt weiter, ganz auf unsere Vernichtung [durch Droṇa] ausgerichtet!“
nichts habe ich vollbracht (Partikel + Partikel + Neg. + Nom.Sg.Ptz. + Instr.Sg.)
sarve yūyaṃ jīvamānā
ihr alle, lebend (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Ptz.)
asmaddroṇaparāyaṇāḥ
ganz auf unsere Vernichtung durch Droṇa ausgerichtet (Nom.Pl.Kompositum)
[Anm.: Abschluss von Abhimanyus Rede. Auch diese Verszeile trägt im Quelltext eine Unsicherheitsmarkierung ([ha]) und bleibt im Einzelnen unklar [?]; der Grundton — bitterer Vorwurf angesichts der Übermacht der ihn umringenden Krieger — ist jedoch deutlich.]
evaṃ bruvāṇaḥ sa tadābhimanyuḥ pratāpayukto 'pi raṇe pranaṣṭaḥ dhṛtyā gṛhītaḥ sa tadā mahātmā mūrchānvito vihvalatāṃ jagāma
So sprechend, verlor Abhimanyu, obwohl von großer Glut, im Kampf seine [Kräfte]; von Festigkeit gehalten, verfiel der großherzige [Held] dennoch, von Ohnmacht ergriffen, in Verwirrung.
Wort für Wort
evaṃ bruvāṇaḥ sa tadā
so sprechend, er da (Adv. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Adv.)
abhimanyuḥ pratāpayukto
Abhimanyu, von großer Glut (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
diśo vilokayan sarvāḥ kopena sa mahābalaḥ tasmin vai vīraśayane saubhadraḥ prāpatad bhuvi
Nach allen Richtungen blickend, im Zorn, der mächtige [Held] — auf jenem Heldenlager [dem Schlachtfeld] fiel Saubhadra zu Boden.
Wort für Wort
diśo vilokayan sarvāḥ
nach allen Richtungen blickend (Akk.Pl. + Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl.)
kopena sa mahābalaḥ
im Zorn, der mächtige (Instr.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
tasmin vai vīraśayane
auf jenem Heldenlager (Lok.Sg. + Partikel + Lok.Sg.Kompositum)
saubhadraḥ prāpatad bhuvi
fiel Saubhadra zu Boden (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
[Anm.: Fortsetzung der Einschub-Passage — der eigentliche Todesfall, wenngleich die folgenden Verse noch eine hyperbolische Rückschau auf seine Taten einschieben, bevor V.13c den Fall in der Haupterzählung wiederholt.]
Nachdem der Mächtige jene sehr zahlreichen Helden, angefangen mit Lakṣmaṇa, getötet hatte — nachdem er ein Koṭi [zehn Millionen] an Wagen und ebenso an Elefanten getötet hatte, ein volles Arbuda [hundert Millionen] an Pferden, ein Kharva [zehn Milliarden] an Fußvolk —, nachdem er diese so im Kampf zermalmt hatte, ging Abhimanyu zum Himmel ein; so gingen, als die Sonne unterging, diese beiden zugleich unter [d.h. Abhimanyu und die Sonne].
Wort für Wort
hatvā tān subahūn vīrāṃl
nachdem er jene sehr zahlreichen Helden getötet hatte (Ger. + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
lakṣmaṇādīn mahābalaḥ
angefangen mit Lakṣmaṇa, der Mächtige (Akk.Pl.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
koṭiṃ hatvā rathānāṃ ca
ein Koṭi an Wagen getötet habend (Akk.Sg. + Ger. + Gen.Pl. + Konj.)
gajānāṃ ca tathaiva ca
und ebenso an Elefanten (Gen.Pl. + Konj. + Adv. + Konj.)
hayānām arbudaṃ pūrṇaṃ
ein volles Arbuda an Pferden (Gen.Pl. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kharvam ekaṃ padātinām
ein Kharva an Fußvolk (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Pl.)
etān yudhi vimardyaivam
diese im Kampf so zermalmt habend (Akk.Pl. + Lok.Sg. + Ger. + Adv.)
abhimanyur divaṃ gataḥ
ging Abhimanyu zum Himmel ein (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
tathāstaṃ gata āditye
so, als die Sonne unterging (Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Lok.Sg.)
dvāv etau yugapad gatau
gingen diese beiden zugleich unter (Nom.Du. + Nom.Du. + Adv. + Nom.Du.Ptz.)
[Anm.: Fortsetzung der Einschub-Passage — eine hyperbolische, typisch-epische Zusammenfassung von Abhimanyus gesamten Waffentaten des Tages mit den traditionellen großen Zahlwörtern (koṭi, arbuda, kharva), gefolgt vom poetischen Bild des gleichzeitigen 'Untergangs' von Sonne und Held bei Anbruch der Dämmerung.]
Bewusstlos fiel Saubhadra, der Feindeshelden-Töter, zu Boden; so, o König, wurde einer allein von vielen im Kampf niedergestreckt.
Wort für Wort
vicetā nyapatad bhūmau
bewusstlos fiel er zu Boden (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
saubhadraḥ paravīrahā
Saubhadra, der Feindeshelden-Töter (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
evaṃ vinihato rājann
so niedergestreckt, o König (Adv. + Nom.Sg.Ptz. + Vok.Sg.)
eko bahubhir āhave
einer, von vielen, im Kampf (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Lok.Sg.)
[Anm.: Schluss der Einschub-Passage. Der letzte Halbvers kehrt zur Haupterzählung zurück und benennt unverblümt das eigentliche Unrecht des Geschehens: einer wurde von vielen zugleich niedergestreckt.]
Nachdem er das gesamte Heer aufgewühlt hatte wie ein Elefant einen Lotusteich, erstrahlte der erschlagene Held, wie ein von Jägern [erlegter] Wildelefant.
Wort für Wort
kṣobhayitvā camūṃ sarvāṃ
das gesamte Heer aufgewühlt habend (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
nalinīm iva kuñjaraḥ
wie ein Elefant einen Lotusteich (Akk.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
aśobhata hato vīro
erstrahlte der erschlagene Held (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
vyādhair vanagajo yathā
wie ein von Jägern [erlegter] Wildelefant (Instr.Pl. + Nom.Sg.Kompositum + Adv.)
[Anm.: V.14 bildet eine Einheit und eröffnet die Reihe der Vergleichsbilder für den gefallenen Helden.]
Ihn, den so gefallenen Helden, umringten deine Krieger — wie ein Feuer, das einen Wald verbrannt hat und nun am Ende des Winters erloschen ist; wie ein Wind, der die Baumwipfel zerzaust hat und sich dann gelegt hat; wie die Sonne, die untergegangen ist, nachdem sie das Bhārata-Heer versengt hatte; wie der [vom Rāhu] verschlungene Mond; wie ein ausgetrocknetes Meer — sein Antlitz wie der Vollmond, seine Augen von den kāka-pakṣa-Haarlocken umrahmt.
Wort für Wort
taṃ tathā patitaṃ śūraṃ
ihn, den so gefallenen Helden (Akk.Sg. + Adv. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
tāvakāḥ paryavārayan
deine [Krieger] umringten (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)
dāvaṃ dagdhvā yathā śāntaṃ
wie ein Feuer, das einen Wald verbrannt hat und erloschen ist (Akk.Sg. + Ger. + Adv. + Akk.Sg.Ptz.)
pāvakaṃ śiśirātyaye
ein Feuer, am Ende des Winters (Akk.Sg. + Lok.Sg.Kompositum)
vimṛdya taruśṛṅgāṇi
die Baumwipfel zerzaust habend (Ger. + Akk.Pl.Kompositum)
saṃnivṛttam ivānilam
wie ein Wind, der sich gelegt hat (Akk.Sg.Ptz. + Partikel + Akk.Sg.)
astaṃ gatam ivādityaṃ
wie die untergegangene Sonne (Akk.Sg. + Akk.Sg.Ptz. + Partikel + Akk.Sg.)
taptvā bhāratavāhinīm
nachdem sie das Bhārata-Heer versengt hatte (Ger. + Akk.Sg.Kompositum)
upaplutaṃ yathā somaṃ
wie der verschlungene Mond (Akk.Sg.Ptz. + Adv. + Akk.Sg.)
saṃśuṣkam iva sāgaram
wie ein ausgetrocknetes Meer (Akk.Sg.Ptz. + Partikel + Akk.Sg.)
pūrṇacandrābhavadanaṃ
sein Antlitz wie der Vollmond (Akk.Sg.Kompositum)
kākapakṣavṛtākṣakam
seine Augen von kāka-pakṣa-Locken umrahmt (Akk.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.15-17 (mit Einschub *0332_01) bilden eine Einheit — eine Kette von Vergleichsbildern, die Abhimanyus Fall mit erloschenen Naturgewalten gleichsetzt. Der Einschub fügt hinzu, dass seine kāka-pakṣa-Frisur [eine kindlich-jugendliche 'Rabenflügel'-Haartracht] ihn als 'paugaṇḍa' auswies — einen Knaben in einem bestimmten frühen Lebensalter; die Erwähnung unterstreicht noch im Tod seine extreme Jugend.]
Wesen schrien in der Luft auf, o Herr der Untertanen, als sie den gefallenen Helden sahen, wie den vom Himmel gestürzten Mond: 'Von sechs großen Wagenkämpfern der Dhārtarāṣṭras, angeführt von Droṇa und Karṇa — dieser eine liegt erschlagen; das gilt uns nicht als rechtes Handeln!'
Wort für Wort
abhikrośanti bhūtāni
Wesen schrien auf (3.Pl.Präs. + Nom.Pl.)
antarikṣe viśāṃ pate
in der Luft, o Herr der Untertanen (Lok.Sg. + Gen.Pl. + Vok.Sg.)
dṛṣṭvā nipatitaṃ vīraṃ
den gefallenen Helden sehend (Ger. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
cyutaṃ candram ivāmbarāt
wie den vom Himmel gestürzten Mond (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Partikel + Abl.Sg.)
droṇakarṇamukhaiḥ ṣaḍbhir
von sechs, angeführt von Droṇa und Karṇa (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.)
dhārtarāṣṭrair mahārathaiḥ
großen Wagenkämpfern der Dhārtarāṣṭras (Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
eko 'yaṃ nihataḥ śete
dieser eine liegt erschlagen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + 3.Sg.Präs.)
naiṣa dharmo mato hi naḥ
das gilt uns nicht als rechtes Handeln (Neg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Partikel + Gen.Pl.)
[Anm.: V.20-21 bilden eine Einheit. Der Protestruf stammt von anonymen, kollektiven himmlischen Wesen ('bhūtāni' — nicht individuell benannten Sprechern) und wird daher mit einfachen Anführungszeichen statt mit CQ-Markierung wiedergegeben, gemäß der etablierten Konvention für kollektive/anonyme Ausrufe.]
tasmiṃs tu nihate vīre bahv aśobhata medinī dyaur yathā pūrṇacandreṇa nakṣatragaṇamālinī rukmapuṅkhaiś ca saṃpūrṇā rudhiraughapariplutā uttamāṅgaiś ca vīrāṇāṃ bhrājamānaiḥ sakuṇḍalaiḥ
Als dieser Held erschlagen war, erstrahlte die Erde doch sehr — wie der Himmel mit dem Vollmond, umgeben von der Schar der Sterne — voll von goldbefiederten [Pfeilen], überflutet von Strömen Blutes, und mit den glänzenden, ohrgeschmückten Häuptern der Helden,
Wort für Wort
tasmiṃs tu nihate vīre
als dieser Held erschlagen war (Lok.Sg. + Partikel + Lok.Sg.Ptz. + Lok.Sg.)
bahv aśobhata medinī
die Erde erstrahlte sehr (Adv. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
dyaur yathā pūrṇacandreṇa
wie der Himmel mit dem Vollmond (Nom.Sg. + Adv. + Instr.Sg.Kompositum)
nakṣatragaṇamālinī
umgeben von der Schar der Sterne (Nom.Sg.Kompositum)
rukmapuṅkhaiś ca saṃpūrṇā
und voll von goldbefiederten [Pfeilen] (Instr.Pl.Kompositum + Konj. + Nom.Sg.)
rudhiraughapariplutā
überflutet von Strömen Blutes (Nom.Sg.Kompositum)
uttamāṅgaiś ca vīrāṇāṃ
und mit den Häuptern der Helden (Instr.Pl.Kompositum + Konj. + Gen.Pl.)
[Anm.: V.22-23 bilden eine Einheit und eröffnen die ausgedehnte, kunstvoll-ironische Schlachtfeld-Beschreibung, die Zerstörung und Schrecken in der Bildsprache der Schönheit schildert — ein wiederkehrendes Stilmittel des Epos.]
vicitraiś ca paristomaiḥ patākābhiś ca saṃvṛtā cāmaraiś ca kuthābhiś ca praviddhaiś cāmbarottamaiḥ rathāśvanaranāgānām alaṃkāraiś ca suprabhaiḥ khaḍgaiś ca niśitaiḥ pītair nirmuktair bhujagair iva
bedeckt mit bunten Sattelbehängen und Bannern, mit Chauris und Satteldecken und weggeworfenen prächtigen Gewändern, mit glänzenden Zierden von Wagen, Pferden, Männern und Elefanten, mit scharfen, gelben Schwertern, [daliegend] wie abgestreifte Schlangen,
Wort für Wort
vicitraiś ca paristomaiḥ
und mit bunten Sattelbehängen (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
patākābhiś ca saṃvṛtā
und mit Bannern bedeckt (Instr.Pl. + Konj. + Nom.Sg.Ptz.)
cāmaraiś ca kuthābhiś ca
mit Chauris und Satteldecken (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl. + Konj.)
praviddhaiś cāmbarottamaiḥ
und weggeworfenen prächtigen Gewändern (Instr.Pl.Ptz. + Konj. + Instr.Pl.Kompositum)
rathāśvanaranāgānām
von Wagen, Pferden, Männern und Elefanten (Gen.Pl.Kompositum)
alaṃkāraiś ca suprabhaiḥ
und mit glänzenden Zierden (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
mit Bogen und zerschnittenen Pfeilen, mit Lanzen, Speeren und Wurfspeeren — mit diesen und anderen mannigfachen Waffen bedeckt, erstrahlte die Erde; mit stöhnenden, überaus gequälten, Blutströme ausspeienden, fallenden und gefallenen Männern erstrahlte der Boden noch mehr.
Wort für Wort
cāpaiś ca viśikhaiś chinnaiḥ
mit Bogen und zerschnittenen Pfeilen (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Ptz.)
śaktyṛṣṭiprāsakampanaiḥ
mit Lanzen, Speeren und Wurfspeeren (Instr.Pl.Kompositum)
vividhair āyudhaiś cānyaiḥ
mit diesen und anderen mannigfachen Waffen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Konj. + Instr.Pl.)
saṃvṛtā bhūr aśobhata
bedeckt, erstrahlte die Erde (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
niṣṭanadbhir atīvārtair
mit stöhnenden, überaus gequälten (Instr.Pl.Ptz. + Instr.Pl.Ptz.)
udvamad rudhirasravaiḥ
Blutströme ausspeienden (Instr.Pl.Ptz.Kompositum)
naraiḥ patadbhiḥ patitair
mit fallenden und gefallenen Männern (Instr.Pl. + Instr.Pl.Ptz. + Instr.Pl.Ptz.)
avanis tv adhikaṃ babhau
der Boden aber erstrahlte noch mehr (Nom.Sg. + Partikel + Adv. + 3.Sg.Perf.)
[Anm.: V.26 (mit Einschub *0333_01-02) bildet eine Einheit und schließt die reine Waffen-/Ausrüstungsaufzählung mit den verwundeten und sterbenden Männern selbst ab — hier bricht die ästhetisierende Beschreibung erstmals unverhüllt in Schrecken um.]
und auch mit leblosen Pferden auf ihren eigenen Plätzen, blutgetränkt, samt Reitern — uneben wurde der Boden durch die von Saubhadra Gefällten; mit [Elefanten] samt Treibhaken und großen Elefantenlenkern, samt Rüstung, Waffen und Bannern, wie zerstörte Berge, von Pfeilen zerrissen,
Wort für Wort
vājibhiś cāpi nirjīvaiḥ
und auch mit leblosen Pferden (Instr.Pl. + Konj. + Partikel + Instr.Pl.Ptz.)
svapadbhiḥ śoṇitokṣitaiḥ
auf ihren eigenen Plätzen, blutgetränkt (Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
sārohair viṣamā bhūmiḥ
samt Reitern, uneben der Boden (Instr.Pl.Kompositum + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
saubhadreṇa nipātitaiḥ
durch die von Saubhadra Gefällten (Instr.Sg. + Instr.Pl.Ptz.)
sāṅkuśaiḥ samahāmātraiḥ
samt Treibhaken und großen Elefantenlenkern (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.Kompositum)
savarmāyudhaketubhiḥ
samt Rüstung, Waffen und Bannern (Instr.Pl.Kompositum)
parvatair iva vidhvastair
wie zerstörte Berge (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Ptz.)
viśikhonmathitair gajaiḥ
von Pfeilen zerrissenen Elefanten (Instr.Pl.Ptz.Kompositum + Instr.Pl.)
[Anm.: V.27-28 bilden eine Einheit, Fortsetzung der Aufzählung mit den gefallenen Pferden und Elefanten.]
pṛthivyām anukīrṇaiś ca vyaśvasārathiyodhibhiḥ hradair iva prakṣubhitair hatanāgai rathottamaiḥ padātisaṃghaiś ca hatair vividhāyudhabhūṣaṇaiḥ bhīrūṇāṃ trāsajananī ghorarūpābhavan mahī
und auf der Erde verstreuten, pferde-, wagenlenker- und kämpferlosen, wie aufgewühlten Teichen [gleichenden], mit erschlagenen Elefanten [bedeckten] besten Wagen; und mit erschlagenen Scharen von Fußvolk, mit mannigfachen Waffen und Zierden — die Erde wurde zur Schreckenserzeugerin für die Furchtsamen, von grässlichem Aussehen.
Wort für Wort
pṛthivyām anukīrṇaiś ca
und auf der Erde verstreuten (Lok.Sg. + Instr.Pl.Ptz. + Konj.)
vyaśvasārathiyodhibhiḥ
pferde-, wagenlenker- und kämpferlosen (Instr.Pl.Kompositum)
hradair iva prakṣubhitair
wie aufgewühlten Teichen (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Ptz.)
hatanāgai rathottamaiḥ
mit erschlagenen Elefanten, besten Wagen (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.Kompositum)
padātisaṃghaiś ca hatair
und mit erschlagenen Scharen von Fußvolk (Instr.Pl.Kompositum + Konj. + Instr.Pl.Ptz.)
vividhāyudhabhūṣaṇaiḥ
mit mannigfachen Waffen und Zierden (Instr.Pl.Kompositum)
bhīrūṇāṃ trāsajananī
die Schreckenserzeugerin für die Furchtsamen (Gen.Pl. + Nom.Sg.Kompositum)
ghorarūpābhavan mahī
wurde die Erde von grässlichem Aussehen (Nom.Sg.Kompositum + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.29-30 bilden eine Einheit und schließen die ausgedehnte Schlachtfeld-Beschreibung (V.22-30) mit einer unverhüllten Aussage des Schreckens ab, nachdem die vorangegangenen Verse das Grauen durchweg in Bildern der Schönheit eingekleidet hatten.]
abhimanyau hate rājañ śiśuke 'prāptayauvane saṃprādravac camūḥ sarvā dharmarājasya paśyataḥ
Als Abhimanyu erschlagen war, o König, ein Kind, das die Jugendreife noch nicht erreicht hatte, floh das ganze Heer vor den Augen des Königs der Gerechtigkeit [Yudhiṣṭhira].
Wort für Wort
abhimanyau hate rājañ
als Abhimanyu erschlagen war, o König (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz. + Vok.Sg.)
śiśuke 'prāptayauvane
ein Kind, die Jugendreife nicht erreicht habend (Lok.Sg. + Lok.Sg.Kompositum)
saṃprādravac camūḥ sarvā
floh das ganze Heer (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
dharmarājasya paśyataḥ
vor den Augen des Königs der Gerechtigkeit (Gen.Sg.Kompositum + Gen.Sg.Ptz.)
[Anm.: V.32 bildet eine Einheit. Die ausdrückliche Betonung von Abhimanyus Kindesalter unterstreicht noch einmal die Tragik seines Todes.]
Als er sah, wie das Heer zerbrach, nachdem Saubhadra niedergestreckt war, sprach Ajātaśatru [Yudhiṣṭhira] zu seinen Helden dieses Wort: 'Diese mächtige, [alles] versengende Sonne ist untergegangen — Saubhadra, der Feindebezwinger — was geschehen ist, wissen wir wahrlich nicht!' So sprechend, der von einem großen Heer umgebene König, am Tor der Schlachtordnung angelangt, die Augen von Tränen verschleiert und verwirrt — nachdem er dies gehört und [erfahren hatte, dass sein] Sohn von den hinterlistig handelnden Kauravas erschlagen war, [und] alles, was die Leute über Abhimanyus Tapferkeit erzählten, gehört hatte — nachdem er gehört hatte, dass der Held von ihnen erschlagen war, sich rasch an Standhaftigkeit haltend, sich an höchste Fassung haltend, erwiderte der Beste der Krieger:
Wort für Wort
dīryamāṇaṃ balaṃ dṛṣṭvā
das zerbrechende Heer sehend (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Ger.)
saubhadre vinipātite
als Saubhadra niedergestreckt war (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz.)
ajātaśatruḥ svān vīrān
Ajātaśatru [sprach] zu seinen Helden (Nom.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
idaṃ vacanam abravīt
sprach dieses Wort (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
astaṃ gato 'yaṃ dyumaṇis
diese Sonne ist untergegangen (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
tāpayitvā mahābalaḥ
die mächtige, [alles] versengt habend (Ger. + Nom.Sg.Kompositum)
saubhadraḥ śatrudamanaḥ
Saubhadra, der Feindebezwinger (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
kiṃ jātaṃ na vidma vai
was geschehen ist, wissen wir wahrlich nicht (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Neg. + 1.Pl.Präs. + Partikel)
evaṃ bruvāṇo nṛpatiḥ
so sprechend, der König (Adv. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
sainyena mahatā vṛtaḥ
von einem großen Heer umgeben (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
vyūhadvāraṃ samāsādya
am Tor der Schlachtordnung angelangt (Akk.Sg.Kompositum + Ger.)
bāṣpapūryākulekṣaṇaḥ
die Augen von Tränen verschleiert und verwirrt (Nom.Sg.Kompositum)
tac chrutvā ca hataṃ putraṃ
dies gehört und [erfahren, dass sein] Sohn erschlagen war (Akk.Sg. + Ger. + Konj. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
kauravair jihmakāribhiḥ
von den hinterlistig handelnden Kauravas (Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
lokaiḥ saṃkathitaṃ sarvam
alles, was die Leute erzählten (Instr.Pl. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
abhimanyoḥ parākramam
Abhimanyus Tapferkeit (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
śrutvā ca tair hataṃ vīraṃ
und gehört habend, dass der Held von ihnen erschlagen war (Ger. + Konj. + Instr.Pl. + Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
dhairyam ālambya satvaram
sich rasch an Standhaftigkeit haltend (Akk.Sg. + Ger. + Adv.)
paramaṃ sattvam ālambya
sich an höchste Fassung haltend (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
pratyuvāca yudhāṃ varaḥ
erwiderte der Beste der Krieger (3.Sg.Perf. + Gen.Pl. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.33 (mit Einschub *0334_01-08) bildet eine Einheit — ein textkritisch besonders schwieriger, apparat-lastiger Übergang, der die Nachricht von Abhimanyus Tod an Yudhiṣṭhira und dessen erste fassungslose Reaktion schildert. Die genaue Sprecherzuordnung des eingebetteten Ausrufs ('astaṃ gato...na vidma vai') bleibt im Quelltext unklar [?] — er könnte ein kollektiver, ihm berichteter Ausruf oder Yudhiṣṭhiras eigene erste, fassungslose Reaktion sein; hier wird er, der Unsicherheit wegen, mit einfachen Anführungszeichen wiedergegeben, während Yudhiṣṭhiras darauffolgende, gefasste Rede in V.34 individuell mit CQ markiert ist.]
„Zum Himmel ist dieser Held eingegangen, der erschlagen wurde, ohne den Rücken zu wenden! Fasst euch, fürchtet euch nicht — wir werden die Feinde im Kampf besiegen!“
Wort für Wort
svargam eṣa gataḥ śūro
zum Himmel ist dieser Held eingegangen (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
yo hato naparāṅmukhaḥ
der erschlagen wurde, ohne den Rücken zu wenden (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
saṃstambhayata mā bhaiṣṭa
fasst euch, fürchtet euch nicht (Imp.2.Pl. + Neg. + Imp.2.Pl.)
vijeṣyāmo raṇe ripūn
wir werden im Kampf die Feinde besiegen (1.Pl.Fut. + Lok.Sg. + Akk.Pl.)
[Anm.: V.34 bildet eine Einheit — Yudhiṣṭhiras Trostrede an seine Krieger, individuell zugeordnet und mit Anführungszeichen markiert.]
Denn nachdem er im Kampf zuvor viele Königssöhne von der Erscheinung giftiger Schlangen erschlagen hatte, folgte der Sohn Arjunas ihnen danach [in den Tod]; nachdem er zehntausend [Krieger] und den großen Wagenkämpfer, den König von Kosala [Bṛhadbala], erschlagen hatte, ist Kārṣṇi, Kṛṣṇa und Arjuna gleich [an Tapferkeit], gewiss in Śakras [Indras] Halle eingegangen.
Wort für Wort
yuddhe hy āśīviṣākārān
denn im Kampf, von der Erscheinung giftiger Schlangen (Lok.Sg. + Partikel + Akk.Pl.Kompositum)
rājaputrān raṇe bahūn
viele Königssöhne im Kampf (Akk.Pl.Kompositum + Lok.Sg. + Akk.Pl.)
pūrvaṃ nihatya saṃgrāme
zuvor im Kampf erschlagen habend (Adv. + Ger. + Lok.Sg.)
paścād ārjunir anvagāt
folgte danach der Sohn Arjunas (Adv. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
Nachdem er Wagen, Pferde, Männer und Elefanten zu Tausenden niedergestreckt hatte — unersättlich vom Kampf, nicht zu beklagen, ein Täter verdienstvoller Taten — ist er in die strahlenden, durch Verdienst erworbenen Welten derer eingegangen, die Verdienstvolles getan haben.
Wort für Wort
rathāśvanaramātaṅgān
Wagen, Pferde, Männer und Elefanten (Akk.Pl.Kompositum)
vinihatya sahasraśaḥ
zu Tausenden niedergestreckt habend (Ger. + Adv.)
avitṛptaḥ sa saṃgrāmād
unersättlich er vom Kampf (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg. + Abl.Sg.)
aśocyaḥ puṇyakarmakṛt
nicht zu beklagen, ein Täter verdienstvoller Taten (Nom.Sg.Ptz. + Nom.Sg.Kompositum)
gataḥ puṇyakṛtāṃ lokān
eingegangen in die Welten derer, die Verdienstvolles getan haben (Nom.Sg.Ptz. + Gen.Pl.Ptz. + Akk.Pl.)
bhāsvarān puṇyanirjitān
die strahlenden, durch Verdienst erworbenen (Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompositum)
[Anm.: V.38 (mit Einschub *0335_01) bildet eine Einheit.]
putraśokāt paraṃ nāsti duḥkham anyan mahattaram aihikāmutriko dātā phalasyānyo na vidyate sa putro nihato me 'dya nāhaṃ jīvitum utsahe kiṃ mayā jīvitenārthaḥ saubhadreṇa vinā bhuvi akṣayāṃ gatim āsādya sa gataḥ śāśvatīḥ samāḥ
'Größer als der Schmerz um einen Sohn gibt es kein anderes, größeres Leid — es gibt keinen anderen Geber von Lohn, diesseits wie jenseits. Dieser mein Sohn ist heute erschlagen — ich mag nicht [länger] leben. Was nützt mir das Leben ohne Saubhadra auf dieser Erde?' — Nachdem er das unvergängliche Ziel erreicht hatte, ist er für ewige Jahre eingegangen.
Wort für Wort
putraśokāt paraṃ nāsti
größer als der Schmerz um einen Sohn gibt es nicht (Abl.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Präs.)
duḥkham anyan mahattaram
ein anderes, größeres Leid (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompar.)
aihikāmutriko dātā
ein Geber diesseits und jenseits (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
phalasyānyo na vidyate
einen anderen des Lohns gibt es nicht (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
sa putro nihato me 'dya
dieser mein Sohn ist heute erschlagen (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Gen.Sg. + Adv.)
nāhaṃ jīvitum utsahe
ich mag nicht [länger] leben (Neg. + Nom.Sg. + Inf. + 1.Sg.Präs.Med.)
kiṃ mayā jīvitenārthaḥ
was nützt mir das Leben (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Instr.Sg.Ptz. + Nom.Sg.)
saubhadreṇa vinā bhuvi
ohne Saubhadra auf der Erde (Instr.Sg. + Postp. + Lok.Sg.)
akṣayāṃ gatim āsādya
das unvergängliche Ziel erreicht habend (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
sa gataḥ śāśvatīḥ samāḥ
ist er für ewige Jahre eingegangen (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
[Anm.: Einschub *0336_01-04 und *0337_01 zu V.38. Die eingebettete, in der Ich-Form gehaltene Klage ('mein Sohn') fügt sich nicht bruchlos in die umgebende Du-Erzählung über Abhimanyus Taten und bleibt in ihrer Sprecherzuordnung unklar [?] — möglicherweise eine fortgesetzte, im Apparat separat überlieferte Klage Yudhiṣṭhiras (der Abhimanyu wie einen eigenen Sohn betrauert), da Abhimanyus leiblicher Vater Arjuna zu diesem Zeitpunkt abwesend ist; wegen dieser Unsicherheit wird die Klage hier mit einfachen Anführungszeichen statt mit individueller CQ-Markierung wiedergegeben.]
vayaṃ tu pravaraṃ hatvā teṣāṃ taiḥ śarapīḍitāḥ niveśāyābhyupāyāma sāyāhne rudhirokṣitāḥ nirīkṣamāṇās tu vayaṃ pare cāyodhanaṃ śanaiḥ apayātā mahārāja glāniṃ prāptā vicetasaḥ
Wir aber, nachdem wir den Besten der Ihren erschlagen hatten, von ihren Pfeilen gepeinigt, zogen zum Lager beim Abendlicht, blutbefleckt; und während wir langsam beobachteten, wie sich die anderen [Pāṇḍavas] vom Schlachtfeld [zurückzogen], zogen wir uns ab, o großer König, erschöpft, [fast] von Sinnen.
Wort für Wort
vayaṃ tu pravaraṃ hatvā
wir aber, den Besten erschlagen habend (Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg. + Ger.)
teṣāṃ taiḥ śarapīḍitāḥ
der Ihren, von ihren Pfeilen gepeinigt (Gen.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl.Ptz.)
niveśāyābhyupāyāma
zogen zum Lager (Dat.Sg. + 1.Pl.Perf.)
sāyāhne rudhirokṣitāḥ
beim Abendlicht, blutbefleckt (Lok.Sg. + Nom.Pl.Ptz.)
nirīkṣamāṇās tu vayaṃ
während wir aber beobachteten (Nom.Pl.Ptz. + Partikel + Nom.Pl.)
pare cāyodhanaṃ śanaiḥ
wie die anderen sich vom Schlachtfeld [zurückzogen], langsam (Nom.Pl. + Konj. + Akk.Sg. + Adv.)
apayātā mahārāja
zogen wir uns ab, o großer König (Nom.Pl.Ptz. + Vok.Sg.Kompositum)
glāniṃ prāptā vicetasaḥ
erschöpft, [fast] von Sinnen (Akk.Sg. + Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.39-40 bilden eine Einheit. Hier wechselt die Erzählung von der Rückschau auf Abhimanyu zu Saṃjayas eigenem Bericht als Ich-Erzähler ('vayam' = 'wir', die Kaurava-Seite, in der Saṃjaya selbst eingebettet ist) über die Situation bei Einbruch der Nacht.]
Dann trat, unheilvoll und doch von günstigem [Tier-]Ruf begleitet, die wunderbare Verbindung von Nacht und Tag ein, als die Sonne, einer geschlossenen Lotusblüte gleich, zögernd, sich dem Untergangsberg näherte.
Wort für Wort
tato niśāyā divasasya
dann von Nacht und Tag (Adv. + Gen.Sg. + Gen.Sg.)
cāśivaḥ śivārutaḥ saṃdhir
unheilvoll und doch von günstigem Ruf begleitet, die Verbindung (Konj. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
avartatādbhutaḥ
trat die wunderbare ein (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
kuśeśayāpīḍanibhe
einer geschlossenen Lotusblüte gleich (Lok.Sg.Kompositum)
divākare vilambamāne
als die Sonne zögerte (Lok.Sg. + Lok.Sg.Ptz.)
'stam upetya parvatam
sich dem Untergangsberg näherte (Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.41 bildet eine Einheit und leitet die abschließende, in Triṣṭubh-Metrum gehaltene Verspartie ein, die Nacht und Verwüstung des Schlachtfelds schildert.]
varāsiśaktyṛṣṭivarūthacarmaṇāṃ vibhūṣaṇānāṃ ca samākṣipan prabhām divaṃ ca bhūmiṃ ca samānayann iva priyāṃ tanuṃ bhānur upaiti pāvakam
Den Glanz der vorzüglichen Schwerter, Lanzen, Speere, Schilde und Rüstungen sowie der Schmuckstücke in sich aufnehmend, gleichsam Himmel und Erde miteinander verbindend, nähert sich die Sonne ihrem geliebten Leib, dem Feuer.
Wort für Wort
varāsiśaktyṛṣṭivarūthacarmaṇāṃ
der vorzüglichen Schwerter, Lanzen, Speere, Schilde und Rüstungen (Gen.Pl.Kompositum)
vibhūṣaṇānāṃ ca samākṣipan prabhām
und der Schmuckstücke Glanz in sich aufnehmend (Gen.Pl. + Konj. + Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg.)
mahābhrakūṭācalaśṛṅgasaṃnibhair gajair anekair iva vajrapātitaiḥ savaijayantyaṅkuśavarmayantṛbhir nipātitair niṣṭanatīva gauś citā
Mit vielen Elefanten, den Gipfeln großer Wolkenberge gleichend, wie vom Blitz gefällt, samt Standarten, Treibhaken, Rüstung und Lenkern gefällt — die [Erde], damit übersät, stöhnte wie eine Kuh.
Wort für Wort
mahābhrakūṭācalaśṛṅgasaṃnibhair
den Gipfeln großer Wolkenberge gleichend (Instr.Pl.Kompositum)
gajair anekair iva vajrapātitaiḥ
mit vielen Elefanten, wie vom Blitz gefällt (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Ptz.)
savaijayantyaṅkuśavarmayantṛbhir
samt Standarten, Treibhaken, Rüstung und Lenkern (Instr.Pl.Kompositum)
nipātitair niṣṭanatīva gauś citā
gefällt, stöhnte [die Erde] damit übersät wie eine Kuh (Instr.Pl.Ptz. + 3.Sg.Impf. + Partikel + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
Mit Wagen, deren Herren erschlagen, deren Fußvolk und Ausrüstung zermalmt, deren Pferde und Wagenlenker getötet, deren Banner und Standarten gefallen waren — mit zermalmten großen Wagen erstrahlte die Erde, wie mit von Feinden zerstörten Städten, o Herrscher der Männer.
Wort für Wort
hateśvaraiś cūrṇitapattyupaskarair
deren Herren erschlagen, deren Fußvolk und Ausrüstung zermalmt (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.Kompositum)
hatāśvasūtair vipatākaketubhiḥ
deren Pferde und Wagenlenker getötet, deren Banner gefallen (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.Kompositum)
mahārathair bhūḥ śuśubhe vicūrṇitaiḥ
mit zermalmten großen Wagen erstrahlte die Erde (Instr.Pl.Kompositum + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Pl.Ptz.)
purair ivāmitrahatair narādhipa
wie mit von Feinden zerstörten Städten, o Herrscher der Männer (Instr.Pl. + Partikel + Instr.Pl.Kompositum + Vok.Sg.Kompositum)
Mit Scharen von Wagen und Pferden, plötzlich getötet, mit verschiedenartig weggeschleuderten Gefäßen und Zierden, mit [Leibern], deren Zungen, Zähne, Eingeweide und Augen herausgerissen waren — die Erde erstrahlte von schrecklichem, entstelltem Anblick.
Wort für Wort
rathāśvavṛndaiḥ sahasādibhir hataiḥ
mit Scharen von Wagen und Pferden, plötzlich getötet (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl. + Instr.Pl.Ptz.)
praviddhabhāṇḍābharaṇaiḥ pṛthagvidhaiḥ
mit verschiedenartig weggeschleuderten Gefäßen und Zierden (Instr.Pl.Kompositum + Instr.Pl.)
nirastajihvādaśanāntralocanair
deren Zungen, Zähne, Eingeweide und Augen herausgerissen waren (Instr.Pl.Kompositum)
dharā babhau ghoravirūpadarśanā
die Erde erstrahlte von schrecklichem, entstelltem Anblick (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Kompositum)
Männer, deren Rüstung und Zierde weggeschleudert, deren vorzügliche Waffen [neben ihnen lagen], deren Elefanten, Pferde, Wagen und Gefolge verloren waren, die stets an kostbare Betten und Decken gewöhnt waren — lagen erschlagen auf dem Boden wie Herrenlose.
Wort für Wort
praviddhavarmābharaṇā varāyudhā
deren Rüstung und Zierde weggeschleudert, deren vorzügliche Waffen [daneben lagen] (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.Kompositum)
vipannahastyaśvarathānugā narāḥ
Männer, deren Elefanten, Pferde, Wagen und Gefolge verloren waren (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl.)
mahārhaśayyāstaraṇocitāḥ sadā
die stets an kostbare Betten und Decken gewöhnt waren (Nom.Pl.Kompositum + Adv.)
kṣitāv anāthā iva śerate hatāḥ
lagen erschlagen auf dem Boden wie Herrenlose (Lok.Sg. + Nom.Pl. + Partikel + 3.Pl.Präs.Med. + Nom.Pl.Ptz.)
atīva hṛṣṭāḥ śvasṛgālavāyasā baḍāḥ suparṇāś ca vṛkās tarakṣavaḥ vayāṃsy asṛkpāny atha rakṣasāṃ gaṇāḥ piśācasaṃghāś ca sudāruṇā raṇe
Über die Maßen erfreut, Hunde, Schakale und Krähen, Reiher und Geier, Wölfe und Hyänen, blutgierige Vögel, sowie Scharen von Rākṣasas und höchst grässliche Piśāca-Scharen [drängten sich] auf dem Schlachtfeld.
Wort für Wort
atīva hṛṣṭāḥ śvasṛgālavāyasā
über die Maßen erfreut, Hunde, Schakale und Krähen (Adv. + Nom.Pl.Ptz. + Nom.Pl.Kompositum)
baḍāḥ suparṇāś ca vṛkās tarakṣavaḥ
Reiher und Geier, Wölfe und Hyänen (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
vayāṃsy asṛkpāny atha rakṣasāṃ gaṇāḥ
blutgierige Vögel, sowie Scharen von Rākṣasas (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum + Adv. + Gen.Pl. + Nom.Pl.)
piśācasaṃghāś ca sudāruṇā raṇe
und höchst grässliche Piśāca-Scharen auf dem Schlachtfeld (Nom.Pl.Kompositum + Konj. + Nom.Pl. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.47 bildet eine Einheit und eröffnet die Schilderung der aasfressenden Tiere und Geisterwesen, die sich über das Schlachtfeld hermachen.]
die Häute durchbohrend, Fett und Blut trinkend, ebenso das Mark und das Fleisch verzehrend, plündern sie das Bauchfett, lachen und singen dabei, die Leichname auf mannigfache Weise umherschleifend.
Wort für Wort
tvaco vinirbhidya piban vasām asṛk
die Häute durchbohrend, Fett und Blut trinkend (Akk.Pl. + Ger. + Nom.Pl.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tathaiva majjāṃ piśitāni cāśnuvan
ebenso das Mark und das Fleisch verzehrend (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Pl. + Konj. + Nom.Pl.Ptz.)
vapāṃ vilumpanti hasanti gānti ca
sie plündern das Bauchfett, lachen und singen (Akk.Sg. + 3.Pl.Präs. + 3.Pl.Präs. + 3.Pl.Präs. + Konj.)
prakarṣamāṇāḥ kuṇapāny anekaśaḥ
die Leichname auf mannigfache Weise umherschleifend (Nom.Pl.Ptz. + Akk.Pl. + Adv.)
[Anm.: V.48 bildet eine Einheit und schließt die Beschreibung der aasfressenden Wesen mit einem besonders drastischen Bild ab.]
Ein Fluss, der Massen von Leibern mit sich führte, dessen Wasser Blut war, dessen Flöße Wagen waren, verstopft mit Elefanten [wie mit] Felsen, dessen Schlamm aus menschlichen Köpfen, Steinen und Fleisch bestand, umgürtet mit einem Kranz mannigfacher, hingeworfener Waffen — höchst furchterregend, unüberquerbar wie die Vaitaraṇī —, von den besten Kriegern damals in Bewegung gesetzt, strömte durch die Mitte des Schlachtfelds gewaltig, Schrecken bringend, Lebende und Tote mit sich fortreißend.
Wort für Wort
śarīrasaṃghāṭavahā asṛgjalā
Massen von Leibern mit sich führend, dessen Wasser Blut war (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
rathoḍupā kuñjaraśailasaṃkaṭā
dessen Flöße Wagen waren, verstopft mit Elefanten wie mit Felsen (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
manuṣyaśīrṣopalamāṃsakardamā
dessen Schlamm aus menschlichen Köpfen, Steinen und Fleisch bestand (Nom.Sg.Kompositum)
praviddhanānāvidhaśastramālinī
umgürtet mit einem Kranz mannigfacher hingeworfener Waffen (Nom.Sg.Kompositum)
mahābhayā vaitaraṇīva dustarā
höchst furchterregend, unüberquerbar wie die Vaitaraṇī (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
pravartitā yodhavarais tadā nadī
der Fluss, von den besten Kriegern damals in Bewegung gesetzt (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Pl.Kompositum + Adv. + Nom.Sg.)
uvāha madhyena raṇājiraṃ bhṛśaṃ
strömte durch die Mitte des Schlachtfelds gewaltig (3.Sg.Perf. + Instr.Sg. + Akk.Sg.Kompositum + Adv.)
bhayāvahā jīvamṛtapravāhinī
Schrecken bringend, Lebende und Tote mit sich fortreißend (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.49-50 bilden eine Einheit — das berühmte Bild des 'Blutflusses', ein wiederkehrendes Motiv der Mahābhārata-Schlachtschilderungen; die Vaitaraṇī ist der mythische, für die Verstorbenen schwer überquerbare Fluss der Unterwelt.]
wo die schrecklich anzusehenden, mannigfachen, höchst furchtbaren Scharen der Piśācas trinken und essen, hoch erfreut, den Lebewesen Schrecken bereitend, mit Hunden, Schakalen und Vögeln die gleiche Speise teilend.
Wort für Wort
pibanti cāśnanti ca yatra durdṛśāḥ
wo trinken und essen die schrecklich anzusehenden (3.Pl.Präs. + Konj. + 3.Pl.Präs. + Konj. + Adv. + Nom.Pl.)
piśācasaṃghā vividhāḥ subhairavāḥ
die mannigfachen, höchst furchtbaren Piśāca-Scharen (Nom.Pl.Kompositum + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
So verließen die Männer jenes Schlachtfeld von schrecklichem Anblick, bei Anbruch der Nacht dem Reich des Herrn der Väter [Yama, d.h. dem Totenreich] gleichend, langsam betrachtend, wimmelnd von emporgestiegenen Scharen kopfloser Rumpfgeister.
Wort für Wort
tathā tad āyodhanam ugradarśanaṃ
so jenes Schlachtfeld von schrecklichem Anblick (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
niśāmukhe pitṛpatirāṣṭrasaṃnibham
bei Anbruch der Nacht, dem Reich des Herrn der Väter gleichend (Lok.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
Den seines kostbaren, nun zerstreuten und zerstörten Schmuckes beraubten, gefällten, Indra gleichen großen Wagenkämpfer Abhimanyu sahen da die Menschen im Schlachtgetümmel — wie ein Opferfeuer in der Versammlungshalle, dem die Opferspende entzogen ist.
Wort für Wort
apetavidhvastamahārhabhūṣaṇaṃ
seines kostbaren, zerstreuten und zerstörten Schmuckes beraubt (Akk.Sg.Kompositum)
nipātitaṃ śakrasamaṃ mahāratham
den gefällten, Indra gleichen großen Wagenkämpfer (Akk.Sg.Ptz. + Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum)
raṇe 'bhimanyuṃ dadṛśus tadā janā
im Schlachtgetümmel sahen da die Menschen Abhimanyu (Lok.Sg. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf. + Adv. + Nom.Pl.)
vyapoḍhahavyaṃ sadasīva pāvakam
wie ein Opferfeuer in der Versammlungshalle, dem die Opferspende entzogen ist (Akk.Sg.Kompositum + Lok.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
[Anm.: V.53 bildet eine Einheit und beschließt das Kapitel mit dem eindringlichen, das ganze Kapitel überwölbenden Schlussbild: Abhimanyu, der zuvor (V.1-3) noch im Glanz von Viṣṇus Waffe erstrahlte, wird nun mit einem erloschenen, seiner Opferspende beraubten heiligen Feuer verglichen — ein Bild endgültigen Verlöschens.]