Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Droṇaparva

Kapitel 115 Dhṛtarāṣṭras Selbstprüfung angesichts des schwindenden Ruhms, und Sātyakis Kampf gegen König Alambusa und Duḥśāsanas Streitmacht

Dhṛtarāṣṭra reflektiert (in einer umfangreichen Apparatus-Einlage) über Leben, Tod und die Frage, ob man den Pāṇḍavas ihr Erbe zurückgeben solle, und fragt nach dem Schicksal des Sindhu-Königs Jayadratha sowie nach dem Kampf des 'Besten der Vṛṣṇis' (Sātyaki). Saṃjaya berichtet daraufhin, wie Sātyaki dem von Karṇa bedrängten Bhīma zu Hilfe eilt, unterwegs den (hier erstmals auftretenden, von bereits bekannten gleichnamigen Figuren zu unterscheidenden) König Alambusa im Duell tötet, und schließlich von Duryodhanas Söhnen sowie Duḥśāsana umringt wird, deren Angriff er zurückschlägt.

dātavyam adya manye 'haṃ pāṇḍavānāṃ svakaṃ punaḥ na vigraho hi balinā śreyase syād yathātathā

Ich denke, man sollte den Pāṇḍavas heute ihr Eigentum zurückgeben; denn ein Streit mit den Mächtigen kann wahrlich nicht zum Guten führen.

Wort für Wort
dātavyam adya manye 'haṃ pāṇḍavānāṃ svakaṃ punaḥ
ich denke, man sollte den Pāṇḍavas heute ihr Eigentum zurückgeben (Gerundiv.Nom. + Adv. + Präs.1.Sg. + Gen.Pl. + Akk.Sg. + Adv.)
na vigraho hi balinā śreyase syād yathātathā
denn ein Streit mit den Mächtigen kann wahrlich nicht zum Guten führen (Neg. + Nom.Sg. + Partikel + Instr.Sg. + Dat.Sg. + Opt.3.Sg. + Adv.)

pādayoḥ praṇatenāpi bhuktvāpy ucchiṣṭam apy areḥ ato 'nyad vāpi kṛtvaiva jīvyaṃ loke nareṇa vai

Selbst wenn man sich zu Füßen des Feindes verneigen, selbst dessen Speisereste essen, oder sonst irgendetwas [Erniedrigendes] tun müsste - ein Mann soll dennoch in der Welt am Leben bleiben.

Wort für Wort
pādayoḥ praṇatenāpi bhuktvāpy ucchiṣṭam apy areḥ
selbst wenn man sich zu Füßen verneigend, selbst Speisereste des Feindes essend (Lok.Dual + Ger.Instr. + Ger. + Akk.Sg. + Partikel + Gen.Sg.)
ato 'nyad vāpi kṛtvaiva jīvyaṃ loke nareṇa vai
oder sonst etwas anderes tuend - ein Mann soll in der Welt leben (Adv. + Akk.Sg. + Ger. + Gerundiv.Nom. + Lok.Sg. + Instr.Sg. + Partikel)

jīvataiva paro lokaḥ sādhyate caiva sarvathā ajīvatas tathaivāsīn na sukhaṃ na parā gatiḥ

Nur durch Leben wird auch die jenseitige Welt in jeder Hinsicht erreichbar; für den Nichtlebenden hingegen gibt es weder Glück noch ein höheres Ziel.

Wort für Wort
jīvataiva paro lokaḥ sādhyate caiva sarvathā
nur durch Leben wird die jenseitige Welt in jeder Hinsicht erreichbar (Instr.Sg.Präs.Part. + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg. + Präs.Pass.3.Sg. + Adv.)
ajīvatas tathaivāsīn na sukhaṃ na parā gatiḥ
für den Nichtlebenden gibt es ebenso weder Glück noch ein höheres Ziel (Gen.Sg.Präs.Part. + Adv. + Impf.3.Sg. + Neg. + Nom.Sg. + Neg. + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg.)

vināśe sarvathotpanne na bālo budhyate kriyām mithyābhimānadagdho hi na budhyeta kṛtākṛte

Wenn der Untergang in jeder Weise bevorsteht, erkennt der Törichte nicht das rechte Handeln; von falschem Stolz verbrannt begreift er nämlich nicht, was zu tun und was zu lassen ist.

Wort für Wort
vināśe sarvathotpanne na bālo budhyate kriyām
wenn der Untergang in jeder Weise bevorsteht, erkennt der Törichte nicht das Handeln (Lok.Sg. + Lok.Sg.Part. + Neg. + Nom.Sg. + Präs.Pass.3.Sg. + Akk.Sg.)
mithyābhimānadagdho hi na budhyeta kṛtākṛte
von falschem Stolz verbrannt begreift er nämlich nicht das Getane und Ungetane (Nom.Sg.Kompos. + Partikel + Neg. + Opt.3.Sg. + Lok.Dual)

ahany ahani me dīptaṃ yaśaḥ patati saṃjaya hatā me bahavo yodhā manye kālasya paryayam

Tag für Tag sinkt mein leuchtender Ruhm dahin, oh Saṃjaya; viele meiner Krieger sind gefallen - ich denke, dies ist der Wandel der Zeit.

Wort für Wort
ahany ahani me dīptaṃ yaśaḥ patati saṃjaya
Tag für Tag sinkt mein leuchtender Ruhm dahin, oh Saṃjaya (Lok.Sg. + Lok.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg. + Präs.3.Sg. + Vok.Sg.)
hatā me bahavo yodhā manye kālasya paryayam
viele meiner Krieger sind gefallen; ich denke, es ist der Wandel der Zeit (Nom.Pl.Part. + Gen.Sg. + Nom.Pl.Adj. + Nom.Pl. + Präs.1.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)

dhanaṃjayas tu saṃkruddhaḥ praviṣṭo māmakaṃ balam rakṣitaṃ droṇakarṇābhyām apraveśyaṃ surair api

Der zornentbrannte Dhanaṃjaya [Arjuna] aber drang in mein Heer ein - ein Heer, das von Droṇa und Karṇa beschützt und selbst für die Götter unzugänglich war.

Wort für Wort
dhanaṃjayas tu saṃkruddhaḥ praviṣṭo māmakaṃ balam
der zornentbrannte Dhanaṃjaya aber drang in mein Heer ein (Nom.Sg. + Partikel + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Part. + Akk.Sg.Poss. + Akk.Sg.)
rakṣitaṃ droṇakarṇābhyām apraveśyaṃ surair api
das von Droṇa und Karṇa beschützt und selbst für die Götter unzugänglich war (Akk.Sg.Part. + Instr.Dual + Akk.Sg.Adj. + Instr.Pl. + Partikel)

tābhyām ūrjitavīryābhyām āpyāyitaparākramaḥ sahitaḥ kṛṣṇabhīmābhyāṃ śinīnām ṛṣabheṇa ca

Durch jene beiden von gewaltiger Kraft in seiner Tapferkeit noch gestärkt, [zog er ein,] gemeinsam mit Kṛṣṇa und Bhīma sowie mit dem Stier der Śinis [Sātyaki].

Wort für Wort
tābhyām ūrjitavīryābhyām āpyāyitaparākramaḥ
durch jene beiden von gewaltiger Kraft in seiner Tapferkeit gestärkt (Instr.Dual + Instr.Dual.Kompos. + Nom.Sg.Kompos.)
sahitaḥ kṛṣṇabhīmābhyāṃ śinīnām ṛṣabheṇa ca
gemeinsam mit Kṛṣṇa und Bhīma sowie mit dem Stier der Śinis (Nom.Sg.Adj. + Instr.Dual + Gen.Pl. + Instr.Sg. + Partikel)

[Anm.: Der Bezug von tābhyām ūrjitavīryābhyām (sinngemäß: durch jene beiden von gewaltiger Kraft) ist im Sanskrit nicht eindeutig - gemeint sein könnten die zuvor genannten Droṇa und Karṇa, deren Kraft Arjuna gleichsam in sich aufnimmt, oder eine allgemeinere Verstärkung seines eigenen Mutes.]

tadā prabhṛti mā śoko dahaty agnir ivāśayam grastān hi pratipaśyāmi bhūmipālān sasaindhavān

Seitdem verzehrt mich Kummer wie Feuer das Herz; denn ich sehe die Erdenherrscher zusammen mit dem Sindhu-König [Jayadratha] wie verschlungen vor mir.

Wort für Wort
tadā prabhṛti mā śoko dahaty agnir ivāśayam
seitdem verzehrt mich Kummer wie Feuer das Herz (Adv. + Adv. + Akk.Sg. + Nom.Sg. + Präs.3.Sg. + Nom.Sg. + Partikel + Akk.Sg.)
grastān hi pratipaśyāmi bhūmipālān sasaindhavān
denn ich sehe die Erdenherrscher zusammen mit dem Sindhu-König wie verschlungen (Akk.Pl.Part. + Partikel + Präs.1.Sg. + Akk.Pl. + Akk.Pl.Adj.)

apriyaṃ sumahat kṛtvā sindhurājaḥ kirīṭinaḥ cakṣurviṣayam āpannaḥ kathaṃ mucyeta jīvitaḥ

Nachdem er dem Kirīṭin [Arjuna, dem Diademträger] überaus Unliebsames angetan hat, wie könnte der Sindhu-König, einmal in dessen Blickfeld geraten, lebend entkommen?

Wort für Wort
apriyaṃ sumahat kṛtvā sindhurājaḥ kirīṭinaḥ
nachdem der Sindhu-König dem Kirīṭin überaus Unliebsames angetan hat (Akk.Sg. + Akk.Sg.Adj. + Ger. + Nom.Sg. + Gen.Sg.)
cakṣurviṣayam āpannaḥ kathaṃ mucyeta jīvitaḥ
wie könnte er, in dessen Blickfeld geraten, lebend entkommen (Akk.Sg.Kompos. + Nom.Sg.Part. + Adv. + Opt.Pass.3.Sg. + Nom.Sg.Part.)

anumānāc ca paśyāmi nāsti saṃjaya saindhavaḥ kruddhasya devarājasya śakrasyeva mahādyuteḥ

Durch Vermutung erkenne ich, oh Saṃjaya: der Sindhu-König lebt nicht mehr - [wie einer, der] dem zornigen, glanzvollen Götterkönig Śakra [Indra] [gegenübersteht].

Wort für Wort
anumānāc ca paśyāmi nāsti saṃjaya saindhavaḥ
durch Vermutung erkenne ich, oh Saṃjaya: der Sindhu-König existiert nicht mehr (Abl.Sg. + Partikel + Präs.1.Sg. + Neg.Präs.3.Sg. + Vok.Sg. + Nom.Sg.)
kruddhasya devarājasya śakrasyeva mahādyuteḥ
wie [gegenüber] dem zornigen, glanzvollen Götterkönig Śakra (Gen.Sg.Part. + Gen.Sg.Kompos. + Gen.Sg. + Partikel + Gen.Sg.Adj.)

yuddhaṃ tu tad yathā vṛttaṃ tan mamācakṣva pṛcchataḥ

Doch wie sich jener Kampf zugetragen hat, das berichte mir, der ich frage.

Wort für Wort
yuddhaṃ tu tad yathā vṛttaṃ
wie sich jener Kampf zugetragen hat (Akk.Sg. + Partikel + Akk.Sg. + Adv. + Akk.Sg.Part.)
tan mamācakṣva pṛcchataḥ
das berichte mir, der ich frage (Akk.Sg. + Dat.Sg. + Imper.2.Sg. + Dat.Sg.Präs.Part.)

yac ca vikṣobhya mahatīṃ senāṃ saṃloḍya cāsakṛt ekaḥ praviṣṭaḥ saṃkruddho nalinīm iva kuñjaraḥ

Und wie er, das große Heer aufwühlend und wiederholt durcheinanderwirbelnd, allein und zornentbrannt eindrang, wie ein Elefant in einen Lotusteich.

Wort für Wort
yac ca vikṣobhya mahatīṃ senāṃ saṃloḍya cāsakṛt
und wie er das große Heer aufwühlend und wiederholt durcheinanderwirbelnd (Akk.Sg. + Partikel + Ger. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg. + Ger. + Partikel + Adv.)
ekaḥ praviṣṭaḥ saṃkruddho nalinīm iva kuñjaraḥ
allein und zornentbrannt eindrang, wie ein Elefant in einen Lotusteich (Nom.Sg. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Part. + Akk.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)

tasya vṛṣṇipravīrasya brūhi yuddhaṃ yathātatham dhanaṃjayārthe yat tasya kuśalo hy asi saṃjaya

Erzähle mir den Kampf jenes Besten der Vṛṣṇis [Sātyaki] wahrheitsgetreu, denn du bist ja kundig darin, [zu berichten], was um Dhanaṃjayas willen [geschah], oh Saṃjaya.

Wort für Wort
tasya vṛṣṇipravīrasya brūhi yuddhaṃ yathātatham
erzähle mir den Kampf jenes Besten der Vṛṣṇis wahrheitsgetreu (Gen.Sg. + Gen.Sg.Kompos. + Imper.2.Sg. + Akk.Sg. + Adv.)
dhanaṃjayārthe yat tasya kuśalo hy asi saṃjaya
was um Dhanaṃjayas willen geschah, denn du bist darin kundig, oh Saṃjaya (Lok.Sg.Kompos. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Partikel + Präs.2.Sg. + Vok.Sg.)

tathā tu vaikartanapīḍitaṃ taṃ bhīmaṃ prayāntaṃ puruṣapravīram samīkṣya rājan naravīramadhye śinipravīro 'nuyayau rathena

Als aber der beste der Śinis [Sātyaki] sah, wie jener von dem Vaikartana [Karṇa] bedrängte Bhīma, der beste der Männer, mitten unter den Kriegerhelden dahinzog, oh König, folgte er ihm mit seinem Wagen.

Wort für Wort
tathā tu vaikartanapīḍitaṃ taṃ bhīmaṃ prayāntaṃ puruṣapravīram
als der von dem Vaikartana bedrängte Bhīma, der beste der Männer, dahinzog (Adv. + Partikel + Akk.Sg.Kompos. + Akk.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Präs.Part. + Akk.Sg.Kompos.)
samīkṣya rājan naravīramadhye śinipravīro 'nuyayau rathena
sah der beste der Śinis mitten unter den Kriegerhelden, oh König, und folgte ihm mit dem Wagen (Ger. + Vok.Sg. + Lok.Sg.Kompos. + Nom.Sg.Kompos. + Perf.3.Sg. + Instr.Sg.)

nadan yathā vajradharas tapānte jvalan yathā jaladānte ca sūryaḥ nighnann amitrān dhanuṣā dṛḍhena saṃkampayaṃs tava putrasya senām

Brüllend wie der Blitzträger [Indra] am Ende der Sommerhitze, lodernd wie die Sonne am Ende der Regenzeit, die Feinde mit seinem festen Bogen erschlagend, brachte er das Heer deines Sohnes zum Erzittern.

Wort für Wort
nadan yathā vajradharas tapānte jvalan yathā jaladānte ca sūryaḥ
brüllend wie der Blitzträger am Ende der Hitze, lodernd wie die Sonne am Ende der Regenzeit (Nom.Sg.Präs.Part. + Adv. + Nom.Sg. + Lok.Sg. + Nom.Sg.Präs.Part. + Adv. + Lok.Sg. + Partikel + Nom.Sg.)
nighnann amitrān dhanuṣā dṛḍhena saṃkampayaṃs tava putrasya senām
die Feinde mit festem Bogen erschlagend, brachte er das Heer deines Sohnes zum Erzittern (Nom.Sg.Präs.Part. + Akk.Pl. + Instr.Sg. + Instr.Sg.Adj. + Nom.Sg.Kaus.Part. + Gen.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg.)

taṃ yāntam aśvai rajataprakāśair āyodhane naravīraṃ carantam nāśaknuvan vārayituṃ tvadīyāḥ sarve rathā bhārata mādhavāgryam

Ihn, der mit silberglänzenden Rossen dahinfuhr, den Männerhelden, der sich auf dem Schlachtfeld bewegte, den Besten der Mādhavas, vermochten alle deine Wagenkämpfer nicht aufzuhalten, oh Bhārata.

Wort für Wort
taṃ yāntam aśvai rajataprakāśair āyodhane naravīraṃ carantam
ihn, der mit silberglänzenden Rossen auf dem Schlachtfeld dahinfuhr, den Männerhelden (Akk.Sg. + Akk.Sg.Präs.Part. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompos. + Lok.Sg. + Akk.Sg.Kompos. + Akk.Sg.Präs.Part.)
nāśaknuvan vārayituṃ tvadīyāḥ sarve rathā bhārata mādhavāgryam
den Besten der Mādhavas vermochten alle deine Wagenkämpfer nicht aufzuhalten, oh Bhārata (Neg.Nom.Pl.Präs.Part. + Inf. + Nom.Pl.Poss. + Nom.Pl. + Nom.Pl. + Vok.Sg. + Akk.Sg.Kompos.)

amarṣapūrṇas tv anivṛttayodhī śarāsanī kāñcanavarmadhārī alambusaḥ sātyakiṃ mādhavāgryam avārayad rājavaro 'bhipatya

Doch von Ungeduld erfüllt, ein niemals weichender Kämpfer, bewaffnet mit dem Bogen und in goldener Rüstung, stellte sich der treffliche König Alambusa dem Sātyaki, dem Besten der Mādhavas, entgegen und hielt ihn im Angriff auf.

Wort für Wort
amarṣapūrṇas tv anivṛttayodhī śarāsanī kāñcanavarmadhārī
von Ungeduld erfüllt, ein niemals weichender Kämpfer, mit Bogen bewaffnet, in goldener Rüstung (Nom.Sg.Kompos. + Partikel + Nom.Sg.Kompos. + Nom.Sg.Kompos. + Nom.Sg.Kompos.)
alambusaḥ sātyakiṃ mādhavāgryam avārayad rājavaro 'bhipatya
stellte sich König Alambusa dem Sātyaki, dem Besten der Mādhavas, entgegen und hielt ihn im Angriff auf (Nom.Sg. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompos. + Impf.3.Sg. + Nom.Sg.Kompos. + Ger.)

[Anm.: Dieser Alambusa - hier ausdrücklich als rājavaraḥ (trefflicher König) bezeichnet - ist eine andere Gestalt als der gleichnamige Gandharva-König Alambusa/Citraratha sowie der in Kap.83f. von Ghaṭotkaca getötete Rākṣasa Alambusa/Alambuṣa; ein echter Namensvetter unter den zahlreichen Nebenfiguren des Epos.]

tayor abhūd bhārata saṃprahāras tathāgato naiva babhūva kaś cit praikṣanta evāhavaśobhinau tau yodhās tvadīyāś ca pare ca sarve

Zwischen den beiden entbrannte, oh Bhārata, ein Kampf, wie es zuvor noch keinen gegeben hatte; deine Krieger wie auch alle anderen betrachteten nur die beiden, die die Schlacht schmückten.

Wort für Wort
tayor abhūd bhārata saṃprahāras tathāgato naiva babhūva kaś cit
zwischen den beiden entbrannte, oh Bhārata, ein Kampf, wie es zuvor noch keinen gegeben hatte (Gen.Dual + Impf.3.Sg. + Vok.Sg. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Adj. + Neg.Partikel + Perf.3.Sg. + Nom.Sg. + Partikel)
praikṣanta evāhavaśobhinau tau yodhās tvadīyāś ca pare ca sarve
deine Krieger wie auch alle anderen betrachteten nur die beiden, die die Schlacht schmückten (Impf.3.Pl. + Partikel + Akk.Dual.Kompos. + Akk.Dual + Nom.Pl. + Nom.Pl.Poss. + Partikel + Nom.Pl.Adj. + Partikel + Nom.Pl.)

avidhyad enaṃ daśabhiḥ pṛṣatkair alambuso rājavaraḥ prasahya anāgatān eva tu tān pṛṣatkāṃś ciccheda bāṇaiḥ śinipuṃgavo 'pi

Der treffliche König Alambusa durchbohrte ihn gewaltsam mit zehn Pfeilen; doch noch bevor jene Pfeile ihn erreichten, zerschnitt sie der Stier der Śinis [Sātyaki] mit seinen eigenen Pfeilen.

Wort für Wort
avidhyad enaṃ daśabhiḥ pṛṣatkair alambuso rājavaraḥ prasahya
der treffliche König Alambusa durchbohrte ihn gewaltsam mit zehn Pfeilen (Impf.3.Sg. + Akk.Sg. + Instr.Pl.Num. + Instr.Pl. + Nom.Sg. + Nom.Sg.Kompos. + Ger.)
anāgatān eva tu tān pṛṣatkāṃś ciccheda bāṇaiḥ śinipuṃgavo 'pi
doch noch bevor jene Pfeile ihn erreichten, zerschnitt sie der Stier der Śinis mit seinen Pfeilen (Akk.Pl.Part. + Partikel + Partikel + Akk.Pl. + Akk.Pl. + Perf.3.Sg. + Instr.Pl. + Nom.Sg.Kompos. + Partikel)

punaḥ sa bāṇais tribhir agnikalpair ākarṇapūrṇair niśitaiḥ supuṅkhaiḥ vivyādha dehāvaraṇaṃ vidārya te sātyaker āviviśuḥ śarīram

Wieder durchbohrte er [Alambusa] ihn mit drei feuergleichen, bis ans Ohr gespannten, scharfen, gutgefiederten Pfeilen und durchdrang seine Körperrüstung; jene drangen in Sātyakis Leib ein.

Wort für Wort
punaḥ sa bāṇais tribhir agnikalpair ākarṇapūrṇair niśitaiḥ supuṅkhaiḥ vivyādha
wieder durchbohrte er ihn mit drei feuergleichen, bis ans Ohr gespannten, scharfen, gutgefiederten Pfeilen (Adv. + Nom.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Num. + Instr.Pl.Kompos. + Instr.Pl.Kompos. + Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.Kompos. + Perf.3.Sg.)
dehāvaraṇaṃ vidārya te sātyaker āviviśuḥ śarīram
durchdrang seine Körperrüstung; jene drangen in Sātyakis Leib ein (Akk.Sg.Kompos. + Ger. + Nom.Pl. + Gen.Sg. + Perf.3.Pl. + Akk.Sg.)

taiḥ kāyam asyāgnyanilaprabhāvair vidārya bāṇair aparair jvaladbhiḥ ājaghnivāṃs tān rajataprakāśān aśvāṃś caturbhiś caturaḥ prasahya

Nachdem er dessen [Sātyakis] Leib mit jenen Pfeilen von der Wirkkraft des Feuers und des Windes durchbohrt hatte, traf er mit weiteren lodernden Pfeilen gewaltsam dessen vier silberglänzende Rosse, vier an der Zahl.

Wort für Wort
taiḥ kāyam asyāgnyanilaprabhāvair vidārya bāṇair aparair jvaladbhiḥ
nachdem er dessen Leib mit jenen Pfeilen von der Wirkkraft des Feuers und des Windes, mit weiteren lodernden Pfeilen durchbohrt hatte (Instr.Pl. + Akk.Sg. + Gen.Sg. + Instr.Pl.Kompos. + Ger. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Adj. + Instr.Pl.Präs.Part.)
ājaghnivāṃs tān rajataprakāśān aśvāṃś caturbhiś caturaḥ prasahya
traf er gewaltsam dessen vier silberglänzende Rosse, vier an der Zahl (Nom.Sg.Perf.Part. + Akk.Pl. + Akk.Pl.Kompos. + Akk.Pl. + Instr.Pl.Num. + Akk.Pl.Num. + Ger.)

tathā tu tenābhihatas tarasvī naptā śineś cakradharaprabhāvaḥ alambusasyottamavegavadbhir hayāṃś caturbhir nijaghāna bāṇaiḥ

So von ihm getroffen, tötete der schnellkräftige Enkel Śinis [Sātyaki], von der Macht des Cakra-Trägers [Kṛṣṇas] gleich, mit äußerst geschwinden Pfeilen die vier Rosse des Alambusa.

Wort für Wort
tathā tu tenābhihatas tarasvī naptā śineś cakradharaprabhāvaḥ
so von ihm getroffen, [tötete] der schnellkräftige Enkel Śinis, von der Macht des Cakra-Trägers gleich (Adv. + Partikel + Instr.Sg. + Nom.Sg.Part. + Nom.Sg.Adj. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Nom.Sg.Kompos.)
alambusasyottamavegavadbhir hayāṃś caturbhir nijaghāna bāṇaiḥ
mit äußerst geschwinden Pfeilen die vier Rosse des Alambusa [tötete er] (Gen.Sg. + Instr.Pl.Kompos. + Akk.Pl. + Instr.Pl.Num. + Perf.3.Sg. + Instr.Pl.)

athāsya sūtasya śiro nikṛtya bhallena kālānalasaṃnibhena sakuṇḍalaṃ pūrṇaśaśiprakāśaṃ bhrājiṣṇu vaktraṃ nicakarta dehāt

Dann schlug er mit einem dem Feuer des Weltuntergangs gleichenden Bhalla-Pfeil dessen Wagenlenker den Kopf ab, und trennte [Alambusas] strahlendes, mit Ohrringen geschmücktes, dem vollen Mond gleich leuchtendes Antlitz vom Leib.

Wort für Wort
athāsya sūtasya śiro nikṛtya bhallena kālānalasaṃnibhena
dann schlug er mit einem dem Feuer des Weltuntergangs gleichenden Bhalla-Pfeil dessen Wagenlenker den Kopf ab (Adv. + Gen.Sg. + Gen.Sg. + Akk.Sg. + Ger. + Instr.Sg. + Instr.Sg.Kompos.)
sakuṇḍalaṃ pūrṇaśaśiprakāśaṃ bhrājiṣṇu vaktraṃ nicakarta dehāt
und trennte das mit Ohrringen geschmückte, dem vollen Mond gleich leuchtende, strahlende Antlitz vom Leib (Akk.Sg.Kompos. + Akk.Sg.Kompos. + Akk.Sg.Adj. + Akk.Sg. + Perf.3.Sg. + Abl.Sg.)

nihatya taṃ pārthivaputrapautraṃ saṃkhye madhūnām ṛṣabhaḥ pramāthī tato 'nvayād arjunam eva vīraḥ sainyāni rājaṃs tava saṃnivārya

Nachdem der zermalmende Stier der Madhus [Sātyaki] jenen Sohn und Enkel eines Königs in der Schlacht erschlagen hatte, folgte der Held sogleich Arjuna, nachdem er deine Heerscharen zurückgedrängt hatte, oh König.

Wort für Wort
nihatya taṃ pārthivaputrapautraṃ saṃkhye madhūnām ṛṣabhaḥ pramāthī
nachdem der zermalmende Stier der Madhus jenen Sohn und Enkel eines Königs in der Schlacht erschlagen hatte (Ger. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompos. + Lok.Sg. + Gen.Pl. + Nom.Sg.Kompos. + Nom.Sg.Adj.)
tato 'nvayād arjunam eva vīraḥ sainyāni rājaṃs tava saṃnivārya
folgte er sogleich Arjuna, der Held, nachdem er deine Heerscharen zurückgedrängt hatte, oh König (Adv. + Impf.3.Sg. + Akk.Sg. + Partikel + Nom.Sg. + Akk.Pl. + Vok.Sg. + Gen.Sg. + Ger.)

anvāgataṃ vṛṣṇivaraṃ samīkṣya tathārimadhye parivartamānam ghnantaṃ kurūṇām iṣubhir balāni punaḥ punar vāyur ivābhrapūgān

Als er sah, wie der Beste der Vṛṣṇis [Sātyaki, ihm] gefolgt war und sich so mitten unter den Feinden bewegte, wieder und wieder die Heerscharen der Kurus mit Pfeilen niederstreckend, wie der Wind die Wolkenmassen [zerstreut] -

Wort für Wort
anvāgataṃ vṛṣṇivaraṃ samīkṣya tathārimadhye parivartamānam
als er sah, wie der Beste der Vṛṣṇis gefolgt war und sich mitten unter den Feinden bewegte (Akk.Sg.Kompos. + Akk.Sg.Kompos. + Ger. + Adv. + Lok.Sg.Kompos. + Akk.Sg.Präs.Part.)
ghnantaṃ kurūṇām iṣubhir balāni punaḥ punar vāyur ivābhrapūgān
wieder und wieder die Heerscharen der Kurus mit Pfeilen niederstreckend, wie der Wind die Wolkenmassen (Akk.Sg.Präs.Part. + Gen.Pl. + Instr.Pl. + Akk.Pl. + Adv. + Adv. + Nom.Sg. + Partikel + Akk.Pl.Kompos.)

tato 'vahan saindhavāḥ sādhu dāntā gokṣīrakundenduhimaprakāśāḥ suvarṇajālāvatatāḥ sadaśvā yato yataḥ kāmayate nṛsiṃhaḥ

- da trugen ihn seine wohlgezähmten Sindhu-Rosse, glänzend wie Kuhmilch, Jasmin, Mond und Schnee, mit goldenen Netzen behangen, die edlen Pferde, wohin auch immer der Menschenlöwe [Sātyaki] es wünschte.

Wort für Wort
tato 'vahan saindhavāḥ sādhu dāntā gokṣīrakundenduhimaprakāśāḥ
da trugen ihn die wohlgezähmten Sindhu-Rosse, glänzend wie Kuhmilch, Jasmin, Mond und Schnee (Adv. + Impf.3.Pl. + Nom.Pl. + Adv. + Nom.Pl.Part. + Nom.Pl.Kompos.)
suvarṇajālāvatatāḥ sadaśvā yato yataḥ kāmayate nṛsiṃhaḥ
mit goldenen Netzen behangen, die edlen Pferde, wohin auch immer der Menschenlöwe es wünschte (Nom.Pl.Kompos. + Nom.Pl.Kompos. + Adv. + Adv. + Präs.3.Sg. + Nom.Sg.Kompos.)

athātmajās te sahitābhipetur anye ca yodhās tvaritās tvadīyāḥ kṛtvā mukhaṃ bhārata yodhamukhyaṃ duḥśāsanaṃ tvatsutam ājamīḍha

Da stürmten deine Söhne gemeinsam heran, und weitere deiner Krieger eilten herbei, oh Bhārata, oh Ājamīḍha, wobei sie deinen Sohn Duḥśāsana, den obersten der Krieger, an die Spitze stellten.

Wort für Wort
athātmajās te sahitābhipetur anye ca yodhās tvaritās tvadīyāḥ
da stürmten deine Söhne gemeinsam heran, und weitere deiner Krieger eilten herbei (Adv. + Nom.Pl. + Nom.Pl.Poss. + Nom.Pl.Adj. + Perf.3.Pl. + Nom.Pl.Adj. + Partikel + Nom.Pl. + Nom.Pl.Part. + Nom.Pl.Poss.)
kṛtvā mukhaṃ bhārata yodhamukhyaṃ duḥśāsanaṃ tvatsutam ājamīḍha
wobei sie deinen Sohn Duḥśāsana, den obersten der Krieger, an die Spitze stellten, oh Bhārata, oh Ājamīḍha (Ger. + Akk.Sg. + Vok.Sg. + Akk.Sg.Kompos. + Akk.Sg. + Akk.Sg.Kompos. + Vok.Sg.)

te sarvataḥ saṃparivārya saṃkhye śaineyam ājaghnur anīkasāhāḥ sa cāpi tān pravaraḥ sātvatānāṃ nyavārayad bāṇajālena vīraḥ

Jene, die Heerscharen ertragenden Krieger, umringten den Śineya [Sātyaki] von allen Seiten in der Schlacht und griffen ihn an; doch auch er, der Held, der Beste der Sātvatas, hielt sie mit einem Netz von Pfeilen zurück.

Wort für Wort
te sarvataḥ saṃparivārya saṃkhye śaineyam ājaghnur anīkasāhāḥ
jene, die Heerscharen ertragenden Krieger, umringten den Śineya von allen Seiten in der Schlacht und griffen ihn an (Nom.Pl. + Adv. + Ger. + Lok.Sg. + Akk.Sg. + Perf.3.Pl. + Nom.Pl.Kompos.)
sa cāpi tān pravaraḥ sātvatānāṃ nyavārayad bāṇajālena vīraḥ
doch auch er, der Held, der Beste der Sātvatas, hielt sie mit einem Netz von Pfeilen zurück (Nom.Sg. + Partikel + Partikel + Akk.Pl. + Nom.Sg.Adj. + Gen.Pl. + Impf.3.Sg. + Instr.Sg.Kompos. + Nom.Sg.)

nivārya tāṃs tūrṇam amitraghātī naptā śineḥ patribhir agnikalpaiḥ duḥśāsanasyāpi jaghāna vāhān udyamya bāṇāsanam ājamīḍha

Nachdem der Feindevertilger, der Enkel Śinis, sie rasch mit feuergleichen, gefiederten Pfeilen zurückgetrieben hatte, oh Ājamīḍha, erhob er seinen Bogen und tötete auch Duḥśāsanas Rosse.

Wort für Wort
nivārya tāṃs tūrṇam amitraghātī naptā śineḥ patribhir agnikalpaiḥ
nachdem der Feindevertilger, der Enkel Śinis, sie rasch mit feuergleichen, gefiederten Pfeilen zurückgetrieben hatte (Ger. + Akk.Pl. + Adv. + Nom.Sg.Kompos. + Nom.Sg. + Gen.Sg. + Instr.Pl. + Instr.Pl.Kompos.)
duḥśāsanasyāpi jaghāna vāhān udyamya bāṇāsanam ājamīḍha
erhob er seinen Bogen und tötete auch Duḥśāsanas Rosse, oh Ājamīḍha (Gen.Sg. + Partikel + Perf.3.Sg. + Akk.Pl. + Ger. + Akk.Sg.Kompos. + Vok.Sg.)

tato 'rjuno harṣam avāpa saṃkhye kṛṣṇaś ca dṛṣṭvā puruṣapravīram

Da erfüllte Arjuna in der Schlacht Freude, und ebenso Kṛṣṇa, als sie den besten der Männer [Sātyaki] sahen.

Wort für Wort
tato 'rjuno harṣam avāpa saṃkhye
da erfüllte Arjuna in der Schlacht Freude (Adv. + Nom.Sg. + Akk.Sg. + Perf.3.Sg. + Lok.Sg.)
kṛṣṇaś ca dṛṣṭvā puruṣapravīram
und ebenso Kṛṣṇa, als sie den besten der Männer sahen (Nom.Sg. + Partikel + Ger. + Akk.Sg.Kompos.)

[Anm.: Kurze Apparatus-Einlage (0925_01-02), die den Abschnitt abschließt; das nachfolgende saṃjaya uvāca zu Beginn von Kap.116 wird als reine Sprecherangabe verworfen.]

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