Kapitel 92
Sātyakis Duell mit Duryodhana und sein Sieg über den verwundeten Kṛtavarman
Saṃjayas Erzählung setzt sich fort (Rahmenebene, nicht CQ-markiert): Zahlreiche Kaurava-Krieger - Droṇa, Durmarṣaṇa, Duḥsaha, Vikarṇa, Durmukha, Duḥśāsana, Citrasena und Duryodhana selbst - bestürmen gemeinsam Sātyaki mit Pfeilen (Einheiten 1-9), doch dieser erwidert die Angriffe einzeln und gezielt (Einheiten 7-9). Es folgt ein ausgedehntes Duell zwischen Sātyaki und Duryodhana: Sātyaki zerschlägt dessen Bogen, wird selbst schwer verwundet, überschüttet Duryodhana aber schließlich derart mit Pfeilen, Wagen, Rossen und Wagenlenker vernichtend, dass der Kaurava-König fliehen und auf Citrasenas Wagen springen muss (Einheiten 10-24). Kṛtavarman eilt daraufhin herbei und rebelt seinem Wagenlenker in einem winzigen, iti-markierten Zuruf zu (Einheit 27, 'Fahre, fahre!'); Sātyaki kündigt seinem eigenen Lenker in ausführlicher CQ-Rede den bevorstehenden Zweikampf an (Einheit 29). Im folgenden Duell verwundet Kṛtavarman Sātyaki und dessen Gespann, wird aber seinerseits von Sātyaki schwer getroffen - Rüstung durchbohrt, Rosse und Wagenlenker getötet - und sinkt erschöpft und blutend auf die Knie (Einheiten 30-41). Sātyaki zieht weiter, in der Hoffnung, Arjuna zu erblicken, wird aber von den Kṣatriyas aufgehalten und durchbricht stattdessen kämpfend die feindliche Heeresmitte (Einheiten 42-44). Das Kapitel schließt damit, dass sich der verwundete Kṛtavarman erholt, einen neuen Bogen ergreift und, weiterhin mächtig, die Pāṇḍavas im Kampf zurückhält (Einheit 45).
Und Duryodhana bedrängte mit einem gewaltigen Pfeilregen den Mādhava [Sātyaki] im Kampf, o König, und ebenso andere tapfere große Wagenkämpfer.
Wort für Wort
duryodhanaś ca mahatā śaravarṣeṇa mādhavam
und Duryodhana mit einem gewaltigen Pfeilregen den Mādhava (Nom.Sg. + Partikel + Instr.Sg.Adj. + Instr.Sg. + Akk.Sg.)
apīḍayad raṇe rājañ śūrāś cānye mahārathāḥ
bedrängte im Kampf, o König, und ebenso andere tapfere große Wagenkämpfer (3.Sg.Impf. + Lok.Sg. + Vok.Sg. + Nom.Pl.Adj. + Partikel + Nom.Pl. + Nom.Pl.)
sarvataḥ pratividdhas tu tava putrair mahārathaiḥ sa tudyamānaś ca tathā sarvataḥ kurupuṃgavaiḥ tān pratyavidhyac chaineyaḥ pṛthak pṛthag ajihmagaiḥ sātyakiḥ puṇḍarīkākṣo hy astreṣu pariniṣṭhitaḥ
Von allen Seiten von deinen Söhnen, den großen Wagenkämpfern, durchbohrt, so von allen Seiten von den Stieren der Kurus gequält, durchbohrte der Śaineya sie einzeln mit geraden Pfeilen zurück - Sātyaki, der Lotusäugige, war ja in den Waffenkünsten vollendet.
Wort für Wort
sarvataḥ pratividdhas tu tava putrair mahārathaiḥ
von allen Seiten von deinen Söhnen, den großen Wagenkämpfern, durchbohrt (Adv. + Nom.Sg.Part. + Partikel + Gen.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.)
sa tudyamānaś ca tathā sarvataḥ kurupuṃgavaiḥ
er, so von allen Seiten von den Stieren der Kurus gequält (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Partikel + Adv. + Adv. + Instr.Pl.)
bhāradvājaṃ tribhir bāṇair duḥsahaṃ navabhis tathā vikarṇaṃ pañcaviṃśatyā citrasenaṃ ca saptabhiḥ daśabhiś citrasenaṃ ca vikarṇaṃ pañcaviṃśatyā
[Er traf] den Bhāradvāja [Droṇa] mit drei Pfeilen, Duḥsaha ebenso mit neun, Vikarṇa mit fünfundzwanzig und Citrasena mit sieben - [nach einer anderen Lesart:] Citrasena mit zehn und Vikarṇa mit fünfundzwanzig.
den Bhāradvāja mit drei Pfeilen, Duḥsaha ebenso mit neun (Akk.Sg. + Instr.Pl.Num. + Instr.Pl. + Akk.Sg. + Instr.Pl.Num. + Adv.)
vikarṇaṃ pañcaviṃśatyā citrasenaṃ ca saptabhiḥ
Vikarṇa mit fünfundzwanzig, und Citrasena mit sieben (Akk.Sg. + Instr.Sg.Num. + Akk.Sg. + Partikel + Instr.Pl.Num.)
daśabhiś citrasenaṃ ca vikarṇaṃ pañcaviṃśatyā
[Variante:] mit zehn Citrasena, und Vikarṇa mit fünfundzwanzig (Instr.Pl.Num. + Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Instr.Sg.Num.)
[Anm.: Der kritische Apparat überliefert für die Pfeilzahl bei Citrasena zwei abweichende Lesarten (sieben bzw. zehn); beide werden hier wiedergegeben.]
durmarṣaṇaṃ dvādaśabhiś caturbhiś ca viviṃśatim satyavrataṃ ca navabhir vijayaṃ daśabhiḥ śaraiḥ duryodhanaṃ tribhir viddhvā supuṃkhais tigmatejasaiḥ
[Er traf] Durmarṣaṇa mit zwölf, Viviṃśati mit vier, Satyavrata mit neun, Vijaya mit zehn Pfeilen, und durchbohrte Duryodhana mit dreien - mit schönbefiederten, scharfglänzenden [Pfeilen].
Wort für Wort
durmarṣaṇaṃ dvādaśabhiś caturbhiś ca viviṃśatim
Durmarṣaṇa mit zwölf, und Viviṃśati mit vier (Akk.Sg. + Instr.Pl.Num. + Instr.Pl.Num. + Partikel + Akk.Sg.)
satyavrataṃ ca navabhir vijayaṃ daśabhiḥ śaraiḥ
und Satyavrata mit neun, Vijaya mit zehn Pfeilen (Akk.Sg. + Partikel + Instr.Pl.Num. + Akk.Sg. + Instr.Pl.Num. + Instr.Pl.)
Den König, den besten aller Waffenträger der ganzen Welt, traf er heftig mit Pfeilen; da entstand ein Kampf zwischen den beiden - dann entbrannte der Kampf zwischen den Helden der Kurus und dem Mādhava [Sātyaki].
Wort für Wort
rājānaṃ sarvalokasya sarvaśastrabhṛtāṃ varam
den König, den besten aller Waffenträger der ganzen Welt (Akk.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Pl.Adj. + Akk.Sg.Adj.)
śarair abhyāhanad gāḍhaṃ tato yuddham abhūt tayoḥ
traf er heftig mit Pfeilen; da entstand ein Kampf zwischen den beiden (Instr.Pl. + 3.Sg.Impf. + Adv. + Adv. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Gen.Du.)
tataḥ pravavṛte yuddhaṃ kurumādhavavīrayoḥ
dann entbrannte der Kampf zwischen den Helden der Kurus und dem Mādhava (Adv. + 3.Sg.Perf.Med. + Nom.Sg. + Gen.Du.)
Der Mādhava [Sātyaki] aber zerschnitt, o König, im Kampf plötzlich den Bogen des bogentragenden Kururāja mit einem Rasiermesser-Pfeil, gleichsam lachend; dann überschüttete er ihn, dessen Bogen zerschnitten war, mit vielen Pfeilen.
Wort für Wort
mādhavas tu raṇe rājan kururājasya dhanvinaḥ
der Mādhava aber im Kampf, o König, des bogentragenden Kururāja (Nom.Sg. + Partikel + Lok.Sg. + Vok.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.Adj.)
dhanuś ciccheda sahasā kṣurapreṇa hasann iva
zerschnitt den Bogen plötzlich mit einem Rasiermesser-Pfeil, gleichsam lachend (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf. + Adv. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Part. + Partikel)
athainaṃ chinnadhanvānaṃ śarair bahubhir ācinot
dann überschüttete er ihn, dessen Bogen zerschnitten war, mit vielen Pfeilen (Adv. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj. + 3.Sg.Impf.)
Und mit Pfeilen ließ er das aus Edelsteinen gefertigte Elefanten-Banner fallen; nachdem er die vier Zugtiere mit vier scharfen Pfeilen getötet hatte, ließ der hochberühmte [Sātyaki] den Wagenlenker mit einem Rasiermesser-Pfeil fallen.
Wort für Wort
nāgaṃ maṇimayaṃ caiva śarair dhvajam apātayat
und mit Pfeilen ließ er das aus Edelsteinen gefertigte Elefanten-Banner fallen (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Partikel + Instr.Pl. + Akk.Sg. + 3.Sg.Impf.)
hatvā tu caturo vāhāṃś caturbhir niśitaiḥ śaraiḥ
nachdem er die vier Zugtiere mit vier scharfen Pfeilen getötet hatte (Ger. + Partikel + Akk.Pl.Num. + Akk.Pl. + Instr.Pl.Num. + Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.)
sārathiṃ pātayām āsa kṣurapreṇa mahāyaśāḥ
ließ der hochberühmte den Wagenlenker mit einem Rasiermesser-Pfeil fallen (Akk.Sg. + 3.Sg.Perf.periphr. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Adj.)
sa vadhyamānaḥ samare śaineyasya śarottamaiḥ prādravat sahasā rājan putro duryodhanas tava āplutaś ca tato yānaṃ citrasenasya dhanvinaḥ
Er, in der Schlacht von den besten Pfeilen des Śaineya niedergestreckt, floh, dein Sohn Duryodhana, plötzlich, o König, und sprang auf den Wagen des bogentragenden Citrasena.
Wort für Wort
sa vadhyamānaḥ samare śaineyasya śarottamaiḥ
er, in der Schlacht von den besten Pfeilen des Śaineya niedergestreckt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Lok.Sg. + Gen.Sg. + Instr.Pl.)
prādravat sahasā rājan putro duryodhanas tava
floh plötzlich, o König, dein Sohn Duryodhana (3.Sg.Impf. + Adv. + Vok.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
āplutaś ca tato yānaṃ citrasenasya dhanvinaḥ
und sprang auf den Wagen des bogentragenden Citrasena (Nom.Sg.Part. + Partikel + Adv. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Gen.Sg.Adj.)
„Dieser Kṛtavarman, der Bogenschütze, kommt mit seinem Wagen rasch herangestürmt. Fahre ihm mit dem Wagen entgegen, dem Besten aller Bogenschützen! Fahre eilig, Wagenlenker, mit dem Wagen dem besten der Wagenkämpfer entgegen - ich, der feindebezwingende Vṛṣṇi-Held, werde ihn im Kampf erschlagen.“
Wort für Wort
kṛtavarmā rathenaiṣa drutam āpatate śarī
dieser Kṛtavarman, der Bogenschütze, kommt mit seinem Wagen rasch herangestürmt (Nom.Sg. + Instr.Sg. + Nom.Sg. + Akk.Sg.Adv. + 3.Sg.Präs.Med. + Nom.Sg.Adj.)
pratyudyāhi rathenainaṃ pravaraṃ sarvadhanvinām
fahre ihm mit dem Wagen entgegen, dem Besten aller Bogenschützen (Imp.2.Sg. + Instr.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Gen.Pl.Adj.)
prayāhi satvaraṃ sūta rathena rathasattamam
fahre eilig, Wagenlenker, mit dem Wagen dem besten der Wagenkämpfer entgegen (Imp.2.Sg. + Adj.Adv. + Vok.Sg. + Instr.Sg. + Akk.Sg.)
nihaniṣyāmi taṃ saṃkhe vṛṣṇivīram ariṃdamam
ich werde ihn im Kampf erschlagen, ich, der feindebezwingende Vṛṣṇi-Held (1.Sg.Fut. + Akk.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Adj.)
[Anm.: 'vṛṣṇivīram ariṃdamam' bezieht sich in Selbstbezeichnung auf Sātyaki selbst, nicht auf Kṛtavarman, den Adressaten der Rede.]
scharfen, spitzen Pfeilen, und dessen Wagenlenker mit sieben (Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj. + Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg. + Instr.Pl.Num.)
Er, dessen Banner golden war, spannte seinen großen, goldrückigen Bogen; er, dessen Armreifen und Rüstung golden waren, überschüttete [Sātyaki] mit goldbefiederten Pfeilen.
Wort für Wort
rukmadhvajo rukmapṛṣṭhaṃ mahad visphārya kārmukam
er, dessen Banner golden war, spannte seinen großen, goldrückigen Bogen (Nom.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj. + Ger. + Akk.Sg.)
rukmāṅgadī rukmavarmā rukmapuṅkhān avākirat
er, dessen Armreifen und Rüstung golden waren, überschüttete [ihn] mit goldbefiederten Pfeilen (Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg.Adj. + Akk.Pl.Adj. + 3.Sg.Impf.)
[Anm.: Kṛtavarman wird hier mit gehäuften Gold-Epitheta ('Rukma-') beschrieben - goldenes Banner, goldene Armreifen, goldene Rüstung, goldbefiederte Pfeile.]
so 'tividdho balavatā śatruṇā śatrutāpanaḥ samakampata durdharṣaḥ kṣitikampe yathācalaḥ acalaḥ sa purā bhūtvā samakampata māriṣa
Er, der Feindeversenger, vom mächtigen Feind schwer durchbohrt, geriet ins Wanken, der Unbezwingbare, wie ein Berg bei einem Erdbeben - er, der zuvor unbeweglich gewesen war, geriet ins Wanken, Verehrter.
Wort für Wort
so 'tividdho balavatā śatruṇā śatrutāpanaḥ
er, der Feindeversenger, vom mächtigen Feind schwer durchbohrt (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Instr.Sg.Adj. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Adj.)
samakampata durdharṣaḥ kṣitikampe yathācalaḥ
geriet ins Wanken, der Unbezwingbare, wie ein Berg bei einem Erdbeben (3.Sg.Impf.Med. + Nom.Sg.Adj. + Lok.Sg. + Adv. + Nom.Sg.)
acalaḥ sa purā bhūtvā samakampata māriṣa
er, der zuvor unbeweglich gewesen war, geriet ins Wanken, Verehrter (Nom.Sg. + Nom.Sg. + Adv. + Ger. + 3.Sg.Impf.Med. + Vok.Sg.)
Sātyaki durchbohrte rasch mit dreiundsechzig scharfen Pfeilen die vier Pferde des Kṛtavarman, und mit sieben dessen Wagenlenker; als Pferde und Lenker erschlagen waren, [griff] der Stier des Śini den, der [nun] im [stehenden] Wagen stand, [weiter an].
mit dreiundsechzig die vier Pferde des Kṛtavarman, und mit sieben Pfeilen dessen Wagenlenker (Instr.Sg.Num. + Akk.Pl.Num. + Gen.Sg. + Akk.Pl. + Instr.Pl.Num. + Akk.Sg. + Instr.Pl.)
vivyādha niśitais tūrṇaṃ sātyakiḥ kṛtavarmaṇaḥ
durchbohrte rasch mit scharfen [Pfeilen] Sātyaki des Kṛtavarman (3.Sg.Perf. + Instr.Pl.Adj. + Adv. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
hatāśvasūte tu rathe sthitāya śinipuṃgavaḥ
als Pferde und Lenker erschlagen waren, [griff] der Stier des Śini den, der im Wagen stand, [an] (Lok.Sg.Adj. + Partikel + Lok.Sg. + Dat.Sg.Part. + Nom.Sg.)
Sātyaki legte einen goldbefiederten Pfeil an und entsandte ihn, gewaltig lodernd, wie eine erzürnte Schlange; der Stier unter den Männern, Sātyaki, sandte den Pfeil auf den Hārdikya [Kṛtavarman].
Wort für Wort
suvarṇapuṅkhaṃ viśikhaṃ samādhāya sa sātyakiḥ
Sātyaki legte einen goldbefiederten Pfeil an (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg. + Ger. + Nom.Sg. + Nom.Sg.)
vyasṛjat taṃ mahājvālaṃ saṃkruddham iva pannagam
entsandte ihn, gewaltig lodernd, wie eine erzürnte Schlange (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj. + Partikel + Akk.Sg.)
praiṣayat sātyako bāṇaṃ hārdikyasya nararṣabhaḥ
sandte der Stier unter den Männern, Sātyaki, den Pfeil auf den Hārdikya (3.Sg.Impf. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.)
so 'viśat kṛtavarmāṇaṃ yamadaṇḍopamaḥ śaraḥ jāmbūnadavicitraṃ ca varma nirbhidya bhānumat sahemavikṛtaṃ varma nirbhidya kṛtavarmaṇaḥ abhyagād dharaṇīm ugro rudhireṇa samukṣitaḥ
Jener Pfeil, dem Stab des Yama gleich, drang in Kṛtavarman ein, durchbohrte dessen strahlende, mit Jambūnada-Gold reich verzierte Rüstung - durchbohrte die goldverzierte Rüstung des Kṛtavarman - und schlug, furchtbar, blutgetränkt, in die Erde ein.
Wort für Wort
so 'viśat kṛtavarmāṇaṃ yamadaṇḍopamaḥ śaraḥ
jener Pfeil, dem Stab des Yama gleich, drang in Kṛtavarman ein (Nom.Sg. + 3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg.)
jāmbūnadavicitraṃ ca varma nirbhidya bhānumat
durchbohrte dessen strahlende, mit Jambūnada-Gold reich verzierte Rüstung (Akk.Sg.Adj. + Partikel + Akk.Sg. + Ger. + Akk.Sg.Adj.)
sahemavikṛtaṃ varma nirbhidya kṛtavarmaṇaḥ
durchbohrte die goldverzierte Rüstung des Kṛtavarman (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg. + Ger. + Gen.Sg.)
abhyagād dharaṇīm ugro rudhireṇa samukṣitaḥ
und schlug, furchtbar, blutgetränkt, in die Erde ein (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Instr.Sg. + Nom.Sg.Part.)
sa siṃhadaṃṣṭro jānubhyām āpanno 'mitavikramaḥ śarārditaḥ sātyakinā rathopasthe nararṣabhaḥ
Er, dessen Zähne wie die eines Löwen waren, von unermesslicher Kraft, der Stier unter den Männern, sank, von Sātyakis Pfeilen gequält, auf die Knie im Wagenkorb.
Wort für Wort
sa siṃhadaṃṣṭro jānubhyām āpanno 'mitavikramaḥ
er, dessen Zähne wie die eines Löwen waren, von unermesslicher Kraft, sank auf die Knie (Nom.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Instr.Du. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Adj.)
śarārditaḥ sātyakinā rathopasthe nararṣabhaḥ
der Stier unter den Männern, von Sātyakis Pfeilen gequält, im Wagenkorb (Nom.Sg.Part. + Instr.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg.)
sahasrabāhoḥ sadṛśam akṣobhyam iva sāgaram nivārya kṛtavarmāṇaṃ sātyakiḥ prayayau tataḥ na hi tasya raṇe pārthaḥ kathaṃ cid api bhārata didṛkṣuḥ sa hi vegena prāyād yatra dhanaṃjayaḥ svaśaktyā kṣatriyais tatra niruddho balavattaraḥ yuyudhe sātvato rājan didṛkṣuḥ pāṇḍunandanam
Nachdem er Kṛtavarman - der dem Tausendarmigen [Kārtavīrya] glich, unerschütterlich wie der Ozean - zurückgeschlagen hatte, zog Sātyaki weiter; denn der Pārtha [Arjuna] war ihm in jener Schlacht auf keine Weise erreichbar, Bhārata. Da er ihn zu sehen wünschte, eilte er geschwind dorthin, wo Dhanaṃjaya [war]; doch dort wurde der überaus Mächtige durch die eigene Kraft der Kṣatriyas aufgehalten - der Sātvata kämpfte weiter, o König, begierig, den Sohn des Pāṇḍu [Arjuna] zu sehen.
Wort für Wort
sahasrabāhoḥ sadṛśam akṣobhyam iva sāgaram
der dem Tausendarmigen glich, unerschütterlich wie der Ozean (Gen.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj. + Partikel + Akk.Sg.)
nivārya kṛtavarmāṇaṃ sātyakiḥ prayayau tataḥ
nachdem Sātyaki Kṛtavarman zurückgeschlagen hatte, zog er weiter (Ger. + Akk.Sg. + Nom.Sg. + 3.Sg.Perf. + Adv.)
na hi tasya raṇe pārthaḥ kathaṃ cid api bhārata
denn der Pārtha war ihm in jener Schlacht auf keine Weise erreichbar, Bhārata (Neg. + Partikel + Gen.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg. + Adv. + Partikel + Partikel + Vok.Sg.)
didṛkṣuḥ sa hi vegena prāyād yatra dhanaṃjayaḥ
da er ihn zu sehen wünschte, eilte er geschwind dorthin, wo Dhanaṃjaya war (Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg. + Partikel + Instr.Sg. + 3.Sg.Impf. + Adv. + Nom.Sg.)
svaśaktyā kṣatriyais tatra niruddho balavattaraḥ
doch dort wurde der überaus Mächtige durch die eigene Kraft der Kṣatriyas aufgehalten (Instr.Sg. + Instr.Pl. + Adv. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Adj.Komp.)
yuyudhe sātvato rājan didṛkṣuḥ pāṇḍunandanam
der Sātvata kämpfte weiter, o König, begierig, den Sohn des Pāṇḍu zu sehen (3.Sg.Perf.Med. + Nom.Sg. + Vok.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Akk.Sg.)
[Anm.: Diese Passage enthält im kritischen Apparat mehrere Varianten, die denselben Gedanken - Sātyakis Wunsch, Arjuna zu sehen, und sein Aufgehaltenwerden durch die Kṣatriyas - leicht abgewandelt wiederholen; hier zu einer zusammenhängenden Einheit zusammengefasst.]
[Das Schlachtfeld war] übersät mit Schwertern, Speeren und Bögen, verstopft mit Elefanten, Pferden und Wagen, von den zu Hunderten [gefallenen] Stieren unter den Kṣatriyas mit furchtbarem Blut überströmt.
Wort für Wort
khaḍgaśaktidhanuḥkīrṇāṃ gajāśvarathasaṃkulām
übersät mit Schwertern, Speeren und Bögen, verstopft mit Elefanten, Pferden und Wagen (Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj.)
pravartitograrudhirāṃ śataśaḥ kṣatriyarṣabhaiḥ
von den zu Hunderten [gefallenen] Stieren unter den Kṣatriyas mit furchtbarem Blut überströmt (Akk.Sg.Adj. + Adv. + Instr.Pl.)
Während alle Heere zusahen, durchbrach der Stier des Śini [Sātyaki] mitten durch die Heeresschar und drang ein, wie [Indra,] der Vṛtra-Töter, in das Dämonenheer.
Wort für Wort
prekṣatāṃ sarvasainyānāṃ madhyena śinipuṃgavaḥ
während alle Heere zusahen, mitten durch, der Stier des Śini (Gen.Pl.Part. + Gen.Pl. + Instr.Sg. + Nom.Sg.)
abhyagād vāhinīṃ bhittvā vṛtrahevāsurīṃ camūm
durchbrach die Heeresschar und drang ein, wie der Vṛtra-Töter in das Dämonenheer (3.Sg.Impf. + Akk.Sg. + Ger. + Adv. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.)
Der Hārdikya [Kṛtavarman] aber erholte sich, ergriff einen anderen großen Bogen und blieb, der Mächtige, genau dort stehen, die Pāṇḍavas im Kampf zurückhaltend.
Wort für Wort
samāśvāsya ca hārdikyo gṛhya cānyan mahad dhanuḥ
der Hārdikya aber erholte sich und ergriff einen anderen großen Bogen (Ger. + Partikel + Nom.Sg. + Ger. + Partikel + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg.)
tasthau tatraiva balavān vārayan yudhi pāṇḍavān
blieb, der Mächtige, genau dort stehen, die Pāṇḍavas im Kampf zurückhaltend (3.Sg.Perf. + Adv. + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg.Part. + Lok.Sg. + Akk.Pl.)