Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 22: Rathacihnavarṇana Der zehnte Tag: Die Wagenzeichen der gegen Droṇa anstürmenden Helden

Dhṛtarāṣṭra bittet Saṃjaya, ihm die Wagenzeichen (Fahnen, Gespanne) all jener zu nennen, die zornentbrannt, angeführt von Bhīma, gegen Droṇa anstürmten. Es folgt ein langer, in typisch epischer Katalogform gehaltener Bericht: Held um Held wird — meist nur über die Farbe und Herkunft seiner Pferde sowie einen kurzen Zusatz — benannt, angefangen bei Sātyaki, Yudhiṣṭhira, Drupada, Virāṭa, den Kekaya-Brüdern, Śikhaṇḍin und seinem Sohn Kṣatradeva, den Söhnen Draupadīs und Nakulas (Śatānīka), Abhimanyu, Yuyutsu, Ghaṭotkaca, dem Pāṇḍya-König (mit ausführlicher, im Apparat überlieferter Vorgeschichte) und vielen weiteren, bis hin zu Dhṛṣṭadyumna, der Droṇa als sein persönliches Ziel markiert hat. Das Kapitel schließt mit einem im Apparat überlieferten, besonders umfangreichen Abschnitt über die kunstvollen Banner und göttlichen Bögen der Hauptkrieger. Zahlreiche der genannten Namen (Sahadeva, Janamejaya, Siṃhasena, Satyadhṛti) sind Homonyme bereits bekannter Figuren und werden entsprechend kenntlich gemacht.

dhṛtarāṣṭra uvāca sarveṣām eva me brūhi rathacihnāni saṃjaya ye droṇam abhyavartanta kruddhā bhīmapurogamāḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: Nenne mir doch die Wagenzeichen aller jener, Saṃjaya, die zornentbrannt, angeführt von Bhīma, gegen Droṇa anstürmten.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca
Dhṛtarāṣṭra sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
sarveṣām eva me brūhi
nenne mir doch aller (Gen.Pl. + Partikel + Gen.Sg. + Imp.)
rathacihnāni saṃjaya
die Wagenzeichen, Saṃjaya (Akk.Pl. + Vok.Sg.)
ye droṇam abhyavartanta
die gegen Droṇa anstürmten (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
kruddhā bhīmapurogamāḥ
zornentbrannt, angeführt von Bhīma (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.1 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Zwischen V.1a/c ein dreizeiliger Apparatseinschub (*0159_01-03): „Ich möchte sie ausführlich hören, einen nach dem anderen; mein Herz, o Sohn, o Feindbezwinger, grämt sich um Droṇa — nachdem ich vom Tod Bhīṣmas gehört habe, wird, fürchte ich, dasselbe [nun auch ihm] widerfahren.“ — ein emotional bedeutsamer, für den Hauptsatz aber entbehrlicher Zusatz; nicht übersetzt.]

saṃjaya uvāca ṛśyavarṇair hayair dṛṣṭvā vyāyacchantaṃ vṛkodaram rajatāśvas tataḥ śūraḥ śaineyaḥ saṃnyavartata

Saṃjaya sprach: Als er Vṛkodara [Bhīma], mit Pferden von der Farbe der Ṛśya-Antilope [gezogen], sich abmühen sah, da kehrte der Held Śaineya [Sātyaki], mit silbernen Rossen, [zu seiner Hilfe] um.

Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom. + 3.Sg.Perf. vac-)
ṛśyavarṇair hayair dṛṣṭvā
als er mit Ṛśya-farbenen Pferden sah (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Ger.)
vyāyacchantaṃ vṛkodaram
Vṛkodara sich abmühend (Akk.Sg.Part. + Akk.Sg.)
rajatāśvas tataḥ śūraḥ
der Held, mit silbernen Rossen, da (Nom.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
śaineyaḥ saṃnyavartata
Śaineya kehrte um (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.2 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Im Anschluss ein achtzeiliger Apparatseinschub (*0160_01-08), der berichtet, wie ebenso Yudhāmanyu (mit bunten Pferden), Dhṛṣṭadyumna (mit taubenfarbenen Pferden, aus Sorge um seinen Vater), Śikhaṇḍin und Kṣatradeva (mit lotosblattfarbenen, geschmückten Pferden) umkehrten oder heranstürmten — eine Vorwegnahme von Nennungen, die im Haupttext später (V.13, V.18, V.33) ohnehin erfolgen; nicht übersetzt.]

darśanīyās tu kāmbojāḥ śukapatraparicchadāḥ vahanto nakulaṃ śīghraṃ tāvakān abhidudruvuḥ

Die schönen Kamboja-Pferde, papageienfeder-grün gedeckt, die Nakula trugen, stürmten schnell auf deine [Truppen] los.

Wort für Wort
darśanīyās tu kāmbojāḥ
die schönen Kamboja-[Pferde] aber (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
śukapatraparicchadāḥ
papageienfeder-grün gedeckt (Nom.Pl.)
vahanto nakulaṃ śīghraṃ
Nakula schnell tragend (Nom.Pl.Part. + Akk.Sg. + Adv.)
tāvakān abhidudruvuḥ
stürmten auf deine [Leute] los (Akk.Pl. + 3.Pl.Perf.)

[Anm.: V.3 bildet eine Einheit.]

kṛṣṇās tu meghasaṃkāśāḥ sahadevam udāyudham bhīmavegā naravyāghram avahan vātaraṃhasaḥ

Die schwarzen, wolkengleichen, sturmschnellen Pferde von furchtbarer Wucht trugen Sahadeva, die Waffe erhoben, den Tiger unter den Männern.

Wort für Wort
kṛṣṇās tu meghasaṃkāśāḥ
die schwarzen, wolkengleichen (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
sahadevam udāyudham
Sahadeva, die Waffe erhoben (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
bhīmavegā naravyāghram
von furchtbarer Wucht, den Tiger unter den Männern (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
avahan vātaraṃhasaḥ
trugen, sturmschnell (3.Pl.Impf. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.4 bildet eine Einheit (a/c-Padas; V.4b fehlt im Haupttext). Anstelle von V.4b überliefert der Apparat zwei Einschübe: *0161_01-04 (4 Zeilen, mit Textlücken [****] im Original) über Uttamaujas, dessen Pferde ihn im Getümmel der Schlacht trugen; und *0162_01 (1 Zeile): „Elfenbeinfarbene, dunkelschwänzige [Pferde] aber [trugen] den König Yudhiṣṭhira.“ Beide Einschübe sind für den Hauptsatz entbehrlich und werden — zumal V.5 ohnehin eine eigene, abweichende Beschreibung von Yudhiṣṭhiras Pferden bietet — nicht übersetzt.]

hemottamapraticchannair hayair vātasamair jave abhyavartanta sainyāni sarvāṇy eva yudhiṣṭhiram

Mit ausgezeichneten, goldverkleideten, windgleich schnellen Pferden rückten alle Truppen zusammen mit Yudhiṣṭhira vor.

Wort für Wort
hemottamapraticchannair
mit ausgezeichnetem Gold verkleidet (Instr.Pl.)
hayair vātasamair jave
mit Pferden, windgleich an Schnelligkeit (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Lok.Sg.)
abhyavartanta sainyāni
rückten die Truppen vor (3.Pl.Impf. + Nom.Pl.)
sarvāṇy eva yudhiṣṭhiram
alle, zusammen mit Yudhiṣṭhira (Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg.)

[Anm.: V.5 bildet eine Einheit.]

rājñas tv anantaraṃ rājā pāñcālyo drupado 'bhavat jātarūpamayacchatraḥ sarvaiḥ svair abhirakṣitaḥ

Gleich nach dem König [Yudhiṣṭhira] kam der Pāñcālya-König Drupada, sein Schirm aus reinem Gold, von all den Seinen beschützt.

Wort für Wort
rājñas tv anantaraṃ
gleich nach dem König aber (Gen.Sg. + Partikel + Adv.)
rājā pāñcālyo drupado 'bhavat
war der Pāñcālya-König Drupada (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)
jātarūpamayacchatraḥ
sein Schirm aus reinem Gold (Nom.Sg.)
sarvaiḥ svair abhirakṣitaḥ
von all den Seinen beschützt (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.6 bildet eine Einheit.]

lalāmair haribhir yuktaiḥ sarvaśabdakṣamair yudhi rājñāṃ madhye maheṣvāsaḥ śāntabhīr abhyavartata

Angeschirrt mit blässegezeichneten Falbpferden, die jeden Kampfeslärm ertragen, rückte der große Bogenschütze [Drupada], furchtlos, inmitten der Könige vor.

Wort für Wort
lalāmair haribhir yuktaiḥ
angeschirrt mit blässegezeichneten Falbpferden (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sarvaśabdakṣamair yudhi
die jeden Lärm im Kampf ertragen (Instr.Pl. + Lok.Sg.)
rājñāṃ madhye maheṣvāsaḥ
inmitten der Könige, der große Bogenschütze (Gen.Pl. + Lok.Sg. + Nom.Sg.)
śāntabhīr abhyavartata
furchtlos rückte er vor (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.7 bildet eine Einheit; Fortsetzung der Beschreibung Drupadas.]

taṃ virāṭo 'nvayāt paścāt saha śūrair mahārathaiḥ kekayāś ca śikhaṇḍī ca dhṛṣṭaketus tathaiva ca svaiḥ svaiḥ sainyaiḥ parivṛtā matsyarājānam anvayuḥ

Ihm folgte Virāṭa von hinten, zusammen mit heldenhaften großen Wagenkämpfern; und die Kekayas, und Śikhaṇḍin, und ebenso Dhṛṣṭaketu — jeder von seinen eigenen Truppen umgeben, folgten sie dem König der Matsyas [Virāṭa].

Wort für Wort
taṃ virāṭo 'nvayāt paścāt
ihm folgte Virāṭa von hinten (Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv.)
saha śūrair mahārathaiḥ
zusammen mit heldenhaften großen Wagenkämpfern (Postp. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
kekayāś ca śikhaṇḍī ca
und die Kekayas und Śikhaṇḍin (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Sg. + Konj.)
dhṛṣṭaketus tathaiva ca
und ebenso Dhṛṣṭaketu (Nom.Sg. + Adv. + Konj.)
svaiḥ svaiḥ sainyaiḥ parivṛtā
jeder von seinen eigenen Truppen umgeben (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl. + Nom.Pl.)
matsyarājānam anvayuḥ
folgten dem König der Matsyas (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)

[Anm.: V.8 bildet eine Einheit (a/c/e-Padas).]

te tu pāṭalapuṣpāṇāṃ samavarṇā hayottamāḥ vahamānā vyarājanta matsyasyāmitraghātinaḥ hāridrasamavarṇās tu javanā hemamālinaḥ putraṃ virāṭarājasya satvarāḥ samudāvahan

Diese ausgezeichneten Pferde, von der Farbe der Trompetenblüte [pāṭala], die den Feindvernichter der Matsyas [Virāṭa] trugen, glänzten prächtig. Und schnelle, kurkumafarbene, goldbekränzte [Pferde] trugen eilig den Sohn des Matsya-Königs Virāṭa.

Wort für Wort
te tu pāṭalapuṣpāṇāṃ
diese aber, von der Trompetenblüte (Nom.Pl. + Partikel + Gen.Pl.)
samavarṇā hayottamāḥ
gleichfarbig, die ausgezeichneten Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
vahamānā vyarājanta
tragend, glänzten sie (Nom.Pl.Part. + 3.Pl.Impf.)
matsyasyāmitraghātinaḥ
den Feindvernichter der Matsyas (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
hāridrasamavarṇās tu
kurkumafarbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
javanā hemamālinaḥ
schnelle, goldbekränzte (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
putraṃ virāṭarājasya
den Sohn des Königs Virāṭa (Akk.Sg. + Gen.Sg.)
satvarāḥ samudāvahan
eilig trugen sie (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.9-10 bilden eine syntaktische Einheit.]

indragopakavarṇais tu bhrātaraḥ pañca kekayāḥ jātarūpasamābhāsaḥ sarve lohitakadhvajāḥ te hemamālinaḥ śūrāḥ sarve yuddhaviśāradāḥ varṣanta iva jīmūtāḥ pratyadṛśyanta daṃśitāḥ

Die fünf Kekaya-Brüder, mit Pferden von der Farbe des Indragopa-Käfers [scharlachrot], goldglänzend, alle mit roten Bannern — diese Helden, goldbekränzt, alle kampferfahren, gepanzert, erschienen wie regenschwangere Wolken.

Wort für Wort
indragopakavarṇais tu
mit der Farbe des Indragopa-Käfers aber (Instr.Pl. + Partikel)
bhrātaraḥ pañca kekayāḥ
die fünf Kekaya-Brüder (Nom.Pl. + Zahlw. + Nom.Pl.)
jātarūpasamābhāsaḥ sarve
alle goldglänzend (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
lohitakadhvajāḥ
mit roten Bannern (Nom.Pl.)
te hemamālinaḥ śūrāḥ
diese goldbekränzten Helden (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
sarve yuddhaviśāradāḥ
alle kampferfahren (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
varṣanta iva jīmūtāḥ
wie regnende Wolken (Nom.Pl.Part. + Partikel + Nom.Pl.)
pratyadṛśyanta daṃśitāḥ
erschienen, gepanzert (3.Pl.Impf.Pass. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.11-12 bilden eine syntaktische Einheit.]

āmapātranibhākārāḥ pāñcālyam amitaujasam dāntās tāmrāruṇā yuktāḥ śikhaṇḍinam udāvahan tathā dvādaśasāhasrāḥ pāñcālānāṃ mahārathāḥ teṣāṃ tu ṣaṭ sahasrāṇi ye śikhaṇḍinam anvayuḥ

Gezähmte, kupferrötliche, angeschirrte [Pferde] von der Gestalt ungebrannter Tongefäße trugen den Pāñcālya von unermesslicher Kraft, Śikhaṇḍin. Und ebenso [folgten ihm] zwölftausend große Wagenkämpfer der Pāñcālas; von diesen waren es sechstausend, die Śikhaṇḍin folgten.

Wort für Wort
āmapātranibhākārāḥ
von der Gestalt ungebrannter Tongefäße (Nom.Pl.)
pāñcālyam amitaujasam
den Pāñcālya von unermesslicher Kraft (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
dāntās tāmrāruṇā yuktāḥ
gezähmt, kupferrötlich, angeschirrt (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śikhaṇḍinam udāvahan
trugen Śikhaṇḍin (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
tathā dvādaśasāhasrāḥ
und ebenso zwölftausend (Adv. + Nom.Pl.)
pāñcālānāṃ mahārathāḥ
große Wagenkämpfer der Pāñcālas (Gen.Pl. + Nom.Pl.)
teṣāṃ tu ṣaṭ sahasrāṇi
von diesen aber sechstausend (Gen.Pl. + Partikel + Zahlw.)
ye śikhaṇḍinam anvayuḥ
die Śikhaṇḍin folgten (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)

[Anm.: V.13-14 bilden eine syntaktische Einheit.]

putraṃ tu śiśupālasya narasiṃhasya māriṣa ākrīḍanto vahanti sma sāraṅgaśabalā hayāḥ dhṛṣṭaketuś ca cedīnām ṛṣabho 'tibaloditaḥ kāmbojaiḥ śabalair aśvair abhyavartata durjayaḥ

Den Sohn des Śiśupāla, des Männer-Löwen, o Verehrter, trugen tummelnde, gescheckte Sāraṅga-Pferde. Und Dhṛṣṭaketu, der Stier der Cediker, in gewaltiger Kraft erstanden, unbezwingbar, rückte mit gescheckten Kamboja-Rossen vor.

Wort für Wort
putraṃ tu śiśupālasya
den Sohn des Śiśupāla aber (Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg.)
narasiṃhasya māriṣa
des Männer-Löwen, o Verehrter (Gen.Sg. + Vok.Sg.)
ākrīḍanto vahanti sma
tummelnd trugen sie (Nom.Pl.Part. + 3.Pl.Präs. + Partikel)
sāraṅgaśabalā hayāḥ
gescheckte Sāraṅga-Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
dhṛṣṭaketuś ca cedīnām
und Dhṛṣṭaketu, der Cediker (Nom.Sg. + Konj. + Gen.Pl.)
ṛṣabho 'tibaloditaḥ
Stier, in gewaltiger Kraft erstanden (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
kāmbojaiḥ śabalair aśvair
mit gescheckten Kamboja-Rossen (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
abhyavartata durjayaḥ
rückte vor, unbezwingbar (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.15-16 bilden eine syntaktische Einheit; namentliche Bestätigung Dhṛṣṭaketus als Sohn Śiśupālas, des Königs von Cedi (vgl. schon V.8).]

bṛhatkṣatraṃ tu kaikeyaṃ sukumāraṃ hayottamāḥ palāladhūmavarṇābhāḥ saindhavāḥ śīghram āvahan

Aber ausgezeichnete Sindhu-Pferde, von der Farbe des Strohrauchs, trugen schnell den zarten Bṛhatkṣatra, den Kaikeya.

Wort für Wort
bṛhatkṣatraṃ tu kaikeyaṃ
Bṛhatkṣatra aber, den Kaikeya (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
sukumāraṃ hayottamāḥ
den zarten, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
palāladhūmavarṇābhāḥ
von der Farbe des Strohrauchs (Nom.Pl.)
saindhavāḥ śīghram āvahan
Sindhu-[Pferde] trugen schnell (Nom.Pl. + Adv. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.17 bildet eine Einheit.]

mallikākṣāḥ padmavarṇā bāhlijātāḥ svalaṃkṛtāḥ śūraṃ śikhaṇḍinaḥ putraṃ kṣatradevam udāvahan

Jasminäugige, lotosfarbene, in Bāhlika geborene, wohlgeschmückte [Pferde] trugen den Helden, Śikhaṇḍins Sohn Kṣatradeva.

Wort für Wort
mallikākṣāḥ padmavarṇā
jasminäugige, lotosfarbene (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
bāhlijātāḥ svalaṃkṛtāḥ
in Bāhlika geborene, wohlgeschmückte (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śūraṃ śikhaṇḍinaḥ putraṃ
den Helden, Śikhaṇḍins Sohn (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
kṣatradevam udāvahan
Kṣatradeva trugen sie (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.18 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0163_01-02): „Goldgeschmückte, seidenähnliche, aus Araṭṭa stammende, ausdauernde Pferde trugen Senābindu im Kampf.“ — nicht übersetzt.]

yuvānam avahan yuddhe krauñcavarṇā hayottamāḥ kāśyasyābhibhuvaḥ putraṃ sukumāraṃ mahāratham

Ausgezeichnete, kranichfarbene Pferde trugen im Kampf den Jüngling, den zarten großen Wagenkämpfer, den Sohn des Abhibhū, [des Sohnes] des Kāśya.

Wort für Wort
yuvānam avahan yuddhe
den Jüngling trugen sie im Kampf (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Lok.Sg.)
krauñcavarṇā hayottamāḥ
kranichfarbene, ausgezeichnete Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
kāśyasyābhibhuvaḥ putraṃ
den Sohn des Abhibhū, [Sohnes] des Kāśya (Gen.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
sukumāraṃ mahāratham
den zarten großen Wagenkämpfer (Akk.Sg. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.19 bildet eine Einheit. Der hier ungenannte Jüngling bleibt namenlos [?]; sein Vater Abhibhū, Sohn des Kāśya-Königs, ist aus Kap.47 bekannt (vgl. Glossar).]

śvetās tu prativindhyaṃ taṃ kṛṣṇagrīvā manojavāḥ yantuḥ preṣyakarā rājan rājaputram udāvahan

Weiße, schwarzhalsige, gedankenschnelle [Pferde], dem Lenker gehorsam, o König, trugen jenen Königssohn Prativindhya.

Wort für Wort
śvetās tu prativindhyaṃ taṃ
weiße [Pferde] aber, jenen Prativindhya (Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
kṛṣṇagrīvā manojavāḥ
schwarzhalsig, gedankenschnell (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
yantuḥ preṣyakarā rājan
dem Lenker gehorsam, o König (Gen.Sg. + Nom.Pl. + Vok.Sg.)
rājaputram udāvahan
trugen den Königssohn (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.20 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0164_01), der V.19a in leicht abgewandelter Form wiederholt: „Den Jüngling trugen sie im Kampf, dem Lenker gehorsame Pferde“ — nicht übersetzt.]

sutasomaṃ tu yaṃ dhaumyāt pārthaḥ putram ayācata māṣapuṣpasavarṇās tam avahan vājino raṇe sahasrasomapratimā babhūvuḥ pure kurūṇām udayendunāmni tasmiñ jātaḥ somasaṃkrandamadhye yasmāt tasmāt sutasomo 'bhavat saḥ

Aber bohnenblütenfarbene Renner trugen im Kampf Sutasoma, den Pārtha [Yudhiṣṭhira] sich durch Dhaumya [als Ritualsohn] erbeten hatte. In der Stadt der Kurus, mit Namen 'Mondaufgang', gab es [einst] tausendfache Mondpracht; dort, inmitten des Getümmels des Soma[opfers] geboren, wurde er eben deshalb 'Sutasoma' [genannt].

Wort für Wort
sutasomaṃ tu yaṃ dhaumyāt
Sutasoma aber, den er durch Dhaumya (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Abl.Sg.)
pārthaḥ putram ayācata
der Pārtha sich als Sohn erbeten hatte (Nom.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
māṣapuṣpasavarṇās tam
bohnenblütenfarbene [Pferde], ihn (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
avahan vājino raṇe
trugen die Renner im Kampf (3.Pl.Impf. + Nom.Pl. + Lok.Sg.)
sahasrasomapratimā babhūvuḥ
tausendfache Mondpracht gab es (Nom.Pl. + 3.Pl.Perf.)
pure kurūṇām udayendunāmni
in der Stadt der Kurus, mit Namen 'Mondaufgang' (Lok.Sg. + Gen.Pl. + Lok.Sg.)
tasmiñ jātaḥ somasaṃkrandamadhye
dort geboren, inmitten des Soma-Getümmels (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Lok.Sg.)
yasmāt tasmāt sutasomo 'bhavat saḥ
weshalb er 'Sutasoma' wurde (Abl.Sg. + Abl.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)

[Anm.: V.21-22 bilden eine syntaktische Einheit (V.22 in abweichendem Versmaß, wohl späterer Namenserklärungs-Zusatz). Im Anschluss ein zweizeiliger Apparatseinschub (*0165_01-02): „Pferde, tausend Monden gleich, goldgeschmückt, ringsum wiehernd, trugen jenen Helden im Kampf.“ — nicht übersetzt.]

nākuliṃ tu śatānīkaṃ śālapuṣpanibhā hayāḥ ādityataruṇaprakhyāḥ ślāghanīyam udāvahan

Aber śāla-blütenfarbene, der jungen Sonne gleichende Pferde trugen den preisenswerten Nākuli ['Sohn Nakulas'] Śatānīka.

Wort für Wort
nākuliṃ tu śatānīkaṃ
den Nākuli Śatānīka aber (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
śālapuṣpanibhā hayāḥ
śāla-blütenfarbene Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
ādityataruṇaprakhyāḥ
der jungen Sonne gleichend (Nom.Pl.)
ślāghanīyam udāvahan
trugen den Preisenswerten (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.23 bildet eine Einheit; bestätigt Śatānīka ausdrücklich als Sohn Nakulas (vgl. bereits Kap.15 und die dortige Unterscheidung von dem gleichnamigen, viel späteren König, Sohn Parikṣits II.).]

kāñcanapratimair yoktrair mayūragrīvasaṃnibhāḥ draupadeyaṃ naravyāghraṃ śrutakarmāṇam āvahan śrutakīrtiṃ śrutanidhiṃ draupadeyaṃ hayottamāḥ ūhuḥ pārthasamaṃ yuddhe cāṣapatranibhā hayāḥ

Mit goldgleichem Geschirr, pfauenhalsfarben, trugen [Pferde] den Draupadeya, den Tiger unter den Männern, Śrutakarman. Und ausgezeichnete, blauhähernfederfarbene Pferde trugen im Kampf den Draupadeya Śrutakīrti [auch] Śrutanidhi [genannt], dem Pārtha [Arjuna] ebenbürtig.

Wort für Wort
kāñcanapratimair yoktrair
mit goldgleichem Geschirr (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
mayūragrīvasaṃnibhāḥ
pfauenhalsfarben (Nom.Pl.)
draupadeyaṃ naravyāghraṃ
den Draupadeya, den Tiger unter den Männern (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
śrutakarmāṇam āvahan
trugen Śrutakarman (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)
śrutakīrtiṃ śrutanidhiṃ
Śrutakīrti, [auch] Śrutanidhi (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
draupadeyaṃ hayottamāḥ
den Draupadeya, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
ūhuḥ pārthasamaṃ yuddhe
trugen im Kampf, dem Pārtha gleich (3.Pl.Perf. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
cāṣapatranibhā hayāḥ
blauhähernfederfarbene Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.24-25 bilden eine syntaktische Einheit; zwei der fünf Söhne Draupadīs, Śrutakarman und Śrutakīrti/Śrutanidhi, werden benannt.]

yam āhur adhyardhaguṇaṃ kṛṣṇāt pārthāc ca saṃyuge abhimanyuṃ piśaṅgās taṃ kumāram avahan raṇe

Rötlichbraune [Pferde] trugen im Kampf jenen Jüngling, Abhimanyu, den man im Zweikampf anderthalbmal [so stark wie] Kṛṣṇa und Pārtha [Arjuna] nennt.

Wort für Wort
yam āhur adhyardhaguṇaṃ
den man anderthalbfach [stark] nennt (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf. + Akk.Sg.)
kṛṣṇāt pārthāc ca saṃyuge
als Kṛṣṇa und Pārtha im Zweikampf (Abl.Sg. + Abl.Sg. + Konj. + Lok.Sg.)
abhimanyuṃ piśaṅgās taṃ
Abhimanyu, jenen, rötlichbraune [Pferde] (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Akk.Sg.)
kumāram avahan raṇe
den Jüngling trugen sie im Kampf (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Lok.Sg.)

[Anm.: V.26 bildet eine Einheit.]

ekas tu dhārtarāṣṭrebhyaḥ pāṇḍavān yaḥ samāśritaḥ taṃ bṛhanto mahākāyā yuyutsum avahan raṇe

Aber ihn, der als einziger unter den Dhārtarāṣṭras zu den Pāṇḍavas Zuflucht genommen hatte, ihn, Yuyutsu, trugen im Kampf riesige, großkörperige [Pferde].

Wort für Wort
ekas tu dhārtarāṣṭrebhyaḥ
einer aber unter den Dhārtarāṣṭras (Nom.Sg. + Partikel + Abl.Pl.)
pāṇḍavān yaḥ samāśritaḥ
der zu den Pāṇḍavas Zuflucht nahm (Akk.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
taṃ bṛhanto mahākāyā
ihn riesige, großkörperige [Pferde] (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
yuyutsum avahan raṇe
Yuyutsu trugen sie im Kampf (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Lok.Sg.)

[Anm.: V.27 bildet eine Einheit. Yuyutsu, Sohn Dhṛtarāṣṭras von einer Vaiśya-Dienerin, war der einzige der hundert Kaurava-Brüder, der zu den Pāṇḍavas überging (vgl. Glossar).]

palālakāṇḍavarṇās tu vārdhakṣemiṃ tarasvinam ūhuḥ sutumule yuddhe hayā hṛṣṭāḥ svalaṃkṛtāḥ

Strohhalm-farbene, freudige, wohlgeschmückte Pferde trugen im überaus tosenden Kampf den energischen Vārdhakṣemi.

Wort für Wort
palālakāṇḍavarṇās tu
strohhalm-farbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
vārdhakṣemiṃ tarasvinam
den energischen Vārdhakṣemi (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
ūhuḥ sutumule yuddhe
trugen im überaus tosenden Kampf (3.Pl.Perf. + Lok.Sg. + Lok.Sg.)
hayā hṛṣṭāḥ svalaṃkṛtāḥ
die Pferde, freudig, wohlgeschmückt (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.28 bildet eine Einheit; Vārdhakṣemi ('Sohn des Vṛddhakṣema') ist Patronymikon des Kriegers Anādhṛṣṭi (vgl. Glossar, Kap.9).]

kumāraṃ śitipādās tu rukmapatrair uraśchadaiḥ saucittim avahan yuddhe yantuḥ preṣyakarā hayāḥ

Aber weißfüßige Pferde, dem Lenker gehorsam, mit goldbeblätterter Brustrüstung, trugen im Kampf den Jüngling, den Sohn des Sucitra.

Wort für Wort
kumāraṃ śitipādās tu
den Jüngling, weißfüßige [Pferde] aber (Akk.Sg. + Nom.Pl. + Partikel)
rukmapatrair uraśchadaiḥ
mit goldbeblätterter Brustrüstung (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
saucittim avahan yuddhe
trugen den Sohn des Sucitra im Kampf (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Lok.Sg.)
yantuḥ preṣyakarā hayāḥ
dem Lenker gehorsame Pferde (Gen.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.29 bildet eine Einheit.]

rukmapṛṣṭhāvakīrṇās tu kauśeyasadṛśā hayāḥ suvarṇamālinaḥ kṣāntāḥ śreṇimantam udāvahan

Aber mit Gold auf dem Rücken bestreute, seidengleiche, goldbekränzte, geduldige Pferde trugen Śreṇimant.

Wort für Wort
rukmapṛṣṭhāvakīrṇās tu
mit Gold auf dem Rücken bestreut, aber (Nom.Pl. + Partikel)
kauśeyasadṛśā hayāḥ
seidengleiche Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
suvarṇamālinaḥ kṣāntāḥ
goldbekränzt, geduldig (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
śreṇimantam udāvahan
trugen Śreṇimant (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.30 bildet eine Einheit.]

rukmamālādharāḥ śūrā hemavarṇāḥ svalaṃkṛtāḥ kāśirājaṃ hayaśreṣṭhāḥ ślāghanīyam udāvahan

Goldbekränzte, kühne, goldfarbene, wohlgeschmückte, ausgezeichnete Pferde trugen den preisenswerten König von Kāśī.

Wort für Wort
rukmamālādharāḥ śūrā
goldbekränzt, kühn (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
hemavarṇāḥ svalaṃkṛtāḥ
goldfarben, wohlgeschmückt (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
kāśirājaṃ hayaśreṣṭhāḥ
den König von Kāśī, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
ślāghanīyam udāvahan
trugen den Preisenswerten (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.31 bildet eine Einheit.]

astrāṇāṃ ca dhanurvede brāhme vede ca pāragam taṃ satyadhṛtim āyāntam aruṇāḥ samudāvahan

Rötliche [Pferde] trugen jenen herannahenden Satyadhṛti, der in den Waffen, in der Bogenkunst-Lehre und im Brahma-Veda bewandert war.

Wort für Wort
astrāṇāṃ ca dhanurvede
in den Waffen und in der Bogenkunst-Lehre (Gen.Pl. + Konj. + Lok.Sg.)
brāhme vede ca pāragam
und im Brahma-Veda bewandert (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
taṃ satyadhṛtim āyāntam
jenen herannahenden Satyadhṛti (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Part.)
aruṇāḥ samudāvahan
rötliche [Pferde] trugen (Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.32 bildet eine Einheit. Dieser Satyadhṛti ist von dem in V.48 genannten, andersnamig 'Kṣaimi' (Sohn des Kṣema) bezeichneten Satyadhṛti zu unterscheiden — offenbar zwei verschiedene gleichnamige Krieger.]

yaḥ sa pāñcālasenānīr droṇam aṃśam akalpayat pārāvatasavarṇāśvā dhṛṣṭadyumnam udāvahan

Taubenfarbene Pferde trugen Dhṛṣṭadyumna, jenen Feldherrn der Pāñcālas, der Droṇa zu [seinem eigenen] Anteil [an der Schlacht] bestimmt hatte.

Wort für Wort
yaḥ sa pāñcālasenānīr
der, jener Feldherr der Pāñcālas (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
droṇam aṃśam akalpayat
Droṇa zum Anteil bestimmt hatte (Akk.Sg. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
pārāvatasavarṇāśvā
mit taubenfarbenen Pferden (Nom.Pl.)
dhṛṣṭadyumnam udāvahan
trugen Dhṛṣṭadyumna (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.33 bildet eine Einheit. „droṇam aṃśam akalpayat“ — Dhṛṣṭadyumna erklärt Droṇa zu seinem persönlichen Ziel; dies nimmt Dhṛṣṭadyumnas spätere Rolle als Droṇas Töter vorweg.]

tam anvayāt satyadhṛtiḥ saucittir yuddhadurmadaḥ śreṇimān vasudānaś ca putraḥ kāśyasya cābhibho yuktaiḥ paramakāmbojair javanair hemamālibhiḥ bhīṣayanto dviṣatsainyaṃ yamavaiśravaṇopamāḥ

Ihm folgten Satyadhṛti, der kampfestrunkene Sohn des Sucitra, Śreṇimān, und Vasudāna, und der Sohn des Kāśya, [nämlich] des Abhibhū — angeschirrt mit ausgezeichneten, schnellen, goldbekränzten Kamboja-Pferden, das feindliche Heer erschreckend, Yama und Vaiśravaṇa [Kubera] gleich.

Wort für Wort
tam anvayāt satyadhṛtiḥ
ihm folgte Satyadhṛti (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
saucittir yuddhadurmadaḥ
der kampfestrunkene Sohn des Sucitra (Nom.Sg. + Nom.Sg.)
śreṇimān vasudānaś ca
Śreṇimān und Vasudāna (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Konj.)
putraḥ kāśyasya cābhibho
und der Sohn des Kāśya, [des] Abhibhū (Nom.Sg. + Gen.Sg. + Konj. + Gen.Sg.)
yuktaiḥ paramakāmbojair
angeschirrt mit ausgezeichneten Kamboja-[Pferden] (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
javanair hemamālibhiḥ
schnellen, goldbekränzten (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
bhīṣayanto dviṣatsainyaṃ
das feindliche Heer erschreckend (Nom.Pl.Part. + Akk.Sg.)
yamavaiśravaṇopamāḥ
Yama und Vaiśravaṇa gleich (Nom.Pl.)

[Anm.: V.34-35 bilden eine syntaktische Einheit. „putraḥ kāśyasya cābhibhoḥ“ ist wohl derselbe namenlose Sohn Abhibhūs wie in V.19 [?].]

prabhadrakās tu pāñcālāḥ ṣaṭ sahasrāṇy udāyudhāḥ nānāvarṇair hayaśreṣṭhair hemacitrarathadhvajāḥ śaravrātair vidhunvantaḥ śatrūn vitatakārmukāḥ samānamṛtyavo bhūtvā dhṛṣṭadyumnaṃ samanvayuḥ

Aber die Prabhadraka-Pāñcālas, sechstausend, die Waffen erhoben, mit ausgezeichneten Pferden verschiedener Farben, ihre Wagenbanner goldbunt, mit gespannten Bögen die Feinde mit Pfeilscharen schüttelnd — sie, gemeinsamen Todes gewiss geworden, folgten Dhṛṣṭadyumna.

Wort für Wort
prabhadrakās tu pāñcālāḥ
aber die Prabhadraka-Pāñcālas (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
ṣaṭ sahasrāṇy udāyudhāḥ
sechstausend, die Waffen erhoben (Zahlw. + Nom.Pl.)
nānāvarṇair hayaśreṣṭhair
mit ausgezeichneten Pferden verschiedener Farben (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
hemacitrarathadhvajāḥ
ihre Wagenbanner goldbunt (Nom.Pl.)
śaravrātair vidhunvantaḥ
mit Pfeilscharen schüttelnd (Instr.Pl. + Nom.Pl.Part.)
śatrūn vitatakārmukāḥ
die Feinde, die Bögen gespannt (Akk.Pl. + Nom.Pl.)
samānamṛtyavo bhūtvā
gemeinsamen Todes geworden (Nom.Pl. + Ger.)
dhṛṣṭadyumnaṃ samanvayuḥ
folgten sie Dhṛṣṭadyumna (Akk.Sg. + 3.Pl.Perf.)

[Anm.: V.36-37 bilden eine syntaktische Einheit.]

babhrukauśeyavarṇās tu suvarṇavaramālinaḥ ūhur aglānamanasaś cekitānaṃ hayottamāḥ

Aber rotbraune, seidenfarbene, mit feinen Goldgirlanden [geschmückte], unermüdliche, ausgezeichnete Pferde trugen Cekitāna.

Wort für Wort
babhrukauśeyavarṇās tu
rotbraune, seidenfarbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
suvarṇavaramālinaḥ
mit feinen Goldgirlanden (Nom.Pl.)
ūhur aglānamanasaś
trugen, unermüdlichen Geistes (3.Pl.Perf. + Nom.Pl.)
cekitānaṃ hayottamāḥ
Cekitāna, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.38 bildet eine Einheit.]

indrāyudhasavarṇais tu kuntibhojo hayottamaiḥ āyāt suvaśyaiḥ purujin mātulaḥ savyasācinaḥ

Mit ausgezeichneten Pferden von der Farbe der Regenbogenwaffe Indras, ganz gehorsamen, kam Purujit Kuntibhoja heran, der Onkel [mütterlicherseits] Savyasācins [Arjunas].

Wort für Wort
indrāyudhasavarṇais tu
mit Regenbogenwaffen-farbenen [Pferden] aber (Instr.Pl. + Partikel)
kuntibhojo hayottamaiḥ
Kuntibhoja, mit ausgezeichneten Pferden (Nom.Sg. + Instr.Pl.)
āyāt suvaśyaiḥ purujin
kam heran, ganz gehorsam, Purujit (3.Sg.Impf. + Instr.Pl. + Nom.Sg.)
mātulaḥ savyasācinaḥ
der Onkel Savyasācins (Nom.Sg. + Gen.Sg.)

[Anm.: V.39 bildet eine Einheit. Dieser Purujit Kuntibhoja — Kuntīs Bruder — ist vom älteren Kuntibhoja, Kuntīs Adoptivvater (Adh.104), zu unterscheiden; wohl trägt Purujit als dessen Sohn und Erbe denselben Dynastienamen.]

antarikṣasavarṇās tu tārakācitritā iva rājānaṃ rocamānaṃ te hayāḥ saṃkhye samāvahan

Himmelsfarbene, wie mit Sternen besetzte Pferde trugen im Kampf den König Rocamāna.

Wort für Wort
antarikṣasavarṇās tu
himmelsfarbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
tārakācitritā iva
wie mit Sternen besetzt (Nom.Pl. + Partikel)
rājānaṃ rocamānaṃ te
den König Rocamāna, diese (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Pl.)
hayāḥ saṃkhye samāvahan
Pferde trugen im Kampf (Nom.Pl. + Lok.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.40 bildet eine Einheit.]

karburāḥ śitipādās tu svarṇajālaparicchadāḥ jārāsaṃdhiṃ hayaśreṣṭhāḥ sahadevam udāvahan

Gescheckte, weißfüßige, ausgezeichnete Pferde, mit goldenem Netzwerk gedeckt, trugen Sahadeva, den Sohn des Jarāsandha.

Wort für Wort
karburāḥ śitipādās tu
gescheckte, weißfüßige aber (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Partikel)
svarṇajālaparicchadāḥ
mit goldenem Netzwerk gedeckt (Nom.Pl.)
jārāsaṃdhiṃ hayaśreṣṭhāḥ
den Sohn des Jarāsandha, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
sahadevam udāvahan
trugen Sahadeva (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.41 bildet eine Einheit. Dieser 'Jārāsaṃdhi' Sahadeva — der Sohn des von Bhīma erschlagenen Jarāsandha, später König von Magadha — ist nicht mit dem gleichnamigen jüngsten Pāṇḍava-Bruder Sahadeva zu verwechseln (vgl. bereits dessen Nennung in V.4).]

ye tu puṣkaranālasya samavarṇā hayottamāḥ jave śyenasamāś citrāḥ sudāmānam udāvahan

Ausgezeichnete Pferde von der Farbe des Lotosstängels, falkengleich schnell, bunt gescheckt, trugen Sudāman.

Wort für Wort
ye tu puṣkaranālasya
die aber des Lotosstängels (Nom.Pl. + Partikel + Gen.Sg.)
samavarṇā hayottamāḥ
gleichfarbig, ausgezeichnete Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
jave śyenasamāś citrāḥ
an Schnelligkeit falkengleich, bunt (Lok.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
sudāmānam udāvahan
trugen Sudāman (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.42 bildet eine Einheit.]

śaśalohitavarṇās tu pāṇḍurodgatarājayaḥ pāñcālyaṃ gopateḥ putraṃ siṃhasenam udāvahan

Hasenrote, mit hervortretenden weißen Streifen [gezeichnete Pferde] trugen den Pāñcālya, den Sohn des Gopati, Siṃhasena.

Wort für Wort
śaśalohitavarṇās tu
hasenrote aber (Nom.Pl. + Partikel)
pāṇḍurodgatarājayaḥ
mit hervortretenden weißen Streifen (Nom.Pl.)
pāñcālyaṃ gopateḥ putraṃ
den Pāñcālya, den Sohn des Gopati (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
siṃhasenam udāvahan
trugen Siṃhasena (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.43 bildet eine Einheit. Dieser Siṃhasena — Pāñcālya, Sohn des Gopati — ist von dem gleichnamigen Krieger aus Kap.15 zu unterscheiden, der Droṇa dort durchbohrte, aber von ihm enthauptet wurde; offenbar zwei verschiedene, gleichnamige Krieger [?].]

pāñcālānāṃ naravyāghro yaḥ khyāto janamejayaḥ tasya sarṣapapuṣpāṇāṃ tulyavarṇā hayottamāḥ māṣavarṇās tu javanā bṛhanto hemamālinaḥ dadhipṛṣṭhāś candramukhāḥ pāñcālyam avahan drutam

Der Tiger unter den Männern der Pāñcālas, der als Janamejaya bekannt ist — dessen ausgezeichnete Pferde, senfblütenfarben, bohnenfarben, schnell, groß, goldbekränzt, mit rahmweißem Rücken, mondgesichtig, trugen den Pāñcālya rasch.

Wort für Wort
pāñcālānāṃ naravyāghro
der Tiger unter den Männern der Pāñcālas (Gen.Pl. + Nom.Sg.)
yaḥ khyāto janamejayaḥ
der als Janamejaya bekannt ist (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
tasya sarṣapapuṣpāṇāṃ
dessen, der Senfblüten (Gen.Sg. + Gen.Pl.)
tulyavarṇā hayottamāḥ
gleichfarbig, ausgezeichnete Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
māṣavarṇās tu javanā
bohnenfarben aber, schnell (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)
bṛhanto hemamālinaḥ
groß, goldbekränzt (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
dadhipṛṣṭhāś candramukhāḥ
rahmweißer Rücken, mondgesichtig (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
pāñcālyam avahan drutam
trugen den Pāñcālya rasch (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf. + Adv.)

[Anm.: V.44-45 bilden eine syntaktische Einheit. Dieser Janamejaya, ein Pāñcālya-Krieger, ist nicht mit dem gleichnamigen König Janamejaya zu verwechseln, dem Urenkel Arjunas, an dessen Schlangenopfer das Mahābhārata durch Vaiśampāyana vorgetragen wird (vgl. Glossar).]

śūrāś ca bhadrakāś caiva śarakāṇḍanibhā hayāḥ padmakiñjalkavarṇābhā daṇḍadhāram udāvahan

Kühne und günstige [Pferde], pfeilschaftfarben, lotosstaubfäden-farbig, trugen Daṇḍadhāra.

Wort für Wort
śūrāś ca bhadrakāś caiva
kühne und günstige (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Konj.)
śarakāṇḍanibhā hayāḥ
pfeilschaftfarbene Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
padmakiñjalkavarṇābhā
lotosstaubfäden-farbig (Nom.Pl.)
daṇḍadhāram udāvahan
trugen Daṇḍadhāra (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.46 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein sechszeiliger Apparatseinschub (*0166_01-06), der drei weitere, sonst nicht genannte Pāñcālya-Krieger mit ihren Pferden aufzählt: den mit eselfarbenen, mäuserückenfarbenen Pferden getragenen Vyāghradanta, den mit dunkelfahlen, bunt bekränzten Pferden getragenen Sudhanvan und den mit blitzschlagähnlichen, indragopafarbenen, bunt umhüllten Pferden getragenen Citrāyudha (der jedoch auch im Haupttext, V.54, mit abweichender Pferdefarbe erscheint) — nicht übersetzt.]

bibhrato hemamālāś ca cakravākodarā hayāḥ kosalādhipateḥ putraṃ sukṣatraṃ vājino 'vahan

Renner, Goldgirlanden tragend, mit cakravāka-farbenem Bauch, trugen Sukṣatra, den Sohn des Herrschers von Kosala.

Wort für Wort
bibhrato hemamālāś ca
Goldgirlanden tragend und (Nom.Pl.Part. + Nom.Pl. + Konj.)
cakravākodarā hayāḥ
cakravāka-bäuchige Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
kosalādhipateḥ putraṃ
den Sohn des Herrschers von Kosala (Gen.Sg. + Akk.Sg.)
sukṣatraṃ vājino 'vahan
Sukṣatra trugen die Renner (Akk.Sg. + Nom.Pl. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.47 bildet eine Einheit.]

śabalās tu bṛhanto 'śvā dāntā jāmbūnadasrajaḥ yuddhe satyadhṛtiṃ kṣaimim avahan prāṃśavaḥ śubhāḥ

Aber gescheckte, große, gezähmte, mit Jāmbūnada-Gold bekränzte, hochgewachsene, prächtige Pferde trugen im Kampf Satyadhṛti, den Sohn des Kṣema.

Wort für Wort
śabalās tu bṛhanto 'śvā
gescheckte, große Pferde aber (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
dāntā jāmbūnadasrajaḥ
gezähmt, mit Jāmbūnada-Gold bekränzt (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
yuddhe satyadhṛtiṃ kṣaimim
im Kampf Satyadhṛti, den Sohn des Kṣema (Lok.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
avahan prāṃśavaḥ śubhāḥ
trugen, hochgewachsen, prächtig (3.Pl.Impf. + Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.48 bildet eine Einheit. Dieser Satyadhṛti Kṣaimi (Sohn des Kṣema) ist vom in V.32 genannten, in Waffenkunde und Veden bewanderten Satyadhṛti zu unterscheiden.]

ekavarṇena sarveṇa dhvajena kavacena ca aśvaiś ca dhanuṣā caiva śuklaiḥ śuklo nyavartata

Mit einheitlich gefärbtem Banner und Panzer, mit weißen Pferden und ebenso weißem Bogen kehrte Śukla ['der Weiße'] [in den Kampf] zurück.

Wort für Wort
ekavarṇena sarveṇa
mit einheitlich gefärbtem, ganzem (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
dhvajena kavacena ca
Banner und Panzer (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Konj.)
aśvaiś ca dhanuṣā caiva
und mit Pferden und ebenso mit Bogen (Instr.Pl. + Konj. + Instr.Sg. + Konj.)
śuklaiḥ śuklo nyavartata
weißen, kehrte der Weiße zurück (Instr.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.49 bildet eine Einheit.]

samudrasenaputraṃ tu sāmudrā rudratejasam aśvāḥ śaśāṅkasadṛśāś candradevam udāvahan

Aber 'ozeanische' [d.h. aus dem Küstenland stammende] Pferde, mondgleich, trugen Candradeva, den von Rudras Glut [durchdrungenen] Sohn des Samudrasena.

Wort für Wort
samudrasenaputraṃ tu
den Sohn des Samudrasena aber (Akk.Sg. + Partikel)
sāmudrā rudratejasam
'ozeanische' [Pferde], von Rudras Glut (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
aśvāḥ śaśāṅkasadṛśāś
die Pferde, mondgleich (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
candradevam udāvahan
trugen Candradeva (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.50 bildet eine Einheit.]

nīlotpalasavarṇās tu tapanīyavibhūṣitāḥ śaibyaṃ citrarathaṃ yuddhe citramālyāvahan hayāḥ

Aber blaulotosfarbene, mit geläutertem Gold geschmückte, bunt bekränzte Pferde trugen im Kampf den Śaibya [-König] Citraratha.

Wort für Wort
nīlotpalasavarṇās tu
blaulotosfarbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
tapanīyavibhūṣitāḥ
mit geläutertem Gold geschmückt (Nom.Pl.)
śaibyaṃ citrarathaṃ yuddhe
den Śaibya Citraratha im Kampf (Akk.Sg. + Akk.Sg. + Lok.Sg.)
citramālyāvahan hayāḥ
bunt bekränzte Pferde trugen ihn (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.51 bildet eine Einheit. Śaibya, der Śibi-König, ist aus Kap.46 bekannt (vgl. Glossar); „Citraratha“ hier wohl als weiterer Beiname („der mit dem prächtigen Wagen“).]

kalāyapuṣpavarṇās tu śvetalohitarājayaḥ rathasenaṃ hayaśreṣṭhāḥ samūhur yuddhadurmadam

Aber erbsenblütenfarbene, mit weiß-roten Streifen [gezeichnete] ausgezeichnete Pferde trugen den kampfestrunkenen Rathasena.

Wort für Wort
kalāyapuṣpavarṇās tu
erbsenblütenfarbene aber (Nom.Pl. + Partikel)
śvetalohitarājayaḥ
mit weiß-roten Streifen (Nom.Pl.)
rathasenaṃ hayaśreṣṭhāḥ
Rathasena, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
samūhur yuddhadurmadam
trugen den Kampfestrunkenen (3.Pl.Perf. + Akk.Sg.)

[Anm.: V.52 bildet eine Einheit.]

yaṃ tu sarvamanuṣyebhyaḥ prāhuḥ śūrataraṃ nṛpam taṃ paṭaccarahantāraṃ śukavarṇāvahan hayāḥ

Aber den König, den man den tapfersten aller Menschen nennt, den Bezwinger der Räuberbanden — ihn trugen papageiengrüne Pferde.

Wort für Wort
yaṃ tu sarvamanuṣyebhyaḥ
den man aber vor allen Menschen (Akk.Sg. + Partikel + Abl.Pl.)
prāhuḥ śūrataraṃ nṛpam
nennt den tapfersten König (3.Pl.Perf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
taṃ paṭaccarahantāraṃ
ihn, den Bezwinger der Räuberbanden (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
śukavarṇāvahan hayāḥ
papageiengrüne Pferde trugen ihn (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.53 bildet eine Einheit; der hier gepriesene König bleibt namenlos [?].]

citrāyudhaṃ citramālyaṃ citravarmāyudhadhvajam ūhuḥ kiṃśukapuṣpāṇāṃ tulyavarṇā hayottamāḥ

Ausgezeichnete, kiṃśuka-blütenfarbene Pferde trugen Citrāyudha, [ihn] mit buntem Kranz, mit bunter Rüstung, Waffe und Banner.

Wort für Wort
citrāyudhaṃ citramālyaṃ
Citrāyudha, mit buntem Kranz (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
citravarmāyudhadhvajam
mit bunter Rüstung, Waffe und Banner (Akk.Sg.)
ūhuḥ kiṃśukapuṣpāṇāṃ
trugen, der kiṃśuka-Blüten (3.Pl.Perf. + Gen.Pl.)
tulyavarṇā hayottamāḥ
gleichfarbig, ausgezeichnete Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.54 bildet eine Einheit. Ein Krieger namens Citrāyudha wird bereits im Apparatseinschub nach V.46 (*0166_06) mit abweichender Pferdefarbe genannt.]

ekavarṇena sarveṇa dhvajena kavacena ca dhanuṣā rathavāhaiś ca nīlair nīlo 'bhyavartata

Mit einheitlich gefärbtem Banner und Panzer, mit Bogen und Wagenrossen, [alle] blau, rückte Nīla ['der Blaue'] vor.

Wort für Wort
ekavarṇena sarveṇa
mit einheitlich gefärbtem, ganzem (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
dhvajena kavacena ca
Banner und Panzer (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Konj.)
dhanuṣā rathavāhaiś ca
mit Bogen und Wagenrossen (Instr.Sg. + Instr.Pl. + Konj.)
nīlair nīlo 'bhyavartata
blau, rückte der Blaue vor (Instr.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.55 bildet eine Einheit.]

nānārūpai ratnacitrair varūthadhvajakārmukaiḥ vājidhvajapatākābhiś citraiś citro 'bhyavartata

Mit vielgestaltiger, juwelenbunter Rüstung, Banner und Bogen, mit bunten Pferdebannern und Wimpeln rückte Citra ['der Bunte'] vor.

Wort für Wort
nānārūpai ratnacitrair
mit vielgestaltiger, juwelenbunter (Instr.Pl. + Instr.Pl.)
varūthadhvajakārmukaiḥ
Rüstung, Banner, Bogen (Instr.Pl.)
vājidhvajapatākābhiś
mit Pferdebannern und Wimpeln (Instr.Pl.)
citraiś citro 'bhyavartata
bunt, rückte der Bunte vor (Instr.Pl. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.56 bildet eine Einheit.]

ye tu puṣkarapatrasya tulyavarṇā hayottamāḥ te rocamānasya sutaṃ hemavarṇam udāvahan

Aber die ausgezeichneten Pferde von der Farbe des Lotosblatts trugen den goldfarbenen Sohn des Rocamāna.

Wort für Wort
ye tu puṣkarapatrasya
die aber des Lotosblatts (Nom.Pl. + Partikel + Gen.Sg.)
tulyavarṇā hayottamāḥ
gleichfarbig, ausgezeichnete Pferde (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
te rocamānasya sutaṃ
diese, den Sohn des Rocamāna (Nom.Pl. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)
hemavarṇam udāvahan
goldfarben, trugen ihn (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.57 bildet eine Einheit; Rocamāna wurde bereits in V.40 genannt.]

yodhāś ca bhadrakārāś ca śaradaṇḍānudaṇḍajāḥ śvetāṇḍāḥ kukkuṭāṇḍābhā daṇḍaketum udāvahan

Kämpferische, günstige, an Pfeilschäften entlang geborene [d.h. schilfrohrfarbene], weißeiige, hühnereifarbige [Pferde] trugen Daṇḍaketu.

Wort für Wort
yodhāś ca bhadrakārāś ca
kämpferisch und günstig (Nom.Pl. + Konj. + Nom.Pl. + Konj.)
śaradaṇḍānudaṇḍajāḥ
an Pfeilschäften entlang geboren (Nom.Pl.)
śvetāṇḍāḥ kukkuṭāṇḍābhā
weißeiig, hühnereifarbig (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
daṇḍaketum udāvahan
trugen Daṇḍaketu (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.58 bildet eine Einheit. Im Anschluss ein zehnzeiliger, inhaltlich bedeutsamer Apparatseinschub (*0167_01-10) über den Pāṇḍya-König: Nachdem sein Vater, der Herrscher der Pāṇḍyas, von Keśava [Kṛṣṇa] im Kampf erschlagen worden war, das Tor der Pāṇḍyas zerbrochen und seine Verwandten in die Flucht geschlagen waren, erwarb er von Bhīṣma, Droṇa, Rāma [Paraśurāma] und Kṛpa Waffenkunde und erlangte Gleichrangigkeit in den Waffen mit Rukmin, Karṇa, Arjuna und Acyuta [Kṛṣṇa]; er wollte darauf Dvārakā gänzlich vernichten und die ganze Erde erobern, wurde aber von weisen Freunden aus Wohlwollen davon abgehalten; er gab die Fortsetzung der Feindschaft auf und herrscht nun über sein eigenes Reich — dieser Pāṇḍya mit dem Meeresbanner, mit mondstrahlfarbenen, mit Katzenaugenstein-Netzen bedeckten Pferden, auf die Kraft seiner Tapferkeit vertrauend, seinen göttlichen Bogen spannend, fiel, der Mächtige, Droṇa an. Diese ausführliche Vorgeschichte wird hier inhaltlich zusammengefasst dokumentiert, nicht als Haupttext übersetzt.]

āṭarūṣakapuṣpābhā hayāḥ pāṇḍyānuyāyinām avahan rathamukhyānām ayutāni caturdaśa

Pferde, in der Farbe der āṭarūṣaka-Blüte, trugen die vierzehn Myriaden [140.000] der vornehmsten Wagenkämpfer, die Gefolgsleute des Pāṇḍya.

Wort für Wort
āṭarūṣakapuṣpābhā
in der Farbe der āṭarūṣaka-Blüte (Nom.Pl.)
hayāḥ pāṇḍyānuyāyinām
Pferde der Gefolgsleute des Pāṇḍya (Nom.Pl. + Gen.Pl.)
avahan rathamukhyānām
trugen die vornehmsten Wagenkämpfer (3.Pl.Impf. + Gen.Pl.)
ayutāni caturdaśa
vierzehn Myriaden (Akk.Pl. + Zahlw.)

[Anm.: V.59 bildet eine Einheit; schließt an die im Apparat zu V.58 überlieferte Vorgeschichte des Pāṇḍya-Königs an.]

nānārūpeṇa varṇena nānākṛtimukhā hayāḥ rathacakradhvajaṃ vīraṃ ghaṭotkacam udāvahan

Pferde mit vielgestaltiger Farbe, mit vielgestaltigen Gesichtern, trugen den Helden mit dem Wagenrad-Banner, Ghaṭotkaca.

Wort für Wort
nānārūpeṇa varṇena
mit vielgestaltiger Farbe (Instr.Sg. + Instr.Sg.)
nānākṛtimukhā hayāḥ
Pferde mit vielgestaltigen Gesichtern (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
rathacakradhvajaṃ vīraṃ
den Helden mit dem Wagenrad-Banner (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
ghaṭotkacam udāvahan
trugen Ghaṭotkaca (Akk.Sg. + 3.Pl.Impf.)

[Anm.: V.60 bildet eine Einheit (nur a/c-Padas). Im Anschluss ein fünfzeiliger Apparatseinschub (*0168_01-04, *0169_01), der erneut Yuyutsu beschreibt — den einzigen, der, die Meinung der versammelten Bhāratas [Kauravas] verlassend, sich aus Hingabe zu Yudhiṣṭhira begab, all seinen Besitz und sein Streben aufgebend: rotäugig, großarmig, riesig, von trefflichem Banner, in einem goldenen Wagen stehend — eine mit V.27 inhaltlich doppelte Passage; nicht übersetzt.]

suvarṇavarṇā dharmajñam anīkasthaṃ yudhiṣṭhiram rājaśreṣṭhaṃ hayaśreṣṭhāḥ sarvataḥ pṛṣṭhato 'nvayuḥ varṇaiś coccāvacair divyaiḥ sadaśvānāṃ prabhadrakāḥ

Goldfarbene, ausgezeichnete Pferde folgten von hinten, von allen Seiten, Yudhiṣṭhira, dem Kenner des Dharma, der in der Schlachtreihe stand, dem besten der Könige; und die Prabhadrakas [folgten] mit göttlichen Rossen von hohen und niederen Farben.

Wort für Wort
suvarṇavarṇā dharmajñam
goldfarben, den Kenner des Dharma (Nom.Pl. + Akk.Sg.)
anīkasthaṃ yudhiṣṭhiram
der in der Schlachtreihe stand, Yudhiṣṭhira (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
rājaśreṣṭhaṃ hayaśreṣṭhāḥ
den besten der Könige, ausgezeichnete Pferde (Akk.Sg. + Nom.Pl.)
sarvataḥ pṛṣṭhato 'nvayuḥ
folgten von allen Seiten, von hinten (Adv. + Adv. + 3.Pl.Perf.)
varṇaiś coccāvacair divyaiḥ
mit hohen und niederen göttlichen Farben (Instr.Pl. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sadaśvānāṃ prabhadrakāḥ
der Rosse, die Prabhadrakas (Gen.Pl. + Nom.Pl.)

[Anm.: V.61 bildet eine syntaktische Einheit (a/c/e-Padas). Im Anschluss ein einzeiliger Apparatseinschub (*0170_01): „Viele, von göttlicher Gestalt, kehrten zum Kampf um.“ — nicht übersetzt.]

te yattā bhīmasenena sahitāḥ kāñcanadhvajāḥ pratyadṛśyanta rājendra sendrā iva divaukasaḥ

Diese, wachsam, vereint mit Bhīmasena, mit goldenen Bannern, erschienen, o Herrscher der Könige, wie die Himmelsbewohner [Götter] mit Indra.

Wort für Wort
te yattā bhīmasenena
diese, wachsam, mit Bhīmasena (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Instr.Sg.)
sahitāḥ kāñcanadhvajāḥ
vereint, mit goldenen Bannern (Nom.Pl. + Nom.Pl.)
pratyadṛśyanta rājendra
erschienen, o Herrscher der Könige (3.Pl.Impf.Pass. + Vok.Sg.)
sendrā iva divaukasaḥ
wie die Himmelsbewohner mit Indra (Nom.Pl. + Partikel + Nom.Pl.)

[Anm.: V.62 bildet eine Einheit.]

atyarocata tān sarvān dhṛṣṭadyumnaḥ samāgatān sarvāṇy api ca sainyāni bhāradvājo 'tyarocata

Dhṛṣṭadyumna überstrahlte alle diese Versammelten; und auch alle [feindlichen] Heere überstrahlte Bhāradvāja [Droṇa].

Wort für Wort
atyarocata tān sarvān
überstrahlte alle diese (3.Sg.Impf. + Akk.Pl. + Akk.Pl.)
dhṛṣṭadyumnaḥ samāgatān
Dhṛṣṭadyumna, die Versammelten (Nom.Sg. + Akk.Pl.)
sarvāṇy api ca sainyāni
und auch alle Heere (Akk.Pl. + Partikel + Konj. + Akk.Pl.)
bhāradvājo 'tyarocata
Bhāradvāja überstrahlte (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.)

[Anm.: V.63 bildet eine Einheit (a/c-Padas) und schließt den im Haupttext übersetzten Katalog ab. Es folgt, mit erneuter (hier entfallender) Sprecherkennzeichnung 'saṃjaya uvāca' mitten im Apparat, ein außerordentlich umfangreicher, 34-zeiliger Einschub (@005_0001 bis @005_0034), der die kunstvollen Banner und göttlichen Bögen der Hauptkrieger ausmalt: Yudhiṣṭhiras Banner mit goldenem Wasserkrug auf schwarzem Antilopenfell; Bhīmasenas silbernes Löwenbanner mit Beryll-Augen; ein goldener Mond mit Planeten als weiteres Banner des Kuru-Königs [Yudhiṣṭhira], dazu zwei göttliche, freudesteigernde Trommeln (Nanda und Upananda); Nakulas Banner mit einem goldrückigen Śarabha-Fabelwesen; Sahadevas silberne Gans mit Glöckchen und Wimpeln; die einander entsprechenden Bannerschmuckstücke der fünf Draupadeyas, die Dharma, Vāyu, Śakra [Indra] und die beiden Aśvins repräsentieren; Abhimanyus goldener Śārṅga-Vogel, glühend wie geschmolzenes Gold; Ghaṭotkacas Geier-Banner und seine nach Belieben fliegenden Rosse, wie einst die des Rāvaṇa; sodann eine Aufzählung der göttlichen Bögen: Yudhiṣṭhiras Māhendra-Bogen, Bhīmasenas Vāyavya-Bogen (eine von Brahmā zum Schutz der drei Welten geschaffene, unvergängliche göttliche Waffe), ein Bogen für Arjuna [Phalguna], Nakulas Vaiṣṇava-Bogen, Sahadevas Āśvin-Bogen, Ghaṭotkacas furchterregender Paulastya-Bogen, sowie für die fünf Söhne Draupadīs je ein Bogen: Raudra, Āgneya, Kaubera, Yāmya und Giriśa [Śaiva] — Juwelen unter den Bögen; unter diesen wurde der beste, der Raudra-Bogen, den Rohiṇīs Sohn [Balarāma] einst erlangt hatte, von diesem, zufrieden, dem hochgesinnten Sohn Subhadrās [Abhimanyu] geschenkt. Viele weitere goldgeschmückte Banner der Helden, das Leid der Feinde mehrend, waren dort zu sehen; Droṇas Heer wurde bannergedrängt, nur von Tapferen aufgesucht, wie ein wundersames, auf Tuch gemaltes Bild; man hörte dort Namen und Geschlechter der gegen Droṇa im Kampf anstürmenden Helden, wie bei einer Brautwahl [svayaṃvara] ausgerufen. Dieser gesamte, inhaltlich eigenständige und umfangreiche Abschnitt wird hier zusammengefasst dokumentiert, nicht als Haupttext übersetzt.]

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