Kapitel 22: Rathacihnavarṇana
Der zehnte Tag: Die Wagenzeichen der gegen Droṇa anstürmenden Helden
Dhṛtarāṣṭra bittet Saṃjaya, ihm die Wagenzeichen (Fahnen, Gespanne) all jener zu nennen, die zornentbrannt, angeführt von Bhīma, gegen Droṇa anstürmten. Es folgt ein langer, in typisch epischer Katalogform gehaltener Bericht: Held um Held wird — meist nur über die Farbe und Herkunft seiner Pferde sowie einen kurzen Zusatz — benannt, angefangen bei Sātyaki, Yudhiṣṭhira, Drupada, Virāṭa, den Kekaya-Brüdern, Śikhaṇḍin und seinem Sohn Kṣatradeva, den Söhnen Draupadīs und Nakulas (Śatānīka), Abhimanyu, Yuyutsu, Ghaṭotkaca, dem Pāṇḍya-König (mit ausführlicher, im Apparat überlieferter Vorgeschichte) und vielen weiteren, bis hin zu Dhṛṣṭadyumna, der Droṇa als sein persönliches Ziel markiert hat. Das Kapitel schließt mit einem im Apparat überlieferten, besonders umfangreichen Abschnitt über die kunstvollen Banner und göttlichen Bögen der Hauptkrieger. Zahlreiche der genannten Namen (Sahadeva, Janamejaya, Siṃhasena, Satyadhṛti) sind Homonyme bereits bekannter Figuren und werden entsprechend kenntlich gemacht.
dhṛtarāṣṭra uvāca sarveṣām eva me brūhi rathacihnāni saṃjaya ye droṇam abhyavartanta kruddhā bhīmapurogamāḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: Nenne mir doch die Wagenzeichen aller jener, Saṃjaya, die zornentbrannt, angeführt von Bhīma, gegen Droṇa anstürmten.
Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
sarveṣām eva me brūhi
nenne mir doch aller (Gen.Pl. + Partikel + Gen.Sg. + Imp.)
rathacihnāni saṃjaya
die Wagenzeichen, Saṃjaya (Akk.Pl. + Vok.Sg.)
ye droṇam abhyavartanta
die gegen Droṇa anstürmten (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
kruddhā bhīmapurogamāḥ
zornentbrannt, angeführt von Bhīma (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.1 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Zwischen V.1a/c ein dreizeiliger Apparatseinschub (*0159_01-03): „Ich möchte sie ausführlich hören, einen nach dem anderen; mein Herz, o Sohn, o Feindbezwinger, grämt sich um Droṇa — nachdem ich vom Tod Bhīṣmas gehört habe, wird, fürchte ich, dasselbe [nun auch ihm] widerfahren.“ — ein emotional bedeutsamer, für den Hauptsatz aber entbehrlicher Zusatz; nicht übersetzt.]
Saṃjaya sprach: Als er Vṛkodara [Bhīma], mit Pferden von der Farbe der Ṛśya-Antilope [gezogen], sich abmühen sah, da kehrte der Held Śaineya [Sātyaki], mit silbernen Rossen, [zu seiner Hilfe] um.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
ṛśyavarṇair hayair dṛṣṭvā
als er mit Ṛśya-farbenen Pferden sah (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Ger.)
vyāyacchantaṃ vṛkodaram
Vṛkodara sich abmühend (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
rajatāśvas tataḥ śūraḥ
der Held, mit silbernen Rossen, da (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
śaineyaḥ saṃnyavartata
Śaineya kehrte um (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.2 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Im Anschluss ein achtzeiliger Apparatseinschub (*0160_01-08), der berichtet, wie ebenso Yudhāmanyu (mit bunten Pferden), Dhṛṣṭadyumna (mit taubenfarbenen Pferden, aus Sorge um seinen Vater), Śikhaṇḍin und Kṣatradeva (mit lotosblattfarbenen, geschmückten Pferden) umkehrten oder heranstürmten — eine Vorwegnahme von Nennungen, die im Haupttext später (V.13, V.18, V.33) ohnehin erfolgen; nicht übersetzt.]
kṛṣṇās tu meghasaṃkāśāḥ sahadevam udāyudham bhīmavegā naravyāghram avahan vātaraṃhasaḥ
Die schwarzen, wolkengleichen, sturmschnellen Pferde von furchtbarer Wucht trugen Sahadeva, die Waffe erhoben, den Tiger unter den Männern.
Wort für Wort
kṛṣṇās tu meghasaṃkāśāḥ
die schwarzen, wolkengleichen (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
sahadevam udāyudham
Sahadeva, die Waffe erhoben (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
bhīmavegā naravyāghram
von furchtbarer Wucht, den Tiger unter den Männern (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
avahan vātaraṃhasaḥ
trugen, sturmschnell (3.Pl.Impf. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.4 bildet eine Einheit (a/c-Padas; V.4b fehlt im Haupttext). Anstelle von V.4b überliefert der Apparat zwei Einschübe: *0161_01-04 (4 Zeilen, mit Textlücken [****] im Original) über Uttamaujas, dessen Pferde ihn im Getümmel der Schlacht trugen; und *0162_01 (1 Zeile): „Elfenbeinfarbene, dunkelschwänzige [Pferde] aber [trugen] den König Yudhiṣṭhira.“ Beide Einschübe sind für den Hauptsatz entbehrlich und werden — zumal V.5 ohnehin eine eigene, abweichende Beschreibung von Yudhiṣṭhiras Pferden bietet — nicht übersetzt.]
Angeschirrt mit blässegezeichneten Falbpferden, die jeden Kampfeslärm ertragen, rückte der große Bogenschütze [Drupada], furchtlos, inmitten der Könige vor.
Wort für Wort
lalāmair haribhir yuktaiḥ
angeschirrt mit blässegezeichneten Falbpferden (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sarvaśabdakṣamair yudhi
die jeden Lärm im Kampf ertragen (Instr.Pl. + Lok.Sg.)
rājñāṃ madhye maheṣvāsaḥ
inmitten der Könige, der große Bogenschütze (Gen.Pl. + Lok.Sg. + Nom.Sg.)
śāntabhīr abhyavartata
furchtlos rückte er vor (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.7 bildet eine Einheit; Fortsetzung der Beschreibung Drupadas.]
taṃ virāṭo 'nvayāt paścāt saha śūrair mahārathaiḥ kekayāś ca śikhaṇḍī ca dhṛṣṭaketus tathaiva ca svaiḥ svaiḥ sainyaiḥ parivṛtā matsyarājānam anvayuḥ
Ihm folgte Virāṭa von hinten, zusammen mit heldenhaften großen Wagenkämpfern; und die Kekayas, und Śikhaṇḍin, und ebenso Dhṛṣṭaketu — jeder von seinen eigenen Truppen umgeben, folgten sie dem König der Matsyas [Virāṭa].
Wort für Wort
taṃ virāṭo 'nvayāt paścāt
ihm folgte Virāṭa von hinten (Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
saha śūrair mahārathaiḥ
zusammen mit heldenhaften großen Wagenkämpfern (Postp. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
kekayāś ca śikhaṇḍī ca
und die Kekayas und Śikhaṇḍin (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Sg. + Konj.)
dhṛṣṭaketus tathaiva ca
und ebenso Dhṛṣṭaketu (Nom.Sg. + Adv. + Konj.)
svaiḥ svaiḥ sainyaiḥ parivṛtā
jeder von seinen eigenen Truppen umgeben (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl.)
matsyarājānam anvayuḥ
folgten dem König der Matsyas (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)
te tu pāṭalapuṣpāṇāṃ samavarṇā hayottamāḥ vahamānā vyarājanta matsyasyāmitraghātinaḥ hāridrasamavarṇās tu javanā hemamālinaḥ putraṃ virāṭarājasya satvarāḥ samudāvahan
Diese ausgezeichneten Pferde, von der Farbe der Trompetenblüte [pāṭala], die den Feindvernichter der Matsyas [Virāṭa] trugen, glänzten prächtig. Und schnelle, kurkumafarbene, goldbekränzte [Pferde] trugen eilig den Sohn des Matsya-Königs Virāṭa.
Wort für Wort
te tu pāṭalapuṣpāṇāṃ
diese aber, von der Trompetenblüte (Nom.Pl. + Partikel + Gen.Pl.)
samavarṇā hayottamāḥ
gleichfarbig, die ausgezeichneten Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
vahamānā vyarājanta
tragend, glänzten sie (Nom.Pl.Part. + 3.Pl.Impf.)
matsyasyāmitraghātinaḥ
den Feindvernichter der Matsyas (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
indragopakavarṇais tu bhrātaraḥ pañca kekayāḥ jātarūpasamābhāsaḥ sarve lohitakadhvajāḥ te hemamālinaḥ śūrāḥ sarve yuddhaviśāradāḥ varṣanta iva jīmūtāḥ pratyadṛśyanta daṃśitāḥ
Die fünf Kekaya-Brüder, mit Pferden von der Farbe des Indragopa-Käfers [scharlachrot], goldglänzend, alle mit roten Bannern — diese Helden, goldbekränzt, alle kampferfahren, gepanzert, erschienen wie regenschwangere Wolken.
Wort für Wort
indragopakavarṇais tu
mit der Farbe des Indragopa-Käfers aber (Instr.Pl. + Partikel)
bhrātaraḥ pañca kekayāḥ
die fünf Kekaya-Brüder (Nom.Pl. + Zahlw. + Nom.Pl.)
jātarūpasamābhāsaḥ sarve
alle goldglänzend (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
lohitakadhvajāḥ
mit roten Bannern (Nom.Pl.)
te hemamālinaḥ śūrāḥ
diese goldbekränzten Helden (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
sarve yuddhaviśāradāḥ
alle kampferfahren (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
varṣanta iva jīmūtāḥ
wie regnende Wolken (Nom.Pl.Part. + Partikel + Nom.Pl.)
āmapātranibhākārāḥ pāñcālyam amitaujasam dāntās tāmrāruṇā yuktāḥ śikhaṇḍinam udāvahan tathā dvādaśasāhasrāḥ pāñcālānāṃ mahārathāḥ teṣāṃ tu ṣaṭ sahasrāṇi ye śikhaṇḍinam anvayuḥ
Gezähmte, kupferrötliche, angeschirrte [Pferde] von der Gestalt ungebrannter Tongefäße trugen den Pāñcālya von unermesslicher Kraft, Śikhaṇḍin. Und ebenso [folgten ihm] zwölftausend große Wagenkämpfer der Pāñcālas; von diesen waren es sechstausend, die Śikhaṇḍin folgten.
Wort für Wort
āmapātranibhākārāḥ
von der Gestalt ungebrannter Tongefäße (Nom.Pl.)
pāñcālyam amitaujasam
den Pāñcālya von unermesslicher Kraft (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
putraṃ tu śiśupālasya narasiṃhasya māriṣa ākrīḍanto vahanti sma sāraṅgaśabalā hayāḥ dhṛṣṭaketuś ca cedīnām ṛṣabho 'tibaloditaḥ kāmbojaiḥ śabalair aśvair abhyavartata durjayaḥ
Den Sohn des Śiśupāla, des Männer-Löwen, o Verehrter, trugen tummelnde, gescheckte Sāraṅga-Pferde. Und Dhṛṣṭaketu, der Stier der Cediker, in gewaltiger Kraft erstanden, unbezwingbar, rückte mit gescheckten Kamboja-Rossen vor.
Wort für Wort
putraṃ tu śiśupālasya
den Sohn des Śiśupāla aber (Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg.)
narasiṃhasya māriṣa
des Männer-Löwen, o Verehrter (Gen.Sg. + Vok.Sg.)
ākrīḍanto vahanti sma
tummelnd trugen sie (Nom.Pl.Part. + 3.Pl.Präs. + Partikel)
sāraṅgaśabalā hayāḥ
gescheckte Sāraṅga-Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
dhṛṣṭaketuś ca cedīnām
und Dhṛṣṭaketu, der Cediker (Nom.Sg. + Konj. + Gen.Pl.)
ṛṣabho 'tibaloditaḥ
Stier, in gewaltiger Kraft erstanden (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kāmbojaiḥ śabalair aśvair
mit gescheckten Kamboja-Rossen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
abhyavartata durjayaḥ
rückte vor, unbezwingbar (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.15-16 bilden eine syntaktische Einheit; namentliche Bestätigung Dhṛṣṭaketus als Sohn Śiśupālas, des Königs von Cedi (vgl. schon V.8).]
Jasminäugige, lotosfarbene, in Bāhlika geborene, wohlgeschmückte [Pferde] trugen den Helden, Śikhaṇḍins Sohn Kṣatradeva.
Wort für Wort
mallikākṣāḥ padmavarṇā
jasminäugige, lotosfarbene (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
bāhlijātāḥ svalaṃkṛtāḥ
in Bāhlika geborene, wohlgeschmückte (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śūraṃ śikhaṇḍinaḥ putraṃ
den Helden, Śikhaṇḍins Sohn (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
kṣatradevam udāvahan
Kṣatradeva trugen sie (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.18 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0163_01-02): „Goldgeschmückte, seidenähnliche, aus Araṭṭa stammende, ausdauernde Pferde trugen Senābindu im Kampf.“ — nicht übersetzt.]
den Sohn des Abhibhū, [Sohnes] des Kāśya (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
sukumāraṃ mahāratham
den zarten großen Wagenkämpfer (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
[Anm.: V.19 bildet eine Einheit. Der hier ungenannte Jüngling bleibt namenlos [?]; sein Vater Abhibhū, Sohn des Kāśya-Königs, ist aus Kap.47 bekannt (vgl. Glossar).]
dem Lenker gehorsam, o König (Gen.Sg. + Nom.Pl. + Vok.Sg.)
rājaputram udāvahan
trugen den Königssohn (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.20 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0164_01), der V.19a in leicht abgewandelter Form wiederholt: „Den Jüngling trugen sie im Kampf, dem Lenker gehorsame Pferde“ — nicht übersetzt.]
sutasomaṃ tu yaṃ dhaumyāt pārthaḥ putram ayācata māṣapuṣpasavarṇās tam avahan vājino raṇe sahasrasomapratimā babhūvuḥ pure kurūṇām udayendunāmni tasmiñ jātaḥ somasaṃkrandamadhye yasmāt tasmāt sutasomo 'bhavat saḥ
Aber bohnenblütenfarbene Renner trugen im Kampf Sutasoma, den Pārtha [Yudhiṣṭhira] sich durch Dhaumya [als Ritualsohn] erbeten hatte. In der Stadt der Kurus, mit Namen 'Mondaufgang', gab es [einst] tausendfache Mondpracht; dort, inmitten des Getümmels des Soma[opfers] geboren, wurde er eben deshalb 'Sutasoma' [genannt].
Wort für Wort
sutasomaṃ tu yaṃ dhaumyāt
Sutasoma aber, den er durch Dhaumya (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Abl.Sg.)
pārthaḥ putram ayācata
der Pārtha sich als Sohn erbeten hatte (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
māṣapuṣpasavarṇās tam
bohnenblütenfarbene [Pferde], ihn (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
avahan vājino raṇe
trugen die Renner im Kampf (3.Pl.Impf. + Nom.Pl. + Lok.Sg.)
sahasrasomapratimā babhūvuḥ
tausendfache Mondpracht gab es (Nom.Pl. + 3.Pl.Perf.)
pure kurūṇām udayendunāmni
in der Stadt der Kurus, mit Namen 'Mondaufgang' (Lok.Sg. + Gen.Pl. + Lok.Sg.)
tasmiñ jātaḥ somasaṃkrandamadhye
dort geboren, inmitten des Soma-Getümmels (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
yasmāt tasmāt sutasomo 'bhavat saḥ
weshalb er 'Sutasoma' wurde (Abl.Sg. + Abl.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.21-22 bilden eine syntaktische Einheit (V.22 in abweichendem Versmaß, wohl späterer Namenserklärungs-Zusatz). Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0165_01-02): „Pferde, tausend Monden gleich, goldgeschmückt, ringsum wiehernd, trugen jenen Helden im Kampf.“ — nicht übersetzt.]
nākuliṃ tu śatānīkaṃ śālapuṣpanibhā hayāḥ ādityataruṇaprakhyāḥ ślāghanīyam udāvahan
Aber śāla-blütenfarbene, der jungen Sonne gleichende Pferde trugen den preisenswerten Nākuli ['Sohn Nakulas'] Śatānīka.
Wort für Wort
nākuliṃ tu śatānīkaṃ
den Nākuli Śatānīka aber (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
śālapuṣpanibhā hayāḥ
śāla-blütenfarbene Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
ādityataruṇaprakhyāḥ
der jungen Sonne gleichend (Nom.Pl.)
ślāghanīyam udāvahan
trugen den Preisenswerten (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.23 bildet eine Einheit; bestätigt Śatānīka ausdrücklich als Sohn Nakulas (vgl. bereits Kap.15 und die dortige Unterscheidung von dem gleichnamigen, viel späteren König, Sohn Parikṣits II.).]
Mit goldgleichem Geschirr, pfauenhalsfarben, trugen [Pferde] den Draupadeya, den Tiger unter den Männern, Śrutakarman. Und ausgezeichnete, blauhähernfederfarbene Pferde trugen im Kampf den Draupadeya Śrutakīrti [auch] Śrutanidhi [genannt], dem Pārtha [Arjuna] ebenbürtig.
Wort für Wort
kāñcanapratimair yoktrair
mit goldgleichem Geschirr (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
mayūragrīvasaṃnibhāḥ
pfauenhalsfarben (Nom.Pl.)
draupadeyaṃ naravyāghraṃ
den Draupadeya, den Tiger unter den Männern (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
śrutakarmāṇam āvahan
trugen Śrutakarman (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
śrutakīrtiṃ śrutanidhiṃ
Śrutakīrti, [auch] Śrutanidhi (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
draupadeyaṃ hayottamāḥ
den Draupadeya, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
ūhuḥ pārthasamaṃ yuddhe
trugen im Kampf, dem Pārtha gleich (3.Pl.Perf. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
cāṣapatranibhā hayāḥ
blauhähernfederfarbene Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.24-25 bilden eine syntaktische Einheit; zwei der fünf Söhne Draupadīs, Śrutakarman und Śrutakīrti/Śrutanidhi, werden benannt.]
Aber ihn, der als einziger unter den Dhārtarāṣṭras zu den Pāṇḍavas Zuflucht genommen hatte, ihn, Yuyutsu, trugen im Kampf riesige, großkörperige [Pferde].
Wort für Wort
ekas tu dhārtarāṣṭrebhyaḥ
einer aber unter den Dhārtarāṣṭras (Nom.Sg. + Partikel + Abl.Pl.)
pāṇḍavān yaḥ samāśritaḥ
der zu den Pāṇḍavas Zuflucht nahm (Akk.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
taṃ bṛhanto mahākāyā
ihn riesige, großkörperige [Pferde] (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
yuyutsum avahan raṇe
Yuyutsu trugen sie im Kampf (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Lok.Sg.)
[Anm.: V.27 bildet eine Einheit. Yuyutsu, Sohn Dhṛtarāṣṭras von einer Vaiśya-Dienerin, war der einzige der hundert Kaurava-Brüder, der zu den Pāṇḍavas überging (vgl. Glossar).]
[Anm.: V.32 bildet eine Einheit. Dieser Satyadhṛti ist von dem in V.48 genannten, andersnamig 'Kṣaimi' (Sohn des Kṣema) bezeichneten Satyadhṛti zu unterscheiden — offenbar zwei verschiedene gleichnamige Krieger.]
yaḥ sa pāñcālasenānīr droṇam aṃśam akalpayat pārāvatasavarṇāśvā dhṛṣṭadyumnam udāvahan
Taubenfarbene Pferde trugen Dhṛṣṭadyumna, jenen Feldherrn der Pāñcālas, der Droṇa zu [seinem eigenen] Anteil [an der Schlacht] bestimmt hatte.
Wort für Wort
yaḥ sa pāñcālasenānīr
der, jener Feldherr der Pāñcālas (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
droṇam aṃśam akalpayat
Droṇa zum Anteil bestimmt hatte (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
pārāvatasavarṇāśvā
mit taubenfarbenen Pferden (Nom.Pl.)
dhṛṣṭadyumnam udāvahan
trugen Dhṛṣṭadyumna (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.33 bildet eine Einheit. „droṇam aṃśam akalpayat“ — Dhṛṣṭadyumna erklärt Droṇa zu seinem persönlichen Ziel; dies nimmt Dhṛṣṭadyumnas spätere Rolle als Droṇas Töter vorweg.]
tam anvayāt satyadhṛtiḥ saucittir yuddhadurmadaḥ śreṇimān vasudānaś ca putraḥ kāśyasya cābhibho yuktaiḥ paramakāmbojair javanair hemamālibhiḥ bhīṣayanto dviṣatsainyaṃ yamavaiśravaṇopamāḥ
Ihm folgten Satyadhṛti, der kampfestrunkene Sohn des Sucitra, Śreṇimān, und Vasudāna, und der Sohn des Kāśya, [nämlich] des Abhibhū — angeschirrt mit ausgezeichneten, schnellen, goldbekränzten Kamboja-Pferden, das feindliche Heer erschreckend, Yama und Vaiśravaṇa [Kubera] gleich.
Wort für Wort
tam anvayāt satyadhṛtiḥ
ihm folgte Satyadhṛti (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
saucittir yuddhadurmadaḥ
der kampfestrunkene Sohn des Sucitra (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śreṇimān vasudānaś ca
Śreṇimān und Vasudāna (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
putraḥ kāśyasya cābhibho
und der Sohn des Kāśya, [des] Abhibhū (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Konj. + Gen.Sg.)
yuktaiḥ paramakāmbojair
angeschirrt mit ausgezeichneten Kamboja-[Pferden] (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
javanair hemamālibhiḥ
schnellen, goldbekränzten (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
bhīṣayanto dviṣatsainyaṃ
das feindliche Heer erschreckend (Nom.Pl.Part. + Akk.Sg.)
yamavaiśravaṇopamāḥ
Yama und Vaiśravaṇa gleich (Nom.Pl.)
[Anm.: V.34-35 bilden eine syntaktische Einheit. „putraḥ kāśyasya cābhibhoḥ“ ist wohl derselbe namenlose Sohn Abhibhūs wie in V.19 [?].]
Aber die Prabhadraka-Pāñcālas, sechstausend, die Waffen erhoben, mit ausgezeichneten Pferden verschiedener Farben, ihre Wagenbanner goldbunt, mit gespannten Bögen die Feinde mit Pfeilscharen schüttelnd — sie, gemeinsamen Todes gewiss geworden, folgten Dhṛṣṭadyumna.
Wort für Wort
prabhadrakās tu pāñcālāḥ
aber die Prabhadraka-Pāñcālas (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
ṣaṭ sahasrāṇy udāyudhāḥ
sechstausend, die Waffen erhoben (Zahlw. + Nom.Pl.)
nānāvarṇair hayaśreṣṭhair
mit ausgezeichneten Pferden verschiedener Farben (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
hemacitrarathadhvajāḥ
ihre Wagenbanner goldbunt (Nom.Pl.)
śaravrātair vidhunvantaḥ
mit Pfeilscharen schüttelnd (Instr.Pl. + Nom.Pl.Part.)
śatrūn vitatakārmukāḥ
die Feinde, die Bögen gespannt (Akk.Pl. + Nom.Pl.)
indrāyudhasavarṇais tu kuntibhojo hayottamaiḥ āyāt suvaśyaiḥ purujin mātulaḥ savyasācinaḥ
Mit ausgezeichneten Pferden von der Farbe der Regenbogenwaffe Indras, ganz gehorsamen, kam Purujit Kuntibhoja heran, der Onkel [mütterlicherseits] Savyasācins [Arjunas].
Wort für Wort
indrāyudhasavarṇais tu
mit Regenbogenwaffen-farbenen [Pferden] aber (Instr.Pl. + Partikel)
kuntibhojo hayottamaiḥ
Kuntibhoja, mit ausgezeichneten Pferden (Nom.Sg. + Instr.Pl.)
āyāt suvaśyaiḥ purujin
kam heran, ganz gehorsam, Purujit (3.Sg.Impf. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)
mātulaḥ savyasācinaḥ
der Onkel Savyasācins (Nom.Sg. + Gen.Sg.)
[Anm.: V.39 bildet eine Einheit. Dieser Purujit Kuntibhoja — Kuntīs Bruder — ist vom älteren Kuntibhoja, Kuntīs Adoptivvater (Adh.104), zu unterscheiden; wohl trägt Purujit als dessen Sohn und Erbe denselben Dynastienamen.]
karburāḥ śitipādās tu svarṇajālaparicchadāḥ jārāsaṃdhiṃ hayaśreṣṭhāḥ sahadevam udāvahan
Gescheckte, weißfüßige, ausgezeichnete Pferde, mit goldenem Netzwerk gedeckt, trugen Sahadeva, den Sohn des Jarāsandha.
Wort für Wort
karburāḥ śitipādās tu
gescheckte, weißfüßige aber (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Partikel)
svarṇajālaparicchadāḥ
mit goldenem Netzwerk gedeckt (Nom.Pl.)
jārāsaṃdhiṃ hayaśreṣṭhāḥ
den Sohn des Jarāsandha, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
sahadevam udāvahan
trugen Sahadeva (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.41 bildet eine Einheit. Dieser 'Jārāsaṃdhi' Sahadeva — der Sohn des von Bhīma erschlagenen Jarāsandha, später König von Magadha — ist nicht mit dem gleichnamigen jüngsten Pāṇḍava-Bruder Sahadeva zu verwechseln (vgl. bereits dessen Nennung in V.4).]
śaśalohitavarṇās tu pāṇḍurodgatarājayaḥ pāñcālyaṃ gopateḥ putraṃ siṃhasenam udāvahan
Hasenrote, mit hervortretenden weißen Streifen [gezeichnete Pferde] trugen den Pāñcālya, den Sohn des Gopati, Siṃhasena.
Wort für Wort
śaśalohitavarṇās tu
hasenrote aber (Nom.Pl. + Partikel)
pāṇḍurodgatarājayaḥ
mit hervortretenden weißen Streifen (Nom.Pl.)
pāñcālyaṃ gopateḥ putraṃ
den Pāñcālya, den Sohn des Gopati (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
siṃhasenam udāvahan
trugen Siṃhasena (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.43 bildet eine Einheit. Dieser Siṃhasena — Pāñcālya, Sohn des Gopati — ist von dem gleichnamigen Krieger aus Kap.15 zu unterscheiden, der Droṇa dort durchbohrte, aber von ihm enthauptet wurde; offenbar zwei verschiedene, gleichnamige Krieger [?].]
Der Tiger unter den Männern der Pāñcālas, der als Janamejaya bekannt ist — dessen ausgezeichnete Pferde, senfblütenfarben, bohnenfarben, schnell, groß, goldbekränzt, mit rahmweißem Rücken, mondgesichtig, trugen den Pāñcālya rasch.
Wort für Wort
pāñcālānāṃ naravyāghro
der Tiger unter den Männern der Pāñcālas (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
yaḥ khyāto janamejayaḥ
der als Janamejaya bekannt ist (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
trugen den Pāñcālya rasch (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Adv.)
[Anm.: V.44-45 bilden eine syntaktische Einheit. Dieser Janamejaya, ein Pāñcālya-Krieger, ist nicht mit dem gleichnamigen König Janamejaya zu verwechseln, dem Urenkel Arjunas, an dessen Schlangenopfer das Mahābhārata durch Vaiśampāyana vorgetragen wird (vgl. Glossar).]
śūrāś ca bhadrakāś caiva śarakāṇḍanibhā hayāḥ padmakiñjalkavarṇābhā daṇḍadhāram udāvahan
Kühne und günstige [Pferde], pfeilschaftfarben, lotosstaubfäden-farbig, trugen Daṇḍadhāra.
Wort für Wort
śūrāś ca bhadrakāś caiva
kühne und günstige (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Konj.)
śarakāṇḍanibhā hayāḥ
pfeilschaftfarbene Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
padmakiñjalkavarṇābhā
lotosstaubfäden-farbig (Nom.Pl.)
daṇḍadhāram udāvahan
trugen Daṇḍadhāra (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.46 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein sechszeiliger Apparatseinschub (*0166_01-06), der drei weitere, sonst nicht genannte Pāñcālya-Krieger mit ihren Pferden aufzählt: den mit eselfarbenen, mäuserückenfarbenen Pferden getragenen Vyāghradanta, den mit dunkelfahlen, bunt bekränzten Pferden getragenen Sudhanvan und den mit blitzschlagähnlichen, indragopafarbenen, bunt umhüllten Pferden getragenen Citrāyudha (der jedoch auch im Haupttext, V.54, mit abweichender Pferdefarbe erscheint) — nicht übersetzt.]
[Anm.: V.48 bildet eine Einheit. Dieser Satyadhṛti Kṣaimi (Sohn des Kṣema) ist vom in V.32 genannten, in Waffenkunde und Veden bewanderten Satyadhṛti zu unterscheiden.]
samudrasenaputraṃ tu sāmudrā rudratejasam aśvāḥ śaśāṅkasadṛśāś candradevam udāvahan
Aber 'ozeanische' [d.h. aus dem Küstenland stammende] Pferde, mondgleich, trugen Candradeva, den von Rudras Glut [durchdrungenen] Sohn des Samudrasena.
Wort für Wort
samudrasenaputraṃ tu
den Sohn des Samudrasena aber (Akk.Sg. + Partikel)
sāmudrā rudratejasam
'ozeanische' [Pferde], von Rudras Glut (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
nīlotpalasavarṇās tu tapanīyavibhūṣitāḥ śaibyaṃ citrarathaṃ yuddhe citramālyāvahan hayāḥ
Aber blaulotosfarbene, mit geläutertem Gold geschmückte, bunt bekränzte Pferde trugen im Kampf den Śaibya [-König] Citraratha.
Wort für Wort
nīlotpalasavarṇās tu
blaulotosfarbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
tapanīyavibhūṣitāḥ
mit geläutertem Gold geschmückt (Nom.Pl.)
śaibyaṃ citrarathaṃ yuddhe
den Śaibya Citraratha im Kampf (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
citramālyāvahan hayāḥ
bunt bekränzte Pferde trugen ihn (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.51 bildet eine Einheit. Śaibya, der Śibi-König, ist aus Kap.46 bekannt (vgl. Glossar); „Citraratha“ hier wohl als weiterer Beiname („der mit dem prächtigen Wagen“).]
[Anm.: V.54 bildet eine Einheit. Ein Krieger namens Citrāyudha wird bereits im Apparatseinschub nach V.46 (*0166_06) mit abweichender Pferdefarbe genannt.]
kämpferisch und günstig (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Konj.)
śaradaṇḍānudaṇḍajāḥ
an Pfeilschäften entlang geboren (Nom.Pl.)
śvetāṇḍāḥ kukkuṭāṇḍābhā
weißeiig, hühnereifarbig (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
daṇḍaketum udāvahan
trugen Daṇḍaketu (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.58 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zehnzeiliger, inhaltlich bedeutsamer Apparatseinschub (*0167_01-10) über den Pāṇḍya-König: Nachdem sein Vater, der Herrscher der Pāṇḍyas, von Keśava [Kṛṣṇa] im Kampf erschlagen worden war, das Tor der Pāṇḍyas zerbrochen und seine Verwandten in die Flucht geschlagen waren, erwarb er von Bhīṣma, Droṇa, Rāma [Paraśurāma] und Kṛpa Waffenkunde und erlangte Gleichrangigkeit in den Waffen mit Rukmin, Karṇa, Arjuna und Acyuta [Kṛṣṇa]; er wollte darauf Dvārakā gänzlich vernichten und die ganze Erde erobern, wurde aber von weisen Freunden aus Wohlwollen davon abgehalten; er gab die Fortsetzung der Feindschaft auf und herrscht nun über sein eigenes Reich — dieser Pāṇḍya mit dem Meeresbanner, mit mondstrahlfarbenen, mit Katzenaugenstein-Netzen bedeckten Pferden, auf die Kraft seiner Tapferkeit vertrauend, seinen göttlichen Bogen spannend, fiel, der Mächtige, Droṇa an. Diese ausführliche Vorgeschichte wird hier inhaltlich zusammengefasst dokumentiert, nicht als Haupttext übersetzt.]
Pferde mit vielgestaltiger Farbe, mit vielgestaltigen Gesichtern, trugen den Helden mit dem Wagenrad-Banner, Ghaṭotkaca.
Wort für Wort
nānārūpeṇa varṇena
mit vielgestaltiger Farbe (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
nānākṛtimukhā hayāḥ
Pferde mit vielgestaltigen Gesichtern (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
rathacakradhvajaṃ vīraṃ
den Helden mit dem Wagenrad-Banner (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
ghaṭotkacam udāvahan
trugen Ghaṭotkaca (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
[Anm.: V.60 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Im Anschluss ein fünfzeiliger Apparatseinschub (*0168_01-04, *0169_01), der erneut Yuyutsu beschreibt — den einzigen, der, die Meinung der versammelten Bhāratas [Kauravas] verlassend, sich aus Hingabe zu Yudhiṣṭhira begab, all seinen Besitz und sein Streben aufgebend: rotäugig, großarmig, riesig, von trefflichem Banner, in einem goldenen Wagen stehend — eine mit V.27 inhaltlich doppelte Passage; nicht übersetzt.]
Goldfarbene, ausgezeichnete Pferde folgten von hinten, von allen Seiten, Yudhiṣṭhira, dem Kenner des Dharma, der in der Schlachtreihe stand, dem besten der Könige; und die Prabhadrakas [folgten] mit göttlichen Rossen von hohen und niederen Farben.
Wort für Wort
suvarṇavarṇā dharmajñam
goldfarben, den Kenner des Dharma (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
anīkasthaṃ yudhiṣṭhiram
der in der Schlachtreihe stand, Yudhiṣṭhira (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
rājaśreṣṭhaṃ hayaśreṣṭhāḥ
den besten der Könige, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
sarvataḥ pṛṣṭhato 'nvayuḥ
folgten von allen Seiten, von hinten (Adv. + Adv. + 3.Pl.Perf.)
varṇaiś coccāvacair divyaiḥ
mit hohen und niederen göttlichen Farben (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sadaśvānāṃ prabhadrakāḥ
der Rosse, die Prabhadrakas (Gen.Pl. + Nom.Pl.)
[Anm.: V.61 bildet eine syntaktische Einheit (a/c/e-Padas). Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0170_01): „Viele, von göttlicher Gestalt, kehrten zum Kampf um.“ — nicht übersetzt.]
atyarocata tān sarvān dhṛṣṭadyumnaḥ samāgatān sarvāṇy api ca sainyāni bhāradvājo 'tyarocata
Dhṛṣṭadyumna überstrahlte alle diese Versammelten; und auch alle [feindlichen] Heere überstrahlte Bhāradvāja [Droṇa].
Wort für Wort
atyarocata tān sarvān
überstrahlte alle diese (3.Sg.Impf. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
dhṛṣṭadyumnaḥ samāgatān
Dhṛṣṭadyumna, die Versammelten (Nom.Sg. + Akk.Pl.)
sarvāṇy api ca sainyāni
und auch alle Heere (Akk.Pl. + Partikel + Konj. + Akk.Pl.)
bhāradvājo 'tyarocata
Bhāradvāja überstrahlte (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.63 bildet eine Einheit (a/c-Padas) und schließt den im Haupttext übersetzten Katalog ab. Es folgt, mit erneuter (hier entfallender) Sprecherkennzeichnung 'saṃjaya uvāca' mitten im Apparat, ein außerordentlich umfangreicher, 34-zeiliger Einschub (@005_0001 bis @005_0034), der die kunstvollen Banner und göttlichen Bögen der Hauptkrieger ausmalt: Yudhiṣṭhiras Banner mit goldenem Wasserkrug auf schwarzem Antilopenfell; Bhīmasenas silbernes Löwenbanner mit Beryll-Augen; ein goldener Mond mit Planeten als weiteres Banner des Kuru-Königs [Yudhiṣṭhira], dazu zwei göttliche, freudesteigernde Trommeln (Nanda und Upananda); Nakulas Banner mit einem goldrückigen Śarabha-Fabelwesen; Sahadevas silberne Gans mit Glöckchen und Wimpeln; die einander entsprechenden Bannerschmuckstücke der fünf Draupadeyas, die Dharma, Vāyu, Śakra [Indra] und die beiden Aśvins repräsentieren; Abhimanyus goldener Śārṅga-Vogel, glühend wie geschmolzenes Gold; Ghaṭotkacas Geier-Banner und seine nach Belieben fliegenden Rosse, wie einst die des Rāvaṇa; sodann eine Aufzählung der göttlichen Bögen: Yudhiṣṭhiras Māhendra-Bogen, Bhīmasenas Vāyavya-Bogen (eine von Brahmā zum Schutz der drei Welten geschaffene, unvergängliche göttliche Waffe), ein Bogen für Arjuna [Phalguna], Nakulas Vaiṣṇava-Bogen, Sahadevas Āśvin-Bogen, Ghaṭotkacas furchterregender Paulastya-Bogen, sowie für die fünf Söhne Draupadīs je ein Bogen: Raudra, Āgneya, Kaubera, Yāmya und Giriśa [Śaiva] — Juwelen unter den Bögen; unter diesen wurde der beste, der Raudra-Bogen, den Rohiṇīs Sohn [Balarāma] einst erlangt hatte, von diesem, zufrieden, dem hochgesinnten Sohn Subhadrās [Abhimanyu] geschenkt. Viele weitere goldgeschmückte Banner der Helden, das Leid der Feinde mehrend, waren dort zu sehen; Droṇas Heer wurde bannergedrängt, nur von Tapferen aufgesucht, wie ein wundersames, auf Tuch gemaltes Bild; man hörte dort Namen und Geschlechter der gegen Droṇa im Kampf anstürmenden Helden, wie bei einer Brautwahl [svayaṃvara] ausgerufen. Dieser gesamte, inhaltlich eigenständige und umfangreiche Abschnitt wird hier zusammengefasst dokumentiert, nicht als Haupttext übersetzt.]