Abhimanyu setzt sein Gemetzel unvermindert fort und tötet weitere Krieger, darunter den Sohn des Königs von Magadha und Jayatsena. Angesichts seiner Unbezwingbarkeit wenden sich Śakuni und Karṇa an Droṇa, der in einer bewundernden Rede eingesteht, keine Schwachstelle an dem jungen Helden zu erkennen — außer einer einzigen: Anders als die Rüstungskunst wurde Arjuna einst die Technik der Bogensehnen-Verteidigung nicht von Droṇa gelehrt. Auf diesen Rat hin zerschlagen Karṇa und die anderen fünf Helden gemeinsam Abhimanyus Bogen, töten seine Rosse und Lenker; entwaffnet, kämpft er zu Fuß mit Schwert und Schild weiter, bis auch diese zerschlagen werden und er schließlich, sein letztes Mittel, ein Wagenrad ergreift.
saṃjaya uvāca sa karṇaṃ karṇinā karṇe punar vivyādha phālguniḥ śaraiḥ pañcāśatā cainam avidhyat kopayan bhṛśam prativivyādha rādheyas tāvadbhir atha taṃ punaḥ sa tair ācitasarvāṅgo bahv aśobhata bhārata
Saṃjaya sprach: Er, der Phālguni [Abhimanyu], durchbohrte Karṇa wiederum mit einem ohrenförmigen Pfeil am Ohr, und traf ihn zusätzlich mit fünfzig Pfeilen, ihn heftig erzürnend. Rādheya [Karṇa] durchbohrte ihn darauf mit ebenso vielen zurück; von ihnen an allen Gliedern bedeckt, erstrahlte er gewaltig, o Bhārata.
Wort für Wort
saṃjaya uvāca
Saṃjaya sprach (Nom.Sg. + 3.Sg.Perf.)
sa karṇaṃ karṇinā karṇe
er Karṇa mit einem ohrenförmigen Pfeil am Ohr (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Sg. + Lok.Sg.)
punar vivyādha phālguniḥ
wiederum durchbohrte der Phālguni (Adv. + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
śaraiḥ pañcāśatā cainam
und mit fünfzig Pfeilen ihn (Instr.Pl. + Instr.Sg. + Konj. + Akk.Sg.)
avidhyat kopayan bhṛśam
traf er, heftig erzürnend (3.Sg.Impf. + Nom.Sg.Ptz. + Adv.)
prativivyādha rādheyas
Rādheya durchbohrte zurück (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
tāvadbhir atha taṃ punaḥ
mit ebenso vielen ihn darauf wiederum (Instr.Pl. + Adv. + Akk.Sg. + Adv.)
sa tair ācitasarvāṅgo
er, von ihnen an allen Gliedern bedeckt (Nom.Sg. + Instr.Pl. + Nom.Sg.Kompositum)
bahv aśobhata bhārata
erstrahlte gewaltig, o Bhārata (Adv. + 3.Sg.Impf. + Vok.Sg.)
[Anm.: V.1-2 bilden eine Einheit und setzen das Wortspiel „karṇaṃ...karṇe“ aus Kap.46 V.10 fort.]
Und erzürnt machte er [Abhimanyu] Karṇa zu einem von Blutströmen durchflossenen [Mann]; auch Karṇa, der Held, in Blut gebadet, mit Pfeilen bunt gesprenkelt, erstrahlte — wie die herbstliche Sonne, deren Rand von Abenddämmerung gesäumt ist.
Wort für Wort
karṇaṃ cāpy akarot kruddho
und erzürnt machte er Karṇa zu (Akk.Sg. + Konj. + Partikel + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
rudhirotpīḍavāhinam
einem von Blutströmen durchflossenen (Akk.Sg.Kompositum)
karṇo 'pi vibabhau śūraḥ
auch Karṇa, der Held, erstrahlte (Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Perf. + Nom.Sg.)
śaraiś citro 'sṛgāplutaḥ
mit Pfeilen bunt gesprenkelt, in Blut gebadet (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
saṃdhyānugataparyantaḥ
dessen Rand von Abenddämmerung gesäumt ist (Nom.Sg.Kompositum)
śaradīva divākaraḥ
wie die herbstliche Sonne (Lok.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
[Anm.: V.3 (mit Einschub *0317_01) bildet eine Einheit.]
Beide, hochherzig, ihre Glieder mit Pfeilen bunt gesprenkelt, mit Blut besprengt, wurden wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume.
Wort für Wort
tāv ubhau śaracitrāṅgau
beide, ihre Glieder mit Pfeilen bunt gesprenkelt (Nom.Du. + Nom.Du. + Nom.Du.Kompositum)
rudhireṇa samukṣitau
mit Blut besprengt (Instr.Sg. + Nom.Du.Ptz.)
babhūvatur mahātmānau
wurden, beide hochherzig (3.Du.Perf. + Nom.Du.)
puṣpitāv iva kiṃśukau
wie zwei blühende Kiṃśuka-Bäume (Nom.Du.Ptz. + Partikel + Nom.Du.)
[Anm.: V.4 bildet eine Einheit. Der Kiṃśuka (Butea monosperma, „Flame of the Forest“) trägt leuchtend rote Blüten — ein gängiges Bild für blutbedeckte Krieger.]
Wiederum, nachdem er den Sohn des Magadha-Königs mit sechs geradefliegenden [Pfeilen] getötet hatte, ließ er den jungen Aśvaketu samt Rossen und Wagenlenker fallen.
Wort für Wort
māgadhasya punaḥ putraṃ
wiederum den Sohn des Magadha-Königs (Gen.Sg. + Adv. + Akk.Sg.)
hatvā ṣaḍbhir ajihmagaiḥ
getötet habend mit sechs geradefliegenden (Ger. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sāśvaṃ sasūtaṃ taruṇam
den jungen, samt Rossen und Wagenlenker (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
Dann, nachdem er mit einem Rasierpfeil den Kopf des Mārtikāvataka, des Bhoja-Fürsten mit dem Elefanten-Feldzeichen, und auch den des Jayatsena, des Herrschers von Magadha, abgeschlagen hatte, brüllte er auf, Pfeile entsendend.
Wort für Wort
mārtikāvatakaṃ bhojaṃ
den Bhoja-Fürsten Mārtikāvataka (Akk.Sg. + Akk.Sg.)
tataḥ kuñjaraketanam
dann, mit dem Elefanten-Feldzeichen (Adv. + Akk.Sg.Kompositum)
magadhādhipateś cāpi
und auch des Herrschers von Magadha (Gen.Sg.Kompositum + Konj. + Partikel)
jayatsenasya vai śiraḥ
des Jayatsena den Kopf fürwahr (Gen.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
kṣurapreṇa samunmathya
mit einem Rasierpfeil abgeschlagen habend (Instr.Sg. + Ger.)
nanāda visṛjañ śarān
brüllte er auf, Pfeile entsendend (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Ptz. + Akk.Pl.)
[Anm.: V.8 (mit Einschub *0318_01) bildet eine Einheit.]
Da sprach der Kārṣṇi [Abhimanyu], nachdem er Dauḥśāsani mit sieben schnellfliegenden Pfeilen durchbohrt hatte, mit vor Zorn geröteten Augen darauf laut ein Wort:
Wort für Wort
tato dauḥśāsaniṃ kārṣṇir
da den Sohn des Duḥśāsana der Kārṣṇi (Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg.)
viddhvā saptabhir āśugaiḥ
durchbohrt habend mit sieben schnellen (Ger. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
saṃrambhād raktanayano
aus Zorn, mit geröteten Augen (Abl.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
vākyam uccair athābravīt
sprach darauf laut ein Wort (Akk.Sg. + Adv. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.10 bildet eine Einheit und leitet Abhimanyus Spottrede ein.]
Nachdem er so viel gesagt hatte, entsandte er gegen ihn einen von einem Schmied geglätteten eisernen Pfeil; diesen zerschnitt Drauṇi [Aśvatthāman] mit dreien.
Wort für Wort
etāvad uktvā vacanaṃ
so viel Wort gesagt habend (Adv. + Ger. + Akk.Sg.)
karmāraparimārjitam
von einem Schmied geglättet (Akk.Sg.Kompositum)
nārācaṃ visasarjāsmai
einen eisernen Pfeil entsandte er gegen ihn (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Dat.Sg.)
taṃ drauṇis tribhir ācchinat
diesen zerschnitt Drauṇi mit dreien (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
Der Sohn Arjunas, dessen Feldzeichen zerschnitten habend, traf Śalya mit drei [Pfeilen]; Śalya traf ihn zurück mit neun geierbefiederten Pfeilen — als sei sein Herz unerschüttert, o König; das wurde wie ein Wunder.
Wort für Wort
tasyārjunir dhvajaṃ chittvā
der Sohn Arjunas, dessen Feldzeichen zerschnitten habend (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
śalyaṃ tribhir atāḍayat
traf Śalya mit dreien (Akk.Sg. + Instr.Pl. + 3.Sg.Impf.)
taṃ śalyo navabhir bāṇair
ihn Śalya mit neun Pfeilen (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
gārdhrapatrair atāḍayat
geierbefiederten traf er zurück (Instr.Pl.Kompositum + 3.Sg.Impf.)
hṛdyasaṃbhrāntavad rājaṃs
als sei sein Herz unerschüttert, o König (Adv. + Vok.Sg.)
tad adbhutam ivābhavat
das wurde wie ein Wunder (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.13 (mit Einschub *0319_01) bildet eine Einheit. Śalya, der bereits in Kap.36 von Abhimanyu besiegt worden war, tritt hier erneut in den Kampf ein.]
tasyārjunir dhvajaṃ chittvā ubhau ca pārṣṇisārathī taṃ vivyādhāyasaiḥ ṣaḍbhiḥ so 'pakrāmad rathāntaram
Der Sohn Arjunas, dessen Feldzeichen und beide Flankenlenker zerschnitten habend, durchbohrte ihn mit sechs eisernen [Pfeilen]; er [Śalya] wich auf einen anderen Wagen aus.
Wort für Wort
tasyārjunir dhvajaṃ chittvā
der Sohn Arjunas, dessen Feldzeichen zerschnitten habend (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Ger.)
ubhau ca pārṣṇisārathī
und beide Flankenlenker (Akk.Du. + Konj. + Akk.Du.Kompositum)
taṃ vivyādhāyasaiḥ ṣaḍbhiḥ
durchbohrte ihn mit sechs eisernen (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
so 'pakrāmad rathāntaram
er wich auf einen anderen Wagen aus (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
Ihn durchbohrte der Sohn Subalas [Śakuni] mit drei [Pfeilen] und sprach darauf zu Duryodhana: „Wir alle zusammen bestürmen ihn — [doch] er tötet uns weiterhin einen nach dem anderen!“
Wort für Wort
taṃ saubalas tribhir viddhvā
ihn der Sohn Subalas mit dreien durchbohrt habend (Akk.Sg. + Nom.Sg. + Instr.Pl. + Ger.)
duryodhanam athābravīt
sprach darauf zu Duryodhana (Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
sarva enaṃ pramathnīmaḥ
wir alle bestürmen ihn (Nom.Pl. + Akk.Sg. + 1.Pl.Präs.)
puraikaikaṃ hinasti naḥ
er tötet weiterhin einen nach dem anderen von uns (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Präs. + Gen.Pl.)
[Anm.: V.16 bildet eine Einheit — Śakunis frustrierte Bemerkung an Duryodhana, individuell zugeordnet und mit Anführungszeichen markiert.]
Da sprach Karṇa, der Sohn des Vikartana [Sūrya], der Stier [unter den Kriegern], zu Droṇa: „Bevor er uns alle vernichtet, nenne uns rasch [ein Mittel zu] seinem Tod!“
Wort für Wort
athābravīt tadā droṇaṃ
da sprach zu Droṇa (Adv. + 3.Sg.Impf. + Adv. + Akk.Sg.)
karṇo vaikartano vṛṣā
Karṇa, der Sohn des Vikartana, der Stier (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
purā sarvān pramathnāti
bevor er uns alle vernichtet (Adv. + Akk.Pl. + 3.Sg.Präs.)
brūhy asya vadham āśu naḥ
nenne uns rasch sein Todesmittel (Imp.2.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Adv. + Gen.Pl.)
[Anm.: V.17 bildet eine Einheit — Karṇas dringliche Bitte an Droṇa, individuell zugeordnet und mit Anführungszeichen markiert.]
tato droṇo maheṣvāsaḥ sarvāṃs tān pratyabhāṣata asti vo 'syāntaraṃ kaś cit kumārasya prapaśyati anv asya pitaraṃ hy adya carataḥ sarvatodiśam śīghratāṃ narasiṃhasya pāṇḍaveyasya paśyata dhanurmaṇḍalam evāsya rathamārgeṣu dṛśyate tamo ghnataḥ sudīptasya savitur maṇḍalaṃ yathā saṃdadhānasya viśikhāñ śīghraṃ caiva vimuñcataḥ vikarṣato dhanuḥ śreṣṭhaṃ nāntaraṃ dṛśyate hi vai ārujann iva me prāṇān mohayann api sāyakaiḥ praharṣayati mā bhūyaḥ saubhadraḥ paravīrahā ati mā nandayaty eṣa saubhadro vicaran raṇe antaraṃ yasya saṃrabdhā na paśyanti mahārathāḥ asyato laghuhastasya diśaḥ sarvā maheṣubhiḥ na viśeṣaṃ prapaśyāmi raṇe gāṇḍīvadhanvanaḥ
Da erwiderte Droṇa, der große Bogenschütze, ihnen allen: „Sieht einer von euch irgendeine Schwachstelle an diesem Jüngling? Betrachtet die Schnelligkeit dieses Männerlöwen, des Sohnes des Pāṇḍava [Arjuna], wie er heute nach allen Richtungen umherstreift! Nur der Kreis seines Bogens ist auf den Bahnen seines Wagens zu sehen — wie die Scheibe der strahlenden, die Finsternis vertreibenden Sonne —, während er Pfeile auflegt und ebenso rasch entsendet; wenn er den vorzüglichen Bogen spannt, ist wahrhaftig keine Lücke zu erkennen. Als risse er mir das Leben aus dem Leib, und betört mich zugleich mit seinen Pfeilen — Saubhadra, der Feindeshelden-Töter, erfreut mich immer mehr! Über die Maßen erfreut mich dieser Saubhadra, wie er im Kampf umherstreift — er, dessen Lücke selbst die erzürnten großen Wagenkämpfer nicht erkennen. Wenn er, mit leichter Hand schießend, nach allen Richtungen mit mächtigen Pfeilen [zielt], sehe ich keinen Unterschied im Kampf zu dem Träger des Gāṇḍīva [Arjuna]!“
Wort für Wort
tato droṇo maheṣvāsaḥ
da Droṇa, der große Bogenschütze (Adv. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
sarvāṃs tān pratyabhāṣata
erwiderte ihnen allen (Akk.Pl. + Akk.Pl. + 3.Sg.Impf.Med.)
asti vo 'syāntaraṃ kaś cit
gibt es unter euch jemanden, der seine Lücke (3.Sg.Präs. + Gen.Pl. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Nom.Sg. + Partikel)
kumārasya prapaśyati
des Jünglings sieht (Gen.Sg. + 3.Sg.Präs.)
anv asya pitaraṃ hy adya
seinem Vater gleich, heute (Postp. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Adv.)
carataḥ sarvatodiśam
der nach allen Richtungen umherstreift (Gen.Sg.Ptz. + Adv.)
śīghratāṃ narasiṃhasya
die Schnelligkeit des Männerlöwen (Akk.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
pāṇḍaveyasya paśyata
des Sohnes des Pāṇḍava, betrachtet (Gen.Sg. + Imp.2.Pl.)
dhanurmaṇḍalam evāsya
nur der Kreis seines Bogens (Nom.Sg.Kompositum + Gen.Sg.)
rathamārgeṣu dṛśyate
ist auf den Wagenbahnen zu sehen (Lok.Pl.Kompositum + 3.Sg.Präs.Pass.)
tamo ghnataḥ sudīptasya
der die Finsternis vertreibenden, strahlenden (Akk.Sg. + Gen.Sg.Ptz. + Gen.Sg.)
savitur maṇḍalaṃ yathā
wie die Scheibe der Sonne (Gen.Sg. + Nom.Sg. + Adv.)
saṃdadhānasya viśikhāñ
der Pfeile auflegt (Gen.Sg.Ptz. + Akk.Pl.)
śīghraṃ caiva vimuñcataḥ
und ebenso rasch entsendet (Adv. + Konj. + Gen.Sg.Ptz.)
vikarṣato dhanuḥ śreṣṭhaṃ
der den vorzüglichen Bogen spannt (Gen.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Akk.Sg.)
nāntaraṃ dṛśyate hi vai
keine Lücke ist wahrhaftig zu erkennen (Neg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass. + Partikel + Partikel)
ārujann iva me prāṇān
als risse er mir das Leben aus (Nom.Sg.Ptz. + Partikel + Gen.Sg. + Akk.Pl.)
mohayann api sāyakaiḥ
und betört mich zugleich mit Pfeilen (Nom.Sg.Ptz. + Partikel + Instr.Pl.)
praharṣayati mā bhūyaḥ
erfreut mich immer mehr (3.Sg.Präs. + Akk.Sg. + Adv.)
saubhadraḥ paravīrahā
Saubhadra, der Feindeshelden-Töter (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
ati mā nandayaty eṣa
über die Maßen erfreut mich dieser (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Präs. + Nom.Sg.)
saubhadro vicaran raṇe
Saubhadra, im Kampf umherstreifend (Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz. + Lok.Sg.)
antaraṃ yasya saṃrabdhā
dessen Lücke die erzürnten (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Pl.)
na paśyanti mahārathāḥ
nicht sehen die großen Wagenkämpfer (Neg. + 3.Pl.Präs. + Nom.Pl.Kompositum)
asyato laghuhastasya
der mit leichter Hand schießt (Gen.Sg.Ptz. + Gen.Sg.Kompositum)
diśaḥ sarvā maheṣubhiḥ
nach allen Richtungen mit mächtigen Pfeilen (Akk.Pl. + Akk.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
na viśeṣaṃ prapaśyāmi
sehe ich keinen Unterschied (Neg. + Akk.Sg. + 1.Sg.Präs.)
raṇe gāṇḍīvadhanvanaḥ
im Kampf zum Träger des Gāṇḍīva (Lok.Sg. + Gen.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.18-23 bilden eine Einheit — Droṇas bewundernde, fast elegische Rede über Abhimanyus makellose Kampfkunst, die trotz allem keine Schwäche erkennen lässt.]
atha karṇaḥ punar droṇam āhārjuniśarārditaḥ sthātavyam iti tiṣṭhāmi pīḍyamāno 'bhimanyunā tejasvinaḥ kumārasya śarāḥ paramadāruṇāḥ kṣiṇvanti hṛdayaṃ me 'dya ghorāḥ pāvakatejasaḥ hrīmattvāt kṣitipālānāṃ paśyatām adya ca dvija na me 'ṅga hīyate kiṃ cin na vai vāg eti māṃ tathā kumāravaravīrasya saṃtaptaparameṣubhiḥ bāṇair acchinnanirmuktaiḥ śalyair antargataṃ mama vicinvadbhir ivāsūn me śarīraṃ na vibhāvyate kaḥ kiṃ kiṃ sa dhanurvedo yenaikena vayaṃ jitāḥ
Da sprach Karṇa, von Arjunas Sohnes Pfeilen gequält, wiederum zu Droṇa: „Nur weil ich stehen muss, stehe ich noch, von Abhimanyu gepeinigt! Die überaus schrecklichen Pfeile dieses glanzvollen Jünglings, grässlich, mit der Glut des Feuers, zerstören mir heute das Herz. Aus Scham vor den Augen der heute zuschauenden Könige, o Zweifachgeborener — kein Glied versagt mir, noch versagt mir so die Stimme — doch durch die unablässig geschossenen, vorzüglichen Pfeile dieses besten jungen Helden, durch Geschosse, unaufhörlich entlassen, mit Widerhaken in mir steckend — als suchten sie mein Leben — nehme ich meinen eigenen Leib kaum noch wahr! Was, was nur ist das für eine Bogenkunst, durch die wir von diesem einen besiegt werden?“
Wort für Wort
atha karṇaḥ punar droṇam
da Karṇa wiederum zu Droṇa (Adv. + Nom.Sg. + Adv. + Akk.Sg.)
āhārjuniśarārditaḥ
sprach, von Arjunas Sohnes Pfeilen gequält (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Kompositum)
sthātavyam iti tiṣṭhāmi
nur weil ich stehen muss, stehe ich (Ger.Verbaladj. + Partikel + 1.Sg.Präs.)
pīḍyamāno 'bhimanyunā
von Abhimanyu gepeinigt (Nom.Sg.Ptz. + Instr.Sg.)
tejasvinaḥ kumārasya
dieses glanzvollen Jünglings (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
śarāḥ paramadāruṇāḥ
die Pfeile, überaus schrecklich (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
kṣiṇvanti hṛdayaṃ me 'dya
zerstören mir heute das Herz (3.Pl.Präs. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Adv.)
ghorāḥ pāvakatejasaḥ
grässlich, mit der Glut des Feuers (Nom.Pl. + Nom.Pl.Kompositum)
hrīmattvāt kṣitipālānāṃ
aus Scham vor den Königen (Abl.Sg. + Gen.Pl.Kompositum)
paśyatām adya ca dvija
die heute zuschauen, o Zweifachgeborener (Gen.Pl.Ptz. + Adv. + Konj. + Vok.Sg.)
na me 'ṅga hīyate kiṃ cin
kein Glied versagt mir (Neg. + Gen.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Präs.Pass. + Nom.Sg. + Partikel)
na vai vāg eti māṃ tathā
noch versagt mir so die Stimme (Neg. + Partikel + Nom.Sg. + 3.Sg.Präs. + Akk.Sg. + Adv.)
kumāravaravīrasya
dieses besten jungen Helden (Gen.Sg.Kompositum)
saṃtaptaparameṣubhiḥ
durch die unablässig geschossenen vorzüglichen Pfeile (Instr.Pl.Kompositum)
bāṇair acchinnanirmuktaiḥ
durch unaufhörlich entlassene Geschosse (Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompositum)
śalyair antargataṃ mama
mit Widerhaken in mir steckend (Instr.Pl. + Nom.Sg.Ptz. + Gen.Sg.)
vicinvadbhir ivāsūn me
als suchten sie mein Leben (Instr.Pl.Ptz. + Partikel + Akk.Pl. + Gen.Sg.)
śarīraṃ na vibhāvyate
meinen Leib nehme ich kaum wahr (Nom.Sg. + Neg. + 3.Sg.Präs.Pass.)
kaḥ kiṃ kiṃ sa dhanurvedo
was, was nur ist das für eine Bogenkunst (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
yenaikena vayaṃ jitāḥ
durch die wir von diesem einen besiegt werden (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Ptz.)
[Anm.: V.24-25 (mit Einschub *0322_01-06) bilden eine Einheit — Karṇas erschütterndes Eingeständnis seiner Erschöpfung und Verwundung, sehr persönlich und ungewöhnlich offen für seinen Charakter.]
tam ācāryo 'bravīt karṇaṃ śanakaiḥ prahasann iva abhedyam asya kavacaṃ yuvā cāśuparākramaḥ upadiṣṭā mayā asya pituḥ kavacadhāraṇā tām eṣa nikhilāṃ vetti dhruvaṃ parapuraṃjayaḥ jyālakṣaṇaṃ mayā ceha nopadiṣṭaṃ tu phalgune
Der Lehrer [Droṇa] sprach zu Karṇa, leise, gleichsam lächelnd: „Seine Rüstung ist undurchdringlich, und der Jüngling ist von rascher Kampfkraft. Das Tragen der Rüstung wurde von mir seinem Vater [Arjuna] gelehrt; diese kennt dieser, der Bezwinger feindlicher Städte, gewiss vollständig — doch die Kunst der Bogensehne habe ich Phalguna [Arjuna] hier nicht gelehrt.“
Wort für Wort
tam ācāryo 'bravīt karṇaṃ
der Lehrer sprach zu Karṇa (Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg.)
śakyaṃ tv asya dhanuś chettuṃ jyāṃ ca bāṇaiḥ samāhitaiḥ abhīśavo hayāś caiva tathobhau pārṣṇisārathī etat kuru maheṣvāsa rādheya yadi śakyate athainaṃ vimukhīkṛtya paścāt praharaṇaṃ kuru sadhanuṣko na śakyo 'yam api jetuṃ surāsuraiḥ virathaṃ vidhanuṣkaṃ ca kuruṣvainaṃ yadīcchasi vilakṣakaraṇaṃ nādaṃ vimuñcann agrato nṛpa saṃdhānakṛtalakṣasya kiṃ cid vyākṣiptacetasaḥ puraḥ sthitena kenāpi duḥśakyo jetum ārjuniḥ
„Doch möglich ist es, seinen Bogen und seine Bogensehne mit wohlgezielten Pfeilen zu zerschneiden, ebenso die Zügel, die Rosse und beide Flankenlenker. Tu dies, großer Bogenschütze, Sohn der Rādhā, wenn es möglich ist; und wenn du ihn so wehrlos gemacht hast, versetze danach den [entscheidenden] Schlag. Solange er den Bogen hält, kann er nicht besiegt werden, selbst von Göttern und Dämonen nicht — mache ihn wagenlos und bogenlos, wenn du [ihn besiegen] willst — indem du vor ihm einen verwirrenden Schrei ausstößt, o König, während er, sein Ziel schon anvisiert, sein Sinn etwas abgelenkt ist — durch irgendjemanden, der vor ihm steht, ist der Sohn Arjunas nur schwer zu besiegen.“
Wort für Wort
śakyaṃ tv asya dhanuś chettuṃ
möglich ist es, seinen Bogen zu zerschneiden (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Inf.)
jyāṃ ca bāṇaiḥ samāhitaiḥ
und die Bogensehne mit wohlgezielten Pfeilen (Akk.Sg. + Konj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Ptz.)
abhīśavo hayāś caiva
die Zügel und die Rosse (Nom.Pl. + Nom.Pl. + Konj.)
tathobhau pārṣṇisārathī
und ebenso beide Flankenlenker (Adv. + Akk.Du.Kompositum)
etat kuru maheṣvāsa
tu dies, großer Bogenschütze (Akk.Sg. + Imp.2.Sg. + Vok.Sg.Kompositum)
rādheya yadi śakyate
Sohn der Rādhā, wenn es möglich ist (Vok.Sg. + Konj. + 3.Sg.Präs.Pass.)
athainaṃ vimukhīkṛtya
und wenn du ihn wehrlos gemacht hast (Adv. + Akk.Sg. + Ger.)
paścāt praharaṇaṃ kuru
versetze danach den Schlag (Adv. + Akk.Sg. + Imp.2.Sg.)
sadhanuṣko na śakyo 'yam
mit Bogen kann er nicht besiegt werden (Nom.Sg.Kompositum + Neg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
api jetuṃ surāsuraiḥ
selbst zu besiegen von Göttern und Dämonen (Partikel + Inf. + Instr.Pl.Kompositum)
virathaṃ vidhanuṣkaṃ ca
wagenlos und bogenlos (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.Kompositum + Konj.)
kuruṣvainaṃ yadīcchasi
mache ihn, wenn du willst (Imp.2.Sg.Med. + Akk.Sg. + Konj. + 2.Sg.Präs.)
vilakṣakaraṇaṃ nādaṃ
einen verwirrenden Schrei (Akk.Sg.Kompositum + Akk.Sg.)
vimuñcann agrato nṛpa
ausstoßend vor ihm, o König (Nom.Sg.Ptz. + Adv. + Vok.Sg.)
saṃdhānakṛtalakṣasya
dessen Ziel schon anvisiert ist (Gen.Sg.Kompositum)
kiṃ cid vyākṣiptacetasaḥ
dessen Sinn etwas abgelenkt ist (Nom.Sg. + Partikel + Gen.Sg.Kompositum)
puraḥ sthitena kenāpi
durch irgendjemanden, der davorsteht (Adv. + Instr.Sg.Ptz. + Instr.Sg. + Partikel)
duḥśakyo jetum ārjuniḥ
schwer zu besiegen ist der Sohn Arjunas (Nom.Sg. + Inf. + Nom.Sg.)
[Anm.: V.28-30 (mit Einschub *0324_01-02, *0325_01) bilden eine Einheit — Droṇas taktische Anweisung. Der Einschub ist im Quelltext selbst mit einer Unsicherheitsmarkierung versehen (vā(?nā)daṃ) und bleibt in Teilen unklar [?]; die Grundaussage — Ablenkung durch einen Schrei im entscheidenden Moment — ist jedoch klar erkennbar und wird in V.31 unmittelbar umgesetzt.]
Nachdem er des Lehrers Worte gehört hatte, eilte Karṇa, der Sohn des Vikartana, und stieß, als er Saubhadra schießen sah, einen lauten Ruf aus: „Dieser Jüngling hat sein Ziel verloren — man töte ihn, man töte ihn!“ Während der hochherzige Abhimanyu darüber nachsann, zerschnitt er mit Pfeilspitzen den Bogen dessen, der mit leichter Hand schoss.
Wort für Wort
tad ācāryavacaḥ śrutvā
des Lehrers Worte gehört habend (Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompositum + Ger.)
karṇo vaikartanas tvaran
Karṇa, der Sohn des Vikartana, eilend (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
stieß einen lauten Ruf aus (Adv. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)
naṣṭalakṣaḥ kumāro 'yaṃ
dieser Jüngling hat sein Ziel verloren (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
hanyatāṃ hanyatām iti
man töte ihn, man töte ihn, so (Imp.3.Sg.Pass. + Imp.3.Sg.Pass. + Partikel)
tasya cintayamānasya
während dieser nachsann (Gen.Sg. + Gen.Sg.Ptz.)
abhimanyor mahātmanaḥ
der hochherzige Abhimanyu (Gen.Sg. + Gen.Sg.)
asyato laghuhastasya
dessen, der mit leichter Hand schoss (Gen.Sg.Ptz. + Gen.Sg.Kompositum)
pṛṣatkair dhanur ācchinat
mit Pfeilspitzen zerschnitt er den Bogen (Instr.Pl. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.31 (mit Einschub *0326_01-03) bildet eine Einheit und schildert die Ausführung von Droṇas List: Karṇas Ablenkungsruf und die Zerstörung von Abhimanyus Bogen im selben Moment.]
aśvān asyāvadhīd bhojo gautamaḥ pārṣṇisārathī śeṣās tu chinnadhanvānaṃ śaravarṣair avākiran
Der Bhoja [Kṛtavarman] tötete seine Rosse, der Gautama [Kṛpa] den [einen] Flankenlenker; die übrigen aber überschütteten den, dessen Bogen zerschnitten war, mit einem Pfeilregen.
Wort für Wort
aśvān asyāvadhīd bhojo
der Bhoja tötete seine Rosse (Akk.Pl. + Gen.Sg. + 3.Sg.Impf. + Nom.Sg.)
gautamaḥ pārṣṇisārathī
der Gautama, den Flankenlenker (Nom.Sg. + Akk.Sg.Kompositum)
śeṣās tu chinnadhanvānaṃ
die übrigen aber, den, dessen Bogen zerschnitten war (Nom.Pl. + Partikel + Akk.Sg.Kompositum)
śaravarṣair avākiran
überschütteten mit einem Pfeilregen (Instr.Pl.Kompositum + 3.Pl.Impf.)
sa chinnadhanvā virathaḥ svadharmam anupālayan khaḍgacarmadharaḥ śrīmān utpapāta vihāyasam maṇḍalāni suśikṣābhir gatapratyāgatāni ca
Er, sein Bogen zerschnitten, wagenlos, seiner eigenen [Kṣatriya-]Pflicht treu bleibend, Schwert und Schild tragend, der Glanzvolle, sprang empor in die Luft, [vollführte] wohlgeschulte kreisförmige Bewegungen, Hin- und Rückwege.
Wort für Wort
sa chinnadhanvā virathaḥ
er, sein Bogen zerschnitten, wagenlos (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
svadharmam anupālayan
seiner eigenen Pflicht treu bleibend (Akk.Sg. + Nom.Sg.Ptz.)
khaḍgacarmadharaḥ śrīmān
Schwert und Schild tragend, der Glanzvolle (Nom.Sg.Kompositum + Nom.Sg.)
mārgaiḥ sa kaiśikādyaiś ca lāghavena balena ca ārjunir vyacarad vyomni bhṛśaṃ vai pakṣirāḍ iva
Auf Bahnen, beginnend mit der Kaiśika[-Bewegung], mit Behändigkeit und Kraft, durchstreifte der Sohn Arjunas den Himmel gewaltig, wie der König der Vögel [Garuḍa].
Wort für Wort
mārgaiḥ sa kaiśikādyaiś ca
auf Bahnen, beginnend mit der Kaiśika (Instr.Pl. + Nom.Sg. + Instr.Pl.Kompositum + Konj.)
lāghavena balena ca
mit Behändigkeit und Kraft (Instr.Sg. + Instr.Sg. + Konj.)
ārjunir vyacarad vyomni
der Sohn Arjunas durchstreifte den Himmel (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Lok.Sg.)
bhṛśaṃ vai pakṣirāḍ iva
gewaltig, wie der König der Vögel (Adv. + Partikel + Nom.Sg. + Partikel)
'Auf mich gerade stürzt dieser herab, das Schwert in der Hand!' — so [dachten sie], mit aufwärts gerichtetem Blick, durchbohrten ihn die großen Bogenschützen, im Kampf nach einer Lücke Ausschau haltend.
Wort für Wort
mayy eva nipataty eṣa
auf mich gerade stürzt dieser herab (Lok.Sg. + Partikel + 3.Sg.Präs. + Nom.Sg.)
sāsir ity ūrdhvadṛṣṭayaḥ
das Schwert in der Hand, so, mit aufwärts gerichtetem Blick (Nom.Sg.Kompositum + Partikel + Nom.Pl.Kompositum)
vivyadhus taṃ maheṣvāsāḥ
durchbohrten ihn die großen Bogenschützen (3.Pl.Perf. + Akk.Sg. + Nom.Pl.Kompositum)
samare chidradarśinaḥ
im Kampf nach einer Lücke Ausschau haltend (Lok.Sg. + Nom.Pl.Kompositum)
[Anm.: V.36 bildet eine Einheit. Der kollektive, nicht individuell zugeordnete Gedanke der aufblickenden Krieger erhält einfache statt der Anführungszeichen für individuelle Rede.]
Droṇa, der Überaus-Glanzvolle, der Rivalen-Bezwinger, zerschnitt, eilend, mit einem Rasierpfeil das juwelenbesetzte Schwert in dessen Faust; der Sohn der Rādhā [Karṇa] zerschmetterte mit scharfen Pfeilen auch dessen vorzüglichen Schild.
Ohne Schwert und Schild, seine Glieder voller Pfeile, [stieg] er aus der Luft wieder zur Erde herab; [dort] stehend, ein [Wagen-]Rad ergreifend, stürmte er, erzürnt, auf Droṇa los.
Wort für Wort
vyasicarmeṣupūrṇāṅgaḥ
ohne Schwert und Schild, seine Glieder voller Pfeile (Nom.Sg.Kompositum)
so 'ntarikṣāt punaḥ kṣitim
er aus der Luft wieder zur Erde (Nom.Sg. + Abl.Sg. + Adv. + Akk.Sg.)
āsthitaś cakram udyamya
stehend, ein Rad ergriffen habend (Nom.Sg.Ptz. + Akk.Sg. + Ger.)
droṇaṃ kruddho 'bhyadhāvata
stürmte erzürnt auf Droṇa los (Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Impf.Med.)
[Anm.: V.38 bildet eine Einheit — das ikonische Bild von Abhimanyu, der als letztes Mittel ein Wagenrad als Waffe ergreift.]
sa cakrareṇūjjvalaśobhitāṅgo babhāv atīvonnatacakrapāṇiḥ raṇe 'bhimanyuḥ kṣaṇadāsubhadraḥ sa vāsubhadrānukṛtiṃ prakurvan
Er, seine Glieder vom aufwirbelnden Staub des Rades glänzend geschmückt, erstrahlte, das Rad hoch erhoben in der Hand — Abhimanyu im Kampf, schön wie der Mond der Nacht, gleichsam den Vāsudeva [Kṛṣṇa] nachahmend.
Wort für Wort
sa cakrareṇūjjvalaśobhitāṅgo
er, seine Glieder vom Staub des Rades glänzend geschmückt (Nom.Sg.Kompositum)
babhāv atīvonnatacakrapāṇiḥ
erstrahlte, das Rad hoch erhoben in der Hand (3.Sg.Perf. + Nom.Sg.Kompositum)
raṇe 'bhimanyuḥ kṣaṇadāsubhadraḥ
Abhimanyu im Kampf, schön wie der Mond der Nacht (Lok.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
[Anm.: V.39 (Triṣṭubh-Metrum) bildet eine Einheit. „Vāsubhadra“ wird hier als Verweis auf Vāsudeva/Kṛṣṇa gedeutet, dessen berühmtes Merkmal der Diskus (Cakra) ist — ein Bild, das Abhimanyus radschwingende Gestalt mit seinem göttlichen Onkel verknüpft [?].]
Sein Antlitz von rinnendem Blut einheitlich gerötet, die Brauen finster gerunzelt, überaus löwenhaft brüllend — der Herrscher, von unermesslicher Kraft, Abhimanyu, inmitten der besten Könige stehend, erstrahlte im Kampf gewaltig.
Wort für Wort
srutarudhirakṛtaikarāgavaktro
sein Antlitz von rinnendem Blut einheitlich gerötet (Nom.Sg.Kompositum)
bhrukuṭipuṭākuṭilo
die Brauen finster gerunzelt (Nom.Sg.Kompositum)
'tisiṃhanādaḥ
überaus löwenhaft brüllend (Nom.Sg.Kompositum)
prabhur amitabalo
der Herrscher, von unermesslicher Kraft (Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompositum)
raṇe 'bhimanyur
Abhimanyu im Kampf (Lok.Sg. + Nom.Sg.)
nṛpavaramadhyagato
inmitten der besten Könige stehend (Nom.Sg.Kompositum)
bhṛśaṃ vyarājat
erstrahlte gewaltig (Adv. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: V.40 (Triṣṭubh-Metrum) bildet eine Einheit und schließt das Kapitel mit diesem letzten, eindrücklichen Bild Abhimanyus vor seinem Tod im folgenden Kapitel.]